Die Entscheidung der Briten über einen Verbleib in oder Austritt aus der EU rückt näher, und es mehren sich die Stimmen, die in der Angelegenheit klar Position beziehen. Eine Stimme davon auf der Seite der Befürworter des Verbleibs in der EU ist die schottische Whiskyindustrie, und diese repräsentiert sich durch verschiedene Personen, die in Summe alle sagen, dass ein EU-Austritt den Whiskyproduzenten eine Menge an Schwierigkeiten bringen würde.
Der Artikel in der Financial Times (ev. hinter Paywall) listet einige Stimmen auf: Liz Truss, die britische Umwelt- und Ernährungsministerin, Ivan Menezes, CEO von Diageo, und David Frost von der Scotch Whisky Association. Tenor: Die EU hat Exporte von Whisky nicht nur in die EU, sondern durch ihre Verhandlungsmacht auch in andere Regionen massiv erleichtert – ein Brexit würde die Position des Landes deutlich schwächen.
Weitere Meldungen dazu (kleines Service, falls die Paywall zuschlägt) finden sich auch auf The Scotsman und auf Guernsey Press.
Man darf gespannt sein, wie sich die Briten entscheiden – zumal es ja um mehr als um Whisky geht…
Und wieder einmal hat Ralfy ein neues Video auf Youtube gestellt, Nummer 582 (ein Zeugnis dafür, wie sehr seine Verkostungen gefallen). Diesmal geht es um den Aberfeldy 12yo, die neu aufgelegte Standardabfüllung der gleichnamigen Highland-Destillerie. Bacardi hat ja die Standard-Range ihrer schottischen Destillerien neu ausgerichtet, und der Aberfeldy 12yo ist ein schönes Beispiel für die Produktpolitik: Altersangaben, halbwegs preiswerter Einstieg, nach oben hin aber dann manchmal doch etwas heftig.
Bei Ralfy schneidet der Aberfeldy 12yo mit 81 Punkten gerade noch über seiner Grenze (unter 80 Punkte wird nichts publiziert) ab, was aber durchaus ein gutes Ergebnis ist, wenn auch kein besonderes. Wie immer sind bei ihm aber auch die Infos rund um den Whisky und das Genießen von Whisky interessant – diesmal zum Beispiel gibt er Tipps, wie man mit der eigenen Bewertung sicherer wird. Interessante 20 Minuten, entweder gleich bei uns oder auf Youtube.
Seit nunmehr neun Jahren ist Iain McAlister Distillery Manager der Glen Scotia Destillerie in Campbeltown, und unter seiner Ägide hat die Marke Glen Scotia einige Wandlungen durchlebt – erst unlängst wieder mit einem kompletten Relaunch der Core Range. Whiskyintelligence hat ihn nun interviewt und versucht, einiges über ihn und seine Arbeit herauszufinden. Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem englischsprachigen Interview:
Q what do you look for in a new whisky?
A I look for balance in new make spirit, with the appropriate higher alcohols that will ultimately give a whisky that is representative of Glen Scotia.
Mehr von und über Iain McAlister hinter unserem Link.
Titelbild: Iain McAlister. Copyright Ernst J. Scheiner
Wir haben natürlich einige interessante Beiträge von unserer Reise zu Lagavulin, Caol Ila und den Port Ellen Maltings, von der wir am Freitag zurückgekehrt sind, mitgebracht. Einen davon möchten wir Ihnen heute als unser exklusives Sonntagsvideo vorstellen.
In diesem Video erklärt das Lagavulin-Urgestein Iain McArthur, der in der Destillerie als Warehouseman arbeitet und über 45 Jahre Whiskyerfahrung vorweisen kann, die traditionelle Methode des Torfstechens. Er tut dies auf einem Torffeld etwas nördlich von Glenegedale auf Islay, und er wird unterstützt von Autor und Schauspieler (Angel’s Share) Charlie MacLean, der uns ebenfalls über die drei Tage unseres Aufenthalts begleitete.
Wir erfahren von Arthur etwas über die traditionellen Werkzeuge, nach welcher Maßeinheit man als privater Torfstecher bezahlt wurde und dass die Destillerien nicht jede Torfart aufkauften – und das auch jetzt noch nicht tun.
Iain McArthur hat ein deutlich schottisch angehauchtes Englisch, und die steife Brise, die während der Aufnahme herrschte, macht es manchmal nicht einfach, alles auf Anhieb zu verstehen, aber unterhaltsam sind die gut drei Minuten hier oder auf Youtube allemal.
Ach ja: Wir waren mit Schal, Haube und dick vermummt angetreten, denn es war alles andere als warm an diesem Vormittag, an dem es früh am Morgen noch Bodenfrost gab. Iain stand im T-Shirt da, und ihm war nicht der Hauch von Frieren anzusehen. Der Unterschied macht nachdenklich…
Wohl nichts für den schmalen Geldbeutel, aber sicher für alle, die Freude an seltenen Tropfen haben, ist die neue Abfüllungsserie von Signatory Vintage, die in den nächsten Tagen über den Generalimporteur Kirsch bei ausgesuchten Fachhändlern in Deutschland erhältlich sein wird. Die Informationen zu den Abfüllungen haben wir von einem der Fachhändler, der Whiskybotschaft, erhalten und bringen sie hier für Sie mit ausführlicher Bebilderung:
Neu – Signatory Rare Reserve
Mit der neuen „Rare Reserve“-Reihe platziert sich Signatory Vintage nun auch im Segment der High-End-Abfüllungen.
Die altbekannten schwarzen Blechtuben der Cask Strength Collection werden durch hochwertigste Holzboxen ersetzt, die mit feinstem Material ausgeschlagen wurden. Einzig gleich bleibt die typische Dekanter-Flaschenform.
Natürlich ist der Flascheninhalt dem Anlaß entsprechend – nur feinste Abfüllungen schaffen es in diese exklusive Reihe. Freuen darf man sich auf folgende Abfüllungen:
Bowmore 1974 – Aged 41 years – Matured in a Hogshead – Distilled: 29.11.1974 – Bottled: 11.01.2016, Cask No.: 9007 – 50,4% Alkoholgehalt – Limitiert auf 108 Flaschen!
Bunnahabhain 1973 – Aged 42 years – Matured in a Refill Sherry Butt – Distilled: 16.12.1973 – Bottled: 11.01.2016, Cask No.: 12145 – 47,9% Alkoholgehalt – Limitiert auf 427 Flaschen!
Glencadam 1972 – Aged 43 years – Matured in a Hogshead – Distilled: 06.10.1972 – Bottled: 02.12.2015, Cask No.: 7820 – 47,0% Alkoholgehalt – Limitiert auf 95 Flaschen!
North British 1959 Single Grain – Aged 51 years – Matured in a Refill Butt – Distilled: 21.12.1959 – Bottled: 31.01.2011, Cask No.: 67876 – 55,6% Alkoholgehalt – Limitiert auf 289 Flaschen
Glenlochy 1980 – Aged 35 years – Matured in a Hogshead – Distilled: 06.11.1980 – Bottled: 02.12.2015, Cask No.: 3231 – 48,0% Alkoholgehalt – Limitiert auf 71 Flaschen!
Glenlochy 1980 – Aged 35 years – Matured in a Hogshead – Distilled: 06.11.1980 – Bottled: 02.12.2015, Cask No.: 3232 – 51,1% Alkoholgehalt – Limitiert auf 218 Flaschen!
Es kam plötzlich, aber nicht wirklich unerwartet, wenn man den Verlauf der Kampagne über die ersten wenigen Tage beobachtet hat: Jim Rutledge hat das Crowdfunding für seine geplante Destillerie nach wenigen Tagen beendet, nachdem die Ergebnisse dort weniger als dürftig waren. Rutledge gibt in einem offenen Brief, den Sie unter anderem auch auf Whiskycast finden, die schlechte Kommunikation, die die Kampagne begleitete, als Grund an. So sei zum Beispiel der Zweck des Crowdfundings nicht richtig vermittelt worden – man hätte auf keinen Fall die Destillerie über diesen Kanal ausfinanzieren wollen.
Rutledge gibt an, genügend Geld über private Kanäle aufbringen zu können, um das Projekt vorantreiben zu können. Wer über Crowdfunding Geld investiert hätte, bekäme dies zu 100% zurück.
Wir wollen diese Woche nicht ohne Verkostungsnotizen zu Ende gehen lassen und schauen uns deshalb in den englischsprachigen Whiskyblogs um. Hier finden wir Notes zu einigen interessanten Whiskys:
The Whiskyphiles durfte den Highland Park Hobbister verkosten, eine zukünftige Distillery Exclusive Abfüllung. Dieser wuchtige ‘heavily-peated’ Highland Park war einer der Whiskyphiles-Favoriten beim #MeetTheBlenders2016 Event bei The Scotch Whisky Experience und erhält 90 Punkte.
Der hauptsächlich in Sherry-Fässern gereifte Ardbeg Dark Cove ist für Whisky for everyone ein „cracker“ und einer der besten Ardbeg Day Abfüllungen, weil er die richtige Balance zwischen süßen und fruchtigen Elementen auf der einen Seite und einem wärmenden Torfrauch auf der anderen Seite findet.
Yoav von The Whisky Gospel nimmt sich dem Bruichladdich Laddie Eight an, eine neue Abfüllung exklusiv für den Travel Retail Markt. Ein unverkennbarer Bruichladdich mit einem überraschend nur einstelligen Alter, findet Yoav und empfiehlt diesen Whisky für ein Last-Minute-Shopping in den Travel Retail-Shops.
Anfang Februar gab es die ersten Hinweise auf eine geplante Destillerie in Bovey Tracey/Südengland (wir berichteten). Schon drei Monate später nimmt die Dartmoor Whisky Distillery konkretere Formen an. Auf ihrer Website, im Februar noch sehr rudimentär, ist nun zu sehen, was Simon Crow und Greg Millar vorhaben.
Destilliert wird mit einer traditionellen Alembic Anlage, die sie aus Cognac/Frankreich bezogen haben und auf der Website zu sehen ist. Ihr Volumen wird, für die Pot Still, mit 1.400 Litern angeben. Die benötigte Gerste werden sie von der Preston Farm in Dartmoor beziehen, gemälzt wird in den Tuckers Maltings, unweit der Brennerei – der Whisky der Dartmoor Distillery wird also ein sehr regionales Produkt werden.
Seit gestern läuft auch, wie bei vielen geplanten kleineren Destillerie-Projekten fast üblich, eine Kampagne bei Kickstarter (inklusive Image-Video). Interessant hier: die normalerweise an solchen Stellen angebotenen Abfüllungen sind nicht zu finden. Gebucht werden können unter anderem verschiedene exklusive Besichtigungen und Events, welche alle noch in diesem Jahr stattfinden sollen. Es wird anscheinend nicht mehr lange dauern, bis die Brennerei das erste Mal ihre Tätigkeit aufnehmen wird.
Bis zum ersten „richtigen“ Whiskey dauert es zwar noch etwas, aber eine erste Kostprobe aus der neuen Teeling Distillery hat es nun zur Marktreife gebracht: Der Spirit of Dublin Irish Poitín ist laut einem Bericht von The Spirits Business veröffentlicht worden. Mit 52.5% abgefüllt ist er ohne Fassreifung in die Flasche gekommen, so wie es sich für einen irischen Poitín gehört. Geben wird es die 0,5l-Flasche um 35 Euro vorerst nur in der Destillerie, am Flughafen Dublin und bei einigen irischen Händlern, es bleibt zu hoffen, dass es die Abfüllung über die Landesgrenzen hinaus auf den Markt schafft – wäre interessant, die ersten Ergebnisse der neuen Destillerie verkosten zu können (auch wenn der irische Ur-Whiskey nicht jedermanns Sache ist).
Am letzten Tag unseres Aufenthalts auf Islay (morgen steht dann die Rückreise an) hatten wir die Gelegenheit, an der Südküste der Insel vier Destillerien vom Wasser aus in Augenschein zu nehmen: Die stillgelegte Destillerie Port Ellen, Laphroaig, die Destillerie Lagavulin und Ardbeg. Und zum Drüberstreuen begegneten wir auch einer Schule Delfine – einige davon haben uns ein Stück unseres Weges der Küste entlang begleitet. Auch davon haben wir ein Bild für Sie.
Ein ausführlicher Bericht über unsere Reise folgt in Bälde…
Vor zwei Jahren tauchte ein Name wieder auf, welcher nur noch den Älteren und den Bourbon-Historikern ein Begriff war. Die Georgetown Trading Co. nahm sich der Marke James E. Pepper Whiskey an. Sie ließ Whiskeys (Bourbon und Rye) in Lawrenceburg, Indiana nach ihren Vorgaben herstellen und brachte ihn unter diesem Namen auf den Markt (der James E. Pepper 1776 Straight Rye Whiskey war übrigens unser Whisky des Monats April 2014, hier können Sie auch die Geschichte des ursprünglichen James E. Pepper Whiskey nachlesen).
Gestern veröffentlichte der Besitzer der Georgetown Trading Co., Amir Peay, seine Pläne, eine James E. Pepper Distillery in Lexington wieder zu errichten. Wie Business Lexington berichtet, soll diese Brennerei eine sogenannte boutique distillery werden. Ihre Kapazität wird nicht ausreichen, den Bedarf für die aktuellen James E. Pepper Whiskeys abzudecken. Vielmehr sollen die dort produzierten Whiskeys zum Blenden verwendet werden. Der allergrößte Teil der Whiskeys soll weiterhin in Lawrenceburg, Indiana produziert werden, abgefüllt wird wie bisher in Bardstown, Kentucky.
Bis Mitte/Ende des nächsten Jahres sollen die notwendigen Arbeiten abgeschlossen sein und die neue James E. Pepper Distillery eröffnet werden.
Auf der Website des Whisky-Club Fränkische Schweiz finden wir heute ein Portrait von Mareike Spitzer, Inhaberin von Irish Whiskeys und Importeurin irischer Whiskeys.
Vor fünf Jahren gründete sie ihren Onlinehandel und konzentrierte sich auf das (zu diesem Zeitpunkt) Nischenprodukt Irischer Whiskey. In den Anfängen hatte sie auf den Whiskymessen mit einigen Vorurteilen der Besucher zu kämpfen, das Image des Whiskeys aus Irland war zu diesem Zeitpunkt nicht das Beste, und auch die in Deutschland verfügbaren Abfüllungen waren übersichtlicher als heutzutage. Seit dem hat sich einiges getan, der Irische Whiskey rückte weltweit mehr und mehr in den Fokus der Whisk(e)y-Genießer. Denn auch abseits der bekannten großen Marken bietet Irland viele hervorragende Abfüllungen, und von den momentan sich im Bau befindenden Brennereien wird auch in Zukunft noch zu hören sein.
Der seit dem 5. März andauernde Streik in der kanadischen Crown Royal Destillerie (wir berichteten) wurde gestern von den Beschäftigten beendet. Zwar wurden nicht alle ihrer Forderungen erfüllt, dennoch sprachen sich, wie bei CTV News Winnipeg zu lesen, 56 % für ein Ende dieses Arbeitskampfes aus. Die Verhandlungen über Löhne, Sozialleistungen, Rentenfragen, Urlaubsansprüche und Krankenzeit werden allerdings weiter geführt.
Unabhängig davon erscheint eine neue Whiskey-Serie der zu Diageo gehörigen Destillerie. Unter dem Namen The Crown Royal Noble Collection soll es jährlich eine limitierte Abfüllung geben. Das erste Bottling, Crown Royal Cornerstone Blend, vereint drei kanadische Whiskey-Sorten: würzigen Rye, Coffey Still Whisky und bourbon-ähnlichen Whiskey, welcher in Fässern aus amerikanischer Weißeiche reifte. Bei The Whiskey Wash wird der Preis dieser Abfüllung mit $60 angegeben. Ob es diese Abfüllung über den großen Teich in den regulären Handel zu uns schafft, scheint eher unwahrscheinlich.
Bei den Offlicence News findet sich heute ein Hinweis auf eine neue Abfüllung aus dem Hause The Glenlivet. Unter dem Namen Glenlivet Auchavaich kommt ein 18 Jahre alter Single Malt auf den Markt, welcher in einem Sherry Butt reifen durfte. Diese Einzelfassabfüllung wurde, scheinbar in Fassstärke, mit 55,7 % abgefüllt und ist ab Mitte Mai für ca. £200 erhältlich – leider ausschließlich in Großbritannien.