Whisky-des-Monats-Maerz

Als Rémy Cointreau die Destillerie Bruichladdich für 58.000.000 £ im Sommer 2012 kaufte, war die Whisky-Welt gespannt, welche Pläne die französische Unternehmensgruppe mit der Islay-Brennerei hat. Im März 2013 wurde die Verdopplung der Whiskyproduktion angekündigt und auch konsequenterweise neue Lagerhallen errichtet. Und als im Mai letzten Jahres Jim McEwan verkündete, für weitere 3 Jahre bei Bruichladdich zu unterschreiben, schien es so, als bleibe alles beim Alten.

Im September des letzten Jahres kamen durch verschiedene Internet-Kanäle die Gerüchte auf, dass das Sortiment von Bruichladdich verkleinert werden soll (wir berichteten). Verständlicherweise, war doch bei Bruichladdich seit ihrer Wiedereröffnung die Anzahl der Abfüllungen äußerst unübersichtlich geworden. Noch im Juni 2013 wurde zur Frage, warum Bruichladdich so viele verschiedene Whiskys macht, Stellung bezogen: „Was wir wollten, war Vielfalt. Diese Vielfalt wollten wir euch nicht vorenthalten.“ Und diese Vielfalt wurde von den Whisky-Liebhabern auch geschätzt.

Zu Beginn des Jahres wurde dann konkreter, was Bruichladdich mit der Verkleinerung des Sortiments meint. Übrig bleiben sollen Bruichladdich Scottish Barley (NAS), Bruichladdich Islay Barley (NAS) und Black Art. Hinzu kommen noch Port Charlotte Scottish Barley (NAS) und Octomore 6.1. Das war’s.

Beliebte, erfolgreiche und auch leistbare Abfüllungen wie zum Beispiel der Bruichladdich The Laddie Ten verschwinden nicht. Es wird ihn weiter geben. Nur wird er nicht mehr überall erhältlich sein. Im Destillerie-eigenen Webshop ist er noch erhältlich, und in manchen Geschäften der realen und virtuellen Welt.

The Laddie Ten war eigentlich eine Jahrgangsabfüllung. 2011 erschien er, zehn Jahre nach der Wiedereröffnung der Brennerei und stellte für Bruichladdich einen Meilenstein-Dram dar. Es war der wahre Beginn einer neuen Ära. So wird er im Bruichladdich Web-Shop beschrieben. Und wir müssen vielleicht davon ausgehen, dass diese Ära, so wie The Laddie Ten, nicht offiziell verschwindet, sondern faktisch ausläuft. Hier und da wird sie nochmal zum Vorschein kommen, nochmal kurz aufblitzen. Von der ihr folgenden Ära wissen wir noch nicht viel, und wir wollen nicht in den üblichen Kulturpessimismus verfallen, der die gute alte Zeit als die bessere verklärt. Wir danken und gedenken ihr, indem wir Bruichladdich The Laddie Ten zum Whisky des Monats März küren. Und sind gespannt, was die Zukunft bringen wird.

 

Nase: Malzig, würzig, ein wenig Salz. Leichte Vanille-Note. Ein bisschen Torf, ganz leicht versteckt? Voll, kraftvoll und sehr rund. Hervorragend eingebundener Alkohol. Mit der Nase lohnt sich eine lange Beschäftigung.

Gaumen: Hier wird die Nase bestätigt – würzig, kraftvoll und sehr rund. Ein wenig trocken, auf eine äußerst angenehme Art. Präsentiert seine verschiedenen Facetten, je länger er am Gaumen verweilen darf. Am Schluss kommt nochmal die von der Nase bekannte Vanille.

Finish: Mittellang, würzig – und dann am liebsten noch mal von vorn.

Eine absolute Kaufempfehlung für jeden – Feinschmecker, Sammler, Experten und Einsteiger.