Im neuesten Newsletter für die Kunden des österreichischen Shops Potstill finden sich auch die ungefähren Preise für die neue Duncan Taylor-Serie „Tantalus“. Diese alten und exquisiten Whiskys (wir berichteten) haben tatsächlich einen Preis, der wohl für Otto Normalverbraucher jenseits des Machbaren liegt. Hier also die Preise:
Bob Anderson, Tomatin CEO, nimmt den Preis entgegen…
Letzten Freitag hat Tomatin, laut einem Newsbit auf der Website der Destillerie, den Scottish Environment Protection Agency Award for Excellence in Environmental Sustainability award erhalten, Mit dieser Auszeichnung werden Unternehmen belohnt, die sich um eine nachhaltige Bewirtschaftung Gedanken machen und diese in die Tat umsetzen. Die Presiverleihung fand im Drumossie Hotel in Inverness statt.
Wofür hat Tomatin nun diese Auszeichnung bekommen? Nun, zum einen ist die Destillerie mit einem Pellet-Brenner für den Dampfkessel für die Produktion ausgestattet, was es ihr erlaubt, beim CO2-Ausstoß sehr umweltfreundlich zu sein. Damit ist Tomatin die erste Destillerie, die mit einem Biomasse-Brenner arbeitet, der zudem mit lokal produzierten Pellets betrieben wird.
Übrigens haben wir schon im Juli über den Biomasse-Brenner der Highland-Destillerie berichtet – den entsprechenden Artikle finden Sie hier.
Normalerweise steht der Besuch des Cöpenicker Whiskyherbst dick und fett unterstrichen im Terminkalender unseres Redakteurs Dirk Piesczek. In diesem Jahr standen dort dann aber zwei Termine für den September an: Köpenicker Whiskyfest und der Cöpenicker Whiskyherbst. Sich zwischen diesen beiden Veranstaltungen zu entscheiden war sehr schwer, der Einfachheit halber fuhr er zu beiden. Ein kurzes Resümee:
Köpenicker Whiskyfest
Die freiheit 15 in Köpenick ist ein bekannter Veranstaltungsort, er hat sich in den letzten Jahren als Heimat des Cöpenicker Whiskyherbst etabliert. Die neuen Veranstalter präsentierten mit dem Köpenicker Whiskyfest in bewährter Umgebung ein anderes Angebot.
Schwerpunkt waren die unabhängige Abfüller, ergänzt durch zwei deutsche Whiskybrenner und dem Verband Deutscher Whiskybrenner. Begleitend ermöglichten die verschiedenen Tastings einen Einstieg in die Welt der Whiskys, das Kennerlernen bestimmter unabhängiger Abfüller oder die Exklusivität eines Karuizawa oder Raritäten Tastings.
Insgesamt waren vielleicht ein klein bisschen weniger Aussteller als in den Vorjahren vertreten. Jedoch wirkte dadurch die Ausstellungsfläche aufgeräumter und übersichtlicher. freiheit 15 ist und bleibt eine wunderschöne Location für eine Whiskymesse unter freiem Himmel.
Cöpenicker Whiskyherbst
Das bewährte Angebot in einer neuen Umgebung. Mit der Alten Malzfabrik der Schultheiss-Brauerei wurde ein Veranstaltungsort mit einer größeren Außenfläche gefunden. Das mehr an Fläche wurde u.a. durch Biertischgarnituren gefüllt. Das Mehr an Sitzgelegenheiten, welche in Köpenick in den Jahren davor fehlten, entspannte hier die Raumsituation deutlich. Wieder waren alle große Marken mit ihrem bekannten Angebot vertreten, wieder konnten hochkarätige Partner für die verschiedenen Tastings gewonnen werden.
Das Zeitfenster bei den Tastings war vielleicht ein wenig klein. Denn wenn sich schon die Gelegenheit bietet, mit dem ehemaligen Manager von Talisker, Charlie Smith, BenRiach’s Sales Director Alistair Walker oder John Campbell, Laphroaig’s Distillery Manager, gemeinsam verschiedene Drams zu verkosten, möchte man auch danach noch Raum und Zeit für die Fragen haben, die man schon immer stellen wollte. Apropos Raum: Vor allem der komplett in schwarz gehaltene Seminarraum 1 war für ein Tasting, sagen wir, ungewöhnlich.
Möglicherweise kommt der neue Veranstaltungsort auch bald wieder an seine Grenzen. Denn am Samstag Abend war der Cöpenicker Whiskyherbst wieder sehr gut gefüllt. Die Alte Malzfabrik bietet aber noch genug Potential für eine größere Ausstellungsfläche.
Fazit: Zwei wirklich sehr lohnende Veranstaltungen. Aber bitte nicht mehr innerhalb von 7 Tagen. Es sollte möglich sein, zwei Termine zu finden, die etwas weiter auseinander liegen. Es mag sein, dass für den Berliner Köpenick zu weit ist und der Köpenicker ungern nach Berlin fährt. Für mich macht die Distanz von 20 km zwischen den beiden Veranstaltungsorten bei meiner Anfahrt von über 500 km nicht den Unterschied.
Im Südkurier von heute findet sich ein Interview mit Whiskybrenner Stefan Marder, der in der Brennerei Marder nun bereits seit über drei Jahren Whisky brennt. Seit dem 01.08.2013 gibt es offiziell den ersten MARDER SINGLE MALT WHISKY, der mit 43% in 0.5l-Flaschen abgefüllt ist.
Hier ein kleiner Auszug aus dem relativ langen Interview:
Sie sind gelernter Zimmerer, stellen Sie die Fässer selbst her?
Nein, ich kaufe sie zu. Das ist bei der Herstellung mit das Schwierigste. Neue Fässer bekommt man schnell. Ich habe einen Teil französische Eiche-Fässer, habe zum Teil gebrauchte Bourbon-Fässer aus den USA. Für mich sind gebrauchte Sherry-, Portwein- oder Süßwein-Fässer die besten, sie geben ihm dann das gewisse Finish.
Das gesamte Interview finden Sie, wenn Sie dem Link folgen. Mehr über die Brennerei Marder erfahren sie auf deren Homepage.
Loch Indaal von Port Charlotte aus gesehen. Bild von Calum Hutchinson, Public Domain
Ernie (Ernst J. Scheiner) von Gateway to Distilleries versorgt uns mit einigen Zusatzinfos zur geplanten 9. Islay-Destillery. Es scheint, als würde der Direktor der neuen Destillerie Jean Donnay sein, der momentan Direktor der französischen Glann Ar Mor Destillery ist. Zusätzlich kann man auch mit einer 10. Destillerie auf Islay rechnen, da Mark Reynier, der frühere Mitbesitzer von Bruichladdich, seine Pläne beschleunigt vorantreibt, die Port Charlotte Distillery wieder zu öffnen. Wir halten Sie, wie üblich, auf dem Laufenden.
Nachtrag zum Nachtrag: Wir können nun bestätigen, dass Jean Donnay mit der Gartbreck-Distillery eng verbunden ist – er hat die Domain www.gartbreck.com registiert (sie ist aber noch nicht online). Gleichsam wurde eine Gesellschaft Gartbreck Co. Ltd. im Mai 2013 ins Handelsregister eingetragen und Jean Donnay als „Director“ benannt.
Alte Whiskys aus Glenglassaugh sind nicht zum Schnäppchenpreis zu haben – dafür sind sie immer ein Erlebnis, wenn man sie einmal verkosten kann. Serge hat gleich drei davon verkostet, und das Resultat kann sich auch punktemäßig bei ihm in der Oberliga ansiedeln:
Glenglassaugh 23 yo 1984/2007 (46%, Wilson & Morgan, butt, cask #187): 89 Punkte
Glenglassaugh 30 yo (44.8%, OB, 2013): 90 Punkte
Glenglassaugh 1972/2010 (59.3%, OB, Andrea Caminneci for Germany, refill hogshead, cask #2891, 303 bottles): 93 Punkte
Jetzt brauchen wir nur noch eine gute Fee mit einer sprudelnden Geldquelle 🙂
Für unsere junge Website ist das heute ein doppelter Feiertag: Wir haben mit heutigem Datum eintausend Nachrichten über Whisky geschrieben und veröffentlicht – und sie sind bereits über einhundertfünfzigtausend mal abgerufen worden. Wir dürfen annehmen, dass Ihnen Whiskyexperts mindestens ebenso viel Freude bereitet wie uns, dem Team, denn die Zugriffszahlen erhöhen sich nach wie vor von Woche zu Woche.
Eine tägliche Nachrichtensite über Whisky – das war etwas, das es im deutschsprachigen Raum noch nicht gegeben hat, das aber durch das gestiegene Interesse am Lebenswasser wirklich gefehlt hat. Wir werden die Zukunft dazu nutzen, Sie noch umfassender und noch detaillierter über Whisky und Whiskey zu informieren – mit noch mehr exklusiven Beiträgen und noch schnelleren News. Ein dickes Danke an das Team, das diese Site möglich macht, und ein dickes Danke an unsere Leser, die für uns die Motivation sind, es noch besser zu machen. Danke!
PS: Das Bild zum Newsbit stammt aus unserem Wettbewerb und wurde von Christian Habegger eingesendet…
Als Kontrast zu der kürzlich vorgestellten Standardabfüllung von Glen Garioch hier eine Vintage Fassstärke aus dem Jahre 1995, der letzte Jahrgang vor der zweiten Stilllegung und außerdem der letzte Vertreter, der sich über Torffeuer gedarrten Gerstenmalzes bediente.
Ausschließlich in first fill Bourbon Fässern gelagert und 2012 abgefüllt, kann der Whisky also auf stolze siebzehn Jahre Reife zurückblicken und reiht sich nahtlos in die, von Glen Garioch lancierte, Reihe einzelner Vintages. Die core range von Glen Garioch kommt mit einem ungewöhnlichen Alkoholgehalt von 48% vol. in die Flasche, vielleicht weil sich dieses abv’s keine andere Destillerie bedient. Der 1995 Vintage allerdings bringt es auf satte 55,3% vol. Fassstärke.
Glen Garioch 1995, 55,3% first fill Bourbon barrels, bottled 2012
Nase: Sehr kräutriges Opening, frisch und leicht blumig, getreidig, saftig, Karamell, Apfel, Heidekraut, etwas Honig, dann kommen Kokos, Vanille und Creme Brulée Noten, tropisch! Mahnuka Honig, Ananas, dunkle geröstete Melasse, Bambus, Reiswein, es kommen immer mehr savoury Akzente, im Hintergrund Mokka, getrocknete Bananen, Menthol, etwas Torfrauch, frische Seegrasaromen, Zitrone, weißes Holz, mit Wasser – und dieser Whisky profitiert ganz eindeutig von der Zugabe – mehr Pfefferwürze, spicy, Toffeefudge
Gaumen: Sehr spicy, weißer Pfeffer, kräutrig blumig, straff, kraftvoller Body, sehr trocken, wird erst langsam süßlicher, mit Zeit immer ausgeprägteres Spiel aus Getreidehonig, Vanille und wieder Pfeffer, Macis, Zimt, dann wieder getrocknete Bananen, Rosinen, Oakbiscuits, Schokolade, bitter rauchige Kräuternoten
Finish: sehr langes Finish, im Abgang Würze, etwas Maggikraut, Vanillecustard, Buttercreme, trockene nussige Noten, Chili, Toffee, etwas Limettenzeste, im Hintergrund rote Frucht, Brombeerkonfitüre, Marille, Muskatnuss, frisch geriebener Parmesan, savoury, süßlich, säuerlich, bleibt sehr gut haften, Heidekräuter, Roggenbrot mit süßlichem Honig beträufelt
Alles in allem: ein äußerst gelungener Whisky mit beeindruckender Kraft und Länge, vielschichtig und spannend bei jedem Riechen und Schmecken, eine Entdeckungsreise mit vielen Facetten, dazu eine feine Reifenote ohne je an Frische zu verlieren. Eine echte Empfehlung für einen tollen Malt, noch dazu mit einem sehr ansprechenden Preis.
Verkoster: Reinhard Pohorec arbeitet zur Zeit als Bartender in London und beschreibt sich selbst als leidenschaftlicher Whiskygenießer. Er hat sich in seinem Berufsfeld auf den Purbereich und Whiskys spezialisiert und ist für whiskyexperts als freier Kolumnist tätig.
Loch Indaal von Port Charlotte aus gesehen. Bild von Calum Hutchinson, Public Domain
Laut einem Bericht von Whiskyadvocateblog.com (danke an Mario Prinz vom Potstill für diese Entdeckung) ist auf Islay gerade die neunte Destillerie im Entstehen. Sie soll am Ufer des Loch Indaal entstehen, nahe bei Bowmore und gegenüber von Bruichladdich. Die Eröffnung ist für 2015 geplant. Sie soll Gartbreck heißen, nach der Gartbreck Farm, auf dem Weg nach Bowmore. Die Quelle, auf die sich das whiskyadvocateblog bezieht, nennt Gartbreck die kleinste Islay-Destillerie. Eine offizielle Bestätigung wird es erst in den nächsten Wochen geben, ev. aber auch erst nächstes Jahr.
Sie zählt nicht gerade zu den baulichen Highlights unter den schottischen Destillerien, aber die Whiskys aus ihr sind durchaus beachtenswert (wir haben einen davon aus der Connoisseur’s Choice-Serie von Gordon & MacPhail verkostet). Serge Valentin von Whiskyfun hatte heut zwei leichte Teaninich in seiner Verkostung, und auch diese bekommen gute Noten. Beides sind übrigens deutsche Abfüllungen, beides sind heurige Abfüllungen – wer also nachverkosten will, hat dazu die Chance. Hier die Kandidaten und Punkte:
Teaninich 29 yo 1989/2013 (41.2%, Whisky-Doris, hogshead, cask #7665, 39 bottles): 85 Punkte (nicht ausgewogen, aber das macht ihn interessant)
Teaninich 1973/2013 (41.8%, Malts of Scotland, bourbon hogshead, cask #MoS 13011, 198 bottles): 88 Punkte (fragil, manchmal wunderbar, aber zu 90 reicht es nicht ganz)
Die zerstörte Kathedrale von Elgin (Moray) – Bild unter GNU-Lizenz
Auch in Schottland macht man sich Gedanken über die Umwelt, berichtet „The Northern Scot“ – und wie man manche Dinge einfach klüger erledigen könnte. Der Transport von Whisky aus Elgin in der Speyside nach Zentralschottland, wo sehr viele Abfüllanlagen stehen, geschieht zumeist mit dem Lastwagen. Nun will man ab Mitte November diesen Transport versuchsweise mit der Bahn durchführen. Am Versuch beteiligen sich zwar große Namen aus der Whiskyindustrie, wie Diageo, Chivas Brothers, John Dewar & Sons, Whyte & Mackay und Glen Turner – aber von den 77 Destillerien der Region Elgin, die 85% des schottischen Whiskys produzieren, nehmen gerade mal neun teil.
Im ‘Lifting the Spirit’ – Fahrplan werden zweimal wöchentlich Züge zwischen Elgin und Grangemouth verkehren, über Aberdeen, Dundee, Perth und Stirling. Dieser Bahntransport ist nebenbei der erste, der seit Mitte der 80er durchgeführt wird, seitdem läuft der Transport eigentlich mit Trucks über die A9. Warum nun dieses Interesse in die Schiene? Nun, man erartet ja einen anhaltenden Whiskyboom, und mit dem gehen gesteigerte Transportbedürfnisse Hand in Hand – und irgendwann einmal wird die Straße dafür zu eng werden. Jetzt plant man also voraus und will das Ganze auch wissenschaftlich untersuchen lassen.
Glen Garioch, manchmal auch unter dem Namen Old Meldrum zu finden, ist eine der etwas weniger bekannten Destillerien Schottlands, gelegen in – richtig geraten – Oldmeldrum [sic!] oder einfach Meldrum, Aberdeenshire.
Somit den Eastern Highlands zuzurechnen, ist Glen Garioch eine der wenigen noch aktiven Brennereien, die bereits im 18. Jahrhundert gegründet wurden. Von 1968 bis 1973 sowie zwischen 1995 und 1997 kurzfristig stillgelegt, spielte die Destillerie die Vorreiterrolle bei der Umstellung auf Gasbefeuerung der Brennblasen, viele andere sollten folgen.
Seit der Übernahme Morrison Bowmores durch Suntory meinen vielen Malt-Enthusiasten, der Charakter des Whiskys hätte sich deutlich geändert und an peaty Noten verloren.
Im Zuge einer Reihe von Verkostungen, deren Fokus auf Standardabfüllungen liegen soll – quasi back to basics – soll hier der Glen Garioch 12y beleuchtet werden, der zusammen mit der 1797 Founder’s Reserve die core range bildet, beide übrigens mit dem leicht ungewöhnlichen Alkoholgehalt von 48% vol.
Glen Garioch 12y, 48% vol.
Nase: malzig, getreidig, mit Vanille und Zitrus beginnt der Whisky seinen Auftritt, Limettenzeste, grünliche Noten, frische saftige Töne von Blütenhonig, langsam beginnt sich eine sanfte Rauchnote einzustellen, gesalzene Mandeln, spicy pfeffrig, Muskatnuss und Zimt, weniger süßlich lieblich als eher straff, mit einer kribbelnden, vibrierenden Würze, eine aromatische verspielte Nase, die hin und her wiegt, impulsiv, ein frisches Spiel aus frischen, grünlich grasigen Akzenten, mit blumig floraler Anmutung, aber dahinter lauert ein klein wenig Rauch, gerade um etwas Komplexität aufkeimen zu lassen, Himbeeren und Erdbeeren klingen nach, Kräuter, Heublumen und Erinnerungen an eine frische Almwiese
Gaumen: extrem vollmundig, die alkoholischen Umdrehungen machen sich bezahlt, aber nie negativ bemerkbar, samtig, richtig ölig, füllt den Mundraum mit Wärme und Wohlwollen, wieder Vanille, nussig, eine feine Süße balanciert die Würze von schwarzem Pfeffer und Oliven, wieder frische Zitruszesten, Limecordial, Haselnuss diesmal, und die malzig getreidige Jugendlichkeit darf auch mitspielen, etwas Möbelpolitur, fruchtig, Weintrauben
Finish: ein Malt der sehr dicht liegen bleibt, lange zieht sich das Finish von Würze, getreidigen Noten, Balsamico, Pfeffer, Nelkenpfeffer, Zimtrinde, Macis, eine zitronige Vanillenote, später entwickeln sich auch noch Holunderblüte, zuerst grüner Apfel, dann kommt aber etwas Süße und mit einem Hauch von reifem roten Apfel schließt der Whisky
Alles in allem: ein sehr fein gezeichneter Single Malt, dem trotz seiner Jugendlichkeit ein schönes Spiel der verwendeten Bourbon und Sherry Casks anzumerken ist. Viel Druck in der Nase und am Gaumen lassen Großes erwarten, nicht ganz kann alles erfüllt werden, was man versprochen bekommt oder erhofft. Dennoch ein sehr runder, stimmiger Whisky der mit seiner – typisch Eastern Highland – Komplexität eine wunderbare Alternative zu vielen Speysidern bietet und einige Kollegen klar in die Schranken weist.
Verkoster: Reinhard Pohorec arbeitet zur Zeit als Bartender in London und beschreibt sich selbst als leidenschaftlicher Whiskygenießer. Er hat sich in seinem Berufsfeld auf den Purbereich und Whiskys spezialisiert und ist für whiskyexperts als freier Kolumnist tätig.
Drinkspirits.com hat das Erscheinen von Johnnie Walker Platinum Label am amerikanischen Markt zum Anlass genommen, eine ausführliche Review des Blends zu veröffentlichen. Besonders wichtig war es dem Autor, Platinum Label mit dem aus dem Markt verschwindenden Gold Label (ebenfalls 18jährig) zu vergleichen. Und der Vergleich ist nicht besonders schmeichelhaft für den Platinum Label ausgefallen.
Während der Autor den Gold Label als weich und rund bezeichnet (seiner Meinung nach liegt dies am hohen Anteil von Clynelish und Cardhu), ist der Platinum Label rauer und ungeschliffener (in ihm findet sich z.B. 18jähriger Caol Ila, der als eigene Abfüllung nebenbei vor kurzem vom Markt verschwand).
Alles in allem findet der Autor, dass Johnnie Walker Platinum Label von Diageo zu teuer ausgepreist wurde, dass der Blend den Charakter der enthaltenen Whiskys zu sehr verwischt und der Grain-Anteil zu dominant ist. Im Vergleich zu einem 18jährigen Single Malt wie dem Highland Park 18yo, der 20 Doller teurer ist, oder dem 50 Dollar billigeren Highland Park 12yo, sei er einfach viel zu teuer und nicht sein Geld wert.
Die Tasting Notes sind sehr ausführlich und der gesamte Artikel ist sehr interessant, mit ein wenig Englischkenntnissen ist er leicht lesbar und unserer Meinung nach, auch weil er kontrovers diskutiert werden kann, sehr lesenswert…
Mit dem Verkauf von Bruichladdich an Remy Cointreau war klar, das sich manche Dinge ändern würden. Wie wir bereits berichteten, ist der neue Eigentümer dazu übergegangen, Sondereditionen hauptsächlich über den Travel Retail zu vertreiben (so zum Beispiel die Fassstärke vom PC11 oder den gefinishten Octomore 6.2). Weiters scheint man bei den Preise nochmals kräftig an der Schraube gedreht zu haben: Der Octomore 6.11 wurde im Handel um € 140,- gesehen, der 24jährige Black Art 4.2 gar um satte € 275,-.
Was bislang unsicher war, war das Schicksal der Standardserie. Der Laddie 10, 16 und 22 – man munkelte, dass es diese Standardexpressionen nicht mehr geben würde. Dies wurde nun von Carl Reavey von Bruichladdich dementiert. Hier das Originalzitat:
There are no plans to discontinue the Laddie Ten, Sixteen or Twenty Two, or the Port Charlotte Ten Year Old. We do however have limited quantities of each, which means they not always be available widely.
Übersetzt bedeutet das: Es gibt keine Pläne, den Laddie Ten, Sixteen oder Twenty Two, oder den PC10 auslaufen zu lassen. Allerdings haben wir nur eine begrenzte Menge dieser Whiskys, was bedingt, dass sie nicht immer überall erhältlich sein werden.