Donnerstag, 01. Januar 2026, 17:12:10

Internas: Neues Kommentarsystem

Wir haben bislang ein externes Kommentarsystem auf Whiskyexperts integriert gehabt – zur Abwehr von Spam und für eine Vernetzung über die Site hinaus. Der Nachteil war, dass sich unsere User ein zweites Mal für das externe System anmelden mussten – und einige unserer User haben uns gesagt, dass ihnen dies zu umständlich sei.

Wir haben uns daher entschlossen, das externe Kommentarsystem zu deaktivieren und ab sofort ein internes System zu verwenden. Damit ist es nun möglich, als eingetragener und angemeldeter User bei uns sofort einen Kommentar auf eine Nachricht abzugeben. Der allererste Kommentar eines Users muss von uns noch händisch freigeschaltet werden (damit versuchen wir, Spam so weit wie möglich zu verhindern), danach kann man ohne Wartezeiten kommentieren.

Also: Ab sofort ist es auch sinnvoll, Whiskyexperts als eingetragener User und angemeldet zu besuchen 🙂

Wir hoffen, damit im Sinn unserer Leser gehandelt zu haben und wünschen angeregte Diskussionen.

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Karen Fullerton präsentiert Glenmorangie Tusail bei exklusivem Tasting in Berlin

Journalisten, Händler, Barkeeper und Blogger folgten der Einladung am 26. Februar 2015 in die Berliner Malzfabrik, um die 6. Private Edition aus dem Hause Glenmorangie zu testen – darunter auch Benjamin Roscher von Notesofmalt.de, der uns diesen Bericht zur Verfügung stellte.

Die Malzfabrik ist vielen Genießern durch die Berliner Whiskymesse „Whisky-Herbst“ bekannt, welche dieses Jahr nun zum dritten Mal in Folge in den alten Mauern stattfinden wird. Die Verkostung selbst umfasste nicht nur den Tusail sondern auch den 10-jährigen „The Original“ und wurde von der Schottin Karen Fullerton durchgeführt, Global Brand Ambassador bei Glenmorangie. Natürlich gab es jede Menge Hintergrundinformationen zum Herstellungsprozess, der Lagerung und den eigens zur Produktion von Fässern gekauften Wald in Missouri, USA.

Karen Fullerton, Global Brand Ambassador bei Glenmorangie
Karen Fullerton, Global Brand Ambassador bei Glenmorangie

Neben den beiden Single Malts konnten die Gäste auch am New Make sowie den fassstarken 10-jährigen Single Malts (welche für den 10-Jährigen gemischt und auf 40% alc. verdünnt werden) riechen.

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Der Tusail selber ist mit 46 % alc. abgefüllt und streng limitiert, wie streng, dazu später mehr. Das Besondere am Tusail ist die verwendete Gerste „Maris Otter“, welche zur Produktion handgemälzt wurde und sonst selten in der Whiskyproduktion zu finden ist. Allein ist Glenmorangie damit freilich nicht: Die Strathearn Distillery verwendet sie zum Beispiel sogar ausschließlich. Die Reifung erfolgte in Ex-Bourbonfässern, zum Alter gibt es keine Angabe. Erfreulich ist, dass der Single Malt nicht kühlgefiltert worden  ist, laut Moet Hennessy ist er allerdings gefärbt.

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Weitere Hintergrundinformationen gab es natürlich auch, so erläuterte Karen auf welchen Märkten der Tusail vertrieben wird: Deutschland, Großbritannien,  USA, Taiwan und Russland. Eine Nachfrage zur Färbung stiftete bei Moet Hennessy etwas Verwirrung. Karen versicherte, dass der Glenmorangie Tusail im  Gegensatz zum 10-Jährigen definitiv nicht mit Zuckercouleur gefärbt ist, warum das Label der Flasche dennoch eine solche Produktwarnung ziert, konnte nicht  geklärt werden. Zur Limitierung einzelner Abfüllungen äußert man sich bei Moet nicht so gerne, in einem Halbsatz beschränkte Karen die Menge der „Cases“ auf  rund 3.600, was am Ende allerdings nicht noch einmal bestätigt wurde.

Im Fazit fand der Abend in gemütlicher Atmosphäre, mit spannenden Diskussionen und gutem Whisky an einem wirklich tollen Ort statt.

Alle Bilder: Benjamin Roscher

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Serge verkostet: Springbank Green und andere

Der vor kurzem erschienene Springbank Green, ein Whisky aus biologisch angebautem Getreide, wurde unter Whiskyfreunden mit gemischten Gefühlen diskutiert, was seinen Geschmack anbelangte. Serge findet sich eher auf der Seite der Liebhaber des für Springbank eher untypischen Tropfens, der komplett in Bourbon-Fässern reifte und kein Molekül aus einem Sherryfass in sich trägt.

In seiner Verkostung heute findet sich auch ein Burnside, der kein verkleideter Balvenie ist, sondern ein Springbank, und eine weitere Abfüllung aus der einzigen schottischen Destillerie, die noch alle Produktionsschritte vollständig im Haus unternimmt. Hier die Wertungen:

  • Springbank 12 yo ‘Green’ (46%, OB, organic barley, 9000 bottles, 2014): 87 Punkte
  • Burnside 15 yo (46%, Eaglesome Ltd., 1993): 90 Punkte
  • Springbank 19 yo 1972 (46%, OB, +/-1991): 91 Punkte

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Handsignierte Laphroaig: Unsere Gewinner stehen fest!

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Danke für die zahlreichen Teilnahmemails zu unserem Gewinnspiel um die beiden von John Campbell handsignierten Laphroaig 10, einmal in voller Größe und einmal als Miniatur. Wir sind ja heftigen Zuspruch zu unseren Verlosungen gewohnt, aber diesmal hat es alle Rekorde gesprengt.

Diesmal hat die unbestechliche elektronische Glücksfee zwei Gewinner aus Deutschland gezogen. Unser Hauptgewinner darf sich die für ihn passende Flaschengröße aussuchen und wird dazu von uns gleich kontaktiert. Es ist, Trommelwirbel, ein Berliner: Herzlichen Glückwunsch, lieber Bodo Byszio!

Unser zweiter Gewinner kommt (nach kurzer Recherche auf Google Maps) aus der Nähe von Stuttgart, nämlich aus Oberriexingen. Ebenfalls herzliche Glückwünsche an René Geilenkirchen! Für ihn gibt es die andere, vom Gewinner des ersten Preises nicht ausgewählte Flasche.

Und allen, die diesmal nicht zum  Zug kamen, egal. Ab morgen gibt es bei uns schon das nächste Gewinnspiel, und weitere werden folgen – also weiter mitmachen und Spaß haben.

Video: Schottland von oben – Von der Isle of Skye zum Ben Nevis

Auch an diesem Sonntag wollen wir Ihnen wieder ein Video von Youtube präsentieren – diesmal sind es beeindruckende Aufnahmen aus Schottland, die die Schönheit der Gegend aus der Luft zeigen. 25 Minuten in High Definition – wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit „Scotland from Above – Isle of Skye to Ben Nevis“:

Whisky im Bild: Whiskyexperts Tasting „Whisky & Schokolade“ bei Stendels

Vorgestern, am Freitag, fand ja bei Stendels in Dortmund unser ausverkauftes Whiskyexperts-Tasting rund um Whisky und Schokolade statt. Redakteur Simon Rosenkranz präsentierte dort das wunderbare Zusammenspiel von fruchtigen und rauchigen Malts mit hochwertigen Schokoladen in sechs Beispielen. Einhelliger Tenor dort: Es hat viel Freude gemacht.

Hier einige Fotos der Veranstaltung:

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Redakteur Simon Rosenkranz führte durch das Tasting.

 

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Die sechs verkosteten Abfüllungen…

 

 

 

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…und die Schokoladen dazu.

 

Bruichladdich will Malzboden errichten

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Laut einem Bericht von Mark Gillespie’s whiskycast.com plant Bruichladdich die Errichtung eines eigenen Malzbodens – so sagt zumindest Jim McEwan in der aktuellen Folge des podcasts. Ebenfalls dort zu hören gibt es seine Aussagen über die Zukunft einer Destillerie in Port Charlotte und Infos über die aktuellen Abfüllungen wie den Octomore 6.3 und den Port Charlotte Islay Barley Single Malt.

Malzboden von Highland Park. Bild von Lakeworther (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons
Malzboden von Highland Park. Bild von Lakeworther (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 oder GFDL], via Wikimedia Commons

Whisky des Monats März: Die Abfüllungen von Benromach

In unserer regelmäßigen Rubrik “Whisky des Monats” stellen wir Ihnen, sehr subjektiv gesehen natürlich, Whiskys vor, die wir besonders mögen, denen wir eine breitere Öffentlichkeit wünschen. Das kann sein, weil wir sie unterbewertet finden oder weil das Verhältnis zwischen Preis und Leistung so besonders ist. Der Whisky muss auch verbreitet, also mindestens im Fachhandel, erhältlich sein und sollte sich noch aktuell im Angebot befinden.

Manchmal gibt es Destillerien, die lange Zeit unter dem Radar dahindümpeln – dann aber, durch das Zusammentreffen mehrerer vorteilhafter Umstände, ins Zentrum des Interesses der Whiskyfreunde rücken. Eine dieser Destillerien ist Benromach. Seit der unabhängige Abfüller Gordon & MacPhail im Jahr 1993 die Destillerie von United Distillers kaufte, findet dort ein Wandlungsprozess statt, der auch illustriert, wie langfristig man im Whiskybusiness denken muss, wenn man erfolgreich sein will.

Benromach Distillery ist im Besitz der unabhängigen Abfüller Gordon & MacPhail aus Elgin. Foto Copyright Ernie - Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.
Benromach Distillery ist im Besitz der unabhängigen Abfüller Gordon & MacPhail aus Elgin. Foto Copyright Ernie – Ernst J. Scheiner 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Über die Jahre hat Benromach unter dem neuen Besitzer seinen eigenen Stil und seine eigene Linie gefunden. Man hat sich langsam herangetastet, hat auch Rückschläge eingesteckt und von ihnen gelernt. Jetzt, mehr als 20 Jahre nach der Übernahme und über 15 Jahre nach dem erneuten Produktionsbeginn, steht Benromach mit einer interessanten und eigenständigen Produktlinie da und findet weltweit Anerkennung.

Mit dem Redesign der Verpackungen, so banal das auch klingen mag, hat man den Durchbruch geschafft: Attraktive Whiskys attraktiv präsentiert, grundehrlich in den Angaben, offen in der Kommunikation mit den Fans und bestrebt, sich den Moden so weit wie möglich zu widersetzen – so erlebt man Benromach heute. Ein Zeichen dafür, wie man seinen eigenen Weg gehen will, ist das Erscheinen des Benromach 5yo – eines jungen Whiskys, der entgegen aller Trends seine Jugend nicht durch Fantasienamen und Marketinggetöse verbergen will, sondern sie stolz am Etikett trägt. Sie muss übrigens auch gar nicht verborgen werden, denn die Jugend ist hier kein Makel.

Besonders überzeugt hat uns im Februar der Benromach 100 Proof, die Fassstärken-Ausgabe des Zehnjährigen, der deutlich zeigt, was im Destillat bei Benromach steckt. Er ist im besten Sinne „old school“ und hat eine Stilistik, die man nirgendwo sonst in dieser Ausprägung finden kann.

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Aber auch von anderen Abfüllungen gibt es Gutes zu berichten: Der Peat Smoke zum Beispiel ist ein schöner getorfter Speysider, die beiden fruchtigen Hermitage Finish und Chateau Cissac Finish sind abseits des Üblichen anzutreffen. Und der Benromach Organic hat schon vor einiger Zeit den Trend zu biologischem Whisky mitbestimmt.

Benromach range

Die Philosophie von Benromach erfreut den Gaumen ebenso wie den Intellekt – für uns ein triftiger Grund, die Gesamtrange von Benromach zum Whisky des Monats März zu küren. Sollten Sie Benromach noch nicht für sich entdeckt haben – bitte tun Sie es. Es zahlt sich aus.

 

Wir verkosten: Amrut Peated Batch 19/2013

 

 

 

Amrut Peated Batch 13/2013 
Peated Indian Single Malt Whisky
0.7 Liter, 46%
Verkoster: Klaus Doblmann
Sample: Privatsammlung

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Nase: In der Nase vermischen sich für den Single Malt-Genießer wohlvertraute und neue Aromakomponenten. Es ist ein Aufeinandertreffen von zwei Welten, wird doch schottisches, getorftes Gerstenmalz in Indien gebrannt und gereift. Der Rauch ist eher vom Typ Festland – keine phenolischen Inselkomponenten. Die Intensität liegt in etwa zwischen Springbank und Longrow, also eher auf einem allgemein verträglichen Level. Was gibt es neben dem Rauch zu entdecken? Nun, es ist ein eher schüchterner Whisky, zumindest zu Beginn. Eine malzig-honigartige Süße bildet die Basis. Darüber hinaus finden sich Nelken, Zimtstangen, Schokotorte, süßes Schlagobers, etwas Gummi, Karamell, Fudge und Anflüge von Melasse sowie Staub.

Gaumen: Der Gaumen eröffnet mit kräuterigen, salzig-trockenen Noten. Dabei ist der Alkohol etwas deutlicher wahrnehmbar als in der Nase. Nach ein paar Sekunden schleicht sich eine malzige Süße heran und dreht den Geschmackseindruck in Richtung Kräuterbonbon. Sehr dicht gepackt. Mit etwas Wasser wird der Eindruck süßer und es gesellen sich Orangensaft, Orangenschalen, Zimtrinde, Vanillepudding und Milchschokolade aber auch Tannine, frisch geschnittenes Gras, duftendes Heu, weißer Pfeffer und Chilischoten dazu. Moment mal, wo ist denn hier eigentlich der Rauch? Hmmm… ja, da ist eine leichte Note nach kaltem Torfrauch im Hintergrund, man muss aber fast danach suchen.

Finish: Kalter Rauch mit Kräutern, Gewürzen und einer malzigen Süße im Hintergrund. Mittellang mit leichten Eichennoten zum Schluss.

Alles in Allem: Der indische Whiskymarkt ist riesig, wobei das meiste für unsere Verhältnisse nicht als Malt Whisky klassifiziert werden könnte, da es nicht aus gemälzter Gerste hergestellt wird. Dennoch – es gibt indischen Single Malt Whisky und Amrut ist in unseren Breitengraden wohl der bekannteste Vertreter seiner Art.

Der „Amrut Peated“ ist da aber schon wieder fast eine Ausnahme der Ausnahme, da er aus in Schottland gemälztem und getorftem Malz hergestellt wird. Üblicherweise verwendet Amrut indisches Malz.

Eine Altersangabe verkneifen sich die Inder – nicht ohne Grund, da der Whisky ob des heißen Klimas in Bangalore viel schneller reift als in Schottland und ein Vergleich deshalb schwer möglich wäre.

Genug der Vorrede – nun zum Whisky selbst: Man bekommt hier einen eigenständigen, einzigartigen Whisky, der eine Erweiterung des Geschmackshorizonts darstellt und unterm Strich gut gelungen ist. Fast möchte man meinen, etwas die Gewürze Indiens herauszuriechen und zu schmecken.

Ein Wort noch zur Chargenkonsistenz: Hier scheint es gewisse Unterschiede zu geben, die batches sind wohl nicht allzu groß im abgefüllten Volumen. Die Charge 22/2013 etwa, nur vier Chargen später, ist deutlich rauchiger aber ansonsten nicht minder spannend und charaktervoll.

Exklusiv: Erste Eindrücke von der Finest Spirits München

Zum zehnten Mal findet heuer in München die Finest Spirits statt, und wer die Messe gestern am Eröffnungstag besucht hat, der wird ihre Popularität verstehen: Bestens organisiert, mit einem interessanten Mix an Ausstellern bestückt und trotz ihrer Größe kompakt und nie unübersichtlich – das bietet die besten Voraussetzungen, um einen Besuch auf der Finest Spirits genießen zu können.

Man muss Frank Böer zu seinem Konzept in München grtulieren: De Finest Spirits ist eine Erlebnismesse, die Einsteier wie alte Hasen bestens bedient.
Man muss Frank Böer zu seinem Konzept in München gratulieren: Die Finest Spirits ist eine Erlebnismesse, die Einsteiger, sowie alte Hasen bestens bedient.

Schon zum Einlass um 16 Uhr stauten sich vor der Location in München die Besucher. Das Wetter, anfangs noch sonnig, schlug im Verlauf des Abends dann um und es setzte Schneefall ein, was aber dem Zustrom bis in die späteren Stunden keinen Abbruch tat.

Whiskyfans warten auf die Eröffnung.
Whiskyfans warten auf die Eröffnung.

Drinnen war es am Freitag immer gut besucht, aber die Kapazitäten der Halle wurden niemals überstrapaziert, sodass man sich immer bewegen konnnte. Auch der Lärmpegel war niemals so, dass man sich an den zahlreichen Ständen nicht mehr hätte unterhalten können.

Vaoll, aber nicht überfüllt - am Freitag war ein Besuch der Messe ein angenehmes Erlebnis
Voll, aber nicht überfüllt – am Freitag war ein Besuch der Messe ein angenehmes Erlebnis

Die Finest Spirits ist ja keine reine Whiskymesse, und deshalb waren auch andere Spirituosen im Anbietermix vertreten. In diesem Jahr steht Rum im Fokus, und dementsprechend war ein Teil der Stände auch auf diese Spirituose ausgerichtet. Der klare Schwerpunkt der Messe liegt aber nach wie vor auf Whisky – und wir berichten natürlich vor allem darüber, was sich im Whiskysegment Neues fand.

Rum wird auf der diesjährigen Finest Spirits besonders promotet, und auch für Whiskyfreunde lohnt sich ein geschmacklicher Blick über den Tellerrand - es gibt viel Gutes zu entdecken.
Rum wird auf der diesjährigen Finest Spirits besonders promotet, und auch für Whiskyfreunde lohnt sich ein geschmacklicher Blick über den Tellerrand – es gibt viel Gutes zu entdecken.

Einige vor kurzem angekündigte neue Abfüllungen wurden auf der Finest Spirits der Öffentlichkeit präsentiert und konnten auf der Messe auch verkostet werden. Am Stand von Pernod Ricard gab es die neue Entry-Level-Abfüllung The Glenlivet Founder’s Reserve zu probieren, aber auch ein neues Single Cask Bottling, ein 14jähriger Whisky von The Glenlivet, wurde dem Fachpublikum präsentiert. Ein schöner, sehr intensiver und sehr typischer Whisky aus der Traditionsdestillerie, der im Fachhandel um die 270 Euro kosten wird.

Das Single Cask Bottling von The Glenlivet.
Das Single Cask Bottling von The Glenlivet.

Ebenfalls Premiere auf der Finest Spirits hatte eine neue Deutschland-Abfüllung von Säntis aus der Schweiz, ein angenehm rauchiger Single Malt aus der Schweiz, der uns gut ausbalanciert und geschmacklich beachtenswert erschien. Er wird ab sofort im gut sortierten Fachhandel erhältlich sein.

In alten Bierfässern und ex Sherry Fässern reifte die neue Säntis Edition Germany
In alten Bierfässern und ex Sherry Fässern reifte die neue Säntis Edition Germany

Wer auf einen neuen Ardbeg namens Ceò gewartet hatte, wurde beim Besuch der Finest Spirits enttäuscht. Die Weltpremiere von Ardbeg erwies sich als eine Menge kalte Luft: Ceò bedeutet im Keltischen Nebel und ist in diesem Fall ein Mikrozerstäuber, der es ermöglicht, den Geschmack von Ardbeg (oder jedem anderen Whisky) ohne Alkohol zu erschnuppern. Das Gadget wird sich in der Gastronomie finden lassen, für den Heimgebrauch ist es nicht vorgesehen.

Menschen, die auf Nebel starren: Der Zerstäuber von Ardbeg in Aktion.
Menschen, die auf Nebel starren: Der Zerstäuber von Ardbeg in Aktion.

Am Stand von Diageo gab es nicht nur unseren Redakteur Reinhard Pohorec in Aktion zu bewundern (er mixte den Gästen dort als vorjähriger Finalist der World Class feinste Cocktails), sondern auch den neuen Talisker Skye. Entgegen den Befürchtungen wird dieser neue Einsteiger-Talisker nicht den Zehnjährigen ersetzen – dieser wird im Fachhandel weiter erhältlich sein, der Skye wird ihn nur aus dem Lebensmittelhandel verdrängen.

Whiskyexperts-Redakteur Reinhard Pohorec in Aktion
Whiskyexperts-Redakteur Reinhard Pohorec in Aktion

Verkostet haben wir den Skye natürlich auch, und für ihn gilt das, was für fast alle neuen NAS-Abfüllungen im Einsteigerbereich gilt: sie sind auf Gefälligkeit getrimmt und sollen dem Whisky neue Zielgruppen eröffnen. Sie sind schön komponiert und zugänglich ohne Ecken und Kanten – einen Whiskyliebhaber wollen und können sie nicht begeistern – dafür gibt es andere Whiskys.

 

Der neue Talisker Skye.
Der neue Talisker Skye.

Am Stand von Tomatin konnten wir Regional Sales Manager Scott Adamson als eine der ersten in Deutschland eine Kostprobe vom neuen Tomatin Cù Bòcan Virgin Oak entlocken – und es hat sich ausgezahlt. Unserer Meinung nach der beste der drei Standard Cù Bòcans, mit deutlicherer Rauchnote und schöner Vanillesüße aus dem jungfräulichen Eichenfass. Am Montag soll er bei den Händlern verteilt werden.

Erstmals in Deutschland zu sehen: Der Tomatin Cù Bòcan Virgin Oak und der Cask Strength.
Erstmals in Deutschland zu sehen: Der Tomatin Cù Bòcan Virgin Oak und der Cask Strength.

Scott hat uns auch erzählt, dass Tomatin für heuer noch eine Sonderabfüllung plant, die sich dem Thema „Alter“ widmen wird – in welcher Form und wann, das wird in der Destillerie noch diskutiert.

Unweit vom Stand von Tomatin wurde die Range von Benromach präsentiert, darunter auch alle neuen Produkte wie die Wein-Finishes oder der 100 Proof. Die Qualität, die momentan von Benromach produziert wird, ist erstaunlich, und wir raten Ihnen, am Stand etwas zu probieren. Man wird in nächster Zeit mehr von dieser Destillerie hören – auch von uns. Schade nur, dass wir erfahren mussten, dass der neue 5yo nicht für den deutschen Markt vorgesehen ist. Wer ihn haben will, muss sich zum Beispiel in Holland umsehen.

Wir fanden auch zwischendurch Zeit, ein paar Worte mit Stuart Nickerson zu sprechen, der auf der Messe seine Glenglassaugh-Abfüllung aus dem Jahr 1973 präsentierte. Er ist immer noch dabei, das Kapital für die Whiskyproduktion in seiner neuen Destillerie auf den Shetlands zu organisieren, derweilen brennt man dort Gin. Wann endlich der erste New Make in den Receiver strömen kann, konnte uns Stuart noch nicht sagen.

Uns reicht der Platz nicht, alles Erwähnenswerte hier zu präsentieren, aber zum Abschluss vielleicht noch ein besonderes persönliches Highlight, das man bei Mareike Spitzer am Stand von irish-whiskeys.de verkosten kann, die dort wieder die gesamte Bandbreite des irischen Whiskeys mit Fachverstand und Enthusiasmus präsentiert: Ein Knappogue Castle aus dem Jahr 1951, wohl einer der ältesten irischen Whiskeys, die man heutzutage noch trinken kann. Knapp 20 Flaschen soll es weltweit davon noch geben – und auch wenn ein Glas daraus nicht billig ist: Das Geschmackserlebnis, die Dichte und diese intensiven Noten von Johannisbeere sind ein Erlebnis für sich.

1951 destilliert und ein Zeugnis dafür, wie ausgezeichnet irischer Whiskey sein kann...
1951 destilliert und ein Zeugnis dafür, wie ausgezeichnet irischer Whiskey sein kann…

Alles in allem ist die Finest Spirits in München einen Besuch wert – eine Erlebnismesse für Einsteiger und Fortgeschrittene zugleich.

Video: Der Aufstieg auf Schottlands höchsten Berg, Ben Nevis

Einige unserer Leser werden den Aufstieg auf den Ben Nevis schon selbst gewagt haben – für sie ist das nachfolgende Video eine schöne Reminiszenz. Andere unter uns haben Schottlands höchsten Berg noch nicht selbst bestiegen und die herrlichen Ausblicke von oben nicht genossen – die können das jetzt visuell nachholen. Im Video von Youtube entführt sie Daniel Staniforth auf den Ben Nevis – 15 Minuten voller Schönheit und Natur pur.

Wir verkosten: The Glenlivet Founder’s Reserve

Gestern Abend präsentierte Pernod Ricard Deutschland in München das neue Mitglied der The Glenlivet Familie. Im Lola Montez Haus, begleitet von einem Whisky Dinner, wurde der anwesenden Fachpresse und Mitgliedern der The Glenlivet Guardians die neue Abfüllung The Glenlivet Founder’s Reserve vorgestellt.

Ab April 2015 wird Founder’s Reserve im Handel erhältlich sein und den The Glenlivet 12 yo ablösen (wir berichteten). Auf Einladung von Pernod Ricard Deutschland waren unsere Redakteure Bernhard Rems und Dirk Piesczek auch Teilnehmer dieser Veranstaltung und durften den Founder’s Reserve verkosten:

The Glenlivet Founder's Reserve

The Glenlivet Founder’s Reserve
Single Malt, Speyside
0.7 Liter, 40%
Verkoster: Dirk Piesczek
Sample: Pernod Ricard Deutschland

Nase: Vanille, helle Früchte, Birne, Orange, vielleicht auch Ananas, mit einer leichten Süße. Dazu eine gute Portion Toffee. Alles nebeneinander aufgereiht, klar zu erkennen und benennen.

Gaumen: Auch hier wieder helle Früchte, leicht gesüßt, mit Vanille. Das alles recht rund und wohlschmeckend, aber ohne Komplexität und Tiefe.

Finish: Kurz und knackig, der Toffee erscheint erneut und an seiner Seite wieder Früchte.

Alles in allem: Für Founder’s Reserve wird ein hoher Anteil an amerikanischen First Fill Fässern verwendet. Dies ermöglicht The Glenlivet, ihr Ziel zu erreichen: einen milden und süßen Whisky zu kreieren. The Glenlivet Founder’s Reserve reiht sich ein in den Reigen der neu designten Abfüllungen ohne Altersangabe, die ein junges Publikum an die Welt der Whiskys heran führen sollen. Und dafür bringt er alle notwendigen Attribute mit: Frucht, Süße, Milde, dabei ist er sehr angenehm und gut trinkbar – insgesamt ohne Fehl und Tadel. Dafür gibt es von uns ein „Gut“.

BR Fernsehen, 27. 2. um 19:00: Fränkischer Whisky

Auf der Website des Bayrischen Fernsehens ist für heute, den 27. 2. um 19 Uhr, ein Beitrag über fränkischen Whisky des Brenners Reiner Mößlein angekündigt.  Weitere Sendezeiten können aus dem Artikel entnommen werden.

Interessant macht diesen Whisky zunächst einmal die Tatsache, dass er mit regionalem Getreide in kleinen Mengen gebrannt wird – und dass er mindestens 5 Jahre in kleinen Barrique-Fässern, die vorher mit Premium-Rotweinen gefüllt waren, gelagert wird. Bei Jim Murray konnte der Whisky in der Whisky Bible über 90 Punkte erzielen.

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Serge verkostet: Fünf Whiskys aus dem Elsass

Hin und wieder sieht man einen davon im Fachhandel, aber auch wenn „Elsässer Whisky“ mittlerweile eine geschützte Bezeichnung geworden ist und auch in internationalen Wettbewerben an Bedeutung gewinnt, trifft man die Tropfen aus Frankreich in unseren Breiten doch eher selten und dann als „Exoten“ an.

Serge Valentin verkostet in seinem neuesten Tasting Report fünf davon, und auch wenn die Wertungen jetzt nicht berauschend sind (keiner der verkosteten Whiskys kommt an die 80 Punkte), so bringt er ihnen dennoch eine gewisse Zuneigung entgegen:

  • Elsass Whisky (40%, OB, Lehman, France, Alsace, single malt, +/-2014): 79 Punkte
  • Rozelieures (40%, OB, Grallet Dupic, France, Lorraine, single malt, +/-2014): 75 Punkte
  • AWA ‘Cuvée Kuentz-Bas’ (43%, OB, France, Alsace, single malt, +/-2014): 75 Punkte
  • Meyer’s Blend Supérieur (40%, OB, France, Alsace, blend, +/-2014): 74 Punkte
  • Meyer’s Pur Malt (40%, OB, France, Alsace, single malt, +/-2014): 77 Punkte
Impressionen aus dem Elsass. "Chateau Saint-Ulrich 1" by Dsch67 at fr.wikipedia - Own work. Licensed under CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons.
Impressionen aus dem Elsass. „Chateau Saint-Ulrich 1“ by Dsch67 at fr.wikipediaOwn work. Licensed under CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons.