Schon im Mai vermutete Buffalo Trace, dass in absehbarer Zukunft der Bedarf an Bourbon nicht gedeckt werden könnte. Sechs Monate später können sie auf The Spirit Business ihre momentane Situation konkreter benennen. Im Moment fehlen ihnen 100.000 Fässer, um auch in den nächsten Jahren die Nachfrage befriedigen zu können. Die Nachfrage nach ihrer Marke Pappy van Winkle übersteigt das Angebot im Moment um das Zehnfache. Doch nicht nur sind es Fässer, die fehlen, sondern natürlich werden auch die Lagermöglichkeiten knapp, es muss zusätzlich in neue Warehouses und die Renovierung der Bestehenden investiert werden. Ihr Experiment-Warehouse X (wir berichteten) wird in ca. 14 Tagen fertig gestellt werden, doch der volle Zyklus der Experimente wird es erst in zwanzig Jahren abgeschlossen sein.
Buffalo Trace wird nicht die einzige Bourbon Destillerie mit diesen Problemen und Aufgaben sein. Wie schon im Mai von uns vermutet, wird diese Situation auch Auswirkungen auf die Scotch Industrie haben. Und nehmen wir mal an dieser Stelle die gestrige Diskussion um die Verwendung von Starves bei Compass Box auf: Vielleicht muss sich die SWA auch mit ihren Vorschriften bezüglich der Verwendung und Eigenschaften der Fässer für Scotch Whisky ein wenig flexibler zeigen, um der schottischen Whisky Industrie ein Abdecken des Bedarfs an Scotch zu ermöglichen, und für uns Konsumenten wird diese Flexibilität vielleicht auch notwendig werden – die Alternative dazu wären, nach den Gesetzen der Marktwirtschaft, deutlich steigende Preise.
Normalerweise wählen wir an dieser Stelle Formulierungen wie „Serge Valentin gönnt sich“ oder ähnlichem. Und oft befinden sich in seinem Glas Abfüllungen von hervorragenden Qualität, welche entweder nicht so einfach erhältlich sind und/oder einen äußerst stolzen Preis haben. An Halloween gibt es allerdings für Serge Valentin Saures: Asiatischen Cognac, Rum und Whisky. Letztere erhalten bei diesem Vergleich mit jeweils 15 Punkten die höchste Bewertung – ein Wert, den sicherlich jeder x-beliebiger Whisky aus unserer eigenen Bar deutlich und um ein Vielfaches übertreffen wird. Und deshalb gönnen wir uns heute etwas.
In unserer regelmäßigen Rubrik “Whiskys des Monats” stellen wir, sehr subjektiv gesehen natürlich, Whiskys vor, die wir besonders mögen – und denen wir eine breitere Öffentlichkeit wünschen. Hier unsere Empfehlung für November:
Kilchoman Vintage 2007
Es gibt Destillerien, die wegen ihrer Vergangenheit Kultstatus genießen – selbst dann, wenn ihre qualitative Blütezeit vorbei ist und die aktuellen Abfüllungen nur mehr ein Abglanz des alten Hausstils sind.
Es gibt Destillerien, die ihren Kultstatus durch geschicktes Marketing erhielten – durch eine glaubhaft aufgebaute Hintergrundgeschichte, durch künstliche Verknappung oder durch sehr viel Getöse rundherum.
Kilchoman gehört in keine der beiden Kategorien – und erwirbt sich dennoch unter Whiskyfreunden Kultstatus. Nicht durch Marketing oder Vergangenheit, sondern durch die Zukunft. Die kleine Farmdestillerie auf Islay ist drauf und dran, mit ihrem Stil und ihrer Qualität ein neuer Maßstab zu werden.
Sehr schön wird das an unserem Whisky des Monats November sichtbar. Der Kilchoman Vintage 2007 ist mit gerade mal sechs Jahren die momentan älteste Abfüllung der Destillerie, und was dieser junge Whisky zeigt, ist ein Versprechen für die Zukunft. Er ist typisch Islay und dennoch kein Abklatsch der Stile der Platzhirschen, sondern ein eigenständiger, ganz „kilchoman-typischer“ Tropfen.
In der Nase findet man frischen warmen Rauch, leicht torfig, und ganz leicht im Hintergrund, ein Anflug von gesüßtem Getreide, wie mit Honig gesüßte Müsli-Reste am Mittag riechen. Für manche hat er sehr viel Salz, so viel, dass der Speichelfluss unweigerlich angeregt wird. Ebenfalls erspürbar: ein stiller Geruch nach Heu in der Scheune.
Am Gaumen hat man das Gefühl, er sei mit Salzwasser destilliert – und eigentlich müssten sich kleine Kristalle in der Flasche absetzen. Er erinnert an gesalzene Lakritze oder gesalzenes Karamell, ein Sisal-Seil, das lange Zeit im Salzwasser gelegen ist. Auf der Zunge ist er süß, dazu gesellt sich in einem ausgewogenen Verhältnis eine ganz leicht alkoholische Schärfe, insgesamt findet man ihn leicht, spritzig, fast süffig.
Beim Abgang hat man Rauch, Meerluft, Pfeffer, man spürt Jugend und Frische.
Der Kilchoman Vintage 2007 ist beileibe nicht perfekt oder DER Whisky schlechthin – da steht seine Jugend vor. Aber wenn man den Klichoman 2007 auf sich wirken lässt, stell man sich unweigerlich die Frage, wie er mit zehn, zwölf oder fünfzehn Jahren schmecken würde. Die Antwort kann eigentlich nur sein: er hat das Zeug, der neue Klassiker von Islay zu werden, der wahre Geist der Insel in Flaschen eingefangen.
Für 55 bis 60 Euro ist er für uns eine unbedingte Kaufempfehlung und ein mehr als würdiger Whisky des Monats November.
The Spiritsbusiness.com (fällt nur mir heute die wahre Bedeutung des Titels dieser Seite auf???) bringt pünktlich zu Halloween ein Feature über die geisterverseuchtesten Destillerien in Schottland, den USA, Kanada und Irland. Mit dabei: die gruseligen Destillerien Kilbeggan, Buffalo Trace, Gooderam and Worts Distillery, Jura und Bowmore – zusammen mit den Geistergeschichten, die sie zu verwunschenen Plätzen machen.
Wir wünschen wohliges Erschaudern bei der Lektüre…
Die im Entstehen begriffene Destillerie der Wemyss-Familie, Kingsbarns, hat heute die Dachkonstruktion aufgesetzt bekommen. Das Dach wird die Tasting-Räume und den Shop zieren. Da geht etwas weiter, und in Anbetracht des kommenden Winters ist eine gewisse Eile nicht ungesund…
Die Lücke in der Standard-Palette von Glenfiddich zwischen dem 21-jährigen und dem 30-jährigen wird geschlossen. Ab dem nächsten Jahr, so berichtet The Spirit Business, wird Glenfiddich 25 Jahre im Travel Retail erhältlich sein. Er reifte in europäischen Sherry Butts und amerikanischen Bourbon Fässern und genoss danach ein Sherry Finish.
Ebenfalls ab 2014 und auch nur im Travel Retail wird es die Glenfiddich Age of Discovery Abfüllungen im Dreierpack geben. Enthalten sind Bourbon Cask Reserve, Das Red Wine Cask Finish und Madeira Cask Finish jeweils in 200 ml Flaschen, die UVP beträgt £ 75.
Von Jim Beam erreichte uns folgende Pressemitteilung, die wir auszugsweise wiedergeben:
Mit dem Start des Jahresendgeschäfts stehen auch in diesem Jahr wieder die attraktiven Geschenkpackungen der beliebten Bourbon Whiskeys von Jim Beam in den Regalen. Die Produkte Jim Beam, red STAG by Jim Beam, Jim Beam Honey, Jim Beam Devil’s Cut und Jim Beam Black sind ab sofort jeweils in einer Präsentbox mit einem exklusiven Whiskeyglas im Handel erhältlich.
Die erfolgreiche Jim Beam White Geschenkpackung für 12,99 Euro (UVP) enthält ein besonders geprägtes Longdrinkglas, das den Klassiker Whiskey Cola zu einem echten Augenschmaus werden lässt. red STAG by Jim Beam mit der einzigartigen Kombination aus echtem Jim Beam Bourbon Whiskey und dem Geschmack der Schwarzkirsche – laut Nielsen 2011 die erfolgreichste Produkteinführung im deutschen Markt – ist in einer roten Verpackung inklusive eines attraktiven Longdrinkglases mit red STAG Prägung für 13,99 Euro (UVP) zu haben. Auch die innovative Geschenkverpackung von Jim Beam Honey für 13,99 Euro (UVP) fällt sofort ins Auge. Zusammen mit einem erstklassigen Whiskeyglas garantiert der Flavoured Whiskey Genießern ganz besondere Momente. Für exklusiven Genuss sorgen die Premium Bourbons von Jim Beam. Jim Beam Devil’s Cut, die nach Nielsen erfolgreichste Neueinführung im Premium Whiskeysegment der letzten sechs Jahre ist zusammen mit einem stilvollen Designglas für 19,90 Euro (UVP) im Handel erhältlich. Die Box mit der Darstellung von rot-gelben Flammen und schwarz ausgebranntem Holz greift den Bezug zu den Eichenfässern auf, in denen der „teuflisch gute“ Whiskey lagert. Die außergewöhnliche Verpackung von Jim Beam Black für 17,99 Euro (UVP) erinnert durch die aufwendige Lackierung an edles Leder und enthält neben dem Premium Bourbon ein hochwertiges Whiskeyglas, das durch seine auffälige Prägung besticht.
Bei Serge’s Verkostung ist heute eine Cadenhead-Abfüllung im Glas, eine, die wir auf der Messe in Graz ebenfalls verkosten konnten (und die beim Redakteur Platz 5 von 5 belegte). Es handelt sich um einen Aberfeldy mit Weinfass-Finish (ein Chateau Lafite), und bei Serge erhält dieser 16jährige 80 Punkte. Keine auffallenden Schwachpunkte bei Serge, aber auch nichts Herrausragendes. Danach verkostet er zwei BenRiach aus dem letzten Einzelfass-Batch (Batch #10), beide mit Virgin American Oak Finish. Der 2005er muss sich mit 72 Punkten zufrieden geben (Serge nennt ihn ein „schwarzes Schaf“ und er fragt sich, warum Destillerien mit bester Reputation solch eine Abfüllung überhaupt veröffentlichen, sie sei zu jung, zu simpel). Der BenRiach aus dem Jahr 1985 bekommt dagegen 87 Punkte und Lob. Alter scheint also doch zu zählen :-). Hier nochmals die Resultate:
Aberfeldy 16 yo 1997/2013 (56.1%, Cadenhead, Wine Cask, Château ‚Lafitte‘): 80 Punkte
Benriach 8 yo 2005/2013 (58,1%, OB, batch 10, virgin American oak finish, cask #3782, 310 bottles): 72 Punkte
Benriach 27 yo 1985/2013 (48.9%, OB, batch 10, virgin American oak finish, cask #7188, 257 bottles): 87 Punkte
„John Glaser“, stellt sich ein einladend freundlicher Gentleman vor. Ein Lächeln, ein fester Händedruck, rundherum die wenigen Teammitglieder, die ich zum Teil schon früher kennenlernen durfte. Eine unscheinbare Office-2-let Fläche im westlichen Randeinzugsgebiet der 7,5Millionenmetropole London.
In einem modern und funktional eingerichteten, lichtdurchfluteten „Büro“ mit IT-Geräten, Flaschen und Kartonboxen an den Wänden, einer kleinen „prep-Küche“ mit großem Gemeinschaftstisch und einer ganzen Reihe teils versteckter Samplefläschchen, die darauf warten verkostet und „bearbeitet“ zu werden, laufen alle Drähte der Firma Compass Box zusammen.
Der gebürtige Amerikaner John Glaser sammelte in Napa, California erst Weinerfahrung, wechselte vom Rebensaft schließlich zum Lebenswasser und arbeitete für die kleine unscheinbare Marke Johnnie Walker. Bereits während der Anfänge seiner Zeit in Großbritannien verschnitt er „zum Spaß und als Hobby“ diverse Whiskys in den eigenen vier Wänden. Blending war für ihn immer ein Feld der Kreativität und des Sich-Ausprobierens und -Auslebens und nicht ein von Malt-Puristen belächelter Abkömmling.
Dreizehn Jahre später blickt der American Ex-Pat auf eine Reihe von Erfolgen, Auszeichnungen und einen Ruf als höchst respektierter Whiskymaker zurück. Aus der Vision eine der spannendsten, aufregendsten und besten Unternehmungen für Schottischen Whisky zu gründen, ist das geworden, was die Company heute ist.
„2 5 3“, beschreibt Glaser mit tonvoller, fast lyrisch erzählender Stimme, „wäre in kürzester Form, was man über Scotch Whisky“ und seine Werke wissen muss.
Zwei Arten von uisghe beatha werden produziert: Malt und Grain Whisky…
Fünf Klassifikationen hat die Scotch Whisky Association 2009 dazu festgelegt: Single Malt, Single Grain, Blended Scotch, Blended Malt, Blended Grain…
Drei davon sind also Blends…
Und das ist es auch, was John Glaser in die Flaschen zaubert. Die langweiligen, charakterlosen und oft qualitativ ungenügenden Massenware-Verschnittwhiskys waren ihm immer zu wenig, er will etwas schaffen, dass für die Leute relevant, greifbar, „crafted“ und höchsten Ansprüchen gerecht sei. Die Produkte sollen die Vielfalt Schottlands widerspiegeln, von bestem Holzeinsatz geprägt sein und reichhaltige, aber balancierte Geschmackserlebnisse schenken.
Zwei Abfüllstandorte und etwa dreizehn Destillerien, mit denen man eng zusammen arbeitet, bringen hervor, was in kleinen Fläschchen und Proben in den Chiswick Studios, 9 Power Road, West London landet. „Denke an die Leute, für die du den Whisky machst, führe dir die Gelegenheit, die Situation vor Augen. Und der Blend wird dir wie aus den Fingern laufen.“ Glaser liebt es Whiskys zu kreieren, nach einem bestimmten Bild oder einer Idee in seinem Kopf. Auch ein Name oder ein Gefühl kann ihn inspirieren.
Mit den Grains und Malts, die ihm dann zur Verfügung stehen, komponiert er – den Taktstock schwingend – eine flüssige Symphonie, die durch hochqualitative, aktive Eichenfässer den finalen Touch bekommen soll. Übermüdetes, ausgelaugtes, nichts sagendes, schwefeliges und minderwertiges Holz ist etwas, das der Whiskymaker nicht an den Genießer weitergeben möchte. Die zumeist schon gereiften verschiedenen Ausdrücke einzelner Brennereien, vereint das Team von Compass Box zu Blends, die noch in eigens gefertigten, und nach bestimmten Kriterien ausgesuchten Fässern abgerundet und akzentuiert werden.
Dabei ist man sehr offen und kommunikativ was die detaillierte Beschreibung sämtlicher Einflüsse anbelangt. Auf der Website, den Flaschen und generell für jeden leicht herausfindbar, scheut man sich keineswegs die Herkunft des Destillats, Fasstyp, die Zusammensetzung des Verschnitts usw. anzugeben oder zu mystifizieren. Auch wird klar kommuniziert, mit welchem – meist etwas erhöhten – Alkoholgehalt man das Produkt präsentiert, stets ohne die Zugabe von Karamell oder dem Einsatz von Kühlfiltration.
Einzig Qualität ist relevant für den Herren, der vielleicht ein Dorn im Auge manch starrsinniger Köpfe der Branche sein mag… Die SWA verbot vor Jahren sogar einmal den weiteren Verkauf eines Produkts, weil Glaser als Erster mit so genannten „inner staves“ arbeitete, eine in der Weinwelt übliche Verfahrensweise, die man in Schottland nicht dulden wollte. (Der amerikanische Whisky Maker’s 46 hat übrigens in einer aktuellen Werbekampagne mit den Worte „warum da noch niemand früher drauf gekommen wäre“, die eigene Verwendung von inner staves propagiert.)
Glaser deswegen aber als Querkopf, Eigenbrötler oder schwierigen Charakter abzustempeln, wäre vollkommen unpassend – mit solidem Auftreten, ungemein freundlichem Wesen und großem Wissen ausgestattet, sieht man ihm die funkelnde Leidenschaft in den Augen an.
Asyla, Oak Cross, Spice Tree, Peat Monster und Hedonism stellen die Compass Box Signature Range dar, allesamt Blended Malts beziehungsweise ein Blended Grain Whisky, ein Unikat der schottischen Whiskylandschaft. Dazu Great King Street Artisan’s Blend, mehr als nur ein Blended Scotch Whisky, sondern eine „Mission“, wie man nicht müde wird zu betonen. Eine Mission um dem Ansehen von hochqualitativem Blended Scotch Raum zu geben und zu zeigen, was in dieser Kategorie stecken kann. Hier soll sich nächsten Herbst eine zweite Edition herauskristallisieren, 2013 hat man mit zwei Versuchsbatches schon etwas den Speichelfluss der Whiskyfans angeregt. Zu guter Letzt füllt man für bestimmte Anlässe, Jubiläen oder nach Lust und Laune auch Limited Editions ab, die sich nie lange in den Regalen halten.
Die Whiskys von Compass Box haben einen wiedererkennbaren Hausstil, sind verführerisch (wenn auch vielleicht nicht für jedermans/-fraus Gaumen) und anders, aber nicht um des Anders-Sein-Willens, sondern einfach um Spaß zu machen, Genuss zu bringen und die Leute einzuladen, auch einmal outside of the box zu denken. Ganz getreu dem Motto: „above all, share & enjoy“.
Amen, kann ich da nur sagen, voller Herz und Leidenschaft.
Manche Flaschen sind wahre Ikonen der Whiskyfreunde. Da zählen die offiziellen Abfüllungen von Port Ellen oder Rosebank dazu, oder alte Abfüllungen aus Linlithgow. Sicher auch in dieser Gruppe findet sich Brora, und davon die 30jährige Abfüllung aus dem Jahr 2010, die von Diageo veröffentlicht wurde. Ralfy gönnt sich diesen Genußmoment und zelebriert ihn in einem fast zehnminütigen Tastingvideo. Seine Wertung: 93 von 100 Punkten. Nachzuverfolgen wie üblich hier oder auf Youtube.
In früherer Zeit tummelten sich in Perthshire mehr als 60 Whisky-Brennereien mit klangvollen Namen wie Ballechin oder Tomdachoille. Es ist daher auch kein Wunder, dass sich die alte Königstadt Perth im 19. Jahrhundert zu einem Blending Centre des Scotch Whisky entwickelte.
Der Mönch John Cor wurde als erster schottischer Brennmeister überhaupt vom Schatzkanzler des Königs James IV 1494 buchhalterisch erfasst. Sein Kloster Lindores in der Nähe von Newburgh war ein Ort des „acqua vitae“, der Ort, wo er aus etwa 500 kg Malz ein „Wassser des Lebens“ zum Wohle des schottischen Königs herstellte.
Nach dem Willen des heutigen Klosterruinen-Besitzers Drew McKenzie-Smith wird aus neuen Brennblasen wieder ein Getreidebrand sprudeln. Das Projekt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.
Die Lindores-Region scheint sich jedoch wieder zu einem Zentrum der Whiskyproduktion zu entwickeln. So plant ein Konsortium, bestehend aus dem Blender Fergus & Co. Ltd., Perth, und dem indischen Getränkeproduzenten Kyndal Group Ltd., eine Macro-Brennerei namens Inchdairnie in der Nähe des Flughafens von Glenrothes zu errichten. Dort soll 24 Stunden täglich an sieben Tagen der Woche und 48 Wochen im Jahr in großen Mengen ein doppelt destillierter Gerstenbrand durch die Spirit Safes fließen.
Der geplante Standort der Fergus&Kyndal Destillerie bei Glenrothes – Foto von Euan Morrison
Ähnliche Aktivitäten sind vom Scottish Liqueur Centre (SLC) in Perth, das im Besitz der schottischen Whisky-Dynastie Morrison und der MacKay Family ist, zu hören. Die Morrisons hatten 1994 ihre Brennereien Bowmore, Auchentoshan und Glen Garioch an den japanischen Getränkegiganten Suntory veräußert.
Seit Mitte Oktober ist bekannt, dass bereits ein Clan-Mitglied Tim Morrison an den Ufern des River Clyde in Glasgow eine Brennerei bauen wird, die zukünftig gut 500 000 Liter reinen Alkohol pro Jahr produzieren soll. Sein Bruder Brian, der ehemalige Direktor der Morrison Distillers, und sein Sohn Jamie stehen diesen neuen Aktivitäten keinesfalls nach. Auch sie werden in ein Brennerei-Projekt investieren und damit zu ihren Wurzeln als Distiller zurückkehren.
Auf ihren Ländereien um Aberargie soll südlich von Perth und wenige Meilen westlich der berühmten Lindores Abbey eine große Whisky-Distillery entstehen. „Über ihre Kapazität ist noch keine Entscheidung gefallen,“ erklärte der Managing Director des SLC Kenny MacKay The Gateway to Distilleries gegenüber. Sicher ist nur, dass es eine nur Anlage zur Produktion von doppelt destilliertem Malt Whisky wird, Grain Whiskies werden nicht gebrannt. Die Malts sollen die Grundlagen für ihre Blends wie OLD PERTH und Liköre wie BRUAR schaffen. „Natürlich erlaubt uns die neue Brennerei auch den Tausch von Spirit mit anderen Destillerien und sichert uns damit unsere unabhängigen Abfüllungen in der Cárn Mór Reihe,“ erläutert Kenny MacKay die Strategie.
Kenny MacKay – Foto von Ernst J. Scheiner
„Die Bauanfrage wird Ende November 2013 gestellt, erst danach können wir weitere Details zu Planung geben.“
Sicher ist, dass die Investitionen für die Aberargie-Distillery von der KIC Holdings Ltd, Perth kommen, die von der Morrison Familie kontrolliert wird. Neben der Brennerei soll eine Abfüllanlage sowie ein Blend Centre entstehen, welche vom Scottish Liqueur Centre betrieben werden.
Photos Copyright Ernst J. Scheiner und Euan Morrison. Alle Rechte vorbehalten.
Alle. Wirklich alle. Eine Monster-Tastingsession muss das gewesen sein, als man bei The Whisky Exchange alle Abfüllungen der Diageo Special Release 2013 verkostet hat. Im Blog sind sie nun ausführlich beschrieben und stellen eine gute Orientierungshilfe dar für alljene, die über den Kauf der einen oder anderen Flasche nachdenken. Natürlich ist das auf Englisch gehalten, aber mit einem gewissen Basiswissen der Sprache kann man den Ausführungen dort schon gut folgen. Lesenwert, finden wir.
Malt Maniac Pit Krause veranstaltet am 8. November in München ein Tasting der besonderen Art: Ardbeg und Glenmorangie Seite an Seite, mit mehr als 10 verschiedenen Drams – und die sind, wie üblich bei Veranstaltungen von slowdrink.de, alles andere als Durchschnitt. Hier wird es unter anderem geben:
Ardbeg 1974 Douglas Laing OMC (Wert ca. 1000.-)
Glenmorangie 1971 OB Dark Sherry
Premiere der neuen Glenmorangie Cask Masters Serie (Manzanilla, Bordeaux, Burgundy)
einige überraschende “Whisky and Food Pairings” (Snacks)
weitere rare Whiskys (Ardbog, Single Cask Ardbegs old and young, Glenmorangie Signet und Quarter Century 25 y.o., Scotch Malt Whisky Society-Abfüllungen sowie Cadenhead’s, Drams aus den 1970ies und 1980ies, etc.)
Micha Scheibe und Malt Maniac Pit Krause geben bei dieser Veranstaltung einen Blick hinter die Kulissen dieser Produzenten mit Insider-Infos und Goodies (New Makes, Malz etc.).
Zeit / Ort: Freitag, 08. November 2013 um 18:00 Uhr im historischen Irish Pub (privat, sehr sehenswert, siehe Fotos), Sommerstr. 35, 81543 München (nahe der U-Bahn-Station Kolumbusplatz).
Kosten: 99,90 Euro (oder gratis mit Gutschein für ein slowdrink-Event, aber bitte in jedem Fall anmelden)
Mehr dazu finden Sie auf der Website der Veranstaltung – dort besteht auch die Möglichkeit, sich dafür anzumelden.
Hin und wieder lesen wir Berichte über Diebe, die aus einem Supermarkt Whisky mitgehen lassen. Manchmal gibt es auch weitaus spektakuläre Diebstähle, wie zum Beispiel den eines Glenfiddich 50yo im Wert von 26.000 Dollar (unser Bericht dazu hier).
Diesmal geht es um ein Set Glenfarclas Obelisks (Set Nr. 28) im Wert von 14.500 Pfund, bestehend aus einem Glenfarclas 1958 und einem Hine Cognac aus dem selben Jahr, das aus einem Whiskyshop gestohlen wurde. Weiterverkaufbar sind diese beiden Flaschen wegen der Numerierung wohl eher nicht – möchte hier also jemand einfach nur ganz besondere Verkostungsnotizen schreiben.
Zwckdienliche Hinweise über den Verbleib der beiden Obelisken samt Inhalt werden von der Destillerie Glenfarclas dringend erbeten.
Update 16:30: Der Shop war der Stirling Whiskyshop in Stirling/Schottland, und über die Nummer der Flasche gibt es unterschiedliche Berichte: 28 oder 29. Zusätzlich wurde ein 33jähriger Glenfarclas gestohlen. Sollten diese Flaschen irgendwo angeboten werden, würde sich die Poizei dafür interessieren.