Samstag, 03. Januar 2026, 09:25:14

Irish Whiskey: gute Entwicklung, hohe Erwartungen

Während in Schottland der Export von Scotch Whisky leicht rückläufig ist, blickt Irland und der Irish Whiskey scheinbar in eine rosige Zukunft. In den letzten Jahren erfreute man sich an sehr hohen Zuwachsraten: im Moment hat der Export einen Wert von 300 Millionen €, das entspricht einer Steigerung von 220% seit 2003. Und, wie Bernard Walsh von The Irish Whiskey Association im Gespräch mit der The Journal erklärt, möchte man den Anteil am weltweiten Markt der Premium Whiskeys auf 15% erhöhen, und den Export des Irish Wiskey von jetzt 6,5 Millionen Cases pro Jahr auf 24 im Jahr 2030 steigern. Auch die Tourismus-Branche soll hiervon profitieren. Im Moment besuchen 600.000 Touristen Irland auch wegen ihres Whiskeys, dies soll sich in den nächsten Jahren um ein Drittel steigern. Mehr von Bernard Walsh ist auch in einem Video auf Youtube oder unter dem Post zu hören.

Während dessen hat Walsh mit seiner Walsh Whiskey Distillery ein kleines Problem, wieauf  The 42 zu lesen. Von Irish Water flatterte eine Rechnung über 500.000 € auf seinen Schreibtisch. Vor Inbetriebnahme der Brennerei möchte Irish Water ihre Wasseraufbereitung auf den neusten Stand bringen. Wie zu erwarten ist Walsh nicht bereit, diese Rechnung zu begleichen. Schließlich ist der Plan seiner Wassernutzung und der Wasseraufbereitung schon seit zwei Jahren in trockenen Tüchern.

Wer mehr über den irischen Whiskey und seine Geschichte erfahren möchte, findet auch bei The Journal einen passenden Artikel. Noch vor 100 Jahren war Whiskey aus Irland das Maß aller fassgelagerten Getreidebrände. Doch die kurz hintereinander folgenden Ereignisse des Ersten Weltkrieges, der irische Bürgerkrieg und die folgende Unabhängigkeit (und dadurch der Wegfall des Commonwealth für den Export), die Prohibition in den USA und die Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren reduzierten die irischen Brennereien von 88 (mit Lizenz) Ende des vorletzten Jahrhunderts auf nur noch 2 Mitte der 80er des letzten Jahrhunderts. Doch nun geht es wieder aufwärts – im Moment gibt es 7, und für die nächste Zeit sind weitere 26 entweder schon im Bau oder in der Planungsphase.

Peter Gordon (Glenfiddich) im Videointerview über das Familienunternehmen

Wie schafft man es eigentlich, ein Unternehmen über nun bereits fünf Generationen in der Familie zu halten? Laut Peter Gordon, Director bei William Grant & Sons Limited, den Besitzern von Glenfiddich, liegt das Geheimnis darin begründet, die nachfolgende Generation von Beginn an operativ einzubinden und damit den Fokus vom Besitzen auf das Tun zu lenken. The Street.com hat mit Gordon ein interessantes Video-Interview geführt – Dauer knapp über 4 Minuten.

petergordon videointerview

Serge verkostet: Acht Glenturret

Eigentlich kennt man sie vor allem für The Famous Grouse, aber unserer Meinung nach ist sie auch durchaus bemerkenswert für manche ihrer unabhängigen Abfüllungen: Glenturret in den Highlands. Serge Valentin hat heute acht Abfüllungen aus dieser Destillerie verkostet, und sein Urteil fällt freundlich aus (er selbst sagt, er hätte früher wenig von Glenturret gehalten, aber Freunde, die von den neueren Abfüllungen schwärmten, hätten ihn zu dieser neuen Vertikale überredet – und er bereue sie nicht):

  • Glenturret 10 yo (40%, OB, +/-2015): 82 Punkte
  • Glenturret ‚Sherry Edition‘ (40%, OB, +/-2015): 78 Punkte
  • Glenturret 25 yo 1988/2014 (45.3%, A.D. Rattray, bourbon hogshead, cask #891, 308 bottles): 88 Punkte
  • Glenturret 25 yo 1988/2014 (51.8%, Adelphi, refill bourbon, cask #522, 248 bottles): 86 Punkte
  • Glenturret 1986/2015 ‚Brock Malloy Edition‘ (47%, OB, online exclusive, cask #328, 240 bottles): 87 Punkte
  • Glenturret 26 yo 1986 (46.8%, Hunter Laing, bourbon hogshead, small batch, +/-2013): 87 Punkte
  • Glenturret 36 yo 1977/2014 (46.3%, The Whisky Agency, refill hogshead, 245 bottles): 86 Punkte
  • Glenturret ‚Peated Edition‘ (40%, OB for The Whisky Shop, 2014): 81 Punkte
Der Eingang zu Glenturret. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Der Eingang zu Glenturret. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.

Beam Suntory mit starkem Wachstum in den USA

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Ein Artikel  auf shankennewsdaily.com berichtet von zweistelligen Wachstumszahlen von Beam Suntory in den USA im Zuge ihres ersten Finanzquartals. Das starke Wachstum kommt nicht nur von den amerikanischen und kanadischen Marken, sondern zieht sich durch das gesamte Sortiment, von Hibiki bis Laphroaig.

In diesem Zusammenhang wird auch die Einführung eines neuen Hibiki in den USA für die zweite Jahreshälfte erwähnt: ein altersloser Whisky namens Japanese Harmony.

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Neu im Travel Retail: Glenmorangie Duthac

Der neue Glenmorangie Duthac für den Travel Retail ist nun offiziell vorgestellt worden. Dieser erste Whisky aus der Legends-Collection hat seinen Namen vom Duthac-Schrein in Tain, dem Heimatort der Destillerie. Mit dieser Legends-Serie, die über alle Releases ohne Altersangabe bleiben wird, zelebriert die Destillerie laut eigenen Angaben die Region, in der sie beheimatet ist.

Der Duthac ist sowohl in PX Sherryfässern als auch in leicht gekohlten Virgin Oak Casks gefinished und wird mit 43% abgefüllt. Sein Geschmack wird von der Destillerie so beschrieben: „reichhaltige Noten von Milchschokolade, Toffee, brasilianische Nüsse und Gewürze, vermengt mit der delikaten Süße von Vanille, Aprikosen in Schlagsahne und Marzipan“.

Der Preis des Glenmorangie Duthac, der bereits im Travel Retail zu finden sein sollte: 75 Euro.

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Orf.at: „Whiskeybrennern gehen die Fässer aus“

Der Erfolg des amerikanischen Whiskeys zieht bereits seit längerem die Befürchtung nach sich, dass es zu einer Knappheit der Bourbonfässer kommen könnte. Was sich über einige Zeit als mögliches Szenario aufgebaut hat, ist mittlerweile Wirklichkeit geworden. Die Ursachen der Knappheit liegen aber laut einem interessanten Artikel auf orf.at nicht am Mangel an Eichenholz – die vorhandene Menge könnte die Nachfrage locker befriedigen. Das Problem liegt dort, wo man es nicht vermuten würde: Beim Crash des amerikanischen Häusermarktes im Jahr 2008.

Das Nadelöhr bei der Produktion der Bourbonfässer lieg dort, wo sie hergestellt werden: Bei den produzierenden Betrieben. Durch die Krise am Häusermarkt mussten zu viele Sägewerke schließen. Das Resultat: Lange Produktionsrückstände, um 50% gestiegene Fasspreise – und ein Ende der Knappheit ist nicht in Sicht.

Interessanter Artikel, sehr zu empfehlen!

Die Bourbon-Fässer in der KOVAL-Destillerie in Chicago
Die Bourbon-Fässer in der KOVAL-Destillerie in Chicago

Noch eine weitere Destillerie in Israel geplant

Golan-Heights-Whisky
Screenshot aus dem Video der Golan Heights Whisky Destillerie

Erst im letzten Monat berichteten wir über die Pläne von Rafi Dahan, in Israel eine Whisky-Brennerei zu errichten. Eine ähnliche Idee hat auch David Zibell. Er möchte in den Golanhöhen seinen Whisky produzieren und sucht über www.indiegogo.com Menschen, die sich für diese Idee ebenfalls begeistern können und ihn unterstützen. In einem Video, auf Youtube oder am Ende des Posts, stellt er den Golan Heights Whisky vor.

Und: wir möchten uns bei der Milk & Honey Destillerie entschuldigen. Wir hatten fälschlicherweise vermutet, dass, nur weil auf ihrer Website seit Januar 2014 keine Neuigkeiten mehr publiziert worden sind, dieses Projekt möglicherweise zum Stillstand gekommen ist. Ein Blick auf ihre Facebook-Seite zeigt, dass das Team der Milk & Honey Destillerie im Moment wirklich keine Zeit dafür hat. Die Stills laufen, erste Fässer werden schon abgefüllt und Dom Roskrow war auch schon zu Besuch. Damit haben sie wohl das Rennen um die erste Whisky-Brennerei in Israel gewonnen. Glückwunsch!

Neu: Kanadischer Rye von Crown Royal

Aus Kanada kommt ein neuer Rye – Crown Royal Northern Harvest Rye. Der neue Blend besteht zu 90% aus Rye Whisky und ist mit 45% abgefüllt. Zu haben wird er vor allem in Kanada und den USA sein, aber auch in England könnte man dabei fündig werden. Die Situation in D/A/CH ist uns nicht bekannt.

Der Crown Royal Blended Rye ist zum Mixen gedacht und richtet sich an eine klassische Zielgruppe, die gerne Cocktails zubereitet. Er kostet in den USA 30 Dollar, berichtet The Spirits Business.

Crown-Royal-Northern-Harvest-Rye

Serge verkostet: Auchentoshan

In unseren Gegenden wird es schon fast sommerlich – Zeit für einen Sommerwhisky, denkt sich Serge Valentin und verkostet eine Reihe von Abfüllungen aus der Destillerie Auchentoshan. Vom Charakter her ist das ein leichter Whisky mit der grasigen Note der Lowlander, und dementsprechend ist er gerade in der wärmeren Jahreszeit ein netter Begleiter im Glas. Hier die Wertungen:

  • Auchentoshan ‚Springwood‘ (40%, OB, +/-2015): 76 Punkte
  • Auchentoshan ‚Heartwood‘ (43%, OB, +/-2015): 80 Punkte
  • Auchentoshan 14 yo ‚Cooper’s Reserve‘ (46%, OB, +/-2015): 83 Punkte
  • Auchentoshan 16 yo 1997/2014 (48%, Langside, Distiller’s Art, refill hogshead, 360 bottles): 82 Punkte
  • Auchentoshan 17 yo 1997/2014 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, cask #10555, 350 bottles): 83 Punkte
  • Auchentoshan 22 yo 1991/2014 (56.3%, Blackadder, hogshead, cask #2781, 178 bottles): 85 Punkte

auchentoshan

Getarnte Whiskys – was steckt wirklich hinter Fantasienamen?

Da stehen Sie vor dem Supermarkt-Regal und sehen einen Ben Bracken 12yo. Oder beim Fachhändler fällt Ihnen ein Auld Reekie ins Auge. Nun wissen Sie, dass ersteres keine Destillerie ist und zweiteres ein Markenname – aber wo zum Teufel kommen diese Whiskys her?

Whisky-info.de hat sich die Mühe gemacht, die Tarn- und Produktnamen vieler Whiskys in einer anschaulichen Liste zusammenzutragen und dazu auch die Destillerie zu schreiben, aus der der Whisky mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit stammt. Natürlich kann so eine Liste nie zu 100% vollständig und zu 100% korrekt sein, aber diese Liste ist schon sehr nahe dran. Viel Vergnügen beim Entdecken, und falls Sie einen Ben Bracken daheim haben, haben sie übrigens einen Tamnavulin – und der Auld Reekie ist eine kostengünstige Möglichkeit, einen waschechten Caol Ila zu genießen…

Ein Caol Ila im Tarnmantel. Bild: Potstill
Ein Caol Ila im Tarnmantel. Bild: Potstill

Relaunch: The Antiquary in neuem Gewand

Marketing Manager Jennifer Masson von der Tomatin Distillery informierte uns über einen Relaunch ihrer Marke The Antiquary, einen von Tomatin erzeugten Blend. Auch wenn die klassische und einzigartige Flaschenform (neben dem hohen Anteil an Malt Whisky die hervorstechende Eigenschaft dieses Blends)  im Grunde beibehalten wird, so wird der Auftritt dennoch etwas modernisiert.

Die neuen Verpackungen werden über die nächsten Monate weltweit ausgerollt, wobei es die 12- und 21jährigen Varianten nur in ausgesuchten Märkten geben wird.

Untenstehend finden Sie die alten (links) und neuen (rechts) Flaschenformen und Verpackungen zum Vergleich:

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Neu: Deanston 18yo (mit Tasting Notes)

Nach dem Ledaig 18yo (wir berichteten hier) kommt nun auch ein neuer Deanston 18yo von Burn Stewart Distillers auf den Markt. Er wurde von Master Blender Ian MacMillan komponiert und ist ohne Kühlfiltrierung mit 46.3% abgefüllt.

Der Deanston 18yo wurde in Hogshead-Fässern gelagert, bevor er in speziell ausgesuchten First Fill Kentucky Bourbon Casks gefinished wurde. Das Ergebnis ist ein klassischer Deanston mit Honig- und Fruchtnoten, amerikanischer Eiche und Anklängen von Tabak und Muskat. Und so sieht er aus:

18YO bottle and packaging

 

 

Geburtstagsgeschenk für David Beckham: Einzigartiger Haig Club 40yo

Diageo hat sich etwas Besonderes für ihre Werbeikone David Beckham zu seinem 40. Geburtstag einfallen lassen: einen 40jährigen Haig Club in einem speziellen Kristalldekanter. Dieser 40jährige Grain Whisky aus der Destillerie Cameronbridge ist nicht im Handel erhältlich – wir würden einmal vermuten: noch nicht. Und wir würden weiter vermuten: Wenn dann einmal doch, dann nicht gerade geschenkt.

Bild: Diageo
Bild: Diageo

Serge verkostet: Glenmorangie

Fässer vor derDestillerie
Fässer vor der Destillerie

Zum Start in die neue Woche beschäftigt sich Serge Valentin auf Whiskyfun mit Sherry-Finishes der Highland-Brennerei Glenmorangie. Um exakt zu sein: einen in Fino-, einen Oloroso- und einen in Manzanilla-Fässern gefinishten Glenmorangie. Als Bonus zum Abschluss verkostet Serge die sechste Ausgabe der Private Edition, welche ohne ein Finish daher kommt. Und ob der Tusail trotz, wegen oder unabhängig von der Verwendung der alten Gerstensorte Maris Otter „so frisch wie Morgentau auf Primeln geworden ist, vermag Serge nicht zu sagen. Die heutige Verkostung in der Übersicht:

  • Glenmorangie 13 yo ‚Fino Sherry Wood Finish‘ (43%, OB, +/-1996) 80 Punkte
  • Glenmorangie 12 yo ‚Lasanta‘ (43%, OB, sherry cask finish, +/-2014) 78 Punkte
  • Glenmorangie ‚The Taghta‘ (46%, OB, Manzanilla finish, 2014) 83 Punkte
  • Glenmorangie ‚Tusail‘ (46%, OB,  +/-2015) 87 Punkte