Der “seltenste” Glenmorangie-Whisky, den es bis jetzt je gab, erscheint zwar erst im Oktober bei uns auf dem Markt. Wir können uns aber heute schon von Dr. Bill Lumsden, Head of Whisky Creation bei Glenmorangie und verantwortlich für diese Whisky-Komposition, und Idris Khan, dem Designer des dazugehörigen Decanters “disappearing casks”, ihre Arbeiten, Überlegungen und Intention zu diesem Whisky erklären lassen – entweder direkt hier oder auf Youtube.
Neu: Singleton Spey Cascade
Auf Philip Reims „Eye for Spirits“ haben wir heute morgen die Ankündigung des neuen Singleton Spey Cascade aus dem Hause Diageo gefunden. Nach Sunray und Tailfire ist er der dritte Teil der Fliegenfischer-Serie – jetzt fällt uns an dieser Stelle auch der springende Lachs auf den Etiketten auf. Ab August wird bei uns erhältlich sein. „Perfekt integriert in die moderne Whiskylandschaft“ gibt es keine Angaben zum Alter, Fassauswahl oder Reifung. Die UVP für den Spey Cascade beträgt 25,99 Euro, er soll die “[…]jüngere Generation und Frauen[…]” ansprechen.
Serge verkostet: Zwei Mortlach
Es wird nicht mehr lange dauern, bis die neuen (und eigentlich, abgesehen von der Flora & Fauna Serie, ersten) Mortlach-Standardabfüllungen von Diageo auf den Markt gebracht werden. Jeweils 500ml zu, sagen wir es etwas pointiert, bemerkenswerten Preisen. In der Szene hat seit der ersten Ankündigung dieses Paradigmenwechsels bei Mortlach ein stiller Run auf die alten Abfüllungen eingesetzt, in Erwartung einer generellen Preissteigerung bei Mortlach. Serge Valentin hat nun zwei unabhängige Mortlach verkostet – allerdings kommen beide von Natur aus nicht aus der Sonderangebotsschütte – und er bezeichnet sie selbst als „Monster-Mortlachs“. Hier die beiden Abfüllungen:
- Mortlach 21 yo 1992/2013 (56.7%, Douglas Laing, Director’s Cut, sherry butt, cask #10143, 255 bottles): 83 Punkte
- Mortlach 26 yo 1987/2014 (56.8%, Adelphi, refill sherry, cask #3103, 200 bottles): 85 Punkte (das Schwesterfass 3101 hatte 91 Punkte)

„Gold Outstanding“ Award bei IWSC für Whisky von Lidl
Bei der internationalen Wine & Spirit Competition in London hat laut Express ein Whisky einen der höchsten Preise gewonnen, von dem man es sich eigentlich so nicht erwartet hätte: Der meist auch in Deutschland bei Lidl erhältliche Queen Margot 8 Year Blended Whisky bekam die „Gold Outstanding“ Auszeichnung.
Dazu muss man sagen, dass der Jurierungsprozess bei der IWSC durchaus höchsten Normen entspricht: Neben einer technischen Analyse gibt es eine Blindverkostung mit einer hochkarätige Jury aus ausgebildeten und professionellen Verkostern.
Den Lidl-Blend gibt es in verschiedenen Altersstufen, also wenn Sie bei Ihrem Lidl danach suchen, dann auf das richtige Alter achten. Eine kurze Websuche unsererseits hat für den Moment nur den Fünfjährigen zu Tage gebracht…
Bald erhältlich: Kilchoman Port Wood
Schon früher angekündigt, nun immer konkreter werdend: Irgendwann nach Mitte August wird der neue Kilchoman Port Cask Matured erhältlich sein. Abgefüllt ist er mit 55% und wird ca. 65 Euro kosten, laut Dr. Mario Prinz vom Potstill in Wien. Er ist übrigens ein absoluter Jüngling – er wurde nämlich erst 2011 destilliert.
Glenmorangie Pride 1978 erst Mitte Oktober
Wie wir von Moët Hennessy erfahren haben, wird sich der Markteintritt des neuen Glenmorangie Pride noch etwas verzögern. Er ist nun für eine Veröffentlichung Mitte Oktober geplant. Der Glenmorangie Pride 1978 wurde von Dr. Bill Lumsden, Head of Whisky Creation bei der Highland-Destillerie, aus 19jährigem Glenmorangie komponiert, der zusätzlich nochmals 15 Jahre in französischen Premier Grand Cru Claret-Fässern nachgereift wurde. 700 Flaschen mit 47.4% sollen davon in Spezialgeschäften und auf der Website angeboten werden. Schmecken soll er nach Kastanie, Toffee und Kirschen.
Neu: Macallan 21yo und Laphroaig 17yo in der Savoy Collection
Neu gibt es eine exklusive Abfüllungsreihe namens Savoy Collection, offensichtlich exklusiv für The Whisky Exchange. Es handelt sich dabei um zwei streng limitierte Abfüllungen, die eigentlich für Gäste des Savoy Hotels kreiert wurden. Der Siebzehnjährige Laphroaig ist „eine perfekt ausbalancierte Mischung von Torfrauch, Eiche und Frucht“, der Einundzwanzigjährige Macallan wird nicht weiter ausgelobt.
Vom Laphroaig 17yo gibt es 106 Flaschen, er kostet umgerechnet 420 Euro. Der Einundzwanzigjährige Macallan wurde insgesamt 121x abgefüllt, er kostet etwas mehr als 1200 Euro.
Danke an Ladislaus Andreas Nemeth für den Hinweis.
Besser riechen dank Alkohol
Das klingt jetzt wie ein Witz, aber Whiskyfreunde werden den Verdacht vielleicht ohnehin schon gehabt haben: Mit etwas Alkohol riecht man besser. Ein Artikel auf orf.at berichtet von einem wissenschaftlichen Experiment, bei dem der Geruchsinn in Abhängigkeit vom Alkoholspiegel getestet wurde. Und siehe da: Mit Alkohol riecht man besser. Folgendes Experiment wurde gemacht:
…luden die Forscher 20 Freiwillige zum Geruchstest. Sie mussten an drei Flüssigkeiten riechen. Zwei davon waren ein Gemisch aus denselben sechs Substanzen, bei der dritten war eine Zutat ersetzt worden. Nachdem sie jeweils zwei Sekunden an allen Mischungen schnüffeln durften, sollten sie angeben, welche anders roch. Der Test wurde mit unterschiedlichen Trios sechs Mal wiederholt. Vor der Wiederholung des ganzen Prozederes, durfte eine Hälfte der Probanden 35 Milliliter Wodka gemischt mit Traubensaft trinken. Die andere erhielt nur Saft.
Ergebnis: diejenigen, die Alkohol getrunken hatten, konnten die Aufgabe besser lösen, und zwar eindeutig. Allerdings, und das sollte man auch zu Herzen nehmen: nach 6cl Whisky ist es vorbei mit dem Vorteil, danach gehts rapide bergab.
In diesem Sinne: Slainte!
Highland Park Dark Origins – einige Tasting Notes
Auf Whiskycorner.co.uk haben die dort schreibenden Whiskyfreunde Kirstie und Stewart ihre Gedanken zum neuen Highland Park Dark Origins festgehalten. Dieser neue Whisky in der Core Range von Highland Park (natürlich und leider ohne Altersangabe) scheint bei ihnen ganz gut anzukommen – beide finden, dass es eine gute Ergänzung zu den anderen Highland Park sei. Eine numerische Wertung findet sich nicht, aber aus den (englischsprachigen) Ausführungen lässt sich deren positive Einschätzung ganz gut ablesen.
Serge verkostet: Zwei alte Ben Nevis
Die Hoffnung, dasss man einer dieser beiden Abfüllungen um die Ecke kaufen kann, möchten wir gleich zu Beginn zerstreuen: Der eine Ben Nevis wurde ganz offensichtlich nicht für unseren Markt gemacht, der andere bereits vor fast 20 Jahren veröffentlicht. Warum Serge sie trotzdem verkostet und warum wir darüber berichten? Weil es unserer Meinung nach ganz interessant ist, auch die Beschreibungen exotischer Abfüllungen zu lesen, um ein breites Gesamtbild der Destillerie zu bekommen. Das geht nicht von heute auf morgen, aber unterschwellig sammeln sich diese Infos in unseren Hirnen an und fügen sich peu a peu zusammen. In diesem Sinne: Hier gehts zur Verkostung, und hier stehen die Abfüllungen, von denen Serge heute genippt hat:
- Ben Nevis 43 yo 1970/2014 (44.8%, Eiling Lim): 88 Punkte
- Ben Nevis 17 yo 1977/1995 (59.8%, Cadenhead, Authentic Collection: 79 Punkte
Und hier ein Leserbild der Destillerie, aus denen die Whiskys kommen…

Wir verkosten: Deanston 1997, 55.8%, Archives
Deanston – mit dieser kleinen, schmucklosen Destillerie in einer ehemaligen Baumwollmühle verbindet man im ersten Gedanken nicht besonders viel. Die Whiskys zählen nicht zu den Berühmtheiten im Whiskyschrank, die Originalabfüllungen stechen nicht wirklich heraus. Und auf eine lange Geschichte kann die Destillerie auch nicht zurückblicken.
Deanston wurde 1965 von Deanston Distillery Co. Ltd. gegründet. Die Whisky-Produktion begann im Jahr 1966 und 1971 wurde der erste Single Malt Whisky unter dem Namen Old Bannockburn auf den Markt gebracht. Danach gehörte sie Invergordon Distillers, Burn Stewart Distillers und schließlich seit dem Vorjahr der Distell Group. Das Malz kommt von fremden Mälzereien. Die Brennerei verfügt über einen Maischbottich (mash tun) (10,5 Tonnen) aus Edelstahl und acht Gärbottiche (wash backs) (je 60.000 l). Destilliert wird in zwei wash stills (je 10.000 l) und zwei spirit stills (je 8.500 l), die durch Dampfspiralen erhitzt werden. Etwa 15 % der Produktion von Deanston kommen als Single Malt auf den Markt. Der Rest ist für Blends und Malt Liqueur bestimmt (Wallach Single Malt Liqueur und Drumray Highland Cream Liqueur).

Also: Was darf man sich von einem unabhängigen Deanston erwarten? Unser Redakteur Bernhard Rems verkostet heute einen 15jährigen Deanston aus der Archives-Serie, die vom holländischen Whiskybase-Shop initiiert und betreut wird. Erschienen ist er Ende des letzten Jahres, und wer ihn noch kaufen will, kann ihn im Shop dort noch finden. Unser Whisky stammt aus einem Sample, das wir vom Whiskybase Shop zugesendet bekommen haben.
Nase: Geschnittenes Gras, Zitronenschalen, durchaus dominanter Alkohol. Auch Vanille kann man finden. Ein fruchtiger Anflug, ein wenig Mühlengeruch. Nichts wirklich herausragend Typisches dabei, aber sicher auch nichts vordergründig Unangenehmes. Er deutet an, am Gaumen doch einige Kraft zu haben. Wenn ich ihn mit etwas vergleichen soll, dann ist das eine sehr Braeval-ähnliche Nase.
Gaumen: Die Frucht mit ihrer Säuerlichkeit startet hier voll durch. Man erwartet sich, dass das in ein fruchtiges Erlebnis explodiert, aber das wird dann ganz plötzlich zu etwas Kräuterigem, Pfeffrigem. Man hat auch trockenes Getreide im Mund, die Richtung die das Ganze am Gaumen nimmt, ist unerwartet. Es wird fast bitter, wie Bitterorangen oder eine chininhaltige Limonade ohne Zucker. Ist der wirklich 15 Jahre alt? Der schmeckt ein wenig nach Whisky am Beginn der Pubertät.
Finish: Mittellang, trocken, sehr würzig, ingwerscharf, trotzdem nicht holzig, sondern hinten nach wieder süß.
Alles in allem: Also, rund ist das nicht – eher eine Achterbahnfahrt der Geschmäcker. Er ist spannend, aber es ist zu bezweifeln, ob er wirklich über eine ganze Flasche hinweg interessant bleibt. Er ist schön dafür geeignet, seine Whiskyfreunde einmal zu verbüffen; denn schlecht ist er nicht, beileibe nicht. Aber er ist eher eine Kuriosität als begeisternd. Daher ein „Geht so“ – man kann ihn trinken, muss es aber nicht.
Ralfy’s Video Review #475: Glencadam 21yo
Manchmal etwas übersehen, aber insgesamt – unserer Meinung nach – auch bei den Standardabfüllungen eine ganz interessante Destillerie ist Glencadam in den östlichen Highlands. Das obere Ende der Standard-Range hat sich Ralfy für sein Videotasting in der Wochenmitte ausgesucht: Den Glencadam 21yo, einer der wenigen 21jährigen, die preislich noch unter 100 Euro bleiben. Er wird sehr getreidig, meint Ralfy, und er braucht seiner Empfehlung nach Zeit und Wasser. Aber dann zeigt er so richtig, was er kann – und bekommt von Ralfy dafür schöne 89 von 100 Punkten. Zu sehen hier oder auf Youtube. Übrigens: den Glencadam 12yo Portwood haben wir im Mai zum Whisky des Monats gewählt – wer sich über ihn informieren will, findet unseren Artikel hier.
Tastings auf der AQUAVITAE 2014 vorgestellt und jetzt online buchbar
Ab heute können die Master Classes auf der diesjährigen AQUAVITAE online gebucht werden – und das Programm sieht sehr interessant aus. Viele Verkostungen mit ausgewählten Fachleuten aus Deutschland und Schottland, für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichsam interessant, sind auf die beiden Messetage verteilt.
Auch Whiskyexperts wird auf der diesjährigen AQUAVITAE mit einem Stand vertreten sein und dort wieder ein paar interessante Whiskys für ebenso interessante Gespräche mit den Besuchern dabei haben.
Die Masterclasses können hier direkt gebucht werden:
Samstag, 18. Oktober 2014
12.30 Uhr Flavour Led
Seminarraum 1
Flavour Led – Whisky ohne Altersangabe
Referent: Thomas Plaue
Eintritt: 20,00 €
12.30 Uhr The Ultimate Collection
Seminarraum 3
Einzelfassabfüllungen aus Schottland
Referent: Julia Nourney
Eintritt: 20,00 €
14.30 Uhr Adelphi Distillery
Seminarraum 1
Referent: Alex Bruce & Charles Maclean
Eintritt: 25,00 €
in englischer Sprache
14.30 Uhr King Car Distillery (aus Taiwan)
Seminarraum 2
Kavalan-Tasting
Referent: Bernhard Schäfer
Eintritt: 20,00 €
14.30 Uhr James MacArthur
Seminarraum 3
Referent: Arthur Winning
Eintritt: 20,00 €
in englischer Sprache
16.30 Uhr A.D.Rattray
Seminarraum 1
– Stronachie Single Malt, 18 y.o.
– Cask Islay
– Zwei Einzelfassabfüllungen aus der Cask Collection
Referent: Iain Croucher
Eintritt: 20,00 €
in englischer Sprache
16.30 Uhr Signature Malts – Der Ausdruck von Individualität
Seminarraum 2
– Laphroaig Select
– Bowmore 18 Jahre
– Highland Park Dark Origins
– Glenrothes 2001
– The Macallan Sienna
– Connemara 12 Jahre
Referent: Jens Rosenberg
Eintritt: 20,00 €
18.30 Uhr Adelphi Distillery & Whiskykoch
Seminarraum 1
„Adelphi-Whisky & Food“ (ein „echtes“ Adelphi-Tasting, mit Gourmet-Highlights, sprich: kleine Snacks von Chris Pepper)
Referent: Charles Maclean & Chris Pepper
Eintritt: 30,00 €
in englischer Sprache
18.30 Uhr Bruichladdich (Islay)
Seminarraum 2
Referent: Bernhard Schäfer
Eintritt: 20,00 €
18.30 Uhr Slyrs Whisky
Seminarraum 3
Referent:
Eintritt: 20,00 €
Sonntag, 19. Oktober 2014
12.30 Uhr Adelphi Distillery
Seminarraum 1
Referent: Alex Bruce & Charles Maclean
Eintritt: 25,00 €
in englischer Sprache
14.30 Uhr Laphroaig (Islay)
Seminarraum 1
– Laphroaig Select
– Laphroaig 10 Jahre
– Laphroaig QC
– Laphroaig TW
– Laphroaig 18 Jahre
Referent: Jens Rosenberg
Eintritt: 20,00 €
14.30 Uhr A.D.Rattray
Seminarraum 2
– Stronachie Single Malt, 18 y.o.
– Cask Islay
– Zwei Einzelfassabfüllungen aus der Cask Collection
Referent: Iain Croucher
Eintritt: 20,00 €
in englischer Sprache
14.30 Uhr Whisky-Einsteiger-Tasting
Seminarraum 3
Referent: Julia Nourney
Eintritt: 20,00 €
16.30 Uhr Best Dram
Seminarraum 1
Referent: Mike Müller
Eintritt: 20,00 €
16.30 Uhr Rum-Tasting
Seminarraum 2
Referent: Peter Schütte
Eintritt: 20,00 €
Pressemitteilung: Wemyss Malts neue Single Cask Abfüllungen
In einer Pressemitteilung informiert uns Wemyss Malts über ihre neuen Single Cask Abfüllungen. Die fünf Single Malts kommen aus den Whisky-Regionen Islay, Highlands, Speyside und Campbeltown, ein Single Grain, zum allerersten Mal von Wemyss Malts abgefüllt, komplettiert diese Abfüllungen. Wie gewohnt hat Wemyss Malts den einzelnen Abfüllungen nach ihrem Geschmack und Aromen benannt, ergänzt durch den Namen der Brennerei und dem Jahr der Destillation:
- „Lemon Cheesecake“ – 1988 Single Cask, Invergordon, Single Grain
- „Loch Indaal Catch“ – 1982 Single Cask, Bowmore, Islay
- „Oysters with Lemon Pearls“ – 1991 Single Cask, Bunnahabhain, Islay
- „Aromatic Orange Tobacco“ – 1988 Single Cask, Glenrothes, Speyside
- „Melon Vine“ – 1994 Single Cask, Aberfeldy, Highlands
- „At Anchor in a Cove“ – 1991 Single Cask, Glen Scotia, Campbeltown
Jedes Fass wurde vom Wemyss Tasting Panel unter dem wachenden Auge von Charlie Maclean ausgewählt und benannt. Diese Abfüllungen werden bei ausgewählten Einzelhändlern in Großbritannien, der EU und den asiatischen Schlüsselmärkten verfügbar sein. Die empfohlenen Verkaufspreise reichen von £ 80 bis £ 700.











