Wir nehmen heute den Independence Day – dem US-amerikanischen Nationalfeiertag, an dem die Ratifizierung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten durch den Kontinentalkongress am 4. Juli 1776 gedacht wird – zum Anlass, uns ein klein wenig mit der aktuellen Situation der US-amerikanischen Whiskey-Produzenten zu beschäftigen. Seit dem 1. Juli sind bestimmte Produkte aus den USA, unter anderem auch Bourbonund US-Whiskey, bei einer Einfuhr in die Europäische Union mit einem Einfuhrzoll von 25 % belegt. Mit dieser Maßnahme reagierte die EU auf die amerikanischen Stahl- und Aluminiumzölle. Auch Mexiko verhängte Strafabgaben auf US-Whiskey, China und Kanada folgen in Kürze.

Das simple Ergebnis dieser Maßnahme ist, dass Bourbon bei uns merklich teurer wird. Wird es den großen Bourbon-Produzenten vielleicht noch möglich sein, Umsatzeinbußen zu verkraften, trifft es die vielen kleineren Destillerien härter. In dem Artikel der Berliner Zeitung kommt Amir Peays, Gründer der Brennerei James E. Pepper, zu Wort.

„Ich weiß nicht, was ich machen soll. Das ist wie ein Schlag in die Magengrube“, sagt Peay. Vor allem in Deutschland und Großbritannien wollte er in nächster Zukunft wachsen. Der Umsatzanteil des Exports sollte sich von zehn auf 20 Prozent verdoppeln. Die EU-konformen 0,7-Liter-Flaschen und spezielle Etiketten sind schon gekauft, der erste Container verschifft, ein zweiter mit 2000 Kisten soll bald folgen.

Doch es gibt natürlich auch andere Meinungen und Ansichten. Für Kentuckys Gouverneur Matt Bevin ist die ganze Strafzoll-Angelegenheit recht klar und deutlich, wie wir im Artikel lesen dürfen:

„Die Europäer werden trotzdem in diesem Jahr mehr Bourbon trinken als im Vorjahr. Sie werden nur mehr dafür bezahlen.“

Die Großen der Bourbon-Branche verhalten sich zurückhaltender. Denn einerseits machen die Exporte, so zum Beispiel bei Buffalo Trace, nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus. Andererseits hatten manche Big Player vor Inkrafttreten der Strafzölle massiv in die EU geliefert, um diese damit zu umgehen. Und nachdem Harley Davidson sich deutlich unzufrieden mit dem von Donald Trump initiierten Handelskrieg zeigte, verspüren manche US-Whisky-Hersteller kein großes Interesse, von Trumps massiver Twitter-Waffe getroffen zu werden. Harley Davidson kündigte eine Auslagerung ihrer Produktion ins Ausland an, um die EU-Strafzölle so zu umgehen. Trump rief danach via Twitter in seinem ihm eigenen Stil indirekt zum Boykott von Harley Davidson auf.
Insgesamt ein sehr zu empfehlender Artikel, der viele Facetten der europäischen Strafzölle beleuchtet.