Sicher war das heute ein emotionaler Moment für die Familie, als der Adler – jenes Symbol, das jede Originalabfüllung ihres Whiskeys ziert – auf dem Dach der familieneignen Teeling-Distillery in Dublin angebracht wurde. Die Teelings posteten davon diese beiden Bilder:
Die Bewohner dieser etwas feuchten Insel oberhalb Frankreichs haben ja ein gewisses Faible für eine Familie unter ihnen, die als „königlich“ bezeichnet wird. Und diese königliche Familie hat ein ebenso dokumentiertes wie verständliches Faible für Whisky. Kein Wunder also, dass viele Destillerien Whiskys zu Ehren der königlichen Familie und deren Festtage kreiert haben.
Zehn dieser „königlichen“ Whiskys und ihre Geschichte stellt nun The Spirits Business in einem Artikel vor – und diese Whiskys stammen aus Destillerien wie Laphroaig, The Glenlivet oder Glenfiddich. Also dann: To the Royal Highnesses!
Grain Whisky ist in der Regel der Füllstoff für Blends. In kontinuierlicher Destillation hergestellt, kann man ihn durchaus auch als Massenware bezeichnen. Hin und wieder lagern Grain-Destillerien den Stoff auch über lange Zeit in guten Fässern – zumeist eher aus einer Laune heraus als aus wirtschaftlichen Interessen; Grain-Destillerien haben einfach völlig andere Schwerpunkte. Und aus diesen alten Fässern können dann echte Perlen stammen.
Können, müssen aber nicht. Auch zu jung sollten Grains in der Regel nicht sein, wie auch Serge Valentin in seiner Verkostung heute feststellt. Schöne sind dabei, und einer, der laut seiner Bewertung bei gewissen Leuten als „Körperverletzung“ abgekanzelt würde. Serge sagt über ihn, dass im Vergleich dazu der Haig Club wie ein Brora 1972 schmeckt :-).
Aber ist das nicht das Schöne bei unserem Lieblingsgetränk, dass man in jeder Richtung überrascht werden kann, und das immer wieder?
Ship Chandler ‚Scotch Whisky‘ (40%, Scamark, blended grain Scotch whisky, France, +/-2015): 25 Punkte
Cameronbridge 33 yo 1979/2012 (44.4%, Duncan Taylor, Octave for Glen Fahrn, sherry, cask #395111): 76 Punkte
Recht zuversichtlich für weiteres Wachstum gab sich die SWA gestern auf ihrer Jahreskonferenz, die mit 180 Teilnehmern im Sheraton Hotel in Edinburgh stattfand. BQlive.co.uk berichtet darüber in einem Beitrag. Obwohl das letzte Jahr schwierig gewesen sei, sagte CEO David Frost, sei das Gesamtbild doch positiv zu bewerten. Allein im letzten Jahr wären sechs neue Destillerien in Produktion gegangen, und hohe Investitionen flössen in 30 weitere neue Projekte – etwas, was man viele Jahre lang nicht mehr gesehen hätte.
Besonders wichtig für den weiteren Erfolg, so das Ergebnis einer Podiumsdiskussion, sei die verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der britischen Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.
David Frost, Chief Executive Officer der Scotch Whisky Association. Bild: SWA
Unser Autor Klaus Doblmann wagt sich heute über einen fast 50jährigen Spirit, der sich wegen des großen Verlusts an die Engel (Angels‘ Share) nicht mehr Whisky nennen kann. Er wurde im Jahr 1966 in der Destillerie Ben Nevis destilliert und stammt aus den Beständen des unabhängigen Abfüllers whiskybroker.co.uk, betrieben von Martin Armstrong, dem Sohn des ehemaligen Besitzers der Destillerie Bladnoch.
Bildrechte: Klaus Doblmann
Ben Nevis 49yo, 29,5%, Whiskybroker.co.uk Highlands
Destilliert: 15.03.1966 Abgefüllt: 10.04.2015 524 Flaschen (50cl)
Unchillfiltered; nicht gefärbt
Verkoster: Klaus Doblmann
Nase: Gleich zuallererst betört eine sehr deutliche, duftende Eiche die Nase mit getrockneten dunklen Früchten. So, als würde man den Kasten eines Tischlers öffnen, in welchem er Gläser mit Dörrzwetschken zum Naschen aufbewahrt. Die Eiche ist wirklich sehr stark, an der Grenze zur olfaktorischen Überbelastung, aber gerade noch darunter. Keine Tannine – einfach nur alte Eiche mit einem leichten Einschlag von Moder. Hört sich jetzt negativ an, ist aber eigentlich positiv gemeint. Dazu gibt es eine Ladung von kaltem Zigarrenrauch, süßem Pfeifentabak, Kakaopulver, getrockneten Orangenschalen, sämtlichen vorstellbaren dunklen Früchten, aber auch getrockneten Äpfeln, Kandiszucker, Karamell und ein Hauch von Alkohol.
Gaumen: Auweia, der Gaumen präsentiert sich ganz anders als die Nase – so, als würde man an altem, verrottendem Eichenholz lecken. Sehr viel altes Holz und obendrauf eine sehr junge, saure Note – Weingummi mit Zitronensäure außenrum. Die Süße ist vergangen, sie ist einer salzigen Note mit Kräutern gewichen. Bei solchen Drams sollte man ein Foto anfertigen, wo man sieht, wie es dem Verkoster das Gesicht verzieht.
Finish: Das Finish beginnt bitter, sauer mit Noten von Kräutern sowie alter Eiche. Es hält sich länger, als man möchte. Etwas besser wird es nach etwa einer Minute, wenn sich die saure Note verzieht und nur mehr Eiche und Kräuter bleiben. Angenehm ist dennoch was anderes und ein nicht so anziehender Nachgeschmack hält sich sehr, sehr lange…
Alles in Allem: Bei diesem Ben Nevis ist die Nase noch sehr angenehm und interessant, Gaumen und Finish fallen aber sehr stark ab und sind nicht mehr wirklich angenehm. Ein interessantes Experiment: Ja. Eine Erfahrung, die einen bereichert: Ja. Angenehm zu trinken? Nein. Nicht, wenn man hinterher mit einem stark rauchigen Islay-Malt gurgeln muss, um den Nachgeschmack zu überdecken…
In der Redaktion des Online-Standards scheint sich zumindest ein(e) Whiskyfreund(in) zu befinden – heute veröffentlicht das österreichische Newsportal einen Artikel über Reisevorschläge von getyourguide.com zum World Whisky Day, der am 16. Mai begangen wird. Fünf verschiedene Routen werden kurz vorgestellt – und im schnellen Darüberblicken der Beschreibungen auf getyourguide scheinen sie uns doch überdurchschnittlich gut zusammengestellt zu sein.
Auch die Leserkommentare zum Beitrag sind unterhaltsam zu lesen.
Die Destillerie Dalwhinne. Fotorechte: Whiskyexperts.net
Von Peter Wills von Kilchoman haben wir die Nachricht bekommen, dass es ab 4. Mai den neuen Kilchoman 100% Islay 5th Edition geben wird. Dieser nur leicht getorfte und exklusiv in ex-Bourbonfässern gelagerte Whisky wurde in den Jahren 2009 und 2010 destilliert. Er unterscheidet sich von den anderen Kilchoman durch seine relativ sanfte Torfung und wird nur aus rund um die Destillerie angebauter Gerste gewonnen.
Der Kilchoman 100% Islay 5th Edition ist mit 50% abgefüllt und wird in England 67.50 Pfund kosten.
Auf ihrer Website informiert die Brennerei GlenDronach über das heutige Erscheinen des GlenDronach Cask Strength Batch 4. Insgesamt wurden 17.806 Flaschen abgefüllt, natürlich in Fassstärke (54,7 % Vol.) und ohne Kühlfilterung und Färbung. Über den Preis und wann diese Abfüllung in unseren Breitengraden erhältlich sein wird, ist dort (noch) nichts zu erfahren.
Offizielle Verkostungsnotizen
Nase:Köstliches geschmolzenes Toffee und wilder Honig übergießen reife Feigen und Datteln. Feine Noten von Mandarine, Kaffeesatz und einem Hauch von Zimt fügen sich hinzu, eine perfekte Balance in der Nase.
Gaumen: Lebhafte Eichen-Noten und wärmender Ingwer ergänzen die Merkmale von vollem Sherry und dunklen Früchten. Wellen saurer Pflaumen und feinen Lebkuchens werden mit gedünsteter Gerste und gerösteten Kaffeebohnen kombiniert und durch einen sanften Hauch von Nussbaum gemildert.
Finish: Eine perfekte Harmonie von den feinsten Sherryfässern und traditionellen Highland-Eigenschaften.
Nein, es gibt keine Destillerie Inchmurrin. Inchmurrin ist eine Whiskyvariante, die in der Loch Lomond Destillerie erzeugt wird. Loch Lomond selbst genießt ja nicht den allerallerbesten Ruf, was die Whiskys von dort angeht (auf Whiskybase hat Loch Lomond ein Durchschnittsrating von 76.36 Punkten). Und was sagt Serge Valentin zu den Inchmurrins? Nun, seine Bewertungen seiner Verkostung ergeben wohl einen ähnlichen Durchschnitt:
Inchmurrin 15 yo 1996/2012 (43%, Signatory Vintage, refill butts, casks #24+25, 1409 bottles): 79 Punkte
Inchmurrin 21 yo (46%, OB, +/-2014): 70 Punkte
Inchmurrin (54.7%, Boutique-y Whisky Co., 543 bottles, 2014): 85 Punkte
Loch Lomond Destillerie, Foto von David Dixon, CC-Lizenz
Jetzt beginnt die Saison der Whiskyfestivals in Schottland – am Donnerstag startet das Spirit of Speyside Festival mit Whisky und Musik, und Aberdeen Press & Journal wirft einen kurzen Blick auf die Höhepunkte der Veranstaltungsserie.
Wer sich genauer über die einzelnen Veranstaltungen informieren will, der kann das auf dieser Seite tun. Sollte jemand unter unseren Lesern das Festival besuchen, wünschen wir jetzt schon: Gute Unterhaltung!
Im Blog von The Whisky Exchange kommt Mickey Heads, der Distillery Manager bei Ardbeg, zu Wort. In Port Ellen geboren, hatte er eigentlich gar nicht vor, in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters zu treten. Denn auch diese Beiden arbeiteten in Brennereien auf Islay. Doch aus einem Gelegenheitsjob im Torf bei Laphroaig wurde Mickey Heads über die Jahre zum Distillery Manager, nur ein paar hundert Meter weiter, bei Ardbeg.
Russ Kempton von speakingofgrapesandgrains.com aus Texas hat sich die Mühe gemacht und Informationen gesammelt, welche Single Malts in welchen Blends verwendet werden. Wir haben diese Informationen alphabetisch sortiert und stellen sie Ihnen hier mit freundlicher Genehmigung von Russ zur Verfügung:
Von Beam Deutschland haben wir eine vor allem für die Händler unter unseren Lesern interessante Personalmeldung erhalten, die wir Ihnen hier auszugsweise wiedergeben (wir wünschen Benjamin Krämer alles Gute für seine neue Position):
Benjamin Krämer hat zum 1. Februar die Position des Key Account Directors bei der Beam Deutschland GmbH übernommen. In dieser Funktion ist der 39-jährige Diplom-Kaufmann für den gesamten Vertriebsbereich im LEH verantwortlich.
Benjamin Krämer ist bereits seit 2009 für Beam Deutschland tätig, zuletzt sehr erfolgreich als nationaler Key Account Manager.
Zuvor war er bei Procter & Gamble in verschiedenen Vertriebsfunktionen beschäftigt.
Die älteste Abfüllung eines getorften Tobermorys, der Ledaig Dùsgadh 42yo (Dùsgadh bedeutet auf gälisch „Erwachen“), ist von Burn Stewart Distillers heute offiziell vorgestellt worden, berichtet The Spirits Business. Der im Jahr 1972 destillierte Spirit reifte bis 2001 in verschiedenen Fässern, bis er dann von Burn Stewart Master Distiller Ian Macmillan in Gonzales Byass Oloroso Sherry Casks gefüllt wurde. Jetzt kommt er mit 46.3% in die Flaschen.
Nach Macmillans Worten sei der 42jährige Ledaig der „torfigste über 40jährige Island-Whisky, den ich je verkostet habe“. Er bietet Aromen von dunkler Schokolade, Kaffee sowie Kirschlikör, mit würzigen Ingwer- und Schwarzpfeffertönen, die in einem sehr langen, salzigen und rauchigen Finish enden.
Übrigens werden die Copper Stills, die diesen Whisky erzeugt haben, heuer stillgelegt. Ein letzter Zehnjähriger wird noch erzeugt – in der Packung des Ledaig Dùsgadh 42yo wird sich ein Kärtchen aus Kupfer befinden, für das man dann im Jahr 2025 den letzten Zehnjährigen aus diesen Stills beziehen kann.
Wir schulden Ihnen noch Informationen über den Preis und die Märkte: Erscheinen wird der Ledaig Dùsgadh 42yo in den UK, Nordamerika und Asien, und er wird 3.500 britische Pfund kosten.