Robert Burns Night: So feiert man richtig

Also, nämlich wirklich richtig richtig :-). Die Robert Burns Night ist ein gesellschaftliches Ereignis in Schottland, und das Protokoll dazu ist sehr umfangreich. Unser Leser Christian Schrade von Heart of the Run hat uns dazu auf einen interessanten Beitrag auf BBC hingewiesen, der eine Burns Night zum vollen Erfolg werden lässt. Alle Bestandteile der Robert Burns Night sind aufgeführt – von der richtigen Musik, der passenden Speiseauswahl, den passenden Toasts – wie gesagt, hier kann nichts mehr schiefgehen.

Und wer noch mehr über Robert Burns wissen will und dafür keine zwei Minuten Zeit hat, der kann sich auch noch diesen Artikel auf Whiskyexperts ansehen.

Wir wünschen jedenfalls allen, die heute ihre persönliche Robert Burns Night feiern, einen wunderschönen Abend!

Robert Burns
Robert Burns

Isle of Harris Distillery im Sommer für Besucher bereit

Die Stornoway Gazette bringt heute einen Beitrag über die im Bau befindliche Harris Distillery auf der gleichnamigen Insel – mit einer guten Nachricht für alle Whiskyfreunde, die im Sommer auf die Äußeren Hebriden fahren: Ab Sommer (Mai oder Juni) wird die Destillerie für Besucher geöffnet sein.

Simon Erlanger, der Direktor der Destillerie, betont im Artikel, dass es kein Besucherzentrum oder audiovisuelle Hilfsmittel geben wird, einfach nur geführte Touren von Mensch zu Mensch. Weiters informiert uns der Artikel, dass die Stills wie geplant bereits im Februar aus Italien geliefert werden, und dass die Gebäude, die ja noch nicht fertiggestellt sind, den kürzlichen Wintersturm völlig unbeschadet überstanden haben.

Sieben Mitarbeiter sind bereits fix angestellt – insgesamt sollen es zehn werden, alle aus der Umgebung – und für die Touristensaison wird man noch weitere Arbeitsplätze auf Zeit schaffen.

Aufnahme vom 15. 12. 2014 - Foto: Isle of Harris Distillery
Aufnahme vom 15. 12. 2014 – Foto: Isle of Harris Distillery

Video: Der Weg zur Destillerie Bunnahabhain

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Sonntag ist Videotag auf Whiskyexperts – und heute haben wir einmal ein etwas anderes Video für Sie ausgesucht. Wir sind auf Islay, und wir wollen gemeinsam mit Peter Menagie die Destillerie Bunnahabhain besuchen. Die ist im Nordosten der Insel, und man sagt gemeinhin, sie läge sehr abgeschieden und einsam.

Wie abgeschieden? Nun, Peter Menagie hat eine sehr eindrucksvolle Methode gefunden, das zu verdeutlichen: Er hat eine GoPro HD auf eine Moto Guzzi Stelvio NTX montiert und den Weg zur Destillerie dokumentiert. Die resultierenden sechs Minuten sind nichts für Action-Fans, aber wohl etwas für Menschen, die ein wenig Einsamkeit und die Landschaft von Islay zu schätzen wissen. Viel Vergnügen mit dem Video auf Youtube oder hier bei uns…

Visit Scotland: Infos über die neuen Destillerien Schottlands

Die nationale Tourismusorganisation Schottlands, Visit Scotland, hat auf ihrer Website einen Beitrag über die neuen Destillerien im Land gebracht. Es handelt sich dabei um die Destillerien Ardnamurchan, die Kingsbarns Distillery, die Annandale Distillery, die Isle of Harris Distillery und die Eden Mill Distillery and Brewery. Zu jeder dieser Destillerien gibt es eine kurze Information darüber, ob man dort Touren machen kann und einige recht interessante Bilder.

Natürlich finden Sie zu jeder dieser Destillerien auch auf Whiskyexperts jede Menge Nachrichten – einfach im Menü oben über die Lupe mit dem jeweiligen Destillerienamen suchen.

Adnamurchan im Januar 2015. Fororechte bei Mark Armin Giesler, Assistant Distillery Manager, Adnamurchan.
Ardnamurchan im Januar 2015. Fotorechte bei Mark Armin Giesler, Assistant Distillery Manager, Ardnamurchan.

Update – Whisky im Bild: Talisker, Cardhu, Glen Ord – 3D Rundgang mit Google 360

Gestern gab es unseren Beitrag über Lagavulin als 3D-Rundgang bei Google, ab jetzt ist auch Talisker dabei: Mit Google 360 können Sie sich in dem und ein klein wenig um das Gebäude der Destillerie Talisker auf der Insel Skye fast so bewegen, als wären Sie persönlich dort. Faszinierend. Viel Vergnügen beim Entdecken oder Nacherleben…

Update: Zwei weitere Destillerien sind mit virtuellen Rundgängen dazu gekommen: Cardhu und Glen Ord.

talisker3D

Blogrundschau: Standards und Klassiker

In unserer heutigen Blogrundschau widmen wir uns Verkostungsnotizen, die über Standards und Klassiker gemacht wurden. Wenn Exoten und Raritäten auch immer interessant zu lesen sind, weil man sie in der Regel selbst nicht oft ins Glas bekommen wird, so haben die Besprechungen gängiger Whiskys auch ihren Reiz, da man das Geschriebene mit den eigenen Eindrücken am Gaumen vergleichen kann:

  • Aus Polen von Lukloveswhisky stammt die Besprechung des Ardbeg Ten – ein echter Standard, der viele Gaumen erfreut, so auch jenen des Verkosters. Dafür gibt es Punkte satt.
  • Masterquill aus Holland verkostet den Benromach 10, der mittlerweile auch zu den Standards gezählt werden kann – und zeigt sich davon angetan.
  • Words of Whisky setzt die Reihe der Verkostungen von drei Klassikern fort, diesmal mit The Devil’s Punchbowl II und The Devil’s Punchbowl III – der zweite Punchbowl ist laut dem Rezensenten der schwächste der Serie.
  •  Ein Klassiker, weil aus der Flora & Fauna – Serie, ist der Glenlossie 10, der auf Best Shot Whisky Reviews besprochen wird – die Begeisterung ist eher verhalten, aber man findet, es sei ein solider Whisky.
  • Der nächste Standard: der Bunnahabhain 12yo. Malt and Oak hat ihn verkostet und findet ihn überzeugend in jeder Richtung – ein Einsteigerwhisky, der auch Fortgeschrittenen gerecht wird.
  • Und dann ist da noch der Haig Club, jener Grain Whisky, der mit viel finanziellem Einsatz zum Klassiker gemacht werden soll. Auf Boozedancing haben wir eine Verkostungsnotiz gefunden, die voll des Lobes für ihn ist, ein Leuchtturm des Positiven in einer Brandung aus Verrissen. Es zeigt sich wieder einmal, wie unterschiedlich Geschmäcker sind. Und das ist gut so.

ardbeg-10

Supermarkt-Whisky so gut wie Marken-Whisky? Englische Studie sagt „ja“

In The Telegraph findet sich heute ein Artikel, der der Frage nachgeht, ob Supermarkt-Whiskys qualitativ mit den Marken der Destillerien mithalten können, obwohl sie oft nur die Hälfte kosten. Martin Isark, der eine Studie dazu ausführte, beantwortet die Frage mit einem klaren „Ja“ – jedenfalls dann, wenn es sich bei der Ware aus dem Supermarkt um Single Malt handelt. Seiner Studie nach brauchen sich diese Whiskys nicht zu verstecken und bieten ansehnliche Qualität fürs Geld.

Zwar findet man auf den Eigenmarken der Supermärkte keine Angaben zur Destillerie oder zum Alter, aber laut Martin Isark versuchen diese, den typischen Geschmack einer Region zu repräsentieren. Man habe dann eben einen typischen Highlander, Speysider oder Islay-Whisky im Glas. Anzumerken bleibt, dass diese Studie in England gemacht wurde und wahrscheinlich nicht unbedingt 1:1 auf hiesige Verhältnisse umgelegt werden kann.

The_World_of_Scotch_Whisky

Whisky im Bild: Lagavulin – 3D-Rundgang im Gebäude mit Google Maps

Fast so als wäre man dort: Mit Google Maps kann man ab sofort nun einen Rundgang im Gebäude von Lagavulin auf Islay machen und sich zusätzlich auch im Aussenbereich bewegen. Mit Mausklicks geht man, mit dem Halten der linken Maustaste dreht man sich. Eine beeindruckende Spielerei, die wirklich Lust darauf macht, auch in echt dorthin zu reisen…

lagavulin innen

Serge verkostet: Zwei offizielle Abfüllungen von An Cnoc

Die Whiskys aus der Destillerie Knockdhu firmieren unter dem Markennamen An Cnoc. Vor kurzem erschienen zwei neue offizielle Abfüllungen, ein vierter getorfter Malt aus der Highland-Destillerie, Cutter, und ein 18jähriger in der Standard-Range. Beide hat nun Serge Valentin verkostet – und beide werden bei ihm sehr positiv mit einer ansehnlichen Punktewertung aufgenommen:

  • AnCnoc 18 yo (46%, OB, 2014): 85 Punkte
  • AnCnoc ‚Cutter‘ (46%, OB, 2014): 86 Punkte.

 

[divider]Ansichten An Cnoc/Knockdhu[/divider]

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Bourbon-Boom: Four Roses Limited Edition Single Barrel wird eingestellt

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Der Bourbon-Boom fordert ein weiteres Opfer: Die beliebte und wirklich ausgezeichnete Four Roses Limited Edition Single Barrel wird eingestellt – und zwar, wie das Unternehmen ausdrücklich feststellt, auf Grund der Knappheit von älteren Fässern, die durch die gesteigerte Nachfrage hervorgerufen wurde. Einzelfass-Abfüllungen wird es nur mehr zu ganz speziellen Anlässen geben. Der Bericht in Fred Minnick’s Blog zitiert Four Roses weiter mit dem Statement, dass der Small Batch jedoch weiter jeden Herbst herausgegeben wird.

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Serge verkostet: Ben Nevis

Die Destillerie Ben Nevis liegt nahe des höchsten Berges in Schottland – und trägt seinen Namen. Von dort kommen in jede Richtung interessante Abfüllungen – man kann an wahre Juwelen geraten, aber auch an Tropfen, die einiges Wohlwollen benötigen, um aus ganzem Herzen gemocht zu werden.

Serge Valentin hat heute Abfüllungen aus Ben Nevis verkostet, und auch in diesen Wertungen und vor allem Beschreibungen schwingt die angesprochene Ambivalenz mit:

  • Ben Nevis 16 yo 1997/2013 (53,2%, Maltbarn, 91 bottles): 79 Punkte
  • Ben Nevis 18 yo 1996/2014 (50.7%, Liquid Treasures, bourbon hogshead): 86 Punkte
  • Ben Nevis 18 yo 1996/2014 (50,9%, The Whisky Mercenary for Whisky Troef): 86 Punkte
  • Ben Nevis 18 yo 1996/2014 (53.1%, Single Cask Collection, sherry butt, 454 bottles): 84 Punkte
  • Ben Nevis 43 yo 1970/2014 (44.6%, The Nectar of the Daily Drams, bourbon): 81 Punkte
Die Stills von Ben Nevis. Foto von Frank Gauert, alle Recht vorbehalten.
Die Stills von Ben Nevis. Foto von Frank Gauert, alle Recht vorbehalten.

Video: Wie man einige Destillerien richtig ausspricht

Auf Business Insider Australia gibt Heather Greene, Director of Whiskey Education and Sommelier in New York bei Flatiron Room und Buchautorin, in einem Video Tipps, wie man einige der schottischen Destillerien richtig ausspricht. Bis auf einen Fall sind wir ganz bei ihr, nur bei Glen Garioch würden wir eher der Aussprache „Glen Girie“ zuneigen.

Aber eigentlich ist die „richtige“ Aussprache der Destillerien ohnehin so eine Sache: Viele tragen gälische Namen, und die werden selbst in Schottland von Region zu Region unterschiedlich ausgesprochen. Schönes Beispiel dafür ist der „Ledaig“ aus der Destillerie Tobermory – hier wechselte die offizielle Aussprache mit dem Besitzer (momentan geht der Konsens in Richtung „Le Tschick“). Heather merkt im Video ganz richtig an: Sollte Sie Ihr Barkeeper oder Whiskyhändler wegen der Aussprache schief ansehen, wechseln Sie einfach die Bar oder den Shop 🙂

vidpick

Wir verkosten: Glencadam 15yo, 46%, OA

Glencadam 15yo, 46%, Originalabfüllung
Verkoster: Klaus Doblmann
Whisky aus eigenen Beständen

Nase: Eine ganz brave, klassische Refill-Bourbon Nase. Zu Beginn Vanillepudding (nicht zu süß) mit etwas Zitrone. Damenparfüm, Kiwi, Ananas, Mango, Marille, Kokosnuss, Honig, Schlagobers (ungezuckert) und etwas Schulkreide. Sehr leicht und dezent aromatisch, keine dunklen Früchte oder gar Anklänge von Holz.

Gaumen: Am Gaumen schmeckt dieser Glencadam deutlich jünger als 15 Jahre, immer noch sehr frisch und jung (aber nicht metallisch). Wie man schon an der Nase erahnen konnte, sieht das nach nicht allzu aktiven Refill Ex-Bourbonfässern aus, was ja nicht unbedingt verkehrt sein muss. Es gibt durchaus auch einen Markt für dezentere Whiskys, die einen nicht mit Aromen überfordern. Eine ziemlich heftige Ladung Alkohol, Vanille, wiederum süßes Damenparfüm, aber ohne die tropischen Früchte von der Nase. Etwas Honig und dazu leicht bittere, grasige, salzig-trockene Komponenten. Etwas Wasser zügelt den Alkohol und bringt mehr Noten von Vanille und Apfel hervor.

Finish: Im mittellangen Abgang ist der Whisky genauso leicht wie Nase und Gaumen. Eine schöne anfängliche Süße, die dann trockeneren Noten von Kreide, Eiche und Malz weicht.

Alles in Allem: Unterm Strich ein ehrlicher, schön zu trinkender, leichter und nicht überfordernder Highlander. Als Pluspunkte sind definitiv die Abfüllung mit 46% Vol. und die nicht erfolgte Kühlfiltrierung zu erwähnen. Ein „Gut“.

Was man (nicht nur) an diesem Whisky merkt: Glencadam fehlen anscheinend etwas die richtig krachenden Fässer. Ich behaupte, dass die Vorbesitzer, Allied Domecq, Glencadam als Zulieferer für die Blends verwendet haben und sich deshalb viele Refill-Fässer in den Lagern tummeln, aus denen Angus Dundee, seit 2003 der unabhängige Besitzer, das Beste machen muss. Nicht umsonst sind gleich zwei Abfüllungen aus dem Standardsortiment, der 12- und der 14-jährige, in Port- bzw. Oloroso Sheryfässern nachgereift. Eine Destillerie wird kaum Standardabfüllungen nachreifen, wenn die Fässer es nicht nötig haben.

Aber, wie gesagt, das ist nun Spekulation meinerseits aufgrund des Geschmacksprofils dieses Whiskys und der Betrachtung der restlichen Standardproduktpalette. Es wird spannend sein, wie sich diese Abfüllungen ändern, wenn genügend gereifte Whiskys aus der Ära der neuen Besitzer verfügbar sind. Potential hat die Destillerie mit ihrem leichten, tropisch-fruchtigen Charakter allemal und auch dieser hier verkostete 15-Jährige ist durchaus einen Kauf wert, wenn man etwas Neues von den unabhängigen Destillerien sucht.

Glencadam 15

Neu in den USA: Woodford Reserve Kentucky Straight Rye Whiskey (mit Video)

Durch eine Pressemitteilung haben wir heute erfahren, dass von Woodford Reserve, einem auch bei uns bekannten und gerne getrunkenen Kentucky Straight Bourbon, als dritte permanente Variante nun auch ein Rye-Whiskey erschienen ist, vorerst allerdings nur in den USA. Rye Whiskey gewinnt nicht nur über dem großen Teich immer mehr Anhänger, seine würzige und eher trockene Note differenziert ihn schön von den gängigen amerikanischen Bourbons.

Woodford Reserve Rye

Master Distiller Chris Morris verwendet eine Mashbill mit 53 Prozent Rye (wesentlich weniger zum Beispiel als der Bulleit Rye, der mit 95% Rye gemacht wird), das ergibt eine ausbalancierte, subtilere Rye-Note. Abgefüllt wird er mit 45.2%. Ob und wann der Rye zu uns kommen wird, können wir noch nicht sagen.

Die Tasting Notes:

Aroma: würzig mit deutlichen Roggen-Noten, schwarzer Pfeffer, Zedernrinde mit einem Marzipanüberzug. Spuren von Birne, Äpfel, Mandeln.

Geschmack: Nelke, Roggen, Minze und Honig, dazu etwas Apfel und Malz.

Finish: lang und würzig süß.

Es gibt auch ein Video zum neuen Rye von Woodford Reserve: