Deutsche Whiskyszene: Aureum – der Whisky der Brennerei Ziegler

30 Whiskys, 7 Destillerien, 1 Mälzerei – und dafür genau 3 Tage Zeit: Die WhiskyTour 2015 führte unsere Gastautoren Simon Weiß von whiskyerlebnisse.de und Christian Schrade von Heart-of-the-Run.de an einem langen Wochenende zu den deutschen Whiskybrennern. Das Ziel: Eindrücke, Einblicke und Einsichten von in und über die deutsche Whiskyszene. Ihre Berichte (Text: Christian Schrade) und Bilder darüber bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auch auf Whiskyexperts. Heute: Aureum – der Whisky der Brennerei Ziegler

Der Fasskeller liegt hier in den oberen Etagen. Weniger Meter vom modernen Lastenaufzug entfernt, geht es von der kleinen Produktionsetage durch eine weiße Tür ins Heiligtum der Brennerei Ziegler. Wer das sehen will, der muss zunächst den Kopf einziehen, um sich nicht am steinernen Deckenbalken zu stoßen. Während wir die Treppen in den dunklen, feuchten Raum hinuntergehen, steigt uns ein sonderbarer Geruch in die Nase. Ein moderig-feuchter Duft kommt uns von den nassen, schwarzen Steinwänden entgehen. Dazwischen umströmen süßlich-fruchtige Aromen unsere Nasen. Typische Warehouse-Atmosphäre eben.

500 Liter flüssiges Gold pro Fass: Brennmeister Jürgen Marré, Simon Weiß und Destillateur Pascal Marré im Fass-"Keller". Foto: Christian Schrade
500 Liter flüssiges Gold pro Fass: Brennmeister Jürgen Marré, Simon Weiß und Destillateur Pascal Marré im Fass-„Keller“. Foto: Christian Schrade

Während wir die großen Sherry- und Portweinfässer bestaunen, erklären uns Jürgen und Pascal Marré, wie darin elementare Bestandteile ihres Whiskys heranreifen. Aureum heißt ihr Produkt, bezogen auf die lateinische Bezeichnung für „golden“. So sieht der Whisky nachher im Glas aber nur aus, wenn er lange genug in den Holzfässern verweilte. Denn: Zuckerkulör, also geschmacksneutraler Lebensmittelfarbstoff, um ein einheitliches Aussehen zu gewährleisten, das kommt bei Aureum nicht in die Flasche. Stattdessen muss sich der Whisky seine Farbe durch den Kontakt mit dem Holz im Fass „erarbeiten“. Je größer das Fass, desto mehr Volumen hat es im Vergleich zur Holzoberfläche. Will heißen: Größere Fässer reifen langsamer. Kein Wunder, das die rund 500 Liter fassenden Behältnisse um uns herum schon fünf Jahre oder länger Whisky beherrbergen.

Bis unter die Decke gestapelt: 800 Fässer und nur noch wenig Platz. Neue Lagermöglichkeiten werden gerade gesucht. Foto: Simon Weiß
Bis unter die Decke gestapelt: 800 Fässer und nur noch wenig Platz. Neue Lagermöglichkeiten werden gerade gesucht.
Foto: Simon Weiß

Was wir uns nur fragen: Wie kommen die großen Brocken denn hier runter in den engen Lagerraum, hinter dessen Wänden sich gleich das angrenzende Erdreich des Hangs befindet, an dem die Gebäude der Destillerie erbaut wurden. Mit einer Mischung aus Lachen und Seufzer deutet Destillateur Pascal Marré auf den linken unteren Rand des Türrahmens. Dort fehlen bereits einige Steine, die eine Fassrundung erkennen lassen. Neue Fässer einlagern – das geht bei Aureum also mit Türrahmen ausbauen und viel Muskelkraft einher. Zusammengefasst: „Fassmanagement ist bei uns brutal aufwendig“, erklärt Jürgen Marré. Natürlich liegt das auch daran, dass der Whisky von Aureum in mehreren Lagerräumen entlang der Brennereigebäude reift. Teils sogar auf der anderen Seite des Mains, der nur wenige Meter von der Destillerie entfernt durch den kleinen Ort Freudenberg fließt.

Um 15.000 Flaschen Aureum pro Jahr abzufüllen, müssen also einige der inzwischen 800 Fässer durch die sehr engen Keller und Hochlager bewegt werden. Zusätzliches Krafttraining brauchen die Mitarbeiter da nicht mehr. Je nach Abfüllung reift der Whisky zunächst jeweils ein Jahr in neuen Fässern aus Allier-Eiche. Das gleiche Destillat wird parallel in neue Kastanienfässer eingelagert. In Liebhaberkreisen ist genau das eines der „Alleinstellungsmerkmale“ von Aureum. Ein Cuvée oder Verschnitt aus diesen beiden Fassarten wird dann anschließend zur Endreifung in andere Fässer umgelagert. Welche dafür ausgewählt werden, ist die große Kunst des Whiskymachens, kommen doch nachher rund zwei Drittel des Geschmacks aus der Holzfassreifung.

Whisky mit Eis? Kann zumindest eine Notlösung sein, wenn er viel zu warm serviert wird. Jürgen Marré und Christian Schrade im Gespräch. Foto: Simon Weiß
Whisky mit Eis? Kann zumindest eine Notlösung sein, wenn er viel zu warm serviert wird. Jürgen Marré und Christian Schrade im Gespräch. Foto: Simon Weiß

Je besser das Fass, desto besser auch der Whisky – etwas vereinfacht zwar, aber so kann man es auf den Punkt bringen. Das richtige Holz auszuwählen braucht Erfahrung und ein glückliches Händchen bei der Beschaffung. Gute Fässer sind zurzeit teuer und rar. Auf Expertise und gute Kontakte ist man bei Ziegler durchaus stolz, das merkt man im Gespräch mit Jürgen und Pascal Marré. Natürlich hat man es durch das Mutterunternehmen WeinWolf beziehungsweise dessen Mutterkonzern, den Wein-Riesen Hawesko, einfacher, an herausragende Fässer für die Whiskyreifung zu gelangen. Besonders zum Vorschein kommt das bei den limitierten Sonder-Abfüllungen, wie bei dem inzwischen vergriffenen Single Malt Whisky, der seit 2008 sechs Jahre lang in Fässern des weltbekannten Weingutes Château d’Yquem lagerte. 809 Flaschen waren da schnell ausverkauft.

Zum Glück ist Nachschub in Sicht, verrät uns Jürgen Marré, während wir uns auf ein paar ausgewählte Proben Aureum in die schweren, braunen Ledersessel neben einer der Brennblasen im Destillations- und Verkostungsraum setzen. Natürlich baut die Brennerei Ziegler auch beim Nachfolger der Sonder-Edition auf Weinfässer mit Weltruhm. Dieses Mal stammen sie aus dem Château Lafite-Rothschild in der Nähe von Bordeaux. Um die 800 Flaschen wird es davon geben, wahrscheinlich mit 47 % vol., damit man den Whisky nicht kühlzufiltrieren braucht. Ab diesem Prozentsatz wirkt der Alkohol als natürliches Anti-Trübungsmittel. So behält der Whisky seinen klaren Charakter, auch wenn er mal etwas kühler wird.

Zu viel Wärme, das ist sowieso keine gute Sache, findet Jürgen Marré. 16 Grad Celsius, das ist seine optimale Trinktemperatur für einen guten Whisky. Da kann man im Notfall auch mal mit einem Eiswürfel nachhelfen, wenn man einen viel zu warmen Dram serviert bekommt, rät Marré. Aufgewärmte Nosinggläser, ähnlich wie die heiße Tasse beim Espresso? „Quatsch. Da kommt der Whisky gar nicht zur Geltung“, wiegelt Marré ab. Man sollte sich beim Whisky eben nicht an kurzlebigen Trends orientieren, rät der Senior-Brennmeister.

Hier wird Aureum destilliert: Die Anlage der Brennerei Ziegler, zwei zusätzliche Brennblasen passen nicht mehr mit aufs Bild. Foto: Simon Weiß
Hier wird Aureum destilliert: Die Anlage der Brennerei Ziegler, zwei zusätzliche Brennblasen passen nicht mehr mit aufs Bild. Foto: Simon Weiß

Wer sich erfolgreich eine Jahrgangs-Range aufbauen will, wie man es bei Aureum vor hat, der sollte sowieso nicht in Jahren denken, sondern besser in Jahrzehnten, lässt Marré seinen Anspruch durchblicken. Und der ist hoch in Freudenberg: Es gehe nicht darum, irgendeinen guten deutschen Whisky zu brennen. Ziel ist es, einen Spitzenwhisky zu kreieren, der es mit anderen Top-Destillaten auf internationaler Ebene aufnehmen kann. „Wir dürfen uns nicht zu sehr auf regionale Grenzen konzentrieren. Solange der Whisky wirklich gut gemacht ist, kann es doch egal sein, aus welchem Land der kommt.“

Bruichladdich: Master Distiller Jim McEwan geht im Juli in Pension!

Paukenschlag aus der Bruichladdich-Destillerie: Master Distiller Jim McEwan wird im Juli dieses Jahres in Pension gehen. Mehr als 52 Jahre hat er im Whiskybusiness gearbeitet, und der Name Bruichladdich ist untrennbar mit ihm verknüpft.

Der Abschied kommt deshalb ziemlich überraschend, weil Jim im Jahr 2013 noch bekanntgegeben hat, weitere drei Jahre bei Bruichladdich zu bleiben (wir berichteten hier) – seine Pensionierung wäre demnach erst 2016 fällig gewesen. Wer ihm als Master Distiller nachfolgt, verrät der Eintrag auf der Bruichladdich Website nicht offiziell, aber Jim erwähnt in seinem Dankesstatement Adam Hannet, wie uns unser Leser morris hinweist – und was nun auch von The Spirits Business bestätigt wird.

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Serge verkostet: Lagavulin 16 und Lagavulin DE

Zwei fast überall erhältliche Standardabfüllungen von Lagavulin sind heute die Kandidaten in einer Verkostung von Serge Valentin – reichlich ungewöhnlich, wo doch sonst meist irgendetwas Exotisches oder Altes dabei ist. Aber uns soll es recht sein, hat diese Verkostung doch dadurch mehr Relevanz. Der Lagavulin 16 aus dem Vorjahr und die Distillers Edition 2014 stellen sich dem Urteil – und beide schneiden dabei gut ab:

  • Lagavulin 16 yo (43%, OB, +/- 2014): 90 Punkte
  • Lagavulin 1998/2014 ‚Distillers Edition‘ (43%, OB, lgv 4/503): 88 Punkte
Die Destillerie Lagavulin. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Die Destillerie Lagavulin. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.

Whisky Fair Rhein Ruhr: Der Video-Nachbericht

Gestern am Abend ging es online: Ein fast 15minütiges Video von der Whisky Fair Rhein Ruhr, die am 11. und 12. April stattgefunden hat, ist nun auf Youtube zu sehen – und natürlich auch bei uns. Viel Vergnügen (und einen Blick auf unseren Stand gibt es übrigens gleich am Anfang im Hintergrund auch).

Deutsche Whiskyszene: Fränkischer Whisky aus dem Weingut Mößlein

30 Whiskys, 7 Destillerien, 1 Mälzerei – und dafür genau 3 Tage Zeit: Die WhiskyTour 2015 führte unsere Gastautoren Simon Weiß von whiskyerlebnisse.de und Christian Schrade von Heart-of-the-Run.de an einem langen Wochenende zu den deutschen Whiskybrennern. Das Ziel: Eindrücke, Einblicke und Einsichten von in und über die deutsche Whiskyszene. Ihre Berichte (Text: Christian Schrade) und Bilder darüber bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auch auf Whiskyexperts. Heute: Eindrücke über Fränkischen Whisky aus dem Weingut Mößlein.

Optisch unterscheidet sich das Highlight des Nachmittags von außen kaum von seinen Nachbarn. Innen aber ist Fass Nummer 1 den beiden anderen Eichenholzbehältnissen weit voraus. Darin schlummert seit fast zehn Jahren der bisher älteste Whisky des Weingutes Mößlein. Während uns Noten von Backpflaume, cremiger, dunkler Schokolade, Rosinen und ein dezent würziger Nachhall von Tabak den Gaumen hinunter gleiten, lauschen wir schmunzelnd der Geschichte dieses Whiskys, die uns Seniorchef Reiner Mößlein im niedrigen Gewölbekeller aus Sandstein gerade im übertragenen Sinn ins Glas füllt. Winzer und Whiskybrenner Mößlein kann uns zwar ganz genau sagen, welchen Inhalt alle anderen Fässer haben – und das bis auf die Nachkommastelle genau, wenn es zum Beispiel um die prozentuale Zusammensetzung der Getreidemischung geht. Ein kurzer Blick ins handgeschriebene Fasslagerbuch reicht da aus. Beim ersten Fass allerdings, da bleibt er vage. Dass er darüber wenig erzählen kann, das ist ein kleiner Glücksfall. „Das Fass haben wir 2006 abgefüllt und hat uns von Anfang an nicht richtig gefallen“, erzählt Mößlein. Eigentlich war der zukünftige Whisky fast schon beim Monopol, also auf dem Weg, als Steuerabgabe zu Industriealkohol verarbeitet zu werden. „Und dann haben wir das Fass einfach vergessen.“ So schön kann manchmal ein Versehen sein.
Links Single Malt, rechts Grain Whisky: beide in Rotweinfässern gereift und fünf Jahre alt. Foto: Simon Weiß
Links Single Malt, rechts Grain Whisky: beide in Rotweinfässern gereift und fünf Jahre alt. Foto: Simon Weiß

Womit das Fass vorher belegt war, kann er nicht mehr genau sagen. „Da waren wir mit den Aufzeichnungen noch nicht so genau.“ Das hat sich jetzt aber fundamental geändert. In der Abfindungsbrennerei kommen jährlich aktuell zwei Fässer zum Bestand hinzu. Mehr ist brennrechtlich nicht erlaubt. Maximal 300 Liter reiner Alkohol ergeben bei Mößlein umgerechnet 1.000 Flaschen Whisky. Über den Daumen gepeilt. So kamen in den vergangenen Jahren bisher 18 Fässer zusammen, die im Gewölbekeller und im benachbarten Brennereigebäude direkt neben dem 2010 neu gebauten Shop und Verkostungsraum lagern. Die Gemeinsamkeit bei allen Fässern: In allen lagerte vorher Rotwein – aus eigener Produktion. Seit 1976 wird bei Mößleins Wein angebaut, die Whiskybrennerei gibt es seit 1996. Nächstes Jahr wird 20. Jubiläum gefeiert. „Da füllen wir auch wieder etwas Besonderes ab“, ist sich der Master Distiller sicher. Zum Weinbau kommen noch etwa 25 Hektar eigene Landwirtschaft, vor allem, um Weizen für die Whiskyproduktion anzubauen. Der kommt dann neben etwas Gerste wegen der darin enthaltenen, für die Gärung notwendigen Enzyme in den fünf Jahre alten Grain Whisky. Zusammen mit dem Single Malt sind das die beiden Zugpferde für Mößleins „Fränkischen Whisky“.

Rotwein und Rauch, passt das zusammen? Christian Schrade und Reiner Mößlein im Gespräch (v . l.). Foto: Simon Weiß
Rotwein und Rauch, passt das zusammen? Christian Schrade und Reiner Mößlein im Gespräch (v . l.). Foto: Simon Weiß

Mehrere Fässer werden hier in Zeilitzheim bisher nicht zu Whisky verschnitten. „Bei uns gibt es ausschließlich Einzelfassabfüllungen“, erklärt Mößlein. Für Kenner eine wichtige Information, die aber auf den Etiketten noch nicht zum Vorschein kommt. Dass dem Whisky kein Farbstoff hinzugefügt wird, ist für den Whiskymacher selbstverständlich. Bei diesen Holzfässern braucht es den ehrlich gesagt auch nicht. Nach fünf Jahren hat das Endprodukt einen extrem dunklen, fast schon rotweinfarbenen Schimmer. Nur kühlfiltriert ist der Whisky. Um Trübungen zu vermeiden, wenn das Destillat etwas kälter ist, erklärt Mößlein. Bei der Fassprobe im Keller begeistert uns besonders der Whisky aus ungarischen Eichenfässern, die Mößlein durch einen guten Partner bezieht. Sicher braucht der noch etwas, hat aber schon nach vier Jahren eine intensiv fruchtige Note. Ganz deutlich: Banane und Schokolade. Eine tolle Mischung. Was Mößlein im Keller noch fehlt, sagt er, während er die nächste Probe einschenkt, ist ein rauchiger Whisky. Das Malz ist schon bestellt, kräftig krachen soll es dann später im Glas. Und auch Sherry- und Port-Finishes seien eventuell eine Überlegung wert, macht sich Mößlein Gedanken.

Der braucht noch Zeit (links ein Jahr altes Destillat, rechts zwei Jahre alt). Intensiv fruchtig ist er aber schon, mit einer tollen Bananennote. Foto: Christian Schrade
Der braucht noch Zeit (links ein Jahr altes Destillat, rechts zwei Jahre alt). Intensiv fruchtig ist er aber schon, mit einer tollen Bananennote. Foto: Christian Schrade

Inzwischen sind wir wieder bei Fass Nummer 1 angekommen – der Backpflaume mit dem Tabak-Touch. Ob der Whisky jetzt tatsächlich nächstes Jahr als 10-jährige Jubiläums-Edition auf den Markt kommt, das ist noch nicht ganz sicher. Reif zur Abfüllung ist er allemal. Möglicherweise, so überlegen wir alle drei, wäre er sogar als erste Fassstärken-Abfüllung des Familienbetriebes geeignet. Ob das so kommt, das weiß nur Reiner Mößlein. „Jedes Fass ist ein neues Abenteuer für uns“, sagt der. Seit dem sein Sohn Martin vor kurzem den Betrieb übernommen hat, bleibt jetzt mehr Zeit für Experimente. „Und die machen das Whiskybrennen ja erst so spannend“, sagt der Seniorchef. Da stimmen wir zu, und sind besonders auf die Ergebnisse des Rotwein-Rauch-Experimentes gespannt. Die Mischung klingt ungewöhnlich. Rotwein und Rauch – warum nicht?

Die Fässer lagern im Gewöblekeller des Weinguts. Regelmäßige Proben sind Voraussetzung dafür, einen guten Whisky zu kreieren. Foto: Simon Weiß
Die Fässer lagern im Gewöblekeller des Weinguts. Regelmäßige Proben sind Voraussetzung dafür, einen guten Whisky zu kreieren. Foto: Simon Weiß

Vorbericht zu Limburg auf Mittelhessen.de

Einen Vorbericht zum Hochamt der Whiskyfreunde, der Whisky Fair in Limburg, gibt es heute auf Mittelhessen.de. Die am kommenden Wochenende stattfindende Messe gilt als eine der wichtigsten Whiskymessen in Deutschland und findet mittlerweile zum 14. Mal statt.

Die Ausstellungsfläche wird in diesem Jahr mit einem Großraumzelt in der Fußgängerzone erweitert.

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PR: Alba goes Irish – Hyde Irish Single Malt im Vertrieb von Alba Import

Über einen neuen irischen Whiskey im Vertrieb von Alba Import berichtet eine Pressemitteilung, die wir heute zur Veröffentlichung bekommen haben. Premiere des irischen Single Malts wird auf der Whisky Fair in Limburg am nächsten Wochenende sein. Wir bringen die Pressemitteilung wie üblich in den relevanten Teilen:

Mit Hyde Irish Single Malt Whiskey kann Alba Import das Portfolio um ein Premium Produkt aus Irland erweitern.

Douglas Hyde war der erste Präsident der Republik Irland nach ihrer Unabhängigkeit im Jahre 1922.

Zu seinen Ehren haben Hibernia Distillers, ein neuer Premium Abüller aus West Cork, ihre allererste Whiskey-Abfüllung benannt: „Hyde No. 1 – The Presidents Cask“

Die Besitzer von Hibernia Destillers – Alan und Conor Hyde (nomen est omen) – machen dabei kein Geheimnis daraus, dass es sich bei Ihrem Whiskey um Single Malt handelt, der ursprünglich bei der für ihre Top-Qualität bekannten Cooley Distillery gebrannt wurde.

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Nach 10 Jahren Reifung in frischen Bourbon-Fässern umgefüllt in schwere first class Oloroso Sherry casks und in West Cork schlussgereift, tritt Hyde Whiskey an, die ausgeprägte Fruchtigkeit irischer Malts mit der Komplexität und Schwere bester Sherry Fässer zu kombinieren.

Das Ergebnis ist beeindruckend – weich, üppig, aromenreich, sehr sherry-tönig mit langem Finish.

Hyde Irish Single Malt Whiskey ist zweifach in klassischen Pot Stills destilliert und wird nach seiner Schlussreifung in Small Batch Premium Qualität abgefüllt, also ohne Kühlfiltration, in 46% und natürlich ohne Zusatz von Farbstoff.

Zum Herabsetzen auf Trinkstärke wird frisches West Cork Quellwasser verwendet.

Batch 1  ist auf 5000 Flaschen limitiert, welche einzeln durchnummeriert sind.

 

Die offiziellen Tasting Notes HYDE No. 1 „Presidents Cask“

  • Nose: delightful peaches and cream, vanilla, slightly custard, barley malt softness, with citrus, sweet honey, caramel, vanilla, chocolate, orange, lemon, banana and infused with spices
  • Taste: wonderfully smooth yet complex, creamy yet fruity with notes of caramel and manuka honey, apricot, plumb and a silky malt texture
  • Finish: rich, spicy and oaky, it lingers in the mouth with a long rich finish

„Wir freuen uns, dass wir unser Portfolio nun auch mit einem irischen Premium Produkt ergänzen können – insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich bei Hibernia Distillers um ein unabhängiges, privat geführtes Unternehmen mit höchsten Qualitätsansprüchen handelt – was ja der rote Faden in unserem Sortiment ist.

Schon seit längerem haben wir nach einem passenden Partner in Irland gesucht, der sich konsequent Premium Qualität verschrieben hat und das gewisse „Etwas“ bietet“ – so Geschäftsführer Dietmar Schulz von Alba Import.

Im Laufe des Jahres wird Alba Import „HYDE No. 1“ bei diversen Whisky Veranstaltungen und Messen präsentieren, so dass Whisk(e)yliebhaber sich  Eindrücke von der Qualität dieses neuen Irish Single Malts machen können.

Die offizielle Vorstellung von Hyde No. 1 „Presidents Cask“  in Deutschland erfolgt auf der diesjährigen Whisky Fair in Limburg (25. – 26.04.2015).

Deutsche Whiskyszene: Die Mälzerei Weyermann in Bamberg

30 Whiskys, 7 Destillerien, 1 Mälzerei – und dafür genau 3 Tage Zeit: Die WhiskyTour 2015 führte unsere Gastautoren Simon Weiß von whiskyerlebnisse.de und Christian Schrade von Heart-of-the-Run.de an einem langen Wochenende zu den deutschen Whiskybrennern. Das Ziel: Eindrücke, Einblicke und Einsichten von in und über die deutsche Whiskyszene. Ihre Berichte (Text: Christian Schrade) und Bilder darüber bringen wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren auch auf Whiskyexperts. Heute: Mälzerei Weyermann in Bamberg.

„Bei Rotlicht kommen die Käfer aus der Gerste raus“, sagt Karl-Ludwig Rieck und hält die Lampe hoch, sodass man die rote Glühbirne sehen kann. Ist dann nur ein Tierchen in der Schale unter dem Sieb, in dem das Getreide liegt, geht ein ganzer Lastwagen mit Gerstenkörnern zum Lieferanten zurück. Denn da, wo ein Käfer ist, sind in der Regel auch viele seiner Freunde. Qualitätskontrolle, das ist schon eine Wissenschaft für sich in der weltweit größten Spezialmälzerei. Seit 135 Jahren weichen, keimen, darren und rösten die Bamberger auf ihrem aus altehrwürdigen Backsteingebäuden bestehenden Firmengelände Getreide – heutzutage vor allem Gerste und Weizen für die Bier- und Whiskyproduktion.

Käferkontrolle im Labor: "Da geht auch schon mal eine Lkw-Ladung zurück." Foto: Simon Weiß
Käferkontrolle im Labor: „Da geht auch schon mal eine Lkw-Ladung zurück.“ Foto: Simon Weiß

Washington, Wellington, Wladiwostok – das Malz aus Bamberg wird nicht nur in Deutschland von zahlreichen Whiskydestillerien geschätzt, sondern auch an Brenner und Bierbrauer in aller Welt verschickt. Weit über 100 Länder kommen so zusammen, erzählt Rieck, während er mit dem Finger über die große Weltkarte mit hunderten kleiner bunter Stecknadeln fährt. Und dabei sind noch nicht einmal alle aktuellen Kunden auf der Karte verzeichnet. „Wir müssten mal wieder ein paar neue Nadeln verteilen“, meint der Kundenberater, der uns am Vormittag durch die Mälzerei führt.

26 Tonnen pro halbe Stunde: Weyermann-Mitarbeiter Karl-Ludwig Rieck. Foto: Simon Weiß
26 Tonnen pro halbe Stunde: Weyermann-Mitarbeiter Karl-Ludwig Rieck. Foto: Simon Weiß

Während wir im Labor im untersten Stock der Familienvilla zuschauen, wie gerade die aktuelle Lkw-Lieferung an Gerste auf Verunreinigungen, Stärkegehalt und zahlreiche weitere Kriterien überprüft wird, fährt schon der nächste Truck mit Getreide auf den Hof. „Heute werden es wohl sechs Lastwagen werden“, sagt Rieck und klingt dabei so, als wenn das eine Halbtagsportion für den Betrieb ist. Ist ja auch Freitag, versteht sich. 30 Minuten braucht es, bis ein Laster leer ist. 26 Tonnen fließen wie aus dem Wasserhahn in ein Loch im Boden auf dem Hof und werden dann mit Förderbändern zur Reinigung geschickt. Dann folgt das Weichen.

Bevor aus Maische Whisky wird, muss aus Malz und Wasser Maische werden. Und wie man aus Getreide und Wasser Malz macht, das können wir eindrucksvoll im sogenannten Keimkasten sehen. Der liegt hinter einer massiven Stahltür, die mit einem großen Hebel geöffnet werden muss, und sieht wie ein großes Schwimmbecken aus. Darin ruhen 120 Tonnen Gerste, übereinandergeschichtet auf 1,30 Meter Höhe, und keimen in Ruhe vor sich hin. Ganze fünf Tage lang dauert das, bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Schwimmbadatmosphäre halt. Damit die Keimlinge sich nicht ineinander verhaken wie Grassamen, die zu einer festen Rasendecke verwachsen, muss regelmäßig umgeschichtet werden. Das passiert mit einem langen Stahlrahmen, an dem sich zahlreiche Rührschnecken befinden – ähnlich wie bei einem elektrischen Teigrührer für die Küche. „Wenn wir das nicht regelmäßig machen, wächst das schneller zusammen als man gucken kann“, sagt Rieck. Damit das nicht passiert, sichern Notstromversorgung und ein hauseigener Rund-um-die-Uhr-Elektriker-Service die riesige Gerstenmenge. Bei rund 500 Euro Wert pro Tonne durchaus verständlich.

Ist die Gerste „fertig gekeimt“, hat sie also die für die Vergärung nötigen Enzyme gebildet, wird der Keimungsprozess in großen Trocknungskammern, den Darren, unterbrochen. Denn für die Whiskyproduktion muss noch genügend Malzzucker im Korn übrig bleiben. Wartet man zu lange, geht zu viel Kraft bei der Bildung des Keimlings verloren. Gedarrt wird mit heißer Luft, bei Weyermann auch mit Buchen- und Eichenrauch. „Torf gibt’s bei uns nicht in der Darre“, das kommt bei Rieck wie aus der Pistole geschossen. Man merkt, wir sind nicht die ersten, die danach fragen. „Das sollen lieber die Schotten machen, die haben damit mehr Erfahrung“, gesteht unser Tour-Guide. „Außerdem wäre es viel zu aufwändig, den Torfrauch wieder aus unseren Anlagen zu bekommen. Das setzt sich regelrecht fest.“

Röstmalz, dunkel wie Kaffeebohnen: würzig, angenehm bitter, fruchtig und getreidig. Foto: Christian Schrade
Röstmalz, dunkel wie Kaffeebohnen: würzig, angenehm bitter, fruchtig und getreidig. Foto: Christian Schrade

Stattdessen haben sich die Bamberger auf etwas anderes spezialisiert: Geröstetes Getreide, sogenanntes Röstmalz, das ähnlich wie beim Rösten von Kaffeebohnen in riesigen Trommeln erhitzt wird – bei Weyermann fast so hoch, dass es sich ohne Rotation selbst entzünden würde. Das Ergebnis: kleine, dunkelschwarze Körner, die teils starke Gewürz- und Bitteraromen aufweisen, zusammen mit intensiven Frucht- und Getreidenoten, die sich beim Knabbern des Malzes langsam im Mund entfalten. Bringt man das gekeimte Getreide direkt in die Rösttrommeln, ohne es zu darren, schmilzt der Malzzucker direkt im Korn. Voilà: karamellisiertes Malz.

Neue Brennanlage im Besucherzentrum: Platz für mehr als 550 Liter Maische. Foto: Simon Weiß
Neue Brennanlage im Besucherzentrum: Platz für mehr als 550 Liter Maische. Foto: Simon Weiß

Neben „normal“ gemälzter Gerste werden letztere Spezialvarianten auch gerne in geringen Mengen von Whiskybrennern für ihre Maische verwendet, berichtet Rieck. Das gibt dem Destillat hinterher besondere Karamell- und Rauchnoten. Die erzeugen die Bamberger seit wenigen Wochen auch in der eigenen Whiskydestillerie. Diese steht hochglänzend und vollständig aus Kupfer gefertigt im Besucherzentrum und wurde bisher nur zwei Mal benutzt. 550 Liter Volumen fasst die Brennblase, 90 Prozent Rauchmalz und 10 Prozent karamellisiertes Malz ist das Mischverhältnis für den bisherigen Hausstil. Wie viel der 95.000 Tonnen Malz der Jahresproduktion dann dort destilliert werden sollen, das kann Rieck noch nicht sagen. Im neuen, noch leeren Fasslager ist aber reichlich Platz. Zeit, eine Stecknadel für Bamberg auf der deutschen Whiskykarte hervorzukramen.

 

PR: Diageo Bartender- Ausbildungsprogramm „Learning for Life“ ab sofort auch in Hamburg (mit Video)

Eine Pressemitteilung von Diageo berichtet davon, dass das Diageo Ausbildungsprogramm für Bartender namens „Learning for Life“ jetzt nach Berlin auch in Hamburg verfügbar ist. Wer mit dem Gedanken spielt, eine Karriere hinter der Bar anzustreben oder als Profi sein Wissen vertiefen will, findet in der Pressemitteilung die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten. Von uns noch als Service dazugestellt: Ein Video, das Beteiligte über ihre Erfahrung mit dem Programm berichten lässt.

Nach dem erfolgreichen Start von „Learning for Life“ im letzten Jahr in Berlin bietet Diageo sein globales Ausbildungs-programm für Bartender ab sofort auch für Teilnehmer im Großraum Hamburg an.

Mit diesem Ausbildungsprogramm gibt Diageo Quereinsteigern, Berufs-anfängern sowie Bar-Profis, die ihr Wissen vertiefen wollen, die Möglichkeit, ein Stipendium für einen jobbegleitenden Intensivkurs zu erwerben. Die Kurse finden in der hauseigenen Bar von Diageo Germany in den Tanzenden Türmen auf der Reeperbahn 1 in Hamburg statt. Die rund dreimonatige Ausbildung, die in Zusammenarbeit mit der Galander Bar Academy Berlin erfolgt, vermittelt die wesentlichen theoretischen Grundlagen im Bereich Warenkunde, Recht & Hygiene, Warenkalkulation, Service & Verkaufspsychologie sowie Herstellung von Mixgetränken  und schließt mit dem „L4L Professional Bartender Diplom“ ab.

Im Rahmen des Programms, das vor rund einem  Jahr in Berlin startete, wurden bis heute bereits mehr als 90 Teilnehmer ausgebildet. Das Feedback der Teilnehmer ist überaus positiv. Susanne Baró-Fernandez, eine der Absolventinnen des Programms, zieht folgendes Fazit: „Die Ausbildung hat mir ermöglicht, mehr Sicherheit und Selbstvertrauen hinter der Bar zu gewinnen. Neben der Erweiterung meines theoretischen Wissens hat mich die praktische Ausbildung angeregt, darüber nachzu-denken, warum ich welche Handgriffe mache und mir geholfen, meinen persönlichen Stil zu entwickeln. Als Ergebnis der dreimonatigen Aus-bildung habe ich gleich mehrere spannende Job-Angebote bekommen.“

Auch die Bars, die ihre Mitarbeiter für diese Ausbildung bereitstellen,  ziehen Nutzen aus dem Programm, betont Ausbilder Dominik Galander von der Galander Bar Academy: „Die Bars schicken uns Kellner und bekommen drei Monate später einen Barchef zurück.“  Neben der deutlich gestärkten Motivation, Teamfähigkeit und fachlichen Qualifikation der Teilnehmer profitieren die Bars auch davon, dass aufgrund der jobbegleitenden Ausbildung keine Fehlzeiten anfallen.

Nach dem Launch des Programms in Berlin und Hamburg soll die Ausbildung ab Herbst deutschlandweit angeboten werden.

Interessierte Personen werden gebeten, ein kurzes Motivationsschreiben + Lebenslauf an info@l4l.academy zu schicken.

Nähere Infos zum Programm und den Teilnahmebedingungen über: www.l4l.academy

Weltweit haben seit der Gründung des Programms im Jahre 2008 mehr als 100.000 Teilnehmer in mehr als 35 Ländern an Learning for Life teilgenommen.

Serge verkostet: Malts ohne Stammbaum

Neben den alterslosen Whiskys finden wir sowohl im Fachgeschäft wie auch in den anderen Outlets Single Malts, die keine definierte Herkunftsangabe tragen (Blends sowieso nicht, da sie ja aus mehreren Destillerien stammen). Meist hat das Fehlen bei Single Malts einen sehr banalen Grund: Die Abfüller haben nicht die Rechte zur Verwendung des Destillerienamens erhalten – was den Whisky unter Umständen verbilligen kann.

Die Qualität der stammbaumlosen Whiskys kann ganz unterschiedlich sein. Eine gute Orientierungshilfe ist die Reputation des Abfüllers – und natürlich sind es auch auch die diversen Tasting Notes im Web. Serge Valentin hat zum Beispiel heute einige der Whiskys ohne Destillerienennung verkostet; die Ergebnisse sind ziemlich breit gestreut:

  • Angels‘ Nectar (40%, OB, Highfern, Scotch blended malt, +/-2014): 83 Punkte
  • Amber Glen ‘Speyside’ (40%, Amber Glen, single malt, +/-2015): 79 Punkte
  • MacPhail’s 10 yo (40%, Gordon & MacPhail, single malt, +/-2014): 72 Punkte
  • Pride of Orkney 12 yo (40%, Gordon & MacPhail, Highland malt, 75cl, +/-1990): 78 Punkte
  • Corriemhor ‚Cigar Reserve‘ (46%, Fox Fitzgerald, single malt, +/-2014): 80 Punkte
  • Speyside 30 yo ‚6th Edition‘ (43.7%, Master of Malt, single malt, 238 bottles, 2014): 85 Punkte
  • Antony’s Choice 15 yo 1991/2006 (56.3%, Chieftain’s, Speyside, sherry butt, cask #5668, 660 bottles): 87 Punkte
  • House Malt 23 yo 1990/2014 (48%, Wilson & Morgan, sherry butt, cask #17, 753 bottles): 90 Punkte
  • Black Snake ‚VAT No5 – First Venom‘ (57.5%, Blackadder, 464 bottles, 2014): 81 Punkte

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Mutmaßliche Fassdiebe in den USA ausgeforscht: Es waren (auch) Destilleriemitarbeiter

Mitte März berichteten wir über einen Fall aus den USA: Dort waren fünf gestohlene Whiskyfässer (mit Inhalt) der Wild Turkey Destillery gefunden worden. Und wir machten auf eine Ähnlichkeit auf einen Fall aus dem Jahr 2013 aufmerksam, als 65 Kartons mit Abfüllungen von Pappy van Winkle (unter Bourbon-Fans extrem gefragt) gestohlen wurden.

Jetzt sind BEIDE Fälle mit einer Gesamtschadenssumme über 50.000 Dollar gelöst, denn dahinter steckt ein Ring aus Dieben und Hehlern, von denen insgesamt drei Leute bei den genannten Destillerien arbeiteten. Mehr dazu finden Sie im Originalartikel auf CNN.

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Whiskyexperts auf der Deutschlandpremiere des Octomore 7.1

Er hatte sich auf der Whisky Fair Rhein Ruhr in Düsseldorf am vorletzten Wochenende schon kurz gezeigt und damit auch sein Erscheinen in Deutschland angekündigt. Gestern Abend wurde er im Whiskyhort in Oberhausen (im westlichen Ruhrgebiet) zum ersten Mal auch offiziell präsentiert: der neue Octomore Edition 7.1.

Gemeinsam mit dem deutschen Distributor Team Spirit in Person von Tobias Klocke lud das noch recht junge Whisky-Fachgeschäft Whiskyhort zu einem Bruichladdich-Tasting. Unser Redakteur Dirk Piesczek folgte dieser Einladung. Durch die aktuelle Range der Islay-Brennerei führte Ewald J. Stromer. Er besuchte 2005 als Student die Bruichladdich Whisky Academy auf Islay und darf sich seit dem „Single Malt Ambassador“ nennen. Er kennt sich bestens mit dieser Islay-Brennerei aus, die ihre Whiskys prinzipiell ohne Färbung und Kühlfilterung abfüllt.

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Der Auftakt zur Whisky-Verkostung war dem Bruichladdich Classic Laddie vorbehalten, welcher aus 100 % schottischer Gerste hergestellt wird. Seiner einladenden, malzigen Nase mit Zitrus- und Vanille-Noten folgt am Gaumen eine deutliche Cremigkeit, in der die Aromen der Nase dezent eingebettet sind, bevor er sich mit einem kurzen und leicht scharfen (und das darf er auch bei 50 % Vol.) Finish verabschiedet.

Ihm folgte der Bruichladdich Islay Barley. Die Gerste dieses Whiskys wurde auf der Rockside Farm auf Islay angebaut und hat – vom Mälzen bei Bairds in Inverness abgesehen – die Insel erst als Whisky wieder verlassen. In der Nase dezenter, erscheint hier, neben malziger Zitrus-Vanille, noch eine grasige Note mit einer feinen Salzigkeit im Hintergrund. Auch am Gaumen erneut die Bruichladdich-typische Cremigkeit, mit einer recht leichten, aber auch komplexen und dichten Aromenkombination aus Gras, Malz, Vanille und einem Anflug von Zitrus. Sein nachhaltiges Finish hält lange an.

Waren die bisherigen Whiskys aus der Produktion nach der Wiedereröffnung 2001, lässt der nun folgende Black Art in die Zeit davor blicken. Die 4.1 Edition ist ein Jahrgangswhisky und wurde im Jahr 1990 destilliert. Bevor er 2013 abgefüllt wurde, durften die in ihm enthaltenden Whiskys in einer Vielzahl verschiedener Fasstypen reifen. Das Ergebnis ist ein unheimlich komplexer und vielschichtiger Whisky. In der Nase würzig mit einem Anflug von Eiche, präsentiert er sich am Gaumen sehr weich, sehr komplex und sehr dicht, mit einer fruchtigen Süße. Sein sehr langes und weiches Finish ist eine Einladung zu einer erneuten Annäherung. Der Black Art ist mit einem einmaligen Nosen und einem kleinen Schluck nicht komplett zu erfassen, denn er weiß immer wieder neue Aromen zu offenbaren.

port-charlotte

Bisher beschäftigten wir uns mit den ungetorften Whiskys der Brennerei Bruichladdich. Nun kommen wir mit Port Charlotte zu den deutlich rauchigen Abfüllungen. Mit 40 ppm hat die bei Port Charlotte verwendete Gerste in etwa den gleichen Phenolgehalt wie z.B. Laphroaig. Doch die Kombination aus dem kalten und langsamen Mälzen und der behutsamen Destillation führt zu einem völlig anderen Geschmacksprofil. Der Port Charlotte Scottish Barley präsentiert sich ähnlich wie der Classic Laddie, ergänzt durch Torfnoten und kalten Rauch. Der Port Charlotte Islay Barley zeigt sich in der Nase recht mild und dezent, am Gaumen leicht und frisch mit einer deutlich wahrnehmbaren Getreidenote, bevor er sich mit viel Torf und überraschend wenig Rauch verabschiedet.

octomore

Wer es mit Rauch und Torf stärker mag, ist mit Octomore – immer in Fassstärke – bestens bedient. Der nun folgende Octomore Scottish Barley 6.1 weist einen Phenolgehalt von 167ppm auf. Doch wer jetzt ins Gesicht springenden Rauch und Torf erwartet, sieht sich getäuscht. Auch hier führt das spezielle Mälzen und die langsame Destillation zu einem Whisky, der zwar deutlichen Rauch und Torf in sich trägt. Ihm fehlen aber die aggressiveren Noten, die bei manchen anderen Islay-Whiskys zu finden sind. So zeigt sich der Octomore 6.1 überraschend verschlossen und gibt nur langsam, aber deutlich Torfnoten preis. Dem Gaumen fügt er eine trockene Süße hinzu und ergänzt im Finish mit deutlichem Rauch. An dieser Stelle klärte Ewald J. Stromer über die Bedeutung der Zahlen hinter dem Octomore-Komma auf. Das .1 zeigt immer das Verwenden von 100 % schottischer Gerste. Nur im Travel Retail sind die .2 Abfüllungen erhältlich und immer ein Fassexperiment, und das .3 weist auf 100% Islay Gerste hin. So wie beim nun folgenden Octomore 6.3. Die Gerste dieses Whiskys baute James Brown auf seiner Farm an. Deutlich offener, breiter und vielschichtiger im Vergleich zum 6.1, zeigt der 6.3 viel Salz, Süße, Torf und Rauch und auch erdige Noten. In Bezug auf die ppm-Zahl setzte der Octomore 6.3 einen neuen Maßstab. Mit 258 ppm darf er sich der rauchigste Whisky der Welt nennen.

Der neue Octomore 7.1 hat „nur“ 208ppm und präsentiert viel malzige Süße mit grasigen und floralen Noten in Kombination mit deutlichem Rauch und Torf. Er ordnet sich genau zwischen den beiden vorherigen Octomores ein. Deutlich zugänglicher als der 6.1 und ein wenig filigraner als der etwas einfordernde 6.3, ist der Octomore 7.1 der ausgewogenere der drei Torf-Monster an diesem Abend. Er ist ab sofort im Handel erhältlich und kostet um die 150 €.

 

PR: Diageo holt 91 Awards bei der 15. San Francisco World Spirits Competition

Von Diageo erreichte uns soeben eine Pressemitteilung zu den – für den Konzern höchst erfreulichen – Ergebnissen bei der 15. San Francisco World Spirits Competition. Dort hat Diageo mit seinen Whiskys insgesamt 91 Preise eingeheimst. Wir bringen die Pressemitteilung für Sie hier in den relevanten Teilen:

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Die Range von Mortlach wurde insgesamt für das Design der Verpackung ausgezeichnet, der Rare Old konnte eine zusätzliche Goldmedaille erringen

Alle Jahre wieder wird mit großer Spannung das Urteil einer Jury erwartet, das der San Francisco World Spirits Competition. Dieses Jahr überzeugten im Rahmen von Blindverkostungen vor allem die Spirituosen aus dem Hause Diageo, auch dank des Verpackungsdesigns. Mit insgesamt 91 Auszeichnungen, von denen 39 der 83 Medaillen Doppel-Gold und Gold sind, triumphierte der Konzern mit seinem luxuriösen Portfolio auf der ganzen Linie.

Besonders in den Kategorien Scotch und North American Whiskey hinterließen die Diageo-Produkte einen bleibenden Eindruck bei der Jury. Gleich 14 Marken gewannen mehrere Medaillen – einige von ihnen erhielten das Prädikat „Best“ ihrer Klasse. Auch im Verpackungssegment konnten sich sieben der Diageomarken mit Medaillen dekorieren. Dazu zählt unter anderem Mortlach Scotch Whisky, der für sein außergewöhnliches Design mit Doppel-Gold ausgezeichnet wurde.

„Echte Qualität ist die Basis einer jeden hochwertigen Spirituose, doch mit der richtigen Verpackung wird das gesamte Erlebnis perfekt. Die Flaschen, die wir hinter den Bars oder in den Supermarktregalen sehen, sind auch bei der Markenbindung ein entscheidender Faktor. Wir sind stolz, dass die Verpackungsdesigns von Diageo die Anerkennung erhalten, die sie verdienen.“, sagt Larry Schwartz, Präsident Diageo Nordamerika über die Anerkennung im Bereich Verpackungsdesign.

Weitere 57 Medaillen im Segment Whisk(e)y unterstrichen auch an dieser Stelle die Top-Qualität des Diageo Portfolios. Besonders hervorzuheben sind die Vertreter der Johnnie Walker Range, die insgesamt 14 Medaillen mit nach Hause nehmen konnten. Auch die Bulleit Whiskeys wurden erneut mehrfach ausgezeichnet.

Sieben der Diageo Whiskys konnten die Auszeichnung „Best“ ihrer Kategorie mit nach Hause nehmen. Darunter findet sich auch die John Walker & Sons Private Collection 2015 Edition, die sich gleichzeitig über den Titel „Best Blendet Scotch – No Age Statement“ freuen konnte. Talisker 10 Years Old wurde mit der Auszeichnung „Best Single Malt Scotch up to 12 Years“ und Talisker Storm als „Best Single Malt Scotch – No Age Statment“ geehrt.

Die junge und zukunftsträchtige Gruppe der Non-Age Whiskys wurde mit insgesamt neun Medaillen ausgezeichnet. Allen voran Talisker Storm, Mortlach Rare Old, Johnnie Walker Double Black, Gold Label Reserve und Blue Label.

Doch auch in der Kategorie Gin, Tequila, Rum und Likör ist Diageo mit seinen Produkten ganz vorn mit dabei und konnte gleich mehrere Medaillen einheimsen. Die gesamte Übersicht der Diageo-Gewinner-Marken der diesjährigen San Francisco Spirits Competition finden Sie auf folgendem Link: http://sfspiritscomp.com/results/browse.

Auszug aus der die Liste der Doppel-Gold- und Gold-Gewinner: 

  • Clynelish 14 Year
  • Old Cragganmore 12 Year Old
  • Crown Royal Northern Harvest Rye
  • Crown Royal Single Barrel
  • Johnnie Walker Double Black
  • John Walker & Sons Private Collection 2015 Edition
  • Lagavulin 12 Year Old
  • Lagavulin 16 Year Old
  • Mortlach 18 Year Old, 25 Year Old, Rare Old (Verpackungen)
  • Oban 18 Year Old
  • Oban Little Bay
  • Talisker 10
  • Talisker Storm

Auszug der Gewinner Gold-Awards:

  • Bulleit Rye
  • Caol Ila 12 Year Old
  • Dalwhinnie 15 Year Old
  • Glenkinchie 12 Year Old
  • J&B Blended Scotch
  • John Walker & Sons King George V
  • Mortlach Rare Old
  • Mortlach 18 Year Old
  • Oban 14 Year Old

Serge verkostet: Drei Karuizawa aus dem Bourbonfass

Drei japanische Karuizawa-Whiskys in einer kleinen Vertikale; alle drei aus dem Bourbonfass und von 1978-1980 – da kann man sich schon ein besonderes Geschmackserlebnis erwarten. Und in der Tat: die niedrigste Wertung, die Serge in der Verkostung für diese japanische Lost Distillery vergeben hat, ist 89 Punkte – also knapp an der Genialitätsgrenze. Hier die Whiskys und Bewertungen im Einzelnen:

  • Karuizawa 34 yo 1980/2014 (63%, OB, No.1 Drinks for LMDW, bourbon, cask #6476): 89 Punkte
  • Karuizawa 35 yo 1979/2014 (58.8%, OB, No.1 Drinks, bourbon, cask #8187): 91 Punkte
  • Karuizawa 35 yo 1978/2014 (63%, OB, No.1 Drinks, bourbon, cask #8383): 92 Punkte
Screenshot von Google Maps
Screenshot von Google Maps