Drei Abfüllungen aus der Destillerie Glentauchers in der Speyside stehen heute auf der Verkostungsliste von Serge Valentin von Whiskyfun. Alle drei sind oder waren leistbare Varianten von unabhängigen Abfüllern, alle drei bekommen eine durchaus gute Bewertung:
Glentauchers 1997/2013 (54.3%, Gordon & MacPhail for The Whisky Exchange, refill sherry, cask #5580): 88 Punkte
Glentauchers 17 yo 1996/2014 (57.2%, Tasting Fellows, barrel, 146 bottles): 86 Punkte
Glentauchers 34 yo 1975/2010 (43.7%, The Taster, Scotch Malt Sales, Japan, cask #8883, 158 bottles): 89 Punkte
Glentauchers Destillerie, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz
Nicht nur in Schottland wachsen die Destillerien wie Pilze aus dem Boden – auch am anderen Ende der Welt gibt es Pläne für neue Brennereien: Laut den Otago Daily Times soll in Cardrona auf der Südinsel Neuseelands (siehe Karte) eine neue Destillerie entstehen. Desiree Reid, 35, hat ihre Farm zu diesem Zweck verkauft und will nun eine Destillerie aus dem Nichts erschaffen. Bis Weihnachten soll die Produktion starten, mit einer Brennblase, die aus Edinburgh geliefert wird und einem „in Schottland geborenen und aufgewachsenen Brennmeister“. Um die Zeit bis zum ersten Whisky zu überbrücken, will sie auch Fruchtlikör und Rosenparfüm erzeugen.
Traditionell gereifter Whisky versus jung und vom Marketing gestaltet – so betitelt Ralfy heute seine Videoverkostung auf Youtube. Der traditionell gereifte Whisky ist ein Mortlach 21yo von Gordon & MacPhail – auch eine interessante Abfüllung per se, der Entwicklungen in dieser Destillerie wegen, der junge der in der letzten Woche besprochene leicht getorfte Tomatin namens Cù Bòcan. Die Wertungen: 86 Punkte für den Mortlach, letzte Woche gab es 82 für den Cù Bòcan. Keine Frage, dass Ralfy den traditionellen Whisky gegenüber einem No Age Statement bevorzugt, aber man sollte sich hüten, diesen Vergleich zu allgemein zu betrachten. Es gibt weniger gute traditionelle Whiskys und gute NAS-Abfüllungen – Den Geschmack erkennt man immer erst im Glas. Generell wieder ein interessantes Video, knapp über 16 Minuten und wert, gesehen zu werden.
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Sein Glas füllt Serge Valentin heute mit zwei unabhängigen Abfüllungen aus der Speyside-Brennerei Auchroisk und hadert mit der Aussprache des Namens. Wie bei manchen Destillerienamen ist es auch noch ein Unterschied, ob der Name in Gälisch oder Englisch ausgesprochen wird. Unabhängig von einer richtigen oder falschen Aussprache findet er die beiden Abfüllungen nicht schlecht, aber auch nicht herausragend, was zu mittleren Bewertungen für Beide führt:
Auchroisk 17 yo 1996/2013 (48.2%, The Whisky Agency, Liquid Library, refill barrel, 208 bottles) 78 Punkte
Auchroisk 23 yo 1990//2013 (49.8%, Sansibar) 83 Punkte
Für ihre nächste Ausgabe des Chapter 13 startete The English Whisky Co. einen Label-Design-Wettbewerb (wir berichteten). Heute wurde im März-Newsletter der Destillerie die Gewinnerin vorgestellt. Die Jury entschied für den für ein Whiskylabel recht ungewöhnlichen Beitrag von Emma Garner. Die Abfüllung mit dem vollständigen Label wird Anfang April vor dem St.George’s Day (23. April) vorgestellt werden. Wir sind gespannt.
Nur noch wenige Whisky-Brennereien in Schottland sind in Familienbesitz, und nur drei sind es seit ihrer Gründung durchgehend: Springbank, Glenfiddich und Glenfarclas. In Nürnberg traf Gabriele den Glenfarclas-Erben und dortigen Sales Director George Grant. In ihrem Blog whiskyundfrauen finden wir heute morgen das Interview mit ihm, in Englisch und in der übersetzten Fassung.
Gleich in Keith in der Speyside findet sich die Destillerie Strathmill, die zu Diageo-Konzern gehört und seit 1891 in relativ überschaubaren Mengen Whisky produziert. Das Meiste wandert in Blends, erst ab 1993 finden wir eigene Single Malt Abfüllungen, aber die Originalabfüllungen lassen sich an den Fingern einer Hand abzählen. Von Unabhängigen allerdings gibt es mittlerweile gut und gerne 140 verschiedene Strathmill-Abfüllungen – und eine davon hat unser Autor Bernhard Rems jetzt verkostet. Es handelt sich um die 23jährige Strathmill-Abfüllung des österreichischen Abfüllers Single Cask Collection, die mit 51,3% aus dem Sherry Butt abgefüllt wurde. 470 Flaschen davon gingen an Single Cask Collection, weitere 60 wurden als Clubflaschen für Munich Spirits abgefüllt, und zwar im Juli des vorigen Jahres. Die SCC-Abfüllung ist in deren Webshop noch erhältlich.
Nase: Ganz ausgezeichnet, was einem da in die Nase steigt: für mich war da zuerst der Eindruck von warmen Rhabarber-Kompott oder Ananas-Erdbeeren, die mit Puderzucker bestreut und einem Spritzer Zitronensaft abgeschmeckt wurden. Dann ist da etwas Mandarine dahinter und diese generelle Sherry-Süße und -fruchtigkeit. Dann findet man Vanille in Spuren, etwas Apfel und ein Kirsch-Campino. Sehr weich und füllig kommt dieser Whisky in der Nase daher, eine wirkliche Freude, die einem gespannt macht auf das, was der Gaumen zu bieten hat.
Gaumen: Leicht ölig, als wäre etwas Honig in den Whisky gemischt, man hat Schokolade, etwas Pflaume (oder Zwetschge, wie der Österreicher sagt), Vanille, und dann Ingwer und Zitronenzeste. Diese würzigen Noten werden dann immer lauter, und zwar so laut, dass die Süße und Fruchtigkeit eigentlich keine Chance mehr dagegen haben. Wer das mag, ist damit gut bedient, aber ich persönlich finde den Alkohol und mit ihm die Würze und Schärfe zu aufdringlich, besonders nach der feinen Nase, die dieser Whisky bereithält. Er braucht einige Tropfen Wasser – und ich würde dazu raten – für die fruchtigen Noten, die er bietet.
Finish: Mittellang im Abgang, ohne Wasser ist der Alkohol immer noch sehr dominant. Ein Geschmack nach Traubenschalen bleibt am Zungenrand, wieder etwas Erdbeere und nach hinten dann zum ersten Mal etwas Holz.
Alles in allem: Die Nase ist ein Versprechen, das am Gaumen und im Abgang nicht ganz eingelöst werden kann. Für uns genau an der Grenze zwischen Sehr Gut und Gut: Ein paar Tropfen Wasser machen hier den Unterschied und bringen die Fruchtigkeit heraus, die ihm das Sehr Gut verleihen.
Die Destillerie Shirakawa ist die große Unbekannte in der Geschichte des japanischen Whisky. Das Gründungsjahr wird in verschieden Quellen mit 1926 angegeben, gesichert ist hingegen, dass sie 1947 von der Ocean Co. Ltd an die Takara Shuzo Co. Ltd. verkauft wurde. Im Jahr 2000 wird die Brennerei stillgelegt, nur noch die ihr angegliederte Blending-Abteilung und die Abfüllanlage sind in Betrieb. Drei Jahre später wird die Brennerei Shirakawa abgerissen.
Single Malt Whisky aus der Brennerei Shirakawa gab es wohl als 10-jährigen sowie einige Vintage-Abfüllungen. Auf whiskbase.com werden für diese Brennerei keine Abfüllungen aufgelistet, und ob es einen noch vorhanden Lagerbestand gibt und über mögliche Abfüllungen in der Zukunft ist nichts bekannt. Whisky der Brennerei Shirakawa ist extrem rar.
Der Whisky der Manufaktur Lava Bräu wird aus reinem Gerstenmalz fermentiert und destilliert, und zwar in Kooperation und auf den Brennapparaturen von und mit Lagler in Kurkmin. Man gibt dem Produkt einen ganz eigenen Touch und generiert eine wohlgefällige Variation klassischer Herstellungsmethoden, ein Weg, der für österreichische Whiskys wichtig und richtig ist, Eigenständigkeit als Mittel zum Erfolg.
Da wäre zunächst einmal die, nach eigener Diktion, „Infusionsmaischung“, bei der die Gerste zum Teil geläutert wird – dies beschreibt ein für Single Malt gängiges Verfahren, um Geschmack, Zucker und Extrakt mit Quellwasser aus dem Gerstenmalz auszuwaschen, die klare Würze ist es schließlich, die in eine bierähnliche Flüssigkeit umgewandelt und anschließend destilliert wird. Viele Whiskybrenner der Alpennation hingegen brennen die Maische mitsamt Festbestandteilen, was in deutlicheren Getreidenoten und frisch brotigen Akzenten widergespiegelt werden kann. Warum dann nicht auch einmal den Mittelweg gehen?
Nach der Fermentation mittels obergäriger Hefe kommt ein weiteres Faszinosum des Brisky zu tragen: die Vakuumdestillation. Durch verringerten Atmosphärendruck sinkt die Temperaturschwelle, bei der Bestandteile in gasförmigen Zustand übergehen und die Maische / Würze wird nicht „gekocht“ und den sonst sehr hohen Temperaturen ausgesetzt..
Unterm Strich bleibt die alles entscheidende Frage des Geschmacks – the proof is in the pudding – oder in unserem Falle im Glas.
Nase: Hell, grünlich, klar, Kochbanane, Zuckerlaromatik, frisch lackig, gelblich Frucht, Papaya, Kokos, frische Mandelmilch, das gesamte Bild duftig und filigran in seiner Ausprägung, eine leise Anfangsscheue möchte man vermuten, dann dezent käsig – laktil, frische Heumilch, Blauschimmelkäse, komplexe Noten, fordernde Aromen, mit Zeit wieder vermehrt tropisch und sehr fruchtig, Ringlotten, etwas Kirsche, Marillenblüten, helle Getreidenoten
Gaumen: schlank, eher hell und leicht, sehr sauber, fast schon überrund wirkt der erste Eindruck, wenig Ecken und Kanten, etwas gerbstoffig, ein paar versprengselte grünliche Noten, weniger straffes Tannin, trocken, wiederum machen sich laktil buttrige Noten von Frischkäse und Topfen bemerkbar, frische Zitronen, von der Gesamtaromatik eher brav
Finish: Im Abgang recht kurz, auch ob der mittleren Komplexität, gegen Ende hin samtig und etwas stoffiger, Karamell, frisches Brot, getreidige hefige Noten, ein letzter Hauch von Banane und Pfirsich, weiß, gelbfruchtig, Mandelmilch
Alles in allem: ein neuer Weg, viel Mut und Innovation sind dem Brisky und seinen Machern zu attestieren und höchst lobenswert hervor zu streichen, ob die eher dezente Gesamtausprägung des Whiskys für jedermann/-frau das Richtige ist, sei dahingestellt und den eigenen Geschmacksknospen überlassen. Was man aber festhalten muss ist, dass das Produkt fordernd, anders und sehr eigenständig ist, ein geschmackliches Faszinosum, wie so manch theoretisch anmutende Hintergrundgeschichte. Für das, was es ist: Ein Sehr Gut.
Auf derwesten.de finden wir einen Vorbericht zur Whisky´n´More, die an diesem Wochenende, tief im Westen, in Bochum stattfindet. Die Publikums- und Fachmesse zum Thema Whisk(e)y findet zum sechsten Mal statt. In diesem Jahr wurde als Veranstaltungsort die Dampfgebläsehaus an der Jahrhunderthalle gewählt. Für den heutigen Samstag wird es keine Karten an der Tageskasse mehr geben, die Besucher sicherten sich ihren Eintritt über den Vorverkauf. Für den morgigen Sonntag sind wohl noch einige wenige Tickets erhältlich.
Nicht nur wir von Whiskyexperts bekamen die Gelegenheit, dem Director of Whisky Creation and Distilling Dr. Bill Lumsden einige Fragen zum Glenmorangie Companta zu stellen. Die Fragen von Philip Reim gibt es in seinem Online-Magazin Eye for Spritits. Gabrieles Fragen und die Antworten dazu sind in ihrem Blog whiskyundfrauen sowohl in Bild und Ton als auch verschriftlicht und übersetzt zu finden. Dr. Horst Lüning von The Whisky Store / whisky.de / whisky.com präsentiert das Video von Dr. Bill Lumsden im Rahmen seines Admin-Blog.
Tormore zählt zu den Destillerien, die man leicht übersieht. Und dann eigentlich sehr überrascht ist, welche Qualität sie produzieren kann (wie z.B. eine unlängst erschienene Duncan Taylor-Abfüllung). Ob diese positive Erfahrung auch auf die beiden neuen offiziellen Abfüllungen anzuwenden ist, können wir noch nicht sagen. Jedenaflls bemerkenswert und gut gelungen scheint uns das neue Design zu sein. Chivas Brothers haben mit dem neuen Tormore 14yo und Tormore 16yo neue Abfüllungen auf den Markt gebracht, unter dem Begriff „Smnall Batch“. Beide sind ohne Kühlfiltrierung abgefüllt und in amerikanischer Eiche gereift.
Momentan gibt es die beiden Abfüllungen mit 43% und 48% (!) nur in Frankreich (um unserer Meinung nach faire €42 und € 56), sie sollen aber im Lauf des Jahres auch in anderen Märkten erscheinen. Schön zu sehen, dass die Releases mit Altersangabe noch nicht gänzlich ausgestorben sind…
Noch mehr alterslose Abfüllungen gefällig? Kein Problem, Suntory springt laut The Spirit Business nun mit zwei weiteren Abfüllungen auf diesen in voller Fahrt befindlichen Zug auf: mit Yamazaki Distiller’s Reserve und Hakushu Distiller’s Reserve. Diese beiden Abfüllungen werden im April in England und Frankreich veröffentlicht und wahrscheinlich ab Juni den Weg zu uns finden. Die Whiskys enthalten acht bis zwanzigjährige Bestandteile, deshalb hat man sich entschlossen, auf eine Altersangabe zu verzichten. Keita Minari, Senior Brand Manager für Suntory Europe, erklärt das so: „Der Verzicht auf die Altersangabe ermöglicht uns, das Geschmacksprofil zu kreieren, das wir wollen. Wir anerkennen damit die Tatsache, dass das Alter nicht das einzige Qualitätsmerkmal eines Whiskys ist“.
Suntory Chief Blender Shinji Fukuyo hat für die Yamazaki Distiller’s Reserve Bordeauxfässer aus französischer Eiche, Sherryfässér, mizunara casks (Fässer aus japanischer Eiche) und amerikanische Eichenfässer gemischt, und einigen getorften Whisky hinzugefügt.Hakushu Distiller’s Reserve besteht aus leicht und starkt getorftem Malt, der bis zu 18 Jahren in amerikanischen Eichenfässern reifte. Beide Abfüllungen sind mit 43% in die Flasche gekommen und werden ca. 50 Euro kosten.
Diesmal verkostet Serge Valentin von Whiskyfun verschiedene Blends (zum Teil auch vatted malts, also zusammengemischte Single Malts ohne Grain-Anteil). Obwohl die Blends in der Bewertung natürlich nicht ganz an gute Single Malts heranreichen, so sind sie doch nicht zu verachten – und bei den Kosten für eine Flasche zumeist ohnehin auf der preiswerten Seite. Hier Serge’s Wertungen: