Wir verkosten: Joshua Brook Bourbon, 45% vol., 8y old

Ein Bourbon in der Literflasche, destilliert in Kentucky, abgefüllt in Kalifornien – 8 Jahre alt und mit 45% abgefüllt, das ist der Joshua Brook. Wer sich fragt, welche Destillerie ihn erzeugt, wird auch am Web keine eindeutige Antwort finden – die Mutmaßungen gehen eher dahin, dass er ein Blend von verschiedenen Destillerien sei, eine davon Heaven Hill sein könnte.

Eines steht fest: Der Joshua Brooks ist ein sehr günstiger Bourbon, preislich bei Jim Beam oder Jack Daniels angesiedelt, noch unter Bulleit und anderen Small Batch Whiskeys. Die Literflasche ist um 25 Euro zu haben. Es stellt sich die Frage, in welcher Qualitätsliga so ein Bourbon mitspielt.

Um das herauszufinden, haben wir ein Sample aus der Whiskyexperts-Sammlung  „The Nose“ Reinhard Pohorec zum Verkosten gegeben. Das Ergebnis ist durchaus positiv – und unten nachzulesen:

joshua brook

Nase: „HALLO“ schreit es mir aus dem Glas entgegen, hier benötigt jemand Aufmerksamkeit! Impulsiv, kräftig und mit sehr würzigen Noten eröffnet der Joshua Brook sein Konzert, trockenes Zimtpulver, schwarzer Tee und noch viel schwärzerer Pfeffer (ja, diese Übersteigerungen, ich weiß…), Ingwer, Chilihonig umspielt Salzmandeln und Buttertoffee, verkohlte, frische Eichenspäne, Orangenzeste, Kafirlimette, Sandelholz und etwas Weihrauch, auch die Bitternoten und das Harzige spielen hier mit, eine sehr impulsiv-stoffige Nase, mit ansprechender Komplexität, einzig der ganz leichte Lack-Eindruck zu Beginn irritiert kurz, mit etwas Zeit im Glas legen sich die anfänglichen Unruhen jedoch, dann vermehrt Dörrobst, Marille, kandierter Ingwer auch, Zwetschgenmus und ein Hauch Erdnussbutter

Gaumen: der erste Schluck mutet noch ein wenig fremd an, die oppulent würzige Signatur ist sofort da, allerdings schwingt dahinter ein dezenter, nicht wirklich näher zu definierender Muff-Ton mit, fast wie ein Obstbrand, der nicht bis ins Letzte sauber wirkt, stängelig, etwas grünlich, Vanille und dann Brioche, wiederum ein Spiel aus Haselnusscreme und Erdnussbutter, langsam findet der Bourbon seine Mitte, seine Ruhe, seinen Zug, viel dunkle Würze, Roggenbrot, geröstete Banane, auch unreife Banane, kein großer Schmeichler, eher ein Charakterdarsteller, Maple Syrup, Custard und Chocolate Brownie, viel Holz, ein deutlicher Reifeton

Finish: mittellanges Finish, mit viel Spice, Koriandersamen, Wacholder und auch etwas Vanillecreme, Mandelmilch, von Chili und Pfeffer aufgepeppt, im letzten Nachhall noch einmal grünliche Obstbrandnoten, Birne?, heller Karamell, Muskatnuss, ein Hauch Kokoscreme und etwas Dulce de leche, dann ein versöhnlicher Ausklang mit wärmendem Nachhall und Mango

Alles in allem: ja… anders! Der Joshua Brook ist nicht Kate Moss und auch nicht Heidi Klum, viel eher Mike Tyson oder Sylvester Stallone. Ein Kraftprotz… Sehr würzig tritt dieser Bourbon auf, die Reife ist klar ersichtlich, steht dem Gesamteindruck auch gut, einzig manchmal ist die Holznote etwas üppig und zu präsent am Gaumen. Nichts desto trotz, ein tolles Preis-Leistungs Verhältnis, ein ehrliches, sehr faires und anständiges Produkt – ob es „your everyday bourbon“ wird, muss jeder für sich entscheiden.

Mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec

Jack Daniel und sein Tennessee Whiskey: Eine Fotoreise

Im Digital Journal findet sich heute ein intensiv bebilderter Artikel über eine Reise an den Entstehungsort von Jack Daniel’s berühmten Tennessee Whiskey, Lynchburg. Wir erfahren einiges über die Geschichte und die Entstehung des Whiskeys, so wie auch über Jack Daniel selbst. Great McClain aus Nashville hat den Artikel geschrieben und fotografiert.

JackDaniels

Ralfy’s Video Tasting #481a: Bulleit Bourbon 10yo, 45.6%

Wohl gemerkt – hier geht es nicht um den Standard Bulleit Bourbon, sondern um die 10jährige Sonderabfüllung (die wir hier im deutschsprachigen Raum eigentlich noch nicht in Shops gesehen haben – für Hinweise darauf wären wir dankbar). Und diese Sonderabfüllung bekommt bei Ralfy eine sehr gute Note: 89 aus 100 Punkten. Zu sehen hier bei uns oder auf Youtube.

Warum die seltsame Numerierung (481a)? Nun, wie Ralfy am Ende des Videos bekanntgibt, wird es eine Review 481b geben, die „on location“ in Nevada gedreht wurde. Wir berichten natürlich darüber, wenn das neue Video veröffentlicht wird.

Video: Whiskychat #10: Vom Nosing und Tasting

Wir finalisieren heute unseren Dreiteiler über das Verkosten von Whisky, diesmal mit Tipps zum Nosing und zum Tasting. Wie kann man auch daheim oder unter Freunden einen Whisky möglichst in all seinen Nuancen erleben? Dazu gibt es von uns ein paar Tipps und Tricks, ohne dass man sich dabei zu weit ins Akademische bewegt – denn Whisky zu kosten soll vor allem Spaß machen.

Wer auch noch die beiden anderen Folgen dazu sehen will:

Hier der aktuelle dritte Teil, den Sie auch auf Youtube finden:

Und die Sache mit dem gelegentlich spinnenden Autofokus bekommen wir bis zum nächsten Mal auch in den Griff 🙂

Drink Spirit verkostet Highland Park: Dark Origins

Das Blog Drinkspirits hat den neuen Highland Park: Dark Origins verkostet – und das relativ ausführlich. Man scheint ihn dort zu mögen (es gibt aber keine numerische Wertung), besonders die Tatsache, dass sich dieser Highland Park etwas mehr in Richtung Islay orientiert, was den Geschmack und die Rauchigkeit betrifft. Auch den verstärkten Einsatz von Sherryfässern mag man. Der Preis (er wird bei uns an die 80 Euro kosten) plaziert ihn zwischen den HP 12 und HP 15 – man meint aber, dass er Highland Park in eine neue Ausrichtung führen könnte. Interessant zu lesen, nicht nur für Highland Park Fans.

Dark Origins Bottle and Carton low res

New York Times: Craft Distilleries in den USA

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Sonntag ist Lesetag – und schönstes Lesefutter für Whisk(e)yfreunde haben wir heute in der New York Times gefunden: „Raising a Glass to American Upstart Distillers“ ist ein ausführlicher und interessanter Artikel über den Boom an neuen Destillerien in den vereinigten Staaten, die nicht nur für den heimischen Bedarf produzieren. Im Artikel geht es hauptsächlich um die Beziehung zwischen F.E.W. Spirits, eine mittlerweile schon über Insiderkreise hinaus bekannte amerikanische Destillerie, und Maverick Drinks, ein Importgeschäft in London, das sich auf Craft Distilleries spezialisiert hat und die Szene mit den eher ausgefallenen Whiskeys aus den USA beliefert. Wie üblich bei der New York Times ein gut recherchierter und unterhaltsamer Artikel, den wir Ihnen ans Herz legen wollen.

Few-Rye

Blogrundschau: Bowmore Small Batch, Glendronach Virgin Oak, Craigellachie van Wees

Drei Verkostungsnotizen haben wir uns aus den vielen Blogs herausgepickt, die wir für unsere Blogrundschau besucht haben – und zwei davon kommen von einem einzigen Blog:

  • Master Quill hat sich den Bowmore Small Batch ins Glas gegeben – und man gibt ihm eine sehr freundliche Bewertung, denn er ist laut dem Verkoster ganz einfach zu trinken, gut und angenehm. Wir kichern hier ein wenig über die Namensgebung, die man sich bei Bowmore hat einfallen lassen: vom „Small Batch“ wurden immerhin 30.000 Flaschen abgefüllt.
  • Malt and Oak verkostet den Glendronach Virgin Oak Finish – man hält die Abfüllung dort für sehr interessant, weil sehr anders.
  • Wieder zurück bei Master Quill lesen wir über den Craigellachie 8yo 2002/2011 (46%, The Ultimate, Sherry Butt #90067, 882 Flaschen), abgefüllt vom holländischen Unabhängigen van Wees (der sehr rührig ist und teilweise echte Schätze zu heben vermag). Auch hier mag man, was man trinkt, und lobt seine Zugänglichkeit und seinen Geschmack.

Bowmore-Small-Batch

Manager-Magazin: Whisky als Geldanlage

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Man sagt ja, dass eine Geldanlageform, die in den Mainstream kommt, am Ende ihrer Profitabilität angelangt ist. Das könnte Grund zur Hoffnung auf ein Ende der Preisspirale bei Whisky sein, denn Whisky als Anlageform wird momentan definitiv bereits in den Mainstream-Medien gepredigt. Jüngstes Beispiel dafür ist der Artikel im manager magazin, der unter anderem Whisky als Geldanlage vorstellt, neben Musikinstrumenten und Oldtimern. Nette Wochenendlektüre, hier ein Auszug daraus:

(…) Die Folge sind mitunter enorme Preisanstiege. Laut Nachrichtenagentur Bloomberg brachten es die Top-100-Single-Malts gemessen am Investment Grade Scotch Index von Whisky Highland aus dem schottischen Tain zwischen 2008 und Juli dieses Jahres auf einen Wertzuwachs von nicht weniger als 440 Prozent.

isabellas islay

Whisky Ladies: Bessie Williamson, Laphroaig, und Georgette Crawford, Lagavulin.

von Ernie – Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries

Ähnlich wie Mary Anne Locke von Kilbeggan erging es der Schottin Elizabeth „Bessie“ Leitch Williamson. Sie studierte in Glasgow und wollte eigentlich Lehrerin werden. Ein Sommerurlaub führte sie 1934 nach Islay. Die westliche Hebrideninsel mit ihren Brennereien sollte ihr Leben nachhaltig prägen. Was zunächst als Ferienjob gedacht war, entpuppte sich als Lebensaufgabe. Der als verschroben geltende Eigentümer der Laphroaig Distillery, Ian Hunter, beschäftigte Elizabeth zunächst als Bürohilfe. Zwischen beiden entfaltete sich eine lebenslange freundschaftliche Beziehung. „Bessie“ wurde zum guten Geist der Brennerei und übernahm nach Hunters Schlaganfall 1938 das Management. Ihr exzellenter Geschäftssinn verschaffte den Whiskys von Laphroaig bei den schottischen Blendern einen hohen Stellenwert. Sie schätzten den von Leitch Williamson entwickelten markant torfigen Charakter. Sie legte den bis heute geltenden Destillationsablauf fest: langsames Destillieren, ein bis zu 45 Minuten extrem langer Vorlauf, ein kurzer Mittellauf, der bis in den Nachlauf hineinreicht, um so das mächtige phenolische Aroma und den Geschmack des Spirits aus stark getorftem Malz zu erhalten.

Bessie Williamson
Bessie Williamson

Nach Ian Hunters Tod sollte „Bessie“ 1954 die erste Frau Schottlands werden, die im 20. Jhd. nicht nur eine Brennerei besaß, sondern diese auch leitete und deren Produktionsmethoden bis ins Detail bestimmte. Sie verkörperte die Islay-Whisky-Botschafterin der 60ziger Jahre. Ihre strategische Aussage: „We can’t supply the demands that we have for our whisky“ ist bis heute modellhaft für Marketingstrategen.

In der Destillerie Laphroaig
In der Destillerie Laphroaig

Auf ihrem Weg zur Schule erschraken Georgie und ihre Freundinnen regelmäßig, wenn 20-Tonner das Malz von den Port Ellen Maltings in die südlichen Islay-Brennereien Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg fuhren. 1984, zwei Jahre nach „Bessies“ Tod, dachte Georgette Crawford noch nicht daran, dass sie einmal als Managerin von Lagavulin die Malz-Lieferungen überwachen würde. Die Grundlagen für ihre beruflichen Tätigkeiten in der Whisky-Welt wurden bei ihr früh gelegt. Ihre Eltern betrieben das Ardview Inn in Port Ellen. Es war der beliebte Treffpunkt der Locals. Dort tranken die coopers, maltmen, mashmen, stillmen und warehouse men nach der Schicht ihr Feierabend-Pint. „I grew up obviously in the drinking business,“ erinnert sich die 36jährige.

Georgette Crawford
Georgette Crawford

Ihre schulische Ausbildung absolvierte sie in Glasgow und in Edinburgh fand sie die ersten Jobs. In der Hauptstadt arbeitete sie in Pubs und Restaurants. Eine Bewerbung bei der Scotch Malt Whisky Society sollte ihr berufliches Leben schlagartig ändern. „Dort erhielt ich eine außergewöhnliche Ausbildung, meine Lehrer waren Charles MacLean oder Dr. James Swan, denn jede Woche gab es nosing panels. Das war ein Einstieg auf höchstem Niveau,“ schwärmt die resolute Crawford. Ihr nächster Stopp war die Leitung des Whisky-Shops in Dufftown, wo sie zusammen mit Mark Watt das Spirit of Speyside Whisky Festival organisierte. Dann eröffnete ihr ein zufälliger Blick in die Zeitung eine neue Welt. Die Skye Distillery Talisker suchte für das Besucherzentrum eine Brand Managerin. Nach zwei Tagen harten Assessments erhielt sie die Zusage. 2007 wurde das idyllisch am Loch Harport gelegene Carbost ihre neue Heimat. Bis zu 60.000 Besucher wollten Talisker jährlich erleben. Sie konzipierte neue differenzierte Tour- und Tasting-Angebote für Anfänger und Fortgeschrittene. „Da wir eine Sieben-Tage-Woche mit jeweils 24-stündiger täglicher Produktion hatten, wurde ich auch ein ‚on call manager’ für die Notfälle,“ beschreibt Crawford ihre Aufgaben, „ich wurde in das Diageo Leadership Programme aufgenommen.“ Es folgte die Intensivierung der praktischen Ausbildung in der Produktion, ein training-on-the-job. „Ich wechselte zur Glen-Ord-Gruppe. Dazu gehören die Brennerei Glen Ord, ihre Maltings, aber auch die Teaninich Distillery in Alness bei Invergordon.“ Martin Walker und Willie MacDougall wurden ihre Lehrmeister. „Täglich gab es neue Aufgaben, schriftliche und mündliche Prüfungen, praxisnahe Lösungen von Problemen der Produktion mussten erarbeitet werden.“ Ein berufsbegleitender Zertifikatslehrgang des Institutes of Brewing & Distilling, parallele in-house-trainings von Diageo in den Bereichen Produktion, Leistungs- und Qualitätskontrolle, Sicherheit sowie Energie-Management qualifizierten Crawford für Führungsaufgaben.

Die Stills von Lagavulin
Die Stills von Lagavulin

Als der langjährige Manager von Lagavulin Peter Campbell zurück in die Speyside wollte, kam für Georgie – wie sie unter Freunden und Kollegen genannt wird – die Chance auf eine Rückkehr nach Islay. Seit 2010 wohnt sie nun im repräsentativen Manager’s House und leitet verantwortlich die Brennerei im „Tal der Mühle.“ „I would never say I make Lagavulin Whisky. I manage Lagavulin Whisky.“

Auszug aus dem Artikel „Whisk(e)y Ladies“, erschienen im Whisky Magazin The Highland Herold, Sommer 2014. S. 32-35. 

Einen fotografischen detaillierten Rundgang durch die Laphroaig Distillery bietet The Gateway to Distilleries unter http://www.whisky-distillery.net/www.whisky-distilleries.net/Islay_L-P/Seiten/Laphroaig.html

und Lagavulin Distillery http://www.whisky-distillery.net/www.whisky-distilleries.net/Islay_L-P/Seiten/Lagavulin.html

 

Patrick Stewart und die ALS Ice Bucket Challenge – The Whisky Way

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Die ALS Ice Bucket Challenge ist wohl mittlerweile jedem bekannt: entweder für die ALS-Forschung spenden oder einen Kübel Eiswasser über sich schütten. Patrick Stewart, bekannt als Captain Picard aus Star Trek: The Next Generation (und berühmt für seine grandiosen Shakespeare-Darstellungen) hat sich dieser Challenge auf wirklich stilvolle Weise gestellt. Classy! In den Hauptrollen: Ein Scheckbuch, ein Kübel mit Eis und Chivas Regal. Viel Vergnügen!

https://www.youtube.com/watch?v=wkO4NIqAMss

Zwei neue Single Cask Abfüllungen für irish-whiskeys.de

Freunden irischer Whiskeys ist Mareike Spitzer’s irish-whiskeys.de ein Begriff – hat sich der Versandhandel einer ansonsten in Deutschland doch eher stiefmütterlich behandelten Produktgruppe verschrieben. Dort gibt es nun auch zwei neue und ausschließlich bei irish-whiskeys.de erhältliche Einzelfassabfüllungen, die wir Ihnen hier kurz vorstellen wollen:

Teeling Single Cask 2007

Teeling_2007_Single_Cask_-_Irish_Whiskeys_ml

Eine Single Cask Abfüllung aus der Teeling Whiskey Company Dublin exklusiv für Irish Whiskeys. Der Whiskey wurde 2007 bei Cooley destilliert und reifte bis 2014 in einem Ex-Bourbon Cask, um tolle Holz- und Fruchtnoten zu entwickeln. Die Abfüllung ist auf 324 Flaschen limitiert. Selbstverständlich ist der Whiskey nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert und wurde mit 46 % abgefüllt.

Die Nase umschmeicheln Aromen von Holz, Aprikose, Marzipan, Apfel und Vanille. Auf der Zunge deuten sich Zitrus und Früchte an, er ist cremig und leicht ölig. Der Nachhall ist sehr lange, Fruchtnoten paaren sich mit intensiven Holznoten

Preis: 48,90 EUR plus Versand

Ómra Single Cask 2001

Omra_2001_Single_Cask_Whiskey_-_irish_Whiskeys_ml

Omra, ist das gälische Wort für Bernstein und nun auch der Oberbegriff für die unabhängigen Abfüllungen von Mareike Spitzers Irish Whiskeys.

Ihre erste unabhängige Abfüllung ist eine Single Cask Abfüllung von 2001, die in einem Bourbon Hogshead Fass reifte. Der Whiskey ist nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. Er wurde mit 51% vol abgefüllt und stammt aus einer nordirischen Brennerei, die auf dem Etikett nicht genannt wird. Außerdem ist er dreifach destilliert. Es sind nur 120 Flaschen erhältlich.

Aromen reifer Früchte, von Haselnuss, Vanille, Toffee erreichen die Nase.

Auf der Zunge entfaltet sich der dreifach-gebrannte Malt ölig und nussig und schmeckt nach Aprikosen.

Der Nachhall ist erstaunlich lang anhaltend und entwickelt eine Süße.

Preis: 79,90 EUR plus Versand

Serge verkostet: Glendronach (u.a. den neuen Tawny Port)

Man kann ja nicht gerade behaupten, dass Glendronach mit der Veröffentlichung von neuen Whiskys sehr zurückhaltend ist – aber im Fall dieser Destillerie ist das sicher nicht zum Schaden der Whiskyfreunde – denn wer sherrylastigen Whisky mag, der kommt an Glendronach nicht wirklich vorbei. Serge Valentin hat nun einige Glendronachs verkostet, darunter auch den neuen achtzehnjährigen Tawny Port (wir berichteten) – aber der scheint ihm am wenigsten von allen zu schmecken (zu fruchtig für ihn, wenn man seinen Gedanken folgt). Hier die gesammelten Ergebnisse:

  • Glendronach 18 yo ‚Tawny Port Finish‘ (46%, OB, 2014): 79 Punkte
  • Glendronach 40 yo 1971/2011 (47.5%, OB, PX Sherry puncheon, cask # 1248, 545 bottles): 91 Punkte
  • Glendronach 22 yo 1977/2000 (50%, Douglas Laing, Old Malt Cask, 252 bottles): 82 Punkte
  • Glendronach 1977/2001 (53.2%, Scotch Single Malt Circle, cask #3718): 83 Punkte

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Whiskey Lady: Andrina Fitzgerald, Kilbeggan

von Ernie – Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries

Die älteste, 1757 lizenzierte, irische Distillery liegt in Kilbeggan. Nach fast 200 Jahren wurde in den 1950er Jahren die dortige Whiskey-Produktion eingestellt. Rund fünfzig Jahre später, am 17. März 2007, erwachte die ehemalige Locke-Distillery wieder zu neuem Leben. In der unter neuem Namen firmierenden Kilbeggan Brennerei sprudelte aus den kupfernen Brennblasen – davon eine aus dem Jahre 1830 – wieder der Gerstenspirit. Im gleichen Jahr begann Andrina Fitzgerald ihr Studium der Bio-Chemie an der University of Dublin. Sie ahnte nicht, dass sie einmal Irlands erste Frau sein würde, die verantwortlich die Produktion einer Whiskey-Distillery leiten sollte.

In der strukturschwachen Region um Kilbeggan, wo Andrina aufwuchs, hatte die graduierte Bachelor of Science großes Glück. Sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nach dem Studium zurück in der Heimat jobbte sie im Pantry-Restaurant des Besucherzentrums der Kilbeggan-Distillery. Der Production Supervisor Alex Chasko kam mit der jungen Kellnerin ins Gespräch und entdeckte die in ihr schlummernden Potentiale: „Sie war immer pünktlich, hilfsbereit, belastbar und hatte mit ihrem Studium die besten Voraussetzungen zur Brennmeisterin.“ Ein Praktikum in der Brennerei folgte. Andrina entdeckte ihre Faszination für den Whiskey. Als 22-jährige trank sie ihn zum ersten Mal: „Allerdings mixe ich meinen Whiskey gerne mit etwas Coke, 7up, Ginger Ale oder Lime.“ Das ist auch kein Wunder, war sie doch in einer Familie groß geworden, in der keinerlei Alkohol getrunken wurde. „Meine Eltern sind Pioneers. Sie haben gelobt, in ihrem Leben keinen Alkohol zu trinken.“ Ihre Mutter sehe ihre Tätigkeit mit gemischten Gefühlen. „Mittlerweile akzeptiert sie jedoch was ich mache. Mein Vater ist besonders stolz, dass ich als erste Frau Irlands eine Brennerei verantwortlich leite.“

Andrina Fitzgerald
Andrina Fitzgerald

Die Finisherin des Dublin-Marathons setzte sich mit ihren Kompetenzen und ihrem Charme in der von Männern dominierten Whisky-Welt durch. Als sie mit 22 Jahren einstieg, spürte sie einige Ressentiments. „Am Anfang war es schwierig für mich. Da kam ein junges Mädchen und es gab Spannungen, denn sie waren sich nicht sicher, ob das mit mir gut geht. Heute akzeptieren sie mich und freuen sich, mich in Kilbeggan zu haben.“ Im vergangenen Jahr produzierte sie zusammen mit einem Kollegen 50 000 Liter reinen Alkohol, so wie es früher immer üblich war, ohne Computer.

Die Destillerie Kilbeggan
Die Destillerie Kilbeggan

Andrina ist allerdings nicht die erste Frau in leitender Position bei Kilbeggan. Nach dem frühen Tod ihres Mannes John Locke im Jahre 1868 war dessen Witwe Mary Anne gezwungen, den Betrieb zu leiten. Mit erfahrenen Brennmeistern an ihrer Seite entwickelte sie sich zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Locke’s Whiskey wurde zu einem Qualitätsbegriff in Irland, Großbritannien und Amerika. Der Umsatz vervielfachte sich von 60 000 auf 157 000 Gallons im Jahre 1886. Es war die große Blütezeit Kilbeggans. In diesen Jahren beschäftigte die Brennerei insgesamt rund vierzig Frauen.

Latest News: Zum Monatsende August wird Andrina Fitzgerald die älteste Distillery Irlands verlassen und zur neuesten Brennerei nach Tullamore wechseln, wo bekanntlich die Grants of Dufftown (Glenfiddich) in Clonminch eine eindrucksvolle State-of-the-Art Grain und Malt Distillery mit großen Lagerhäusern errichteten. Der neue Tullamore-Spirit soll bekanntlich im September 2014 sprudeln. Andrina wird für die Qualitätskontrolle der Grain-, Malt- und Pot Still Spirits zuständig sein. Ihr Studium der Bio-Chemie sowie ihr kürzlich in der Heriot Watt University in Edinburgh erworbenes Certificate in Brewing and Distilling und ihre Praxis-Erfahrung bei Kilbeggan werden für sie die Grundlagen für eine weitere berufliche Entwicklung sein.

Auszug aus dem Artikel „Whisk(e)y Ladies“, erschienen im Whisky Magazin The Highland Herold, Sommer 2014. S. 32-35.

Einen fotografischen detaillierten Rundgang durch die Kilbeggan Distillery bietet The Gateway to Distilleries unter http://www.whisky-distillery.net/www.whisky-distilleries.net/Ireland_K-P/Seiten/Kilbeggan.html und Tullamore Distillery http://www.whisky-distillery.net/www.whisky-distilleries.net/Ireland_R-Z/Seiten/New_Tullamore_Heritage_Centre_2.html

 

PR: Käse-Spezialitäten zu erstklassigen Spirituosen kombinieren

Die Gruppo Campari hat uns heute eine Presseaussendung über ihre Whiskys und Grappae sowie das perfekte Kombinieren mit Käse geschickt – den für Whisky relevanten Part bringen wir hier für Sie:

Bei einem gemütlichen Abend mit Freunden darf sie auf keinem Tisch fehlen: die beliebte Käseplatte. Ob als köstliche Spezialität zwischendurch oder als Menü-Abschluss – ausgewählte Käse-Delikatessen lassen sich immer gut servieren. Edler Single Malt Whisky oder Grappa harmonieren hervorragend mit vielen Käsesorten. Gleichzeitig vollbringt diese Kombination eine ganz neue Geschmackserfahrung und ein einzigartiges Genusserlebnis für die Gäste. Die folgenden Tipps und Beispiele unterstützen bei der Wahl der richtigen Spirituose.

 
Die richtigen Geschmackskombinationen finden

ggkaeseOft ist es die Ähnlichkeit von Geschmack und Aroma, häufiger jedoch gerade der Kontrast, der die Verbindung so interessant macht. Whisky gilt als ideales Äquivalent zu Käse und so bringen verschiedene Käse-Spezialitäten den komplexen Geschmack eines Single Malts ausgezeichnet hervor. Wird der Käse zu Beginn eines Menüs serviert, empfiehlt es sich, einen milden Malt zu wählen, damit die kostbaren Aromen der Speisen nicht überlagert werden. Ein torfiger oder leicht süßer Single Malt passt hingegen exzellent zum herzhaften Dessert. Zwar können generelle Empfehlungen ausgesprochen werden, doch viel wichtiger ist es, Spaß und Genuss am Verkosten zu haben und eigene Kompositionen zu testen, denn jeder Mensch hat andere Geschmacksempfindungen. Tasting-Abende mit Freunden eignen sich hervorragend dafür.

Der passende Whisky als Begleitung

balvSingle Malt Whiskys von Glen Grant sind aufgrund ihrer vollen, samtigen Texturen und fruchtigen Aromen die idealen Begleiter zu verschiedenen Käse-Spezialitäten. So besticht The Major´s Reserve von Glen Grant mit einem überzeugenden Gleichgewicht aus frischen Früchten und leichten Apfelnoten sowie angenehm nussigen Nuancen. Der ausgewählte Käse sollte nicht zu aromaschwer sein, damit die feinen Nuancen des Single Malts nicht überlagert werden. Vereint mit der typisch cremigen Konsistenz des Glen Grant The Major´s Reserve, entfalten sich besonders die Geschmackskomponenten von leicht aromatischem Weichkäse. Der 12-jährige Single Malt The Balvenie DoubleWood harmoniert aufgrund seiner unverwechselbaren Aromen von Honig, Eichenholz und Vanille hingegen hervorragend mit würzigen Käsevariationen. Die leichte Säure reifer Früchte und die warmen Noten von Sherry und Orangenschalen lassen sich wunderbar mit dem gehaltvollen und würzigen Geschmack von Roquefort, Gorgonzola oder einem alten Gouda verbinden. Gemeinsam bilden sie eine kulinarische Überraschung am Gaumen eines jeden Genießers.

Whisky&Käsespezialitäten