PR: Neu – Laphroaig 30yo

Gestern wurde der Laphroaig 30yo auf einer Veranstaltung in Berlin vorgestellt (wir waren dabei und werden davon noch berichten), hier erst einmal die offizielle Presseaussendung von Beam Suntory zum Release der neuen Abfüllung, die ab sofort in limitierter Stückzahl auch in Deutschland erhältlich sein wird:

Exklusiver Scotch Single Malt Whisky: Laphroaig 30yo besticht durch höchste Qualität

Frankfurt am Main, 02. September 2016 Seine Heimat ist die schroffe und weite Landschaft Schottlands. Sein Geschmack spiegelt die jahrhundertealte Whisky-Tradition der LaphroaigDestillerie wider, die Anfang des 19. Jahrhunderts auf der Insel Islay begann. Mit dem Laphroaig 30yo bringt Beam Suntory im September eine Abfüllung von höchster Qualität auf den Markt.

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Komplexe Zusammensetzung sorgt für einen unverkennbaren Geschmack

30 Jahre – so lange hat der neue Laphroaig in Bourbon-Fässern aus Weißeichen-Holz gereift. Das Ergebnis ist ein ausbalancierter und außergewöhnlich weicher Geschmack. Ein Zusammenspiel von Mandarinen und Mango rundet das Aroma gerösteter Mandeln und Kokosnuss ab. Torf-Öle, die nach Zedern, Wintergrün und rauchigem Salbei duften, verleihen dem edlen Single Malt Whisky einen unverkennbaren und charakteristischen Geschmack. Im Abgang ist er lang und komplex – mit einem Hauch von Steinobst und grünem, handgerollten Tabak. „Der Laphroaig 30yo veredelt besondere Genussmomente und ist eine wahre Rarität. Denn eine Reifezeit von 30 Jahren ist selten“, sagt Master Distiller John Campbell. „Das macht diesen Single Malt zu einem sehr exklusiven Whisky.“

Basis ist ein über 200 Jahre altes Rezept

Die beiden Brüder Alexander und Donald Johnston haben 1800 das Rezept für den ersten Laphroaig entwickelt – einen besonders reichhaltigen Single Malt. Bis heute zeichnen sich die Whiskys von Laphroaig durch ihren unverkennbaren rauchig-torfigen Geschmack aus. Noch immer werden sie nach alter Tradition hergestellt. Dabei wird Gerstenmalz über Torffeuer getrocknet. Der Rauch des geruchsintensiven Torfs von der Insel Islay verleiht dem Laphroaig sein reiches und einzigartiges Aroma.

Der Laphroaig 30yo hat 53,5 Vol. % und ist ab September in deutschen Fachgeschäften sowie Online als limitierte Edition erhältlich.

Neu: Redbreast Lustau Edition

Von Redbreast gibt es eine neue Abfüllung zu vermelden: Redbreast Lustau Edition. Lustau ist eine der berühmtesten Sherry-Bodegas Spaniens, und dementsprechend ist der Redbreast Lustau Edition in first fill Oloroso Sherry Casks aus der Bodega in Jerez gereift und trägt im Geschmack all jene Noten, die durch die Reifung in Sherryfässern verstärkt oder herausgearbeitet werden.

Der Redbreast Lustau Edition ist mit 46% abgefüllt und wird übrigens eine permanente Erweiterung der Range werden. Er wird noch im September auf den Markt kommen und anfänglich in Irland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und auch Deutschland erhältlich sein. Ab Oktober wird man ihn dann auch in den USA finden. Preis in Großbritannien: 55 Pfund.

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Serge verkostet: Tormore

Tormore in der Speyside wurde erst 1960 erbaut und gehört damit zu den jüngeren „klassischen“ Destillerien in Schottland. Serge Valentin hat zwei unabhängige Abfüllungen aus der architektonisch recht interessanten Brennerei verkostet, eine von Gordon & MacPhail und eine vom unabhängigen österreichischen Abfüller Single Cask Collection. Beide werden von ihm wohlwollend aufgenommen:

  • Tormore 1997/2014 (46%, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice): 80 Punkte
  • Tormore 20 yo 1995/2015 (53.1%, Single Cask Collection, bourbon hogshead, cask #20143, 220 bottles): 84 Punkte
Die Destillerie Tormore. Foto von Frank Gauert, alle Rechte vorbehalten.
Die Destillerie Tormore. Foto von Frank Gauert, alle Rechte vorbehalten.

Neu: Benromach Hermitage 2007

Die neueste Ausgabe der Benromach Wood Finish Range ist heute offiziell vorgestellt worden. Der Benromach Hermitage 2007 folgt dem Bottling des Vorvorjahres und reifte zunächst sechs Jahre in Bourbon Barrels. Danach wurde er in Fässer aus der Hermitage Appellation d’Origine Contrôlée im Gebiet der nördlichen Rhône umgefüllt, wo er weitere 31 Monate reifen durfte.

Der Geschmack wird in der Originalinfo wie folgt beschrieben:

Aromas of sweet summer fruits and zesty lemon and lime. This is followed by a touch of vanilla and cinnamon, and underlined by peat smoke with a peppermint edge. On the palate, it’s a sweet, fruity dram, with succulent dark cherry and orange flavours combining with creamy milk chocolate to create a gentle smoky edge and a long, fruity finish.

Also: Aromen süßer Sommerfrüchte und würzige Noten von Zitrone und Limette. Danach ein Hauch Vanille und Zimt, darunter Torfrauch mit etwas Pfefferminze. Am Gaumen süß und fruchtig, mit saftigen dunklen Kirschen und Orangentönen, kombiniert mit cremiger Milchschokolade, die in ein sanft rauchiges, langes und fruchtiges Finish münden.

Der mit 45% abgefüllte Whisky ist der neueste in der Serie der Wood Finishes von Benromach, davor gab es den Hermitage 2005, den Château Cissac 2006 und den Sassicaia 2007.

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Neu: Glenfiddich IPA Finish und Glenfiddich Project XX

Zwei neue Abfüllungen aus der Destillerie Glenfiddich sind heute vorgestellt worden – von beiden wissen wir allerdings noch nicht, wann und ob sie auch in unsere Länder kommen. Beide klingen jedenfalls interessant, und sollten wir etwas über ihre Verfügbarkeit erfahren, lassen wir es Sie natürlich wissen. Beides sind übrigens KEINE Limited Editions, sondern werden immer wieder nachproduziert, wie man aus der Destillerie erfahren konnte.

Der erste neue Whisky ist der Glenfiddich IPA Finish, der in Bierfässern (IPA – Indian Pale Ale) gefinished wurde, die aus der Speyside Craft Brewery von Seb Jones stammen, der auch die initiale Idee für diese Abfüllung hatte. Die Fässer wurden einen Monat lang mit einem speziell kreierten IPA gefüllt, um dann an die Destillerie übergeben zu werden, wo der Whisky dann drei Monate in ihnen reifte. Die Zitrusnoten des IPA sollen die floral fruchtigen Eigenschaften des Whiskys laut Brian Kinsman besonders gut unterstützen.

Abgefüllt wird der Whisky mit 43%, er kostet in seiner Heimat 45 Pfund.

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Whisky Nummer zwei ist der Glenfiddich Project XX (XX steht hier für die lateinische 20). Zwanzig Brand Ambassadors für Glenfiddich haben hier aus einer Unzahl von Einzelfässern ihre 20 Favoriten herausgesucht, darunter ex-bourbon and refill American oak casks, refill sherry und port casks – und Brian Kinsman hat diese dann mit seiner Erfahrung zum Project XX geblendet. Abgefüllt mit 47%, kostet er in Großbritannien 50 Pfund.

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Glen Scotia mit drei, Loch Lomond mit vier neuen Abfüllungen im Travel Retail

Wie The Whisky Lady heute berichtet, wird Glen Scotia 2017 mit zwei neuen Bottlings und einer schon im normalen Handel erhältlichen Abfüllung in den Global Travel Retail gehen.

Die beiden neuen Abfüllungen sind ein altersloser Whisky, der Glen Scotia Campbeltown 1832 (seinen Namen hat er vom Geburtsjahr der Destillerie) und der Glen Scotia 16yo, der im Styling dem neuen Auftritt angepasst ist und wohl die Wiederbelebung des kurzfristig eingestellten 16jährigen Glen Scotia darstellt.

Die dritte Abfüllung ist der Glen Scotia Victoriana, der aus stark gekohlten Eichenfässern und Oloroso Sherry Casks stammt und keine Altersangabe trägt.

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Von Loch Lomond wird es ab 2017 vier neue Abfüllungen im Travel Retail geben, die aus allen vier unterschiedlichen Stills der Destillerie stammen: Den Loch Lomond 12yo (er kommt aus zwei der vier Stills), den Inchmurrin Madeira Cask Finish (er kommt nur aus den Pot Stills), einen Loch Lomond Single Grain und den Loch Lomond Signature, einen Blend, der im Solera-Verfahren abgefüllt wird.

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Preislich werden sich alle Whiskys der Loch Lomond Group zwischen 25 und 75 Pfund ansiedeln.

Brown-Forman: 5% weniger Verkäufe

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Von Brown-Forman, dem Unternehmen hinter Jack Daniel’s (und mittlerweile auch BenRiach, Glenglassaugh und Glendronach) kommen wenig erfreuliche Zahlen: Die Nettoverkaufserlöse sind in den ersten drei Monaten des Jahres um 5% auf 661 Millionen Dollar zurückgegangen, berichtet der Lexington Herald Leader.

Ein Gutteil des Minus kommt vom dramatischen Rückgang in den Verkäufen des Jack Daniel’s Tennessee Fire, einem aromatisierten Spirit Drink, der in den USA deutlich an Beliebtheit verloren hat. Weiters spielen Wechselkursprobleme und der Verkauf von zwei Marken (Southern Comfort und Tuaca) eine Rolle für den Rückgang.

Ein interessantes Detail am Rande: Laut dem Artikel ist die Nachfrage nach gebrauchten Bourbonfässern durch die schottische Whiskyindustrie deutlich eingebrochen.

Kommentare und Detailzahlen zum Geschäftsergebnis können Interessierte dem verlinkten Artikel entnehmen.

Aus der Jack Daniels Distillery, Foto von Serge Melki, CC-Lizenz
Aus der Jack Daniels Distillery, Foto von Serge Melki, CC-Lizenz

Pernod Ricard: Weniger verkauft – mehr Gewinn

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In der Berichtsperiode, die mit diesem Juni endete, konnte Pernod Ricard (dem Unternehmen gehört unter anderem Jameson) seinen Gewinn über das letzte Jahr von 861 Millionen Dollar auf 1.24 Milliarden Dollar steigern (alle Bereiche zusammen).

Diese erfreuliche Nachricht wird allerdings durch einen merklichen Rückgang der Verkäufe getrübt, wie das Wall Street Journal berichtet: In den letzten drei Monaten der Finanzperiode sind die Verkäufe gesunken. Konkret gesprochen ein Rückgang von 9% in Amerika, 2% in Europa und 10% in Asien und dem Rest der Welt (9% Rückgang in China).

Im Bereich Whisky ging der Verkauf von Chivas um 4% zurück, während sich Jameson um satte 16% steigern konnte.

Insgesamt erwartet das Haus auch im nächsten Finanzjahr 2017 einen Gewinnanstieg von zwei bis 4 Prozent, da sich die Rahmenbedingungen für die Spirituosenindustrie deutlich verbessert haben.

 

Serge verkostet: Jura

Die Destillerie Jura auf der gleichnamigen Insel hat erst vor einigen Tagen eine neue Abfüllung angekündigt (wir berichteten hier). Um diese geht es heute bei Serge Valentin nicht, sondern um zwei unabhängige Bottlings, beide mit altem Whisky darin – von Cadenhead (kürzlich veröffentlicht) und Berry Bros. & Rudd (hat schon vier Jahre seit der Abfüllung auf dem Buckel).

Eine Einsicht, die man aus der Verkostung von heute gewinnen kann: Früher war auch nicht immer alles besser – die ältere der beiden Abfüllungen kann gerade einmal 65 Punkte erreichen (Serge könnte sich allerdings einen technischen Fehler bei seinem Sample vorstellen), das neuere Bottling von Cadenhead bekommt hingegen 90 Punkte.

  • Jura 30 yo 1986/2016 (42.5%, Cadenhead, Single Cask): 90 Punkte
  • Jura 35 yo 1976/2012 (55.1%, Berry Bros & Rudd, cask ref #BBR 889): 65 Punkte
Die Destillerie Jura. Fotorechte: Gerald Petö
Die Destillerie Jura. Fotorechte: Gerald Petö

Whisky des Monats September: Kilkerran 12yo

Auch im September 2016 stellen wir Ihnen auf Whiskyexperts wie in jedem Monat seit über drei Jahren einen Whisky vor, den wir beachtenswert finden. Die Kriterien sind einfach: Der Whisky muss uns nicht nur schmecken, sondern auch landläufig erhältlich sein – und zusätzlich in einem leistbaren Preisrahmen liegen. Oft fällt die Wahl nicht leicht. Diesmal aber war es eine eindeutige Entscheidung: Unser Whisky des Monats ist der 12jährige Kilkerran aus der Glengyle Distillery in Campbeltown.

Die Leute rund um die Destillerie Springbank haben mit der Glengyle-Destillerie die momentan dritte Brennerei in Campbeltown aus der Taufe gehoben (neben der eigenen Destillerie Springbank gab es in letzter Zeit ja nur mehr Glen Scotia – alle anderen der unzähligen Destillerien der Region haben schon vor langer Zeit zugesperrt). Glengyle wurde 1872 von William Mitchell, dem Besitzer von Springbank, gegründet und musste Anfang des 20. Jahrhunderts wieder zusperren. Im Jahr 2000 hat der Besitzer von Springbank, der ein direkter Nachfahre Mitchells ist, die Destillerie renoviert und 2004 in Betrieb genommen.

Glengyle Distillery in Campbeltown
Glengyle Distillery in Campbeltown

Seitdem machte die „Work in Progress„-Reihe der Destillerie, die den Whisky unter dem Namen Kilkerran abfüllt, gehörigen Eindruck. Je älter der Whisky wurde, desto mehr lobten Whiskyfreunde seinen Stil und Geschmack. Und als die ersten Proben des Kilkerran 12yo in Umlauf kamen, hatte sich an dem guten Gesamteindruck nichts geändert: Ein erstaunlich reifer, erwachsener und unverschnörkelter Campbeltown-Malt, der gut trinkbar ist, gut schmeckt und die typische Salzigkeit von Malts aus der Region zeigt. Serge Valentin bewertete ihn mit satten 90 Punkten.

Der Kilkerran12yo im Kreis seiner Vorläufer. Bild: Whiskyexpers
Der Kilkerran12yo im Kreise seiner Vorläufer. Bild: Whiskyexperts

Und das Beste daran: Der Whisky kostet um die 40 bis 45 Euro die Flasche, sitzt also im unteren Bereich des Preisgefüges. Diese löbliche Mischung aus Qualität und Preis macht ihn für Einsteiger wie Fortgeschrittene gleichermaßen interessant. Den Titel „Whisky des Monats“ bei Whiskyexperts hat sich der Kilkerran 12yo also redlich verdient.

Zum Kilkerran 12yo möchten wir Ihnen auch drei Videos präsentieren, die mehr über die Destillerie Glengyle erzählen und ein wenig in die Philosophie der Betreiber einführt. Gemeinsam bieten sie über 20 Minuten Geschichte und Geschichten. Viel Vergnügen dabei!

Slowdrink.de – die Herbsttermine sind online

Es hat schon Tradition bei uns, auf Whiskyexperts auf die Termine unseres Freundes und Malt Maniacs Pit Krause von slowdrink.de hinzuweisen. Auch in diesem Jahr wollen wir das tun, zumal Pit uns gerade darüber informiert hat, dass die Herbsttermine jetzt komplett und online abrufbar sind.

Die Termine der Veranstaltungen, die sich zumeist mit erstklassigen und besonderen Whiskys, aber manchmal auch mit anderen Spirituosen beschäftigen, und weiterführende Infos können Sie auf dieser Seite nachlesen.

Malt Maniac Pit Krause - Copyright Ernst J. Scheiner 2014.
Malt Maniac Pit Krause – Copyright Ernst J. Scheiner 2014.

TSB: Die Geschichte von The Glenlivet

Auf the Spirits Business findet sich heute ein Artikel über die Geschichte der Destillerie und der Marke The Glenlivet, die ja im vorigen Jahr unter der Ägide von Pernod Ricard zur weltweit größten Whiskymarke aufstieg und sich diesen Titel von Glenfiddich sicherte.

Im einleitenden Artikel werden die aktuellen Entwicklungen und die Anfänge der Destillerie beleuchtet, um dann auf den nächsten drei kurzen Seiten eine Timeline der Marke von 1822 bis 2015 zu zeigen. Für den schnellen Überblick durchaus interessant.

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Glenlivet. Picture von Y. Kono. Published under GNU License
Glenlivet. Picture von Y. Kono. Published under GNU License

Exklusiv: Ein Besuch bei Michel Couvreur

Frank Jerger von Whisky for Life aus Frankfurt, Marco Bonn und Sascha Windt vom Brühler Whiskyhaus, Generalimporteure der Marke Michel Couvreur, waren vor zwei Tagen auf Besuch bei den Erben des leider bereits 2013 verstorbenen Michel Couvreur, um dort die Keller zu besichtigen, neue Abfüllungen zu verkosten – und eine Überraschung vorzubereiten, über die sie zur gegebenen Zeit informieren werden. Sie haben ihre Eindrücke von der Reise niedergeschrieben und fotografiert – wir dürfen diesen Bericht exklusiv für Sie veröffentlichen. Viel Vergnügen dabei!

Ein Besuch bei Michel Couvreur

29. August 6:15 Uhr: Der Wecker klingt und es ist wohl völlig unnötig zu erwähnen, dass diese Uhrzeit für Whiskyhändler absolut unchristlich ist und wir uns um diese Zeit normalerweise noch einmal im Bett umdrehen und allen seriösen Menschen das Aufstehen gerne überlassen.

Doch nicht so heute, voller Elan aus dem Bett gesprungen, oder war es doch eher gerollt? Rasieren, Zähne putzen, duschen, Frisur sitzt, es kann endlich losgehen. Knapp 600 Kilometer Wegstrecke ins Burgund, genauer gesagt nach Bouze Les Beaune liegen vor uns. Uns? Das sind Frank Jaeger – Kopf und Nase von Whisky for Life in Frankfurt sowie Marco und Sascha vom Brühler Whiskyhaus. Dieses Trio ist wohl der skurrilste und zugleich fachkundigste Michel Couvreur Fan Club, den Deutschland zu bieten hat – und nebenbei sind wir auch die Importeure für die Abfüllungen aus der Höhle des Michel Couvreurs.

Nach gut 6 Stunden Fahrt kamen wir in den Mittagsstunden bei Familie Couvreur an und wurden fast schon wie alte Freunde von Michel Couvreurs Witwe, seiner Tochter Alexandra, dem Schwiegersohn Cyrill und dem langjährigen Kellermeister Jean-Arnaud begrüßt.

5 Minuten Smalltalk, mehr hielten wir einfach nicht aus und drängelten wie kleine Kinder unterm Weihnachtsbaum, wann wir denn nun endlich in das Heiligste – das Fasslager herabsteigen könnten.

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Dort angekommen war er wieder da, dieser so unvergessliche Aromeneindruck von Sherry, Eichenholz, den typischen Aromen eines Lagerhauses wie Ihr es sicherlich auch aus Schottland, Irland und Co. kennt, gepaart mit der moosigen, waldigen Grottennote die man aus Tropfsteinhöhlen kennt. Und genau mit einer solchen Tropfsteinhöhle lässt sich das verschlungene Lagerlabyrinth des 2013 verstorbenen Michel Couvreur am besten beschreiben.

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Zum Start eines fast 5 stündigen Tasting- und Anekdotenmarathon reichte uns Jean-Arnaud erst einmal einen 1922er Sherry, der unsere Geschmacksknospen mit wahnsinnig viel Walnuss, Apfel und Marzipan verwöhnte. Ein Erlebnis, welches hätten wir nicht ziemlich schnell danach den ersten Whisky probieren können, sicherlich Stunden lang den Gaumen in Beschlag genommen hätte.

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Nun ging die Reise durch die Gänge richtig los. Vom jungen 2 jährigen Malt, der schon jetzt durch Komplexität und unglaublich viel Frucht brilliert, über rein französisches Destillat, welches in einem französischen Süßweinfass reift, zu alte Fassexperimente vom 1972er Armagnac und einer Bere Barley Abfüllung, die noch vom Meister selbst kreiert wurde, war alles vertreten und lies uns teilweise mit offenem Mund und voller Staunen zurück.

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Auch die ersten Rumabfüllungen, welche uns schon im Frühjahr so sehr in Ihren Bann gezogen haben, mussten einer gründlichen Qualitätsprobe unterzogen werden. Wahnsinn, was sich in gerade einmal 6 Monaten getan hat. Leider waren Cyrill und Jean-Arnaud nicht zu erweichen, sodass es diese Abfüllungen wohl erst in ein paar Jahren zum Vervollständigen der Couvreur Range geben wird.

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Jetzt aber zu den wohl wichtigsten Erkenntnissen unseres Kurztrips: Michel Couvreur Whisky bleibt sich selber treu. Rund 3 Jahre nach Michel Couvreurs Tod, können wir verkünden, dass sich im Keller die alte Tradition der drei Grundprinzipien „Qualität, Qualität und noch einmal Qualität“ weiter fortsetzt.

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Serge verkostet: Bruichladdich mit Wein-Finishes

Es gab eine Zeit bei Bruichladdich, da war kein leeres Weinfass vor der Experimentierfreude der Destillerie sicher. Aus diesen Jahren resultieren eine Menge Abfüllungen mit Weinfinishes, die auch jetzt noch nach und nach das Licht der Öffentlichkeit erblicken.

Zwei dieser Abfüllungen, und zwar aus Fässern, die vorher spanische Weine enthielten, hat Serge Valentin für seine heutige Verkostung einer Bewertung unterzogen, und geht man nur rein nach der Punktezahl, dann scheint Serge sagen zu wollen, dass man vieles machen kann, aber nicht alles machen muss. Aber gerade bei so ausgefallenen Abfüllungen ist es so, dass sie polarisieren, also Liebhaber genauso finden wie Leute, die mit ihnen nichts anfangen können. Hier die Wertungen:

  • Bruichladdich 23 yo 1992/2015 ‘Douglas Clyne’ (48.9%, OB, valinch, bourbon/Figuero, cask #009 R09/125, 396 bottles): 79 Punkte
  • Bruichladdich 11 yo 2005/2016 (57.2%, Claxton’s, Rioja wine cask, cask #1605-1052): 81 Punkte

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