Serge verkostet junge Glens

Glenallachie Destillerie, Foto von Nicholas Mutton, CC-Lizenz
Glenallachie Destillerie, Foto von Nicholas Mutton, CC-Lizenz

Glen, das Tal – viele Destillerien tragen diesen Namensteil in ihrer Bezeichnung. Serge Valentin von Whiskyfun hat heute junge Glens von verschiedenen Abfüllern verkostet – mit durchwegs erfreulichen Ergebnissen. Highlight laut Serge sind ein Glen Moray und ein Glen Ord, Schlusslicht (mit aber immerhin noch 80 Punkten) ein Glen Elgin. Hier die verkosteten Abfüllungen:

  • Glenallachie 8 yo 2005/2013 (47.5%, Sansibar, 242 bottles): 84 Punkte
  • Glen Moray 12 yo 2000 (56.1%, Single Cask Nation, first fill bourbon, cask #797, 148 bottles, +/-2013): 87 Punkte
  • Glen Elgin 17 yo 1995/2013 (46%, Carn Mor, Strictly Limited, 734 bottles): 80 Punkte
  • Glen Ord 16 yo 1997/2013 (48.4%, Douglas Laing, Old Particular, refill hogshead, ref #DL9954, 396 bottles): 87 Punkte
  • Glentauchers 1998/2013 (46%, Gordon & MacPhail Reserve for La Maison du Whisky, cask #2413, 317 bottles): 83 Punkte

Milk & Honey Distellery: Whisky aus dem Heiligen Land

wib-2013-11-1Einigen Whisky-Enthusiasten kommt die Idee, selber eine Brennerei zu starten – eine Situation, die einige von uns auch schon erlebt haben. Gemeinsam bei einem Dram sitzend, war dies sicherlich bei einigen Destillerie-Projekten die Geburtsstunde (wie z.B. auch bei der Strathearn Distillery). Genau so müssen wir uns das auch so bei der Geburtsstunde der The Milk & Honey Distillery vorstellen.

Doch während wohl die meisten in der Nacht zuvor geplanten Destillerien am nächsten Morgen schon wieder geschlossen wurden, begannen die sechs Freunde, ihre Pläne Schritt für Schritt zu realisieren – obwohl ihr Projekt wohl eines der ehrgeizigsten ist, denn die Milk & Honey Distellery liegt in Israel.

73420_324829457637100_34072187_n

Israel ist zwar das Land, in dem Milch und Honig fließt, doch Wasser, welches ja für die Destillation unentbehrlich ist, ist ein rares Gut. Hier kommen Ressourcen schonende Technologien zu Einsatz, des Weiteren wird der Energiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt. Hilfe beim Bau und Betrieb der Brennerei suchte und fand man bei Dr. Jim Swan. Der Experte aus Glasgow durfte sein einzigartiges Wissen auch schon bei Kilchoman, Penderyn, Glenmorangie, Suntory, Jim Beam, Makers Mark und Kavalan einbringen.

Die Milk & Honey Distellery, im Zentrum von Israel in der Nähe von sowohl Jerusalem und als auch Tel Aviv gelegen, wird im traditionellen Pot Still Verfahren ihren New Spirit herstellen. Zwei Brennblasen kommen zum Einsatz, die Wash Still fasst 10.000 Liter, Spirit Still hat eine Kapazität von 3.800 Litern. Der Whisky wird von den Speyside und Highland Single Malts inspiriert sein. Ziel ist ein fruchtiger, würziger, aber nicht zu süßer Whisky. Alles in allem sind die Jungs der Milk & Honey Distellery auch offen für andere Ideen, so wurden sie schon gefragt, ob neben Single Malt Whisky nicht auch eine Holy Land Bourbon Edition oder Jerusalem Moonshine möglich sei.

Ähnlich wie bei Kavalan in Taiwan oder Amrut in Indien wird das wärmere Klima zu einer schnelleren Reifung führen. Deshalb wird damit gerechnet, schon nach 4 Jahren den ersten Whisky abfüllen zu können, der dann auch koscher sein wird.

Bei Simon Fried haben wir uns in einem Interview über den aktuellen Stand ihres Projektes informiert.

Whiskyexperts: Zu sechst habt ihr die Idee der Milk & Honey Distellery 2012 entwickelt. Kannst Du uns dich und deine Mitstreiter und die jeweiligen Aufgaben kurz vorstellen?

Simon Fried: Die erste Diskussion gab es im Juni 2012. Ein Freund von mir, Amit Dror, und ich saßen zusammen mit einem Drink und hatten, wie wir dachten, eine lustige Idee. Amit war in der israelischen Bierbrauer-Szene seit Jahren engagiert und ich hatte bei einigen schottischen Brennereien bei Marketing und Business Development-Programmen gearbeitet. Seitdem hat sich die Gruppe von Personen mittlerweile vergrößert, hinzu kamen Gal Kalkshtein, ein High-Tech-Unternehmer, der geholfen hat, die Brennerei zu finanzieren und die Whisky Enthusiasten Roee Licht und Na’ama Agmon, die ihr IT-und Chemieingenieurwissen beitragen. Nir Gilat wird als CEO und Projektleiter arbeiten, um sicherzustellen, dass alles nach Plan läuft. Wir sind dabei, einen Produktionsleiter einzustellen, der verantwortlich für den Alltagsbetrieb in der Produktion sein wird. Zusätzlich ist Dr. James Swan unser Brennmeister, er koordiniert und leitet alles: Die Abläufe, die Auswahl der Zutaten bis hin zu den Fässern und der Lagerdauer.

Whiskyexperts: Ihr plant, Ende Januar 2014 mit dem Destillieren zu beginnen. Wie weit seid ihr mit den Vorbereitungen? Liegt ihr im Plan?

Simon Fried: Bisher läuft alles nach Plan. Wir haben tolle Stills bekommen, wir haben einen Prozess-Engineering-Team, welches dabei ist, die Optimierung der Produktion abzuschließen und wir sind knapp davor, den Standort auszustatten. Israel hat ein heißes Klima und dies bedeutet eine ungewöhnliche Herausforderung für den Abschnitt der Brennerei, in dem die Kondesation stattfindet. Wir müssen das Wasser kühlen und haben es in einem geschlossenen Kreislauf, weil Wasser hier knapp und teuer ist. Wir können nicht einfach Wasser aus einem Fluss nehmen, wir brauchen ein Kühl-und Recycling-System , damit die Dinge richtig funktionieren können. Es sind zusätzliche Kosten, aber wir haben die Ingenieurs-Arbeit geleistet und freuen uns darauf, dieses einzigartige System zu nutzen (oder zumindest glauben wir, dass es einzigartig ist).

Whiskyexperts: Um die Produktion starten zu können, fehlt euch noch ein klein wenig Kapital. Das heißt, diese $65,000 sammelt ihr gerade mittels einer online Fund Raising Aktion. Wie ist bis jetzt der Zuspruch, wie kann ich mich daran beteiligen und was bekomme ich für meine Beteiligung?

Simon Fried: Die Einrichtung einer Whisky-Destillerie ist keine leichte Aufgabe. Die Zeit zwischen Herstellung und Verkauf ist eine echte Herausforderung, man muss sicherzustellen, dass man sich über diese lange Strecke über Wasser halten kann. Wir erwarten, dass wir andere Produkte ohne notwendige Lagerung (Gin, White Whisky) auf diesem Weg produzieren müssen, aber wir wollen uns so viel wie möglich auf Whisky konzentrieren.

Um diesen Sturm überstehen und Händlern und Geschäften zu zeigen, die wir ein gefragtes Produkt haben, haben wir eine Crowd-Funding-Kampagne gestartet. Wir wollten nicht für wohltätige Zwecke bitten, deshalb verkaufen wir den Whisky vor seiner Herstellung. Es ist eine Gelegenheit für Anhänger und neugierige Whisky-Enthusiasten, daran teilnehmen, sowie auch den ersten israelischen Single-Malt-Whisky in ihren Händen zu halten! Wir haben uns 65.000 $ als Ziel gesetzt, dies ist die Größe, für die die Brennerei eingerichtet werden kann, aber wenn es mehr wird, wäre das noch besser. Wir haben versucht, die Preise fair zu gestalten und hoffen, so viel wie möglich sammeln zu können. Es wird uns ermöglichen, unseren Fokus auf Whisky zu konzentrieren, ohne in den ersten schwierigen Jahren auf anderen Hochzeiten tanzen oder Geschäften und Händlern hinterher rennen zu müssen. Wir sind zuversichtlich, dass wir sowieso alles richtig machen werden, aber es würde länger dauern und sehr viel komplizierter sein ohne ein bisschen Hilfe von Freunden!

Whiskyexperts: Vielen Dank für deine Zeit und deine Antworten und weiterhin viel Erfolg für eure Milk & Honey Distellery.

 

Auf der Website ihrer Crowd-Funding-Kampagne sind die verschiedenen Möglichkeiten der Beteiligungen aufgeführt. Sie beginnen bei einer Summe von 5 $. Am beliebtesten ist bis jetzt das „Whiskey Trio & T-Shirt“-Paket. Für 225 $ bekommt man unter anderem einen Geschenkgutschein über drei nummerierte 750ml Flaschen der 1st Edition ‚Single-Malt-Whisky in Fass-Stärke und ein Founder’s Edition T-Shirt. Der Whisky wird dann im Dezember 2017 geliefert werden.

1272010_418393811613997_229350777_o

 

Aldi UK bietet 30yo Speyside Single Malt um £55

1
Aldi Boscombe, Foto von Derek Harper, CC-Lizenz
Aldi Boscombe, Foto von Derek Harper, CC-Lizenz

Whisky wird teurer und teurer – und die Preisspirale dreht sich immer schneller. Und plötzlich kommt da eine Meldung, die in die völlig entgegengesetzte Richtung läuft. Die Daily Mail Online berichtet, dass Aldi UK, wo ja schon länger Whiskys verkauft werden (ein Aldi-Blend wurde sogar bei der IWSC mit Gold ausgezeichnet, wie wir berichteten), einen 30jährigen Speysider ins Angebot nimmt – um 54.99 Pfund. Damit wir uns nicht falsch verstehen: das ist kein Blend, sondern ein reinrassiger Single Malt.

Leider haben wir noch keine Verkostungsnotizen dazu gefunden, und können über die Qualität noch keine Auskunft geben. Alt bedeutet ja nicht unbedingt gut, ein alter Whisky kann vom Holz erschlagen oder einfach leblos sein. Wir werden diese Tasting Notes aber nachreichen, sobald sie im Web auftauchen…

Kilchoman: 2. Club-Release ist da

The Kilchoman Club 2013

Aus 8 Fässern, die im August 2008 abgefüllt wurden (frische Bourbon-Fässer), versehen mit einem Sherry Finish, hat Kilchoman seine zweite Clubabfüllung zusammengestellt und mit gestrigem Datum mit 58.2% in Flaschen gefüllt. Abgefüllt mit 58.2%, versprechen sie in der Nase starke Vanille mit Zitrusfrüchten, karamelisiertem braunem Zucker und Sultaninen. Am Gaumen schmeckt die Clubabfüllung nach süßem Toffee mit einem Hauch Marmelade, danach ein trockenes und langes, torfiges Finish mit sattem Rauch und getrockneten Früchten.

Zu bestellen gibt es die Clubabfüllung nur im Kilchoman Shop und nur für Clubmitglieder (kann man aber sehr leicht werden). Ganz günstig ist die Chose aber nicht: 75 Pfund + zumindest 15 Pfund für Porto und Verpackung.

7. November: Càrn Mòr Verkostung bei Vinothek St. Stephan mit Kenny MacKay

Kenny MacKay - Foto von Ernst J. Scheiner
Kenny MacKay – Foto von Ernst J. Scheiner

Wenn Kenny MacKay, Kopf des unabhängigen Abfüllers Càrn Mòr und ehemaliger Distillery Manager von Bowmore, einen Besuch in Wien macht, dann bringt er gute Tropfen zur Verkostung mit. Nicht nur bei unserer Verkostung mit Dinner am 6. November (wir berichteten), sondern auch tags darauf in der Vinothek St. Stephan am Stephansplatz in Wien.

[box type=“info“ ]

Am 7. November 2013 zwischen 16.00 und 20.00 lädt Sie die Vinothek St. Stephan zur Verkostung mit Kenny MacKay in ihre Räumlichkeiten am Stephansplatz 6, 1010 Wien. Es werden neun Càrn Mòr Abfüllungen verkostet – und zwar bis auf eine Flasche komplett andere als tags zuvor, sodass auch unsere Dinner-Gäste hier Neues erleben werden. Der Unkostenbeitrag für die Verkostung beträgt 18 Euro, diese werden bei einem Kauf ab 90 Euro angerechnet.

Eine Anmeldung zur Verkostung ist unbedingt erfolderlich – und ganz einfach. Entweder unter der Wiener Telefonnummer 512 68 58 oder per email unter info@ststephan.at.

[/box]

Und hier noch die Lagekarte der Vinothek St. Stephan:

[gmap id=“110″]

 

Unser Tipp: Falls Sie am 6. November nicht dabei sein können oder die Càrn Mòr Abfüllungen erleben wollen, ist der 7. November wie geschaffen für Sie. Wir wünschen viel Vergnügen.

Serge verkostet: 3x Banff

Die Ruinen von Banff, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz
Die Ruinen von Banff, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz

Eine sogenannte Banff-Vertikale steht heute auf dem Plan für die Verkostung von Serge Valentin, Betreiber der Website Whiskyfun. Drei Abfüllungen einer Lost Distillery verkosten zu können, fällt unter die Rubrik „lucky bastard“ – und auch die Ergebnisse scheinen das zu untermauern. Kein Schlechter dabei, dafür eine ausgezeichnete Abfüllung (kürzlich von Cadenhead – aber unseres Wissens nach bereits restlos ausverkauft). Hier die drei Kandidaten, die ersten beiden davon aus einer Zeit, als man Banff noch spottbillig kaufen konnte:

  • Banff 27 yo 1975/2002 (43%, Part Nan Angelen for Vin&Spirit, 863 bottles): 85 Punkte
  • Banff 32 yo 1975/2008 (44.2%, Douglas Laing Old Malt Cask, cask ref #4174, Rhône Valley Red Wine Finish, 117 bottles): 84 Punkte
  • Banff 36 yo 1976/2013 (49.8%, Cadenhead, small batch, bourbon hogshead, 192 bottles): 90 Punkte

Koval – Craft Spirits, handgemacht in Chicago

In der Welt der großen Konzerne und Whisk(e)yfabriken sind es die kleinen Unternehmen, die den Unterschied machen und Innovationen voranbringen. Eines dieser kleinen Unternehmen ist die KOVAL-Destillerie in Chicago. Sie wurde 2008 gegründet und ist seitdem Inspirationsquelle für viele nachfolgende craft distilleries.

kovalnew

Auch wenn KOVAL eine amerikanische Destillerie ist, so liegen die Wurzeln doch in Europa, oder genauer gesagt: in Österreich. Der Oberösterreicher Robert Birnecker hat sie gemeinsam mit seiner austro-amerikanischen Frau gegründet und zur Blüte gebracht.

Der Name KOVAL ist jiddisch und bedeutet „Schmied“ – oder aber auch „schwarzes Schaf“ oder jemand, der etwas voran treibt und Außergewöhnliches tut. Koval war der Spitzname des Urgroßvaters von Sonat, der seine Famile überraschte und von Wien nach Chicago auswanderte. Zufälligerweise ist der Name des Großvaters von Robert ebenfalls Schmid, und so entschlossen sich Sonat und er, die Firma zu deren Ehren zu benennen, und auch, um ihrem eigenen Unternehmungsgeist einen Namen zu geben. Beide haben für die Gründung der Destillerie ihre akademischen Karrieren aufgegeben und sich einen Berufstraum erfüllt.

Firmengründer Robert Birnecker mit Whiskyexpert Bernhard Rems auf der  Whisky & Rum in Granz
Firmengründer Robert Birnecker mit Whiskyexpert Bernhard Rems auf der Whisky & Rum in Graz

KOVAL produziert die Destillate sowohl biologisch als auch Koscher. Sie werden aus 100% Biogetreide gewonnen. Die Destillerie vermeidet damit die gängige Praxis, vorgefertigte neutrale Korn-Spirituosen oder Whiskeys zuzukaufen (wie zum Beispiel Bulleit für den Rye).

in dist

KOVAL ist eine Single-Cask-Destillerie. Ausnahmslos alle Destillate werden aus einem Einzelfass abgefüllt, das auch auf jeder Flasche festgehalten wird. Sie reifen in 30-Gallonen-Fässern (ca. 115 Liter), die nur ein dezentes Toasting erhalten haben. Das stellt, so Birnecker, sicher, dass sich der Charakter des Destillats bestmöglich entfalten kann. Fassstärkenabfüllungen gibt es keine, im Gespräch mit uns betonte Robert Birnecker, dass er persönlich kein Freund davon sei und seine Destillate mit 40% oder 47% am Besten zur Geltung kämen.

Die Fässer in der KOVAL-Destillerie
Die Fässer in der KOVAL-Destillerie

Die Produkte der KOVAL-Destillerie waren bislang hauptsächlich in den USA erhältlich. Nun aber sind die Birneckers nach Österreich zurückgekehrt und werden hier, gemeinsam mit einem Vertriebspartner, die Distribution ihrer Produkte in Europa aufbauen. Noch sind die KOVAL-Whiskeys eine Seltenheit und ein Geheimtipp für Kenner – und selbst nach Aufbau des Vertriebes wird sich das nicht grundlegend ändern; die kleine Menge, die in Handarbeit produziert werden kann, schützt den Whiskyfreund automatisch vor dem Abgleiten des KOVAL Whiskeys in die Massenware. KOVAL produziert zur Zeit folgende Destillate:

kovaö

White Rye (40%)

Ein reiner, fast nicht gereifter Roggenbrand, der in dieser Art bereits von George Washington hergestellt wurde. Pur oder über Eis zu genießen, auch in modernen Cocktails daheim. Vom Geschmack her dominieren pfeffrige und florale Noten.

Millet (40%)

Der erste Hirsewhiskey. Hier wird nur das Herzstück des Destillats verwendet, gewonnen aus Bio-Hirse eines Bauernkolletivs aus dem mittleren Westen. Gereift in amerikanischer Eiche aus Minnesota.

Rye (40%)

Auch hier wird Vor- und Nachlauf komplett abgesondert. Das Wall Street Journal sagt über ihn: „Kein gewöhnlicher Rye, weil er aus keiner gewöhnlichen Destillerie stammt. Trotz des 100%igem Roggengetreides ist er frisch und leicht, mit anfänglichen Noten von Ahorn und süßlichem Maiskolben sowie einem gewürzten Kuss im Abgang.“

Bourbon (47%)

Hier werden stark ausgebrannte Eichenfässer verwendet. So wie bei den anderen Produkten wird nur das Herzstück des Destillats abgefüllt. Small Batch, Single Barrel – weit abseits von Massenware.

Four Grain (47%)

Die Maische dafür setzt sich aus Hafer, Gerstenmalz, Roggen und Weizen zusammen. In der Nase findet man Noten von Banane, am Gaumen ist er cremig und er besitzt einen würzigen Abgang.

Sylvan Gin (47%)

Ebenfalls in der Destillerie wird der Sylvan Gin abgefüllt. 13 Gewürze prägen seinen Charakter, der die Wacholderbeere druckvoll zur Geltung bringt. Ein Gin, der intensiv schmeckt und trocken wirkt. Sein floraler Körper ist klar genug, um pur genossen zu werden, und natürlich bestens für klassische und zeitgenössische Cocktails geeignet.

 

Unseren Leser können wir in den nächsten Tagen etwas ganz Besonderes aus der KOVAL-Destillerie bieten – mehr dazu in Kürze…

Wir verkosten: Mortlach 15yo Gordon & MacPhail (43%)

morti15b

Mortlach – ein typischer Speysider, ein Whisky, den man ebenso typischerweise aus dem Sherryfass erhält. Offizielle Abfüllungen im Sinne von regelmäßigen Standardabfüllungen unter eigenem Label findet man bei Mortlach nicht, dafür gibt es von Unabhängigen mehr als genug davon, und zumeist in erfreulicher Qualität. Ein „Quasi-Standard“ ist der 15jährige von Gordon & MacPhail mit 43% (ca.50 Euro), den Redakteur Bernhard Rems verkostet hat.

 

Nase: Sehr dicht mit einer malzigen Note in der Nase, etwas Schärfe, später ein unangenehmer Anhauch von Schwefel, der die vom Sherry hervorgerufenen Töne stört. Schade, denn anfänglich ist sie durchaus erfreulich.

Gaumen: Anfänglich sehr süß, etwas ölig, hinten nach setzt sich Bitterkeit in den Vordergrund. Die Fruchtnote ist leicht säuerlich, der Sherry macht sich bemerkbar. Etwas Eiche, daraus der leichte Vanilleton.

Finish: Die bittere Note wird vom schwefeligen Anflug noch verstärkt; da ist viel Holz dabei, aber es gefällt nicht. Mit jedem weiteren Schluck wird der Schwefel noch dominanter.

Alles in allem: Schade – ein meiner Meinung nach wirklich schwacher Mortlach, der von Holz und Schwefel geplagt wird. Irgendwie wirkt er kraftlos und etwas verrottet. Es gibt so viele wunderbare Mortlach – dieser ist keiner davon.

[review]

Jim Murray’s Whisky of the Year: Glenmorangie Ealanta

Glenmorangie-Ealanta

Wie wir soeben von unserem Reporter Reinhard Pohorec aus London erfahren haben, ist der Glenmorangie Ealanta vom Autor und „Whiskypapst“ Jim Murray zum Whisky des Jahres gekürt worden (und zwar mit erstaunlichen 97.5 Punkten). Weiters mussten wir bereits vor einigen Tagen von Dr. Mario Prinz erfahren, dass Jim Murray seine Masterclass bei der Falstaff-Gala in Wien am 9. November wegen einer Erkrankung absagen musste.

Die Front von Glenmorangie
Die Front von Glenmorangie

Westland Distillery macht amerikanischen Single Malt Whiskey

Westland-American-Single-Malt-Whiskey

Unsere erste Meldung für heute fällt unter die Rubrik „gut zu wissen“, denn erhältlich wird dieses Produkt bei uns wohl nur über Umwege sein: Die in Seatlle beheimatete Westland Distillery hat laut einem Bericht auf Bevnet einen amerikanischen Single Malt Whiskey veröffentlicht. Single Mlt bedeutet hier so wie in Schottland, dass er ausschließlich aus Gerste gebrannt wurde (in diesem Fall aus fünf verschiedenen Gerstesorten). Gereift wurde er in „heavily charred“ amerikanischen Eichenfässern. Damit ist er in der schottischen Tradition destilliert, aber nach amerikanischen Usus gereift. Es wäre interessant, den aus dieser Kombination entstehenden Geschmack zu verkosten…

Neu: Marks & Spencer’s English Whisky

0

The English Whisky CoDie britische Einzelhandelskette Marks & Spencer wird in dieser Woche zum Weihnachtsgeschäft ihren ersten English Whisky in ihren Regalen anbieten. Destilliert wurde dieser Whisky von The English Whisky Co. in Roudham. Geschäftsführer Andrew Nelstrop sagte, dass dieser Deal ein großer Schub für das Unternehmen war. „Wir haben bisher immer unter unserer eigenen Marke verkauft. Es ist das erste Mal, dass wir unsere Flaschen in der Verpackung jemand anderes verkauft werden, und dies auch noch für ein Unternehmen, welches für den Verkauf von Top-Qualität bekannt ist.“ Ungefähr 3.000 Flaschen werden erhältlich sein. Es ist ein leichter, sanfter Whisky mit einer in Hintergrund liegenden Spur Rauch.

Nelstrop kommt seine Wunsch so ein Stück näher: „Wenn sie in einen Spirituosen-Laden gehen, sehen sie in der Regel eine Wand mit Scotch, ein Regal für irischen und japanischen Whisky und dann alles andere einsortiert unter „Andere“. Ich möchte, dass Englisch Whisky sein eigenes Regal bekommt.“ Mit der Adnams Copper House Distillery, die ihren ersten Whisky im nächsten Monat herausbringen werden, dem The Spirit Of Cornwall der St. Austell Brewery, den beiden Londoner Destillerien und der im Bau befindlichen Lake Destillery sollte dies bald möglich sein.

Neu: Teeling Whiskey Single Grain Irish Whiskey

0

Print

Bei Just Drinks fanden wir die News, dass die Teeling Whiskey Co’s einen Single Grain Irish Whiskey auf den Markt bringt. Die Maische bestand hauptsächlich aus Mais, hergestellt wurde dieser Whiskey im Kolonnen-Destillations-Verfahren. Auf 1.000 Flaschen limitiert, beträgt die UVP für eine 0,7-Liter Flasche dieser Abfüllung 50 €.

Neu: Glengoyne 35yo

gg35

Bei uns war schon am 3. Mai bei Whisky im Bild und sollte eigentlich schon im Juni auf dem Markt erscheinen. Die Limited Edition Glengoyne 35yo ist ab heute im Online-Shop von Glengoyne erhältlich. Wie von uns schon vermutet, ist er kein Schnäppchen geworden. Für ein Exemplar aus der 500er-Auflage muss der Kauf-Interessierte £2.850,00 auf den Tisch legen bzw. auf digitalem Weg transferieren. Dafür bekommt er dann eine lackierte Gull Wing-Box aus massiver Eiche mit einer handgenähten ‚Bentley Red‘ Lederausstattung, darin enthalten ist dann der mundgeblasenem Kristall-Dekanter mit dem 35-jährigen Glengoyne.

Whisky im Bild: Die Fass-Familie

wib-2013-11-1

Die eigentliche Entstehung von Whisky geschieht im Fass, erst hier wird aus dem Getreidebrand durch Lagerung und Reifung das, was wir als Whisky kennen und lieben gelernt haben. Heute bei uns in unserer Rubrik „Whisky im Bild“: Einige der für Scotch verwendeten Fass-Arten, aufgenommen im Innenhof der Glengoyne Destillery. Von links nach rechts: Barrel (ca. 200 Liter), zweimal Hogshead (ca. 250 Liter), zweimal Puncheon (ca. 320 – 380  Liter) und das Butt (ca. 500 Liter).