Grain Whisky ist in der Regel der Füllstoff für Blends. In kontinuierlicher Destillation hergestellt, kann man ihn durchaus auch als Massenware bezeichnen. Hin und wieder lagern Grain-Destillerien den Stoff auch über lange Zeit in guten Fässern – zumeist eher aus einer Laune heraus als aus wirtschaftlichen Interessen; Grain-Destillerien haben einfach völlig andere Schwerpunkte. Und aus diesen alten Fässern können dann echte Perlen stammen.

Können, müssen aber nicht. Auch zu jung sollten Grains in der Regel nicht sein, wie auch Serge Valentin in seiner Verkostung heute feststellt. Schöne sind dabei, und einer, der laut seiner Bewertung bei gewissen Leuten als „Körperverletzung“ abgekanzelt würde. Serge sagt über ihn, dass im Vergleich dazu der Haig Club wie ein Brora 1972 schmeckt :-).

Aber ist das nicht das Schöne bei unserem Lieblingsgetränk, dass man in jeder Richtung überrascht werden kann, und das immer wieder?

  • Ship Chandler ‚Scotch Whisky‘ (40%, Scamark, blended grain Scotch whisky, France, +/-2015): 25 Punkte
  • Cameronbridge 33 yo 1979/2012 (44.4%, Duncan Taylor, Octave for Glen Fahrn, sherry, cask #395111): 76 Punkte
  • Invergordon 1988/2014 ‚Caribbean Crème‘ (46%, Wemyss Malts, barrel, 171 bottles): 79 Punkte
  • Strathclyde 40 yo 1974/2014 (55.4%, Douglas Laing, XOP, refill hogshead, ref #10598, 150 bottles): 88 Punkte
  • Invergordon 7 yo 2006/2014 (61.5%, The Whisky Barrel, Burns Malt, Pedro Ximenez sherry Octave finish, cask #901446D): 83 Punkte
Die Destillerie Cameronbridge in den Lowlands, Foto von James Allan, CC-Lizenz
Die Destillerie Cameronbridge in den Lowlands, Foto von James Allan, CC-Lizenz