PR: The Art of Japanese Whisky – Beam Suntory präsentiert drei neue Premium Whiskys von Hibiki, The Yamazaki und The Hakushu

Von Beam Suntory erreichte uns eine Pressemitteilung zum Marktstart des Hibiki Japanese Harmony, The Yamazaki Distiller’s Reserve und The Hakushu Distiller’s Reserve in Österreich. Über die offizielle Präsentation des Hibiki Japanese Harmony in Hamburg berichteten wir Anfang Juli, hier folt nun die Presseinformation:

 

Wien, 12. August 2015 – Seit der Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 als „bester Whisky der Welt“ ausgezeichnet wurde, ist die hohe Qualität japanischer Whiskys nicht mehr nur unter Experten bekannt. Premium-Spirituosenhersteller Beam Suntory bringt die drei japanischen Whiskys Hibiki Japanese Harmony, The Yamazaki Distiller’s Reserve und The Hakushu Distiller’s Reserve in streng limitierter Form auf den österreichischen Markt.

„Japanische Premium Whiskys erfreuen sich immer größerer Beliebtheit in Österreich. Daher freut es uns, dass wir auch hierzulande den Premium Blend von Hibiki, sowie die zwei Distiller’s Reserve von The Yamazaki und The Hakushu bekommen. So lagerte der Großteil des Hibiki Japanese Harmony bis zu 20 Jahre, mit Feinschliff in Mizunara-Fässern. Die beiden Distiller’s Reserve von The Yamazaki und The Hakushu zeigen vor allen die Expertise für ausgewogene Whiskys der beiden arrivierten Destillerien“, sagt Karl Wurm, Commercial Director bei Beam Austria.

 

Hibiki Japanese Harmony – Der Abgerundete
Harmonie ist ein wesentliches Element der klassischen japanischen Philosophie. Diesen Einklang zwischen Mensch und Natur verkörpert der neue Hibiki Japanese Harmony. Komponiert aus mindestens 10 Malt und 3 Grain Whiskys und bis zu 20 Jahre gereift in fünf verschiedenen Fassarten der Destillerien Yamazaki, Hakushu und Chita entfaltet dieser Premium-Whisky eine einzigartige Aromen- und Geschmackssymphonie. Den Feinschliff erhält der neue Hibiki nicht nur in Sherryfässern, sondern auch in Fässern aus der seltenen japanischen Wassereiche, Mizunara genannt. Das Ergebnis ist ein fein abgestimmter, weicher und subtil süßer Whisky, der jeden Gourmet-Moment aufwertet. Die Abfüllung ist ein Tribut an den ersten, ursprünglichen Hibiki Blend zum 90-jährigen Jubiläum  von Suntory 1989.

Tasting Notes Hibiki Japanese Harmony
Farbe: Bernstein
Aroma: Blumige Noten mit Anklängen japanischer Orangen und Sandelholz
Geschmack: Fruchtig mit Orangenschale und einer schmackhaften Honigsüße
Nachklang: Subtiler und zarter langanhaltender Abgang einer Spur Mizunara (japanische Wassereiche)

 

The Yamazaki Distiller’s Reserve – Der mit Tiefgang
The Yamazaki wurde in der historischen Suntory Destillerie kreiert, der ältesten ihresgleichen in Japan. Jedes Jahr sucht ein Team von Blendern unter der Aufsicht von Shingo Torii, Master Blender in 3. Generation, einen „young talent“ Whisky aus, der als Basis fungiert. Als „young talents“ werden bei Suntory ausgewählte Malt Whiskys bezeichnet, die über einen einzigartigen tiefen und dennoch ausgelassenen Charakter verfügen. Die Master Blender bei Suntory zeigen die Strahlkraft dieser „young talents“ mit Unterstützung durch noch länger gereifte Whiskys. Für den Distiller’s Reserve werden 20 Jahre alte The Yamazaki Sherry Casks für die Komplexität und Mizunara Malt Whiskys für den harmonischen Geschmack verwendet. Das Finish erfolgt in Ex-Bordeaux-Weinfässern aus französischer Eiche. Das Ergebnis ist ein runder, leicht zu trinkender Whisky mit Tiefgang.

Tasting Notes The Yamazaki Distiller’s Reserve
Farbe: Goldfarben
Aroma: Erdbeeren, Kirschen, Mizunara (japanische Eiche)
Geschmack: Himbeeren, weiße Pfirsiche und ein Hauch von Kokos
Nachklang: Süße Vanille mit einem Hauch von Zimt

 

The Hakushu Distiller’s Reserve – Aus der Bergwalddestillerie
Wie bei dem Distiller’s Reserve des The Yamazaki fungiert auch hier ein „young talent“ als Basis, diesmal jedoch ein leicht getorfter Malt Whisky. Das ist ein Unikum bei The Hakushu, da normalerweise leicht torfige Malt Whiskys ihre Rauchigkeit im Reifungsprozess verlieren. Für den charakteristischen komplexen, aber auch torfigen Geschmack auschlaggebend ist das einzigartige Umfeld der Hakushu Destillerie in mitten der Wälder des Kaikomagatake-Berges. Dem „young talent“ fügen die Blender den getorften The Hakushu Malt Whisky hinzu, um den torfigen Geschmack zu unterstreichen. 18 Jahre gereifte Malt Whiskys aus amerikanischer Weißeiche verleihen dem The Hakushu Distiller’s Reserve Tiefe und die für The Hakushu typisch frische Charakteristik.

Tasting Notes The Hakushu Distiller’s Reserve
Farbe: Hellgoldfarben
Aroma: Pfefferminz, Melone, Gurke
Geschmack: Grapefruit, Zitrone und Thymian
Nachklang: Erfrischend mit einer subtilen Torfnote

 

Verfügbarkeit
The Yamazaki Distiller’s Reserve und The Hakushu Distiller’s Reserve sind in limitierter Form in Österreich bei ausgewählten Handelspartner erhältlich. Hibiki Japanese Harmony ist in geringen Stückzahlen in Deutschland und Österreich ebenfalls bei ausgewählten Handelspartnern verfügbar.

Wir verkosten: Caol Ila 5yo, Hepburn’s Choice, 46%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Caol Ila 2008, 5yo, 46%, 0.2l
Islay
Hepburn’s Choice (Langside Distillers)
refill hogshead
Einzelfass

nicht gefärbt, nicht kältefiltriert
Verkoster: Klaus Doblmann
Sample von: prowhisky.de

 

 

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Nase: Ein intensiver, kräftiger, junger Stinker. Die Nase wird zu Beginn fast überwältigt von einer Mischung aus Torfrauch, Alkohol, Menthol, Jod, verbrennenden Bandagen, einer kräftigen Brise Meerluft mit Tang. Nach ein paar Minuten im Glas zeigt sich im Hintergrund der Fasseinfluss erkenntlich mit leicht vanillig-süßen Noten und etwas Leder – aber wirklich viel Fass ist da nicht – dieser Malt lebt vom stark rauchigen Destillat, dem das Fass gerade mal die unangenehm metallischen New-Make Noten geraubt hat, für viel mehr war noch nicht Zeit.

Gaumen: Der Antritt ist überraschend süß, bevor dann nach gut 10 Sekunden die rauchigen Komponenten voll zur Geltung kommen, wenngleich auch in deutlich verhaltenerer Form gegenüber der Nase. Die Jugend wurde durch das Fass schon gut reduziert, der Aromeneinfluss durch die additive Reifung ist allerdings noch eher gering. Die erwähnte Grundsüße – leicht malzig – trifft auf leichte Vanillenoten, Torfrauch, Zigarrenasche, nasse abgebrannte Grillkohle, Seetang, salzige Meeresluft, mit der Zeit immer trockener werdend.

Finish: Im Abgang ist der Caol Ila überraschend ölig, er „läuft“ sehr geschmeidig hinunter, was bei jungen Malts keine Selbstverständlichkeit ist. Dabei hinterlässt er zuerst rauchige Noten (erloschenes Lagerfeuer) mit Salz- und Ledereinfluss, wird dabei schnell trockener und hinterlässt eine langanhaltende, trockene Rauchnote mit leichtem Jodeinschlag in der Mundhöhle.

Alles in allem: Was man mit diesem Caol Ila im Glas hat, ist eine Kombination, die man nicht allzu oft antrifft: Ein junger, stürmischer, rauchiger Islay Malt, dem die Ecken und Kanten, die der New Make aufweist, durch das Fass genommen wurden, aber noch bevor das Fass durch additive Reifung allzu viele eigene Aromen einbringen konnte. Man kann also auch von ausgereiftem, rundem New Make sprechen, was hier durchaus positiv gemeint ist, da der Destilleriecharakter deutlich und vom Fass wenig beeinflusst hervortritt. Von dieser Warte aus gesehen auch ein durchaus lehrreicher Malt, der sich auch schön trinken lässt – wenn ihm auch mit seinen gerade 5 Jahren verständlicherweise die Komplexität und Tiefe von älteren Malts fehlt.

Im Interview: The Men of Knock

In ihrem Blog startete die Destillerie Knockdhu, ihre Mitarbeiter, The Men of Knock, vorzustellen. Den Anfang macht Ian Dingwall. Er begann im Dezember 1991 mit seiner Tätigkeit in der Brennerei Knockdhu und kann deshalb mit recht behaupten, dass alle aktuellen AnCnoc Abfüllungen durch seine Hände gingen – mit Ausnahme des AnCnoc 1975 Vintage. Was unter anCnoc’s Motto „Modern Tradition“ zu verstehen ist und warum Knockdhu einen Besuch wert ist, obwohl diese Brennerei kein Besucherzentrum hat, erfahren Sie, wenn Sie unserem Link folgen.

Eye for spirits blickt auf Indien

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(Aller)spätestens seit eine indische Whisky-Marke die weltweite Nummer Eins bei den Verkaufszahlen wurde, verschiebt sich unser Blick auf die Welt der Whiskys ein wenig. Philip Reim mit seinem Eye for spirits stellt uns Indien mit seiner Spirituosen-Geschichte und seinen eigenen Arten des Whiskygenusses und der -produktion vor. Nun könnte man meinen, was tangieren uns die Trinkgewohnheiten dieses Subkontinents mit seinen über 1,2 Milliarden Einwohnern. Doch diesem Markt steht womöglich eine große Änderung bevor. Noch wird der Import von hochprozentigen Alkoholika mit sehr hohen Einfuhrzöllen belegt. Diese werden sehr wahrscheinlich in absehbarer Zeit gesenkt, den großen Whisky-Konzernen würde sich ein Markt öffnen: In Indien werden mehr Spirituosen als Wein oder Bier konsumiert, und Whisky ist mit 55% die bevorzugte Spirituosenwahl in Indien. Wird den europäischen Whiskyproduzenten der Zugang zu diesem Markt erleichtert, hätte dies auch Auswirkungen auf unseren europäischen Markt. Wie groß dieser wäre und in welcher Form, darüber wird in den Kommentaren zum Artikel diskutiert.

Serge verkostet: Singleton of Dufftown

 

In den letzten zwei, drei Jahren entwickelte sich Singleton of Dufftown ein wenig zu der Brennerei, welche im Portfolio von Diageo für die sogenannten Einsteiger-Whiskys zuständig ist. Nach ‚Spey Cascade‘ und ‚Artisan‘ im Juni verkostet Serge Valentin heute drei weitere neu entwickelte Singleton-Abfüllungen. Und auch für sie gilt ähnliches. Angenehm trinkbar wissen sie zu gefallen ohne zu euphorisieren. Sein Tasting auf Whiskyfun umschließen zwei Singletons mit Altersangabe. Während der achtjährige Dufftown-Glenlivet aus den 80ern nicht überzeugen kann, schließt sich die Bewertung der Berry Bros & Rudd Abfüllung an die der Neuen an.
Die Kurzübersicht:

  • Dufftown-Glenlivet 8 yo (43%, OB, +/-1980) 69 Punkte
  • Singleton of Dufftown ‚Tailfire‘ (40%, OB, +/-2014) 79 Punkte
  • Singleton of Dufftown ‚Unité‘ (40%, OB, travel retail, +/2015) 81 Punkte
  • Singleton of Dufftown ‚Trinité‘ (40%, OB, travel retail, +/2015) 83 Punkte
  • Dufftown 14 yo 1999/2014 (46%, Berry Bros & Rudd, cask #808) 83 Punkte

Meinwhisky.com: Die Whiskey-Melone (Cocktail-Rezept)

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Außerhalb der Redaktionsräumlichkeiten hat es gerade 35.9°C, im Raum selbst knapp über 30 Grad. Da danken wir Petra Milde von meinwhisky.com für ein Rezept für einen coolen Sommerdrink, das sie heute auf ihrer Website veröffentlicht hat: Die Whiskey-Melone. Die ist so einfach zu machen, dass es auch Männer können, und so gut, dass sie nicht nur Männern schmeckt, wie der Artikel beweist.

Also, mal vorbeischauen und das Rezept abgreifen, und dann vielleicht auch noch auf die zweite Site von Petra schauen: Kochen und Whisky. Falls man mehr Hunger als Durst hat 🙂

Neu: Tullamore Dew 15 year old

Und noch ein neuer Whiskey aus dem Hause Tullamore Dew. Nach dem Cider Cask Finish gibt es nun den ältesten Tullamore Dew als Small Batch Abfüllung. Die Pot still-, Malt- und Grain Whiskeys dieses Blends lagerten in Ex-Bourbon und Ex-Sherry-Fässern, bevor dieser Tullamore Dew abschließend in einem Ex-Rum-Fass gefinisht wurde. Der Tullamore Dew 15-year-old, so ist bei The Spirit Business zu lesen, ist am Flughafen in Dublin erhältlich sowie bei ausgewählten Händlern, die UVP beträgt 65 €.

Serge verkostet: Clynelish

 

Nicht zum ersten Mal und sicherlich nicht zum letzten Mal widmet sich Serge Valentin der Brennerei Clynelish. Die vier Whiskys der heutigen Verkostung wurden Mitte der 90er destilliert und lagerten alle mindestens bis zu ihrer Volljährigkeit. Das heutige Quartett und ihre Bewertungen in der gewohnten Kurzübersicht

  • Clynelish 18 yo 1995/2014 (43%, Signatory Vintage, Decanter Collection, refill sherry, cask #8669, 873 bottles) 87 Punkte
  • Clynelish 19 yo 1995/2014 (48.4%, Duncan Taylor, Dimensions, cask #4676, 221 bottles) 80 Punkte
  • Clynelish 18 yo 1996/2015 (55.5%, Signatory Vintage for The Whisky Exchange, refill sherry, cask #6509, 606 bottles) 89 Punkte
  • Clynelish 20 yo 1994/2015 (55.4%, Cadenhead, Sherry Cask) 79 Punkte

Eine neue Brennerei in Japan

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Auch in Japan, auf der Insel Hokkaido im Norden, soll eine neue Destillerie errichtet werden. Stefan Van Eycken berichtete darüber auf seiner Website Nonjatta schon Ende des letzten Novembers. Heute fanden wir bei ihm einen Artikel, dass die Website der Akkeshi Distillery nun online ist und, für eine japanische Brennerei eher ungewöhnlich, sie ist zweisprachig. Ohne die fast üblichen PR-Attribute wird die geplante Brennerei sehr detailliert dargestellt: mittels 6 Wash backs und je einer Wash still (5.000 Liter) und Spirit still (3.600 Liter) sollen jährlich 300.000 Liter produziert werden. Im Oktober 2016 soll die Destillation starten.

SZ-Magazin: Stefan Gabanyi im Interview

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Ein recht interessantes Interview fanden wir in der Online-Ausgabe des Magazins der Süddeutschen Zeitung. Der langjährige Gastronom und Autor des „Schumann’s Whisk(e)y-Lexikon“ erklärt in einem locker geführten Gespräch dem Interviewer seine Sicht auf den Whisk(e)y im Allgemeinen, Whisk(e)y in aller Welt und auch in Deutschland im Speziellen. Sehr lesenswert.

Whiskyszene Deutschland: Interview mit Corinna Schwarz (Alba Import)

Deutschland und der deutsche Sprachraum haben eine aktive, vielfältige und interessante Whiskyszene. Persönlichkeiten in der Industrie, im Handel und unter den Whiskyfreunden haben sie geprägt und ihren Weg bestimmt.

Auf Whiskyexperts wollen wir in der kommenden Zeit in lockerer Abfolge diese Personen zu Wort kommen lassen, um so ein umfassendes Bild dieser Szene zu entwerfen. Heute sprechen wir mit Corinna Schwarz. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Dietmar Schulz leitet sie Alba Import. Als Importeur und Großhändler bringt Alba Import verschiedene Whiskymarken nach Deutschland und vertreibt sie hier exklusiv, so zum Beispiel Kilchoman oder die unabhängigen Abfüller A. D. Rattray und Wemyss.

Neben Details zu ihrem Werdegang haben wir Corinna auch zu der Arbeit eines Importeurs und Großhändlers gefragt – und wieder interessante Einblicke in eine Facette der deutschen Whiskyszene erhalten:

Whiskyexperts: Frau Schwarz, gab es so etwas wie ein Schlüsselerlebnis, das Ihre Liebe zum Whisky entfacht hat?

Corinna Schwarz: In der Tat, das gab es. Mein Ehemann Dietmar Schulz hatte damit etwas zu tun, denn er ist schon viel länger beim Whisky als ich. Aber ganz so simpel ist es nicht. Als ich vor 15 Jahren meinen ersten Single Malt getrunken habe, war mir gleich klar, dass dieses Getränk etwas Besonderes ist. Mein erster war ein Balvenie, mein zweiter ein Ardbeg. Diese Bandbreite der Aromen hat mich begeistert, genau wie die Tradition und bewegte Geschichte, für die  „uisge beatha“ steht.

Ihre Lebensgeschichte bis zu diesem Moment – wollten Sie immer schon das tun, was Sie jetzt tun oder hatten Sie erwartet, dass sich Ihr Leben anders entwickelt?

Es hätte sich in viele Richtungen entwickeln können, es gibt nie nur einen „vorgezeichneten“ Weg. Ich bin ein sehr vielseitig interessierter Mensch. Aber ich habe insofern alles richtig gemacht, als dass ich selbstständig bin und unser eigenes Unternehmen leite – eine Herausforderung, die ich nicht missen möchte. Noch dazu haben mein Mann und ich eine persönliche Vorliebe erfolgreich zum Beruf gemacht.

Wie begann das mit Alba Import – und wie lief die Entwicklung des Unternehmens zu dem, was es jetzt darstellt?

Es begann schon viel früher, denn Alba Import ist nicht unsere erste Firma. Die persönliche Whiskygeschichte meines Mannes reicht fast 30 Jahre zurück. Schließlich war es eine Mischung aus guten Kontakten und Gelegenheiten, die sich bieten, wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort ist. 2006 haben wir unsere guten Kontakte nach Schottland nutzen können und erhielten durch Empfehlung eines Freundes den Import von A.D.Rattray. Kurze Zeit später sind wir dann Anthony Wills begegnet und konnten den Newmake der gerade eröffneten Kilchoman Farmbrennerei probieren. Wir waren gelinde gesagt verblüfft ob der tollen Qualität und wollten unbedingt Teil des Kilchoman-Projektes werden.

Für „unsere“ Marken haben wir stets mit viel Engagement und Herzblut gearbeitet, sind dabei aber fair und ehrlich geblieben. Anscheinend haben wir das richtig gemacht, ist doch Alba Import stetig gewachsen und weitere Empfehlungen haben uns neue Produkte beschert.

Ich erzähle dann noch gerne die Geschichte, wie mich Donald Hart anrief. Er sagte, er hätte Gutes über Alba Import gehört und ob wir nicht seine neuen Maltman Abfüllungen importieren möchten. Ich glaubte, ich hätte mich verhört – ruft mich wirklich die Whiskylegende Donald Hart an? Nachdem ich ihm eine Weile zugehört hatte, dachte ich, ich muss nachfragen, hilft ja nichts. Also unterbrach ich ihn mit „excuse me, but are you THE Donald Hart?“ Er – sichtlich erfreut über das Erkennen – „yes indeed, THE Donald Hart!“

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Bild: Corinna Schwarz und Dietmar Schulz von Alba Import

Als Importeur und Großhändler für unabhängige Whiskymarken steht man ja ein wenig zwischen den Fronten – man ist Bindeglied, muss aber wohl immer auch einen Interessensausgleich bewerkstelligen. Wie würden Sie einem Interessierten erklären, was Sie machen, warum Sie es machen und warum Sie es so machen wie Sie es machen?

Stimmt, ein Thema, dass Dietmar und ich gerade vor ein paar Tagen bewegt haben, bevor ihr diese Frage nun stellt. Dass ihr fragt, zeigt mir, dass ihr den Markt gut kennt, denn wir haben wirklich eine Art Vermittlerrolle. Als Laie könnte man meinen, dass unsere Aufgabe als Importeur einfach ist. Aber es ist kompliziert. Denn Whiskykunden, Händler und auch unsere Lieferanten haben Erwartungen, die sich nicht immer decken. Zum Glück haben wir uns nie verstecken müssen, was die Qualität unserer Produkte angeht. Sollte es einmal passieren, dass wir von einer Abfüllung nicht überzeugt sind, so kaufen wir sie nicht ein. Soviel Eigenständigkeit muss sein und für diese eigene Meinung schätzen uns viele Händlerkunden.

Ein schwierigeres Thema ist, dass es häufig von limitierten Abfüllungen nicht genug zu verkaufen gibt und wir uns um eine gerechte Verteilung im Handel bemühen müssen. Uns ist dabei stets an einer breiten Händlerkundschaft gelegen. Ein zweites schwieriges Thema ist die Preisgestaltung. Wir mahnen stets gen Schottland die Preisentwicklung der letzten Jahre an und uns ist weder an Preisdumping bei  ständig verfügbaren Artikeln noch an überzogenen Gewinnen bei seltenen Abfüllungen gelegen. Wir versuchen da im Sinne des Verbrauchers zu agieren, dem ja nicht damit geholfen ist, wenn er „Machir Bay“ 3,– EUR günstiger kaufen kann und dann für  „Loch Gorm“ einen völlig überzogenen Preis bezahlen soll.

Sehr wichtig ist für uns immer ein partnerschaftlicher Kontakt sowohl zum Lieferanten als auch zum Händlerkunden. Darüber hinaus versuchen wir zu allen Produkten möglichst profunde und transparente Informationen zu liefern sowie den direkten Kontakt zum Whiskykonsumenten (z.B. auf Messen) zu pflegen.

Was wollten Sie einem Whiskyliebhaber aus Ihrer Position als Importeur immer schon mal sagen, was vielleicht seine Sicht auf Whisky verändern oder vertiefen könnte, weil er es vielleicht aus diesem Blickwinkel noch nicht gesehen hat?

Zunächst einmal – ich bin selber Whiskyliebhaber und bei aller Professionalität immer geblieben! Ich spreche also gerne von Whiskyliebhaber (der zufällig auch Importeur ist) zu Whiskyliebhaber ;-). Ich möchte sagen, verliert bitte nicht den Blick für die Vielfalt und bewahrt Euch die Neugierde! Manchmal ist es fast schockierend, wie viele Genießer anscheinend immer nur in eine Geschmacksrichtung tendieren, besonders zu Islay und zu schwer sherrytönigen Abfüllungen, und andere Stile fast schon verächtlich abtun. Ich frage mich, warum nicht mal häufiger links und rechts schauen, auch mal Speyside, auch mal schönes Bourbon Fass? Mir persönlich schmeckt nicht immer der gleiche Whisky, für mich gibt es verschiedene Drams für verschiedene Stimmungen.

Mein Plädoyer gilt auch dem jugendlichen und lebendigen Whisky. Wer nur alte Tropfen trinkt, der verpasst so manches Whiskyerlebnis. Und schließlich meinen viele, dass Einzelfassabfüllungen das Nonplusultra sind und am liebsten noch in Fassstärke. Lasst Euch nicht blenden 🙂 – eine Einzelfassabfüllung kann überragend sein, aber auch unterdurchschnittlich, das hängt nun mal maßgeblich vom jeweiligen Fass ab. Und beides wird angeboten und beides trägt den Namen „Single Cask Bottling“. Ich persönlich habe als Importeur beim Verkosten von Samples häufig die Erfahrung gemacht, dass  „Small Batch Bottlings“ der Einzelfassabfüllung einiges an Komplexität voraus haben können. Also ein Lob auf die gut komponierte „Small Batch“ Abfüllung. Und ein Hoch auf den simplen und unkomplizierten  „every day dram“.  Beruflich muss ich Whisky förmlich „sezieren“, privat als Whiskyliebhaberin versuche ich, mir den Spaß und den Genuss daran zu wahren!

Nach welchen Kriterien wählt man eigentlich seine Produzenten für den Großhandel? Ist man dabei tatsächlich wählerisch oder würfelt einem da das Schicksal zusammen?

Beides – der Zufall hat natürlich auch die Hand im Spiel. Wir sind in der Tat wählerisch und keine „Markensammler“. Der Fokus in unserem Portfolio liegt auf unabhängigen Produzenten und Abfüllern. Unser Motto und Logo ist „Vibrant Stills“ – also dynamische und lebendige Marken. Dieser Ruf hat uns nun auch den Import des neuen Wolfburn Single Malt aus Thurso beschert, den wir gerne angenommen haben, da er erstens ein toller Northern-Highlander ist und zweitens zu uns passt. Wichtig war für uns immer, hinter der Marke zu stehen, sich also nicht „verbiegen“ müssen, dabei fair zu bleiben und niemandem anders eine Marke abzuwerben.

Wir haben diverse Import-Angebote abgelehnt, besonders dann, wenn wir dachten, dass wir nicht der ideale Partner sind. Das war zum Beispiel der Fall wenn uns der Whisky zu exotisch war oder es zu Überschneidungen mit unserem bestehenden Sortiment kam. Auch da wollten wir fair sein.

 

Was sind für Sie die markantesten Veränderungen im Whisky-Business in den letzten fünf Jahren? Wie sehen Sie diese, und was glauben Sie, wohin werden diese Veränderungen führen?

Ja, es gibt viele Veränderungen, die Entwicklung ist rasant und nicht ausschließlich positiv…. Ich begrüße es sehr, dass allerorts neue unabhängige Brennereien gebaut werden. Sie sprechen für den Unternehmergeist, der in der Whiskybranche herrscht und sie werden hoffentlich unter den alt-eingesessenen Konzernen munter „mitmischen“. Natürlich sehe ich auch, dass sich nicht alle gleichermaßen etablieren können, dazu sind es zu viele. Köpfchen und Strategie ist gefragt. Jedenfalls werden diese mittelständischen Brennereien dafür sorgen, dass die Whiskylandschaft nicht langweilig wird.

Zweitens ist da die Entwicklung zu NAS (non-age-statement) Whisky. Das ist für mich nicht schlimm, solange er in guten Fässern gelagert wurde. Und das macht es für junge Brennereien leichter.

Mit größerer Sorge sehe ich die Verknappung von älterer Whiskys und deren Preisentwicklung. Ich glaube auch, dass uns in Europa Märkte wie Russland und Fernost schaden, wo Whisky teuer sein muss, damit er als gut gilt. Wohin soll das führen? Schließlich gibt es nicht nur Reiche und ich befürchte, dass das Wachstum des europäischen Whiskymarktes stagnieren könnte. Viel ist zudem der negativen Entwicklung des EURO geschuldet…

Welche Entwicklung würden Sie gerne zurückdrehen oder aufhalten können und warum?

Siehe das obige Thema Preisentwicklung. Und den Trend „Whisky als Geldanlage“, der momentan sehr strapaziert wird.  Neulich wieder ein Bericht auf N24 telebörse über Whisky als alternatives Investment. Dazu stehe ich sehr zwiespältig. Hier sehe ich nur noch mehr die Gefahr, dass die Preisspirale sich schneller dreht. So stört mich denn auch der große Sekundärhandel, der in den letzten Jahren entstanden ist. Bei ebay und sonstwo. Wenn dort seltene Abfüllungen zu horrenden Preisen auftauchen, bereitet mir das Unbehagen, zeigt es doch den Produzenten, was man von vornherein verlangen kann! Sammeln um später zu trinken oder Raritätentastings zu veranstalten, finde ich eine gute Sache, aber nicht als Geldanlage.

Welche Neuerscheinung in diesem Jahr hat Sie bislang am meisten begeistert? Und auf der anderen Seite des Spektrums: Gibt es einen Whisky, bei dem Sie sich gewünscht hätten, er wäre im Fass geblieben?

Sorry, wenn ich hier nichts Fremdes beisteuern kann. Ich finde so wenig Gelegenheit, mich noch durch die breite Whiskylandschaft zu probieren. Betriebsblindheit aus Zeitmangel :-). Der HYDE Irish Single Malt war für mich ein AHA-Erlebnis. Selten habe ich so sherry-tönigen würzig-kräftigen irischen Malt getrunken. Gleich gefolgt von unserem Armorik „Breton Oak pour Allemagne“. Armorik Single Malt gelagert in frischer bretonischer Eiche, ein Fass, das wir selbst ausgewählt haben.

Und zu guter Letzt: Wären Sie ein Whisky, welcher wäre das und warum?

Ich kenne die Frage eher als „wenn Sie ein Tier wären, welches Tier wären Sie dann“. Aber sei’s drum, schließlich spricht man ja auch beim Whisky von einem Charakter… Also ich bin facettenreich, mit vielen Gesichtern. Und ich bin ein Nordlicht, ich liebe das Meer. Ich  könnte wohl ein Northern Highlander sein, ein Pulteney oder Clynelish. Beides Destillen, die ich sehr schätze. Ach nein – jetzt natürlich ein Wolfburn 🙂

Liebe Frau Schwarz, danke für das Interview.

Unser Whiskyszene-Interview mit Horst Lüning von Whisky.de können Sie hier nachlesen.

Neu: anCnoc Peatlands (mit Tasting Notes)

Seit dem 7. August soll er in Skandinavien, Ost- und Westeuropa erhältlich sein: Der anCnoc Peatlands. Er wird die fünfte getorfte Abfüllung von anCnoc sein, nach Tushkar, Rutter, Flaughter und Cutter.

Laut offizieller Website ist der Peatlands mit 9ppm getorft und mehr als 10 Jahre in amerikanischer Eiche gereift. 6600 Flaschen wird es von dieser limitierten Abfüllung geben. Einen Preis können wir noch nicht nennen.

Wie üblich hier die Tasting Notes in unserer Übersetzung:

Es beginnt mit süßen Zitrusnoten, unterlegt mit Gewürznelken und Muskat in der Nase. Am Gaumen dichter, reichhaltiger Toffee-Geschmack, ummantelt von warmer und holziger Rauchigkeit.

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The Spirits Business: Die 10 World Whiskys mit dem besten Preis/Leistungsverhältnis

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Es ist schon schwierig genug, bei den schottischen Brennereien den Überblick zu behalten und hier die richtigen Kaufentscheidungen zu fällen. Und abseits des Scotch wird es im Bereich Whisk(e)y keineswegs einfacher. Eine kleine Hilfestellung bietet hier The Spirit Business. Im letzten Monat organisierten sie drei separate Blindverkostungen mit Whisk(e)y aus den USA, Irland und der Kategorie World Whiskys. Heute fassen sie die 10 besten in Bezug auf das Preis/Leistungsverhältnis in einer kleinen Slideshow zusammen. Einige sind in unseren Breitengraden problemlos erhältlich, bei manch anderer Empfehlung wird es schon sehr schwer bis fast unmöglich werden, diese Abfüllungen im hiesigen Fachhandel zu bekommen.

Serge verkostet: Glenfarclas

Obwohl er Whiskys dieser Brennerei für zum Winter passend hält und dieser (noch) sehr weit weg ist, verkostet Serge Valentin heute Glenfarclas – nicht vertikal, nicht horizontal, sondern einfach so, wie sie kommen. Und für uns als Redaktion nicht überraschend: Keiner der heutigen Kandidaten schneidet mit einer nur mittelmäßigen Bewertung ab, die vergebenen Punkte bewegen sich im hohen 80er Bereich bis in die 90er. Die Whiskys der heutigen Verkostung auf Whiskyfun in der Übersicht:

  • Glenfarclas 40 yo 1971/2012 ‚Red Baron of Speyside‘ (51.7%, Glen Fahrn, Switzerland, bourbon, 139 bottles) 91 Punkte
  • Glenfarclas 1997/2011 (56.3%, OB, Family Casks, for Kensington Wine Market, Canada, first fill oloroso, cask #397, 656 bottles) 88 Punkte
  • Glenfarclas 1995/2014 (57.1%, OB, Family Casks, for Classicdram Moscow Festival, Russia, refill sherry, cask #3783, 282 bottles) 88 Punkte
  • Glenfarclas ‚Legend of Speyside – Passion‘ (46%, OB, oloroso sherry casks, Germany, +/-2015) 85 Punkte
  • Glenfarclas 25 yo 1990/2015 (52.6%, Cadenhead, Authentic Collection, 192 bottles) 87 Punkte
  • Glenfarclas 8 yo 1969/1978 (86.8 US proof, Averys for Corti, San Francisco, USA, 75cl) 88 Punkte
  • Glenfarclas 40 yo 1958/1998 (52.8%, Signatory Vintage, 10th Anniversary, sherry butt, decanter, 496 bottles) 92 Punkte
  • Glenfarclas 31 yo 1965/1997 (64%, Scotch Malt Whisky Society, #1.76) 87 Punkte