Unser heutiger Adventswhisky kommt aus der Destillerie Arran von der gleichnamigen Insel. Der Arran Robert Burns 43% wird ohne Altersangabe abgefüllt. Silvia Behrens und Bernhard Rems haben diesen Single Malt gemeinsam verkostet.
Nase: Zitrone, Apfelschale, Vanillegebäck. Eine gewisse Süße, die aber von Getreidegeruch überlagert wird. Man riecht, dass der Whisky relativ jung ist.
Gaumen: Wir schmecken Honigdrops, Vanille, aber auch pfeffrige Noten, etwas Scharfes, fast chiliartiges. Irgendwie ist alles sehr einfach gehalten, eindimensional.
Finish: Lang, aber nicht unbedingt am Gaumen, da ist es sehr kurz. Lang ist es im Bauch, hier bleibt ein Brennen liegen. Die anfängliche Süße am Gaumen verfliegt rasch, es bleibt das Pfeffrige im Bauch.
Alles in allem: Das „geht so“ erzittert sich dieser Whisky gerade noch. Ein flacher, scherenschnittartiger Whisky, der unserer Meinung nach nicht wirklich interessant ist. Arran bietet gute Abfüllungen – der Robert Burns ist eher am untersten Ende angesiedelt.
Das Schöne am Adventkalender ist, dass man sich immer auf das nächste Türchen freuen kann. Dann: Bis morgen!
Die ersten Releases der Warrior-Serie von Highland Park haben Serge (und andere) nicht wirklich begeistert. Jetzt sind auf Whiskyfun die Verkostungsnotizen zu den beide letzten (und teuersten) Kriegern zu lesen, zusätzlich zu einer über eine unabhängige Abfüllung. Hier schaut es mit den Punkten (aber natürlich auch mit den Preisen) schon anders aus:
Highland Park ‚Sigurd‘ (43%, OB, travel retail, 70cl, 2013): 85 Punkte
Highland Park ‚Ragnvald‘ (44.6%, OB, travel retail, 70cl, 2013): 90 Punkte
Highland Park 28 yo 1985/2013 (48.3%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 252 bottles): 90 Punkte
Die Abstimmung für unseren Fotowettbewerb sollte eigentlich heute starten. Allerdings hat das Abstimmungsmodul uns jetzt gezeigt, dass auch um teures Geld erworbene Software nicht fehlerfrei funktioniert, wenn es darauf ankommt. Wir haben daher die Abstimmung schweren Herzens derweilen ausgesetzt, bis wir das Problem mit dem Autor des Moduls gelöst haben und bitten um Ihr Verständnis. Sollte es etwas Neues geben, informieren wir Sie natürlich sofort. Nochmals: Sorry!
Ein Mann und sein Kreuzzug: „Whiskypapst“ Jim Murray, Autor der Whiskybibel (die z.B. Glenmorangie Ealanta heuer zum besten Whisky weltweit gekürt hat), lässt mit einem Statement aufhorchen: Laut einem Bericht des Daily Telegraph findet Jim Murray Bourbon besser als Scotch. Er begründet dies damit, dass manche Fässer heutzutage mit Schwefelkerzen behandelt werden, was dem Whisky einen unangenehmen Beigeschmack verleihen soll. Seiner Meinung nach wären 30% der Menschen nicht fähig, diesen Beigeschmack zu erkennen – er bliebe von ihnen unbemerkt. Die beste Destillerie der Welt, so Jim Murray, sei zur Zeit Buffalo Trace.
Die Thesen von Jim Murray sind weder neu noch sonderlich originell – er vertritt die Schwefeltheorie seit mehreren Jahren. Und er findet damit in der Gemeinschaft der Whiskytrinker relativ wenig Beifall. Im Gegenteil: die Situation rund um Jim Murray und dem nicht überbordend liebevollen Verhältnis zwischen ihm und einigen schottischen Destillerien kennend, nimmt man in der Community seine Wertungen immer öfter mit dem, was der Engländer höflichst mit „a grain of salt“ umschreibt…
Ian MacLeod Distillers investieren weiter in ihre 2011 erworbenen Speyside-Destillerie. nachdem in diesem Jahr die Produktion wieder angefahren wurde, ist nun eine Erweiterung der eigenen Lagerkapazitäten geplant. The Spirits Business berichtet, dass die Finanzierung dieses Projekts durch einen bedeutenden Kredit der Bank of Scotland gesichert wird. Die sechs zusätzlichen Lagerhäuser sollen 2015 fertiggestellt sein und die Wachstumspläne und weitere Exportverkäufe ermöglichen. Speziell den asiatischen Markt haben Ian MacLeod Distillers im Auge. Im Jahr 2010 wurde eine ausländische Tochtergesellschaft in Indien gegründet, diese sieht in den Schwellenländern Dubai, Bahrain, Indien und Malaysia eine erhöhte Nachfrage.
Whiskyfreunde schauen hin und wieder gerne mal über die Grenzen und den Tellerrand – denn auch andere Länder haben interessante Malts. So zum Beispiel Schweden. Serge Valentin hat sich zweier schwedischer Whiskys in der heutigen Verkostung angenommen, und findet durchaus Interessantes:
Spirit of Hven Seven Stars No.1 (45%, OB, Dubhe Single Malt Whisky, Sweden, +/-2013): 75 Punkte
Smögen 3 yo 2010/2013 ‚Primör‘ (63.7%, OB, Sweden, casks #5 & 14-21): 83 Punkte (die erste Abfüllung dieser Destillerie überhaupt)
Wäre schön, wenn solche Malts auch ab und an in unseren Fachgeschäften auftauchen könnten…
Wieder geht es nach Irland. Hinter dem achten Türchen verbirgt sich der zweite Ire nach dem unlängst verkosteten Tyrconnell: Der Jameson in der Standardabfüllung. Weltweit ist er der Inbegriff des irischen Whiskeys – Silvia Behrens und Bernhard Rems verkosten ihn um zu erfahren, ob er ein guter Botschafter Irlands ist.
Nase: Sofort nach dem Öffnen der Flasche hat dieser Whiskey den Geruch eines frisch zusammengebauten Ikea Möbelstücks – das verfliegt aber nach wenigen Augenblicken und macht Platz für den Geruch einer Schüssel mit reifem Obst, etwas Orangenschale und den Staub in einer Tischlerei. Ein wenig Gras ist auch dabei, aber so richtig greifbar wird das alles nicht.
Gaumen: Trinken wir gerade Whisky oder samtweiches Wasser? Unglaublich sanft kommt der Jameson daher (ist sicher auch seinen 40% geschuldet). Ein wenig bekommt man den Eindruck von frischen Früchten, die aber in Zuckerwasser ertränkt werden. Und eine seltsame Bitterkeit ist ganz hinten, die sich an nichts wirklich anschließt. Eigenartig.
Finish: Kurz, zuerst honigsüß, dann würzig, fast bitter.
Alles in allem: Für uns gibt es bessere Iren. Redbreast zum Beispiel, oder Yellowspot. Der Jameson ist ein wenig beliebig, und wenig aufregend. Die Ecken und Kanten, die sich mit gutem Willen entdecken lassen, sind nicht Charakter, sondern Schwächen. Also nur ein „geht so“.
Wie geht es morgen weiter? Wir freuen uns schon auf die nächste Überraschung…
Gerade mal bis Sonntag abend haben Sie Zeit, Ihr Bild für unseren Fotowettbewerb um die von Kenny Mackay handsignierte Flasche Miltonduff 1989 aus einem hervorragenden Einzelfass und in Fassstärke einzusenden – denn ab Montag wird bereits über den Sieger abgestimmt – aber nicht nur der Sieger kann gewinnen: Jeder Einsender hat eine Chance auf einen Zusatzpreis. Und Mitmachen ist ganz einfach: Sie müssen uns nur ein Foto zum Thema Whisky schicken – und schon sind Sie dabei. Alles Nähere zu unserem Wettbewerb finden Sie hier. Viel Spaß beim Mitmachen und viel Erfolg beim Abstimmen.
Shanken News Daily berichtet, und bezieht sich dabei auf einen Artikel des Whisky Advocate in seiner aktuellen Ausgabe, dass die renommierte Tatlock & Thomson Ltd aus Fife den Bau einer neuen Brennerei plant, welche innerhalb von zwei bis drei Jahren in Betrieb gehen soll.
Das Unternehmen hat sich seit 1891 weltweit auf die unabhängige Analyse für und die Beratung von Produzenten alkoholischer Getränke spezialisiert. Mit ihrer geplanten Anlage wollen sie aber nicht als Produzenten auf dem Whiskymarkt auftreten. Die Destillerie mit einen Jahreskapazität von 100.000 Litern soll von Whiskybrokern und Blendern die Möglichkeit genutzt werden. Der momentane Boom der Whiskyindustrie führt dazu, dass für ihre Arbeit nicht genügend Whisky zur Verfügung steht. Bei Tatlock & Thomson können sie die Brennerei mieten und mit eigenem Personal nutzen oder nach ihren Spezifikationen brennen lassen.
Der Einbruch der schottischen Whiskyindustrie in den 80er und 90er Jahren führte nicht nur zur Schließung einiger Destillerien und Reduzierung der Produktion und natürlich auch des Personals insgesamt. Zwangsläufig wurden auch weniger Menschen für einen Job in der schottischen Whiskyproduktion ausgebildet. Die neue Brennerei soll auch speziell kleineren Unternehmen helfen, die nicht über die entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten verfügen.
Neuer Tag, neues Tasting im Rahmen unseres Adventkalenders. Hinter dem heutigen Türchen findet sich eine Miniatur aus Campbeltown, der 12jährige Hazelburn. Aus der selben Destillerie wie Springbank oder Longrow stammend, hat er doch einen ganz eigenen Charakter, wie Silvia Behrens und Bernhard Rems in den Verkostungsnotizen festhalten.
Nase: Die Nase beginnt sehr intensiv, fast stechend – wir finden dann getrocknete Früchte auf Nussteig, Zitronenaroma und etwas Pfeffriges. Auch eine malzige Süße ist da zu spüren.
Gaumen: Wieder sind geriebene Nüsse da, Trinkschokolade, dazu Noten von Chili und ganz, ganz hintergründig etwas Salz. Auch hier keinerlei Zurückhaltung, das Ganze tritt sehr kräftig an. Ist da etwas Kaffeepulver?
Finish: Ziemlich lang, mit Gewürzen, wieder Schokolade, dann bitter werdend.
Alles in allem: Der Hazelburn 12yo ist kein Freund der feinen Klinge. Kraftvoll kommt er daher, den Campbeltown-Charakter trägt er nur peripher mit sich mit. Unkompliziert möchte man ihn nennen, und in dieser Unkompliziertheit ist er durchaus gut.
Auch morgen öffnen wir wieder eine Tür des Adventkalenders und sind schon gespannt darauf, was wir darin finden werden…
Man verzeihe die gewisse Unschärfe, aber bei diesem Motiv ist es kein Wunder, wenn dem Fotografen ein wenig die Hände zittern: Ein Macallan 1965 Cream Sherry vor einem überaus romantischen offenem Feuer. PS: Für die Vorweihnachtszeit sind sherrylastige Whiskys wahre Stimmungsbringer. In diesem Sinne: genießen Sie das herannahende Wochenende…
Nachdem im Mai schon der Posten des Destillerie Managers mit Graeme Bowie besetzt werden konnte, ist jetzt bekannt geworden (was schon länger als Gerücht umherschwirrte), dass ab dem 3. Januar nächsten Jahres der nicht weniger wichtige Posten des Assistant Distillery Manager mit Mark Giesler, a.k.a. The German Grouse, besetzt wird.
Mark Giesler arbeitet seit September 2008 als Mashman, Stillman & Warehouseman bei Glenturret und wird das Team der Adelphi-Destillerie verstärken.
Glen Grant’s Master Distiller Dennis Malcom entwickelt sich langsam zum Dauergast bei uns auf Whiskyexperts. Schon im Mai konnten wir ihn anlässlich seiner sehr persönlichen Abfüllung „Glen Grant Five Decades“ interviewen. Am Rande der InterWhisky in Frankfurt nutzten wir die Gelegenheit, über seine Arbeit und deren Entwicklung in den letzten Jahren ein wenig mehr zu erfahren.
Whiskyexperts: Hat sich Ihr Beruf über die Jahre verändert und wenn ja, wie?
Dennis Malcolm: „Er hat sich insoferne verändert als eine ganze Menge Automation in den Prozess eingezogen ist. Mir ist völlig klar, dass sich das Rad der Zeit dreht: Die Zukunft ist schon híer. Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit auch etwas von der Vergangenheit schütze – um die Zukunft zu sichern. Ich sage immer zu jungen Leuten und zu mir selbst: Wenn der Wandel kommt, versuche in der Zeit des Wandels am Steuer zu sein. Dann kannst Du die Richtung so bestimmen, wie Du willst.“
Whiskyexperts: Einige Leute sagen, Whisky schmeckt heute generell anders als vor 30 Jahren, selbst dann, wenn er aus der selben Destillerie kommt. Stimmen Sie dem zu – und wenn, was könnte der Grund sein?
Dennis Malcolm: „Dem stimme ich nicht zu denn: wenn man die Kontrolle über den kompletten Produktionsvorgang in seiner Anlage hat, und wenn man die Parameter nicht verändert, was sollte sich ändern? Die Zutaten sind gleich, die Form der Brennblase ist unverändert, die Parameter im Prozess sind nicht anders geworden und die Fassarten, die man verwendet, haben sich nicht verändert – also was sollte anders geworden sein? Nein, da kann ich nicht zustimmen. Ich kann meine Hand zum Schwur heben und sagen: Der Whisky, den wir in Glen Grant machen, der Single Malt, den wir dort herstellen seit ich dort bin; er ist der Gleiche. Keine Veränderung.“
Whiskyexperts: „60% des Geschmacks und der Charakteristik des Whiskys kommt vom Holz des Fasses“. Die Auswahl der Fässer und deren Management sind wichtige Faktoren in der Whiskyherstellung. Sind sie darin involviert und wie hanfdhaben sie das?
Dennis Malcolm: „Das Management der Fässer ist tatsächlich der Schlüssel, so wie Form der Brennblase, die den Charakter des Spirits definiert. Ich kaufe alle Fässer bei Glen Grant ein. Ich definierte die Prozentzahl jedes Fasstyps, den wir lagern. Und wenn wir etwas auswählen, das sagen wir 18-20 Jahre alt sein soll, dann schaue ich mir ALLE entsprechende Fässer an. Gerade jetzt mache ich dasn, weil wir daran denken, eine neue, ältere Abfüllung von Glen Grant zu veröffentlichen.“
Whiskyexperts: Wie würden Sie den Hausstil von Glen Grant beschreiben?
Dennis Malcolm: „Auch über die Farbe. Und die ist ein helles Gold. Ich versuche, eine konsistente Farbe zu erhalten. Ich möchte die Leute nicht verwirren, und von haselnussbraun in einem Jahr zu geld im nächsten Jahr wechseln. Ich möchte eine konsistent helle, goldene Farbe. Ich möchte, dass wir für einen trockenen, fruchitigen Whisky mit einem nussigen Finish stehen. Das ist Glen Grant auf den Punkt gebracht.“
Dufftown Destilerie, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz
Dufftown in der Speyside liegt in der selben engeren geografischen Region wie Balvenie, Convalmore, Glendullan, Glenfiddich oder Mortlach. Die Destullerie wurde nicht als solche gebaut, sondern von eine Mühle umgebaut. Heutzutage ist sie unter Whiskyfreunden für den Singleton of Dufftown bekannt, früher gab es jedoch einige andere Abfüllungen. Serge Valentin von Whiskyfun hat heute drei (inkl. Singleton) davon verkostet und findet, dass die gute alte Zeit in der Tat gut, wenn nicht sogar besser war:
Singleton of Dufftown 18 yo (40%, OB, +/-2013): 79 Punkte (verliert fast 10 Punkte, weil er am Gaumen so schwach ist)
Dufftown-Glenlivet 8 yo (80° proof, OB for Ghirlanda, Italy, +/-1968): 92 Punkte