Von unserem Leser Mark Wicknig stammt dieses Bild aus der Destillerie Glengoyne, das verschiedene Fasstypen, die für Whisky verwendet werden, nebeneinander zeigt. Die unterschiedlichen Fassgrößen (es gibt natürlich mehr Typen als auf dem Bild) sind in der Whiskyerzeugung deshalb von Bedeutung, weil in größeren Fässern der Whisky in Relation weniger Kontakt zum Holz hat und daher langsamer dessen Stoffe aufnimmt.
Das australische Magazin Executive Style bringt heute einen Artikel, der auf einem Interview mit David Prior basiert, dem Mann, der die Lowland-Destillerie Bladnoch gekauft hat.
Laut diesem Artikel werden gegen Ende dieses Jahres neue Abfüllungen aus Bladnoch erscheinen, und zwar aus dem Lagerbestand dort (Bladnoch hat seit sechs Jahren nicht mehr destilliert), und Prior möchte auch einen Blend aus verschiedenen Destillerien auf den Markt bringen, auf eine neue, junge Zielgruppe ausgerichtet.
Prior sieht laut Executive Style Bladnoch vor allem als Business und Marke, bezeichnet sich im Interview allerdings auch als Whiskyliebhaber. Es steht zu hoffen, dass er sich in seinen Geschäftsentscheidungen auch von dieser Liebe zum Whisky leiten lässt.
Auch in diesem Monat stellen wir Ihnen wieder einen Whisky vor, dem wir wünschen, dass ihm ein wenig mehr Beachtung geschenkt wird – und wie immer sehr subjektiv. Wir bleiben nach dem Benriach 10yo in der Speyside und widmen uns einer fast schon anachronistisch wirkenden Neuerscheinung. Unser Whisky des Monats August ist der Aultmore 12yo.
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Eine mutige Entscheidung hat Bacardi mit seiner Neuausrichtung im Whiskysegment getroffen: Anstelle dem Trend zu No Age Statements zu folgen, hat man sich, wohl in Besitz gut gefüllter Fasslager, dazu entschlossen, seine Marken als Whiskys mit Altersangabe zu führen.
Craigellachie, Aberfeldy und Aultmore sind mit einer Range von Abfüllungen auf dem Markt angetreten, und sie zeigen, dass man auch heute noch auf diese Weise gute Qualität bieten kann. Zwar liegen die älteren Originalabfüllungen der Destillerien preislich nicht gerade im schmerzfreien Bereich, aber die Einsteigerwhiskys der Ranges sind halbwegs günstig zu erhalten (und nebenbei sehr attraktiv gestaltet).
Als unseren Whisky des Monats August möchten wir Ihnen den Aultmore 12yo ans Herz legen, ein grundehrlicher Speysider, der mit 46% abgefüllt ist. Er hat nicht die überbordende Fruchtigkeit, die man zum Beispiel im dreizehnjährigen Craigellachie aus dem selben Konzern findet, sondern ist sehr geradlinig und malzig, ohne natürlich seinen Speyside-Charakter zu verleugnen.
Serge Valentin macht dem 12jährigen Aultmore in seiner Verkostung, die er zufälligerweise vor ein paar Tagen online gestellt hat, ein schönes Kompliment: Er sei fast wie ein Unabhängiger.
Wir fügen dem hinzu: Es ist ein exzellenter Whisky für Einsteiger, die – abseits der weichgespülten neuen Designerwhiskys – die Faszination Whisky entdecken wollen. Und er wird auch Kenner als Daily Dram nicht enttäuschen, denn er ist elegant, kräftig, hat Charakter und macht damit einfach Freude.
Nachdem schon Ardbeg Samples seines Whiskys ins All geschossen hat, folgt nun Beam Suntory: Am 16. August sollen mit dem japanischen Kounotori-Transporter sechs Samples von Suntory Whiskys auf die ISS gebracht werden, wo sie dann wenigstens ein Jahr lang unter dem Einfluss der Schwerelosigkeit reifen sollen (manche Samples sollen mindestens zwei Jahre im All bleiben), berichtet das Wall Street Journal.
Die Samples werden danach wieder auf die Erde gebracht, um dort von den Master Blendern verkostet zu werden und um im Labor zu überprüfen, ob die Schwerelosigkeit den Reifungsprozess verändert.
Beam Suntory legt Wert auf die Feststellung, dass die Samples nicht in den Verkauf gelangen werden.
Bacardi hat ja vor einiger Zeit die Produktlinie bei Aultmore umgestellt, und zwar auf Whiskys mit Altersangaben, ganz klassisch. Ein mutiger Schritt in Zeiten, in denen die Verknappung der Lager die meisten anderen Unternehmen dazu zwingt, mit NAS auf den Markt zu kommen.
Kann man Bacardi zu seiner Entscheidung auch, was den Geschmack betrifft, gratulieren? Serge Valentin hat drei Aultmore verkostet, darunter auch zwei Originalabfüllungen, und er meint: Ja. Hier die Wertungen:
Aultmore 12 yo (46%, OB, +/-2015): 83 Punkte
Aultmore 25 yo (46%, OB, +/-2015): 89 Punkte
Aultmore 28 yo 1982/2011 (46%, Mo Òr Collection, bourbon hogshead, cask #2219, 300 bottles): 88 Punkte
Jim Rutledge, Master Blender bei Four Roses und wohl hauptverantwortlich für den stetigen Aufwärtstrend der Whiskeys aus dieser Destillerie, wird am 1. September in Ruhestand gehen. Whiskey Wash hat mit ihm deshalb einen sehr interessanten Artikel anläßlich eines Gesprächs mit ihm gestaltet, der auf seine Geschichte und seine Ansichten eingeht. Eine interessante Perspektive auf amerikanischen Whiskey.
Diageo hat heute seine Zahlen für das erste Halbjahr 2015 veröffentlicht (die Presseaussendung dazu können Sie auf unserer englischsprachigen Site lesen), und während die Gesamtverkaufszahlen stagnieren, muss Scotch erneut einen Abwärtstrend von -5% hinnehmen, berichtet die BBC.
Dennoch hat Diageo die Dividende um 9% erhöht, denn der Gewinn vor Steuer ist um 5% gestiegen. Mehr Details gibt es auch auf Dailyrecord.
Jean Donnay, Besitzer der Destillerie Glann ar Mor in der Bretagne, hat ja vor knapp einem Monat angekündigt, die Destillerie wegen Streitigkeiten um die geschützte Herkunftsbezeichnung mit 15. August zu schließen. Wir haben unter anderem auch hier darüber berichtet.
Nun hat Jean Donnay vor drei Stunden einen Link auf einen Artikel in Le Telegramme geposted, in dem verlautbart wird, dass die Destillerie doch nicht ihre Pforten sperren wird – und vor allem, glaubt man dem Artikel, werden die Donnays auch nicht nach Schottland übersiedeln:
„…et ne quittera pas la Bretagne pour s’installer ailleurs“.
Grund sei, dass die Bedingungen für die Herkunftsbezeichnung im Sinne der Donnays geändert werden sollen.
Spekulationen über die Ernsthaftigkeit der ersten Ankündigung Anfang Juli, die für doch gehörigen Wirbel in der Whiskyszene sorgte, überlassen wir gerne anderen – ebenso wie Mutmaßungen über die Implikationen, die ein Verbleiben der Donnays in Frankreich für Gartbreck, die Pläne und Besitzverhältnisse dort hätte…
Ja, diese Überschrift erscheint ein wenig seltsam, aber sie hat ihre Berechtigung. Und das kommt so: Serge Valentin hat heute eine Verkostung von Abfüllungen aus der Destillerie Glenfiddich geposted. Dabei ist eine NAS-Abfüllung aus der jüngsten Vergangenheit, ein 19jähriger aus dem Jahr 2013 und ein sehr rarer, sehr gesuchter Glenfiddich in der schwarzen Dumpy Bottle von Cadenhead, abgefüllt im Jahr 1977, destilliert 1965. Die Punktezahlen, die Serge Valentin dafür vergibt, in absteigender Reihenfolge: 82, 76 und 4. Ja, vier. Die pure Trinkseife hat gerade mal vier Punkte erhalten – und es ist (……drrrrrrrrumrollllll):
Die Whiskyexperts-Blogrundschau steht wieder am Programm – ein Rundblick durch verschiedene englischsprachige Blogs um zu sehen, was gerade so in den Gläsern der Blogosphäre zu finden ist. Also, dann mal rein ins Vergnügen:
Der Oban Little Bay ist jetzt auch bei verschiedenen Händlern bei uns zu finden, die Verkostungsnotizen dazu findet man auf dem Somerset Whisky Blog – man findet ihn dort ganz annehmbar (und mutmaßt nebenbei, dass die nächsten Diageo NAS Whiskys von Cragganmore und Lagavulin kommen werden)
NAS Nummer 2 von Diageo ist der Dalwhinnie Winter’s Gold – auch bei Whisky for Everyone ist er in der Verkostung angekommen – dort hat man ihn nicht gekühlt getrunken, sondern bei Zimmertemperatur und findet ihn gut und vor allem auffallend preiswert.
Unser Gastrezensent Klaus Doblmann betreibt auch die Seite MaltKlaus‘ Daily Dram, dort verkostet er den Glenfarclas 15 – ganz ok meint er, aber nichts, was einen wirklich hinter dem Ofen hervorlockt.
Words of Whisky schenkt sich den sehr raren und teuren Karuizawa 1981/2011 Geisha Label ein – hier ist man begeistert und vergibt eine sehr hohe Wertung
Und dann gäbe es da noch auf Malt Fascination den Hyde 10 years old Single Malt, President’s Cask, 46% – bei diesem Iren gefällt das Untypische für einen Iren, lediglich etwas zu süß ist er für den Verkoster.
Laut einem Bericht auf The Spirits Business hat Maker’s Mark den zweiten Prozess, der gegen das Unternehmen wegen des Begriffes „handmade“ geführt wurde, gewonnen. Der Richter wies die Klage zurück und meinte, dass kein Konsument wegen des Begriffes „handmade“ annehmen würde, dass der gesamte Produktionsvorgang ausschließlich mit der Hand geschehen würde.
Schon einmal hat Maker’s Mark einen solchen Prozess gewonnen, und zwar in diesem Jahr in Florida. Im Gegensatz dazu hat sich Templeton Rye in einem etwas anders gelagerten Fall, in dem es allerdings ebenso um Angaben auf dem Label ging, außergerichtlich sehr teuer mit dem Anklägern verglichen (wir berichteten hier).
Auf Eye for Spirits ist ein sehr umfangreicher Artikel über No Age Statement-Whiskys veröffentlicht worden, der sich in seinem Hauptteil mit der Geschichte dieser NAS-Abfüllungen beschäftigt. Sie sind nämlich weder eine moderne Erscheinung, noch sind die Altersangaben auf Whisky ein wirkliches Stück Whiskytradition:
Grund für die Entwicklung zu Whiskys mit Altersangabe war der „Whisky-See“. Nach dem Crash von 1983 wurden zwar die Kapazitäten der Destillerien heruntergefahren und weniger Casks gefüllt, dennoch füllten sich wegen des eher schleppenden Absatzes von Blends und Malts die Lagerhäuser langsam aber sicher. Dann nahm Ende der 1990er Jahre und bestimmt ab 2000 der heutig Whisky Boom Fahrt auf, in dessen abflauendem Ende wir uns gerade befinden.
Insgesamt ein sehr detaillierter und informativer Artikel zum Thema, den wir gerne empfehlen.
Wir haben ja vor einiger Zeit von einer folgenschweren Explosion in der Silver Trail Distillery in den USA berichtet, bei der leider auch eine Person nach langem Kampf im Krankenhaus ums Leben gekommen ist.
Jetzt, nach drei Monaten, hat eine Untersuchung die Ursache der Explosion zweifelsfrei herausgefunden: Ein zu schwach dimensioniertes Sicherheitsventil hat die Katastrophe ausgelöst, berichtet whiskeyreviewer. Die mutmaßlich für die Explosion verantwortliche Anlage wurde im Jahr 2011 von Revenoor Stills gebaut – und die Silver Trail Distillery hat dieses Unternehmen bereits wegen dieses Vorfalls verklagt. Allerdings hat die Untersuchung den Vorfall als Unfall eingestuft.
Kurz nach der Veröffentlichung des neuen Dalwhinnie Winter’s Gold (wir berichteten hier) hat Serge Valentin diese neue Abfüllung schon verkostet, zusammen mit zwei anderen Originalabfüllungen aus der Highland-Destillerie. Serge hat sich übrigens beim Winter’s Gold an die Empfehlung der Destillerie gehalten und ihn nicht nur bei Zimmertemperatur, sondern so wie vorgeschlagen auch tiefgekühlt verkostet. Sein Fazit: ein geradliniger, ehrlicher Whisky, bei dem die Kühlung hauptsächlich das Mundgefühl verändert. Die Wertung ist dabei eher im unteren Mittelfeld.
Die unbeantwortete Frage bei Serge, ob der Winter’s Gold als No Age Statement den normalen 15jährigen ersetzen wird, wie das oft der Fall ist, können wir mit unserem Wissensstand übrigens mit einem „nein“, klären: Der Winter’s Gold ist als Ergänzung, nicht als Ersatz gedacht, ähnlich wie der Talisker Skye.
Hier noch die Detailwertungen:
Dalwhinnie ‘Winter’s Gold’ (43%, OB, 2015): 78 Punkte
Dalwhinnie 15 yo (43%, OB, +/-2014): 82 Punkte
Dalwhinnie 1997/2014 ‚Distiller’s Edition‘ (43%, OB, D. SV. 312): 83 Punkte