Adventkalender 12.12.: Wir verkosten Ledaig 10yo 46.3%

Von der Insel Islay ist es nicht besonders weit auf die Insel Mull, auf der wir die Destillerie Tobermory finden. Ihr getorfter Whisky wird unter der Marke Ledaig verkauft, und den 10jährigen Standardwhisky von dort haben sich Silvia Behrens und Bernhard Rems heute aus dem Adventkalender nehmen und in ihre Gläser geben können.

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Nase: Die Ölpest ergießt sich über die Nasenschleimhäute. Eine Mischung aus medizinisch, jodigem Geruch, dem Geruch von Gummi und Latexhandschuhen, von Tang und Meeresluft, von Torfbriketts atmet man ein. Auch Ingwer ist zu spüren. Gibt man dem ganzen aber Zeit, dann verfliegt der Gummi, und dahinter kommt eine ganz feine, schwere Süße hervor, so wie Honig – aber dieser Eindruck ist flüchtig.

Gaumen: Hier passieren drei Dinge ganz schnell hintereinander: Zunächst ist das Anfluten wässrig, weich, dann plötzlich schwappt unerwartete Honigsüße über Dich, um danach von der vollen Jod- und Salzgranate übertüncht zu werden. Liegen bleibt Vanille, Salz und Teer.

Finish: Lang und ölig, zu Ende hin etwas pfeffrig werdend.

Alles in allem: Der Ledaig 10yo hat etwas Ruppiges, Wankelmütiges – und das gefällt. Langweilig wird einem mit ihm nicht, besonders dann nicht, wenn man von ihm nicht verlangt, ein Islay-Whisky zu sein. Wir geben ihm ein Gut – denn wir glauben, dass man von dieser Flasche immer wieder gerne ein Glas befüllen wird.

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Wir freuen uns auf morgen, wenn wir wieder eine neue Miniatur öffen und verkosten können.

Lost Distilleries: Video über Stratheden (1829-1926)

Die Lost Distillery Company versucht, mit ihren Blends einen Neuinterpretation des Geschmacks von verlorenen Destillerien zu schaffen (wir haben bereits im Juni darüber berichtet). Jetzt haben sie vor einer Woche in sehr gut gemachtes und interessantes Video (4 Minuten) über Stratheden auf Youtube gestellt, das etwas über die Geschichte von Stratheden erzählt. Sehenswert und mit sehr schönen Bildern. Viel Vergnügen.

Whiskyadvocate Blog: FEW Rye Whiskey ist Craft Whiskey des Jahres

Jährlich in der Weihnachtszeit kürt das amerikanische Whiskyadvocate Blog seine Favoriten des Jahres. Und weil dieses Blog eine wirklich seriöse Quelle für Informationen ist, sind die Wertungen und Auszeichnungen dort wertig und beachtenswert. Die heurige Preissaison beginnt mit dem Craft Whiskey des Jahres, also jene Whiskeys, die in kleinen, handwerklich geführten Destillerien erzeugt werden.

Die Auszeichnung heuer konnte sich der Few Spirits Rye, 46.5%, um umgerechnet 50 Euro zu erhalten (leider aber nicht bei uns) sichern. Wer die (englischen) Tasting Notes dafür lesen will, folgt einfach unserem Link. Morgen wird dann der American Whiskey of the Year bekannt gegeben…

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Fotowettbewerb – Jetzt wird abgestimmt!

Nach interner Diskussion und nach den Inputs unserer Leser haben wir uns jetzt zur weiteren Vorgehensweise entschlossen: Die Abstimmung wird wie geplant durchgeführt, allerdings jetzt auf Facebook, da dort die Abstimungsmechanik funktioniert. Grund für diese Entscheidung: Mit diesem Modus bleiben wir bei dem angekündigten Procedere, die Leser über den Hauptpreis entscheiden zu lassen. Die Flasche Miltonduff geht also an jenes Bild, das bis 16. Dezember 2013, 23:59 die meisten Likes auf sich vereinen kann.

Den 2. Preis werden wir, wie angekündigt, einfach verlosen. Und hier sei auch endlich das Geheimnis gelüftet, um welchen „Trostpreis“ es geht: „Berühmte Whiskys – 500 Whiskys, die Sie kennen sollten“ von Charles McLean; ein gebundener Führer zu den interessantesten Markenwhiskys der Welt mit über 380 Seiten. Und diesen preis gibt es durch die Verlosung unabhängig von den Likes, die das Bild erhalten hat.

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Zur Abstimmung auf Facebook gelangen Sie, wenn Sie unserem Link hier folgen.

Video über Bruichladdich’s Jim McEwan

Ein Besuch bei Jim McEwan von Bruichladdich ist in einem zweiten Video auf Daily Telegraph zu sehen – drei Minuten voller extrem stimmungsvoller Bilder der Destillerie und des Umlands, wunderschön produziert und sicher einen Blick wert. Manchmal auch mit gutem Englisch nicht ganz einfach zu verstehen – aber hier übersetzen eher die Augen als die Ohren…

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Whiskysponge: Jim Murray publiziert seinen herzzerreißenden Schrei nach Hilfe

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whiskyspongeJim Murray, sein Kreuzzüge, Schwefel, Scotch, Bourbon, Ardbeg und Glenmorangie – über das alles hatten wir regelmäßig berichtet, und unser Bericht über den Artikel des Daily Telegraph vor drei Tagen war mit der am meisten Kommentierte seit Langem. Doch kein Thema ist zu Ende diskutiert, bevor sich der Whiskyschwamm geäußert hat. The no.1 site for front line whisky news kommentiert auch diese Mal Herrn Murray’s Äußerungen in gewohnt äußerst bissigen Art und Weise.

Daily Telegraph empfiehlt drei Bourbons (Video)

Stilsicher wie immer, die Engländer 🙂 (das Foto zum Artikel sagt eigentlich alles). Der Daily Telegraph empfiehlt in einem knapp dreiminütigen Video drei Bourbons für unter den Weihnachtsbaum – mit einer kurzen Erklärung, was einen Bourbon ausmacht und stellt Buffalo Trace (laut Jim Murray die beste Destillerie der Welt), Wild Turkey und Woodford Reserve Four Wood. Zu jedem Bourbon gibts auch kurze Tasting Notes. Nicht uninteressant.

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Fotowettbewerb – ein Update

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Wie Sie wahrscheinlich wissen, haben wir mit dem angekauften Plugin für unseren Fotowettbewerb Probleme (die Abstimmungsfunktion ist nicht ans Laufen zu bekommen). Noch größere Probleme haben wir mit dem Programmierer – er ist für uns nicht erreichbar.

Uns bleiben nun zwei Alternativen: Entweder versuchen wir, einen funktionierenden Ersatz für die Abstimmungsfunktion zu finden und zu installieren (was zudem etwas aufwendig sein kann, weil wir die eingesendeten Bilder neu hochladen müssten), oder wir ändern den Modus des Gewinnspiels auf eine Verlosung. Jedenfalls würden wir die Flasche und den „Trostpreis“ (übrigens ein Buch) gerne noch so versenden, dass sie zu Weihnachten bei den Gewinnern sind.

Wir ersuchen um Kommentare, welche Form der Preisvergabe wir wählen sollten (aus Praktikabilitätsgründen neigen wir eher zur Verlosung – des Aufwandes wegen, möchten aber da über niemanden drüberbügeln).

Adventkalender 11.12.: Wir verkosten Bowmore Darkest 15yo 43%

Von der grünen Insel springen wir heute zurück auf eine schottische Insel, genauer gesagt nach Islay. Hinter dem 11. Türchen unseres Adventkalenders finden Silvia Behrens und Bernhard Rems einen zweiten Whisky aus der Destillerie Bowmore (den 12jährigen haben sie ja schon verkostet): den Bowmore Darkest 15yo 43%, versehen mit einem Sherry-Cask Finish…

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Nase: Hier ist mit der Nase viel zu entdecken: Es beginnt mit gekochten Früchten, Datteln, Rosinen, dann mengt sich Speck ins Konzert, etwas Rauch, etwas Torf. Weiters kann man Malz erkennen, einen Ledersessel und eine Zigarre, Walnuss, etwas Jod, Salmiakpastillen und die flüssige Füllung von Pocket Coffee. Er macht wirklich Spaß in der Nase.

Gaumen: Ahornsirup, salziges Karamell und Torf, aber nichts Rauchiges. Später leckt man an einem Salzfass. Die Melange der verschiedenen Geschmäcker ist interessant.

Finish: lang und mild, wird ledrig, dann etwas pelzig.

Alles in allem: Langweilig wird einem mit dem Bowmore Darkest nicht. Da ist viel los an Gaumen und Nase, und es macht Spaß, diesen Whisky zu entdecken. Am Sehr gut scheitert er für uns durch das etwas brachiale Ende, das ein etwas unangenehmes Gefühl auf der Zunge zurücklässt. Aber: gut ist er auf jeden Fall.

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Bis morgen dann – wir sind schon gespannt, was das nächste Türchen unseres Adventkalenders für uns bereit hält, wenn wir die zweite Halbzeit der Vorweihnachtszeit beginnen…

 

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Wolfburn zeigt, wie man Whisky macht

…und zwar in einer höchst übersichtlichen und hilfreichen Schautafel – hier zeigen wir nur einen kleinen Ausschnitt – der gesamte Prozess ist zu verfolgen, wenn man unserem Link folgt. Sehr schön gemacht – und herzlichen Dank an Ernst J. Scheiner für den Hinweis.

wbpro

Neu: GlenDronach Single Cask Bottling Batch 9

Glendronach Distillery

So lange ist die letzte Veröffentlichung des letzten Batches noch nicht her, erst im Juli diesen Jahres präsentiert GlenDronach sein Single Cask Bottling Nummer 8. Kurz vor Weihnachten erscheint jetzt Nummer 9, erneut ausgewählt von Master Blender Billy Walker. Dieses Mal sind es neun Abfüllungen geworden, die Altersspanne reicht von 18 bis 41 Jahre. Sechs reiften in Pedro Ximenez Sherry Puncheons, während die anderen Drei aus Oloroso Sherry Butts kommen. Beschrieben werden sie als „GlenDronach typisch mit starken Sherry Eigenschaften ergänzt durch Noten von Mandeln, Kirschen, Rosinen, Pflaumen und Limone als auch schwarzer Pfeffer, Kakaobohnen und roter Chili-Sauce!“.

 

GlenDronach Single Cask Bottling Batch 9 im Detail:

1972 cask # 702 / 41 years old / Oloroso Sherry Butt / 51.7% vol

1985 cask # 1035 / 27 years old / Pedro Ximenez Sherry Puncheon / 53.7%vol

1989 cask # 5470 / 23 years old / Pedro Ximenez Sherry Puncheon / 49.2%vol

1990 cask # 1243 / 23 years old / Pedro Ximenez Sherry Puncheon / 50.6%vol

1991 cask # 5405 / 21 years old / Pedro Ximenez Sherry Puncheon / 49.9%vol

1992 cask # 195 / 21 years old / Oloroso Sherry Butt / 59.8%vol

1993 cask # 5 / 20 years old / Oloroso Sherry Butt / 53.0%vol

1994 cask # 3385 / 19 years old / Pedro Ximenez Sherry Puncheon / 53.4%vol

1995 cask # 3302 / 18 years old / Pedro Ximenez Sherry Puncheon / 53.7%vol

 

Serge verkostet: Zwei unabhängige Bunnahabhain

Bunnahabhain_Distillery2

Es gibt immer wieder bestimmte Jahrgänge bestimmter Destillerien, die eine besondere Aufmerksamkeit bei vielen Whisky-Liebhabern erregen. Meint jedenfalls Serge Valentin und verkostet heute aus Whiskyfun zwei 87er Bunnahabhain Single Casks, welche in diesem jahr abgefüllt wurden. Der 25jährige von The Whisky Agency aus der „Perfect Dram“-Serie lagerte Fino Hogshead, möglicherweise refill. Der 26jährige von Whiskybase Archives kommt aus einem nicht näher beschriebenen Sherry Cask als Teil der „The Fishes of Samoa“-Serie. Beide schneiden in der Bewertung sehr gut ab, wobei der Archives leicht die Nase vorne hat.

  • Bunnahabhain 25 yo 1987/2013 (49,4%, The Whisky Agency, Perfect Dram, Fino hogshead, 255 bottles) 86 Punkte
  • Bunnahabhain 26 yo 1987/2013 (50,2%, Archives, sherry, cask #2557, 233 bottles) 89 Punkte

Adventkalender 10.12.: Wir verkosten Kilbeggan 40% NAS

Nachdem wir gestern den Arran Robert Burns verkostet haben, verschlägt es uns wieder nach Westen, auf die grüne Insel. Heute finden wir im Adventkalender einen Whisky der ältesten irischen Destillerie Kilbeggan. Er ist mit 40% abgefüllt und ohne Altersangabe. Wieder verkosten Silvia Behrens und Bernhard Rems den Whisky gemeinsam. Wird das nun der Lieblings-Ire im Adventkalender?

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Nase: Die Iren scheinen kurz nach dem Öffnen einen für Whisky ganz atypischen Geruch zu entfalten. War es beim Jameson der Duft einer IKEA-Verpackung, so ist es beim Kilbeggan der Geruch frisch eingekleisteter Tapeten. Das verändert sich dann rasch zu dem Duft einer Zuckerglasur, um letztlich nach leicht säuerlichem Apfel zu riechen.

Gaumen: Und wieder diese irische Weichheit. Wunderbar rund, etwas ölig, sahnig – aber sonst ist da nicht viel. Das ganze kommt sehr substanzlos über die Zunge, endet leicht scharf.

Finish: Wässrig kurz, belanglos.

Alles in allem: Nein, das ist ebenfalls nicht aufregend, was wir hier von Kilbeggan schmecken. Ein „geht so“ wird es, weil die Weichheit einfach etwas Nettes ist – aber ansonsten finden wir in diesem Whisky zu wenig, um ihn zu mögen. Es gibt bessere Iren – der Kilbeggan ist für uns unter dem Durchschnitt.

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Wir warten schon ungeduldig auf die nächste positive Überraschung in unserem Whiskyexperts Adventkalender. Aber wie das halt einmal so ist – Geschenke kann man sich selten aussuchen…

Amrut: Drei neue Single Cask Whiskys

Die indische Amrut Distilleries wird in diesem Monat noch drei neue Single Cask Releases auf den Markt bringen. Auf Whisky Intelligence konnten wir heute lesen, dass es sich um ein Bourbon und ein PX Sherry Fass handelt, für deren Malt Whisky indische Gerste verwendet wurde. Beim Dritten handelt es sich um ein Port Pipe, die gemalzte Gerste hierfür stammte aus Schottland und war getorft. Dort finden wir auch umfangreiche und vielversprechende Verkostungsnotizen.

Und – diese drei Abfüllungen werden nur in Europa erhältlich sein.