Whiskyadvocateblog: Big Peat ist bester Blend

Das kann man so lassen: Für das amerikanische The Whiskyadvocate Blog ist The Big Peat Christmas Edition 2013, 54.9%, der Blend des Jahres 2013. Rauchig und sehr gefällig, kommt dieser Blend von Douglas Laing auch nicht extrem teuer daher: Schon um knapp 55 Euro kann man so richtig rauchige Weihnachten feiern.

Morgen geht es dann um den Speyside Single Malt of the Year.

bp

Whisky aus Meissen

0

brennerei_logo

Wie viele Whiskybrenner außerhalb der traditionellen Kernländer produzierte auch Destillateurmeister Siegbert Hennig von der Meissener Spezialitätenbrennerei Prinz zur Lippe hauptsächlich Obstbrände. Mit Kollegen entwickelte er 2002 bei einem geselligen Zusammensein die Idee des ersten in Sachsen gebrannten Whisky – auch wenn die „Erste Dresdner Spezialitätenbrennerei“ dieses auch für sich beansprucht, allerdings 9 Jahre später. In einem Artikel der Sächsischen Zeitung machte Siegbert Hennig seinem Ärger darüber auch deutlich Luft.

Im Dezember des letzten Jahres war dieser Whisky genug gereift. Nach 10 Jahren entsprach er genau seinen Vorstellungen, die er in einem Beitrag des tvMeissen darstellt. „Ich bin ganz zufrieden mit dem, was in den 10 Jahren sich entwickelt hat“ und beschreibt ihn als „weich, mild, malzaromatisch“.

Die Maische bezieht er von der Schwerter Brauerei, deren Zusammensetzung entwickelte der Destillateurmeister gemeinsam mit deren Braumeister Bernd Heitmann. Rund 20 Brennvorgänge werden benötigt, um genug Destillat für ein 400-Liter Fass aus französischer Limousin-Eiche, in dem vorher 30 Jahre ein Weindestillat lagern durfte, zu haben. Im gestrigen Artikel der Sächsischen Zeitung kündigt Hennig die nächste Abfüllung für das Jahr 2015 an. Dieser wird dann eine 12-jährige Reifezeit hinter sich haben – wie alle diesem folgenden Whiskys mindestens auch.

Neu : Triple Matured exklusiv für Friends of the Classic Malts

0

focm_2013_royal_lochnagar_a4

Der Talisker «triple matured», über den wir letzten Freitag berichteten, war nur der Start einer neuen «triple matured» Serie von Diageo, exklusiv für Friends of the Classic Malts in ganz Großbritannien, Deutschland und der Schweiz. In diesem Monat wird noch ein Royal Lochnagar erscheinen. Drei weitere Single Malts werden zwischen Januar und Juni 2014 erscheinen, ihre genaue Ankündigung ist für Januar geplant.

Diese Single Malts sind alle dreifach gereift. Zu Beginn lagerten sie in herkömmlichen Refill Casks. Danach wurden charred Hogsheads aus amerikanischer Eiche befüllt, um dem Whisky würzige Noten und einen Hauch von süßer Eiche zu verleihen. Zum Abschluss genossen die Whiskys eine dritte Reifung in Refill Casks aus europäischer Eiche, in ihnen wurde der Whisky weich und mild. Alle Whiskys dieser Serie werden mit 48 % Vol. abgefüllt.

Insgesamt werden nicht mehr als 24.000 Flaschen dieser fünf Ausgaben zur Verfügung stehen, zu beziehen sind sie für Friends of the Classic Malts über Online-Händler (wohl ausschließlich über alexanderandjames) und in den Destillerien selbst. Der Preis wird bei £ 80 liegen, der Verkauf ist auf zwei Flaschen pro Kunde begrenzt.

Auf Media Releases from Cognis PR sagt Julien LeBescond, Diageo’s Senior Brand Manager für Scotch Single Malts in Westeuropa: „Das sind ganz besondere Whiskys, wir sind stolz darauf, sie als exklusive Belohnung unseren treuen Mitglieder der Friends of the Classic Malts zu bieten. Wir schätzen ihre Unterstützung und Begeisterung, und wir sind zuversichtlich, dass sie diese spannenden,einzigartigen und nur für sie geschaffenen Abfüllungen genießen werden, um die wir unsere Master Blender gebeten haben.“

 

Serge verkostet: Port Ellen

Port Ellen 34 bottle & box

Heute im Glas: Die nächste Flasche der Diageo Special Release. Neben der 13. Ausgabe des Port Ellen verkostet Serge Valentin auf Whiskyfun im Vergleich zwei ähnlich rare Abfüllungen dieser Lost Distillery von der Insel Islay. Hier hat Diageos Port Ellen ’13th Release‘ ganz leicht die Nase bei den Punkten vorne. Auch wenn er ein klein bisschen weniger „Port-Ellenness“ aufweist, meint Serge.

 

  • Port Ellen 31 yo 1982/2013 (51.5%, Douglas Laing, Old Particular, refill hogshead, 286 bottles) 91 Punkte
  • Port Ellen 35 yo 1977/2012 (50.4%, Douglas Laing, Old and Rare Platinum, 199 bottles) 87 Punkte
  • Port Ellen 34 yo 1978/2013 ’13th Release‘ (55%, OB, Special Releases, 2958 bottles) 93 Punkte

Adventkalender 17.12.: Wir verkosten Springbank 15yo, 46%

Erneut verschlägt es uns mit dem Adventkalender nach Campbeltown – diesmal, um den Springbank 15yo zu verkosten. Dieser Aufgabe haben sich Silvia Behrens und Bernhard Rems gestellt; hier ihre gemeinsamen Tasting Notes:

171213

Nase: Es beginnt mit feuchter Pappe, wie so oft, wenn man aus einer frisch geöffneten Flasche ins Nosing-Glas einschenkt. Dann setzt sich Getreide durch, ein durchaus angenehmer Essiggeruch (sehr subtil), um bald der Süße und der gleichzeitigen Säuerlichkeit einer noch nicht ganz reifen Birne Platz zu machen. Der Duft von künstlich aromatisierten Melonendrops zieht in die Nase, danach wird es mehr zu Grapefruit, wandelt sich ins Grasige, der Sauerampfer kitzelt die Sinne. Etwas Zitronenmelisse ist da, etwas Pfefferminze.

Gaumen: Süß und ölig brandet er an, Orange und Zitrone legen sich darüber, etwas wie Kokos im Hintergrund. Atmet man jetzt ein, kühlt Minze den Gaumen. Interessant.

Finish: Es ist lang, süß und wärmend, mit einem Hauch Leder zum Ende hin.

Alles in allem: Der Springbank 15yo macht Freude. Relativ vielschichtig und ausgewogen. Kein großes Kino, aber angenehm trinkbar, zeigt Charakter. Ein schönes „Gut“ von uns.

springbank15

Weihnachten rückt immer näher, und auf dem Weg dorthin machen wir auch morgen wieder in einer Destillerie Halt. Was wird uns dort, hinter dem 18. Türchen, erwarten?

Whiskyadvocate Blog: Preisgekrönte Whiskys

Bevor heute die ersten schottischen Preisträger unter den Whiskys verkündet werden, hat das Whiskyadvocateblog nun noch einmal einige internationale Whiskys ausgezeichnet (über die amerikanischen Preisträger haben wir ja bereits hier und hier berichtet).  Kanadischer Whiskey des Jahres wurde der Wiser’s Legacy, 45%, der irische Whiskey des Jahres (nicht ganz überraschend) der Redbreast 21yo 46%. Als japanischer Whisky des Jahres wurde der  Yoichi 1988 single cask, 62% ausgezeichnet, und Welt-Whisky des Jahres (auch hier nicht unerwartet) der Kavalan Solist ex Bourbon Cask, 57.1%. Wer blended Scotch Whisky des Jahres wird, erfahren wir (und Sie) heute.

Kanadischer Whiskey des Jahres
Kanadischer Whiskey des Jahres
Irischer Whiskey des Jahres
Irischer Whiskey des Jahres
Japanischer Whisky des Jahres
Japanischer Whisky des Jahres
Welt-Whisky des Jahres
Welt-Whisky des Jahres

 

Unser Fotowettbewerb: Der Sieger

cmkay

Nach einem wirklich zähen Ringen um den ersten Platz, das tatsächlich bis zur letzten Stunde nicht entschieden war, steht nun der Sieger unseres Fotowettbewerbs und damit der Gewinner der von Kenny Mackay handsignierten Flasche Càrn Mòr Miltonduff 1989 fest: Es ist Kai Bätge mit seinem Bild „Highland Walks and Whisky“ – als hätte er es geahnt, dass er am Ende mit 764 Likes am Gipfel stehen wird. Kai, tolle Unterstützer hattest Du, wir gratulieren ganz herzlich!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Gratulieren wollen wir aber auch Tim Krause mit dem Bild Zwischenstopp in Pitlochry, das lange ein tolles Match um den Spitzenplatz lieferte. Auch hier war die Zahl der Unterstützer überwältigend. Respekt!

photo

An alle, die mit dabei waren, mit einem Bild oder als Unterstützer: Wir ziehen den Hut vor euch. Wir hoffen, es hat allen viel Spaß gemacht. Wir wissen auch, dass unabhängig von den Likes viele wirklich tolle Bilder dabei waren. Ein Teilnehmer wurde sogar von einem schottischen Unternehmen kontaktiert, weil es das Bild des Lesers kaufen und verwenden will – SO gut sind die Einsendungen gewesen.

Die Anzahl der Likes der restlichen Bilder können Sie übrigens in unserer Facebook-Galerie sehen.

Unser zweiter Preis, das Buch „Berühmte Whiskys – 500 Whiskys, die Sie kennen sollten” von Charles McLean, das wir mit einem Zufallszahlengenerator unter allen Einsendern verlosten, geht an Lutz Rauschnick und das Bild „The Spirit of Whisky“. Auch hier unsere herzlichsten Glückwünsche.

Whisky3

Wie geht es nun für die Preisträger weiter? Wir werden uns nun mit ihnen in Verbindung setzen, um die Postanschrift für den Versand der Preise zu bekommen – und dann schicken wir die Flasche und das Buch los (möglichst noch am 18. Dezember).

Wir bedanken uns bei allen fürs Mitmachen. Und starten bereits am 18. Dezember unseren nächsten Wettbewerb – wieder um eine handsignierte Flasche. Diesmal geht es um eine von Tom Bulleit höchstpersönlich signierte Flasche des Bulleit Bourbon – eine, wie wir denken, wirkliche Rarität. Wie diese Flasche den Besitzer wechseln wird, das erfahren Sie am Mittwoch. Hier schon mal zum „Aufwärmen“ das Bild von Tom Bulleit beim Signieren der Flasche:

Tom Bulleit signiert die Flasche Bulleit Bourbon für unsere Leser.
Tom Bulleit signiert die Flasche Bulleit Bourbon für unsere Leser.

Serge verkostet: 2 Oban (incl. Diageo Special Release)

Oban Destillerie, forografiert von Urs, GNU-Lizenz
Oban Destillerie, forografiert von Urs, GNU-Lizenz

Wie auch Serge Valentin von Whiskyfun schreibt: Viele Abfüllungen von Oban gibt es nicht gerade, daher ist es umso erfreulicher, wenn Diageo sich im Rahmen der Special Releases dieser Destillerie aus den Highlands annimmt. Serge hat diese Spezialabfüllung von heuer gemeinsam mit einer aus dem Jahr 2011 verkostet. Die Wertungen untenstehend, Details wie immer, wenn Sie unserem Link folgen:

  • Oban 18 yo ‚Limited Edition‘ (43%, OB, +/- 2011): 83 Punkte
  • Oban 21 yo (58.5%, OB, Special Releases, 2860 bottles): 85 Punkte

Wir verkosten: Benriach 25y Authenticus 46%

It’s that time of the year… Die kalte Jahreszeit und vorweihnachtlich festliche Stimmung laden dazu ein, sich einmal einen etwas ausgefalleneren und vielleicht auch kostspieligeren Whisky zu gönnen, und wenn dann noch ein wärmender, rauchiger Malt ins Glas wandert, ist die Bescherung ganz nahe.

In den letzten Jahren ist es durchaus wieder etwas in Mode gekommen, auch in der Speyside mit getorftem Gerstenmalz zu arbeiten und die Whiskys mit diesem Ausdruck zu präsentieren. Was in früheren Jahrhunderten Gang und Gebe war, geriet mit der Erschließung nördlicher Landesteile durch die Eisenbahn zusehends ins Hintertreffen, Kohle war leichter und weiter verfügbar und der Bedarf für Torf als Brennstoff ging zurück.

Bei Benriach entschied man sich Anfang der 70er Jahre dazu, wieder getorfte Malts zu produzieren, wenn auch nur für einige Wochen im Jahr.

Früher als 21y old verfügbar, komplettiert heute der 25y old Authenticus die Reihe und bietet ein etwas ungewöhnliches aber erstklassiges Speyside-Erlebnis!

brau

Nase: der Beginn ist wunderbar erdig, steinig, mineralisch, Rauchnoten kommen auf, jetzt ist auch die Torfkeule da, rotfruchtig, etwas Apfel, Apfelspalten in Backteig, mit Zimtzucker bestreut, auch rote Beeren, etwas floral unterlegt, ein sehr harmonisches, vielfältig verspieltes Bild, 25y? Es kommen auf einmal jugendlich frische Düfte aus dem Glas, ein wogendes Hin und Her, eine wahre Entdeckungsreise, Sherrynoten, malzig, die Reifekomponenten setzen sich mit mehr Zeit dann doch etwas deutlicher ab, Dörrfrüchte, Datteln, ein etwas „muffiger“ Charakter (positiv…!), wie ein dunkler Keller, der den feinsten Fässern ein Zuhause bietet, Marzipan, Fenchelsamen, über dem Lagerfeuer geröstet

Gaumen: voll, füllig Pfefferwürze, etwas Paprika, gelber zuerst, dann grünlich, Chipotle, Holunderbeeren, Hollerkompott, Sellerie, Ledersattel, Hustenzuckerl, dunkle Nussbrotnoten, Brioche, Vanillehonig, etwas Zitronenzeste, ein kurzer Hauch von frisch maritimen Eindrücken, recht lange hält sich die rauchig torfige Seite im Hintergrund, sehr fein unterlegend nur, nicht dominant, samtig, wie ein gutes altes Möbelstück, rötlicher Apfel, dann etwas Brombeere, Holzkohle auf der schwarze Walnüsse und Haselnüsse geröstet werden, Gänse – und Leberblümchen, wieder dieser leicht florale Schimmer, aber dann auch der volle Gewürzcharakter, etwas erinnert der Malt an Gewürzmischungen aus dem arabischen Raum, raz el hanout?

Finish: er bleibt, und bleibt und bleibt und bleibt… das Spiel aus Süße, den Alterstönen, Frucht, es rollt Hand in Hand den Gaumen hinunter, wärmt den gesamten Körper und ist auch nach einer Viertelstunde ungebrochen da, Brioche getoastet, Bienenwaben, Karamellbonbons, ein Hauch von Torf, ein sanfter Salzton, es will nicht aufhören! Crema Catalana

Alles in allem: Ja, der Whisky ist nicht leicht zu bekommen, und ja, wenn, dann um einen recht stolzen Preis. Aber meine Güte, was für ein Erlebnis. Eines sollte man für diesen Malt haben oder sich nehmen: Zeit, denn was hier im Glas passiert, verdient vollste Aufmerksamkeit für einen langen Zeitraum. Ein grandioses Spiel aus dem ursprünglichen Charakter der Destillerie und des Destillats, gemischt mit schönen Reifetönen und der zusätzlichen Komponente, die der Torfeinsatz birgt. Ich finde es jedes Mal aufs Neue spannend, wenn man torfige Whiskys einzelner Regionen verkostet, es ist eindeutig, dass Highlands, Speyside, Orkney und die anderen Inseln gänzlich unterschiedliche Torfcharakteristika hervorbringen. Der hier entstandene florale, erdig-mineralisch und steinige Touch ist etwas, das man von einem Islay Malt so nicht bekommen würde. Nun denn, alles in allem ein fantastisches Erlebnis und garantiert ein Whisky für die besonderen Momente.

Cheers und mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec

[review]

Adventkalender 16.12.: Wir verkosten Benrinnes 25yo 53% Cadenhead

In der Speyside, am Fuß des 840m hohen Ben Rinnes, liegt jene Destillerie, die seinen Namen trägt. Cadenheads hat aus Benrinnes einen fünfundzwanzigjährigen Whisky mit 53% abgefüllt, und auch in Miniaturen. Eine davon hält unser Adventkalender heute, am 16. Dezember bereit, und Silvia Behrens und Bernhard Rems haben sie verkostet.

161213

Nase: Seltsam für einen Benrinnes. Er erinnert an den Geruch eines alten Buches, um später dann in die für die Destillerie vertrauteren Gefilde umzuschlagen: Früchte von Apfel, Birne, Ananas, Zitronensorbet.

Gaumen: Hier ist er weich und süß, sehr süß sogar. Man findet Honig, Zuckerwatte, Malz, später dann am Backengrund auch Banane oder Bananenschale. Der Alkohol aber ist sehr stark, brennt auch, nachdem man den Whisky einige Zeit gegeben hat.

Finish: lang, sanft, wärmend und süß. Was am Gaumen gebrannt hat, wird hetzt weicher und wärmender. Hinten ohne Bitterkeit, ohne Holz oder Leder. Sehr angenehm.

Alles in allem: Interessant und spannend, ein nicht wirklich typischer Benrinnes. Ein Gut, das knapp am Sehr gut liegt – leider ist er ein wenig zu rabiat für eine bessere Bewertung. Was er so sanft und süß anträgt, kann er nicht ganz in den Vordergrund bringen.

1484627_10152785870191808_315565002_o

Auch morgen hält der Adventkalender eine Miniatur für uns bereit – wir freuen uns schon auf die nächste Verkostung.

Fait votre jeux! Wird der Whiskymarkt zum Casino?

1

M-Hero-shot-High-Res

Sein Geld durch Investieren zu vermehren ist ganz einfach. Zwei Dinge müssen nur beachtet werden: zum richtigen Zeitpunkt muss gekauft werden, und auch der Moment des Verkaufes muss wohl gewählt sein. Nicholas M. Pollacchi, Chief Executive Officer von The Whisky Dog und The Whisky Isle, stellt auf CNBC dar, wie einfach dies auch mit Whisky funktionieren kann. Dem an manchen Stellen sehr verdutzt schauendem Moderatoren-Paar stellt er seine Empfehlungen vor: Cutty Sark 25yo, Glenrothes 1970 Extraordinary Cask und The Macallan “M”. Nachdem man diese Flaschen erworben hat, kann man zuschauen, wie sich ihr Wert in den nächsten Jahren automatisch mehr als verdoppeln wird. Mindestens. Zwangsläufig und wie durch Zauberei. Sagt Nicholas M. Pollacchi.

Nicholas M. Pollacchi weiß, wovon er redet  und was er nicht erwähnt: über 12 Jahre war er in der Whiskyindustrie angestellt, er arbeitete – man staune –  u.a. für The Macallan und The Glenrothes. Diese beiden Brennereien gehören zur The Edrington Group, ebenso auch der Blend Cutty Sark. Und wir müssen davon ausgehen, dass sein Vortrag, trotz der durchaus diskussionswürdigen Begleitumstände, auf offene Ohren stieß: in seinem Shop The Whisky Isle sind zwei seiner Empfehlungen schon ausverkauft, nur The Macallan “M” ist dort noch erhältlich (und von der hört man, dass sie sich in vielen Regalen eher träge verhält).

 

Dass es einen Unterschied zwischen dem Wert und dem Preis gibt, mussten das Glasgower Auktionshaus McTear’s sowie Dru McPherson und Mike Drury erfahren. Letztere hatten 2009 die zu diesem Zeitpunkt größte Whiskyflasche der Welt geschaffen. 105,3 Liter des 14-jährigen Tomintoul Single Malt Whisky nahm die 127,5 cm große und 41,5 cm breite Flasche auf. Zwei Jahre später nahm Jack Daniel’s ihre Stelle im Guinness Buch der Rekorde ein, 152 cm groß und 48,5 cm breit befinden sich in ihr 184 Liter Whiskey. Mittlerweile präsentierte The Famous Grouse eine 200-Liter-Flasche.

Dru McPherson und Mike Drury beschlossen, sich von ihrer zu dem Zeitpunkt nur noch zweitgrößten Flasche zu trennen. Ein Jahr lang wurde diese Flasche beim Scotch Whisky Experience in Edinburgh ausgestellt, eigentlich genug Zeit für Kaufinteressierte, das nötige Kleingeld für diese Abfüllung zu sammeln. Dem Glasgower Auktionshaus McTear’s wurde in dieser Woche dann die Ehre zuteil, sie zu versteigern. Erwartet wurde ein Gebot zwischen £ 100.000 und £ 150.000, doch es fand sich niemand, der bereit war, auch nur das Mindestgebot dieser Flasche zu bezahlen. The Spirit Business zitiert Steven McGinty, den Whisky-Gutachter von McTear’s, mit den Worten: „Es war einzigartig, aber ich werde nicht sagen, dass ich enttäuscht bin, weil unter anderen Umständen werden die Besitzer ihren gewünschten Betrag verdienen. Heute war einfach nur nicht der Tag, an dem jemand geneigt war, hierfür zu bieten.“ So einfach kann man es auch sehen.

 

Oliver Klimek hat auf seinem Whiskyblog „Dramming“ bei den Auktionshäusern nach eigenen Angaben den Überblick verloren. Gerade in diesem Jahr ist zu den traditionellen Auktionshäuser eine große Menge dazu gekommen, die ausschließlich Whisky im Internet versteigern. Auch hier wird unendlicher Wachstum versprochen. Oliver Klimek zitiert in seinem Artikel David Robertson, er war Rare Whisky Director bei The Dalmore, vorher Master Distiller bei The Macallan und gründete zusammen mit Lindon Neil, einem früheren Investment Banker bei RBS und der Wachovia Bank, im Oktober 2012 „The Whisky Trading Company“:

„Mit einem bereits bestehenden riesigen Markt bei Wein-Investitionen, wächst Whisky als alternative Anlage-Markt im In-und Ausland. Allein in Großbritannien konnten Whisky Auktionshäuser im Jahr 2012 14.000 Flaschen verkaufen, ein großer Sprung von knapp 2.000 aus im Jahr 2008. Bis 2020 wird diese Zahl voraussichtlich um 114 Prozent auf 30.000 Flaschen wachsen. Global wurden 2012 rund 75.000 Flaschen versteigert zu einem geschätzten Wert von 11.000.000 £, und dies wird sich voraussichtlich im Volumen auf 150.000 Flaschen im Jahr 2020 verdoppeln bei einer Verdreifachung des Wertes aus £ 33.000.000, der Trend zur Premiumisierung wird sich fortsetzen.“

Oliver Klimek wäre nicht überrascht, wenn viele Whisky-Sammler, die ihre Flaschen ihre Flaschen zu den damaligen Preisen gekauft haben nun versucht sind, diese mit einem erheblichen Gewinn zu veräußern, solange die Nachfrage so hoch ist. Und dass das vielleicht zu viel(e) sein könnten.

 

Becky Paskin fragt auf The Spirit Business, wie teuer Scotch Whisky noch wird und kann keine eindeutige Antwort finden. Einerseits übersteigt die Nachfrage nach seltenen und wertvollen Whisky das Angebot. Andy Simpson, Gründer von Whisky Highland, sagt, dass er global eine Zunahme der Nachfrage für eine Vielzahl von verschiedenen Marken, Malts und Blends sieht, speziell aber für seltene Whiskys, hier steige die Nachfrage exponentiell. Anderseits erreicht manch seltener Whisky bei Versteigerungen noch nicht einmal seinen damaligen Verkaufspreis. So erreichte eine Flasche Highland Park 50 yo bei einer Online-Auktion im Dezember 2012 einen Preis von £ 5.800 – im Einzelhandel war sie für £ 10.000 erhältlich, was einen Verlust von 40% bedeutet. Doch dies scheint eher die Ausnahme zu sein. Laut Whisky Highland erfuhren Sammlungen der Destillerien Brora (bis 82%), The Balvenie (78%) und Brackla (72 %) den größten Wertzuwachs von Januar 2008 bis Juni 2013. Dies sollte uns eigentlich tief in unser Portemonnaie greifen und auf diesem Markt reich werden lassen.

„Es ist nur ein komplettes Glücksspiel, wenn Du nicht weißt, was du tust“ ist der Rat von Andy Simpson. Und noch einen Tipp hat er parat: Alter vor Schönheit. Gerade die ausgefallenen Decanter sind jene, die sich preislich eher in die Südrichtung bewegen. Der Inhalt einer Flasche wird auch in Zukunft wichtiger sein als die Form.

 

 

 

 

Die Whiskykathedrale – Update mit Neuerwerbungen

cdw

Die Catedral do Whisky, wohl eine der größten Whiskysammlungen weltweit (wir berichteten darüber), hat uns angeschrieben und lässt unsere Leser wissen, dass man die Neuerwerbungen der Whiskykathedrale entweder auf Linkedin oder auf Facebook ansehen kann (Stöbern bringt einem durchaus zum Staunen).  So zum Beispiel diese limitierte Johnnie Walker-Flasche:

jwlim

Adventkalender 15.12.: Wir verkosten Tobermory 10yo 46.3%

Mit dem heutigen Fenster im Adventkalender zieht es uns zurück auf die Insel Mull – zur Destillerie Tobermory. Letztens hatten wir den Ledaig, die getorfte Variante, verkostet – heute verkosten Silvia Behrens und Bernhard Rems den Tobermory 10yo mit 46.3%.

151213

Nase: Seinen Inselcharakter kann er in der Nase nicht verbergen. Auch ohne Torf merkt man etwas Hafenstimmung, dazu Mandel, Erdnuss, Apfelschalen. Etwas Süßes wie Pudding ist dabei, aber vor allem sitzt in der Nase eine alkoholische Schärfe, die auch mit der Zeit nicht vergehen mag. Später wird ein gewisser Brauereigeruch (gemälzte Gerste, etwas Hopfen) dominanter.

Gaumen: Er erinnert an Weincreme mit etwas Seeluft, aber auch hier Schärfe von Chili. Das Getreidige macht sich mit dem Geschmack von Müsliflocken bemerkbar.

Finish: Eher lang, mit viel Schärfe, die das Malzige schnell abtrocknen lässt.

Alles in allem: Ist ok, aber nicht mehr. Der dominante Alkohol deckt leider alles Geschmackliche für uns ziemlich zu, und so kommt der Tobermory trotz vorhandener Qualitäten nicht über ein „geht so“ hinaus.

1482182_10152785869581808_483172260_o

Was wir wohl morgen im Adventkalender finden?

Zwischenstand beim Càrn Mòr Fotowettbewerb

Noch bis Montag in der Nacht kann man bei unserem Fotowettbewerb um die von Kenny Mackay handsignierte Flasche Càrn Mòr Miltonduff 1989 abstimmen – und gelaufen ist die Chose noch ganz und gar nicht. Auch wenn sich die Bilder von Tim Krause und Kai Baetge schon etwas absetzen konnten, ist der Abstand zwischen den beiden und der Abstand vom Rest der Teilnehmer nicht so groß, dass sich nicht noch eine Überraschung ergeben könnte.

cmkay

Aber natürlich haben auch jene, die beim Wettbewerb nicht am ersten Platz landen, eine Chance, unseren zweiten Preis, das Buch “Berühmte Whiskys – 500 Whiskys, die Sie kennen sollten” von Charles McLean; ein gebundener Führer zu den interessantesten Markenwhiskys der Welt mit über 380 Seiten, zu gewinnen.

ber

Also bitte noch abstimmen für den eigenen Favoriten – auch wenn unsere Zeit meint, alles drehe sich nur ums Gewinnen und vorne sein: Nein, finden wir nicht. Es geht auch um den Spaß an der Sache und um das Dabeisein. Also zeigen Sie Ihren Support.

Apropos Spaß an der Sache: In unserem Fundus befinden sich noch ein paar handsignierte Flaschen, echte Sammlerstücke, Unikate. Und keine davon wird ihr Dasein bei uns fristen, sondern jeweils einem Whiskyexperten unter unseren Lesern Freude bereiten. Das größte Vergnügen ist immer das, das geteilt wird…