Wer seinen Whisky aus dem Sherryfass mag, der kommt an Glendronach nicht vorbei. Fast jede Abfüllung von ihnen ist eine Sherrybombe, und der erste Batch des Glendronach Cask Strength fügte dam ganzen noch die Fassstärke hinzu. Er wurde in Verkostungen sehr hoch gelobt, mit Wertungen an die 90 Punkte (nicht schlecht für eine Standardabfüllung zu einem vernünftigen Preis). Ralfy verkostet nun in seinem aktuellsten Videotasting den Nachfolger, Batch #2. Und auch der schwächelt nicht, seiner Meinung nach. 89 Punkte bekommt er von Ralfy, und er hat ihn offensichtlich immer wieder gerne getrunken, sieht man sich den Stand in der Flasche an. Dieser gibt ihm auch noch die Gelegenheit, über die Nachreifung in geöffneten Flaschen zu sprechen (und über die Gefahr, dass ein zu lange geöffneter Whisky „abflacht“). Jedenfalls sehr unterhaltsame und interessante 12 Minuten, die man auf Youtube oder hier sehen kann:
Die Whiskyregion der Highlands soll Zuwachs bekommen. In Portavadie, nahe Tighnabruaich , ist der Bau einer Destillerie geplant. Auf dem Gelände Polphail Village befindet sich im Moment noch eine nicht mehr genutzte Siedlung für Angestellte der Erdöl-Produktion. Sie steht seit 35 Jahren leer und muss zuerst abgerissen werden. Danach soll mit dem Bau der Portavadie Distillery und einem dazu gehörigen Besucherzentrum begonnen werden, für die Energieversorgung ist der Betrieb einer eigenen Biomasse-Anlage aus eigener nachhaltige Forstwirtschaft geplant.
Die Destillerie ist Teil eines Masterplans für dieses Gebiet, das ausführende Architekturbüro Darren Baird Architecture plant hier noch den Bau eines Einzelhandelsgeschäfts, Büros und Wohnungen für Angestellte sollen dort ebenfalls entstehen.
Die Brennerei wird von der Portavadie Distillery limited betrieben, als Direktor ist unter anderem Alexander Bulloch eingetragen. Es könnte sich um den mittlerweile 86-jährigen Alexander „Sandy“ Bulloch handeln, welcher auch seit dem 5. Februar 1993 Direktor der Loch Lomond Distillery ist. Die Marken Sandy’s Voyage und Sandy’s Blend, vor allem dessen Beschreibung auf der Website lassen darauf schließen.
Für die Zukunft ist außer Single Malt Whisky auch die Produktion von Premium Vodka, Gin und sowie einem Schnaps ähnlichen Getränk namens Schnapped® geplant.
Glenlivet. Picture von Y. Kono. Published under GNU License
Serge Valentin von Whiskyfun hat sich für diesen Sonntag drei unabhängige Abfüllungen vorgenommen: Einen Imperial von Gordon & MacPhail für La Maison du Whisky, einen auf dem Etikett falsch geschriebenen Blair Athol und einen Glenlivet mit 14 Jahren, beide von The Coopers Choice. So richtig gefallen kann diesmal nur der Glenlivet, die anderen beiden werden von Serge in der Verkostung eher zurückhaltend bewertet:
Imperial 1995/2013 (45%, Gordon & MacPhail for La Maison du Whisky, first fill sherry butt, cask #4887): 75 Punkte
Blair Atholl 23 yo 1989/2013 (46%, The Coopers Choice, cask #6502, 280 bottles): 74 Punkte
Glenlivet 14 yo 1998/2012 (46%, The Coopers Choice, cask #6914, 260 bottles): 87 Punkte
Das The Glengoyne Family Live Online Tasting, welches am letzten Donnerstag live aus dem Warehouse No. 8 für The Glengoyne Family Mitglieder im Internet übertragen wurde, ist jetzt auf Youtube verfügbar. Wer also aus allererster Hand mehr über die Highland Destillerie wissen oder das ausgewählte Fass kennen lernen möchte, dem sein dieses Video ans Herz gelegt, bequem unter dem Post maus-schonend verfügbar oder für Selber-Klicker als Link.
Delilah’s ist eine der jüngsten Kreationen aus dem Hause Compass Box und wurde speziell zum 20jährigen Jubiläum der berühmten Whiskybar Delilah’s von Mike Miller in Chicago zusammengestellt. Als limited edition mit 6324 Flaschen den Markt gebracht, ein Blend dem zur Hälfte ein Single Grain aus Fife und zur Hälfte Malts aus Alness und Longmorn zu Grunde liegen – getreu den Richtlinien: keine Färbung, keine Kühlfiltration.
Nase: der Beginn ist dezent fruchtig, etwas weißer Rauch steigt mir in die Nase, wie von heller Asche, getreidig, frische amerikanische Eiche, schmeichelhaft wirkt der Duft, sehr gefällig und ansprechend, „leicht zugänglich“, soft & mellow, Honigmelone, rote Früchte. John Glaser beschreibt es als Hausstil und dangerously „easy“, schmalzig, wird mit Zeit noch etwas heller, frischer, leichter Zitruston, in einen Holzbottich geworfene Salzzitronen, der Räucherton wird noch impulsiver, süßliche Asche, rotfruchtig, geröstete Holzscheiter und Haselnuss
Gaumen: am Gaumen trockener, als die Nase vermuten lässt straffer, gerbstoffig, das Holz zeigt seine ganzen Facetten, seinen Druck, gelbe Früchte, etwas Marille und reife Birne, auch getrocknete Früchte spielen mit in dem Ensemble, Datteln, weiches Mundgefühl, füllig fast schmalzig, rund, balanciert, Gewürzsträußchen aus Wacholder, etwas frischem Koriander und Minze, dann kommt ein wenig Vanille zur Untermalung dazu, ein Alterstouch und fein ezeichnete Reifenoten machen sich erst nach einiger Zeit im Glas und beim zweiten, dritten Schluck richtig bemerkbar
Finish: schön in die Länge gezogenes Finish, mit frischer fruchtiger Getreidenote, Zitronen, dann etwas Leder, wie eine gut eingetragene Bikerjacke, Möbelpolitur, getoastetes Brioche und Salzgebäck
Alles in allem: wie bei Compass Box üblich, folgt man mit diesem Whisky einer gewissen Idee, einer Stimmung und versucht diese bestmöglich im Aromen- und Geschmacksprofil wiederzugeben. Delilah’s soll der punk rock Whisky Bar in Chicago und ihrem Publikum Rechnung tragen, Spaß machen und neben einer füllig, dichten Komplexität auch geradlinigen Genuss bieten, leicht antrinkbar sein und alle an einem Tisch zusammenbringen. Genau das macht Delilah’s sehr gut – ein bisschen hier, ein bisschen da! Es ist ein Blend, der mit beeindruckender Holz- und Tanninqualität ein Statement macht, nicht überwürzig oder unrund wirkt, und es macht Freude und lädt auf ein zweites Glas ein.
Verkoster: Reinhard Pohorec, Newcomer 2014 bei den Mixology Bar Awards, dem „Oscar“ der Barszene, arbeitet zur Zeit als Bartender in London und beschreibt sich selbst als leidenschaftlicher Whiskygenießer. Er hat sich in seinem Berufsfeld auf den Purbereich und Whiskys spezialisiert und ist für whiskyexperts als freier Kolumnist tätig.
Douglas Laing hat ja vor kurzem einen Blend namens Sweet Wee Scallywag auf den Markt gebracht (wir berichteten davon). Besonders auffällig an ihm war die Gestaltung der Flasche – mit einem etwas verwegen aussehenden Terrier mit nur einem Zahn. Douglas Laing hat nun die Geschichte hinter diesem Hund mitgeteilt – es ist oder besser war sein eigener Foxterrier – der noch dazu am Tag des Erscheinens dieser Abfüllung verstarb. Im Andenken an ihn hat Douglas Laing jetzt einige Fotos veröffentlicht.
Der unanbhängige Abfüller Càrn Mòr besucht in der nächsten Woche zwei österreichische Bundesländer – und bei beiden Tastings sind noch einige Plätze für Interessierte frei:
Am 15.11. 2013 um 19 Uhr im Kulturverein Strandgut, Ottensheimer Str. 25 (Eingang Fischergasse), 4040 Linz (Eintritt € 20,-) – Anmeldung bei kalchauer@a1.net
Verkostet werden jeweils 8 verschiedene Whiskies – unterschiedliche bei beiden Veranstaltungen (das erklärt auch die verschiedenen Unkostenbeiträge). Wer also nächstes Wochenende in der Gegend Lust auf außergewöhnliche Whiskys hat, kann hier einen netten Abend verbringen.
Noch bis zum 15. November läuft unser Gewinnspiel, bei dem Sie eine ganz besondere Flasche KOVAL Bourbon aus Chicago gewinnen können. Alles Weitere zum Mitmachen unter diesem Link.
Gestern staunten wir noch über den neuen 35jährigen Royal Brackla – wobei es jeder und jedem selbst überlassen war, ob das Aussehen (von „Design“ sprechen wir hier nicht), der Preis oder beides zusammen für offene Münder sorgte. Heute können wir Dank Whiskysponge auch schon wieder lachen.
„The no.1 site for front line whisky news“ stellt Royal Brackla in eine Reihe neben Macallan und Dalmore, dort können sie nun teilnehmen an der „herrlich komischen Welt des überteuerten Schwachsinns“. Und konnten einigen nicht-existierenden Offiziellen deutlich obszön-anstößige Statements entlocken, für die unsere Übersetzungsfähigkeiten nicht ausreichen, um sie auch exakt wiedergeben zu können.
Nebenbei: Wir fanden unseren Vergleich mit der Heiligen Handgranate von Monty Python schon innovativ und hoffen, dass wir auch zu den ersten fünfhundert Leuten gehören, die diese Assoziation hatten.
In unserer Meldung vom 3. April über die das Investitionsprogramm von Diaego für die nächsten Jahre erwähnten wir das neue Lagerhaus bei Cluny nur am Rande. Auf dem Foto der gestrigen BBC-Meldung kann man die Ausmaße diese Lagerkomplexes erst komplett erfassen.
Der Bau zweier 64.500 sq ft (fast 6.000 qm) Hallen wurden in dieser Woche abgeschlossen sowie der Bau eines Büro- und des Pförtner-Hauses. 44 weitere Lagerhallen werden noch folgen, in jedem können dann bis zu 60.000 Fässer gelagert werden. Der darin gelagerte Whisky wird hauptsächlich für die Blends von Diageo wie Johnnie Walker verwendet, deren Nachfrage weltweit gestiegen ist. In den nächsten Monaten werden Tausende Fässer in die neuen Lagerhallen transportiert.
Ihre bisherigen Abfüllungen benannte The English Whisky Co. einfach Chapter und danach kam fortlaufend eine Zahl. Die Veröffentlichung des letzte Chapters, Nummer 13, wurde besonders zelebriert (wir berichteten).
Während man sich erst zierte, die Zahl 13 überhaupt zu verwenden, scheint man in Roudham jetzt sehr großen Gefallen daran gefunden zu haben. Denn Chapter 13 soll jetzt zweimal jährlich erscheinen, das nächste Release ist für den St.George’s Day (23. April) vorgesehen. Und wie schon bei der Erstausgabe soll das Label der kommenden Ausgabe auch wieder etwas Besonderes sein. Deshalb startet The English Whisky Co. einen Design-Wettbewerb, bei dem es auch noch £500 zu gewinnen gibt. Nähere Informationen sind auf ihrer Website zu finden.
Heute auf whiskyfun: 10 Bunnahabhains, bei einer Bandbreite von einem achtjährigen ‚Heavily Peated‘ bis zu einem 26jährigen sollte für jeden etwas dabei sein. Eines ist aber (fast) allen gemeinsam, sie kamen in diesem Jahr auf den Markt und sollten, was bei Serges verkosteten Whiskys selten genug ist, noch verfügbar sein.
Bunnahabhain 8 yo ‚Heavily Peated‘ (43%, Gordon & MacPhail, MacPhail’s Collection) 81 Punkte
Glengoyne Distillery, Bild von K. Schwebke unter CC-Lizenz
Am gestrigen Abend fand das The Glengoyne Family Live Online Tasting statt (wir berichteten). Robbie Hughes (Distillery Manager) und Stuart Hendry (Brand Heritage Manager) verkosteten drei Glengoyne Single Casks, moderiert wurde dieses Tasting von Stephen Jardine. Die Online-Teilnehmern wählten Fass B als das Abzufüllende aus. In diesem 1st Fill Sherry Fass aus europäischer Eiche durfte das Glengoyne Destillat 26 Jahre lang ruhen und reifen. Im Glengoyne Onlineshop ist diese Abfüllung zum Preis von £ 350 scheinbar schon bestellbar.
Eine Liste der neuen Abfüllungen bei Cadenhead’s (jene enthaltend, die aus der Destillerie Springbank kommen, welche ja mit Cadenhead’s aufs Engste verbandelt ist) zeigt uns, dass wir uns auf einige interessante Sachen freuen dürfen. Wann diese Abfüllungen bei Cadenhead’s auftauchen werden, kann nicht genau gesagt werden, aber „rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft“ wäre das, was der Engländer einen „educated guess“ nennen würde. Hier also die Liste für die Vorfreude:
Tomatin 35y
Longmorn 26y
Aberlour 23y
Macduff 24y
Bruichladdich 20y
Girvan (Grain) 33y
Caol Ila 33 (!)
Aberlour 23
Bowmore 16 Gaja Barolo
Glen Elgin 22 Rum
Glenfarclas 25
Highland Park 28y
Bruichladdich 21y
Royal Lochnagar 17y Rum
Strathisla 23y
Longrow Red 11y
Springbank 9y Gaja Barolo
Die letzten beiden aus der Destillerie Springbank sind schon bei anderen Händlern (unabhängig von Cadenhead’s) gesichtet worden…