Whisky beste Anlageform 2015 – schlägt Gold, Aktien, Indizes

Einem Bericht des Daily Record nach war 2015 ein Rekordjahr für alle, die seltene Whiskys als Anlageobjekte nutzten. Rare Whisky 101, eine Gesellschaft, die sich auf Whisky als Anlageform spezialisiert hat, präsentierte Daten, nach denen die Wertsteigerung bei 14% über das letzte Jahr lag, besser als Gold, Aktien oder die großen Indizes der Weltbörsen wie FTSE 100, NASDAQ, S&P 500 oder Shanghai Composite.

Auch die Umsätze bei Whiskyauktionen stiegen im Vereinigten Königreich von 2014 auf 2015 nochmals um 25%, nun auf 9.56 Millionen Pfund.

Meistgehandelte Destillerie blieb Macallan, gefolgt von Ardbeg und Bowmore. Macallan machte 23% des gehandelten Wertes bei 10% der gehandelten Flaschen aus. Die höchsten Wertsteigerungen erzielten japanische Whiskys.

Interessant zu sehen sei, so Rare Whisky 101, dass momentan auch „normale“ Whiskys mit höherem Alter rapide an Wert gewinnen. Lost Distilleries seien ebenfalls im Fokus bei Sammlern und Anlegern.

Wen die Details interessieren: Der komplette Report von Rare Whisky 101 kann unter diesem Link hier heruntergeladen werden – und macht sicher eine interessante Wochenendlektüre.

Ardbeg Day 2016 am 28. Mai

Wie Ardbeg heute in einer Mail an die Committee-Member bekanntgab, wird der Ardbeg Day 2016 am 28. Mai stattfinden. Weitere Details, vor allem zu einer möglichen Abfüllung zum Ardbeg Day, sind offiziell noch nicht bekannt, aber schauen Sie mal auf diesen Bericht von uns aus dem September des vorigen Jahres. Muss nichts bedeuten, kann aber :-).

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PR: Prometheus 27yo Speyside Single Malt Whisky Global Launch

Über Prometheus, den ersten Whisky der Glasgow Distillery Company, haben wir schon mehrmals berichtet und ihn auch schon verkostet. Heute erreichte uns eine Pressemitteilung von A Wee Taste of Scotland über den zweiten Release dieses Whiskys und seinem ambitionierten Launch, die wir hier mit Ihnen teilen.

Die Glasgow Distillery Company hat heute den zweiten Release ihrer preisgekrönten Prometheus-Serie angekündigt, mit einem ambitionierten Launch über 3 Kontinente in 3 Wochen im Februar und März 2016.

prometheus27

Prometheus 27 Year Old wird seinen ersten öffentlichen Auftritt zusammen mit dem exklusiven europäischen Importeur “A Wee Taste of Scotland” beim Finest Spirits Festival in München vom 19. – 21.02.16 haben. Dann geht es weiter nach Hong Kong zum Malt Masters Festival am 27./28.02.16, wo Prometheus 27 zusammen mit Platinum Weinen und einem VIP Tasting vorgestellt wird. Letzter Stop der Launch-Tour wird Mahesh Patel´s Universal Whisky Experience sein, einem der weltweit bekanntesten Whisky Events.

David Brown, Commercial Director bei der Glasgow Distillery Company, sagt: “Durch den weltweiten Erfolg von Prometheus 26 Year Old haben wir eine enorme Nachfrage, den 27-jährigen zu veröffentlichen. Dieser wundervoll gereifte Speyside Single Malt Whisky ist etwas, worauf wir sehr stolz sind. Innerhalb von drei Wochen in drei Kontinenten zu launchen ist sehr ambitioniert für eine relativ kleine Destillerie, aber wir haben viel Vertrauen in unsere Marken.”

Prometheus 27 Year Old ist ein sehr rarer Single Malt Whisky aus der Speyside, auch wenn die Ursprungsdestillerie ein Geheimnis bleiben muss. Der 27-jährige Whisky hat dieselben Wurzeln wie sein jüngerer Bruder, dabei aber seinen ganz eigenen Charakter. Reichhaltig, rund, weich und fruchtig mit einem Hauch leicht verkohlter Eiche in der Nase, bringt er einen kraftvollen, herzhaften und würzigen Geschmack mit einem langen, leicht rauchigen Finish.

Experten der Industrie, die unter den wenigen waren, die Prometheus 27 Year Old bereits verkosten durften, waren beeindruckt von den wundervollen Aromen und besonders der warmen Rauchigkeit, die bei gereiften Whiskies normalerweise etwas in den Hintergrund rückt.

Die Flasche ist wundervoll verpackt in einer maßgefertigten Präsentationsbox, die dem wertvollen Whisky in der Flasche gerecht wird.

“Die Glasgow Distillery Company bringt nur die feinsten und qualitativ hochwertigsten Spirituosen auf den Markt und unserer Meinung nach liefert Prometheus 27 Year Old genau das!”, folgert Liam Hughes, Mitbegründer der Glasgow Distillery Company.

Prometheus 27 Year Old wird bei ausgesuchten Händler und online ab Frühjahr 2016 erhältlich sein mit einem UVP von 649,00 € pro Flasche (70cl, 47% Vol.).

Whisky im Bild: Der neue Ailsa Bay Whisky

Im Jahr 2007 auf dem Gelände der Grain Distillery Girvan (im Besitz von William Grant & Sons) errichtet, war Ailsa Bay eigentlich nur dazu gedacht, Whisky für Blends zu produzieren. Mit 24 Washbacks und 16 Stills ist sie ein Riese unter den Destillerien, aber wegen ihrer Bestimmung nicht wirklich bekannt (dieses Schicksal teilt sie mit Diageo’s Roseisle).

Die Destillerie Ailsa Bay. Bild: Potstill Wien
Die Destillerie Ailsa Bay. Bild: Potstill Wien

Nun ist aber dennoch ein Single Malt aus dieser Destillerie erschienen – momentan findet man ihn aber nur auf dem dänischen Markt – in England wird er nächste Woche erscheinen. Der mit 48.9% und ohne Altersangabe abgefüllte, leicht getorfte Whisky, kostet im dänischen Handel umgerechnet 80 bis 90 Euro ist die erste offizielle Abfüllung, die erschienen ist. Allerdings nicht die erste insgesamt: Malts of Scotland hatte schon 2014 einen Whisky aus Ailsa Bay unter dem Namen „Images of Ayrshire“, damals ein dreijähriger mit satten 68.3%.

Neben der ppm-Angabe gibt es auch noch eine sppm-Zahl auf der Flasche, und das ist eine echte Innovation: Master Blender Brian Kinsman misst damit die Süße der Abfüllung, in „sweet parts per million“, ein Messverfahren, das von Kinsman erfunden wurde.

Ebenfalls eine Neuheit ist die „micro maturation“ – der New Spirit kommt für 6-9 Monate in sehr kleine (25-100 Liter) Bourbonfässer, um dort schneller reifen zu können. Danach geht es für den Rest der Lagerzeit in virgin, first-fill und refill American oak casks.

Man hört munkeln, dass der erste „offizielle“ Aisla Bay (dieser getorfte Lauf wird übrigens nur einmal pro Jahr, und zwar genau eine Woche lang vorgenommen, extra für den Single Malt) auch in Deutschland zu haben sein wird – wir sagen das mit aller Vorsicht, denn diese Information haben wir noch nicht von einer zweiten, unabhängigen Quelle bestätigt bekommen. Unseres Wissenstands nach wird es aber erst gegen Ende 2016 soweit sein. Wir halten aber unsere Ohren offen und geben die Infos weiter, sobald wir sie haben.

Jedenfalls sieht die Flasche so aus (Bild von Whisky.dk):

ailsa bay

Hautpflege mit Whiskey? Drei Rezepte aus den USA

Wir haben zunächst auch einmal etwas irritiert geschaut, als wir den Artikel über Hauptpflege mit Whiskey auf Bustle.com gelesen haben, aber die Tipps, die Autorin Kirstin Collins Jackson dort gibt, klingen nicht so, als hätte sie sich diese aus den Fingern gesogen. Und weil probieren wohl auch hier über studieren geht, wollen wir Ihnen diese News nicht vorenthalten.

Drei verschiedene Rezepte hat Kirstin aufgeschrieben, eine Tönung mit Bourbon, eine Lotion gegen eingewachsene Haare und eine Gesichtspflege. Natürlich sind auch andere Zutaten als nur Bourbon dabei, so zum Beispiel Aloe Vera oder Jojobaöl, aber der Whiskey ist bei ihr ein wichtiger Bestandteil der Rezepte.

Lust bekommen, das auszuprobieren? Über Ihre Erfahrungsberichte (oder vielleicht sogar eigenen Rezepte?) würden wir uns sehr freuen…

Foto: Whiskyexperts

Serge verkostet: Mortlach, das Finale

Die letzte der Reihenverkostungen mit Mortlach steht heute an, und dabei ist jetzt auch der 25jährige in der Originalabfüllung, der sehr schön für den Paradigmenwechsel bei Diageo steht, aus dem Zulieferer von Blends eine Premiummarke zu machen. 30 Mortlachs hat Serge also diese Woche verkostet, und der „Sieger“ dabei war der heutige 1989er von Silver Seal…

  • Mortlach 25 yo (43.4%, OB, 50cl, +/-2015): 89 Punkte
  • Mortlach 25 yo 1989/2015 (52.4%, Silver Seal, cask #3911, 480 bottles): 92 Punkte
  • Mortlach 1994/2012 (55.2%, Malts of Scotland, sherry hogshead, cask #MoS 12059, 235 bottles): 86 Punkte
  • Mortlach 16 yo 1992/2009 (57.2%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 263 bottles): 77 Punkte
  • Mortlach 26 yo 1988/2015 (56.1%, Cadenhead, Authentic Collection, butt): 88 Punkte
  • Mortlach 17 yo 1991/2008 (56.6%, Villa Konthor, Limburg, sherry): 78 Punkte

Speyside Distillery investiert 2.3 Millionen Pfund in Wachstum

Wie Herald Scotland heute berichtet, hat sich die Speyside Distillery (sie produziert die Marke Spey) von der Clydesdale Bank eine Finanzierungszusage über 2.3 Millionen Pfund gesichert, um auf die steigende Nachfrage aus dem asiatischen Raum (genannt werden vor allem Vietnam, Malaysia und China) reagieren zu können. Welche Maßnahmen mit dem Geld gesetzt werden, verrät der Artikel allerdings nicht.

Die in den Highlands gelegene Speyside Distillery beschäftigt weltweit 84 Mitarbeiter in Produktion und Vertrieb. In Deutschland wird sie durch Caminneci Wine & Spirit Partner vertrieben, in Österreich durch das Potstill von Dr. Mario Prinz.

Titelbild: Die Brennblasen der Speyside Distillery. © Mario Prinz

D’Marge: Neun unkonventionelle Arten, Whisky zu genießen

Puristen dürfen diesen Artikel ganz einfach überlesen; Wagemutige, Experimentierfreudige und Unkonventionelle werden vielleicht ihre Freude an den Anregungen haben, die der Artikel auf D’marge bietet. Er stellt neun verschiedene Arten vor, Whisky auf neue und ungewöhnliche oder verquere Art zu genießen.

Nichts für Puristen ist er deshalb, weil er gleich als erste Idee dazu auffordert, Whisky auf Eis zu probieren. Mitgeliefert wird gleich eine Anleitung dazu, das passende Eis selbst herzustellen. Die Empfehlung, Whisky aus einem passenden Glas zu trinken, lassen wir mal aus – das werden die meisten von uns sowieso schon tun – aber Whisky über einen Eiswürfel aus Kaffee gegossen oder mit Sriracha Sauce zum Hot Toddy gemacht, oder auch der selbstgemachte Blend sind schon interessantere Variationen, wenn man mal Lust auf Schräges hat.

Einfach mal lesen – erlaubt ist ja immer, was Spaß macht…

 

Gewinnen Sie mit Whiskyexperts ein Sample des Benromach 35yo

Whisky schmeckt am besten, wenn man ihn teilt. Und genau das machen wir jetzt: Wir verlosen unter unseren Lesern das Sample, das wir vom Destillerie-Eigentümer Gordon & MacPhail zur Verkostung ihres neuen Benromach 35yo erhalten haben (unsere Tasting Notes finden Sie hier). Das ist Ihre Chance, einen – unserer Meinung nach – hervorragenden Whisky verkosten zu können, bei dem die Flasche im Handel an die 600 Euro kosten wird.

Dieses Sample des Benromach 35yo können Sie von Whiskyexperts gewinnen!
Dieses Sample des Benromach 35yo können Sie von Whiskyexperts gewinnen!

Bei unserer Verkostung waren wir extra sparsam (siehe Bild), sodass von den 5cl, die wir erhalten haben, sicher noch knapp an die 4cl für unsere glückliche Gewinnerin oder unseren glücklichen Gewinner übrig sind. Und das bedeutet: Sie können Ihren Gewinn dann mit einem Freund genießen – denn wie gesagt: Whisky schmeckt am besten, wenn man ihn teilt.

Und so können Sie das Sample des Benromach 35yo gewinnen:

  1. Geben Sie diesem Artikel bitte ein Like – entweder auf unserer Website oder auf Facebook (falls Sie nicht bei Facebook sind, kann dieser Punkt natürlich entfallen)
  2. Teilen Sie ihn bitte mit einem Freund – im Social Network Ihrer Wahl oder per mail.
  3. Beantworten Sie bitte aus rechtlichen Gründen folgende Gewinnfrage: Die Destillerie Benromach liegt in der

a) Lüneburger Heide
b) Speyside

4. Die richtige Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem vollen Namen und Ihrer Postanschrift ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net

Unter allen richtigen Antworten, die uns bis 7. Februar 2016, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir den Gewinner des Preises.

Pro Person ist nur eine Teilnahmemail möglich!

Teilnahmebedingungen:

Am Wettbewerb kann jeder teilnehmen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 7. Februar 2016, 23:59. Der Gewinner wird am 8. Februar auf unserer Webseite bekanntgegeben und per Mail benachrichtigt. Der Wettbewerb findet unter Ausschluss des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts  sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden. 

Wir wünschen Ihnen viel Glück beim Mitmachen.

Herzlichst,
Ihr Whiskyexperts-Team

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Hamburger Abendblatt: Vorbericht zur Hanse Spirit 2016

Das Hamburger Abendblatt hat einen Vorbericht zur ab morgen stattfindenden Hanse Spirit veröffentlicht. In ihm finden wir ein Interview mit Gründer und Veranstalter Chris Rickert zur Messe und ihren Highlights. Hier ein kurzer Ausschnitt:

Hamburger Abendblatt: Seit der Premiere im Jahr 2011 hat sich die Zahl der Messebesucher versiebenfacht. Wie erklären Sie sich diesen Run auf hochwertige Spirituosen? Gibt es einen Whisky-Boom?

Chris Rickert: Die Begriffe Boom, Hype und Ähnliches würde ich zurzeit eher noch immer auf Gin beziehen. Whisky ist seit gut 15 Jahren extrem präsent und in der Wahrnehmung die Spirituose mit der höchsten Qualität und dem höchsten Ansehen. Gute Spirituosen haben vor allem etwas mit Lebensqualität zu tun. Mit Zeit, die man genussvoll und meist mit guten Freunden verbringt. Man tut sich was Gutes und nimmt sich dafür in unserer schnelllebigen Welt auch mal eine entspannte Auszeit.

hasespirit

Serge verkostet: Mortlach am Donnerstag

Mortlach, Mortlach, Mortlach und jetzt ausnahmsweise Mortlach: Die Mortlach-Woche bei Serge Valentin setzt sich am vierten Tag mit – erraten – Verkostungen von Abfüllungen aus der Destillerie Mortlach fort. Heute sind es aber nur drei davon. Die 82.5 Punkte für den Mortlach von Blackadder sind übrigens kein Tippfehler von uns, Serge erklärt in seiner Verkostungsnotiz, wie es dazu kommt:

  • Mortlach 1998/2012 (56.8%, Berry Bros & Rudd, cask #3798): 87 Punkte
  • Mortlach 8 yo 1987/1995 (61.6%, Cadenhead, Authentic Collection, USA): 86 Punkte
  • Mortlach 23 yo 1988/2012 (56.6%, Blackadder, Raw Cask, refill sherry butt, cask #4741, 562 bottles): 82.5 Punkte

Unser Titelbild zeigt übrigens Mortlach während des Umbaus im Mai 2014 (genauer gesagt am 3. 5.). Bild von Shaun King. Alle Rechte vorbehalten.

Douglas Laing Provenance-Serie mit neuem Packaging und neuen Abfüllungen

Die Provenance-Serie von Douglas Laing bietet Single-Cask Whiskys und ist im Portfolio des unabhängigen Abfüllers im Einsteigerbereich angesiedelt. Wie man jetzt auf der Website und in einer Presseaussendung erfahren kann, hat man sich entschlossen, der Serie ein Rebranding zu verpassen und die Packungen neu zu gestalten. Sie sind nun im Design näher an der Old Particular-Linie angesiedelt, wie man unserem Bild entnehmen kann.

Gleichzeitig wurden auch die 14 neuen Abfüllungen aus der Serie vorgestellt – allesamt relativ junge Single Malts in Einzelfassabfüllungen, jeweils mit 46% abgefüllt (die Links führen auf die Produktdetailseiten bei Douglas Laing für nähere Infos):

Nachtrag: Wie wir gerade erfahren haben, sind die Provenance-Abfüllungen ab sofort auch beim Bremer Spirituosen Contor erhältlich – dort wird es ab Mitte März auch die neuen Abfüllungen von Glenturret (wir berichteten hier) geben.

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Bovey Tracey Town Hall wird Whisky-Destillerie

Wie der Torquay Herald berichtet (und Springbank Urgestein Frank McHardy auf Facebook postete), wird die Bovey Tracey Town Hall tatsächlich das Gebäude für die Dartmoor Distillery. Ein 999jähriger Pachtvertrag wurde zu diesem Zweck unterschrieben.

Die Dartmoor Distillery wird die erste Whiskydestillerie in Devon, im Süden Englands. Die Planungsgenehmigung ist ebenfalls bereits erteilt worden. Im Gebäude sollen auch ein Bistro, eine Weinbar und ein Besucherzentrum entstehen.

Von der Destillerie gibt es momentan nur eine sehr rudimentäre Website. Sie gehört Simon Crow, Besitzer des Edgemoor Hotel in der Stadt, und Greg Millar, Direktor von Guttervax Ltd in Bovey Tracey.

Town_Hall,_Bovey_Tracey_-_geograph.org.uk_-_256043

Bild: „Town Hall, Bovey Tracey – geograph.org.uk – 256043“ von Derek Harper. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.

Exklusiv: Vier Fragen an David Stewart, Malt Master bei The Balvenie

Über 50 Jahre war und ist David Stewart, der scheidende Malt Master von The Balvenie, in der Whiskyindustrie tätig, und nicht umsonst wurde dieser Grandseigneur des schottischen Whiskys für seine Verdienste im letzten Jahr von der Queen mit dem Titel „Member of the British Empire“ (MBE) ausgezeichnet.

Mit seinem Schaffen für The Balvenie war er auch ein Wegbereiter der Finishes, deren Siegeszug im Jahr 1993 mit The Balvenie DoubleWood 12 Year Old begann und die heute aus dem Portfolio der Destillerien nicht mehr wegzudenken sind.

Wir hatten die Gelegenheit, David Stewart, der Interviews eher reserviert gegenübersteht, einige Fragen zu stellen, die er uns schriftlich beantwortete. Die Übersetzung unserer Fragen und seiner Antworten bringen wir hier.

Den Artikel haben wir mit Bildern von David Stewart bei seiner Arbeit garniert, darunter auch ein älteres aus einer Zeit, als nicht nur beim Whisky noch vieles anders war…

The Balvenie_Malt Master_David Stewart

Mr. Stewart, mit mehr als 50 Jahren Erfahrung und in der Rückschau: Welches war, Ihrer Meinung nach, die wichtigste Entwicklung in der Whiskyindustrie die die Art, Whisky zu machen, oder vielleicht auch ihn wahrzunehmen, verändert hat?

In der Destillerie Balvenie hat sich eigentlich wenig verändert. Manchmal sagen wir: Sollte William Grant hierher zurückkehren, würde er wenig Veränderung bemerken. Wir machen Whisky immer noch sehr traditionell. Wir sind eine der wenigen Destillerien in Schottland, die noch ihren eigenen Mälzboden haben und unsere eigene Gerste keimen lassen können. Wir haben auch eine eigene Fassbinderei, weil wir glauben, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns selbst mit erfahrenen Küfern um unsere Fässer kümmern.

Ich denke, dass die wichtigste Veränderung in den letzten 20 Jahren die Einführung von Finishes war. Wir trugen mit dem The Balvenie DoubleWood 12 Year Old dazu bei, als wir ihn 1993 am Markt einführten und er vom Stand weg durchaus überwältigend positiv aufgenommen wurde. Wir haben viele Abfüllungen mit Finishes gemacht, mit Port-, Rum- oder Madeirafässern, um nur einige zu nennen.

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Ein 12jähriger Whisky, der in diesem Jahrtausend gemacht wurde, schmeckt dann doch relativ unterschiedlich zu einem, der vor 40 Jahren in die Flasche kam. War die Herstellung anders, oder liegt es daran, dass, wenn auch der Whisky in der Flasche nicht mehr altert, er sich dennoch in ihr verändert? Oder fallen wir einfach einem Trugschluss anheim, wenn wir glauben, älter sei bei Whisky besser?

Zunächst einmal: Als Malt Master achtet man darauf, Whisky in den Abfüllungen sehr konsistent zu produzieren, was den Geschmack anbelangt – und in der Hauptsache gelingt das auch sehr gut. Wir sagen dass, wenn der Whisky in Glas gefüllt wurde, er sich nicht mehr verändert. Jedoch: Über längere Zeit können darin doch leichte Veränderungen passieren. Ein anderer Faktor, der mitspielt , könnte der Umstand sein, dass die Industrie jetzt viel mehr amerikanische Eichenfässer einsetzt als vor 40 Jahren, als zum Gutteil europäische Eichenfässer in Form von Sherryfässern zum Einsatz kamen. Bei unseren Abfüllungen können auch leichte Unterschiede in den Zusammenstellungen der Fässer für die Unterschiede verantwortlich sein.

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Single Malts werden heute als die wertvollsten und besten Whiskys angesehen, und wir scheinen kollektiv die Wertschätzung für Blends und Blended Malts etwas verloren zu haben. Ihre Meinung dazu?

Ich stimme Ihnen zu wenn Sie meinen, dass Single Malts viel mehr Aufmerksamkeit als Blends erhalten und die meisten Tastings sich um diese drehen. Aber man darf nicht vergessen, dass sie gerade einmal rund 10% der Produktion der Destillerien ausmachen, also sind Blends eigentlich immens wichtig. Und man kann auch sagen, dass es eine Kunst ist, einen Blend immer konsistent im Geschmack zu halten, gibt es doch immens viele Grains und Malt Whiskys, die dafür verwendet werden. Ein Master Blender muss die Charakteristiken von so vielen Whiskys – egal ob Malt oder Grain – aus ganz Schottland kennen, um im Fall des Falles den einen durch den anderen ersetzen zu können, wenn es einmal notwendig wird, damit sich der Gesamtgeschmack des Blends nicht verändert. Beim Single Malt geht es eher um das Alter und die Fassauswahl, um Konsistenz zu schaffen.

The Balvenie_Malt Master David Stewart in 1979

Und zum Abschluss noch: Wären Sie ein Whisky – welcher wären Sie und warum?

Ich denke, das müsste dann der The Balvenie DoubleWood 12 Year Old sein. Dieser Whisky hat durch seine Charakteristik Balvenie auf der Whiskylandkarte während der letzten 20 Jahre sichtbar gemacht. Es war der Wegbereiter aller Finishes und er war so erfolgreich, dass er viele andere Finishes von uns und der gesamten Industrie nach sich gezogen hat.

Mr. Stewart, danke für Ihre Zeit und die Antworten.