Strathisla Destillerie,Foto von Aramaki, GNU Free Documentation Lizenz
Serge Valentin hält Strathisla für den pefekten Malt zu Weihnachten, insbesondere alle alten sanften Sherry-Whiskys von Gordon & MacPhail. Im Vergleich dazu und um sich selbst zu widersprechen verkostet er heute auf Whiskyfun noch zwei weniger dunkle.
Strathisla 10 yo (43%, OB, Chivas Brothers LTD, early 1960s, 75cl) 91 Punkte
Strathisla 23 yo 1989/2013 (58.1%, Berry Bros & Rudd, Switzerland, cask #5966) 88 Punkte
Strathisla 16 yo 1970/1987 (61.3%, Gordon & MacPhail for Intertrade, 75cl) 87 Punkte
Passend zur kühleren Jahreszeit präsentiert “The Highland Herold” in seiner Winterausgabe (Nummer 21) Heißgetränke, die (auch) mit Whisky funktionieren. Dazu gibt es Gerichte von Whiskykoch Chris Pepper, ein Portrait der beiden Islay Distillery Manager Eddie MacAffer (Bowmore) und Jim McEwan (Bruichladdich), eine Übersicht der in diesem Winter erschienenen neuen Abfüllungen sowie einiges mehr.
Wer angesichts des bevorstehenden Orkantiefs Xaver den Weg zum Fachhandel scheut, findet “The Highland Herold” als PDF auf ihrer Website.
Silvia Behrens und Bernhard Rems haben heute wieder ein Türchen des Adventkalenders für unsere Leser geöffnet, und in selbstloser Weise den dahinter zu findenden Inhalt verkostet. Die heutige Miniatur kommt aus Irland und ist der Tyrconnell Single Malt Irish Whiskey mit 40%.
Nase: Eine erfrischende Begegnung. Sehr ausgeprägte Noten von Honig, Zitrone, Pfirsich und etwas Schärfe von Ingwer ergeben ein lebhaftes Bild, das hohe Erwartungen weckt.
Gaumen: Schade, schade. Was so vielversprechend begonnen hat, wird hier etwas wässrig und dünn. Nach wie vor sind hier die süßen Honignoten, man findet Orange und Aprikose, Malz, aber wie schon gesagt hat das zu wenig Gewicht, um wirklich zu begeistern.
Finish: Wir finden das Finish durchaus lang, und wieder sehr süß. Etwas ölig wirkt es nun, und zur malzigen Süße gesellt sich hinten auch etwas Herbes, Trockenes.
Alles in allem: Stark begonnen, und dann etwas schwächelnd. Man möchte den Tyrconnell gerne mal in Fassstärke probieren, denn vielleicht ist das etwas Mangelnde eher dem zugefügten Wasser geschuldet als dem Destillat selbst. Trotzdem nur ein „Geht so“.
Morgen ist Nikolaustag, und wir hoffen auf ein besonderes Vergnügen hinter dem sechsten Türchen…
Die alten Gebäude von St. Magdalene – Foto von Tom Sargent, CC-Lizenz
Manche nicht mehr in Betrieb befindlichen Destillerien sind „nur“ eingemottet, können also jederzeit wieder produzieren (nach mehr oder weniger aufwändigen Arbeiten). Gutes Beispiel dafür wäre Glen Keith, die heuer wieder in Betrieb ging. Andere Destillerien sind unwiederbringlich verloren. So zum Beispiel St. Magdalene (oder auch Linlithgow genannt). Drei dieser Abfüllungen aus der ehemaligen Lowland-Destillerie hat Serge Valentin verkostet, und eine davon wurde sogar erst heuer abgefüllt (an der mangelnden Häufigkeit neuer Abfüllungen kann man durchaus schließen, dass die verbleibenden Fässer sehr, sehr spärlich sind – eventuell noch spärlicher als bei Port Ellen).
Linlithgow 1982/2011 (46%, The Ultimate, Rare Reserve, 284 bottles): 89 Punkte
St Magdalene 31 yo 1982/2013 (53.5%, Hart Bros, Finest Collection): 87 Punkte
Linlithgow 1982/2008 (61.8%, Càrn Mor, Celebration of the Cask, refill sherry butt, cask #2220, 582 bottles): 92 Punkte
Auch heute öffnen wir eine Tür in unserem Minitaturen-Adventkalender, und zwar die vierte. Dahinter finden wir einen Bowmore 12yo, die jüngste Standardabfüllung dieser Islay-Destillerie. Der 12yo ist mit 40% abgefüllt, kühlfiltriert und gefärbt. Silvia Behrens und Bernhard Rems teilen sich die Miniatur und schreiben eine gemeinsame Verkostungsnotiz.
Nase: Silvia findet Rauch und den fischigen Duft einer Räuchermakrele darin, später etwas Lebkuchen und etwas Leder. Für Bernhard riecht der Whisky nach erkalteter Glut oder den mit Meerwasser abgedämpften, verkohlten Holzscheitern eines Lagerfeuers. Die Säure, die beide darin entdecken, hat bei Bernhard den eher nicht so erfreulichen Beigeschmack von Reflux.
Gaumen: Hier gewinnt der Whisky plötzlich deutliche Süße, Kirschnoten, eine gewisse Malzigkeit. Er ist pfeffrig, an den Zungenseiten sehr alkoholisch, die Rauch und Ledertöne nehmen sich zurück. Die Konsistenz wirkt wässrig, ohne sonderlichen Tiefgang.
Finish: Das mittellange Finish beginnt eher süß, wird dann scharf und endet holzig. Vorne im Mund bleibt der Whisky länger, hinten reisst er sehr schnell ab.
Alles in allem: Der Bowmore 12yo macht es einem nicht leicht. Er hat gute Ansätze, aber summa summarum bleibt er unbedeutend, flach und kommt ein wenig langweilig daher. Dabei lässt er in sich schon spüren, dass Bowmore das Zeug zu Besonderem hat. Aber das setzt sich in dieser Abfüllung leider nicht durch. Der Islay-Fan unter den Verkostenden ist bei ihm noch skeptischer als der Allrounder…
Damit warten wir wieder 24 Stunden, bevor wir die nächste Türe im Adventkalender öffnen…
Die zweite neue Abfüllung von Glenglassaugh nach dem Verkauf an BenRiach kommt nun auf den Markt: Ein 40 Jahre alter Single Malt aus der Speyside-Destillerie soll Whiskyliebhaber mit dem typischen weichen Geschmack von Glenglassaugh gewinnen. Mit 42.5% abgefüllt, werden zunächst ca. 600-800 Flaschen produziert, aber der Vierzigjährige soll ein fester Bestandteil der Produktlinie werden (so wie die beiden 26- und 30-jährigen). Einen Preis konnten wir bislang noch nicht in Erfahrung bringen – aber man sollte nicht mit einem Schnäppchenangebot rechnen…
Die in der Szene wohl angesehensten Awards sind jene der Malt Maniacs – und wie jedes Jahr werden sie auch heuer kurz vor Weihnachten vergeben. Hier sind also die Auszeichnungen, die in Blindverksotungen von den Experten von Malt Maniacs vergeben wurden:
Ultra Premium Kategorie (Preise höher als 150 Euro):
Gesamtgewinner: Karuizawa 1973/2013 (67.7%, Number One Drinks, Ex-Sherry Oak, C#1607, 138 Bts.)
Bester Whisky mit Sherryeinschlag: Glenfarclas 1989/2012 (56.6%, OB The Family Casks, C#11046, 591 Bts.)
Das erste Lager ist rechts neben dem Fachwerkhaus zu sehen.
Die erste schwedische Whisky-Brennerei, Mackmyra Svensk Whisky, errichtet eines ihrer Lagerhäuser in Deutschland, rund 35 Kilometer östlich von Hamburg auf Gut Basthorst. Der Spatenstich erfolgte am letzten Samstag, geplant ist, das Fasslager offiziell Ende März/Anfang April 2014 zu eröffnen. Es sollen ab diesem Zeitpunkt circa 400 Fässer der Kunden eingelagert werden, die ihr eigenes Fass bestellt und Deutschland als Lagerort gewählt haben. Deutschland bietet sich deshalb an, weil man weniger Alkohol- und Mehrwertsteuer bezahlt als in Schweden. Im Augenblick hat der erste Lagerabschnitt Platz für circa 150 Fässer und ist als Showroom hergerichtet. Durch weitere Anbauten wird die Kapazität auf bis zu 1.500 Fässer erweitert.
Auf der Website von Mackmyra können Interessenten zwischen vier Fasstypen (jeweils 30 Liter Fassungsvermögen) und drei Rezepten, insgesamt also zwischen 12 verschiedenen Whiskys wählen. Es wird empfohlen, in den ersten Jahren wenigstens einmal pro Jahr das Fass zu verkosten und ab dem 4. Jahr eventuell sogar alle 6 Monate, damit man den optimalen Reifegrad trifft. Bei einer Lagerung in Deutschland kann man sein eigenes Fass schneller und einfacher verkosten. Nach 3 Jahren Lagerung rechnet Mackmyra mit 48 Halb-Liter-Flaschen in Fassstärke.
Für das Lager auf Gut Basthorst gibt es für die Rezepte Elegant und Rauch in Kombination mit den Fässern Bourbon und Gravity bis Ende des Jahres ein Angebot. Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich bitte an Angela Pulejo, Area sales manager der MACKMYRA Swedish WHISKY gmbh.
Heute verkostet Serge Valentin auf Whiskyfun den 1992er Ardbeg von Douglas Laing aus einem refill hogshead, in diesem Jahr in ihrer Old Particular Reihe erschienen und für rund £ 450 pro Flasche erhältlich (oder schon nicht mehr?). Zum Vergleich wählt er nach dem Zufallsprinzip einen Ardbeg von High Spirits, auch Anfang der 90er destilliert, allerdings aus einem Ex-Sherry-Fass und schon nach 12 Jahren abgefüllt.
Ardbeg 12 yo 1990/2003 (46%, High Spirits, 312 bottles) 90 Punkte
Ardbeg 21 yo 1992/2013 (48.6%, Douglas Laing, Old Particular, refill hogshead, ref #DL10065, 232 bottles) 91 Punkte
Bis zum 8. Dezember können Sie uns noch Ihr Whiskyfoto für unseren Wettbewerb um den von Kenny Mackay handsignierten Càrn `Mòr Miltonduff 1989 senden – und sich damit die Chance sichern, dieses seltene Sammlerstück zu besitzen (und danach wie ein echter Snob einfach zu öffnen und zu genießen *g*). Wie Sie mitmachen können, und welche Bilder bereits eingesendet wurden, sehen Sie hier auf unserer Wettbewerbs-Seite. Wir freuen uns auf Ihre Einsendung und wünschen Ihnen jetzt schon viel Glück!
Miniaturen sind gute Gelegenheiten, Whiskys zu verkosten, ohne gleich eine große Flasche anbrechen zu müssen. Deshalb haben wir 24 Miniaturen in unseren Adventkalender gepackt und verkosten sie für unsere Leser. Es ist der dritte Dezember, und als wir die heutige Türe unseres Adventkalenders öffnen, finden wir einen Bourbon dahinter. Der Evan Williams stammt aus der ältesten kommerziellen Destillerie Kentuckys, die im Jahre 1783 gegründet wurde. Silvia Behrens und Bernhard Rems schildern uns ihre Verkostungseindrücke:
Nase: Wenn sauer lustig macht, dann wird es jetzt sehr lustig. Wir finden den Geruch säuerlicher Maische, etwas Pattex und etwas, das der Wiener als „kleines Speiberl“ bezeichnet, ohne es tatsächlich abwertend zu meinen: den wirklich nur zarten Hauch von frischem Erbrochenen. Etwas Waldmeister ist da, der Duft eines angesetzten Brennessel-Suds, die Süße von Jelly Beans in einer verschwitzten Hand und Melonenbowle. Insgesamt interessant, mit einem Attribut von Jugend, das sich nicht wirklich an etwas festmachen lässt.
Gaumen: Das prickelnde, Scharfe, das schon in der Nase war, ist auch am Gaumen zu finden. Eine Mischung aus süß und sauer, so wie eine Zuckerstange vom Jahrmarkt und dazu Zitronensorbet, dünnflüssig umspült es die Zunge und bringt den Geschmack von weißem Rettich und Silogras mit sich. Auch hier ist Jugend, das geschmackliche Pendant zu Gelächter, als wäre Kohlensäure drin.
Finish: Das Finish ist kurz, säuerlich; erst sagt es Dir, dass Du eine Speiseröhre hast, dann meldet es sich nochmals im Magen, aber ohne Rotzigkeit eines Halbstarken, es ist eher verspielt.
Alles in allem: Irgendwie ist das ein Bourbon, der sich selbst mit einem Augenzwinkern betrachtet. Das macht ihn nicht klein, sondern gibt ihm durchaus zusätzlichen Charakter. Man hat das Gefühl, dass er unfertig ist, aber gleichzeitig spürt man, dass ihm seine Vollendung schaden würde. So aber ist er das, was er sein will: gut.
Wir sind jetzt schon gespannt auf den Inhalt des morgigen Fensters. Kehren wir wieder nach Schottland zurück?
Whiskyadvocate.com hat Neuigkeiten über Mortlach, die nicht allen gefallen werden. Zunächst einmal wird Mortlach seine Expressions umstellen, und zwar auf vier Abfüllungen:
Rare Old (43.4%, no age statement)
Special Strength (49%, no age statement, nicht kühfiltriert, nur im Duty Free);
18 Years Old
25 Years Old (beide 43.4%)
Die Umstellung soll gegen Ende der ersten Jahreshälfte 2014 erfolgen. Soweit, so gut. Weniger gut ist, dass Mortlach laut Whiskyadvocate.com und Oliver Klimek (Malt Maniacs) in die hochpreisige Schiene aufrücken wird, die Einsteigerabfüllung (Rare Old, keine Altersangabe) wird ungefähr so viel kosten wie Johnnie Walker Platinum (andere Quellen stellen dies aber in Frage, so zum Beispiel Serge Valentin und Mark Gillespie von den Malt Maniacs – auch Single Malts Direct berichtet eher über Preise wie Johnnie Walker Gold, nicht Platinum). Ein dickes „Leider“: die gute, leistbare Flora & Fauna Abfüllung (16yo) von Mortlach wird ersatzlos aufgelöst. Ab Mitte 2015 soll dann die Produktionskapazität von Mortlach verdoppelt werden (Investitionskosten: 30 Millionen Pfund).
Und auch der Hausstil wird umgestellt: Weg vom fleischigen, etwas schwefellastigen Whisky, hin zu einer mehr fruchtigeren Note. Kurze Verkostungen der geplanten neuen Abfüllungen haben diesen Wandel bereits zum Vorschein gebracht.
Mehr zu diesen Änderungen, die laut Diageo „die größten, die wir in den letzten zehn Jahren mit unseren Marken vorgenommen haben“ sind, auf Whiskyadvocate.com Wir werden in der Zwischenzeit versuchen, die neue Preisgestaltung bei Diageo zu verifizieren.
Nachdem Reinhard Pohorec schon über die Destillerie Old Pulteney in Wick berichtete (seinen Artikel finden Sie hier) und die 17jährige Standardabfüllung für uns verkostete (Sie können das hier nachlesen), nimmt er sich heute der 21jährigen Standardabfüllung an. Ob diese die schon hervorragende Wertung des 17jährigen übertreffen kann?
Ein weiterer edler Tropfen aus dem Hause Pulteney in Wick, dem hohen Norden des Schottischen Festlands, wo Wind und Wetter genauso harsch und hartgesotten sind, wie die alten Seebären, die dort noch aufs offene Meer fahren. Satte 21 Jahre hat man das Destillat aus dem sehr speziellen Brennblasenpärchen ruhen und reifen lassen, zu den für Old Pulteney so charakteristischen Boubonbarrels gesellen sich ehemalige Sherryfässer, hauptsächlich Fino, allerdings sind diese aus amerikanischer Eiche gefertigt.
2012 hat Jim Murray’s Whisky of the Year Award dem Old Pulteney 21y den Lorbeerkranz aufgesetzt. Ein Raunen ging durch die Whiskywelt, so manch einer sprach von einer Support-Aktion, ich will dies weder weiter kommentieren noch in den kritischen Pro oder Contra Reigen einstimmen. 2013 ist dies ohnehin Schnee von gestern und die Branche und ihre Anhänger haben neuen Gesprächsstoff – dann doch lieber einen schönen Dram einschenken und verkosten.
Nase: Pulteney typisch ist das Opening, Marille, Kokos, tropische Früchte, in Zucker gehüllt, Karamell, Butterkaramell, etwas floral, Sherryummantelung, nussige Briochenoten, Salzmandeln, etwas grünliche Oliven, immer deutlicher werden Reife und Holz, dezent rauchige Akzente, Mon Cherry, Kirschfrucht, weiße Schokolade, mit Umami-Akzenten, Soyasauce, holzig, Sägespäne, Salzgebäck, Soletti, dieser Malt braucht seine Zeit im Glas, und wie er hin und her spielt, eine Belohnung für den, der Geduld hat, wie ein leicht rauchiger, alter Keller mit Erdboden, in dem ein süßlich charmanter Geruch von kochender Fruchtmarmelade hängt, sehr volle Guaven und Papaya, überreife Bananen, Granola
Gaumen: Reifetöne wunderschön präsent, süßlich fruchtig, rotbeerig, wieder die typischen Pfirsich- Marillenoten, Vanilleeis, Buttercroissant, etwas Joghurt, cremig, vollmundig, Schlagobers auf Baiser drappiert, sehr weich aber mit Charakter, Sherry wieder, dezent salzig, dunkel geröstete Nüsse, Nussbutter, Erdnüsse, Salzgebäck, Roggenbrot, grünlich maritim, Seetang spielt mit holzigen Akzenten, wie in der Nase ist auch am Gaumen ein wahres Feuerwerk zu erleben, mit jeder Minute ergeben sich andere Nuancen, treten unterschiedliche Komponenten in den Vordergrund
Finish: sehr langer Abgang von Süße und Würze getragen, spicy Toffee, dann mehr Liebstöckel und Gewürze, Zimtschnecke, nussig wiederum, roter Apfel, Getreide, Macis, Hustenbonbons, ein Waldboden nach warmem Sommerregen, Lederpolitur und ein zitronig custard artiger Cremeeindruck bleiben liegen und tragen das imposante Finish
Alles in allem: ein großer, ein äußerst harmonischer Whisky, der von charmant süßlich, würzig, reif und komplex alle Register zieht. Durch den deutlicheren Eindruck, den die Sherryfässer hier hinterlassen und auch durch die längere Reifezeit, ist die Pulteney typische Signatur nicht mehr ganz so ausgeprägt wie beim 17yo. Whisky des Jahres hin oder her, es ist ein sehr belohnender Whisky, der wie sein jüngerer Bruder durch seine natürliche Präsentation ohne Kühlfiltration und Karamellzugabe, den leicht erhöhten Alkoholgehalt den Whiskytrinker erfreut. Noch dazu hat der Whisky für sein Alter eigentlich ein ganz attraktives Preis Leistungsverhältnis, und ganz ehrlich, man gönnt sich ja sonst nichts.
Cheers, slainte und mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec
Benrinnes Destillerie, Foto von Andrew Wood, CC-Lizenz
Und wieder ein Name, der nicht an der vordersten Front der Parade-Whiskys auftaucht – vielleicht, weil er sehr unterschiedliche Abfüllungen hervorbringen kann und eher variantenreich denn konsistent ist: Benrinnes ist das heutige Thema in der Verkostung von Serge Valentin, und die Ergebnisse variieren ziemlich stark:
Benrinnes 2002/2009 (46%, Càrn Mor Scottish Collection, hogshead, cask #5): 78 Punkte (stammt aus der 20cl-Serie)
Benrinnes 12 yo ‚Stronachie‘ (43%, A.D. Rattray, batch #02/12, 2012): 78 Punkte (ja, Stronachie ist ein inoffizieller Benrinnes)
Benrinnes 15 yo 1998/2013 (47,9%, Sansibar, sherry, 233 bottles): 87 Punkte
Benrinnes 21 yo 1979 (61.5%, Chieftain’s Choice, +/-2000): 79 Punkte
Empfehlung des Hauses für Benrinnes (zumindest für jene, die keine Aversion gegen Sherryabfüllungen haben): die 23jährige Originalabfüllung aus der Speyside-Destillerie, leider bereits auf dem Weg, relativ teuer zu werden.