Glenesk, früher auch Highland Esk Distillery und North Esk Distillery, war eine Whiskybrennerei nahe der Stadt Hillside, Angus, Schottland. Die Brennerei wurde 1897 von dem aus Dundee stammenden Weinhändler James Isle als Highland Esk Distillery aus einer Flachsmühle gegründet. Sie stellte zunächst Malt Whisky her. J.F Caille übernahm die Destillerie 1899 und benannte sie in North Esk Distillery um. Während des Ersten Weltkriegs war die Brennerei geschlossen, öffnete jedoch danach wieder. 1938 übernahmen Associated Scottish Distilleries den Betrieb und stellten die Produktion aufGrain Whisky um. Nach dem Verkauf an Distiller Company Ltd. (DCL) 1954 kam die Brennerei zu Scottish Malt Distillers (SMD). Diese stellten die Produktion abermals auf Malt Whisky um. 1980 fand eine erneute Umbenennung aufGlenesk statt und die Brennerei wurde 1985 geschlossen. Nach Verlust der Brennlizenz 1992 wurden die Gebäude 1996 teilweise abgerissen und an Paul’s Malt verkauft. Die ehemalige Brennerei wurde zu einer großen Mälzerei ausgebaut, die bis 2010 zu Greencore Malt gehörte, einem Tochterunternehmen der irischen Lebensmittelgruppe Greencore. 2010 wurde Greencore Malt an die belgische Boortmalt-Gruppe veräußert, eine Tochter der französischen Agrargenossenschaft Axéréal.
Zum Brennen standen jeweils zwei Grobbrandblasen (Wash Stills) und Feinbrandblasen (Spirit Stills) zur Verfügung. 1968 wurde eine große Trommelmälzerei installiert.
Single-Malt-Abfüllungen sind teilweise als Glenesk, im Wesentlichen jedoch unter dem Namen Hillside erhältlich. Heutzutage sind manchmal noch Abfüllungen im Rahmen der Rare Malt Series erhältlich. Glenesk wurde auch zur Produktion von Blends verwendet. So war er ein bedeutender Anteil des VAT 69.
Glenesk Destillerie und Mälzerei, Foto von Stanley Howe, CC-Lizenz
Aus der Jack Daniels Distillery, Foto von Serge Melki, CC-Lizenz
American Whiskey ist für so manchen Freund des schottischen Lebenswassers ein unbeschriebenes Blatt, der kleine und bestenfalls belächelte Bruder oder einfach ein Sammelsurium von whiskytechnischer Belanglosigkeit in Kombination mit Vanille, Süße und Überholzung.
Dass es jenseits des Großen Teichs aber großartige Tropfen zu entdecken gibt und die amerikanische Whiskeylandschaft in einer Vielfalt erblüht und mit Topqualität auftrumpht, kann im Jahre 2013 einfach nicht mehr wegdiskutiert werden – und dem wollen wir in Folge auch bei Whiskyexperts Rechnung tragen und mehr Beiträge über American Whiskey bringen.
Bourbon mit Bowmore und Tennessee mit Tullibardine 1:1 vergleichen zu wollen funktioniert schlichtweg nicht, und man muss schon den verschiedenen Whiskys dieser Welt ihren eigenen Charakter und Charme zugestehen, um auch mit einer gewissen Unvoreingenommenheit an die Thematik und das Verkosten herangehen zu können.
Als Einführung in dieses spannende Kapitel möchten wir uns aber nicht in einer Lawine aus Regularien, Abhandlungen über den Bourbon Act oder das Lincoln County Verfahren ergehen, sondern mit einer witzigen Randanekdote die Erste-Kennenlern-Verkrampfung lockern und ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern.
Anfang Mai wagte der Weinexperte Robert Parker einen Ausflug in die Welt des Bourbon – mit jeder Menge Tasting Notes und Wertungen, die allesamt hier zu lesen sind:
Für einen Bourbon-Laien mag das ja alles sehr bedeutsam und interessant klingen, aber für einen Bourbon-Kenner – naja, lesen Sie hier die Antwort von Chuck Cowdery:
Robert Parker und seine berüchtigte 100Punkte Wertung wird besonders den Wein-afinen Whiskyfreunden ein Begriff sein. Der Einfluss, den dieser Mann auf die Weinwelt hatte und nach wie vor hat, ist unbestritten aber sicher nicht unumstritten. Beim Bourbon ist er allerdings sehr offensichtlich aufs Glatteis geraten
Die oben angeführten Artikel werfen auch insgesamt ein sehr interessantes Licht auf den Impact angeblicher Experten und deren teilweise halbunabhängige Sicht der Dinge und Beurteilung gewisser Produkte.
Und egal was Herr Parker sagt oder ob ihm George T. Stagg schmeckt oder nicht, Bourbon und andere amerikanische Whiskys sind eine Reise wert. Und ich kann Ihnen versichern, ein Glas dieser flüssigen Verführung kann Sie ganz schnell nach Kentucky, Tennessee oder sogar Utah versetzen, und all das ohne ein Flugticket kaufen zu müssen.
Cheers, Slàinte und mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec
Bartender (derzeit American Bar, The Savoy, London)
Dies ist der fünfte Tag unseres Leserwettbewerbs: Schicken Sie uns ein Foto, das mit Whisky zu tun hat und gewinnen Sie von Whiskyexperts.net eine Flasche Glen Grant Five Decades – freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Glen Grant Destillerie. Wie Sie mitmachen können, erfahren Sie hier. Abgestimt wird dann am Ende des Monats.
Heute gibt es ein Foto, das uns Klaus Reupke gesendet hat. Er schreibt dazu: Das Foto wurde von mir im Mai 2013 in der Scapa Destille auf den Orkneys aufgenommen. Durch das Glas sieht man in den Hof. Im Glas der aktuelle 16 jährige Scapa.
Die Aquavitae ist keine reine Whisky-Messe, sie präsentiert den Besucherinnen und Besuchern die große Welt der Spirituosen. Neben Whisky bieten die Aussteller noch Grappa, Tequila, Rum, Vodka oder edle Obstbrände. In den letzten beiden Jahren war die Zeche Zollverein in Essen der Veranstaltungsort, doch die Hallen dort wurden für den Andrang zu klein. In diesem Jahr findet die Aquavitae am 12. und 13 Oktober in der Stadthalle in Mülheim an der Ruhr statt. Thilo Marquaß, geschäftsführender Gesellschafter des Veranstalters Rolf Kaspar GmbH, gibt uns in seinem Video eine Vorschau.
Für unsere Redakteure aus dem Ruhrgebiet ist die Aqua Vitae fast ein Heimspiel und damit natürlich ein Pflichttermin.
Und weiter geht es mit den Jubiläumstastings auf Whiskyfun: Diesmal verkostet Serge Valentin 5 Abfüllungen von Bruichladdich (2002, 1993, 1988, 1973, 1964) – und viel zu bemäkeln gibt es seiner Meinung nach nicht. Hier ist es so, dass die jüngeren Abfüllungen leicht die Nase vorne haben:
Bruichladdich 2002/2013 (55.2%, Malts of Scotland, bourbon barrel, cask #MoS 13026, 235 bottles): 90 Punkte
Bruichladdich 12 yo 1993/2006 (46%, The Alchemist): 87 Punkte
Bruichladdich 20 yo 1988/2008 (52.6%, James MacArthur, bourbon wood, cask #1883): 82 Punkte
Bruichladdich 30 yo 1973/2003 (40.2%, OB, bourbon, 4200 bottles): 87 Punkte
Bruichladdich 1964/1994 (50.4%, Gordon & MacPhail, Cask series, casks #3673-3675): 88 Punkte
Vom italienischen Abfüller Wilson & Morgan gibt es etwas Neues zu vermelden: Einen 25jährigen Glenrothes in der Holzbox, aus dem Sherry-Butt #4251, abgefüllt mit den für diese Linie üblichen 50%. Der Abfüller schreibt darüber:
Ein klassischer Speysider in seiner traditionellsten Ausprägung einer Sherryfass-Abfüllung: ein Beispiel perfekter Balance zwischen Fass und Malt. In der Nase hat er sehr herbstlcihe Noten kandierter Orangen, frischer Kekse und eine delikate Nussigkeit. Am Gaumen überzeigt er mit der sanften Balance aller Geschmäcker: Aprikosen, getrocknete Rosinen, Orangen und Nüsse – ohne jemals eine Fruchtbombe zu werden, ergänzt wird das durch eine nie vordergründige und nie weinbetonte Trockenheit. Später wird er fast mineralisch, mit genau der richtigen Menge an Eiche. Klassisch und elegant wären die Schlüsselwörter für diesen Whisky, der sich nie zu weit in eine einzige Richtung vorwagt.
Wann genau diese Abfüllung im Handel eintrifft, lässt sich noch nicht sagen, aber es sollte bald soweit sein. Preislich wird er sich, sollte er die Tradition dieser Linie nicht brechen, wieder um die 100 Euro einordnen (ev. leicht darüber). Die vorigen Abfüllungen in der naturbelassenen Holzkiste von Wilson & Morgan waren ja sehr angenehm und von guter Qualität – insofern kann man sich auf diesen Glenrothes also wahrscheinlich freuen.
Wie wir von Mark Armin Giesler aka ‚THE German Grouse – wohlgemerkt der einzige zertifizierte deutsche Maischer/Destillateur in Schottland und Mashman & Stillman bei Glenturret Distillery – erfahren durften, hat Glenturret endlich nach langer Zeit mal wieder eine Sonderabfüllung auf den Markt gebracht.
Das neue Mitglied der Destille ist der „Glenturret 18yo Single Cask“, ein Sherry Butt abgefüllt mit 59,8% Vol. und leider auf nur 516 Flaschen limitiert.
Tastingnotes:
Farbe: Dunkles Stroh
Nase: karamellisierte Ananas, goldener Sirup, Vanille Biskuit sowie Orangenschale und Zimtrinde.
Geschmack: Zedernholz, Vanille, Ingwer und Orangenschale.
Finish : lange nachklingende Würze.
Erhältlich ist er leider nur in Großbritannien und dort auch nur im destilliereigenen Shop in Crieff.
Wer also die Möglichkeit hat, sich eine Flasche vor Ort zu kaufen, für den ist sie für £ 180 (ca.205 €) zu haben.
Glen Albyn war eine Whiskybrennerei in Inverness, Schottland. Die Brennerei wurde am 10. Oktober 1844 von James Sutherland gegründet. Im November 1849 wurden Teile durch ein Feuer zerstört, die Destillerie konnte aber schon im Februar 1850 wieder produzieren. Ab 1855 sollte die Brennerei verkauft werden, aber da sich kein Käufer finden ließ, wurde sie 1866 stillgelegt und nur noch als Getreidemühle benutzt. Erst 1884 wurde sie von Gregory and Co. wieder zur Brennerei umgebaut. Zwischen 1917 und 1919 diente sie als US Marinestützpunkt und es wurden hier anstelle von Whisky Seeminen hergestellt. 1920 wurde die Brennerei von James Mackinlay und John Birnie (Mackinlay & Birnie Ltd.) übernommen, 1972 an Distillers Company Limited (DCL) verkauft, 1983 geschlossen und 1986 abgerissen. Auf dem Gelände steht heute ein Supermarkt.
Das Wasser der zur Region Highlands/Northern Highlands gehörenden Brennerei stammte, wie bei der gegenüberliegenden Glen Mhor, aus dem River Ness. Sie verfügte über eine Wash- (8.000 l) und eine Spiritstill (7.000 l) die von Fleming, Bennet & McLaren in Glasgow hergestellt und seit 1964 durch Dampf erhitzt wurden.
Vor fünfzig Jahren hat Master Distiller Jim McEwan seine Karriere in der Whisky-Industrie begonnen. Er ist mit Sicherheit einer der bekanntesten Persönlichkeiten im Whisky- Business und eine Inspiration für viele, die in diesem Geschäft tätig sind. Jeder bei Bruichladdich und all die Laddiefans auf der ganzen Welt waren mächtig erleichtert, als er verkündete, dass Gerüchte über seinen Rücktritt falsch waren und dass er der Bruichladdich- Familie, wir berichteten, für ein paar weitere Jahre erhalten bleibt.
Zum Zeichen der Anerkennung hat Bruichladdich auf Ihrer Homepage einen Auszug seiner kürzlich geschriebenen Biographie veröffentlicht, wir wollen euch dies natürlich nicht vorenthalten.
Ich begann meine Arbeit am 1. August 1963 als Küferlehrling bei der Bowmore Distillery. Während dieser Zeit habe ich viel Erfahrungen gesammelt und lernte praktisch jeden wichtigen Aspekt der Destillation kennen – vom Lagern über das Maischen bis hin zur Mälzerei. Im Jahre 1971, im Alter von 22, wurde ich Kellermeister, eine Position, die ich bis zum Februar 1976 inne hatte, bis ich gefragt wurde, ob ich bei Roseburn Bonding Co in Glasgow Bridgeton als Trainee Blender anfange möchte. Dort wurde mir die wertvolle Kunst der Assemblage (Zusammensetzung) gelehrt, und später wurde ich der Manager von The Tannochside Bonding Co, eine große Blend-Anlage, die Bowmore gehörte. Das war im Januar 1978.
Im Februar 1986 kehrte ich zur Bowmore Distillery zurück, diesmal jedoch als Manager, wo ich für die nächsten 12 Jahre blieb. Es war während dieser Zeit in Bowmore, wo ich viele Reisen zu verschiedenen Whiskyevents auf der ganzen Welt unternommen habe; zunächst erst ein paar Mal pro Jahr, als Botschafter waren es hinterher über 30 Wochen pro Jahr. Im Jahr 1995 wurde ich dann von der International Wine and Spirit Challenge eingeladen, um in ihrem Team als Spirit Judge zu sitzen, eine Einladung, auf die ich sehr ich stolz war und der ich gerne nachgekommen bin. In der Tat ist es eine Position, die ich immer noch inne habe. Im gleichen Jahr wurde ich auch Juror bei der International Spirit Challenge. Ebenfalls 1995, habe ich den prestigeträchtigen Titel „Distiller of the Year“ von der IWSC verliehen bekommen, der mir im Jahr 2000 nochmals verliehen wurde. 1998 durfte ich die Auszeichnung „Industry Leader of the Year“ USA entgegen nehmen.
Im Frühjahr 2000 kam Gordon Wright, zusammen mit Mark Reynier und Simon Coughlin, damals in der Hoffnung, die Bruichladdich Distillery zu kaufen, auf mich zu. Die Entscheidung, Bowmore zu verlassen war ziemlich einfach, denn ich wollte wieder zurück zum Eigentlichen, der Destillation. Außerdem war ich erschöpft vom ständigen Reisen und dem mangelnden Familienleben – und nahm als Bonus die Rückkehr nach Hause, nach Islay, mit.
Die letzten 12 Jahre bei Bruichladdich waren eine Achterbahnfahrt, aber die Fortschritte zu sehen, die wir gemacht haben und die Freunde, die wir gewonnen haben , war wohl die wundervollste Erfahrung. Diese alte Brennerei von den Toten auferstehen zu lassen und zur 3-maligen “ Distillery of the Year „, 4-fachen“ Innovator des Jahres“ sowie zur Gewinnerin einer Vielzahl von anderen Auszeichnungen aus der ganzen Welt werden zu lassen, ist einfach unglaublich. Die größte Belohnung für mich ist jedoch, dass die vielen guten Menschen von Islay in mir die Symbolfigur von Bruichladdich sehen.
Es war ein Reise von nicht weniger als 50 Jahren, mit ihren Höhen und Tiefen – und aus diesen Erfahrungen zu lernen machte mich besser. Nun, unter der Leitung von Remy Cointreau, sehe ich eine große Zukunft für das Team hier auf Islay. Ich werde weiterhin an meinen Traum arbeiten und jage Single Malt Rainbows auf der Suche nach dem “ perfect Dram.“
Hier nochmal all seine Auszeichnungen auf einen Blick, und zollen ihm unseren Respekt vor dieser doch außergewöhnlichen Leistung.
1990 – Spirit Judge – International Wine and Spirit Challenge
1995 – Spirit Judge – International Spirit Challenge
1995 – Distiller of the Year – IWSC. London
1996 – Honorary member of An Quaich Society – Canada
1997 – Ambassador of Islay by Japan – JBA
1997 – Honorary member of the Malt Whisky Embassy – Berlin
1998 – Taster of Honour by Highland Circle – Nurnberg, Germany
1999 – Keeper of the Quaich – UK
1999 – Honorary Taster Akarak Single Malt Society – Sweden
2000 – Distiller of the year – IWSC – London
2000 – Honorary member of the Companion of the Quaich – Canada
2001 – Honorary member of the Lords of Lochindaal – Lubeck, Germany
2001 – Chair judge – IWSC
2002 – Distiller of the year – Whisky Magazine
2002 – Brotherhood of Whisky Tasting – Switzerland
2003 – Personality of the year – Whisky Magazine
2003 – Distiller of the year – Whisky Magazine
2007 – Certificate of Honour – Celtic Whisky Circle
2007 – Middle Cut of Helsinki Award
2007 – Honorary Member, Scotch Malt Whisky Society – Austria
2009 – Honorary Member Loch and Key Society – USA
2009 – Acheivement Award – Oran Mhor – Scotland
2011 – Innovator of the Year2013 – Creator of the Year
Tag vier unseres Leserwettbewerbs: Schicken Sie uns ein Foto, das mit Whisky zu tun hat und gewinnen Sie von Whiskyexperts.net eine Flasche Glen Grant Five Decades – freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Glen Grant Destillerie. Wie Sie mitmachen können, erfahren Sie hier. Abgestimmt wird dann am Ende des Monats.
Von Kristof Haug stammt der heutige Wettbewerbsbeitrag – und er schreibt dazu: „Anbei der Verfasser über der Isle of Arran Destillery und dem Tal von Lochranza zum diesjährigen Malt & Music Festival / 18. Destilleriejubiläum, frei nach dem Motto „Erst wandern, dann ran an die Whiskybar“ 😉
Wer auf der Whiskylandkarte nach einer An Cnoc Distillery sucht, wird bald erfolglos das Handtuch werfen. Dem kleinen namentlichen Verwirrspiel liegt zu Grunde, dass die Besitzer der Destillerie Knockdhu fürchteten, man würde ihren Whisky mit Knockando verwechseln. Nun ja, Ardmore ist auch nicht Ardbeg, Glenlivet nicht Glenlossie und wer sich die Whisky Schatzsuche begibt, würde sich dieser Gefahr wohl bereitwillig aussetzen.
Unbestritten bleibt allerdings, dass Knockdhu eine – wie ich finde – höchst unterschätzte und unterrepräsentierte Destillerie ist, die großartige Malts zu bieten hat.
Der Gründung im Jahre 1893 folgte ein geschichtlich turbulentes Wechselbad der Gefühle, erstmalig zwischen 1931 und 1933 geschlossen, folgten fünfzig Jahre unter United Distillers Führung, die in einer erneuten Schließung 1983 währen wirtschaftlich schwerer Zeiten folgte.
Inver House, die auch Balblair, Pulteney, Speyburn und Balmenach unter ihrer Obhut haben, kaufte 1988 die Knockdhu Destillerie und heizte 1989 die stills an.
Eine kleine, feine Auswahl an offiziellen Abfüllungen, beginnend mit einem 12y, 16y, 22y, ein sehr rarer 35y, und einige Vintage Malts, sowie Abfüllungen, deren Label von dem Schottischen Künstler Peter Arkle designed werden.
Unabhängige Abfüllungen sind sehr selten, dann aber eher unter dem Destillerienamen Knockdhu, ebenso wie zwei (official bottlings) Sammlerstücke in einer schwarzen Flasche und Box, 21y und 23y Knockdhu in Fassstärke – traumhafte old school Speyside Whiskies.
Stichwort Speyside: dort ist die Brennerie, deren Name „schwarzer Hügel“ bedeutet, angesiedelt, genauer gesagt im malerischen Örtchen Knock, Aberdeenshire.
Die Destillerie Knockdhu (An Cnoc). Bildrechte bei Lars Pechmann.
Der Unternehmer John Morrison kaufte das Grundstück „Knock“ im Jahre 1892, wo er alsbald am Fuße des Knock Hill auf eine vielversprechende und qualitativ hochwertige Wasserquelle stieß. Eine Untersuchung durch ein Laboratorium aus Edinburgh von Distillers Limited betrieben) und ein Offert, das Gelände von Morrison zu kaufen, folgten, um die Destillerie zu errichten.
Der Charakter des Malts heute ist von Komplexität, Vielfalt und Aromen geprägt, die etwas von der, oft mit Speyside assoziierten süßlich malzigen Stilistik, weggehen. Dazu bemühen sich die Betreiber ihrem Whisky eine zusätzliche Qualitätspräsentation angedeihen zu lassen, alle Abfüllungen (bis auf den 12y) weisen zumindest 46% vol. auf, sind nicht gefärbt oder kühlfiltriert. Auch dezent getroftes Gerstenmalz wird verwendet, größtenteils für Inver House eigene Blend Marken. Eine wash und eine spirit still können jährlich eine Kapazität von ca. 1,5 Millionen Litern reinen Alkohols produzieren, die nach der Destillation mittels gusseiserner worm tubs gekühlt werden.
An Cnoc 1975 26y Highland Selection, 48,2% vol., ncf
Unter dem Namen Highland Selection bringt Inver House eine Reihe von Abfüllungen seiner fünf Destillerien auf den Markt, die von den distillery managern speziell selektioniert und dieser raren Sammlung zugeführt werden.
Dieser seltene Knockdhu Tropfen trägt nicht nur den Originalnamen am Etikett sondern birgt auch ein außergewöhnliches Whiskyerlebnis in der Flasche.
Nase: cremig weiches Vanille Opening, sanfte Frucht und auch Salzzitrone, plötzlich Melone!?! überraschend aber ganz prägnant, saftig vollreife Zucker- und Cantaloopmelone, etwas „seifige“ (nicht negativ) Getreidekomponenten verstecken sich dahinter, und dann rollen frische Haselnüsse daher, umgeben von ganz hellem Zucker und etwas Honig, auch vegetabile Aromen von Gurke und Sellerie spielen mit, ein ganz vorsichtiger dash Wasser bringt mehr dunkle Noten zum vorschein, Melasse trifft Melone, zehn Minuten braucht dieses komplexe flüssige Gold im Glas um mit dunklem Rauch und röstigen Malzaromen aufzuwarten, gleich darauf sagt noch etwas grüner Apfel „hallo“ um uns zu erinnern, dass dieser Malt für sein Alter unglaublich frisch wirkt, verspiel, sehr ausgewogen
Gaumen: feinste Vanillecreme, mit Marille und Pfirsich getoppt, voll, fett, cremig, richtig chewy, hier ist sie wieder, die Melone, Orange, heißer Buttertoast, entwickelt auch würzige Noten und insgesamt mit feiner, trockener Struktur
Finish: lang, länger, noch länger, zieht sich wunderbar dahin, getragen von diesem Spiel aus trockenen Vanillenoten, mit frischer Frucht hinterlegt, dann kommen Gewürznoten von Thymian und Liebstöckel, auch Muskat gesellt sich in den bunten Reigen, dezenter Pfeffer gegen Ende
Alles in allem: was soll man sich denn noch wünschen von einem Single Malt, erzählte Geschichte im Glas, ein Sammelsurium von Aromen, Geschmäckern und Eindrücken, die alle in Harmonie zueinander stehen, ständig neue Überraschungen, und von einer Jugendlichkeit, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.
Ein Erlebnis, ein seltenes wohlgemerkt, aber ein außergewöhnlicher Malt.
Verkoster: Reinhard Pohorec arbeitet zur Zeit als Bartender im Savoy in London und beschreibt sich selbst als leidenschaftlicher Whiskygenießer. Er hat sich in seinem Berufsfeld auf den Purbereich und Whiskys spezialisiert und ist für whiskyexperts als freier Kolumnist tätig.
The Teeling Whiskey Co. aus Irland hat seit dem 01.08. einen neuen Whiskey im Portfolio: Der „The Gathering “
Der neue in der Familie Teeling ist ein 11-jähriger Single Malt Whiskey und wird an den Flughäfen von Cork und Dublin erhältlich sein.
Der Whiskey wurde mit 46% non chill filtered abgefüllt und reifte in Ex-Bourbon Fässern. Laut der Destillerie ist er ein wahrer irischer Charakter.
Erhältlich in 70cl Flaschen, ist die auf 1.000 Flaschen limitierte Auflage für 69,95 € zu haben.
„The Gathering“ ist die Bezeichnung für eine staatlich geförderte Kampagne, die entwickelt wurde, um Menschen irischer Herkunft zu ermutigen, das Land ihrer Vorfahren im Jahr 2013 zu besuchen.
Jack Teeling, Gründer der Teeling Whiskey Company, sagte in der Pressemitteilung: „Wir freuen uns sehr, dass wir in der Lage gewesen sind mit der „The Irish Whiskey Collection “ zusammen zu arbeiten, und widmen diesen ganz besonderen Whisky der Initiantive „The Gathering“. Mit seinem robusten, fruchtigen Duft und seinem komplexen Geschmacksprofil ist der „The Gathering“ eine Whiskey- Abfüllung, die einfach ein Fest ist, und alles Gute eines Irish Whiskey in sich vereint.“
Caperdonich ist eine ehemalige Whiskybrennerei in Rothes, Morayshire. Die Brennerei wurde 1898 durch James Grant als Glen Grant No. 2 gegenüber von Glen Grant gegründet. Die beiden Destillerien waren bis zur ersten Schließung von Glen Grant No. 2 1902 durch eine Pipeline verbunden. Erst 1965 wurde die Brennerei durch Glenlivet Distilleries renoviert und unter dem Namen Caperdonich wiedereröffnet. 1967 wurde sie um zwei Brennblasen auf vier erweitert. 1977 ging sie an Seagram und 2001 zu Pernod Ricard, die sie im August 2002 stilllegten und Teile des Geländes verkauften. Ende 2010 wurde die Brennerei abgerissen.
Die The Owl Distillery aus Belgien hat inzwischen eine Wash- und eine Spiritstill der Brennerei erworben.
Das Wasser der zur Region Speyside gehörenden Brennerei stammte aus dem Black Burn (Caperdonich Well). Die Destillerie verfügte über einen Maischbottich (mash tun) (4,6 t) aus Edelstahl und acht Gärbottiche (wash backs) (zusammen 184.000 l). Destilliert wurde in zwei wash stills (zusammen 23.000 l) und zwei spirit stills (zusammen 14.000 l).
Caperdonich Destillerie (jetzt abgerissen), Foto von Potstill.org
Als Nachfolger der erfolgreichen ‘Art of Hosting’ Serie 2012 veröffentlich Chivas einen neuen Chivas 12. Im Einzelhandel erhältlich, gibt es zum anderen Design noch sechs Untersetzer aus Leder.
Zielgruppe ist der ‘Modern Gentlemen’, der als perfekter Gastgeber seiner Hausparty mit den fünf modernen Gesellschaftsspielen von „Mash Tun“ (für iPhone und iPad ) seine Gäste zu unterhalten weiß (das sieht dann so aus).