Serge verkostet: Junge Amerikaner (Teil 2)

Schon gestern hat sich Serge Valentin in seiner Verkostung den jungen Bourbons angenommen (mit eher durchschnittlicher Begeisterung), heute probiert er sich durch den zweiten Batch – und hier ist es dann auch mit den Wertungen etwas besser. Die Details:

  • Evan Williams 2003 ‚Single Barrel‘  (43.3%, OB, USA, bourbon, +/-2013): 82 Punkte
  • Bowman Brothers ‚Small Batch‘ (45%, OB, USA, Virginia straight bourbon, +/-2014): 72 Punkte
  • Rock Town ‚Arkansas Young Bourbon Whiskey‘ (46%, OB, USA, +/-2014) : 83 Punkte
  • FEW ‚Single Malt‘ (46.50%, USA, +/-2014) : 86 Punkte
  • St. George ‚Lot 13‘ (43%, OB, USA, California, Single Malt Whiskey, +/-2014): 81 Punkte

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Whisky im Bild: Das ist die neue Imperial-Destillerie

Mario Prinz vom Potstill in Wien hat von seinem gerade zu Ende gegangenen Schottland-Trip ein paar interessante Bilder mitgebracht. In dieser Serie zeigt er uns den Fortschritt beim Bau der Destillerie, die gerade am Gelände der alten und abgerissenen Imperial-Destillerie errichtet wird. Ob sie auch Imperial genannt werden wird, steht noch nicht fest…

Der Bau der neuen Destillerie am Gelände der alten Imperial-Brennerei ist bereits weit fortgeschritten. Copyrights Mario Prinz.
Der Bau der neuen Destillerie am Gelände der alten Imperial-Brennerei ist schon weit fortgeschritten. Copyrights Mario Prinz.

 

Die neuen Brennblasen sind bereits installiert und werden gerade getestet. Bild Copyright Mario Prinz
Die neuen Brennblasen sind bereits installiert und werden gerade getestet. Bild Copyright Mario Prinz

 

Von der alten Imperial-Destillerie sind nur mehr wenige Gebäude erhalten. Bild Copyright Mario Prinz
Von der alten Imperial-Destillerie sind nur mehr wenige Gebäude erhalten. Bild Copyright Mario Prinz

Arran Brauerei bietet um Bladnoch mit

Nachdem die Lowland-Destillerie Bladnoch verkauft werden muss (über die Hintergründe haben wir hier berichtet), war es längere Zeit ruhig um die Situation des Unternehmens. Heute berichtet die BBC in einem Artikel, dass die Arran Brauerei ein Bieter für Bladnoch sei. Generell, so Ernst & Young, die mit dem Verkauf beauftragt sind, sei das Interesse an Bladnoch hoch, und man sichte nun die Bewerbungen, bevor man in die zweite Runde des Prozesses eintrete.

Die Arran Brauerei aus Ayrshire hat schon einmal aufhorchen lassen, als es um Gerüchte ging, Rosebank in der einen oder anderen Form wieder auferstehen zu lassen (hier unser Bericht dazu). Wir sind gespannt, wie es um Bladnoch weitergeht.

Bladnoch Destillerie, Foto von Jonathan Wilkins, CC-Lizenz
Bladnoch Destillerie, Foto von Jonathan Wilkins, CC-Lizenz

Neuer Glenrothes Vintage 2001 (Pressemitteilung)

Wem der 60jährige Glenfarclas zu teuer ist (wir berichteten), der mag mit einem anderen Speysider, der ca ein Drittel Prozent des Genannten kostet, eher seine Freude haben. Von den Signature Malts erreichte uns eine Pressemitteilung zum neuen Glenrothes Vintage 2001, die wir hier auszugsweise veröffentlichen:

Sanft, dennoch stimulierend und vielschichtig. Das sind die Eigenschaften des neuesten Vintage aus der Speyside-Brennerei. Der Vintage 2001 ist in amerikanischen und spanischen Eichenfässern gereift, die ihm das für The Glenrothes typische süßlich-fruchtige Aroma und den vollen Geschmack verleihen.

Der Vintage 2001 verwöhnt den Gaumen mit einer sinnlichen Kombination aus „eichiger“ Vanille und dem Geschmack reifer Schwarzkirschen. Sein Finish ist geprägt von sanften Gewürzen, die den positiven Eindruck dieses 43%igen Whiskys abrunden. Die feinen Nuancen des leuchtend goldenen Whiskys sind ein exzellenter Beleg für das Können und die Hingabe des Wood und Malt Masters Gordon Motion. Auch Ronnie Cox, Brands Heritage Director von The Glenrothes, schwärmt: „Der Vintage 2001 entfaltet ein cremiges Zitrusaroma sowie eine geschmeidige Note von gereifter Eiche und zeigt damit eine ausgewogene Tiefe.“ Die ausgeglichene Balance und Komplexität des Vintage 2001 gefiel unter anderem auch den Juroren des diesjährigen Internationalen Spirituosen Wettbewerbs – ISW 2014, die dem Vintage 2001 daraufhin die silberne Medaille verliehen haben.

Bei The Glenrothes werden ausschließlich die besten Fässer einzelner Jahrgänge ausgewählt und erst auf dem Höhepunkt ihres Reifeprozesses als Vintage abgefüllt. Damit hat nicht nur das Alter Einfluss auf den Geschmack, sondern hauptsächlich die Qualität der verwendeten amerikanischen und spanischen Eichenfässer. Um den perfekten Reifezeitpunkt für die Abfüllung zu bestimmen, wird jedes Fass während des jahrelangen Reifeprozesses ständig überprüft und verkostet. Dies führt dazu, dass in der Regel nur ein geringer Teil jedes Fasses in einen Vintage abgefüllt wird. Ebenso wird nicht jeder Jahrgang für würdig befunden, einen The Glenrothes Vintage Malt hervorzubringen.

Das Frontlabel mit den handgeschriebenen Tasting Notes und der Unterschrift des Malt Masters geben dem Whisky mit der natürlichen Färbung zusätzlich eine individuelle Note. Durch den außergewöhnlichen Karton in Form eines eckigen Rahmens wird der Inhalt in der unverwechselbar runden Flasche in den Mittelpunkt gerückt.

The Glenrothes Vintage 2001 ist ab Juni 2014 für ca. 50 Euro (UVP) im deutschen Handel und in ausgewählten Fachgeschäften erhältlich.

Weitere Informationen auch unter: www.signaturemalts.de oder www.theglenrothes.com.

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Kilchoman 100% Islay 4. Edition erschienen

Von Kilchoman ist soeben die vierte Edition des Kilchoman 100% Islay auf den Markt gekommen (offiziell sollte das zwar erst am nächsten Montag geschehen, aber die Pressemitteilungen sind in England anscheinend schon raus). Diese 4. Edition besteht aus 40 First Fill Bourbon Fässern, 32 davon 5 und 8 davon 4 Jahre alt. Die 100% Islay Edition wird vom Korn bis zum Abfüllen in die Flaschen auf Islay hergestellt und ist im Vergleich zu den Editionen Machir Bay oder Loch Gorm nur leicht getorft. Nach der dritten Edition, die im roten Kleid daherkam, wird die 4. Edition in blau ausgeliefert. In der Destillerie ist man mit der 4. Edition höchst zufrieden. „Sie übertrifft alle unsere Erwartungen, ist ausgewogen und reif“, sagt Distillery Manager John MacLellan.

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Glenturret Distillery in neuem Glanz

Incentivetravel aus England berichtet heute, dass die Umbauarbeiten bei der ältesten schottischen Destillerie Glenturret abgeschlossen wurden. Um 250.000 Pfund hat man das Besucherzentrum und einige weitere Schlüsselbereiche der Destillerie aufwendig renoviert – auch in Anbetracht der heuer zu erwartenden Besuchermassen. Glenturret mit The Famous Grouse Experience ist schon jetzt die meistbesuchte Destillerie Schottlands, zum heurigen Ryder Cup erwartet man sich noch vermehrten Ansturm. 120.000 jährliche Besucher können sich nun unter anderem an einer neuen Tasting-Bar erfreuen. Auch neu ist eine sogenannte Personalisation Bar, an der man seine im Shop gekaufte Flasche gleich vor Ort personalisieren lassen kann.

Glenturret Destillerie, Foto von Garrit, CC-Lizenz
Glenturret Destillerie, Foto von Garrit, CC-Lizenz

Serge verkostet: Junge Amerikaner

Es wird besser werden, schreibt Serrge Valentin von Whiskyfun begleitend zu seiner heutigen Verkostung junger amerikanischer Whiskeys – und er bezieht sich dabei auf die Wertungen im ersten Teil des geplanten Flights, Und tatsächlich: Allzu großes Lob holen sich die Whiskeys heute nicht ab:

  • Seagram’s Seven Crown (40%, OB, American blend, +/-2014): 50 Punkte
  • Early Times (40%, OB, Kentucky whisky, +/-2013): 65 Punkte
  • Jack Daniel’s Single Barrel (47%, OB, Tennessee whiskey, +/-2013): 73 Punkte
  • Jack Daniel’s ‚Master Distiller Series No.1‚ (43%, OB, Tennessee whiskey, +/-2013): 80 Punkte
  • St. George ‚Breaking & Entering Bourbon‘ (43%, OB, USA, bourbon, +/-2014): 80 Punkte

 

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Miss Whisky besucht Gordon & MacPhail

Einen interessanten Bericht über den unabhängigen Abfüller Gordon & MacPhail findet man heute auf dem englischen Blog MissWhisky. Sie besucht deren Destillerie Benromach, sitzt mit der Familie zu Tisch und erfährt so einiges Interessantes aus ihrer Geschichte und über ihre Pläne. Und: Die Glückliche durfte auch einen Macallan aus dem Jahr 1945 verkosten. Seufz. Sehr lesenswert!

Gordon & MacPhail in Elgin
Gordon & MacPhail in Elgin

Die Ardbeg Auriverdes Gold Edition

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Der Ardbeg Day und das damit verbundene Erscheinen einer limitierten Edition anlässlich dieses Tages beschäftigt die Whisky-Szene das ganze Jahr über. Ungefähr zum Jahreswechsel tauchen im weltweiten Netz die ersten Gerüchte über die nächsten Abfüllungen auf – und wir müssen zugeben, dass wir dieser detektivische Arbeit auch mit einer gewissen Begeisterung nachgehen. Danach veröffentlicht die PR-Abteilung von Moët Hennessy nähere Details zum Programm des Ardbeg Day und der ab diesem Tag in begrenzter Stückzahl erhältlichen Abfüllung. Mit einem gewissen Vorlauf wird dann verschiedenen „Meinungsbildnern“ die Möglichkeit der Vorab-Verkostung gegeben, bei einem Tasting oder durch das Zusenden eines Samples in einer speziellen Verpackung. Die limitierte Abfüllung ist ab dem Ardbeg Day nur innerhalb eines sehr schmalen Zeitfensters erhältlich. Und schon kurz nach ihrem Erscheinen kann sie auch schon bei bekannten Online-Auktions-Plattformen zuzüglich eines nicht unerheblichen Aufpreises ersteigert werden. Je näher der nächste Ardbeg Day rückt, um so mehr ebben diese Auktionen ab, bis zum Jahreswechsel der Lauf der Dinge wieder von vorne beginnt.

Es gibt kaum eine noch existierende schottische Brennerei, die sich an einer solchen Anhängerschaft erfreuen kann wie Ardbeg. Für ihre begeisterten Anhänger ist es keine besondere Aufgabe, alljährlich eine dieser Abfüllungen zum Ardbeg Day zu ergattern. Schwieriger zu bekommen, weil deutlich limitierter, sind die Promotion-Artikel. Sie tauchen regelmäßig bei Online-Auktionen auf und wechseln für eine äußerst stolze Summe den Besitzer. Moët Hennessy ist darüber nicht sehr erfreut, weil sie für diesen Zweck nicht verteilt wurden. Im letzten Jahr stellte einer (und nicht nur er) der mit einem Promotion-Artikel Bedachte diesen bei einer berühmten Online-Versteigerung-Website ein. Weil er dort leicht zu identifizieren ist, kontaktierte ihn Moët Hennessy. Sie baten ihn, diesen Artikel aus der Auktion zu entfernen, weil er nicht für den Weiterverkauf gedacht ist.

Auch für die diesjährige Abfüllung hat Moët Hennessy eine besondere Verpackung für das vorab versendete Verkostungsexemplar entwickelt. Die „Meinungsbildner“ erhalten den Ardbeg Auriverdes in einer goldlackierten 0,7-Liter-Flasche. In dem bei beigefügten Schreiben wird expilzit darauf hingewiesen, dass „es ausschließlich zum persönlichen Verbrauch gedacht (ist) und darf nicht an Dritte verkauft werden“. (Den Wortlaut des Anschreibens findet man bei Horst Lünings Verkostungsvideo auf Youtube, ab Minute 5).

Und genau so eine Flasche wurde am Wochenende auf www.scotchwhiskyauctions.com versteigert. Der erzielte Preis übertrifft die von Horst Lüning vermuteten 1.000 € deutlich. Der Hammer des Online-Auktionators fiel erst bei £ 2100. So werden die mit der Ardbeg Auriverdes Gold Edition bedachten „Meinungsbildner“ vor die Frage gestellt, mit der auch manche Brennerei sich konfrontiert sieht: Nutze ich die Gunst der Stunde und erziele mit dem mir zur Verfügung stehenden Produkt einen maximalen Gewinn, welches mir vorher nicht möglich war und auch sehr wahrscheinlich nie wieder sein wird?

Whiskysponge, wie immer hervorragend informiert, meldet, dass Ardbeg beim nächsten Mal das Geld gleich mitschickt und so wenigstens die Zwischenhändler ins Leere laufen lässt. Wäre auch eine Möglichkeit.

Neu: Glenfarclas 60yo

Wohl nichts, was sich unsereiner aus der Portokasse leistet – oder überhaupt, aber man wird ja noch träumen dürfen: Die Familiendestillerie Glenfarclas aus der Speyside hat einen neuen, 60 Jahre alten Whisky aus ihren alten Lagerbeständen veröffentlicht. 360 Flaschen davon gibt es, jede macht uns theoretisch um 14.500 Pfund ärmer. Belohnt wird man dafür, laut den Worten von George Grant, mit fantastischen Geschmackseindrücken und dem längsten Finish, das er je erlebt hat. Selbst 20 Minuten später, so seine Aussage, kann man immer noch die unterschiedlichen Nuancen erkennen. Wir können uns derweilen an den Bildern delektieren:

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Für Schnellentschlossene: Verkostung am 16. Mai in Linz a.d. Donau

Càrn Mòr Österreich teilt uns mit, dass für das Tasting am Freitag, den 16. Mai in  Linz noch einige Plätze frei sind. Nähere Daten und die Annmeldemöglichkeit entnehmen Sie bitte untenstehender Ankündigung:

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Glenglassaugh revisited. Neue Besen kehren gut.

von Ernie – Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries

Im März 2013 wurden die Freunde der Glenglassaugh Distillery mit einer Nachricht überrascht. PR Brands Intra Trading, bzw. BenRiach Distilling Company, erwarb die in der Nähe von Portsoy an der Nordsee in Banffshire gelegene Single Malt Distillery. Erst 2008 wurde sie von den Investoren der Scaent Gruppe um Stuart Nickerson wieder zum Leben erweckt nachdem sie im November 1986 von ihren damaligen Besitzern stillgelegt wurde. Glenglassaugh feierte mit seinen alten Abfüllungen Erfolge. Die neuen Nickerson-Produkte Revival und Evolution begeisterten und erhielten von der Kritik Bestnoten. Kein Wunder, dass der einsetzende Erfolg neue Begehrlichkeiten in der Whisky-Industrie weckte.

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Leider wurden die Dächer der Dunnage Warehouses nicht wieder mit Schiefer eingedeckt. Foto Copyright Ernst J. Scheiner. Alle Rechte vorbehalten.

Die Benriach Distillery Company Ltd. um den rührigen Billy Walker hatte bereits seit einiger Zeit einen großen Teil der Steelrack-Lagerhäuser zur Reifung ihrer BenRiach und GlenDronach Whiskys genutzt. Für rund 28 Millionen Pfund erweiterte Walker sein Portfolio bestehend aus den Brennereien BenRiach (2004), GlenDronach (2008) und des Abfüllbetriebs in Newbridge bei Edinburgh (2010). Er erkannte das schlummernde Potential der Distillery mit einer Produktionskapazität von rund 1,1 Millionen Litern reinen Alkohols: „Wir möchten das in Glenglassaugh schlummernder Potential wecken und weiterentwickeln.“

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Alte Wege, jetzt geteert, der Charme verfliegt. Foto Copyright Ernst J. Scheiner. Alle Rechte vorbehalten.

Billy Walker ist für seinen Ordnungssinn bekannt. Daher ist es kein Wunder, dass er sofort nach der Schlüsselübergabe im April 2013 mit umfangreichen Renovierungsarbeiten begann. Die maroden Dächer der viktorianischen Dunnage Warehouses wurden neu eingedeckt. Die ehemaligen Floor Maltings wurden vom Schutt gereinigt und neu gestrichen. „Wir nutzen zukünftig diesen Raum zur Lagerung der siebenhundert Octaves der Friends of Glenglassaugh.“ Die Wege wurden neu angelegt und teilweise geteert. So wird derzeit das ehemalige Brewer’s House renoviert und für eine neue Nutzung vorbereitet.

„Jede Woche kommt Billy Walker in die Brennerei und informiert sich über die Abläufe sowie den Fortschritt der Renovierungsarbeiten,“ sagt ein Mitarbeiter anerkennend.

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The First Batch Collection. Foto Copyright Ernst J. Scheiner. Alle Rechte vorbehalten.

Gegenwärtig überrascht die Glenglassaugh Distillery mit seiner leicht rauchigen Variante des TORFA mit seinen angenehmen Rauchnoten, seiner Frische und seinen Zitrus-Aromen. Die von Billy Walker im April neu herausgegebene und handverlesene First Batch Collection umfasst acht Single Malts aus den Jahren 1968, 1972, 1973, 1975, 1978, und 1986. Billy Walkers älteste Auswahl ist 45 Jahre alt und wurde im Mai 1968 gebrannt. Abgefüllt wurde dieser Ausnahme-Whisky mit natürlichen 44,3 % vol. Er wurde allerdings in einem Sherry Hogshead „double matured.“

Informationen
www.benriachdistillery.co.uk
www.glendronachdistillery.com
www.glenglassaugh.com
www.newbridgebond.co.uk

Eine fotografische detaillierte Präsentation der GlenDronach Distillery bietet The Gateway to Distilleries unter
http://www.whisky-distillery.net/www.whisky-distilleries.net/Highland_Eas_1./Seiten/Glenglassaugh.html

 

Altes erscheint wieder neu, das Brewer's House. Foto Copyright Ernst J. Scheiner. Alle Rechte vorbehalten.
Altes erscheint wieder neu, das Brewer’s House. Foto Copyright Ernst J. Scheiner. Alle Rechte vorbehalten.

Laufende Leidenschaft, schottische Landschaft und die Liebe

Der Kontakt zu einigen Schotten in Linz, eine Liaison zu einer gebürtigen Schottin, dazu die Whiskyleidenschaft des Vaters jener Dame, sind es schlussendlich, die Gerald Kalchauer aus Oberösterreich mit dem hochansteckenden Virus uisge beatha resepektive Schottland infizieren.

Linz – Stornoway, ein Marathon…
Sportlicher Ausgleich im Leben ist bekanntlich ja eine wichtige und richtige Entscheidung hinsichtlich der Work-Life-Drink-Balance, besonders wenn man als Genussmensch ab und zu gut essen und trinken möchte.
Kalchauers Laufclub in Linz fördert größtenteils Frustration zutage, er beschließt seine Passionen zusammen zu werfen, sucht über das World Wide Web auf der britischen Insel eine neue laufende Herausforderung und tritt dem Stornoway Running and Athletics Club bei.
Man trifft sich einmal im Jahr irgendwo in Europa, um gemeinsam einen Marathon zu bestreiten, auch in der Whiskyheimat quält man sich zumindest ein bis zwei Mal jährlich über eine solche Langdistanz. Kalchauer besucht somit regelmäßig die Insel, und mit Jim Bruce, ebenfalls Läufer für StornowayRAC, entsteht eine gute Freundschaft und die Idee zum Whiskyaustausch.
Heute kauft der Linzer über das Starkicker Syndicate direkt seine Whiskyfässer, verschifft diese und vertreibt sie in Österreich.
Für die nächsten Jahre sind weitere Abfüllungen und Kooperationen geplant, es ist von rund 20 Jahre alten Sherryfässern und auch einem ehemaligen Portweinholz zu hören. Zudem soll ab 2015 die wertvolle Flüssigkeit direkt in ein Alkohollager in Oberösterreich importiert werden, was die Begleiterscheinungen Logistik, Rechtliches und Zoll erheblich erleichtert.
Eine Geschichte, wie sie nur das Leben und der Whisky schreiben können, der Traum vom eigenen Whisky, über Umwege, Lauf- und Trampelpfade, die Liebe und Leidenschaft.

Ihr eigener Traum?
Für den Liebhaber gibt es also durchaus Mittel und Wege, den Wunsch nach einem eigenen Fass und dem eigenen Whisky Wahrheit werden zu lassen. Immer wieder haben Destillerien in der Vergangenheit so genannte Cask Offers ausgeschrieben, und auch 2014 finden sich bei genauer Suche Optionen. Gerade neue Unternehmungen versuchen zuweilen, die kritischen Anfangsjahre über Fassoptionen zu finanzieren – nicht anders verhielt es sich mit dem Angebot von Springbank, dass auch die Geburtsstunde des Starkicker Syndicates bedeutete.
Freilich ist in Zeiten akuter Whiskygoldgräber-Stimmung, wie wir sie aktuell beobachten, die Verfügbarkeit von destilliertem und rarem Lebenswasser ein heikles Thema, viele Produzenten hüten sich, auch nur einen Tropfen zu viel herzugeben. In den vergangenen Jahren konnte man beispielsweise noch bei Bruichladdich, Tullibardine oder Glenglassaugh „cask purchases“ vornehmen, heute ist dies nicht mehr möglich.

Aktuell findet sich im Portfolio der Isle of Arran Distillery ein solches Cask Offer, man wählt einen Fasstyp und die entsprechende Größe, schließt ein Bestellformular und die Zahlung ab, im Gegenzug erhält man „a receipted invoice, stock certificate and display certificate detailing the cask number, capacity (expressed in litres of pure alcohol – l.p.a), strength and cask type“.
Zur Wahl stehen 2014 ein First Fill Ex-Bourbon Barrel, First Fill Ex-Sherry Hogshead sowie ein weiteres Bourbon Barrel getorften Inhalts.
Der festgesetzte Preis beinhaltet Versicherung und Lagerung für zehn Jahre, in Arran Warehouses, was aber nicht zwangsweise eine Reifung auf der Insel bedeuten muss (die Destillerie reift Teile ihres Bestandes am Festland). Entscheidet man sich dafür, die Engel etwas länger an seiner wertvollen Errungenschaft mit naschen zu lassen, wird jährlich eine weitere Gebühr verrechnet.
Für das restliche Prozedere bietet Arran lediglich Empfehlungen an, die Entscheidungen, und damit verbunden auch weitere Kosten, muss man selbst tragen.
In regelmäßigen Abständen kann man sich samples seines Whiskys schicken lassen, um den idealen Zeitpunkt für die Abfüllung zu erwischen. Der Anbieter legt einen zehnjährigen Single Malt mit 46% Volumen Alkohol nahe, selbstredend kann man sich auch für 40% vol. oder cask strength entscheiden. Die Anzahl der Flaschen, die sich rechnerisch daraus ergeben, variiert natürlich abhängig von den finalen Schritten, die zu setzen man sich überwindet.
Einer davon ist auch der Vorgang des Füllens und Etikettierens, Isle of Arran Distillers LTD. besitzt selbst keine bottling plant, daher muss sich der private Fasskäufer an einen der „recommended bottlers“ wenden und diesen mit einem gewünschten Label versorgen, “Single Malt, produced at the Isle of Arran Distillery” darf auf diesem stehen.
Pro 12er Karton wird dann ein bestimmter Preis veranschlagt, inklusive Korken, Karton und Etikettierung. Auch Teilfüllungen und eine Weiterreifung des noch im Fass verbleibenden Whiskys sind möglich.
Hat man dann endlich seine eigene Single Malt Flasche in der Hand, wird einem schmerzlich bewusst, dass man vermutlich immer noch in der bottling plant irgendwo in Schottland steht, und man sich nun darüber den Kopf und die Geldbörse zerbrechen muss, wie das Gut von hier wegkommen kann.
Stichwort: „Duty and VAT are due after the cask has been bottled and the finished goods are removed from the bonded warehouse.“
Und weiter lautet es da: „It is up to the cask owner to find a suitable importer in the destination country and to arrange the export but the bottling plants may be able to assist with this.
Please note it is the responsibility of the cask purchaser to be aware of all regulations prevailing in their country of residence regarding the importation of alcohol plus any issues regarding labelling. Planned legislation in the UK will mean that the spirit can only be shipped out of the country in bottled form.“

Zu guter Letzt bietet man auf der Website auch noch eine schätzungsweise Preiskalkulation, so dass der Traum nicht schnell und überraschend zum Albtraum wird, wenn die Rechnung ins Haus flattert.

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Whisky will wohlüberlegt sein…
Zusammenfassend kann man wohl klar sagen, dass der Romantik des unabhängigen Abfüllers eine große finanzielle und organisatorische Hürde vorangestellt ist. Zu sagen: „ich mache jetzt meinen eigenen Whisky, kaufe ein Fässchen, warte ein bisschen und räume schon einmal das Glencairn aus dem Schrank“, wäre illusorisch.

Auch bei Glengoyne kann man „a dram good offer“ wahrnehmen. Angesichts der Tatsache, dass in Schottland in den kommenden Jahren wieder 120 bis 130 aktive Destillerien beheimatet sein werden, eine Vielzahl an neuen Brennereien gerade gebaut wird oder mancherorts bereits die ersten neuen washes und low wines destilliert werden, kann man aber fast sicher sein, dass vereinzelt wieder mehr Fassangebote die Whiskylandschaft bereichern.

… Und wohl getrunken…
Und dann kann jeder für sich entscheiden und kalkulieren, ob man sich dem Traum vom eigenen Whisky hingibt oder doch lieber zum Händler seines Vertrauens geht und schlichtweg eine Flasche aus dem Regal greift, aufmacht und trinkt.

Geschichten, wie sie nur das Leben und der Whisky schreiben.
Mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec

Serge verkostet: ein Tasche voll Blends

Heute im Glas: 5 Blends auf Whiskyfun, zufällig ausgewählt. Der zum Start gewählte Malcolm III Canmore unterbietet mit 48 abgefüllten Flaschen jedes Single Cask Bottling, und das von Serge vergebene Attribut „sehr Compass-Boxig“ unterstreicht, dass es hier um ein Handwerk geht. Insgesamt meint es der Zufall sehr gut mit Serge Valentin. Denn so richtig schlecht werden diese Blends insgesamt nicht von ihm bewertet. Und der Old Rarity zum Abschluss lässt uns ein wenig daran zweifeln, dass hier der Zufall alleine Regie geführt hat. Es sei ihm gegönnt, wir hätten es genauso gemacht.

  • Malcolm III Canmore (55.5%, Mr. Whisky, Queens & Kings, blended malt, 48 bottles) 86 Punkte
  • Hankey Bannister 12 yo ‚Regency‘ (40%, OB, Scotch blend, +/-2103) 83 Punkte
  • The Antiquary 21 yo (43%, OB, Scotch blend, +/-2103) 87 Punkte
  • Dewar’s 18 yo (40%, OB, Scotch blend, +/-2103) 79 Punkte
  • Old Rarity (75°proof, OB, Bulloch & Lade, +/-1945) 94 Punkte

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