Eine Vertikalverkostung, also lauter Abfüllungen aus einer Destillerie, steht heute am Programm bei Serge Valentin, und dafür hat er sich die Highland-Destillerie Glenturret, die Heimat des Blends „Famous Grouse“ (das berühmte Waldhuhn) ausgesucht. Aber Glenturret macht natürlich nicht nur diesen Blend, sondern auch Single Malts, die man bei verschiedenen unabhängigen Abfüllern und als Originalabfüllungen finden kann. Hier und heute geht es aber um die Unabhängigen, im Alter von 13 bis 37 Jahren.
Glenturret 2002/2015 (43%, Gordon & MacPhail, The MacPhail’s Collection): 95 Punkte
Glenturret 21 yo 1994/2015 (51.6%, Creative Whisky Co., Exclusive Malts, 10th anniversary, 263 bottles): 77 Punkte
Glenturret 37 yo 1977/2014 (48.2%, Sansibar, 90 bottles): 96 Punkte
Glenturret 35 yo 1977/2013 (49.2%, The Whisky Agency, Private Stock, refill hogshead, 227 bottles): 85 Punkte
Der Eingang zu Glenturret. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Noch einen Reisebericht möchten wir Ihnen heute präsentieren, diesmal einen englischsprachigen: Die Spellers waren im Zuge ihrer Schottlandreise auch bei der Destillerie Fettercairn in den Highlands, und haben uns von dort einen Besuchsbericht unter dem schönen Titel „Rainbow-making Unicorns – Fettercairn distillery“ mitgebracht. Auch hier erfahren wir etwas über die spezifischen Produktionsmethoden in der Destillerie und zum Beispiel, dass man dort in den Lagerhäusern momentan knapp 30.000 Fässer reifen lässt.
Für die, die selbst einmal bei Fettercairn vorbeischauen wollen (und ja, es gibt ein Besucherzentrum), haben die Spellers auch die etwas trickreiche Anfahrt gut beschrieben.
Die Veranstalter der Whiskymesse Rüsselsheim haben uns Informationen zu der am 24. und 25. September stattfindenden Veranstaltung gesendet, die wir Ihnen, wie auch schon in den Vorjahren, gerne weitergeben. Diese und andere Whiskymessen finden Sie natürlich auch in unserem Eventkalender, mit dessen Hilfe Sie Ihre Messebesuche rund ums Jahr planen können. Hier nun der Pressetext:
Whisky-Messe Rüsselsheim – Qualität pur
Im historischen Ambiente der altehrwürdigen Festung findet von Samstag, den 24. September bis Sonntag, den 25. September 2016 die 8. Whiskymesse Rüsselsheim statt. 25 renommierte Aussteller aus ganz Deutschland präsentieren ihre flüssigen Diamanten. Das breite Portfolio verspricht Raritäten, aktuelle Fass-Abfüllungen sowie Neu-Auflagen aus der heimischen und internationalen Whisky-Szene.
Günstige Master-Classes mit jeweils drei Samples bieten Besuchern eine erste qualitative Orientierung. Individuelle Verkostungen eröffnen sensorische Ereignisse, die in Fachgesprächen mit Ausstellern und Importeuren erörtert und vertieft werden. Tausend Premium-Whiskys gilt es zu entdecken, zu bewerten und miteinander zu vergleichen. Das Team um den Organisator Willi Schildge schafft ein familiäres Eldorado für Einsteiger und Kenner, in dem sich jeder Gast besonders wohl fühlt. Die entspannte Begegnung mit dem Wasser des Lebens wird in Rüsselsheim stets zu einem außergewöhnlichen und wertigen Erlebnis.
Die Eckdaten:
Öffnungszeiten: Samstag von 12:00 – 21:00 Uhr
Eintritt: € 8,- inkl. Nosingglas
Kartenvorverkauf: € 7,- bei Willis-Whiskytasting Kürbisstr.36 65428 Rüsselsheim (www.willis-whiskytasting.de)
Es wird noch ein wenig dauern, bis wir den ersten Whisky aus der Annandale Distillery in den Lowlands, an der Grenze zum Lake District, verkosten können – die Produktion dort hat erst im November 2014 wieder begonnen. Aber natürlich ist das Interesse an ihr unter Whiskyfreunden groß, ist sie doch eine wiedereröffnete Traditionsdestillerie mit fast 200 Jahren Geschichte in den alten Gemäuern.
Petra Milde hat Annandale besucht und von dort einen bebilderten Reisebericht mitgebracht, in dem sie, wie üblich, Wissenswertes über die Destillerie und die Produktion aus den Verantwortlichen herausgekitzelt hat, auch wenn das diesmal schwieriger gewesen sein dürfte als sonst:
Ich besuchte die Annandale Distillery im Juni. David Thomson war leider zu der Zeit nicht vor Ort. Malcom Rennie, zuvor Master Distiller, ist mittlerweile nicht mehr fest angestellt bei Annandale, er steht der Brennerei aber noch beratend zur Seite. So kann ich euch hier die Bilder einer herkömmlichen Besuchertour bieten, bei der leider in den Lagerhäusern nicht fotografiert werden darf. Dass es trotzdem praktisch zu einer privaten Tour wurde, ist der Tatsache zu verdanken, dass ich sehr früh morgens dort war und an der ersten Tour keine weiteren Besucher teilnahmen. Unser junger Tourguide Frederick war sehr nett und beflissen, aber in Sachen Whisky und Herstellung ein frisch „Neigschmeckter“, wie man hier im Schwabenländle sagt.
Mehr über die Destillerie in Wort und Bild auf Petras Blog.
Das Sonntagsvideo von heute nimmt uns wieder mit auf einen Quadcopter-Flug – diesmal betrachten wir die Destillerie BenRiach in der Speyside von oben. Vor fast genau einem Jahr aufgenommen, zeigt es eine Abendstimmung im August.
Die Destillerie, eingebettet in Wiesen und Felder, gehüllt in sanftes Licht – genießen Sie die dreieinhalb Minuten, die Willie McPhelim aufgenommen und auf Youtube hochgeladen hat…
Die Speyside-Destillerie Knockdhu (sie produziert den anCnoc-Whisky) bietet als Neuerung ab sofort Touren durch die Destillerie an. Geführt werden sie von Lorraine Kennedy, die nun dort als Tour Guide angestellt ist. Auf der Website von Knockdhu können Sie ein kurzes Interview mit ihr finden, in dem sie sich und die Atmosphäre der Destillerie beschreibt.
Ganz einfach vorbeischneien kann man dort allerdings nicht zu den Touren – eine vorige Anmeldung unter der schottischen Telefonnummer 01466 771223 oder per email unter kennedyl@inverhouse.com ist notwendig – dann kann man eine der Touren durch die kleine, aber feine Brennerei, die von Montag bis Freitag um jeweils 10:00 und 14:00 starten, buchen.
Tour Guide Lorraine Kennedy vor der Destillerie Knockdhu. Bild: Knockdhu Distillery.
Auf Great Drams können Sie heute eine Zusammenstellung von zehn Whiskys finden, die man dort als für Einsteiger gut geeignet hält. Es handelt sich dabei um schottische Single Malts und einen Blend – zwei irische Whiskeys sind zusätzlich in der Liste enthalten.
Wenn es auch natürlich wesentlich mehr als diese zehn Whiskys gibt, die man Einsteigern empfehlen kann, so ist unserer Meinung nach in der Liste keiner dabei, der ein Fehlgriff wäre. Sie bieten verschiedene Geschmacksrichtungen, zeigen geradlinige Abfüllungen ebenso wie solche mit Finishes – und sind in einem leistbaren Preisbereich und im Fachhandel weit verbreitet. Einzig beim Glenmorangie Tùsail könnte es etwas schwieriger werden, ihn zu bekommen, und der Big Peat muss nicht unbedingt die Weihnachtsausgabe sein :-).
Die Liste ist aber, so finden wir, auch für passionierte Whiskyfreunde nützlich – können doch die genannten Abfüllungen zumeist als „daily dram“ eine gute Verwendung finden – oder als Ausgangspunkt für eigene Überlegungen, was man denn Freunden, die mit dem Whisky beginnen wollen, so empfehlen könnte…
Hermann Suppanz gehört mit seinem Label „Alambic Classique“ zu den ältesten unabhängigen Abfüllern Deutschlands. Mit über 35 Jahren Erfahrung kann er natürlich einiges aus dem Nähkästchen plaudern, und dies tut er in einem Portrait, das sich auf der Seite des Whisky-Clubs Fränkische Schweiz findet. Autor Patrick Grasser hat Suppanz in seiner schwäbischen Heimat Bad Wörishofen besucht und mit ihm gesprochen. Hier ein Auszug aus dem Artikel:
Gute persönliche Kontakte sind entscheidend, um solche besonderen Whiskies überhaupt zu bekommen: „Bei Ben Nevis ist es zum Beispiel so, dass ich den Manager, Colin Ross, schon seit vielen Jahren kenne.“ Daneben sind Weitsicht und langfristiges Denken entscheidende Kriterien, um im andauernden Whiskyhype nicht irgendwann auf dem Trockenen zu sitzen: „Ich habe mir vor vielen Jahren auch junge Fässer gekauft und dann erst einmal liegen lassen.“
Trotzdem finden sich inzwischen auch jüngere Whiskies im Alambic Classique Portfolio. „Die Preise für die Fässer sind enorm gestiegen und alte Whiskies werden immer knapper. Deshalb suche ich auch immer gute junge Whiskies.“ Beispiele dafür sind zwei Whiskies, die gerade erst abgefüllt wurden und die während unseres Gesprächs auf dem Tisch stehen: Ein 2008er Glenallachie Sherrycask aus der Special Vintage Serie und ein 2008er Glentauchers Nicaragua Rum Cask aus der Double Matured Serie: „Das sind zwei schöne Trinkwhiskies. Die sind einfach fein zum Trinken.“
Mehr über Suppanz, seine Abfüllungen und seine Ansichten zum Thema Whisky im verlinkten Artikel.
Die Single Malt Szene in den USA wird um eine weitere Abfüllung bereichert: Den Copperworks Single Malt Whiskey. 1350 Flaschen davon wird es ab 27. August geben, und man kann sie nur über Vorreservierung durch ein Ticketsystem auf der Website der Copperworks Distillery in Seattle erhalten – man muss also schon ein ziemlicher Geek sein, um ihn sich von hier aus zu sichern, zumal man ihn nur zu Adressen in den USA senden lassen kann.
Interessant aber ist er ohne Zweifel: Der Copperworks ist aus einer Craft Beer Maische destilliert, aus 100% „pale malted barley“, im Pot Still-Verfahren zweifach destilliert und für 30 Monate, also zweieinhalb Jahre, in neuen american oak barrels gereift. Nach schottischen Vorschriften wäre er zu jung für einen Whisky, aber in den USA gelten andere Regeln.
Kosten wird der mit 52% abgefüllte Whiskey 60 Dollar, und wie gesagt: Ein Direktimport ist nicht möglich. Aber: Wo Neugier ist, ist meist auch ein Weg 🙂
-4.2% wertmäßig, -3.3% mengenmäßig – das ist die relativ ernüchternde Bilanz des Travel Retails aus dem Vorjahr, was Spirituosen anbelangt. Dabei hätte die Sache noch schlimmer aussehen können, berichtet The Spirits Business.
Zwei Faktoren nämlich haben einen schlimmeren Absturz verhindert: Zunächst einmal hat die Kategorie Gin besser als im Vorjahr verkauft – gleich um 6%. Und: Das Luxus-Segment hat ebenfalls noch zulegen können, so wie das untere Ende des Verkaufsspektrums, denn im Value-Bereich gab es ebenfalls einen Zuwachs von 2.2%.
Das Standard-Segment hingegen sackte um 6.4% ab – und während die Zahlen natürlich nicht nur Whisky betreffen, so gelten sie natürlich durch seine Stärke im Travel Retail auch mit Varianzen für ihn.
In unserer heutigen Folge von Whisky im Bild möchten wir Ihnen die Caledonian Hall (die im Jahr 2011 erbaute Veranstaltungshalle, die dem Lagerhaus vorgelagert ist) und das Innere eines Warehouse von Edradour zeigen. Die beiden Bilder aus der 1825 gegründeten kleinen Highland-Destillerie von Andrew Symington stammen, wie so oft in letzter Zeit, von Marcel Freudenstein, der von seinen Schottlandreisen wunderschöne Aufnahmen mitbringt.
Edradour – die dem Lagerhaus vorgelagerte Caledonian Hall. Bildrechte bei Marcel FreudensteinEdradour – das Innere des Lagerhauses. Bildrechte bei Marcel Freudenstein
Danke an Ernie Scheiner für die ergänzenden Erläuterungen, die die Beschreibungen treffsicherer machten.
Soeben angekündigt: Schon zum dreizehnten Mal bringt BenRiach seine Single Cask Bottlings auf den Markt – sehr limitierte und gleichzeitig sehr begehrte Einzelfassabfüllungen aus der Speyside-Destillerie. Auch heuer sind es wieder zwölf verschiedene Bottlings, die vom Jahr 1975 bis ins Jahr 1999 reichen.
Sie sind wieder sehr unterschiedlich: Verschiedene Finishes (Oloroso, Pedro Ximenez, Tokajer, Madeira, Claret, Burgundy und Tawny Port) von Whiskys, die aber gleichzeitig in einem anderen Fass der selben Kategorie reiften, ein dreifach destillierter Whisky mit PX Finish und zwei getorfte Abfüllungen. Reine Bourbon Fässer fehlen, im Vergleich zum Vorjahr, komplett.
Hier die vollständige Liste mit allen Daten:
1975 cask # 7028 / 40 years old / Sherry Butt / Peated / 53% vol.
1976 cask # 5462 / 39 years old / Port Hogshead / Peated Tawny Port Finish / 53.8% vol.
1977 cask # 3111 / 38 years old / Port Hogshead / Tawny Port Finish / 43.1%vol.
1978 cask # 3114 / 37 years old / Port Hogshead / Tawny Port Finish / 48.8% vol.
1986 cask # 3183 / 30 years old / Pedro Ximenez Sherry Hogshead / Peated Pedro Ximenez Sherry Finish / 55.6% vol.
1986 cask # 7569 / 29 years old / Oloroso Sherry Butt / Peated Oloroso Sherry Finish / 51% vol.
1991 cask # 6896 / 24 years old / Burgundy Barrel / Burgundy Finish / 50.6% vol.
1993 cask # 7937 / 22 years old / Claret Hogshead / Claret Finish / 54.3% vol.
1994 cask # 4004 / 22 years old / Tokaj Hogshead / Peated Tokaj Finish / 55.1% vol.
1995 cask # 5959 / 20 years old / Madeira Hogshead / Madeira Finish / 53.9% vol%
1998 cask # 6401 / 18 years old / Pedro Ximenez Sherry Puncheon / Triple Distilled Pedro Ximenez Sherry Finish / 57.3% vol.
1999 cask # 5043 / 16 years old / Oloroso Sherry Puncheon / Oloroso Sherry Finish / 56.4% vol.
Die Preise wurden in der Aussendung nicht erwähnt, wir werden sie aber nachreichen.
Loch Lomond produziert ja nicht nur unter dem eigenen Namen, sondern, dank der flexiblen Stills, auch unter vielen anderen, so zum Beispiel Inchmurrin (da gibt es ja jetzt auch eine neue Originalabfüllungsreihe) und Croftengea. Es sind nicht unbedingt Weltberühmtheiten, aber interessant sind sie allemal, weil sie sich dem Mainstream widersetzen. Serge Valentin hat heute zwei davon verkostet, einen unabhängigen Inchmurrin von Signatory, und einen rauchigen Croftengea von Single Cask Nation. Der Signatory Inchmurrin kommt an die 80 Punkte-Marke (nicht die geringste Spur von Geruch nach Babykotze, sagt Serge), der Croftengea noch weitaus höher:
Inchmurrin 18 yo 1996/2015 (43%, Signatory Vintage, refill butt, cask #30, 658 bottles): 80 Punkte
Croftengea 10 yo (56.6%, Single Cask Nation, refill bourbon hogshead, cask #486, 133 bottles): 86 Punkte
Loch Lomond Destillerie, Foto von David Dixon, CC-Lizenz
Bier und Whisky haben sozusagen die selben Eltern – bis zu einem gewissen Zeitpunkt in der Herstellung verlaufen beide Prozesse parallel. In einem Cocktail harmonieren diese beiden Getränke mit dem richtigen Rezept dementsprechend wunderbar.
Wir möchten Ihnen heute einen einfachen Bier-Cocktail mit Twist vorstellen, den Jameson im Rahmen seiner Kampagne für den Jameson Caskmates (ein Whiskey mit einem Craft Beer Barrel Finish) kreiert hat. Ein Cocktail mit einem Twist – nämlich einem gehörigen Schuss Buttermilch.
Hier ist das Rezept zum Nachmachen und Ausprobieren: