Weiter geht es heute bei Serge Valentin in der Verkostung von relativ neu erschienenen Abfüllungen aus Bunnahabhain. Die „Bunnies“, wie sie unter Whiskyfreunden manchmal liebevoll genannt werden, sind momentan die am Häufigsten zu findenden Islay-Whiskys bei unabhängigen Abfüllern, vor allem nachdem bei Caol-Ila die Fässer im Konzern zu bleiben haben. Auch diesmal sind wieder einige Perlen dabei:
Bunnahabhain 6 yo 2007/2013 (51.9%, Liquid Sun, refill hogshead): 82 Punkte
Wir haben uns wieder einmal für Sie am Internet umgesehen, um einige interessante Reviews und Tasting Notes zu finden. Hier die Ausbeute unseres Fischzuges:
WhiskyIsrael verkostet einen günstigen Standard, den 10jährigen Glen Moray – und findet ihn sehr gut für das, was er kostet. Nein, eigentlich sehr gut – und er ist noch dazu preiswert.
Bestshotwhisky probiert einen Billig-Blend, den Scottisch Leader aus dem Hause Deanston. Die Begeisterung ist sehr abrupt enden wollend.
Auf Malt and Oak schenkt man sich den Bowmore 18 ein. Der Autor hält sich mit wertenden Beschreibungen zurück – wir haben Sie im Dezember ziemlich unverblümt geschrieben.
Die Whiskyphiles nippen am Mortlach 26yo von Adelphi – eher zurückhaltende Begeisterung lässt sich aus den Worten des Verkosters lesen, was diese spezielle Abfüllung betrifft.
Und auf Whiskysaga verkostet man den Rhetoric 20yo, aus der Orphan Barrel-Serie von Diageo. Und die Verkostung macht einem den Mund wässrig.
Wenn diese Idee funktioniert, könnte sie eine gute Alternative zu so manchen Auktionsseiten sein: Der Whiskybase Marketplace ist jetzt online. Am Marketplace können User von Whiskybase Whiskys von privat kaufen und an privat verkaufen. Das Ganze sieht auf den ersten Blick sehr gut strukturiert aus – und man findet, zum Zeitpunkt, da diese Zeilen geschrieben werden, bereits mehr als 40 aktive Angebote, zum Teil Auktionen, zum Teil Direktangebote. Der Marketplace ist auch sehr gut in die restliche Database eingebunden.
Die neuen Whisky-Brennereien haben gerade zu Beginn eine große Aufgabe: wenn die Stills den ersten New Spirit produzieren und die ersten befüllten Fässer in die Lager rollen, dauert es noch 3 Jahre, bis die erste Flasche Whisky verkauft werden kann. Und trotzdem müssen auch in dieser Zeit Einnahmen generiert werden. The Lakes Distillery in der Grafschaft Cumbria im Nordwesten Englands wird im September mit der Produktion ihres Whiskys beginnen. Im letzten Monat trafen die drei Stills ein. In ihrem Portfolio befinden sich aber schon drei Produkte. Neben The Lakes Gin und The Lakes Vodka gibt es “The One Whisky”, der erste britische Blend. In ihm befinden sich verschiedene Whiskys, die auf den britischen Inseln produziert wurden.
“The One Whisky” ist seit letztem Herbst auf dem englischen Markt erhältlich. Seitdem sind weitere Länder hinzu gekommen, neben den Vereinigten Arabischen Emiraten unter anderem auch Frankreich, Belgien und die Niederlande. Weitere europäische Länder sollen folgen, vielleicht findet The Lakes Distillery auch für unsere Gefilde einen Vertriebspartner.
The One Whisky wurde uns freundlicherweise von The Lakes Distillery zur Verfügung gestellt.
Nase: Eine leichte Klebstoff-Note, ein kleines bisschen frischer Rauch drängt sich mehr in den Vordergrund. Nicht brennendes Holz, vielmehr eher etwas leicht Glimmendes, Schwelendes. Plastik, Gummi? Oder doch eher Torf? Dazu vermischen sich Anflüge von Toffee und Vanille mit Weißwein-Creme.
Gaumen: Recht angenehmes Mundgefühl. Andeutung von Honig. Insgesamt hier nicht klar und eindeutig genug um exakt nennbar zu sein und deshalb etwas fordernd. Ein klein wenig ungestümer Alkohol, nicht unbedingt störend.
Finish: Kurz und knackig, mit einem leichten alkoholischen Brennen, trotz nur 40 % Vol.
Alles in allem: Die Redaktions-Disziplin fordert hier eine eindeutige Punktevergabe. Ihr hatte ich mich unterworfen in dem Wissen, dass irgendwann einmal ein Whisky seinen Weg in mein Glas findet, den ich nicht einfach mit ein paar Zahlen bewerten kann und möchte. Und so ist es dann auch jetzt gekommen.
The One Whisky ist ein Blend. Hier musste und konnte nicht auf vorhandene Lagerbestände zurück gegriffen werden. Ihm lag eine Ideen und Vorstellungen zu Grunde. Ein Jahr vor dem schottischen Referendum bringt The Lakes Distillery einen Whisky auf den Markt, in dem sie die unterschiedlich alten Whisky-Kulturen und -Stile der britischen Inseln vereint. Oder ist dies überinterpretiert?
Gründer und Geschäftsführer der The Lakes Distillery ist Paul Currie. Vor 16 Jahren baute er die Arran Distillery mit auf. In den ersten Jahren waren Whiskys aus dieser Brennerei vor allen Dingen Eins – unübersichtlich. Neben vielen Bourbon und Sherry Cask Abfüllungen und Special Editions gab es eine Vielzahl an Finishes. Es war für jeden etwas dabei. Wenn wir The One Whisky als Vorausschau auf den Whisky der Lakes Distillery nehmen (können), ist er eindeutiger und zielgerichteter. Oder ist dies überinterpretiert?
Die Redaktion pocht ein wenig ungeduldig auf eine abschließende Bewertung, und das mit Recht. Dem The One Whisky wird ein Gut verliehen.
Serge Valentin von Whiskyfun hatte heute die Aufgabe (und wohl auch das Vergnügen), eine Reihe von Abfüllungen aus der Islay-Destillerie Bunnahabhain zu verkosten. Die Wertungen der allesamt heuer erschienenen Abfüllungen sind in dieser Verkostung durchwegs gut, und die Verfügbarkeit der Flaschen sollte zum Großteil noch gegeben sein (die aus Russland ist wohl eher schwieriger zu bekommen), sodass man sich von Serge’s Meinung durchaus zu einem Kauf verleiten lassen könnte – wenn man denn seinen Geschmack und seine Einschätzung teilt. Hier die verkosteten Whiskys:
Bn6 (56.9%%, Specialty Drinks, Elements of Islay, 2014): 86 Punkte
Bunnahabhain 11 yo 2003/2014 (58.8%, Signatory Vintage for The Bonding Dram, sherry butt, cask #1152, 627 bottles): 86 Punkte
Bunnahabhain 23 yo 1990/2014 (47.9%, Archives, sherry butt, cask #52, 201 bottles): 86 Punkte
Bunnahabhain 24 yo 1990/2014 (50.5%, Asta Morris for Mikhail Selivanov, Russia, cask #AM 035, 204 bottles): 88 Punkte
Bunnahahbhain 25 yo 1988/2014 (56.9%, Douglas Laing, Director’s Cut, hogshead, cask #10272, 104 bottles): 89 Punkte
Kleines Trivia: Bunnahabhain wird laut Kirstie McCallum, Global Brand Ambassador bei den Eigentümern von Bunnahabhain, Burn Stewart Distillers Ltd., „Bunnahavn“ ausgesprochen – und sie muss es ja wissen. 🙂
Bunnahabhain auf Islay. Alle Bildrechte bei Alexander Kohn.
Wir haben bereits im Mai darüber berichtet, dass die Firma hinter dem Whiskylikör Drambuie zum Verkauf steht. William Grant & Sons, die Besitzer von (unter anderem) Glenfiddich, wollen nun 100 Millionen Pfund in die Hand nehmen und Drambuie von der Besitzerfamilie kaufen; so steht es heute auf Yahoo News zu lesen. Laut dem Bericht gibt es wenigstens noch einen Mitbieter, nämlich Remy-Cointreau. Dem Vernehmen nach sollen sowohl Diageo und Luis Vitton kein Interesse am Likörerzeuger haben. Wie die Bieterschlacht ausgehen wird, lesen Sie zur jedenfalls bei uns.
Die momentan noch nördlichste Destillerie in den Highlands (wird von Wolfburn abgelöst) Old Pulteney steht heute auf dem Programm einer Verkostung bei Serge Valentin. Eine davon ist eine Fassstärken-Abfüllung aus dem Hause Gordon & MacPhail. die zweite stammt von Malts od Scotland. Beide finden bei Serge durchaus Gefallen:
Old Pulteney 1997/2011 (45.1%, Gordon & MacPhail, for Aalborg Whisky Laug, 1st fill bourbon barrel, cask #8038702, 208 bottles): 86 Punkte
Old Pulteney 33 yo 1980/2013 (45.8%, Malts of Scotland, Angel’s Choice, bourbon barrel, cask #MoS13066, 98 halves): 86 Punkte
Pulteney Destillerie, Foto von K. Schwebke, CC-Lizenz
…eine Gewinnerin :-). Wie schon beim letzten Mal hat sich Fortuna dazu entschieden, unseren Preis in den Norden Deutschlands zu verschenken, damit die Post auch einen ordentlich weiten Weg zurücklegen muss. Der von Brand Ambassador Bernie Lubbers handsignierte Eliah Craig aus den Heaven Hill Distilleries 12yo geht nämlich nach Ellerau nördlich von Hamburg – an Verena Schwartz. Wir gratulieren ganz herzlich und versenden die Flasche in den nächsten Tagen.
Die richtige Antwort, die bis auf zwei Ausnahmen alle wußten: Nein, Bourbon darf keinesfalls gefärbt werden. Was eigentlich fast unglaublich erscheint, sieht man sich die Farbe der alten Bourbons an.
Und einen solchen alten Bourbon, in einer schon fast obszönen Fassstärke gibt es beim nächsten Gewinnspiel zu gewinnen – ebenfalls handsigniert. Mehr darüber bald hier auf Whiskyexperts.
Im Nord-Westen Irlands, in Lahardaun, wird eine neue Whiskey Destillerie entstehen. Hinter diesem Projekt steht das Ehepaar Jude und Paul Davis. Die Website der irischen Independent berichtet über die heutige Eröffnung (es wird wohl eher so etwas wie ein Spatenstich sein) der Nephin Distillery. Ende 2015 soll die Produktion des Peated Single Malt Whiskey starten können.
Pünktlich wie immer erscheint die neueste Video-Review von Ralfy, diesmal über einen Insel-Standard, den Jura 12yo. Im Vergleich zum Zehnjährigen sei es ein großer Fortschritt, findet Ralfy, dennoch bleibt er mit seiner Punktevergabe – 83 von 100 – eher im unteren Bereich der Möglichkeiten (Ralfy bringt ja keine Video-Reviews, bei denen er unter 80 Punkte vergeben würde). Insgesamt wiederum fast 20 Minuten, die mit Informationen vollgepackt sind, zu sehen auf Youtube und hier:
Martine Donnay, Distillery Manager der Glann ar Mor Distillery in Frankreich und gemeinsam mit Ehemann Jean verantwortlich für die bald neunte Destillerie auf Islay, Gartbreck , hat uns heute zwei Bilder geschickt, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Das erste Bild zeigt das – sagen wir: noch heftig ausbaufähige – Gartbreck-Anwesen vor der Kulisse von Port Charlotte. Das Feld davor wird verwendet, um die Concerto-Gerste anzubauen, die ab 2016 in Gartbreck verwendet wird. Diese Gerste sieht man im zweiten Bild.
So wird einmal der Blick aus dem Still Room aussehen:
Aber bis dahin ist noch einiges zu tun, wie man aus der Luft sieht:
Doch dann einmal … (Die Zukunft aus dem Computer):
Abfüllungen aus Lost Distilleries, also solchen, die bereits abgerissen wurden, werden in der Regel gesammelt und nicht getrunken, denn es kommt nichts mehr Neues nach und die Flaschen steigen im Wert von Jahr zu Jahr. Dass nichts getrunken wird, ist sehr schade, denn manche Losts haben wirklich hervorragende Abfüllungen erzeugt.
Wir zeigen Ihnen in unserem fünften Video drei Lost Distilleries, die noch (!) günstig zu haben sind – so günstig, dass man sich eine Flasche oder auch mehr zum Verkosten leisten kann und es unserer Meinung nach auch tun sollte. Worauf man bei so einem Kauf achten soll und was man sich erwarten darf, sehen Sie entweder auf Youtube oder gleich hier bei uns:
Es sind die letzten beiden Absätze in einem längeren Artikel im Scottish Sunday Express, die einigen Zündstoff bergen. Der Artikel beschäftigt sich mit der spürbaren Verknappung von Eichenfässern aus den USA, den damit verbundenen Preiserhöhungen und allen sekundären Effekten, die wir Whiskyfreunde bereits jetzt spüren oder in Bälde spüren werden: Den jünger werdenden Whiskys, die zum Verkauf kommen und den im Vormarsch befindlichen No Age Statements. Zwar machen sich die meisten großen Firmen noch keine besonderen Sorgen, weil sie mittelfristig durch Lieferverträge abgesichert sind, aber langfristig gibt für Sie die Entwicklung ebenso Grund zur Sorge.
Der Hammer hängt im letzten Teil des gut geschriebenen Artikels: Jonathan Scott, Direktor für den asiatisch-pazifischen Raum bei Ian Macleod Distillers (ein unabhängiger Abfüller, dem auch Glengoyne gehört), meint, dass es eine Entwicklung in den USA gibt, der den schottischen Destillerien das Fürchten lehrt: Sollten in den USA jene momentan diskutierte Gesetzesänderung durchgehen, dass nämlich amerikanische Destillerien Fässer mehrmals verwenden dürfen, dann wird aus der Verknappung ein drastischer Fassmangel werden. Laut Scott bereiten sich manche Destillerien bereits mit Vorratsplänen auf solch einen Fall vor.
Wir verlosen eine Flasche Elijah Craig 12yo, handsigniert von Bernie Lubbers – das Gewinnspiel läuft nur noch bis heute, den 20. Juli 2014, 23:59. Machen Sie noch mit!
Bernie Lubbers ist Autor des Buches „Bourbon Whiskey – Our Native Spirit“, in dem er sein facettenreiches Wissen und seine Erfahrungen zum Thema American Whiskeys mit dem Leser teilt. Heute reist er in seiner Funktion als Whiskey Brand Ambassador der Heaven Hill Distilleries um die Welt und gibt sein umfassendes Wissen an Barkeeper, Gastronomen und Whiskey-Liebhaber weiter.
Die Heaven Hill Distilleries in Bardstown, Kentucky, sind die größte Destilleriegruppe in Familienbesitz in den USA. Die Destillerie wurde in den 1930ern von der Shapira Familie gegründet. Die Distilleries bieten eine Vielfalt an Produkten im Bereich American Whiskey – darunter auch den Elijah Craig 12 Y, einen klassischen, gehaltvollen Bourbon, der für amerikanischen Whisky sehr lange reifen durfte.
So können Sie diese Flasche gewinnen:
1. Falls Sie es noch nicht sind, werden Sie bitte eingetragener Benutzer auf unsere Webseite.
2. Beantworten Sie bitte folgende Gewinnfrage: Darf Kentucky Straight Bourbon Whiskey gefärbt werden?
a) Ja
b) Nein
Die richtige Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem Usernamen auf Whiskyexperts ab sofort an folgende email: contest@whiskyexperts.net
Unter allen richtigen Antworten, die uns bis 20. Juli 2014, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir den Gewinner der Flasche.
Teilnahmebedingungen:
Am Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 2o. Juli 2014, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird am 21. Juli auf unserer Webseite bekanntgegeben. Der Wettbewerb findet unter Ausschluß des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden.