Vor etwas über einem Monat hat Redbreast eine Abfüllung nur für Stillhouse Members (so nennt Redbreast seinen Fanclub) herausgebracht (wir berichteten mit Tasting Notes): Redbreast Mano a Lámh. Der sherrylastige irische Whiskey wurde in einer Auflage von 2000 Flaschen mit 46% Alkohol produziert und hat sich bald den Ruf einer äußerst gelungenen Sonderausgabe eingeheimst. Das jetzt gerade veröffentlichte Video zeichnet hier oder auf Youtube den Weg der Sherryfässer für diese Sonderabfüllung nach und ist schön produziert, finden wir.
Ein kurzer Check im Webshop für Mitglieder zeigt, dass die Clubabfüllung noch nicht ausverkauft ist – wer sich vom eklatant hohen Porto nicht abschrecken lässt, kann den Whiskey noch um 65 Euro bestellen…
Im letzten Jahr zog Frank Grauert mit seiner Messe Whisky’n’More innerhalb Bochums um. Vom Haus der Gesellschaft Harmonie ging es in das Dampfgebläsehaus der Jahrhunderthalle. Dort fand die Messe auf zwei Etagen statt. Dies erwies sich als relativ unpraktikabel, und die Whisky’n’More kam bei ihrer Premiere am neuen Veranstaltungsort augenblicklich an ihre Kapazitätsgrenzen. Für dieses Jahr wurde die daneben liegende Turbinenhalle belegt. Auf den über 1.000 qm fanden alle Aussteller Platz, das Publikum konnte sich deutlich leichter orientieren. Und in den beiden breit angelegten Gängen luden Stehtische zu einem kurzen Verweilen ein.
Geräumiger und übersichtlicher – die Whisky’n’More in der Turbinenhalle auf dem Gelände der Bochumer Jahrhunderthalle.
Unter den Ausstellern waren hauptsächlich Händler, Importeure und unabhängige Abfüller zu finden. Sie präsentierten dem Publikum die breite Palette der Destillationskunst: Von Standard-Abfüllungen schottischer Brennereien über Einzelfass-Abfüllungen, von irischem Whiskey, über Bourbon aus den USA bis hin zu deutschem Whisky – für diejenigen, die hier nicht fündig wurden, wurden auch Rum, Gin und weitere Spirituosen geboten.
Mike Müller und Michel Reick von Best Dram. Neben, unter anderem, Kavalan und Abfüllungen von James MacArthur hatten sie ihre neuen eigenen Bottlings mit im Gepäck.
Neben Abfüllungen von Michel Couvreur bot Markus Mattonet noch Neues von Malts of Scotland an.
Die Wahl einer neuen Location für die Whisky’n’More war fast zwingend. Durch die mittlerweile sehr hohe Anzahl an Spirituosen-Messen in Deutschland hat das Publikum sehr viele Vergleichsmöglichkeiten der unterschiedlichen Konzepte. Übersichtlichkeit und eine leichte Orientierung über Angebot und Aussteller sind Standard. Und hier hat Frank Grauert deutlich nachgebessert. Eine sehr schöne Veranstaltung.
Der beleuchtete Wasserturm im Abendhimmel – gegen Ende der Veranstaltung gab es für die Besucher Ruhrpott-Romantik pur.
Das Wochenende vor dem St. Patrick’s Day wird von vielen dazu genutzt, um sich etwas näher mit kulinarischen Genüssen oder Getränken der grünen Insel zu beschäftigen. Auf Forbes bringt man dazu sechs Vorschläge, welchen irischen Whiskey man probiert haben sollte. Darunter finden sich die üblichen Verdächtigen, aber auch der Knappogue Single Malt Irish Whiskey Vintage 1951 ist dabei.
Wer in München auf der Finest Spirits war, der hat den Knappogue Castle 1951 vielleicht am Stand von irish-whiskeys.de entdeckt, dort kostete eine Kostprobe 30 Euro – geradezu geschenkt im Vergleich zu den 250 Dollar, die im Forbes-Artikel erwähnt waren…
Jedenfalls ist die Forbes-Auswahl für alle, die irischen Whiskey noch nicht so gut kennen, recht gelungen – hier findet man schöne Vertreter der irischen Destillationskunst…
1951 destilliert und ein Zeugnis dafür, wie ausgezeichnet irischer Whiskey sein kann…
Diese Woche gab es einiges bei Talisker zu sehen: Die Destillerie hat neue Worm Tubs (Kühlschlangen) bekommen und eingebaut. Dabei handelt es sicht nicht gerade um kleine Teile, dementsprechend hoch war auch der Aufwand. Die Destillerie hat die Angelegenheit übrigens sehr trocken kommentiert: „The Talisker distillery has worms“ – die Talisker-Destillerie hat Würmer.
Wir haben bereits im Juni des Vorjahres über die Intention von William Grant & Sons berichtet, mit den Rare Cask Reserves eine neue Serie von hochwertigen Abfüllungen am Markt zu platzieren. Ursprünglich waren die ersten Releases für den September 2014 geplant, nun aber ist es wirklich soweit. Wie unter anderem das Hospitality Magazine berichtet, ist nun die erste Abfüllung aus der Subserie Ghosted Reserve erschienen.
In dieser Abfüllung wurden zwei Whiskys aus Lost Distilleries gevatted: Inverleven und Ladyburn (das Verhältnis der beiden zueinander ist nicht bekannt). 4100 Flaschen davon wird es in Märkten rund um die Welt geben, der Preis wird so um die 470 Euro liegen.
Ob es tatsächlich eine gute Idee war, zwei gesuchte Losts zu einem Blend zu vatten, wird der Markt zeigen.
Eine zweite Abfüllung namens Cruinnich, ebenfalls ein Blend, aber ohne Angabe der verwendeten Whiskys, wird nur für den australischen Markt erscheinen.
Scotch hat in der Beliebtheit im Vereinigten Königreich etwas an Boden verloren: Laut einem Bericht von stv news waren die Verkäufe von Scotch im Vorjahr dort rückläufig. Fast 5% weniger konnten die Produzenten im Heimatmarkt absetzen. Seit 2009 sind das mittlerweile -9.5%.
Die Zahlen stammen von der Scotch Whisky Association, SWA, die damit auch ihre Forderung nach einer Reduzierung der Steuer auf Whisky unterstrichen sieht. Gerade bei den billigen Whiskys macht die Steuer den Löwenanteil am Preis aus.
Fast zwei Jahrzehnte gibt es die Destillerie auf der Insel Arran nun mittlerweile – und der Konsens unter den meisten Whiskyfreunden ist, dass sich die Produkte aus ihr durchaus sehen lassen können.
Drei unabhängige Abfüllungen aus den Jahren 1996 und 1997 werden heute von Serge Valentin verkostet, und alle drei landen in den mittleren 80ern, was die Punkte anbelangt:
Isle of Arran 14 yo 1997/2012 (46%, The Maltman , cask #747): 84 Punkte
Arran 17 yo 1996/2014 (50%, Highland Laird, Bartels Rawlings): 85 Punkte
Isle of Arran 18 yo 1996/2014 (53.2%, High Spirits for Lospiritodeitempi.it): 85 Punkte
Nicht nur um Whisky und Whiskey geht es im Artikel des Sydney Morning Herald, der sich mit dem Trend zu No Age Statement in der Spirituosenindustrie beschäftigt, sondern auch um Rum oder Brandy. Unaufgeregt und abwägend beschreibt er die Notwendigkeiten und Gedanken der Hersteller hinter der Abkehr vom Alter als bestimmenden Qualitätsfaktor, und bleibt natürlich dennoch in seinem Inhalt kontroversiell und diskussionswürdig.
Zum Ende des Artikels hin gibt der Autor jeweils drei Beispiele von NAS-Spirituosen an, die seiner Meinung nach zeigen, dass jung nicht schlecht bedeuten muss: Für Rum, Whisk(ey) und Brandy. Bei Whisk(e)y sind es Woodford Reserve Bourbon, Kavalan Solist Sherry Cask und Ardbeg Uigeadail.
Bislang haben wir hin und wieder über gestohlene wertvolle Whisky-Flaschen berichten müssen – diesmal hat die ganze Sache neue Dimensionen erreicht – und zwar in den USA, genauer gesagt in Kentucky.
Dort, so berichtet The Courier Journal, sind fünf Whiskey-Fässer aus der Wild Turkey Distillery in Lawrenceburg gestohlen worden. Jedes dieser Fässer ist bis zu 6000 Dollar wert. Jetzt sind sie wieder aufgetaucht – und zwar bei einem Einwohner der Stadt Lawrenceburg in dessen Garten, zusammen mit einer relativ martialischen Waffensammlung (der Originalartikel bietet Bilder von Fässern und Waffen, die wir hier aus Copyright-Gründen nicht bringen können).
Schon einmal gab es einen international beachteten Fall, bei dem Fässer aus einer Destillerie gestohlen wurden, und zwar 2013 in der Buffalo Trace Distillery, damals ging es um Fässer mit Pappy van Winkle Whiskey. Der Fall ist nach wie vor nicht gelöst, obwohl ein Angestellter der Destillerie verhaftet wurde.
Wer in der kommenden Saison einen Besuch in Irland plant und dort Midleton/Jameson besuchen will, der kann ab sofort vor Ort seine eigene Jameson-Flasche (ein Jameson Select Reserve Cask Strength Black Barrel) abfüllen, und zwar in Fassstärke – und dann das Label zusätzlich personalisieren. Sowohl in Dublin als auch in Cork sind nun entsprechende Anlagen installiert worden, berichtet Jameson in einer Presseaussendung.
Im Bild sehen Sie Master Distiller Brian Nation von der Midleton Distillery vor einer der Abfüllanlagen.
Auf der Website Islay Blog finden wir heute einen kurzen Bericht und Bilder von einem Besuch auf dem Gelände der geplanten neunten Islay-Destillerie, Gartbreck. Viel hat sich dort noch nicht getan, so der Bericht, zumindest ein für den Autor des Blogberichtes neues (laut Leserfeedback aber auch bereits seit dem Feis Ile 2014 vorhandenes) Schild weist aber auf den kommenden Zweck der Gebäude hin. Der geplante Beginn des Baus und Umbaus ist ja dieses Jahr im Frühling – und auf Islay scheint er, allen Naturzeichen nach, schon langsam zu beginnen…
Wenn jemand Blues und Rock liebt, seine Band „The Lagavulins“ nennt und zugleich Whisky Ambassador für Diageo ist, dann schafft er es auch mit einem Musikvideo auf Whiskyexperts :-). Um den Tag mit etwas Schwung zu würzen: Ladies and Gentlemen, hier (oder auf Youtube) sind The Lagavulins mit ihrem neuen Song: Whisky!
Immer wieder gibt es sie: Die Single Malts, von denen man nicht genau weiß, woher sie stammen, bei denen zwar Gerüchte durch die Gegend fliegen (oder man unter vorgehaltener Hand die Destillerie genannt bekommt), aber nichts Genaues auf dem Label stehen darf.
Und einige dieser mysteriösen Whiskys hat Serge heute verkostet, darunter auch den unlängst erschienenen Prometheus (wie haben ihn zum Vergleich hier verkostet). Seine Wertung für ihn: 87 Punkte, mit der Anmerkung, dass er ein wenig hochpreisig sei. Aber auch die anderen Whiskys sind nicht nur wegen des Geheimnisses um ihre Herkunft interessant:
Prometheus 26 yo (47%, Glasgow Distillery Company, first fill sherry): 87 Punkte
Speyside 23 yo 1991/2014 (48.8%, The Whisky Fair, bourbon hogshead, 363 bottles): 85 Punkte
Glen Gordon 15 yo (40%, Gordon & MacPhail, +/-1986): 70 Punkte
Whisky Galore 5 yo (40%, Whisky Galore, +/-2014): 82 Punkte
Glen Calder 40yo 1949 (40%, Gordon & MacPhail, +/-1989): 89 Punkte
Für Fans von amerikanischem Bourbon ein Datum, das man sich im Kalender einkringeln sollte: Am 18. März um 20 Uhr unserer Zeit steht Jim Beam Master Distiller Fred Noe auf Twitter für einen Chat zur Verfügung. Thema: Jim Beam Bonded, die neueste Abfüllung aus dem Hause Jim Beam (wir berichteten hier).