Auf der Website der Isle of Harris Distillery wurde unlängst ein neuer Artikel veröffentlicht. Er stellt Guest Team Manager Shona Macleod vor, die in Hinkunft die Betreuung der Besucher der Destillerie übernehmen wird. Sie stammt von der Insel und hat das Hotelgewerbe gelernt. Sie hat in verschiedenen Hotels und Restaurants in Glasgow gearbeitet, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Die Isle of Harris Distillery sieht sich als „social distillery“ und will neben ausgezeichnetem Whisky Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung schaffen.
Vor einigen Tagen haben wir bereits über die ersten Fässer aus der Glasgow Distillery Company berichtet, nun kommt die offizielle Pressemitteilung, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Nach den schönen Neuigkeiten aus Dublin nun auch frischer Spirit aus Glasgow:
Neue Single Malt Destillerie eröffnet in Glasgow und beginnt mit Whisky-Produktion
Liam Hughes und Ian McDougall mit den ersten Fässern
Die Produktion eines neuen Single Malt Whisky hat begonnen! Mit der Glasgow Distillery Company hat die Metropole Glasgow seit 112 Jahren erstmals wieder seine eigene Single Malt Whisky Distillery.
Eine Vorreiterrolle als Craft Spirits Produzent hat die Glasgow Distillery Company mit diesem bedeutenden Meilenstein des Füllens der ersten eigenen Fässer zweifelsfrei inne.
Das Equipment für die Whisky-Destillation ist hochmodern, die Wash und Spirit-Stills “Tara” und “Mhairi” sind benannt nach den Töchtern der beiden Gründer der Glasgow Distillery Company. Der New Make Spirit wird produziert und überwacht von einem Team von Distillers, Head Distiller
Dr. Jack Mayo und beratender Distiller David Robertson (ex Macallan). Zur Reifung wird der New Make Spirit in verschiedene handverlesene Casks abgefüllt und im Lagerhaus der Destillerie gelagert.
Liam Hughes, CEO der Glasgow Distillery Company, kommentierte: “Wir haben hart gearbeitet, um zu dieser Stufe zu kommen. Wir sind extrem zufrieden mit der Qualität unseres New Make Spirit und stolz auf uns und unser Team. Auch wenn es noch ein paar Jahre dauert, bis der Whisky auf dem Markt erhältlich sein wird, sind wir bereits jetzt sehr begeistert und freuen uns auf einmalige Whiskies aus unserer eigenen Produktion.“
Um den Start der Produktion zu feiern wird eine limitierte Anzahl Casks zum Kauf zur Verfügung stehen und damit die Möglichkeit, ein Stück der Whisky-Geschichte Glasgows zu werden. Im „ Club 1770“ können Mitglieder und Freunde der Destillerie aus einer Anzahl an Fassgrößen auswählen, sich ihr eigenes Fass markieren lassen und nach Terminvereinbarung eine Tour durch die Destillerie machen um ihr Fass inspizieren.
Ganz im Sinne des Pioniergeistes der ersten lizensierten Destillerien, hat sich The Glasgow Distillery Company nach einer der Originaldestillerien Glasgows benannt.
Gegründet in Dundashill 1770, war die Destillerie lange Zeit bekannt als The Glasgow Distillery Company und war aktiv bis Anfang des 20. Jahrhunderts.
Die Originaldestillerie war zeitweise sogar die größte lizensierte Destillerie in Schottland, mit 12 Stills, die sowohl getorfte als auch ungetorfte Whiskies produzierte.
Die Firma nutzt hochmodernes Equipment um ihre Produkte zu destillieren.
Club 1770
Club 1770 ist ein Club, der es den Mitgliedern ermöglicht, ihr eigenes Whiskyfass zu kaufen.
Die Fässer werden für mindestens drei Jahre und einen Tag im Steuerlager der Destillerie gelagert.
Die Mitgliedschaft im Club 1770 beinhaltet:
Ein Fass mit individueller Referenznummer auf der Deckplatte
Ein Zertifikat des Eigentums mit Details über Menge und Datum der Destillation
Die Beratung für den richtigen Zeitpunkt der Abfüllung
Die Möglichkeit, die Destillerie und das eigene Fass zu besuchen
Vor wenigen Minuten haben die Teeling-Brüder über Twitter verlautbaren lassen: „The SpiritofDublin is flowing at the Teeling Distillery Newmarket!“ – der Alkohol läuft nun erstmals durch die Destillieranlage in der Teeling Distillery in Newmarket.
Damit haben die Teelings ihren uns gegenüber im letzten Sommer angekündigten Termin für die Inbetriebnahme (St. Patrick’s Day 2015) nur um einige Tage verfehlt. Ein schöner Tag für den irischen Whiskey – Wir gratulieren ganz herzlich!
Nase: Frucht in rauen Mengen; Zitrone, Aprikose, Orangeat und Orangenmarmelade, überreife Ananas. Darüber Zuckerglasur. Sehr vielschichtig, changierend, höchst interessant, mit einem ungestümen Unterton. Und darüber eine leicht florale Note, wie von Jasmin? Nicht gerade ein zahmer Glenrothes.
Gaumen: Im Mundgefühl fast cremig, aber geschmacklich ist da vor allem der Punch von Ingwer, grünem Holz, Zitronat. Hier ist es tatsächlich so, als würde man auf Kumquats beißen, oder auf nicht zu süßes Orangeat. Ein leichtes Prickeln auf den Zungenrändern, hintergründig Töne von hellem Nougat.
Finish: Mittellang, wieder etwas cremig und ölig, Fruchttöne von Orangen und Zitronen, hinten nach pfeffrig und leicht bitter werdend.
Alles in allem: Der ist nicht leise, der Whisky. Ein Mund voll kandierter Orangen und Zitronen, mit ordentlich Ingwer – und keiner, dem man mit ins Nichts gerichtetem Blick nachsinnt. Er hat Wucht, ist interessant – und wenn er ein kleines wenig mehr Balance hätte, bekäme er ein sattes Sehr Gut. So aber geben wir ihm das beste Gut, das wir im Talon haben.
Amerika ist momentan das Boomland für Whisk(e)y – der Bourbon rinnt aus den Fässern wie nie, und auch als Exportmarkt für die Schotten können sich die USA sehen lassen. Serge Valentin verkostet heute amerikanische Whiskeys – und zwar fast durchwegs kostengünstige Standardware.
Dass Bourbon nicht seine höchste Leidenschaft ist, sieht man an den Wertungen – aber sie sind doch alle durchaus ansehnlich. In der nächsten Folge geht es dann mit etwas komplexeren Whiskeys weiter, verspricht Serge.
Jack Daniel’s ‘Old No.7’ (40%, OB, USA, Tennessee Whiskey, +/-2013): 71 Punkte
Jack Daniel’s ‚Single Barrel Select‘ (45%, OB, USA, for The Whisky Lodge Lyon, France, cask #13-5720, 2013): 78 Punkte
George Dickel ‚Tennessee Whisky No. 12‘ (45%, OB, USA, +/-2014): 70 Punkte
Basil Hayden’s (40%, OB, Kentucky straight bourbon, +/-2014): 82 Punkte
Evan Williams ‘1783’ (43%, OB, Kentucky straight bourbon, +/-2014): 77 Punkte
Evan Williams 2004/2014 ‚Single Barrel‘ (43.3%, OB, Kentucky straight bourbon): 81 Punkte
W.L. Weller 12 yo (45%, OB, USA, Kentucky straight bourbon, +/-2014): 83 Punkte
2nd Chance Wheat (47%, OB, USA, Sonoma County Distilling Co., batch #2, 2014): 87 Punkte
Um die Veranstaltungen beim Fèis Ìle ist immer ein ziemliches G’riß, wie der Bajuware sagen würde – und viele davon sind daher sehr rasch ausgebucht. Die Veranstaltungen von Kilchoman bilden da keine Ausnahme. Weil wir wissen, dass doch mehr als nur eine Handvoll unserer Leser zum Fèis Ìle nach Islay fahren werden, hier ein kleiner Tipp: Die Veranstaltungen der Farm-Destillerie Kilchoman können ab heute, 10 Uhr unserer Zeit, auf deren Website gefunden und danach telefonisch gebucht werden (+441496 850011).
Um das ganze halbwegs fair zu gestalten, können pro Person nur zwei Events gebucht werden – und man muss eine kleine Anzahlung überweisen.
Destillerie Kilchoman. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Ein Whisky aus unserer Destillerie des Monats März, Benromach, ist der Mittelpunkt des neuesten Verkostungsvideos von Ralfy. Der Benromach 100 Proof, die 10jährige Fassstärke aus der Gordon & MacPhail gehörenden Speyside-Destillerie sorgt ja in Blogs rund um die Welt für sehr positive Kommentare – und auch das Video von Ralfy bildet hier keine Ausnahme. 90 von 100 Punkten bekommt er hier.
Das gesamte Video von fast 3o Minuten Dauer können Sie auf Youtube sehen – oder wie gewohnt gleich hier bei uns.
Pit Krause hat uns Informationen über das Lineup für die Monster Malt Masterclasses, die er an beiden Tagen beim Austrian Whisky & Spirits Festival in Linz am Wochenende nach Ostern (10. und 11. April) halten wird. Beide Termine können vor Ort oder auf der Site von slowdrink.de gebucht werden. Hier also die Abfüllungen:
1) Warm-up: Schenley ‘Tradition’ 1972 Canadian Rye Whisky, Melcher-Import, 43%(eine rare und total unterschätzte Kategorie stellen alte Rye Whiskys dar, gerade aus Kanada bekommt man hierzulande kaum einmal etwas von Qualität – dieser richtig spannende Starter wird die Tastebuds in Stellung bringen – ihr werdet überrascht sein).
2) Rosebank 1988 Signatory for Feinschmecker, selected by Walter Schobert, 57,1%(Weihrauch und dezenter Torf gepaart mit filigranen Würzaromen, edler Lowland-Zurückhaltung, Gras, Zitrone, gewachstem Apfel und Frische – komplex und einzigartig, ein wahrer Single Malt aus einer gechlossenen Brennerei)
3) Cooley 22 y.o. SMWS 118.3, 1991, 206 btl., 2nd fill Bourbon barrel, 57,9% (absolutes Wahnsinns-Bottling und mit das Beste, was ich in letzter Zeit im Fruchtgenre getrunken habe, mein Lieblingsire bei 93 Punkten – der verweist sogar alte BenRiach und Longmorn in ihre Schranken – Geschmacksexplosion, dazu das Cooley’sche Birnen-Torf-Thema, a perfect dram!)
4) Glenlossie-Glenlivet 19 y.o. Cadenhead’s Authentic Collection, 1978 – 1997, Single Cask, sherrywood matured, 58,7% (Sherryfass-Abfüllungen der Authentic Collection sind immer großartig, und dieser Glenlossie macht keine Ausnahme. Ein Sherrymonster-Malt, ohne dabei plump zu sein: er lässt viele dunkle Früchte, Rum-Rosinen und Schokoladen-Gewürzkuchenaromen aufleuchten und besitzt gerade das richtige Alter, wow!)
5) Bowmore 2004 – 2015 OB ‘Hand-Filled’, 1st fill Sherry butt #1487, 57,5% (von mir persönlich vor wenigen Wochen in den Vaults No. 1 auf Islay handabgefüllt und nur dort erhältlich: die Single Sherry Cask-Variante des ‘Devil’s Cask’ mit dieser filigranen Bowmore-Kompexität und einer wunderbaren Combo aus Islay-Power, rußigem Schwefel und dunklen Beeren – diese Abfüllungen sind zurecht Kult)
6) Ardbeg OB ‘Supernova’ SN2014 Committee Release, 55% (diese rare Committee-Abfüllung mit stärker getorftem Malz – 100 ppm statt 56 – erinnert mich stark an die Ardbegs aus den frühen 1970ern, als noch selbst gemälzt wurde, und zwar ohne Ventilator, was die schweren Jod- und Torfaromen hervorbrachte. Wirklich ein großer Wurf, der in eine leuchtende Ardbeg-Zukunft weist, und ein optimaler Abschluss unseres Tastings – a legend in the making!)
Malt Maniac Pit Krause – Copyright Ernst J. Scheiner 2014.
Die letzte Ausgabe der Kilkerran Work in Progress-Serie aus der Glengyle-Destillerie, Kilkerran WIP7, ist angekündigt worden und sollte am 21. Mai 2015 beim Tag der offenen Tür der Campbeltown-Destillerie zum ersten Mal zu verkosten sein. Neu ist in dieser Doppelausgabe (die es seit WIP5 gibt), dass die Bourbon-Wood-Abfüllung in Fassstärke kommt, und zwar mit 54.1%. Die Sherrywood-Ausgabe ist wie üblich mit 46% in die Flasche gekommen. Die Etiketten sind in kräftigem Hellblau gehalten.
In unseren Breiten sollte sie dann Ende Mai oder Anfang Juni zu bekommen sein.
Am letzten Samstag baten wir unsere Leserschaft um Mithilfe – es galt, das Alter und die Echtheit einer Flasche Bell’s zu klären. Und uns wurde geholfen. Unser Leser mit dem Pseudonym Bloedz trug unser Anliegen in das Forum von whisky.de. Dort fanden sich dann auch recht schnell hilfreiche Posts, jetzt wissen wir mehr.
Es war früher in Schottland durchaus üblich, Whisky-Flaschen ohne Hinweise auf Alkoholgehalt und Flaschenvolumen auszuliefern. Dies ergänzte der Importeur mittels eines eigenen, dann auf der Flasche angebrachten Etiketts. Bloedz fand auf der Website Whiskyparadise eine ähnliche Abfüllung für den italienischen Markt aus den Sechzigern. Allerdings wurde der Verschluss, wie ihn unsere Flasche aufweist, in den Achtzigern verwendet. Und User Mel*84 bestätigte diese Vermutung – sein Bell’s stammt aus diesem Jahrzehnt und das Etikett ist fast identisch.
Längere Recherchen bei WhiskyAuction brachten dann doch noch eine vergleichbare Flasche zu Tage. In der Auktion 02 2014 wechselte solch ein Bell’s den Besitzer – für 18 €. Von der Vorstellung des unendlichen Reichtums durch diesen Kellerfund muss sich verabschiedet werden. Uns bleibt dann nur noch, diesen Blend früherer Tage zu probieren. Wir werden ihn an unserem Stand auf der Whisky-Fair Rhein Ruhr öffnen und gerne dort mit unseren Leserinnen und Lesern teilen.
Bei den World Whisky Awards in London vor einer Woche ist der taiwanesische Kavalan-Whisky zum weltbesten Whisky gekürt worden – wir berichteten hier darüber. Heute möchten wir Ihnen in unserer sonntäglichen Videorubrik einige Aufnahmen über die Destillerie zeigen, die wir auf Youtube gefunden haben. Es ist ein offizielles Video der Destillerie, das aber seit gut 18 Monaten seltsam fast ohne Beachtung blieb.
Das liegt vielleicht auch daran, dass der fünfminütige Clip nicht nur durch seinen Inhalt interessant ist, sondern auch durch seine Machart heraussticht. Sie mag uns Europäern manchmal vielleicht etwas fremd vorkommen, aber unserer Meinung nach verdeutlicht sie einfach die Unterschiede in der Mentalität und in der Sicht auf die Dinge, die wohl auch in den Whisky einfließen. Nehmen Sie sich also die Zeit und blicken Sie mit anderen Augen auf die Destillerie…
In 14 Tagen findet zum zweiten Mal die Whiskyfair Rhein Ruhr statt. Vom Veranstalter haben wir einen Pressetext erhalten, den wir Ihnen hier ungekürzt präsentieren:
Auf der Whiskyfair Rhein Ruhr 2015 am 11. und 12. April 2015 in Düsseldorf lassen sich Whiskys für jeden Geschmack und Herkunft entdecken. Bei der zweiten Whisky-Messe für Privatkunden, in Düsseldorf / Nordrhein-Westfalen mit über 30 Ausstellern, ist der Geruchs- und Geschmackssinn beim Testen der ausgestellten Whiskysorten gefragt. Denn auch dieses Jahr können die Messebesucher in der Classic Remise Düsseldorf in die Welt der Single Malt Whiskys eintauchen. „Die Whiskyfair-Rhein Ruhr ist schon durch den Standort eine Veranstaltung mit einem absoluten Alleinstellungs-Merkmal“, freut sich Thilo Marquaß von der Rolf Kaspar GmbH als Ausrichter der Messe. Alle Informationen zur dieser außergewöhnlichen Messe finden sich unter: www.whiskyfairrheinruhr.de
Der den Samstag-Vorverkauf für den 11.04.2015 wird am kommenden Samstag, 28.03.2015 geschlossen, so dass es nur ab Sonntag, 29.03. die Möglichkeit geben wird, Sonntagskarten für den 11.04.2015 im Vorverkauf zu erwerben. Samstags-Karten gibt es dann nur noch an der Tageskasse am 11.04.2015.
Wer hat noch Lust das Chapter7-Tasting (Deutschland-Premiere) zu buchen am Messe-Samstag (11.04.2015) mit richtig guten, wertigen Einzelfass-Abfüllungen?
Julia Nourney wird moderieren und Selim Evin, der Inhaber von Chapter7, wird ebenfalls dem Tasting beiwohnen und Fragen in englischer Sprache beantworten.
Jetzt ist es offiziell: In einer Aussendung an die Committee-Member hat Ardbeg für den Ardbeg Day am 30. Mai den Ardbeg Perpetuum angekündigt. Momentan gibt es ihn bereits in der Destillerie direkt, als Destillerieabfüllung und einem eigenen Aufdruck am Label, in einer Abgabemenge von höchstens zwei pro Member.
Wir sind gespannt, ob die Distribution an die Committe-Member in diesem Jahr friktionsfreier läuft, als das im letzten Jahr in manchen Ländern der Fall war.
In dieser Woche schlug ein Post im Blog von The Whisky Exchange ziemlich hohe Wellen. Stuart hatte die Gelegenheit, sich mit Nick Morgan von Diageo zu unterhalten. Thema des Gesprächs: No Age Statement (NAS) Whisky. Und schon zu Beginn rollte Diageo’s „Head of Whiskies“ mit den Augen und hielt mit seiner Meinung über die Debatte über diese Abfüllung nicht hinter dem Berg:
„What does Morgan make of the negative feedback? ‘Sadly, I think a lot of the more intemperate and ill-informed views seem to come from people who have been in the category for a short amount of time, with not much understanding of how the whisky industry works,’ he says. ‘A lot of the comment is driven by hot-headed ignorance.“
Kurz und knapp übersetzt: an dieser Debatte beteiligen sich hauptsächlich Leute, die sich erst seit Kurzem mit Whisky beschäftigen und daher nicht sehr viel Ahnung haben wie die Whisky-Industrie funktioniert. Daher kommen dann auch diese maßlosen Ansichten ohne Hintergrundinformationen, ein großer Teil der Kommentare ist auf hitzköpfige Unwissenheit zurückzuführen.
Starke Worte, die natürlich im Blog von The Whisky Exchange selbst als auch im Web selbst nicht ohne Widerspruch bleiben. Claus Rasmussen hält in seinem Blog The Malt Desk Nick Morgan die Ergebnisse einer Marktuntersuchung von Pernod Ricard aus dem Jahr 2010 vor und wirft noch „Markentreue“ in den Ring.
Auch Dominic Roskrow beteiligt sich an der Debatte. Er weiß nicht genau, wo er anfangen soll und beginnt erst einmal an drei Punkten. Neben der Frage, warum es zur fehlenden Altersangabe auch noch einen Preisaufschlag gibt, führt er einige sehr gute NAS Whiskys. Doch gerade der Travel Retail Bereich hat sich seiner Meinung nach zum Hort der schlechten NAS Whiskys entwickelt. Zum Schluss rückt er gerade, dass die Kritik nicht nur von den kleinen Online-Bloggern kommt. Sondern auch von Menschen, die sich schon sehr lange sich mit Whisky beschäftigen und auch verstehen, wie die Whisky-Industrie funktioniert, namentlich Jim Murray, die Malt Maniacs und natürlich er selbst. Und er ist noch nicht am Ende seiner Argumentation angekommen. Dominic scheint nur kurz Luft holen zu müssen, ein zweiter Teil ist angekündigt.
Oliver Klimek geht das ganze Thema eher wissenschaftlich an und sucht Freiwillige und Interessierte für ein Blind Tasting. Es soll untersucht werden, wie sich NAS Whisky geschmacklich gegenüber Whiskys mit Altersangabe behaupten können. Es erinnert ein wenig an die Untersuchung zur Kühlfilterung von Horst Lüning. Doch der Geschmack ist beim Thema NAS Whisky nur ein Aspekt unter vielen.
Da können wir sehr froh sein, dass hier einer die Ruhe behält und ganz er selbst ist. Am International Whisky Day interviewt der Whiskysponge denjenigen, der sich am besten zu diesem Thema äußern kann: Den Whisky selbst. Im Gespräch zweier Metaphern dreht es sich nicht nur um das Phänomen No Age Statement. Whisky kennt es schon von früher und hat ihn/sie/es noch nie gestört. Nur an diese neuen seltsamen Namen kann er/sie/es sich nicht gewöhnen. Eher sorgt Whisky sich darüber, in Limburg wieder in einem Glas, welches an einem Band um den Hals befestigt, zwischen zwei verschwitzten Männer-Brüsten über die Messe getragen zu werden.