Ralfy’s Rückblick auf das Whisky-Jahr 2013

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Kurz vor dem Jahresende lässt uns Ralfy, vor einem Kaminfeuer sitzend, an seinen Gedanken zum vergangenen Whisky-Jahr teilhaben. Zu Beginn hören wir seine Überlegungen zu der großen Weite des Universums, über die Weiten des Internets und die Änderungen seiner Arbeit mit dem Video-Channel auf Youtube nach deren Übernahme durch Google.

Im Verlauf dieses Monologes kommt Ralfy dann schließlich doch noch auf und über den Whisky zu sprechen. In seinen Überlegungen zu Whisky-Collections und collectable Whiskys vergleicht er diesen Markt mit einem Heißluft-Ballon, der irgendwann langsam zu Boden sinken wird.

Kurz vor dem Ende präsentiert er noch seinen „Whisky of the year“. Seine Kriterien waren Qualität, Verfügbarkeit und auch der geringe finanzielle Aufwand, der nötig ist, sich diesen Whisky leisten zu können. Seine Wahl mag vielleicht überraschen, uns als Redaktion überrascht es nicht, dass es sich um eine Brennerei aus dem hause der Inver House Distillers handelt. Mehr wird hier jetzt auch nicht verraten. Ralfy’s Jahresblick gibt es wie gewohnt als Link oder direkt hier im Anschluss.

 

 

Jameson und der Aufstieg des irischen Whiskeys

Auf Livemint findet sich heute ein interessanter Artikel (in Englisch) über irischen Whiskey, besonders im Zusammenhang mit der Jameson-Destillerie. Ein gut recherchierter Abriss der Firmengeschichte und auf welche Art und Weise die Weltpolitik das Schicksal des irischen Whiskeys mitbestimmt hat. Mit normalen Englischkenntnissen gut konsumierbar – und wer vom irischen Whiskey noch nicht allzu viel weiß, erlangt einen echten Wissensgewinn…

Jameson

Serge verkostet: Cardhu (12 yo Standard + 21 yo Special Release 2013)

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Unter vielen Whiskyfreunden hat Cardhu den Ruf, ein „Mädchenwhisky“ zu sein – einer, der lieblich und gefällig ist. Der Autor dieser Zeilen stimmt dieser Einschätzung durchaus zu, teilt aber keinesfalls den etwas abschätzigen Ton dieser Charakterisierung. Cardhu mag nun nicht der Ausbund an Komplexität sein, aber zum leichtherzigen Trinken eignet er sich allemal. Serge Valentin von Whiskyfun verkostet heute den 12yo Standard-Cardhu, die jüngste Abbfüllung aus dieser Speyside-Destillerie, sowie die Diageo Special Release 2013 in Fassstärke und mit 21 Jahren. Jubel bricht keiner aus, aber die Zusammenfassungen sind durchaus lobend: Der 12jährige wird als ein Whisky beschrieben, der allen gefallen kann und sich im Vergleich zu den Abfüllungen aus den 90ern verbessert hat, der 21jährige fühlt sich laut Serge etwas konstruiert an, aber weiß dennoch zu gefallen:

  • Cardhu 12 yo (40%, OB, +/-2013): 78 Punkte
  • Cardhu 21 y 1991/2013 (54.2%, OB, Special Release): 84 Punkte

10 gute und günstige Whiskys

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Auch ein Ardbeg ist bei den Empfehlungen des Blogs dabei…

A Wardrobe of Whisky hat vor einigen Tagen bereits einen Beitrag über – ihrer Meinung nach – 10 gute Whiskys, die man sich auch leisten kann, online gestellt. Gut bedeutet, dass sie im Blog hoch bewertet wurden. Günstig soll sagen, dass sie im wirklich leistbaren Bereich liegen. Der Autor betont, dass er selbst von jedem der vorgeschlagenen Whiskys eine Flasche daheim hat:

  • Glendronach 15 Jahre
  • Ardbeg 10 Jahre
  • Springbank 15 Jahre
  • Amrut Fusion
  • Lagavulin 16 Jahre
  • Balvenie Doublewood 12 Jahre
  • Aberlour A’bunadh
  • Bruichladdich The Laddie 10
  • Compass Box Peat Monster
  • Kilkerran WIP 5 Bourbon Wood

Zu jeder dieser Flaschen gibt es auf der Site kurze Tasting Notes und eine allgemeine Beschreibung – also ein durchaus lesenswerter Beitrag.

Whiskyexperts und die Feiertage

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Seit unserer offiziellen Eröffnung im März dieses Jahres haben wir keinen Tag verstreichen lassen, ohne Nachrichten über unser gemeinsames Interesse zu posten. Wenn auch die Neuigkeiten über die Feiertage sehr, sehr spärlich eintreffen, werden wir mit unserer Tradition, JEDEN Tag für unsere Leser etwas zu bringen, nicht brechen: Whiskyexperts ist auch über die Weihnachtsfeiertage und über Neujahr mit Berichten und Features für Sie da – auch wenn es vielleicht gerade mal für ein, zwei Meldungen am Tag reicht. Freuen Sie sich also auch während der nächsten beiden Wochen an regelmäßigen Features über das Wasser des Lebens – so wie wir uns darüber freuen, für Sie da zu sein.

Liebe Grüße und schöne Feiertage!

Die Wiskyexperts-Redaktion

Wir verkosten: Caol Ila 12yo, 57.6%

Rund um Weihnachten kann man durchaus ein paar ungewöhnlichere und ausgefallenere Drams ins Glas gießen – war zuletzt ein älterer und torfiger BenRiach ein spannendes Erlebnis, so drehe ich heute den Spieß ein wenig um und verkoste einen Whisky, den man sonst eher mit kraftvollen Rauchnoten und Torf verbindet, diesmal aber „unpeated“ präsentiert bekommt.

Schon eine ganze Reihe von Abfüllungen des Caol Ila unpeated haben über die Jahre die Special Releases von Mutterkonzern Diageo bereichert, unterschiedliche Altersangaben, meist zwischen acht und vierzehn Jahren, sowie unterschiedliche Fasstypen hat man probiert.

Was bei diesem (schon ein paar Jahre zurückliegenden, hier nur als Symbolfoto abgebildeten) aber sehr harmonischen Batch analog zu seinen Geschwistern interessant ist, ist die Möglichkeit Caol Ila „nackt“, roh, pur und Destillats fokussiert zu verkosten.

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Nase: Süßlich voll, Butterscotch, dunkler Karamell zu Beginn, dann immer mehr gesalzene Noten, savoury, geräucherter Aal und etwas Trockenfleisch, Bresaola, Erinnerungen an Rohschinken werden wach, pickled onions, salzig schmalzig, dann wiederum cremig buttrig, die Nase braucht ein wenig um sich zu öffnen und das recht bizarr ungewöhnliche und fordernde Spiel aus Süße und würzig maritimen Meerwasserimpressionen freizugeben, mit Wasser wird die Geschichte bunter, voller, es kommen plötzlich Zimtnoten, schwarzer Pfeffer, Weichselkompott, dann schummeln sich noch Orange und Grapefruit dazu, Mandarinen, etwas nussig, helle gesalzene Mandeln, ungewöhnlich, vielleicht auch gewöhnungsbedürftig, fesselnd

Gaumen: ein kalter, vernebelter Tag auf Islay kommt einem in den Sinn, Salzlake, die Meeresbrandung weht einem entgegen, floral blumig, cremige Vanille, Custard, sehr viel Zitronenzeste, frisch, grüner Apfel, die bittersalzige Limette ist überwältigend, Lime Squash, mundfüllend, mit Zeit dann macht sich mehr Süße bemerkbar, wieder Zimt, Muskatnuss und auch etwas Honig, dennoch sehr straff gehalten, fordernd, säuerlich. Mit Wasser verändert sich der Gaumen massiv, fleischiger, beefy, der Schinken und das Trockenfleisch sind zurück, gepökelt, sehr spicy und wild, Erinnerungen an feuchten Waldboden, stängelig, nadelig, dick ölig in der Konsistenz aber sehr von Limone und Salz dominiert und spitz in seinen Geschmacksnoten, wahrlich kein Schmeichler, aber ein außergewöhnlicher Malt, Tomaten, geröstete Champignons, Estragon

Finish: Mittellange, wiederum von Salzzitrone geprägt, frisch, blumig, Lavendel, erst im allerletzten Teil des Erlebnisses bleibt Süße liegen, Demerarazucker entwickelt sich, Heidehonig, man vermisst ein bisschen mehr Druck und Länge

Alles in allem: Caol Ila im Striptease, eckig, kantig, wild und ungewöhnlich auf seine Art, ganz anders, als man die Destillerie sonst kennt. Mit diesem Kollegen muss man sich schon eine Zeit lang auseinandersetzen, aber erlebt haben sollte man dies auf jeden Fall!

Mit besten Spirits,
Reinhard Pohorec

Handsignierter Bulleit Bourbon: And the winner is…

Wir haben alle richtigen Antworten auf unsere Gewinnfrage (Lawrenceburg) um den von Tim Bulleit handsignierten Bulleit Bourbon gesammelt und durchnummeriert. Dann haben wir die entsprechende Anzahl von Losen zurechtgeschnitten, ebenfalls mit Nummern versehen und in einen ausreichend großen Behälter getan. Blind hat unsere Glücksfee dann ein Los gezogen. Es trug die Nummer 72. In der Teilnahmeliste haben wir dann den Namen an Position 72 gesucht. Und gefunden:

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Herzlichen Glückwunsch, Florian Wittke aus Leverkusen. 🙂 Wir hoffen, mit diesem Gewinn noch ein besonderes Päckchen unter den Weihnachtsbaum gelegt zu haben. Der Gewinn wird von uns gleich nach den Feiertagen zur Post gebracht und abgeschickt.

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Für alle, die diesmal nicht vom Losglück getroffen wurden: Wir haben noch weitere handsignierte Flaschen im Talon. Im nächsten Jahr geht es dann munter weiter damit. Aber jetzt mal allen: Frohe Weihnachten und ein wunderschönes Fest.

Whisky im Bild: Wer weiß mehr zu dieser Flasche?

Diese Bilder einer wohl etwas älteren Flasche eines Blends hat uns unser Leser Rolly Racer zugesandt – mit der Bitte um nähere Infos dazu. Wir dachten uns, das wäre eine gute Gelegenheit, das kollektive Wissen der Whiskyfreunde anzuzapfen. Wir können nur dazu sagen, dass der englische Hersteller des Whiskys seit den frühen 60er-Jahren existiert. Wer kennt den Blend und weiß, aus welcher Zeit er genau stammt? Scannerkassen gab es wohl noch keine, als das Etikett hergestellt wurde 🙂

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Zweckdienliche Hinweise nehmen wir gerne in Kommentaren entgegen.

Letzter Tag im Wettbewerb um den handsignierten Bulleit Bourbon!

Bis kurz vor der Bescherung können Sie noch mitmachen, und noch heute, wenn Sie die Lichter am Christbaum anzünden, geben wir den Gewinner oder die Gewinnerin bekannt: . Gewinnen Sie eine von Mr. Bourbon, Tom Bulleit himself, handsignierte Flasche seines excellenten Bourbons – zur Verfügung gestellt von Diageo.

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Wir haben Tom Bulleit anlässlich seines Besuches in Europa getroffen und den Bulleit Bourbon verkostet. Durch seinen höheren Rye-Anteil ist er nicht so süß wie andere Bourbons und macht sowohl klassisch on the rocks als auch pur Freude. Tom Bulleit hat die Flasche doppelt signiert: Auf der Vorderseite mit seiner persönlichen Unterschrift, und auf der Rückseite mit einer Widmung und seiner Baseball-Unterschrift, die noch aus seiner College-Zeit herrührt. Die Flasche ist damit ein Unikat und ein Stück Bourbon-Geschichte.

Tom Bulleit signiert die Flasche Bulleit Bourbon für unsere Leser.
Tom Bulleit signiert die Flasche Bulleit Bourbon für unsere Leser.

Und so können Sie diese Flasche gewinnen:

Diesmal geht es um die Beantwortung einer Gewinnfrage (leicht wird es, wenn Sie unseren Artikel über den Besuch von Tom Bulleit lesen – folgen Sie einfach dem Link):

Die Gewinnfrage:
In welcher Stadt in Kentucky wird der Bulleit Bourbon hergestellt?

 

Die richtige Antwort schicken Sie ab sofort an folgende email:

[box type=“info“ ]

contest@whiskyexperts.net

Folgende Informationen brauchen wir in der Mail:

Ihr Name
Die richtige Antwort[/box]

Unter allen richtigen Antworten, die uns bis 24. Dezember 2013, 15 Uhr mitteleurpäischer Zeit erreichen, ziehen wir den Gewinner der handsignierten Flasche. 

 

Teilnahmebedingungen:

Am Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 24. Dezember 2013, 15:00 Uhr. Der Gewinner wird noch am 24. Dezember um 16:30 Uhr auf unserer Webseite bekanntgegeben – ein glücklicher Teilnehmer bekommt die Flasche sozusagen unter den Weihnachtsbaum gelegt :-). Der Wettbewerb findet unter Ausschluß des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden.

Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden. 

Viel Vergnügen und viel Erfolg beim Mitmachen – bis etwas später, wenn wir den Gewinner oder die Gewinnerin bekannt geben!

Ihr Whiskyexperts-Team

Serge verkostet: Glendronach und Karuizawa

Glendronach Distillery

Nicht nur wir haben heute einen speziellen Whisky zu Weihnachten verkostet (siehe hier), auch Serge Valentin von Whiskyfun hat sich zwei Perlen ins Glas gefüllt: einen 41jährigen Glendronach und den Gewinner der Malt Maniacs Awards in der Premium-Klasse, den Karuizawa 1973/2013. Natürlich ist das Ergebnis für beide dieser ausgezeichneten Whiskys in der Verkostung stattlich: jeweils 93 Punkte gibt Serge für diese Abfüllungen, die man getrost als Sherrybomben bezeichnen kann. Hier noch die beiden exakten Datensätze:

  • Glendronach 41 yo 1972/2013 (51.7%, OB, batch 9, oloroso sherry butt, cask #702, 448 bottles): 93 Punkte
  • Karuizawa 1973/2013 (67.7%, Number One Drinks, sherry oak, cask #1607, 138 bottles): 93 Punkte

Adventkalender 24.12.: Wir verkosten Tamdhu 1984 Adelphi Nightcap 51.3%

Fröhliche Weihnachten, liebe Freunde von Whiskyexperts! Noch ist es zwar etwas hin zur Bescherung, aber wir hoffen ganz fest, dass unter dem Baum auch ein besonderer Whisky für Sie liegen wird. Für uns hält unser Whiskyexperts-Adventkalender schon einen bereit: Einen 27jährigen Tamdhu aus der Adelphi Nightcap-Serie (eine Zusammenstellung von vier Whiskyabfüllungen von Adelphi mit je 0.1l Inhalt). Der Tamdhu ist eine Einzelfassabfüllung in Fassstärke (51.3%) – und wie schon bei allen Verkostungen für unseren Adventkalender haben Silvia Behrens und Bernhard Rems ihre Verkostungsnotizen gemeinsam aufgeschrieben.

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Nase: Mein lieber Herr Gesangsverein, hier kommt die Süße aber geballt: Warmes Fruchtkompott mit einer Zimtstange, süßes Pflaumenmus, etwas Zitrus zum Würzen, dann etwas Blumiges, wie frisch geschnittene Narzissen – das ganze bekommt jetzt so richtig Jahrmarktsüße mit Zuckerstangen, Zuckerwatte, türkischem Honig und das leicht Scharfe einer von der Schokolade befreiten Mon cherie – Kirsche. Man gerät wirklich ins Schwelgen…

Gaumen: Unglaublich süß – sicher einer der süßesten Whiskys, den wir je getrunken haben. Der eingedickte Saft eines Kompotts, die Schwere überreifer, aber noch köstlicher Birnen, wir schmecken Rhabarber und Bambussprossen – alles cremig, ölig und ohne Fehl und Tadel. Auf Holznoten wartet man vergeblich, und das ist gut so.

Finish: Schier endlos, es verbleibt im Mund der Geschmack von Alpenkräutern (wer Almdudler kennt: genau so!) und das süß-bittere einer rosa Grapefruit.

Alles in allem: Eine wahre Freude. Komplex, vielschichtig, harmonisch – und ganz eigenständig dabei. Dieser Whisky ist würdig, am Weihnachtstag getrunken zu werden. Leichten Herzens erhält er von uns das Prädikat „Spitzenklasse“.

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Nun sind also alle Türchen geöffnet, und wir bedanken uns herzlich für Ihr Interesse an unseren Adventverkostungen. Silvia Behrens und Bernhard Rems wünschen Ihnen im Namen der gesamten Whiskyexperts- Redaktion: Fröhliche Weihnachten!

Diageo ist Whiskyadvocate Blog’s „Distiller of the Year“

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Die Größten sind auch die Besten – zumindest, wenn es nach dem amerikanischen Whiskyadvocate Blog geht: Von dort wird nämlich Diageo als „Distiller of the Year“ ausgezeichnet. Die Begründung dafür ist nachvollziehbar: Trotz der schieren Größe von Diageo (und den großen Dingen, die sie tun – siehe Roseisle, siehe Weltmarken), hat man im Konzern auch ein Faible für die kleineren Destillerien im Portfolio und schenkt ihnen die entsprechende Aufmerksamkeit. Man kann mit Größe schlimmer umgehen als es Diageo tut (vielleicht auch besser), aber den Titel eines „Destillers des Jahres“ hat sich das Unternehmen durchaus verdient, finden wir.

Ein CEO für Borco

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Borco-Marken-Import besetzt die neue Position des Chief Executive Officer (CEO) zum 1. Januar nächsten Jahres mit Markus Kramer. Der 45-Jährige war bis Juni 2013 Geschäftsführer der Diageo Germany GmbH, sein Ausscheiden begründete er auf about drinks damals mit den Worten: „Meine Zeit bei Diageo war die intensivste und spannendste Zeit meines bisherigen Berufslebens. Nach sehr erfolgreichen Jahren bei Diageo sehe ich nun den Zeitpunkt gekommen, um eine neue unternehmerische Herausforderung im Markt anzunehmen.“ Diese hat er jetzt beim Familienunternehmen Borco-Marken-Import aus Hamburg gefunden, welches in Österreich und Deutschland tätig ist.

Wir sind sehr stolz auf das, was wir in den letzten Jahrzehnten mit unserem Unternehmen erreicht haben – gemeinsam mit unseren Kunden, Partnern und Mitarbeitern. An oberster Stelle steht für uns dabei die Sicherung der Stärke, der Leistungsfähigkeit und der Unabhängigkeit unseres Familienunternehmens. Wir freuen uns sehr, die neu geschaffene Position des CEO mit Herrn Kramer besetzen zu können. Herr Kramer genießt unser Vertrauen, um die strategischen und operativen Geschicke für unser Unternehmen langfristig zu lenken.“, wird Jutta Matthiesen auf Pregas zitiert.

„Ich freue mich sehr auf diese einmalige Chance und unternehmerische Herausforderung als CEO bei Borco. Der Name Borco steht für mich für die gelungene Verbindung aus Tradition, Werten und Innovationen. Ich kenne kein vergleichbares Familienunternehmen im Bereich Spirituosen/Champagner/Weinen in Europa, das ein so leistungsstarkes Marken- und Produktportfolio aufweisen kann. Ich bin dankbar für das Vertrauen der Familie Matthiesen und freue mich darauf, zusammen mit Management und Mitarbeitern neue Wachstumschancen in Deutschland, Österreich und weltweit für Borco zu eröffnen. Gemeinsam werden wir die Erfolgsgeschichte dieses beeindruckenden Unternehmens fortschreiben.“, so Markus Kramer gegenüber Pregas.

Im Portfolio von Borco befinden sich unter anderem Marken wie Ardmore, Dalmore, Fettercairn, Isle of Jura und Laphroaig.

Whisky Breton, bretonischer Whisky – Brennmeister streiten sich

von Ernie  – Ernst J. Scheiner,  www.whisky-distilleries.net

Copyright The Gateway to Distilleries 2013.
Copyright The Gateway to Distilleries 2013.

„Unter der Federführung von David Roussier von der Destillerie Warenghem haben sich vier bretonische Whisky-Brennereien zu einem Interessenverband zusammengeschlossen: Menhirs in Plomelin (Finistère), Glann-ar Mor in Pleubian (Côtes-d’Armor), Kaerilis von der Belle-Île (Morbihan) sowie Warenghem (Lannion),“

so war es in der Regionalzeitung Ouest France am Freitag, den 20. Dezember 2013 zu lesen. Autor Jean-Paul LOUÉDOCD berichtete von einem Gespräch mit dem Direktor der Destillerie Warenghem und hatte dabei zwischen Wunschdenken des Interviewten und der Realität nicht unterschieden. Richtig ist vielmehr, das der junge und dynamische David Roussier die Anerkennung der geographischen Herkunftsbezeichnung Whisky Breton für seine Destillerie anstrebe und keinesfalls für die anderen bretonischen Kollegen sprach: „Ohne sein Wissen habe der Redakteur seine Gedanken grundlegend falsch wiedergegeben…As an example I would never tell him that double maturation was about distilling twice.“

Die Stills der Destillerie Warenghem - Copyright Warenghem 2013, mit freundlicher Genehmigung
Die Stills der Destillerie Warenghem – Copyright Warenghem 2013, mit freundlicher Genehmigung

Bereits im September 2013 hat Roussier gegenüber Whiskyexperts von den unterschiedlichen Positionen und des zähen Diskussionsverlaufs seiner drei bretonischen Brennereikollegen berichtet. „Eine Einigung sei derzeit nicht in Sicht,“ so David resignierend.

Roussiers Schwiegervater war der erste bretonische Brennmeister, der 1987 zum ersten Mal einen Blended Whisky WB-Whisky Breton (verschnitten aus 75 % Weizen- und 25% Gerstendestillaten) in die Regale der französischen Lebensmittelketten brachte. 1998 folgte bereits der erste Armorik Single Malt (aus 100% gemälzter Gerste). 85% der jährlichen Warenghem-Abfüllungen werden in Frankreich vermarktet und machen ihn zum dortigen Marktführer.

Die Brennmeister an den zauberhaften Côtes d’Armor mit ihren rosafarbenen Granitfelsen produzieren ihren AMORIK nach hohen Qualitätsmaßstäben: erstklassige lokale Gerste, bestes Malz und frische Hefe, lange Fermentation, schonende doppelte Destillation in zwei zwiebelförmigen kupfernen Brennblasen mit Reflux-Kugeln, wie sie in Schottland heimisch sind. Reifen darf ihr Gersten-Destillat in besten Fässern aus bretonischer Eiche in einem milden nicht trockenen maritimen Klima. Bourbon- und Sherry-Fässer schaffen darüber hinaus eine weitere aromatische und geschmackliche Vielfalt.

Seit kurzem strömt der bretonische Whisky in den Weltmarkt, darunter sind Whiskies der Glann ar Mor Destillerie, der EDDU-Produzenten oder der Warenghem Destillerie.

Die Single Malts Armorik Classic, der Armorik Double Maturation sowie der Blend Breizh Whisky (aus 50% Grain und 50% Single Malt) werden weltweit, aber auch in Deutschland oder Österreich, wahrgenommen.

Internationale Wettbewerbe bestätigen deren außergewöhnliche Qualität, denn der Armorik Double Maturation wurde im März 2013 von den World Whisky Awards zum besten europäischen Single Malt Whisky gekührt. Warenghems Blended Breizh Whisky reihte sich in diese Belobigung ein und wurde von der Jury zum besten Blended Whisky Europas 2013 (ohne Schottland) ernannt.

Mittlerweile wurde es oft bewiesen, guter Whisky kommt nicht nur aus Schottland. Zahlreiche Blindverkostungen belegen die herausragenden Qualitäten der Gerstenbrände aus nicht-schottischen Brennereien.

Die Whiskies der Destillerie Glann ar Mor heimsten ebenfalls viel Lob und Preise ein. Jean Donnays peated Kreationen, die unter dem Label Kornog Single Malt vertrieben werden, erreichen bei Verkostungen eine sehr hohe Wertschätzung. Der Malt Maniac Serge Valentin bewertete kürzlich den Kornog ‚Taouarc’h Kentan 13 BC‘ mit fünf Sternen und gab ihm 90 Punkte, Jim Murray lobpreiste den „Westwind“ so die Übersetzung von Kornog, in seiner Whisky Bible 2014 sogar mit 94,5 Punkten. „It is a superstar whisky that gives us all reason to live,“ meint der selbsternannte Whisky-Papst. Unter dem Glann ar Mor Label füllt Jean übrigens seine nicht-getorften Whiskies ab.

Jean und Martine Donnays idyllisch-romantische Brennerei liegt am Ende der Presqu’ile Sauvage, der wilden Halbinsel, direkt am Atlantik. Sie zählt zu den wenigen Whisky-Brennereien deren kleine kupferne zwiebelförmige Brennblasen noch mit Holz und Kohle von außen beheizt werden. Der bretonisch-gälische Name Glann ar mor lautet übersetzt „beim Meer.“ Das Bauernhaus in dem sich die Brennerei befindet wurde bereits 1668 gebaut. Da früher auf den bretonischen Höfen das Brennen von Destillaten üblich war, könnte Glann Ar Mor eigentlich auf eine lange Tradition zurück blicken. Brennmeister Jean betont gerne diese keltische Tradition mit ihren Legenden und Mythen, die seine Destillerie so einzigartig machten: „Dans ce pays de tradition, hanté par les légendes Bretonnes et Celtes, cette presqu’île extrême des Côtes d’Armor constitue un cadre sortant de l’ordinaire pour l’implantation d’une distillerie unique, dans la plus pure tradition Celte.“

Das außergewöhnlich Klima der Bretagne mit seinen gemäßigten Temperaturen (im Winter fällt das Thermometer kaum unter Null), die relativ hohe Luftfeuchtigkeit und die maritime Exposition der Lagerhäuser lassen nach Meinung Jean Donnays und der anderen Brennmeisterkollegen daher den bretonischen Whisky besonders gut reifen. So staunte Serge Valentin nicht schlecht über den fortgeschrittenen Reifegrad der jungen Donnay-Whiskies.

Avec des températures toujours très douces, le thermomètre ne descendant pratiquement jamais en dessous de zéro l’hiver, et des étés chauds mais tempérés et exempts de grandes chaleurs durables, le climat de la presqu’île permet au whisky d’atteindre sa maturité de façon sensiblement plus rapide que dans des régions aux températures plus basses,“ beschreibt Jean die bretonischen Rahmenbedingungen.

Angesichts der Betonung des Terroirs, des bretonischen Klimas und des dortigen säurearmen Wassers fällt es schwer, den derzeitigen Disput unter den bretonischen Brennmeistern zu verstehen und nachzuvollziehen.

Jean Donnay selbst ist vehement gegen die Verwendung der geschützten geografischen Herkunftsbezeichnung „Whisky Breton.“ Es sei ein schlechter Werbeträger, denn einer der Gründe sei, „one of them although not the only one is that the term „whisky breton“ suffer of what cannot be described otherwise as a quite poor image in France.“ (Ein Interview folgt im Januar)

Einzig David Roussier Warenghem Destillerie bekennt sich zur eindeutig zur Region und nennt seine Single Malts selbstbewusst Whisky Breton, reifen sie doch ebenfalls in Fässern aus bretonischer Eiche.

Die Destillerie Menhirs im Herzen der Bretagne ist bekannt für ihren Whisky aus 100% Buchweizen, der unter dem Label Eddu Silver Pur Blé Noir vertrieben wird. Eddu ist die bretonisch-gälische Bezeichnung für Buchweizen. Die Brennerei hätte damit weltweit fast ein Alleinstellungsmerkmal, wenn da nicht beispielsweise die Schwarzwälder Kleinbrennerei Fitzke wäre, die ebenfalls einen Buchweizen-Whisky produziert.

Aber auf dem EDDU-Etikett steht unübersehbar in großen Lettern zu lesen: Whisky de Bretagne. Und auf der Special Blend EDDU Edition erhält der Kunde folgende Hinweise: „A Base de Whisky de Bretagne au Blé Noir…GREY ROCK…CRÉÉ EN BRETAGNE.“

Der Brennmeister in der fünften Generation Guy Le Lay hatte nämlich nach dem Besuch der Dalwhinnie Distillery den Einfall, auch in der Bretagne Whisky zu destillieren. Der Zufall wollte es, dass er vor einem Buchweizenfeld stehend die Eingebung hatte, einen bretonischen Buchweizen-Whisky zu kreieren. Selbst die jüngste bretonische Kaerilis Brennerei auf der Belle Isle de Mer, westlich vom mondänen Seebad La Baule im Atlantik gelegen, betont ihre geografische Lage mit der Herkunftsbezeichnung „Whisky de Belle-Isle“ und spricht selbst von ihren „Belle-Isle Whisky Specialities.“ Beide geografische Markenbezeichnungen ließ die Kaerilis Destillerie sogar rechtlich schützen.

Angesichts ihrer betont bretonischen-gälischen Namensgebung der Whiskies und der Destillerien sowie die bretonischen Herkunftsbeschreibung ihrer Whiskies mutet die Diskussion der bretonischen Brennmeister doch etwas seltsam wie ein Sturm im Wasserglas an. Sie ist befremdlich zumal alle die Besonderheit ihres Terroirs aus unterschiedlichen Blickwinkeln betonen.

Guy Le Lay von EDDU korrigiert scharf gegenüber David Roussier: „Non, les 3 autres producteurs de whisky opérant en Bretagne ne veulent pas d’une appellation „whisky breton.“ Gründe werden allerdings keine aufgeführt.

Zwei Meinungen zur aktuellen Diskussion in Facebook:

Alex Reid: „Glen Breton is already in Nova Scotia.“

Mark Giesler: „I like ‚Whisky Breton’!

Roland Horn: „Whisky Breton sounds good, but I can’t see the regional specialty and uniqueness.“

Interviews mit Jean Donnay und David Roussier werden im Januar folgen.