Heute geht es nicht, wie vermutet, bei Serge Valentin in der Verkostung mit Laphroaig weiter, sondern mit einer recht bunten Mischung von unabhängigen Abfüllungen aus der Speyside. Manche, wie eine Abfüllung aus der Ukraine, wird man bei uns wohl nur unter heftigsten Verrenkungen bekommen können, andere, wie zum Beispiel den Miltonduff von Chapter 7, eher leichter:
Mannochmore 15 yo 1999/2014 (46%, Scyfion, Ukraine, muscat Dniprovskyi finish, 312 bottles): 86 Punkte
Benriach 25 yo 1990/2015 (47.9%, Liquid Treasures, Travel to Mars, bourbon barrel): 84 Punkte
Miltonduff 6 yo 2008/2015 (65.1%, Chapter 7, sherry butt, cask #900109, 663 bottles): 83 Punkte
Miltonduff 1996/2015 (47.4%, Sansibar, S Spirit Shop, bourbon cask): 82 Punkte
Mortlach 16 yo 1998/2015 (48.8%, Ceder & Tjeder, Dram Good Whisky No.2, 1st fill barrel, cask #11016, 270 bottles): 89 Punkte
Ein Bericht in The Spirits Business bestätigt, dass Dr. Bill Lumsden, Head of Whisky Creation bei Glenmorangie, bereits seinen Nachfolger trainiert. Lumsden beeilt sich zu sagen, dass er noch nicht an Rückzug denkt, aber alles für eine geordnete Übergabe vorbereiten will.
Nachfolger von Lumsden soll Brendan McCarron, momentan hauptverantwortlich für die Whiskyreifung bei Glenmorangie, werden. Er wird nicht nur in whiskyrelevanten Themen weiter geschult werden, sondern auch – wichtig in der heutigen Zeit – ein ausführliches Training in PR, Medienarbeit und Präsentation bekommen.
Brendan McCarron. Bild von LinkedIn
In einem Absatz erzählt der Artikel auch davon, dass die Verpackungen von den zusätzlich gereiften Whiskys wie Lasanta, Quinta Ruban und Nectar D’Or neu gestaltet werden.
Dr.Bill Lumsden, Head of Whisky Creation, Glenmorangie.
Einen Neuzugang in der deutschen Whiskylandschaft können wir für Freitag vermelden: Der Old Sandhill Whisky ist ab Freitag vom Bad Belziger Bierbrauer und Whiskybrenner Norbert Eggenstein erhältlich.
Ein Bericht in der Märkischen Online-Zeitung erzählt die Geschichte dieses Whiskys und über die letzten Vorbereitungen zum Verkaufsstart. Und es soll nur der Beginn mehrerer Abfüllungen sein:
Der bevorstehenden Abfüllung des Single Malt Whisky „Old Sandhill“ folgt im Februar des kommenden Jahres die des „German Ook“, einem exklusiven Whisky, der in deutschen Eichenfässern heranreifte und eines „Oloroso Sherry“, der wie der Experte erklärt, Aroma und Geschmack aus einem vorbelegten Oloroso-Sherry-Holzfass sog.
Die Präsentation des Old Sandhill erfolgt am 4. Dezember, 19:00 Uhr, im Burgbräuhaus Eggenstein in Bad Belzig.
Im Nachhall der Interwhisky 2015, die am letzten Wochenende in Frankfurt stattfand, erreichen uns Pressemitteilungen zu den Preisträgern der „Germany’s Best Whisky Awards 2015“. Diese hier stammt von der Kammer-Kirsch GmbH und betrifft ihren Black Forest Rothaus Whisky sowie die Last Great Malts von Bacardi:
Zwei Preise für Kammer-Kirsch bei der Verleihung der „Germany’s Best Whisky Awards 2015“
Großer Erfolg für den Black Forest Rothaus Whisky Dark Rum Finish und die „Last Great Malts“
Als Auftaktveranstaltung der 17. InterWhisky fand am Abend des 27. November die Verleihung des „Germany’s Best Whisky Awards 2015“ in Frankfurt/Main statt. Im Gesellschaftshaus des Palmengartens wurden die Gewinner in den Kategorien „Germany’s Best Whisky Bar“, „Germany’s Best Whisky Shop“, „Germany’s Best Whisky National“, „Germany’s Best Whisky Motion“ und „Germany’s Best Whisky International“ verliehen.
Nach zweijähriger Abstinenz nahm die Destillerie Kammer-Kirsch in diesem Jahr wieder am Award teil und wurde mit zwei Auszeichnungen geehrt. Der Black Forest Rothaus Whisky Dark Rum Finish (Sonderedition 2015), der in Kooperation mit der Badischen Staatsbrauerei Rothaus hergestellt wird, erhielt die Silbermedaille in der Kategorie „Best Whisky National 2015“. Die unabhängige Fachjury lobte die besonders hohe Qualität aller eingesendeten Whiskys in diesem Jahr.
In der Kategorie „Best Whisky International 2015“ wurden die „Last Great Malts“ aus dem Hause Bacardi als Whiskyneuheit des Jahres prämiert. Zu dieser Kollektion gehören großartigen Single Malt Whiskys der Destillerien Aberfeldy, Craigellachie, Aultmore, Macduff (The Deveron) und Royal Brackla. Die Firma Kammer-Kirsch ist seit Ende 2014 für den Vertrieb im Bereich des Fachhandels in Deutschland verantwortlich und ist stolz auf die gelungene Produkteinführung auf dem deutschen Markt, die mit diesem Preis gewürdigt wurde.
Heute lädt er Sie ein, mit ihm zusammen ein Glas Whisky (die Flasche lässt auf einen Lagavulin schließen) am offenen Kamin zu genießen. In aller Ruhe, knapp 45 Minuten lang. Viel Vergnügen.
Die Gutsbrennerei Joh. B. Geuting freut sich über eine Silberauszeichnung bei den diesjährigen Germany´s Best Whisky Awards im Rahmen der Interwhisky in Frankfurt und hat uns dazu folgende Pressemitteilung geschickt:
Silberauszeichnung für J.B.G Münsterländer Single Grain Whisky, 5 Jahre, Einzelfassabfüllung, limitiert auf 337 Flaschen
Wir freuen uns, dass unser J.B.G Münsterländer Single Grain Whisky bei den diesjährigen Germany´s Best Whisky Awards, in der Kategorie, Best Whisky National, am 28. November 2015 in Frankfurt a. Main, mit Silber prämiert wurde.
Vergeben wurde diese Auszeichnung durch den Whisky Guide Deutschland 2016 und der Jury des Fachmagazins DER WHISKY BOTSCHAFTER.
Am 18. September 2015 wurde unser J.B.G Single Grain Whisky abgefüllt. Gereift in einem neuen Fass aus amerikanischer Weißeiche, lagerte er dort 5 Jahre und konnte im September als Single Cask, limitiert auf 337 Flaschen, abgefüllt werden.
Diese Abfüllung überzeugte die Jury und wurde nun erfolgreich prämiert.
Die Gutsbrennerei Joh. B. Geuting präsentierte im September 2013 ihren ersten Münsterländer Whisky. Vier verschiedene limitierte Whiskys, darunter zwei Single Grain sowie zwei Single Malt werden derzeit angeboten.
Die Gutsbrennerei Joh. B. Geuting schaut auf eine über 175-jährige Brennereitradition zurück und liegt im westlichen Münsterland. Der Familienbetrieb wird von Dipl. Betriebswirt Magnus Geuting in 6. Generation geführt. Der Münsterländer Single Malt und Single Grain Whisky wird mit eigenem, quellfrischen Brunnenwasser zweifach destilliert und auf die gewünschte Trinkstärke eingestellt. Er reift in Ruhe zwischen fast 200 Jahre alten Mauern und ist dort kaum Temperatur-schwankungen ausgesetzt. Die limitierten Whiskys der Gutsbrennerei Joh. B. Geuting sind mild, harmonisch und vollmundig.
Traurige Nachrichten erreichen uns aus Schottland: David Urquhart, non-executive Director bei Gordon & MacPhail, hat im Alter von 63 Jahren seinen Kampf gegen den Krebs verloren, wie Aberdeen Press and Journal berichtet,
David Urquhart, der sich im Jahr 2012 aus dem operativen Geschäft bei Gordon & MacPhail zurückzog, dem er seit dem Jahr 1972 angehörte, wurde im Jahr 2013 für seine Verdienste um den schottischen Whisky in die Whisky Magazine Hall of Fame aufgenommen. Er machte sich in den letzten Jahren vor allem für den Tourismus in der Region stark.
Von Oliver und Michael Zalewski haben wir Informationen über einen von ihnen gestalteten Kalender mit Ansichten von der Insel Islay erhalten. Der Kalender wird in einer limitierten Auflage von 50 Exemplaren angeboten. Hier die Infos:
Islay – eine Insel an der Westküste Schottlands von zwei großen Natur- und Whiskyenthusiasten bereist: mit einer Linhof Technika und einem Satz Kodak-Rollfilmen sind beeindruckende Bilder der atemberaubenden Landschaft samt ihrer weich eingebetteten Destillerien entstanden. Der Kalender von Oliver und Michael Zalewski zeigt Landschaftsaufnahmen der schottischen Insel Islay und Orte ihrer Whiskyindustrie. Die berühmten Destillerien, wie Lagavulin, Ardbeg, Laphroaig und Bunnhabhain werden in ihrer traumhaften Lage am Meer abgebildet. Er ist in einer limitierter Auflage von nur 50 Stück auf hochwertigem Papier (270g/m² Metapaper Extrarough White) im Format 50x60cm für 49,50Euro unter https://www.privat-wirtschaft.de/home/42-kalender-2016-whisky-island-islay-ardbeg.html erhältlich!
Vier Abfüllungen aus der Destillerie Laphroaig stehen heute auf dem Plan der Verkostung von Serge Valentin. Die einzige Originalabfüllung dabei ist aus einer Zeit, als selbst manche unserer Eltern noch keinen Whisky trinken durften (und wir es nicht konnten), der Rest der Abfüllungen ist von Unabhängigen oder für Regionen gemacht. Für den Alten vergibt Serge eine der besten Benotungen, die er jemals verwendet hat:
Laphroaig 12 yo (48%, OB, for the Nordics, sherry butts and 1st fill hogsheads, 1278 bottles, 2014): 82 Punkte
Lp6 (51.3%, Specialty Drinks, Elements of Islay, 2015, 50cl): 87 Punkte
Laphroaig 16 yo 1998/2015 (59.9%, Signatory Vintage for The Whisky Exchange, refill sherry, cask # 700389, 585 bottles): 91 Punkte
Laphroaig 10 yo (70 proof, OB, UK, 75.7cl, +/-1960?): 96 Punkte
Auch morgen wird es mit einigen Laphroaig-Abfüllungen weitergehen…
Man findet das auch nicht oft, dass die Öffentlichkeit über den Standort einer Destillerie abstimmen kann – aber so ist das nun in der Borders Region geschehen. R&B Distillers haben die Bewohner gefragt, wo sie ihre geplante Destillerie bauen sollen, und der Ort Peebles ist als Favorit, der mehr Stimmen als alle anderen Orte zusammen sammeln konnte, aus der Abstimmung hervorgegangen, berichtet BBC heute am Nachmittag. Ob man dort tatsächlich bauen wird, hängt natürlich auch noch von den Genehmigungen und den weiteren Planungen ab.
Die Borders-Region ist momentan als neuer Standpunkt für Destillerien sehr gefragt, und es fällt schwer, den Überblick zu bewahren. Vor zwei Wochen hat die Three Stills Company 10 Millionen Pfund als Finanzierung für ihr Projekt gesichert (wir berichteten hier), und auch zwei weitere Projekte (siehe hier und hier) sind im Gespräch.
Tim und Gaynor Barry sind vor sechs Jahren aus Portsmouth nach Schottland gezogen. Sie haben sich nahe der Destillerie Macallan ein Häuschen gekauft – mit Blick über weite Wiesen, in Brutgebiete für Nachtigallen und auf den Ben Rinnes. Jetzt aber werden sie bald auf eine 100 Millionen Pfund schwere Baustelle blicken – und danach wohl auf einen hohen Erdwall.
Macallan, eine Legende unter den Destillerien in Schottland, wird die Destillerie mit Einsatz von viel Geld erweitern. 10 Lagerhäuser und eine Fassbinderei sollen gegenüber von Familie Barry entstehen, davor ein hoher Erdwall – und da ist man im Hause Barry natürlich nicht sehr erfreut darüber.
Aus diesem Grund haben sie laut einem Bericht in Aberdeen Press & Journal auch den Cabinet Secretary for Rural Affairs, Food and Environment, Richard Lochhead, beauftragt, ihre Einsprüche der Planungskommission zu überbringen. Lochhead hat die Barrys auch besucht und sich vor Ort ein Bild gemacht. Aber Mut gemacht dürfte er ihnen wenig haben: „Es liegt alleine an der Planungskommission, ob und wie die Arbeiten weitergehen“, sagte er der Zeitung.
Die Destillerie argumentiert so, wie große Unternehmen immer argumentieren – logisch, faktisch richtig und sich ihrer Bedeutung bewusst: Man habe das Möglichste getan, um allen Anliegern gerecht zu werden, die 10 Lagerhäuser würden das Verkehrsaufkommen in der Region deutlich reduzieren, da man weniger Fässer anderswo unterbringen müsse – und schließlich schaffe man im Sinne der Gemeinschaft jede Menge Arbeitsplätze.
Die Planungskommission entscheidet heute.
Mr. und Mrs. Barry werden wohl ihren Kampf nicht mit dem heutigen Tag aufgeben können. Und selbst wenn: Das Dilemma ist universal. Persönliche Bedürfnisse müssen fast zwangsläufig immer und überall mit gesellschaftlichen und und wirtschaftlichen Interessen kollidieren. Und es wird immer Verlierer geben, egal, wie entschieden wird.
Nachtrag: Macallan hat heute am Abend die Genehmigung für den Bau der Fassbinderei und der 10 Lagerhäuser erhalten…
Nachtrag 2:Hier ein weiterer Bericht in Aberdeen Press & Journal über das Ehepaar nach der Planungsgenehmigung.
Die Baustelle von Macallan. Foto: Dr. Mario Prinz.
Longmorn ist, was die offiziellen Bottlings anbelangt, eine absolut zurückhaltend agierende Destillerie. Schade, findet nicht nur Serge Valentin, auch wir haben im September den Longmorn 16yo zum Whisky des Monats gekürt, um ihm ein wenig mehr Öffentlichkeit zu geben. Serge jedenfalls widmet diesem Speysider heute seine Verkostung. Und wenn man sich die Punktewertungen, selbst für den jungen Longmorn von Gordon & MacPhail, ansieht, dann weiß man, dass Serge die Whiskys von dort sehr mag:
Longmorn 2002/2015 (43%, Gordon & MacPhail, licensed bottling): 87 Punkte
Longmorn 30 yo 1984/2015 (56.3%, Silver Seal, sherry cask): 89 Punkte
Auch in diesem Monat stellen wir Ihnen wieder einen Whisky vor, der unserer Meinung nach Ihre Beachtung verdient. Im Dezember möchten wir einen Whisky ins Rampenlicht stellen, der sich wunderbar verschenken lässt – auch an sich selbst: Der Glengoyne 21yo.
Die Destillerie Glengoyne liegt in den südlichen Highlands – so südlich, dass ihre Lagerhäuser auf der anderen Straßenseite schon zu den Lowlands gehören. Sie ist seit 2003 im Besitz des unabhängigen Abfüllers Ian Macleod Distillers, dem auch Tamdhu gehört. Mit einem Ausstoß von 1,1 Millionen Liter gehört Glengoyne nicht zu den großen Produzenten, ist aber dem Status einer Kleindestillerie schon lange entwachsen.
Glengoyne Distillery, Bild von K. Schwebke unter CC-Lizenz
Die Range der Abfüllungen aus der Destillerie ist durchaus als klassisch zu bezeichnen. Es gibt den Whisky mit 10, 12, 15, 18, 21 und 25 Jahren (sowie einen seltenen 35jährigen), daneben eine Fassstärke ohne Altersangabe und den destillerie-eigenen Teapot Dram. Alterslose Abfüllungen mit Fantasienamen findet man bei Glengoyne nicht.
Bis vor kurzem wurde in Glengoyne noch ausschließlich lokale Golden Promise-Gerste verwendet, was seit einigen Jahren aus Kapazitätsgründen leider nicht mehr möglich ist. In den Abfüllungen, die momentan am Markt sind, ist dies aber noch der Fall. Glengoyne destilliert ihren Spirit sehr langsam (daher auch der Slogan „unhurried since 1833“), ein Faktum, das sich in der Weichheit und Rundheit des Whiskys zu Buche schlägt. Man füllt auch ausschließlich Sherry-Casks ab.
Eigentlich ist bei Glengoyne fast jeder Whisky zu empfehlen (der 15jährige war übrigens unser allererster Whisky des Monats). Dass wir diesmal den 21jährigen vorstellen, hat verschiedene Gründe. Zum einen ist es ein excellenter Whisky, sanft, komplex und wunderschön trinkbar, bei dem die Balance zwischen Spirit- und Fasscharakter perfekt gelungen ist. Der Glengoyne 21yo hat etwas Edles, aber zugleich auch etwas gewinnend Zugängliches, sodass er sich für Einsteiger wie Fortgeschrittene bestens eignet. Wer ihm zudem noch etwas Zeit im Glas gönnt, wird ihm noch mehr Aromen entlocken können.
Was den Glengoyne 21yo gerade vor Weihnachten zum Whisky des Monats auf Whiskyexperts prädestiniert, ist seine gekonnte Aufmachung, die ihn zu einem perfekten Geschenk macht. Er kommt in einer schlichten, aber qualitativ gut gemachten Überverpackung, die elegant ist und den Whisky gut präsentiert. Das, zusammen mit dem erstklassigen Inhalt, gibt es für einen durchaus vernünftigen Preis, sodass nicht nur der Beschenkte damit eine Freude hat.
Für uns ist der Glengoyne 21yo als Gesamtpaket überzeugend. Man kann ihn hervorragend verschenken – oder auf die eigene Wunschliste setzen. So oder so wird man mit ihm viel Freude haben.
Einen höchst interessanten Artikel über Fassreifung von Whisk(e)y können Sie auf Popular Science finden. Er zeigt mit Diagrammen (die wir aus Copyright-Gründen hier nicht bringen können), wie sich Scotch und Bourbon über die Zeit unterschiedlich in den Fässern entwickeln. Der Text gibt dazu tiefergehende Erläuterungen, ohne zu sehr ins Fachchinesische abzurutschen. Empfehlenswert!