Die Highland Destillerie Tomatin hat heute ein verfremdetes Bild mit zwei neuen, demnächst erscheinenden Abfüllungen veröffentlicht. So richtig sicher, was es sein wird, kann man sich auf Grund der Abbildung noch nicht sein, aber das muntere Raten kann bereits beginnen.
Also: Was hat Tomatin für uns in petto?
Nachtrag: Etwas mehr haben wir schon herausgefunden: Links ist ein neuer Standard-Tomatin, rechts ist ein neuer Cu Bocan).
Chivas hat seinem Blend Royal Salute 21yo ein Facelift verpasst, berichtet The Billionaire heute. Die neuen Flaschen wird es in drei Farben (Saphir, Rubin und Smaragd) und in den passenden Samtbeuteln dazu geben. Die Flaschen selbst tragen Gravuren von Löwenköpfen und Kanonenrauch.
Das neue Design wird mit 1. 2. 2015 auf dem Markt eingeführt.
The Drinks Report berichtet über einen exklusiven Launch eines neuen Aberfeldy im Travel Retail, und zwar – wie wohl zu erwarten bei so einer Edition – im südostasiatischen Raum. Der Aberfeldy Gold of Pitilie 28yo kommt in einer massiven Überverpackung und mit 22 Karat – Goldapplikationen daher – die acht erhältlichen Flaschen werden je 4.000 Dollar kosten.
Die 8 Flaschen sind tatsächlich alles, was aus dem Fass aus dem Jahr 1985 für diese Serie entnommen wurde – der Rest wird wohl als Bestandteil anderer Whiskys enden. Es ist laut Angaben von Bacardi die älteste Originalausgabe aus der Destillerie in der 116jährigen Geschichte des Hauses – und tatsächlich sind uns nur vier unabhängige Abfüllungen bekannt, die älter wären – und deren Veröffentlichung liegt nun fast 10 Jahre und mehr zurück…
Der japanische Whiskypionier Takeshi Taketsuru, Sohn von Masataka und Rita Taketsuru, den Begründern der japanischen Whiskytradition, ist laut einem Bericht von The Spirits Business im Alter von 90 Jahren verstorben. Takeshi Taketsuru hat fast sein gesamtes Berufsleben in der Nikka Whisky Distillery verbracht und diese zu einem Betrieb von Weltruf ausgebaut.
Takeshi Taketsuru ist bereits am 17. Dezember des Vorjahres verstorben. Er überlebte seine beiden Kinder.
Die Nachricht war erwartbar – denn die Wemyss-Gruppe, Whiskyfreunden bekannt in ihrem Teilsegment als unabhängiger Abfüller und Besitzer der neu errichteten Kingsbarns Distillery, hat eben für letztere eine Menge Investitionen getätigt und damit den Gruppengewinn geschmälert: Wie Herald Scotland berichtet, fiel der Gewinn vor Steuern von 8.44 Millionen Pfund 2013 auf 3.77 Millionen im Jahr 2o14.
Die Wemyss-Gruppe ist allerdings wesentlich breiter aufgestellt als nur im Scotch-Geschäft: Zu ihr gehören Grundstücke, Baufirmen, Landwirtschaft und auch erneuerbare Energien. Die Gruppe hat der Kingsbarns Distillery einen Kredit von 1.54 Millionen Pfund für die Errichtung und den Betrieb gegeben.
“William Wemyss (links) und Douglas Clement (rechts) heben das Glas auf ihre neue Destillerie
Unser Leser U. L. hat uns per Mail mit einigen Fragen zu seinem in Bälde stattfindenden Edinburgh-Aufenthalt kontaktiert – und zwei unserer Redakteure haben ihm darauf mit ihren Ideen und Vorschlägen geantwortet. Hier die Mail mit den Fragen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Im März habe ich die Möglichkeit im Rahmen einer 3 tägigen Mitarbeiter Exkursion Edinburgh zu besuchen (mein Englisch auffrischen).
Können Sie da gute Whiskygeschäfte empfehlen. Ich dachte da ev. an Cadenhead.
Auch bin ich immer an einen guten Mortlach interessiert. Gibt es da eine Möglichkeit ein Geschäft zu finden, welches Adelphi vertreibt?
Lohnt sich „the Scotch Whisky Experience“ oder ist das eher für Touristen.
Können sie an Sehenswürdigkeiten, außer der Burg noch was anderes empfehlen?
Gibt es ev. eine Distillery in der Nähe ?
Vielen Dank
mit freundlichen Grüßen
Edinburgh, Bild von Christian Bickel (2005), CC-Lizenz
Redakteur Reinhard Pohorec hat ihm so geantwortet:
Einen schönen guten Abend!
Ich bin so frei und melde mich einmal mit ein paar Tips und kleinen Hinweisen:
SWE: in der Tat „touristisch“ und etwas klischeelastig, aber dafür exzellent gemacht und den Besuch jedenfalls wert. Auch kann man am Ende der Tour einen Einblick in den großen Shop werfen. Dazu sieht man immerhin eine der beeindruckendsten Flaschensammlungen der Welt sowie die größte Bottle überhaupt. Auch die Guides spielen immer eine gewisse Rolle. Scheuen Sie jedenfalls nicht vor vielen Fragen, viel Kommunikation und dann geht man bestimmt auf Sie ein.
Glenkinchie ist die am nächsten gelegene Destillerie!
Bezüglich Shops würde ich die Royal Mile / High Street rauf‘ und runter laufen, unvoreingenommen Treiben lassen, stöbern, genießen ist hier das Motto. Folgen Sie Ihrer Nase und den lieben kleinen Schaufenstern…
Holyrood House / Palace ist sehr schön, reicht aber von außen.
Halbwegs feste Schuhe einpacken und auf den Arthur’s Seat spazieren. Der Blick ist unbezahlbar, vor allem wenn ein wenig Sonne scheint.
Britannia sehr nett, ein Stück Geschichte!
Darf ich mir erlauben Ihnen auch noch ein paar Restaurants und Bars ans Herz zu legen, sofern Sie Zeit finden und Interesse an einem guten Schluck haben (es muss nicht immer ein purer sein) 😀
Essen: The Kitchin (von Tom Kitchin) oder Castle Terrace, der Mann ist top und spielt „local“ auf ganz neue und spannende Art.
Trinken: Bramble Bar, Panda & Sons, The Bon Vivant (auch exzellentes Bar Food zum Teilen!), Tigerlily, The Voodoo Roms (nicht überdrüber aber spannend zu sehen, nettes Konzept)
Nun, fürs Erste hoffe ich etwas helfen zu können. Meine lieben Kollegen haben vielleicht auch noch eine Ergänzung?
Mit den besten Grüßen und Spirits,
Reinhard Pohorec
Und auch Redakteur Dirk Piesczek hat einige gute Tipps für unseren Leser:
Whisky-Shop in Edinburgh: Da muss auf jeden Fall Royal Mile Whiskies genannt werden. Der Name lässt es vermuten: Dieser Shop befindet sich auf der Royal Mile und ist fast nicht zu verfehlen. Der Cadenhead Shop befindet sich ebenfalls auf der Royal Mile, Richtung Parlament.
Trinken: The Bow Bar – ein Pub mit einem guten Bier- und Whisky-Angebot inmitten der Altstadt
Sehenswürdigkeiten: Auf jeden Fall ins Edinburgh Dungeon. Es gibt verschiedene Touranbieter, eine Buchung im Voraus ist ratsam.
Letztlich wäre das Internet aber nicht das Internet, wenn wir damit den Wissensaustausch nicht auf eine weitaus breitere Ebene heben könnten, nämlich durch Ihre Antworten. Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion auf unserer Webseite und teilen Sie Ihre Edinburgh-Tipps mit dem Fragesteller – und damit mit allen unseren Lesern. Wir freuen uns auf Ihren Input!
Als Begleitung zu den Music Awards wählte Serge Valentin für die heutige Verkostung auf Whiskyfun zwei Whiskys aus der Speyside-Brennerei Balmenach. Der Achtjährige des Indies Single Cask Collection wurde im letzten Jahr abgefüllt, das Rumfinish hinterließ deutliche Spuren im Geschmacksprofil – ein wenig Wasser lässt ihn laut Serge zum schottischen Mojito werden. 44 Jahre zuvor wurde der zweite Kandidat destilliert. Für seine Reifung durfte er weit mehr Zeit in Anspruch nehmen, dazu kam noch ein längeres Verweilen in der Flasche – auch dies wird einen weiteren Einfluss gehabt haben. Die beiden Balmenachs in der Übersicht:
Balmenach 8 yo 2006/2014 (55%, Single Cask Collection, rum finish) 82 Punkte
Balmenach-Glenlivet 1962/1983 (92 US proof, Duthie for Narsai’s and Corti Brothers, USA) 91 Punkte
Balmenach Destillerie, Foto von Iain Macaulay, CC-Lzenz
Fünf neue Ardbeg wird es 2015 vielleicht oder vielleicht auch nicht geben, wie wir bereits berichteten, hier wollen wir Ihnen nochmals gesammelt die Flaschenetiketten für die US-Releases dazu vorstellen – aber sie werfen nach wie vor einige Fragen auf.
Zunächst einmal ist hier der Ardbeg Bicentennial, mit 49.2% abgefüllt und (leider) NAS, also No Age Statement.
Dann der Ardbeg Atmosphere, ebenfalls mit 49.2% abgefüllt und ohne Altersangabe
Nummer drei in der Riege ist der Ardbeg Continuum, ein dritter NAS mit 49.2%:
Nummer 4, der Ardbeg Perpetuum, mit 47.4% abgefüllt und wieder – wie langweilig – ohne Altersangabe:
Und der fünfte im Bunde, der Ardbeg Anniversary. Er hat wiederum 49.2% und keine Altersangabe, ist aber ein Committee Release.
Was fällt auf? Bis auf den Perpetuum sind alle mit 49.2% abgefüllt, kein einziger (!) kommt mit einer Altersangabe – und die Tasting Notes auf den Rückseiten lesen sich alle gleich. Und zwar haargenau gleich.
Wir stellen also nochmals die Frage: Sind das wirklich 5 verschiedene Abfüllungen? Oder nur 2? Wollen uns die Marketingleute von Moet Hennessy, die sich über die Quellen der Fans bei den Behörden in den USA ärgern, einfach nur nasführen? Vielleicht wissen wir nach den Feiertagen dann mehr…
Ralfy hat ihn zu seinem Whisky des Jahres 2014 erklärt (siehe hier) – jetzt kommt, gerade veröffentlicht, sein Video mit den Verkostungsnotizen zu ihm, dem Benromach 10yo, dem Speysider aus der Destillerie von Gordon & MacPhail. Ehrlich, unverfälscht, eigenständig und bemerkenswert ausgereift für seine 10 Jahre. Entsprechend die Wertung: 89 von 100 Punkten. Auch die Verpackung findet lobende Erwähnung (vor allem, dass der Deckel auch als repräsentativer Flaschenständer herhalten kann). Zwanzig in Ralfy’s ganz eigener Art ausschweifende und dennoch interessante und unterhaltsame Minuten, entweder hier oder auf Youtube:
Die Franzosen sind weltweit die größten Whiskykonsumenten – dass mittlerweile auch einige sehr interessante Whiskys in Frankreich produziert werden, ist in unseren Landen selbst unter Whiskyfreunden eher weniger und nicht in der ganzen Bandbreite (mittlerweile gibt es 25 verschiedene Produzenten) bekannt.
Wir haben für Sie auf Youtube ein Video gefunden, das in gut 5 Minuten Whisky in Frankreich vorstellt und Ihnen vielleicht Lust machen kann, einmal einen dieser für uns „exotischen“ Tropfen zu genießen. Zwar widmet sich der Hauptteil des Videos eines „Whiskys“, der sich auf Grund des während der Fermentation zugesetzten Zuckers nicht Whisky nennen darf, aber dennoch ist das Video nicht nur für Frankophile interessant. Jedenfalls verdient es einen Platz in unserer sonntäglichen Reihe von Videos über Whisky.
Auch beim französischen Whisky gilt wie bei Whisky aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Es wäre unfair, ihn mit den Schotten zu vergleichen, denn diese Whiskys sind eine eigene Kategorie und bemühen sich auch nicht, im Geschmack den Schotten 1:1 nachzueifern. Sie wollen ein eigenständiges, gutes Produkt sein – und immer öfter gelingt ihnen das. Jetzt aber viel Vergnügen mit dem Video:
Die schottischen Whiskydestillerien sind auf amerikanische Bourbon-Fässer angewiesen. Kingsbarns verwendet für seinen New Make Fässer aus der Heaven Hill Distillery (unter anderem produzieren sie den ausgezeichneten Elijah Craig Bourbon). Auf diesem Bild, dass die Destillerie heute gepostet hat, sieht man die Fässer unter der Januarsonne in den Lowlands neben der Destillerie auf ihre Bestimmung warten und hier können Sie sehen, wie sie Anfang November angeliefert wurden)…
Nach dem Zerwürfnis mit Balcones geht Chip Tate, deren ehemaliger Gründer und Master Distiller, seinen eigenen Weg. Laut einem Bericht der texanischen Waco Tribune hat er sich im Gebäude nahe dem Waco Regional Airport eingemietet oder -gekauft und wird dort noch heuer Brandy produzieren – und so schnell wie möglich natürlich auch Whiskey. Dem „handgemacht“ bleibt Chip Tate natürlich treu, auch seine sechs Brennblasen aus Kupfer werden also von ihm handgefertigt sein.
Der Firmenname macht deutlich, dass Tate die Kontrolle über sein Unternehmen diesmal nicht aus der Hand geben will, dass er jedoch auf Partner für die Zusammenarbeit angewiesen sein wird. Eine Bank unterstützt ihn finanziell, er wird aber der Hauptfinanzier des Unternehmens sein. Aus gesicherter Quelle wissen wir, dass Chip Tate eine Zeit lang mit dem Gedanken spielte, die neue Destillerie über Crowdfunding zu finanzieren – davon scheint er jetzt aber abgekommen zu sein.
Die Pläne für die neue Destillerie sind im Artikel ausführlich und offen beschrieben – wer sich also für amerikanische Whiskeys interessiert (und diese werden auch am europäischen Markt in Hinkunft unserer Meinung nach mehr und mehr Bedeutung erlangen), findet darin interessanten Lesestoff.
Chip Tate – Balcones Distillery (Bildrechte bei der Balcones Distillery)
Nicht direkt whiskybezogen ist diese Nachricht, aber für das Land, aus dem unser aller liebstes Getränk stammt, von nicht minder großer Bedeutung wie das Geschäft mit dem Wasser des Lebens: Die schottische Ölindustrie steht laut einer Analyse der Lobbygruppe Brindex kurz vor dem Zusammenbruch, berichtet die österreichische Tageszeitung Der Standard. Auch wenn diese extrem pessimistische Ansicht nicht von allen geteilt wird: Experten erwarten heuer durch den anhaltend niedrigen Ölpreis den Verlust von 5.000 bis 10.000 Arbeitsplätzen und den Wegfall von jeder Menge Steuereinnahmen.
Die erwarteten hohe Steuereinnahmen aus dem Ölgeschäft waren übrigens ein wichtiges Argument der Unabhängigkeitsbefürworter. So hat jetzt nicht nur die britische Regierung, sondern auch die schottische Nationalpartei damit zu kämpfen…
Ölplattform in der schottischen Nordsee. Foto von Christensen, CC-Lizenz
Zwei unabhängige Abfüllungen verkostet Serge Valentin heute auf seiner Site Whiskyfun: Einen Allt-A-Bhainne von Chapter 7, der bei ihm als eher mittelprächtig, aber mögenswert eingestuft wird, und einen ebenso ordentlich, aber nicht enthusiastisch benoteten Braeval von The Pearls of Scotland.
Allt-A-Bhainne 18 yo 1995/2014 (59.2%, Chapter 7, bourbon hogshead, cask #166300, 264 bottles): 81 Punkte
Braeval 1991/2013 (52,9%, The Pearls of Scotland, cask #95119, 228 bottles): 82 Punkte
Destillerie Allt A Bhaine. Bildrechte bei Lars Pechmann.