Usern, die unsere Website seit Beginn an lesen, ist er vielleicht noch in Erinnerung: Der Versuch, die Bar der Zukunft mit dem „The Singleton Sensorium“, einer audiovisuellen Erlebniswelt für die Sinne, zu bauen (wir berichteten hier darüber). Auf BBC gibt es nun 13 Bilder und einen begleitenden Text in Englisch zu dieser Veranstaltung, die am 20. und 21. März in London stattfand. Zum Beispiel können Sie in den Bildern den roten Raum bewundern, der nur rund eingerichtet (und selbst rund gehalten) ist, da nach den Erkenntnissen von Studienleiter Prof. Spence „rund für süß steht“. Wie sehr sich solche äußere Reize auf den Genuss des Whiskys auswirken, versucht Prof. Spence im „The Singleton Sensorium“ herauszufinden. Interessante Sache, wäre da selbst gerne dabei gewesen…
Singleton Sensorium – Bilder auf BBC
Hausangestellter trinkt Whisky um 102.000 Dollar
Stellen Sie sich vor, Sie finden in Ihrem Haus 9 Kisten Rye Whisky aus dem Jahr 1912, eingemauert oder unter Stiegen versteckt. Stellen Sie sich weiters vor, sie lagern diese Kisten in ihrem Wohnzimmer. Und nach einiger Zeit, nachdem Ihr Hausangestellter den Dienst quittiert hat, stellen Sie fest, dass von diesen 9 Kisten mit insgesamt 102 Flaschen 4 Kisten leergetrunken sind. Komplett und völlig.
Der Schaden wird laut einem Bericht auf cbc.ca mit knapp über 100.000 Dollar beziffert. Der Hausbesitzer meint, er sei dreimal geschockt gewesen: Zum ersten Mal, als er die Kisten mit Whisky fand. Das zweite Mal, als er feststellte, dass fast die Hälfte fehlte. Und zum dritten Mal, als er erfuhr, wie teuer der Whisky war.
Der Hausangestellte, ein gewisser John Saunders, wird nächste Woche zum ersten Mal vor dem Gericht erscheinen müssen. Bevor es hinter Gitter geht, Mr. Saunders: Bitte noch um Ihre Verkostungsnotizen :-).
World Whiskies Awards – die Gewinner
Das Whisky Magazine hat seine jährlichen World Whiskies Awards (WWA) vergeben. Dabei verkosten die „besten Drinks-Journalisten“ über 300 verschiedene Whiskys blind. Die verkosteten Whiskys waren ausnahmslos Destillerie-Abfüllungen – unabhängige Abfüller waren nicht vertreten.
Die Ergebnisse sind höchst interessant zu lesen, und sicherlich auch diskussionswürdig. So wurde zum Beispiel der Ardbeg Galileo als weltbester Single Malt ausgezeichnet, den Preis als bester Grain Whisky konnte sich der Cape Mountain Grain aus Südafrika sichern…
BenRiach kauft Glenglassaugh
Scotsman.com (und unser Leser Simon Rosenkranz) berichten davon, dass die Besitzer von BenRiach die Destillerie Glenglassaugh gekauft haben. Der Kaufpreis wurde dabei nicht genannt.
Glenglassaugh wurde erst im Jahr 2009 wiedereröffnet, nachdem die Anlage für 22 Jahre eingemottet war. Bislang hat Glenglassaugh, abgesehen von drei Spirit Drinks, die 6 Monate alt waren, erst zwei junge Whiskys auf den Markt gebracht (Revival und Evolution), aber diese haben bereits gezeigt, dass in der Destillerie einiges Potential steckt. Alte Glenglassaughs gehören ja zu den feinsten Tropfen, die schottischer Whisky zu bieten hat.
Master Blender Billy Walker und seine südafrikanischen Partner Geoff Bell und Wayne Kieswetter sind die Besitzer von BenRiach. Sie haben bereits vor einiger Zeit Glendronach gekauft und sich nun eine weitere schottische Destillerie gesichert. Bei BenRiach haben sie bereits bewiesen, dass sie etwas von gutem schottischen Whisky verstehen (und nebenbei ein großes Lager ausgezeichneter alter Fässer vorgefunden, etwas, was bei Glendronach übrigens nur in weitaus geringerem Umfang gegeben war).
Leider sieht es nach den Statements der Firmenbesitzer so aus, als würde sich Glenglassaugh in Hinkunft mehr auf die boomenden Märkte in Übersee konzentrieren und Europa nur unter „ferner liefen“ bedienen – so wie es ja teilweise schon bei Glendronach geschieht, die ihre alten Fässer hauptsächlich in Taiwan anbieten. Dennoch denke ich, dass Glenglassaugh mit der BenRiach-Gruppe einen guten, weil sachkundigen Besitzer erhalten hat.
Bowmore und Wasser: Wasserspender zu gewinnen
Im Rahmen der Serie „Bowmore und Wasser“ (über die ersten beiden Teile berichteten wir hier und hier) gibt es nun auch ein Gewinnspiel auf Facebook: Hier können Sie einen nett designten Bowmore Wasserspender gewinnen, zusätzlich einen Krug und – als dritten Preis – eine Flasche Bowmore 12 Jahre.
Die Gewinnfrage wird übrigens im ersten Teil der Serie (Link oben) beantwortet – unsere Leser haben es hier besonders einfach :-).
Diageo streicht 80 Jobs in Schottland
Im Zuge einer Umstrukturierung (und der damit verbundenen Auflösung des europäischen Supply-Centers) wird der Konzern Diaego 80 Jobs in Schottland bis Juni 2014 streichen, berichtet scotsman.com. Der europäische Vertrieb wird in einer internationalen Struktur aufgehen (was die rückläufige Bedeutung des europäischen Marktes widerspiegelt), dadurch können vor allem im Management etliche Posten eingespart werden, und zwar verteilt auf viele der 50 Standorte von Diaego in ganz Schottland.
Diaego begründet die bevorstehenden Entlassungen mit der Notwendigkeit, seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Kürzungen im weltgrößten Getränkekonzern werden die Investitionspläne von über einer Milliarde Pfund allerdings nicht berühren, so eine Unternehmenssprecher. Zusätzlich wird betont, dass der internationale Vertrieb weiterhin in Edinburgh ansässig sein wird. Insgesamt beschäftigt Diaego 25.000 Mitarbeiter weltweit.
Mein Whisky von heute: Caol Ila 13yo Chieftains
Was ist heute bei Ihnen im Glas? In lockerer Folge möchten wir hier jene Whiskys vorstellen, die bei uns und unseren Lesern ins Glas kommen. Das muss nichts Besonderes sein, nichts Ausgefallenes – einfach der Dram, den Sie oder ich gerade genießen.
Bei mir ist es heute ein dreizehnjähriger Caol Ila vom unabhängigen Abfüller Ian McLeod aus der Chieftains-Serie. Er hat den Islay Whisky aus den Hogshead-Fässern 7831 und 7836 mit 43% abgefüllt (insgesamt gibt es davon 797 Flaschen). Destilliert wurde der Whisky im Juni 1997, abgefüllt im April 2011. Die Flasche hat im Sommer 2012 knapp unter 50 Euro gekostet.
Dieser Caol Ila ist in der Nase eigentlich sehr typisch, wenn vielleicht auch im Mund etwas auf der sanfteren und süßen Seite, besonders in der ersten Welle am Gaumen. Später schlägt das maritime und jodige mehr durch, um dann im Finish wieder hinter die Süße zurückzutreten, die ein etwas öliges Gefühl im Mund zurücklässt, um dann in eine leichte Bitterkeit umzuschlagen. Die Farbe ist eher bleich.
Das ist kein Caol Ila mit Wumms, und er ist auch nichts besonders Herausragendes, aber für mich ist er ein sehr angenehmer Trinkwhisky, wenn ich aus diesem heuer scheinbar nicht enden wollenden Winter nach Hause komme…
Stellen Sie uns doch Ihren Whisky von heute vor: Schicken Sie uns ein Bild und Ihre kurze Beschreibung an team(at)whiskyexperts.at – wir freuen uns darauf, Ihren Whisky den Lesern vorzustellen.
Noch 11 Tage: Lehrling bei Lagavulin werden

Schönes Gewinnspiel auf der Classic Malts Selection-Seite, das schon etwas länger läuft und sich jetzt seinem Ende zuneigt: Wer will, kann sich in dessen Rahmen bei Iain McArthur von Lagavulin als Azubi bewerben und dann zwei Tage lang an seiner Seite den Job in der Destillerie und die Destillerie selbst auskosten (und am Abend dann mit ihm einige sicherlich besondere Tropfen verkosten). Von der Seite:
Um für den Ausbildungsplatz in Frage zu kommen, müssen Sie ein leidenschaftliches Verhältnis zum Whisky haben, genau wie ich. Darüber hinaus müssen Sie mir triftige Gründe geben, warum ich gerade Sie wählen sollte, und andere Menschen dazu bringen, für Sie abzustimmen. Wenn Sie der Meinung sind, dieser Herausforderung gewachsen zu sein, nichts wie los …
Auf der Website kann man sich auch die bisherigen Bewerbungen ansehen und für sie abstimmen. Zusätzlich gibt es dort ein Video mit Iain McArthur (das wirklich gut gemacht ist). Und auch wenn man keinen Ausbildungsplatz bei Lagavulin erhält, gibt es noch weitere Gewinnchancen: Die 50 bestbewerteten Bewerbungen erhalten je ein Paar Lagavulin-Glencairn-Gläser. Auch nicht schlecht…
Neuer Whisky: Tomatin Legacy (mit Video)
Auch die Highland Destillerie Tomatin kommt nun mit einer neuen Abfüllung auf den Markt: Der Tomatin Legacy wird mit 43% abgefüllt und wurde in einer Mischung aus Bourbon- und Virgin Oak-Fässern gelagert. Die Virgin Oak Casks sollen ihm eine besondere Süße mitgeben. Auch Tomatin macht mit dieser Abfüllung den Trend zu alterslosem Whisky mit und verrät uns nicht, wie lange der Whisky in den Fässern reifte.
Die Verkostungsnotizen auf der Tomatin Website lesen sich wie folgt:
Nase: Vanilleschoten, Marshmallows, frische Ananas, vermengt mit Limone und geochten Früchten.
Gaumen: Leicht und angenehm mit einer Süße, die von Nuancen von Pinien aufgepeppt ist. Zitronensorbet, Ananas und knakige grüne Äpfel sowie ein Hauch des Aromas frisch gebackener Napfkuchen.
Finish: Sauber, leicht und erfrischend.
Zum Launch des Tomatin Legacy gibt es auch ein Video aus der Destillerie. Eine gewisse Affinität zum schottischen Englisch ist beim Verständnis durchaus hilfreich 🙂
Laphroaig: Timeline-Feature auf der Website
Die Geschichte von Laphroiag können Sie jetzt auf der Website der Destillerie anhand einer sehr schön gemachten Timeline entdecken. Sie zeigt überblicksmäßig Ereignisse zwischen 1745 und 2010. Beim Klick auf eines der Ereignisse wird dieses in einem popup-Fenster genauer beschrieben. Um die Timeline nutzen zu können, ist wie üblich auf der Website eine Anmeldung mit Altersangabe nötig.
Die Islay Destillerie Laphroaig ist für ihre rauchigen und maritimen Whiskys bekannt, sozusagen das „Rauhbein“ unter den Destillerien auf der schottischen Hebrideninsel. Sie befindet sich in Besitz von Beam Global Spirits & Wine und ist Hoflieferant von Prince Charles, dem Prinzen von Wales.
Ärger über neue Whisky-Steuer in GB
Laut einem Bericht von „The Press and Journal“ gehen in England momentan die Wogen über eine neue Whiskysteuer hoch. Sprecher der Industrie befürchten sogar Arbeitsplatzverluste, sollten die 53p zusätzliche Steuer pro Liter tatsächlich eingehoben werden. Bei Bier wurde die Steuererhöhung bereits zu Fall gebracht (de facto wird dort die Steuer um 1p per Liter gesenkt werden), Lobbyisten der Whiskyindustrie wollen nun auch die neue Whisky-Steuer (die sich auch auf andere Alkoholika erstrecken wird) zu Fall bringen.
Serge verkostet: 2 neue Dalmore
Nach einer erkältungsbedingten Pause hat Serge Valentin von Whiskyfun wieder neue Verkostungsnotizen online gestellt. Diesmal widmet er sich der Destillerie Dalmore und zwei neuen Abfüllungen aus ihr – eine offizielle und eine unabhängige. Die offizielle Abfüllung ist der Dalmore ‚Valour‘ 40%,momentan nur im Duty Free erhältlich, aus dem Jahr 2013. Serge bemerkt kritisch, dass bei dieser Abfüllung drei Schwächen, die zum Teil auch dem Marketing zuzuschreiben sind, zusammentreffen: Das Fehlen einer Altersangabe (dafür erzählt uns das Marketing, wie alt die Fässer selbst sind – in meinen Augen eine fast schon dreiste Augenauswischerei), das „Behübschen“ des Whiskys mit einem Wein-Finish, und die Abfüllung mit 40% Alkoholgehalt. Auch der Geschmack ist nichts, was Serge zu Begeisterungsstürmen verleiten würde, daher auch die eher maue Bewertung mit 76 Punkten.
Wesentlich besser schneidet dagegen der Dalmore 22 yo 1990/2013 (59.9%, Signatory für Waldhaus am See, Fass #9419, 591 Flaschen) ab. Kraftvoll. typisch Dalmore – 86 Punkte. Wird es in der Marktentwicklung immer mehr so, dass man sich für Qualität mehr und mehr an die unabhängigen Abfüller halten muss/soll?
Kilchoman Loch Gorm: Flasche und Infos
Gestern berichteten wir über den neuen Kilchoman Loch Gorm – heute gibt es bereits ein Bild der Flasche und der Verpackung – und dadurch auch einige weitere Infos zu diesem neuen Islay-Whisky, der im April auf den Markt kommen wird: Er wird mit 46% abgefüllt sein und im Sherry Fass gereift sein – natürlich, wie es sich für einen Qualitätswhisky gehört, nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert. Der Whisky Cirlce Pinzgau hat auch noch Genaueres zu den Fässern und der Reifung der neuen Standardabfüllung erfahren: 5 Jahre Oloroso Sherry Butts & 6 Wochen Oloroso Sherry Hogsheads. Hier also das Bild:
Highland Park Loki Video-Verkostung
Highland Park hat auf Youtube heute ein eigenes Verkostungsvideo veröffentlicht. Die Verkostung wird von einigem halbmystischen Brimborium eingerahmt (man könnte es auch „stimmungsvoll“ nennen, wenn man wohlwollend ist). So professionell das Bild aufgemacht ist, so dumpf ist leider der Ton. Mit halbwegs guten Englischkenntnissen sollte dieses Video allerdings keine Verständnisprobleme hinterlassen…


