Tausende von The Glenlivet-Fans, The Guardians of The Glenlivet, aus 37 Ländern wählten in den vergangen drei Monaten die nächste limitierte Abfüllung. Master Distiller Alan Winchester hatte ihnen drei ausgewählte Whiskys vorgeschlagen: Classic, Exotic und Revival (wir berichteten). Mit 39% setzte sich Exotic durch – ein No Age Statement Whisky, geblendet mit Whiskys aus American Oak Barrels, Hogsheads and ex-Sherry Butts. Der nicht-kühlgefilterte Whisky wird mit 48,7 % Vol. abgefüllt, und laut The Spirit Business mit Noten von kandierten Äpfeln, Orangenmarmelade, Rosinen, dunkler Schokolade und Gewürzen beschrieben.
Die limitierte Abfüllung The Glanlivet „The Guardians’ Chapter“ wird ab März 2014 zu einem empfohlenen Verkaufspreis von US $ 85 erhältlich sein.
Unser Adventkalender bringt uns heute, am 14. Dezember 2013, ganz weit in den Norden, auf die Orkney Islands. Die berühmteste der beiden dort ansässigen Destillerien ist Highland Park, und deren 12jährige Standardabfüllung wird von Silvia Behrens und Bernhard Rems verkostet.
Nase: Krautig kommt er daher, mit viel Zitronenzeste. Wir riechen etwas Tabak – unbehandelte, aber getrocknete Blätter, gekochte Früchte und etwas Buttertrüffel.
Gaumen: Weich und mit etwas Vanille kommt er an den Gaumen gebrandet, aber dann bringt sich Zitrone ins Spiel, gefolgt von einem etwas unangenehmen Prickeln wie von billigem, warmen Weißwein. Auch ein leichter Stoppelgeschmack ist da dabei, ohne dass hier ein echter Korken im Spiel gewesen wäre. Die prickelnde Schärfe bleibt.
Finish: mittellang, krautig und das Weißweinprickeln dominieren.
Alles in allem: Wer weiß, wie gut Highland Park sein kann, der wird den 12jährigen eher links liegen lassen. Er ist am Beginn interessant in der Nase, schwächelt dann aber ab dem Gaumen eminent. Also gerade einmal ein „Geht so“.
Noch gibt es einige geschlossene Türchen – was wir wohl hinter der Türe von morgen entdecken werden?.
Die Destillerie Arran baut eine fünfte Lagerhalle, und hat den Beginn der Bauarbeiten mit einem Foto dokumentiert. Ein Bild, das wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Die Insel Arran liegt zwoschen Campeltown und Kilmarnock und hat neben der Destillerie auch noch umwerfend schöne Landschaft zu bieten (Foto: Arran Destillerie).
Laut The Sprit Business ist Diageo zuversichtlich, trotz der angekündigten zukünftigen Knappheit von Bourbon Barrels zur Whiskey-Lagerung ihren Bedarf decken zu können. Ihr Zulieferer Independent Stave Company erleidet im Moment einen Mangel an amerikanischen Weißeichenholz. Das ungewöhnlich nasse Oktoberwetter in Missouri und Arkansas macht deren Abholzen schwierig. Independent Stave Company beliefert neben Diageo auch Sazerac, Beam, Four Roses und Heaven Hill. Four Roses Bourbon hat angekündigt, dass sie während dieses Mangels ihre Tätigkeiten vorübergehend reduzieren werden.
Auf ihrer Website stellt Independent Stave Company übrigens die Herstellung von Bourbon Barrels mittels eines sehr schönen Videos dar.
In der vorigen Meldung haben wir es bereits angedeutet: Nach dem vierzigjährigen Bunnahabhain plant die Destillerie, eine noch ältere Abfüllung auf den Markt zu bringen. Thedrinksbusiness berichtet, dass es davon nur rund 100 Flaschen geben wird, und dass der Preis die Seltenheit der Abfüllung reflektieren wird. Hauptmärkte für diesen Bunnahabhain werden die USA und Kanada sein, denn dort befinden sich traditionell die stärksten Absatzmärkte für diese traditionsreiche Islay-Destillerie.
Alte Bunnahabhain aus der Destillerie sind nicht gerade geschenkt (der 40yo, der vor kurzem veröffentlicht wurde, ist vierstellig, ein für bald angekündigter noch älterer wird überhaupt jenseits von Gut und Böse liegen). Anders sieht es bei unahängigen Abfüllern aus – hier sind alte (und gute) Bunnahabhains zum Schnäppchenpreis zu bekommen (wir erinnern an einen 37jährigen von A. D. Rattray aus dieser Islay-Destillerie, der fantastisch war und keine 150 Euro kostete). Der Preiszettel auf den beiden Bunnahabahains, die Serge Valentin heute verkostete, ist uns nicht bekannt – aber die Ergebnisse sprechen dafür, dass Bunnahabhain Alter gut verträgt (was nicht bei allen Islays so ist, gerade die Rauchigsten darunter tendieren dazu, durch lange Lagerung Kraft zu verlieren). Hier die beiden Kandidaten von Serge:
Bunnahabhain 33 yo 1980/2013 (45%, James MacArthur, Fine Malt Selection, bourbon, cask #84): 87 Punkte
Bunnahabhain 40 yo 1973/2013 (46.2%, Acla Selection, refill butt, 167 bottles): 90 Punkte
Gestern Abend informierte Diageo seine „Friends of the Classic Malts“ per Email über eine neue Abfüllung. Exklusiv für diesen Freundeskreis durfte Talisker eine neue Abfüllung kreieren: den Talisker «triple matured».
Die auf 4500 Flaschen limitierte Ausgabe wurde mit für Talisker ungewöhnlichen 48 % Vol. abgefüllt. Dieser Whisky durfte nacheinander in drei verschiedenen Fasstypen reifen. Zuerst in „klassischen Fässern der Destillerie“ (da müssen wir wohl von Ex-Bourbon-Fässern ausgehen), „ehemaligen Sherryfässern“ und „Fässern aus europäischer Eiche“ (was vorher in diesen Fässern lagern durfte oder ob es sich vielleicht um Virgin Oak Caks handelt, wird nicht deutlich).
Herausgekommen ist, so schreibt Diageo, „ein vollendeter Malt Whisky, der die charakteristische torfige und malzige Süße des Talisker mit einer herrlichen Weichheit und würzigen, pfeffrigen Tiefe verbindet„.
„Friends of the Classic Malts“ können diesen Talisker für 95 € bei Onlineshop Alexander & James inklusiv eines Talisker Glases erwerben. Dieser recht neue Onlineshop möchte mit seinem Namen zwei Größen der Spirituosen-Welt Tribut zollen – Alexander Walker (unter ihm begann Johnnie Walker zu einer Weltmarke zu werden) und James Buchanan (er erschloss im späten 19. Jahrhundert England als Markt für Scotch Whisky). Alexander & James, Firmensitz ist Amsterdam, wurde von Diageo Anfang diesen Jahres gegründet und ermöglicht dem weltgrößten Getränkekonzern erstmals den direkten Verkauf seiner Produkte an die Endverbraucher. Mit einem großen Teil an redaktionellen Beiträgen, Facebook- und Twitter-Präsenz ist Alexander & James nicht nur ein Onlineshop. Diageo zielt hier auf eine größere Käufergruppe als z.B. mit ihrem „Friends of the Classic Malts“.
Zurück in die Speyside geht es heute mit unserem Adventkalender, aber wir nehmen uns die rauchigen Noten mit. Der Tomintoul Peaty Tang wird mit getorftem Gerstenmalz produziert, behält aber den leichten Charakter der Destillerie. Wie das zusammen wirkt? Silvia Behrens und Bernhard Rems haben die Abfüllung verkostet.
Nase: Das riecht wie ein mäßig gepflegtes Aquarium. Man meint zusätzlich zum Torf eine Spur Birne zu riechen, dann etwas Kleber, eine bittere Hopfennote, feuchte Pappe. Aber alles weich und abgerundet.
Gaumen: Bei allem Bemühen, da ist nicht viel. Wässrig weich kommt er daher, fast wie Zuckerwasser, dazu etwas von einem alten Kleiderschrank, dann eine Schärfe, wie Pfeffer.
Finish: Kurz und bitter werdend. Ein wenig bleibt ein Aschenbechergefühl, aber höchst subtil.
Alles in allem: Unserer ist das nicht. Die Kombination „einer der weichsten Speysider mit Peat“ funktioniert nicht wirklich für unsere Gaumen. Kraftlos, nicht subtil – leider. Jim Murray mochte ihn (94 Punkte), wir ganz und gar nicht. Enttäuschend.
Unser Adventkalender hat uns in den letzten Tagen eine kleine Durststrecke beschert – wir hoffen auf das morgige Türchen.
The Londonist berichtet von einem historischen Tag in der englischen Metropole: The London Distillery Company produzierte heute, am 12. Dezember nachmittags, den ersten Londoner Whisky seit 103 Jahren. Der erste Spirit ist heute in Fässer abgefüllt worden – ab 13. Dezember 2016 kann sich das Ergebnis dann offiziell Whisky nennen und als solcher verkauft werden.
Die Gertse für den Whisky stammt aus den Warminster Maltings in Wiltshire und die Hefe aus Surrey. Das Wasser stammt, so wie fast alles Trinkwasser in London, aus der Themse. Destilliert wurde in einem kupfernen Brennkessel mit 650 Litern Volumen.
Schuldig sind wir Ihnen noch den heutigen Ausgezeichneten auf dem amerikanischen Whiskyadvocateblog: Der American Whiskey of the Year 2013 ist Four Roses 2013 Limited Edition Small Batch, 51.5%. Es ist der zweite Preis dieser Art seit dem Vorjahr – auch damals gewann Four Roses mit dem Small Batch diese Auszeichnung – und diesmal soll der Whiskey angeblich noch besser sein – sagt zumindest das whiskyadvocateblog.
Morgen gibt es dann den kanadischen Whiskey des Jahres – und wir berichten drüber natürlich wieder…
Reliefkarte der Schweiz, Autor: Tschubby, GNU-Lizenz
Laut einem Bericht der Südostschweiz.ch hat sich der Whiskyimport in die Schweiz in den letzten 20 Jahren verdreifacht. 2012 wurden erstmals mehr als 4 Millionen Liter in die Schweiz importiert. Fast 67 Prozent davon kamen aus Schottland, 14.7% aus den USA. Aber auch Deutschland ist mit 3.2% Importanteil am Whiskyboom beteiligt.
Nebenbei machen die Schweizer selbst auch guten Whisky – Säntis, um nur ein Beispiel von einigen zu nennen…
Knapp 2.300 Euro muss man für ihn auf den Ladentisch legen – da ist es schon sehr praktisch, wenn ein versierter Whiskyfreund wie Serge Valentin die Diageo Special Release 2013, den Lagavulin 37yo, für einen verkostet und somit eine Entscheidungshilfe gibt (es soll ja Menschen geben, die dieses Geld für ihn ausgeben). Zum Vergleich hat Serge auf Whiskyfun auch noch eine ältere Abfüllung eines Unahängigen verkostet – und danach die Punkte vergeben. Vertraut man Serge, dann kann man auch als jemand, der die Flasche köpfen will, sein Geld getrost investieren: 94 Punkte für den Lagavulin 37yo sprechen eine beredte Sprache. Das Besondere an ihm. Er verändert sich ständig und immer auf höchstem Niveau. Interessant!
Lagavulin 1979/1992 ‚Vintage‘ (43%, Vintage Malt Whisky Co, for Auxil, France): 90 Punkte
Lagavulin 37 yo 1976/2013 (51%, OB, Special Release, 1868 bottles): 94 Punkte
This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license. Source Flickr: Elliott Erwitt in the Westlicht Museum of Photography, Vienna Author Alfred Weidinger
Kurz vor Weihnachten und nachdem sie ihre Neubaupläne veröffentlicht haben, bringt The Macallan noch weitere Limited Editions ihrer The Masters of Photography Serie, nach Annie Leibovitz, Albert Watson und Rankin, auf die unterschiedlichen Märkte.
Masters of Photography: The Capsule Edition – Daido Moriyama ‘Remix, Remixed’
Die auf 500 Flaschen eine limitierte Auflage ist der fünfte Teil der Masters of Photography Serie und würdigt den japanischen Fotografen Daido Moriyama anlässlich seines 75. Geburtstages. Moriyama hat für diese Ausgabe Werke aus seinem gleichnamigen Buch, ‘Remix‘, ausgesucht. The Macallan Whisky Maker Bob Dalgarno wählte das First Fill Sherry Seasoned Eichenfass Nr. 15245 aus, abgefüllt wurde mit 58,9 % Vol. Auf The Spirit Business wird diese Abfüllung als „eine der dunkelsten jemals veröffentlichten Single Caks“ beschrieben, mit Noten von „Feigen, Datteln und Nelke“ in der Nase und „Orangenhaut, Gewürzen und Sirup“ am Gaumen.
Dies Abfüllung ist jetzt im DFS-Shop des Singapur Changi Airport zu einem empfohlenen Verkaufspreis von US $ 1.750 erhältlich und es ist geplant, den Verkauf im Januar 2014 auf speziell ausgewählte Travel Retail Stores auszuweiten.
The Masters of Photography: Elliott Erwitt Edition
Auch bei dieser Edition war Bob Dalgarno für die Fassauswahl zuständig. Insgesamt 58 Casks suchte er für den vierten Teil der Masters of Photography Serie aus, von jedem wurden 35 Flaschen abgefüllt, handgefertigt und mit einem Fassungsvermögen von 375ml. Zu jedem dieser 58 verschiedenen Single Cask Abfüllungen gibt es jeweils eines von Elliott’s Lieblingsbildern und ein Buch mit dem Titel „Elliott Erwitt’s Great Scottish Adventure“.
Angaben über das Alter der Whisky, die Fassarten oder was mit dem verbliebenen Inhalt der 58 Fässer passiert, konnten wir im Artikel von The Spirit Business nicht finden. Auf der Website www.themastersofphotography.com gibt es aber ein PDF mit einer Übersicht der ausgewählten Fässer und der dazugehörigen Fotos.
The Masters of Photography: Elliot Erwitt Edition ist ab sofort weltweit zu einem empfohlenen Verkaufspreis von US $ 1.500 erhältlich.
Edradour Destillerie, Foto von Dudesleeper, Public Domain
Sie behaupten von sich, Schottlands kleinste Destillerie zu sein: Edradour. An ihren Abfüllungen scheiden sich die Geister – manche lieben sie, manche können wenig damit anfangen. Immer gut also, eine weitere Meinung dazu zu hören, so wie die von Ralfy Mitchell. Er hat in seinem Videotasting #416 den Edradour Ballechin Sauternes cask No:8. Gute 14 Minuten nimmt er sich dafür Zeit, und das Ergebnis sind dann immerhin 87/100 Punkten. Wie er zu dieser Wertung kommt und was Rafly sonst alles zu sagen hat, kann man im Video auf Youtube oder hier bei uns sehen.