Iain Croucher, Sales and Business Development Manager bei A. D. Rattray, hat Petra Milde von meinwhisky.com im Rahmen der Aquavitae 2014, bei der der Schotte eine Masterclass mit Abfüllungen seines Arbeitgebers hielt, ein Interview gegeben. In ihm geht es um die Cask Islay-Abfüllung (unsere Besprechung des Single Malts aus Islay aus dem März finden Sie hier), die Philosophie hinter dem Abfüller und das Destillerieprojekt. Über letzteres hier ein Auszug aus dem Interview:
Wie weit seid ihr mit dem Projekt Brennerei?
Der erste Spatenstich steht kurz bevor, die Pläne sind abgeschlossen, die Genehmigungen erteilt, die Finanzierung steht. Die Ideen sind da. Wenn der Zeitpunkt da ist, den Schalter umzulegen, damit alles ineinandergreift, dann wird alles sehr schnell gehen! Der erste Spatenstich wird sehr, sehr bald sein.
Es werden viele Brennereien eröffnet, fünf bis zehn m nächsten Jahr. Sie werden alle Whisky im gleichen Altersbereich haben. Ich denke, dabei können wir nur gewinnen. Mit unserer Small-Batch-Einstellung, in Handarbeit.
Iain Croucher mit „seinem“ Cask Islay. Bildrechte bei Petra Milde.
Die Nachricht ist zwar zum Teil hinter der Paywall von The Times verborgen, aber allein der Anfang hat es in sich: Diageo hat bekanntgegeben, dass das Unternehmen den Bau der neuen bei Teaninich gelegenen Destillerie verwirft (er hätte 30 Millionen Pfund gekostet) – und zwar wegen der sinkenden Nachfrage nach Scotch. Genauso sollen die Destillerieausbauten bei Clynelish und Mortlach auf Eis gelegt werden, also gar nicht erst begonnen.
Wir werden diesen Artikel laufend mit neuen Erkenntnissen ergänzen und weiter über diese Entwicklungen berichten.
Update 14:34: Oliver Klimek hat auf Dramming.com eine erste Analyse dieses Schritts von Diageo gepostet (englischsprachig). Danke Rainer Edlinger für den Tipp. Update 18:46: Ein Beitrag auf BBC News beleuchtet die Meldung etwas genauer. Auch ein Sprecher von Diageo kommt darin zu Wort, aber was man von ihm hört ist der typische relativ unverbindliche Corporate-Sprech…
Bauarbeiten in Mortlach, 3.5.14 – Bild von Shaun King. Alle Rechte vorbehalten
Von Abfüllungen der Destillerie wird man selbst im Fachgeschäft nicht unbedingt mengenmäßig erschlagen. Die früher auch als Mill of Rothes bekannte Destillerie gehört zu Diageo und produziert fast ausschließlich für deren Blends. Single Malt Abfülllungen sind daher nicht oft zu sehen. Drei von ihnen hat Serge Valentin heute verkostet:
Glen Spey 12 yo 2000/2013 (46%, Orcines): 83 Punkte
Glen Spey 13 yo 1998/2011 (46%, Milroy’s, hogshead, cask #2617, 349 bottles): 81 Punkte
Glen Spey 25 yo 1988/2014 (49.1%, The Single Malts of Scotland, hogshead, cask #356077, 192 bottles): 89 Punkte
Destillerie Glen Spey. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Irish-Whiskeys.de hat uns mitgeteilt, dass bei ihnen als Importeur ab sofort die Produkte der irischen Destillerie Dingle (an der Westküste gelegen) erhältlich sind. Dort gebrannten Whiskey gibt es ja durch die kurze Geschichte der Destillerie natürlich noch nicht, aber sie produzieren bereits Wodka und Gin – und es gibt einen Whiskey namens Dingle Gold, der aus Beständen der Cooley-Destillerie stammt und eben den Markennamen Dingle trägt (damit will die Destillerie sich in der Aufbauphase finanziell unterstützen – verständlicherweise).
Ardbeg Destillerie. Bildrechte bei Michael Pelzer.
Sku und seine Recent Eats hat einen guten Draht zum US-amerikanischen Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau. Im seinem Twitter-Kanal verwies er in dieser Woche auf möglicherweise vier neue Ardbeg-Abfüllungen für das Jahr 2015.
Es war davon auszugehen, dass es zum 200-jährigen Jubiläum der Islay-Brennerei eine Sonderabfüllung geben wird. Und möglicherweise könnte sie auch ein Committe Release werden und Ardbeg Bicentennial heißen. Neben diesem Label finden sich noch die Labels einer möglichen Ardbeg Athmosphere, Ardbeg Continuum und Ardbg Anniversary.
Auch wenn der angegebene Alkoholgehalt bei allen vier Abfüllungen ebenso identisch ist wie das Label auf der Rückseite, könnte es sich um vier unterschiedliche Abfüllungen handeln.
Ein langer Name zu einer interessanten Geschichte: Zum zweiten Mal hat sich die Arran Distillery mit dem Agronomy Institute of Orkney College zusammengetan und nach dem 2012 herausgegebenen Orkney Bere Barley mit 46% nun eine Fassstärke abgefüllt. Er wurde aus Bere Barley, der ältesten noch kultivierten schottischen Gerste, die für diesen Whisky ausschließlich auf den Orkneys angebaut wurde, gebrannt. 10 Jahre lang lagerte er in ex-Bourbon-Fässern und wurde heuer dann mit 52.6% abgefüllt – ohne Farbstoff und nicht kühlfiltriert. Es gibt 4980 Flaschen, und in England kostet eine davon 60 Pfund. Offiziell käuflich wird sie ab 17. November im Arran Webshop sein, aber dann auch schnell bei den Händlern auftauchen. Mehr dazu auf der Arran Website. Und so sieht der Arran Malt Orkney Bere Barley Cask Strength Limited Edition aus:
Wie mittlerweile gewöhnt, nimmt Stefan Kerzel in einer Video-Nachlese diejenigen mit auf die Aquavitae, die nicht auf dieser Messe in Mülheim sein konnten. Und zeigt den diesjährigen Messebesuchern nochmals einen Überblick über das komplette Angebot der Spirituosen. Unter diesem Post oder hinter dem Link zu Youtube finden Sie das 18:39 Minuten lange Video.
Auch bei The Balvenie gibt es einen neuen Whisky zu vermelden: Der Balvenie 25yo Single Barrel Traditional Oak ergänzt ihre Einzelfass-Range um eine neue Abfüllung. Er wurde von Malt Master David Stewart komponiert, als Top of the Line Produkt zum 12jährigen (First Fill Bourbon barrels) und 15jährigen (Sherry Cask European Oak) Single Barrel, so The Spirits Business.
Subtile Gewürze und schwere Honigsüße sollen die neue Abfüllung auszeichnen, wie üblich kommt sie mit handgeschriebenen Angaben auf dem Etikett. Bei den Händlern wird er im November in den Regalen auftauchen, vorbestellen kann ihn der interessierte Engländer (und lokal wohl auch der von selbiger Gemütsregung bewegte Kontinentaleuropäer) um 400 Pfund oder entsprechende Summen anderer Währungen.
Wir haben es ja hier in unserer ersten Berichterstattung über den neuen Bunnahabhain Ceòbanach versprochen: Wenn wir mehr wissen, dann wissen Sie es auch. Nun, vor einigen Minuten hat Bunnahabhain selbst zumindest einen Zipfel vom Aussehen der neuen, stark getorften Sonderedition aus der Destillerie gelüftet und den Bunnahabhain Ceòbanach als „ursprünglichen Bunnahabhain“ bezeichnet. Und was wir auch noch auf dem Foto des mit 46.3% abgefüllten Whiskys sehen: Es wird wohl keine Eintagsfliege sein, sondern zumindest mehrere Batches davon geben. Hier mal das Teaserbild, das US-Etikett gabs in unserem ersten Bericht.
Nach den ersten Craigellachies (wir berichteten hier) und Aberfeldys (siehe hier) setzt Bacardi seine Age Statement Offensive fort: Soeben sind der Aultmore 12 und der Aultomre 21 erschienen, und zwar für das erste Jahr exklusiv im Travel Retail der World Duty Free Group.
Laut dem Bericht von The Spirits Business beginnt Bacardi momentan mit den „leistbaren“ Ausgaben und wird dann 2015 die High End Whiskies auf den Markt bringen. Und weil wir gerade übers Geld reden: Preise der neuen Aultmore-Abfüllungen sind bislang noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt.
Von Top Spirit erreichte uns heute eine Pressemitteilung über ihre Angebote für die Weihnachtszeit in Österreich. Wir geben sie hier in Auszügen wieder.
Wien, 28. Oktober 2014. Die zahlreichen Premium-Spirituosenmarken im Vertrieb von Top Spirit eignen sich ideal als edle Geschenke für die kommenden Festtage – viele davon sind daher mit hochwertig gestalteten Verpackungen geschenkfertig.
Die kommenden Feiertage rund um Weihnachten und den Jahreswechsel sind traditionell auch Tage des entspannten Genusses. Die zahlreichen Geschenkpackungen der Premium-Marken aus dem Sortiment von Top Spirit eignen sich dafür ganz hervorragend und sorgen für eine willkommene Abwechslung unter dem Christbaum.
Vollmundigen Geschmack und herausragende Qualität vereint Evan Williams, der Premium Kentucky Straight Bourbon Whiskey, im exklusiven Geschenkkarton mit Whiskeyglas.
Die Premium-Produkte aus dem Sortiment von Top Spirit machen sich nicht nur hervorragend unter dem Christbaum – auch für besondere Gelegenheiten während des Jahres eignen sich diese außergewöhnlichen Editionen als Geschenk.
Wir führen unseren Ausflug nach Irland fort und begleiten Serge Valentin bei seiner Verkostung. In seinem Glas findet sich heute eine Horde irischer Whiskeys, größtenteils von unabhängigen Abfüllern, die sonst schottische Single Malts in ihrem Programm präsentieren. Die Verkostungsnotizen und Benotungen auf Whiskyfun bieten uns insgesamt hohe Bewertungen – es müsste, so meint Serge, die am höchsten bewertete Irland Session sein. Die Whiskeys und Punkte in der Übersicht:
Teeling Whiskey (46%, OB, Irish blend, 2013) 82 Punkte
Ireland 22 yo 1991/2014 (46.6%, The Nectar of the Daily Drams and La Maison du Whisky) 87 Punkte
Irish Single Malt 22 yo 1991/2013 (52.4%, The Whisky Agency, Liquid Library, refill barrel, 191 bottles) 87 Punkte
Ireland 24 yo 1989/2014 (42.2%, The Nectar of the Daily Drams and La Maison du Whisky) 85 Punkte
Irish Single Malt 25 yo 1988/2013 (51.1%, The Whisky Agency, barrel, 212 bottles) 91 Punkte
Irish Single Malt 26 yo 1988/2014 (50.4%, Ramseyer’s Whisky Connection, 175 bottles) 90 Punkte
Ireland 26 yo (51.6%, The Nectar of the Daily Drams and La Maison du Whisky) 90 Punkte
Vor kurzem haben wir bereits über den neuen Teeling Single Malt Irish Whiskey berichtet (siehe hier). Der neue Whiskey der Teeling Premium Range wurde aus fünf verschiedenen Fässern komponiert: Sherry, Port, Madeira, Weißburgunder und Cabernet Sauvignon. Abgefüllt wurde er mit 46% – ohne Kühlfiltrierung. Er ist ein No Age Statement Whiskey, aber laut Auskunft der Teelings finden sich in ihm Whiskeys, die bis zu 23 Jahre alt sind. Abgefüllt wurde er jetzt im Oktober.
Nun haben wir von Jack Teeling auch ein Sample dazu bekommen. Silvia Behrens und Bernhard Rems haben das Sample gemeinsam verkostet – und teilen hier ihre Eindrücke.
Teeling Single Malt Irish Whiskey No Age Statement, 46%
Nase: Ein frischer Weingartenpfirsich mit pelziger Schale, in der Sonne warm geworden – das ist der erste Eindruck, der in die Nase springt. Zudem ist da eine leichte, sahneartige Malzigkeit, sowie eine Mischung aus Trockenfrüchten, Zitrus und Rosenblättern. Ein wenig schmeckt er auch nach Milky Mint Moo, einem irischen Bonbon, aber ohne Minze, oder nur ein kleinster Hauch davon. Dann haben wir noch frisches Sägemehl in der Nase, und grüne Baumrinde, die sich vom Ast schälen lässt. Und Trauben. Sehr angenehm, das alles. Später dann, nach dem ersten Trinken, wird die Nase grüner, wie eine frisch gemähte Wiese.
Gaumen: Geschmeidig flutet er an, sanft und weich, ohne Öligkeit, fast seidig, und er transportiert süße Trauben mit etwas Honigüberzug, einen Anflug von Pfirischeistee und Vanille. Das ist elegant. Es ist nicht der Tiefgang und die Komplexität von schottischen Single Malts, aber es ist auf seine Art stimmig. Fruchtigkeit und Süße bestimmen ihn.
Finish: Mittellang, auch hier wieder sanft und rund, ein ganz weiches Finish, das durch Süße bestimmt wird; gegen Ende hin dann etwas Bitterkeit – aber nichts Holziges, eher wie der Abgang eines zarten Tees. Wieder hat man den Eindruck einer schönen Eleganz.
Alles in allem: Ein Wort ist uns beiden dazu eingefallen: freundlich. Was für ein gepflegter, schöner, alltagstauglicher Whiskey, wunderbar trinkbar, den kann man sich als Aperitiv ebenso vorstellen wie am Nachmittag zu Keksen – er ist nie aufdringlich, aber immer passend. Er zeigt die schönsten Seiten des irischen Whiskeys, und wir können ihn allen, die die subtilere Seite des Wassers des Lebens genießen können, ans Herz legen. Von uns bekommt er leichten Herzens ein „Sehr gut“, auch des fairen Preises wegen, der unter 50 Euro liegt.
Nach unseren bisherigen Berichten zu der geplanten Destillerie Nephin (siehe hier und hier) haben wir nun ein Feature über die offizielle Eröffnung des Projekts im Juli mit mehr Hintergrundinformationen und einigen offiziellen Bildern, geschrieben von unserem Redakteur Ernie Ernst J. Scheiner:
An Taoiseach Enda Kenny eröffnete im vergangenen Juli Mayos erstes Whiskey-Brennerei-Projekt seit hundert Jahren. Neue Jobs werden mitten in der kleinen Ortschaft Lahardaun/Lahardane in der Nephin Distillery, nördlich von Castlebar gelegen, entstehen. Nach dem Willen von Dr. Paul Davis und seinem Team wird in ihren kupfernen Brennblasen ein getorfter Whiskey dreifach gebrannt, so wie das traditionell in früher Zeit durchaus einmal in Irland üblich war. Drei bis vier Millionen Euro werden von Investoren in das Projekt fließen. Die notwendigen Finanzmittel versuchen sie, mittels Crowd Funding zu erhalten. Wenn alles gut läuft, wird Ende 2015 der erste Spirit fließen. Einen Nephin-Whiskey wird es allerdings erst nach seiner vorgeschriebenen Mindestreifezeit von drei Jahren geben.
Auf diesem Bild von links nach rechts: 1. Mark Quick (Sales Director, Nephin Whiskey Company) 2. Peter Hynes (Chief Executive, Mayo County Council) 3. Jude Davis (Operations Director, Nephin Whiskey Company) 4. An Taoiseach, Enda Kenny 5. Dr. Paul Davis (Managing Director, Nephin Whiskey Company) 6. Joanne Grehan (Head of Enterprise, Mayo Local Enterprise Office) 7. Vincent Coleman (Architect, Nephin Whiskey Company) 8. Dara Calleary T.D. (Member of Parliament) 9. Michelle Mulherin T.D. (Member of Parliament). Bildrechte bei Nephin Distillery
‚Nay fin’ gesprochen, soll einmal jährlich 40 000 Besucher in den abgelegenen Connaught-Ort locken.
Es ist geplant eine in der Region angebaute Gerste in der Brennerei selbst nach traditioneller Methode zu mälzen. Der Torf kommt dazu aus den nahegelegenen Peat Bogs, die sich zwischen Nephin Mountain und Lough Conn ausbreiten. Seit Jahrhunderten waren diese Torf-Moore die Energielieferanten für die offenen Kamine in den umliegenden Häusern, zukünftig werden sie dem Whiskey eine unverfälschte markante Note geben.
„Wir werden achtzehn Vollzeit-Stellen schaffen,“ erklärt Projekt-Initiator Davis, „in unserer Brennerei werden wir neben dem typischen Pot Still Whiskey aus ungemälzter und gemälzter Gerste auch Single Malts destillieren. Die Jahreskapazität soll anfänglich bei 254 000 Litern Alkohol liegen, dann aber innerhalb von drei Jahren auf 508 000 Liter steigen. Wir werden den ersten getorften Pot Still Whisky in Irland herstellen.“ Reifen wird der Nephin-Spirit vor Ort traditionell in Bourbon-Fässern, Sherry-Fässern, aber auch in Portwein-Fässern. Wein-Fässer aus Argentinien sollen ebenfalls die Reifeprozesse des Nephin beeinflussen. Unterschiedliche Größen von Quarter Cask (ca. 125 Liter) bis hin zu Sherry Butts mit einem Fassungsvermögen von 500 Litern werden in den Lagerhäusern den Whiskey aromatisch und geschmacklich formen.
An Taoiseach signiert das erste Fass, das seit einem Jahrhundert in Connaught befüllt wird. Bildrechte bei Nephin Distillery
Nach den Vorstellungen des Nephin-Teams One Gallon Casks böttchern Fassmacher in der hauseigenen Küferei werden für den Geschenkemarkt hergestellt. Bereits vor dem Sprudeln des ersten Alkohol-Tropfens können Whisky-Begeisterte für 6,500 Euro (vor Steuern) ein zweihundert Liter Bourbon Fass erwerben. Wer nicht so hoch in das ambitionierte Projekt einsteigen möchte, kann bei Preisen ab 450,- Euro Fässchen in der Größe von 4,5 bis 10 Litern auswählen.
Mark Quick, Sales Director von Nephin Whiskey Company ptäsentiert An Taoiseach ein handgemachtes Nephin-Fass. Bildrechte bei Nephin Distillery