The Teapot Dram von Glengoyne war eine der begehrtesten Abfüllungen, die man in der Destillerie oder in deren Webshop erwerben konnte. Das hatte seinen Grund in der Tatsache, dass er eine wahre Sherrybombe war. Seinen Namen bezog er von der Tatsache, dass er demjenigen ähnlich war, den Destillerieangehörige früher dreimal täglich aus einem kupfernen Teekessel in der Kantine der Destillerie trinken konnten.
Jetzt kündigt Glengoyne auf Facebook an, dass diese Abfüllung Ende Juni wieder ins Sortiment aufgenommen werden wird. Die letzte Abfüllung schlug sich mit 60 Pfund zu Buche – wir sind gespannt, wie die neue Abfüllung preislich liegen wird…
Lowlands Destillerie Bladnoch – Photo von Jonathan Wilkins, CC Lizenz
Die englischsprachige Site Hereinthecity.com hat heute einen kleinen Artikel über Lowland Whiskys veröffentlicht – und empfiehlt drei davon zum Einsteigen in diese meist übersehene schottische Whiskyregion. Alle drei Whiskys sind nicht sonderlich schwer zu bekommen, zwei davon sieht man auch hin und wieder im Supermarkt. Einer davon wäre der Glenkintchie 12yo, der zweite der Auchentoshan Valinch 2012. Nicht so einfach zu bekommen, aber ebenfalls in der Einstiegspreisklasse ist der 10jährige Bladnoch in der Destillerieabfüllung. Genauere Beschreibungen der Whiskys finden Sie (in Englisch) unter unserem Link.
Die Betreiber der Destillerie Glengyle haben heute auf Facebook angekündigt, dass die neuen Kilkerran Abfüllungen (Work in Progress 5) noch diese Woche abgefüllt werden. Sie sollten dann also in sehr absehbarer Zeit bei den Händlern auftauchen. Wie bereits berichtet, gibt es einen Bourbon Wood und eine Sherry Wood Abfülung.
Belege über (illegales) Whiskybrennen in Tain reichen bis in den Zeitraum um 1700 zurück, jedoch erst seit 1843 wird mit der von den Brüdern Matheson gegründeten Glenmorangie-Brennerei ein legaler Whisky gebrannt. Zuvor war in den Gebäuden der Brennerei eine Brauerei zu finden. Bereits 1880 konnte die Brennerei Exporte nach Italien und die USA verzeichnen. 1883 musste die ursprüngliche Brennerei neu aufgebaut werden, 1887 wurde die Glenmorangie Distillery Co. Ltd. gegründet. In der Hand der Familie Matheson blieb die Brennerei bis 1918, als MacDonald & Muir das Unternehmen nach einer durch den Ersten Weltkrieg bedingten Produktionsschwäche übernahm.
In den Jahren 1931–1936 und 1941–1944 war die Brennerei geschlossen.
Durch den Erfolg des Glenmorangie mussten die Produktionsanlagen mehrmals vergrößert werden. 1980 wurden zwei neue Brennblasen installiert und 1990 weitere vier, so dass heute mit insgesamt acht Brennblasen produziert wird. Glenmorangie ist der meistverkaufte Single-Malt-Whisky auf dem schottischen Markt.
Im Jahr 2004 übernahm Glenmorangie PLC die Scotch Malt Whisky Society mit mehr als 27.000 Mitgliedern.
Seit Oktober 2004 gehört das Unternehmen zur Gruppe Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH), die den Anteil der Familie McDonald übernommen hat. Nach 161 Jahren zog sich die Familie aus dem Whiskygeschäft zurück. Das Unternehmen wurde mit etwa 300 Mio. Pfund Sterling bewertet.
Heute gehört zur Glenmorangie PLC neben der eigentlichen Brennerei in Tain noch die Brennerei Ardbeg (1997 übernommen) auf Islay. Die 1920 übernomme Brennerei Glen Moray wurde im September 2008 an La Martiniquaise verkauft, da sie vom Charakter her nicht in das Luxusgütersegment von LVMH passte.
Ein Grundsatz der Brennerei ist bis heute erhalten geblieben: Es sollen immer genau 16 Mitarbeiter bei Glenmorangie beschäftigt sein, die 16 Men of Tain. Das bezieht sich in neuster Zeit allerdings nur noch auf die tatsächlichen Hersteller im Brennprozess, insgesamt sind in der Destillerie etwa 90 Menschen beschäftigt, zum Beispiel im Lager, im Laden und der Verwaltung. Außerdem ist inzwischen einer der „16 Men of Tain“ eine Frau.
Die wohl auffälligste Besonderheit der Brennerei sind die außergewöhnlich hohen Brennblasen. Hier wird die Flüssigkeit erhitzt, damit der Alkohol und die Aromastoffe verdampfen und an der Brennblase kondensieren. Mit 5,14 Metern Höhe sind sie die höchsten Brennblasen aller schottischen Brennereien. Dadurch wird der Glenmorangie Whisky besonders mild. Das verwendete Malz wird nicht mehr von Glenmorangie selbst hergestellt, man achtet jedoch beim Einkauf darauf, möglichst Malz aus Getreide der Umgebung zu kaufen, außerdem soll dieses nur leicht getorft sein.
Glenmorangie bietet auch Whiskywochenenden an, bei denen eine Verkostung stattfindet. Mit etwas Glück kann auch an einem „Ceilidh“ teilgenommen werden, einem schottischen Galadinner mit Pfeifer, Haggis und Tanz.
Mit dem Jahr 2007 wurde die existierende Produktpalette umgestellt und in einem neuen Design und mit teils fantasievollen Namen, passend zur Luxusmarke LVMH, präsentiert. Das neue Angebot umfasst nunmehr:
Glenmorangie Original – der ehemalige 10 Years Old
Glenmorangie Extremly Rare 18 Years Old
Glenmorangie Quarter Century 25 Years Old – neu, eine 25-jährige Abfüllung
Glenmorangie Astar – ehemals Artisan Cask
Glenmorangie Lasanta – ehemals Sherry Wood Finish
Glenmorangie Nectar d’Òr – neu, Nachreifung in Fässern aus der französischen Weinregion Sauternes
Glenmorangie Quinta Ruban – ehemals Port Wood Finish
Glenmorangie Signet – eine Neukreation aus dem Jahr 2008
Seit 2009 gibt es außerdem eine jährliche, limitierte Sonderabfüllung unter dem Namen „Private Collection“:
Glenmorangie Sonnalta PX (2009) – Nachreifung in speziell ausgewählten Pedro Ximénez Sherryfässern
Glenmorangie Finealta (2010) – Nach einem Rezept aus dem Jahr 1903 für das Savoy Hotel in London. Zur Reifung verwendet wurden ausschließlich spanische Oloroso Sherry- sowie amerikanische Weißeichenfässer.
Glenmorangie Artein (2011) – Komponiert aus 15- und 21-jährigem Whisky aus Ex-Bourbon-Fässern, nachgereift in Sassicaia-Rotweinfässern.
Glenmorangie Ealanta (2012) – Ein neunzehnjähriger Jahrgangswhisky von 1993, abgefüllt 2012. Gelagert in erstbefüllten, stark ausgebrannten Weißeichenfässern, deren Holz aus dem Mark Twain National Forest im US-Bundesstaat Missouri stammt.
Unsere Sammlersoftware WhiskyScope hat ein neues Update erfahren, das einige neue Funktionen hinzugefügt hat. Nachdem bestehende Kunden bereits die Version 1.08 per Mail erhalten haben, ist sie nun auch im Shop erhältlich. Damit gibt es auch für die Erstkäufer das aktuelle WhiskyScope mit folgenden Neuerungen seit der Erstveröffentlichung:
NEU: Ausgabe einer chonologischen Liste (nach Kaufdatum) der Sammlungsflaschen
NEU: Ausgabe der Sammlung nach Flaschen einer bestimmten Destillerie
ÄND: Sammlung nach Flaschenpreis: Preis wird vor Wert angezeigt (bessere Logik)
ÄND: WhiskyScope ist nun zu 100% kompatibel mit Office 365, kann aber nach wie vor auf älteren Systemen eingesetzt werden.
BUG: Unter bestimmten Systemkonstellationen konnten Bilder nicht abgespeichert werden. Dieser Bug ist behoben.
NEU: Ausgabe nach „Subtyp“ im Sammlungsfenster. Ignoriert leere Flaschen
ÄND: Doppelclick auf „gesehen bei“ im Flaschenfenster öffnet zusätzlich auch Shopliste für die Eingabe
NEU: Doppelclick auf „Destillerie“ und „Abfüllung“ im Flaschenfenster öffnet die entsprechenden Fenster für Korrekturen, ohne die Eingabe abbrechen zu müssen.
WhiskyScope ist eine auf Access basierende Datenbank, mit deren Hilfe man seine Sammlung katalogisieren und nach über 60 verschiedenen Kriterien ausgeben kann. Zusätzlich enthält sie eine Einkaufsverwaltung und eine Verwaltung für die Tastings. Sie setzt nicht den Erwerb von Access voraus, sondern läuft auch mit der frei erhältlichen Access Runtime – allerdings muss auf 64bit-Systemen Access und/oder Office 365 in der 32bit-Version installiert sein (in 99% der Fälle ist dies so). Als Handbuch gibt es über eine Stunde an Videotutorials.
Wer WhiskyScope auf Lauffähigkeit testen will, der kann dies mit einer älteren und im Umfang stark reduzierten Demoversion tun. Läuft diese, läuft auch die Vollversion.
Nicht gerade die schönste Optik: Paul Walsh, der scheidende CEO von Diageo, der im nächsten Jahr seine Position an den Nachfolger Ivan Menezes (wir berichteten) übergibt, erhält vom Konzern zum Abschied ein finanzielles Paket in der Höhe von 50 Millionen Pfund (darunter Aktien, die Abfindung und die Pension). Paul Walsh war es auch, der wegen mangelnder Rentabilität die Johnnie Walker-Fabrik in Kilmarnock schloss – 700 Leute wurden dabei arbeitslos. Kilmarnock ist nicht irgendeine Whiskyfabrik – hier gründete Johnnie Walker im Alter von 14 Jahren sein Imperium.
Kathie Jamieson, member of MP in Kilmarnock und Loundon, zeigte sich erschüttert: „Die, die bei Walkers gearbeitet haben, werden wenig Verständnis für die Sache aufbringen. Sie werden nicht verstehen, dass jemand mit solchen Beträgen abgeht, wenn in der Stadt kaum mehr etwas geblieben ist.“
Betty Murray, 56, die 39 Jahre bei Walkers gearbeitet hat, kommentiert die Nachricht so: „Es gibt keinen Job mehr für mich und er geht mit all dem Geld weg. Es ist schockierend und obszön. Ich habe 39 Jahre für das Unternehmen gearbeitet. Ich könnte jede Maschine bedienen, aber ich weiß, dass ich niemals mehr Arbeit finden werde. Was ich bekam war ein Almosen gegen das, was er bekommt. Sie waren gut zu den Arbeitern, aber die Fabrik einfach aus Gier zu schließen ist furchtbar.“
Glengoyne Distillery, Bild von K. Schwebke unter CC-Lizenz
Ja, Glens. Abfüllungen aus Destillerien, die mit „Glen“ beginnen (und da gibt es ja jede Menge). Hier sind die, die sich Serge Valentin von Whiskyfun für sein heutiges Tasting herausgesucht hat:
Glengoyne 21 yo (43%, OB, +/-2013): 84 Punkte (Serge mag den neuen 15yo lieber)
Glendronach 17 yo 1995/2013 (56.6%, OB for The Whisky Exchange, PX puncheon, cask #4682, 631 bottles): 89 Punkte (Serge liebt die Nase)
Glenallachie 17 yo 1995/2013 (57.5%, A.D. Rattray, cask #93, 213 bottles): 83 Punkte (Pluspunkte für Serge: Mischung aus Getreide und Frucht)
Glen Elgin 21 yo 1991/2013 (52.5%, Dun Bheagan, cask #8294, 558 bottles): 86 Punkte (Serge: Guter Whisky zu einem guten Preis)
Glen Keith 21 yo 1991/2012 (53%, Adelphi, cask #85170, 228 bottles): 85 Punkte (Serge: Ein Sack voller Fruchtdrops)
Glenburgie 23 yo 1989/2012 (54.8%, Chester Whisky, bourbon barrel, 212 bottles): 87 Punkte (Serge: Fängt etwas langweilig an, wird immer besser)
Glencadam 39 yo 1973/2013 (44.1%, The Perfect Dram, bourbon hogshead, 221 bottles): 90 Punkte (Serge: sehr ungewöhnlich und unlangweilig)
Der Production Director bei BruichladdichJames A. McEwan (*23.7.1948), genannt Jim, und eine der berühmtesten lebenden Whiskyfiguren der schottischen Insel Islay, hat gestern am 26. 5 über den Twitter-Account von Bruichladdich bekannt gegeben, dass er dem Unternehmen für weitere 3 Jahre erhalten bleibt.
Seine Karriere begann als 15-jähriger Küferlehrling 1963 bei der Brennerei Bowmore. Im Laufe der Jahre durchlief er alle Funktionen innerhalb der Brennerei bis hinauf zum Distillery Manager.
Mit steigendem Wissen und der steigenden Verbreitung des Single Malt Whiskys auf der Welt wurde er mehr und mehr für Bowmore als Brands Development Manager tätig.
Im Jahr 2001 verließ Jim McEwan überraschend die Brennerei Bowmore, um mit Gleichgesinnten (Mark Reynier) die stillgelegte Brennerei Bruichladdich wieder zum Leben zu erwecken.
Glen Elgin wurde 1898 von William Simpson, ehemaliger Manager der Brennerei Glenfarclas und James Carle gegründet. Die Produktion begann im Mai 1900, wurde aber schon nach fünf Monaten wieder eingestellt. Im Februar 1901 wurde Glen Elgin für 4000 Pfund in einer Auktion an die Glen Elgin-Glenlivet Distillery Co. verkauft. 1904 ging die Brennerei wieder in Produktion, wurde aber schon ein Jahr später wieder geschlossen. 1906 kaufte der Weinhändler J. J. Blanche Co. die Brennerei für 7000 Pfund und startete die Produktion wieder. 1929 starb J. J. Blanche und Glen Elgin stand wieder zum Verkauf. 1930 wurde die Brennerei von Scottish Malt Distillers (SMD) gekauft, und die Lizenz ging an White Horse Distillers. 1964 wurde Glen Elgin renoviert und dabei von zwei auf sechs Stills erweitert. 1987 wurde die SMD von UDV/Diageo übernommen. 1992 wurde die Brennerei für eine weitere Renovierung wieder geschlossen. Neue Stills wurden installiert. Im September 1995 begann die Produktion wieder.
Das Wasser der zur Region Speyside gehörenden Brennerei stammt vom Millbuies Springs. Das Malz kommt von den United Distillers-Mälzereien in Burghead und Roseisle. Die Brennerei verfügt über einen Maischbottich (mash tun) (8,2 Tonnen) aus Edelstahl und sechs Gärbottiche (wash backs) (je 40.600 l) aus Lärche. Destilliert wird in drei wash stills (je 11.000 l) und drei spirit stills (je 11.700 l), die durch Dampfspiralen erhitzt werden.
Als Original-Abfüllung gibt es einen 12-jährigen Single-Malt-Whisky in der Hidden Malts Serie von Diageo. Im Jahr 2003 kam ein 32-jähriger Single Malt (nur 1.500 Flaschen) auf den Markt. Er hat – aufgrund seiner langen Lagerung im Fass – nur 42,3 % Alkohol.
Im Jahr 2000 wurde eine Jubiläumsabfüllung herausgebracht (100 Jahre Glen Elgin). Hierbei handelt es sich um 750 Flaschen eines 19-jährigen Cask-Strength mit rund 60 % Alkohol.
Glen Elgin, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Ardbeg informiert uns, dass ab sofort die Vorbestellungen für den Ardbeg Ardbog möglich sind. Pro Member gibt es genau eine Flasche (ohne verpflichtenden Kauf einer Flasche Ardbeg 10), ausgeliefert wird ab 3. Juni. Die Limitierung pro Mitglied auf eine Flasche wird mit dem Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage begründet, allerdings scheint das Angebot nicht so gering zu sein. Zumindest von Schweden wissen wir, dass für diesen Markt allein 7000 Flaschen vorgesehen sind. Daher dürfte die Limitierung auf eine Flasche pro Mitglied eher eine Mischung aus Marketing und dem Versuch, dem irrwitzigen Treiben auf ebay Einhalt zu gebieten, sein. Special Releases von Ardbeg wurden ja schon öfters nach dem Erscheinen zum zwei- bis dreifachen Kaufpreis versteigert – eine Praktik, die vielleicht Ardbeg aus Imagegründen, sicher aber nicht die Händler freut. Durch die Limitierung sind dann auf dem freien Markt noch genügend Flaschen übrig, und das schiebt den hohe Preisen bei Versteigerungen einen Riegel vor…
Glenlossie ist nicht gerade die bekannteste Destillerie auf Gottes Erdboden, aber sie bringt feine Tropfen hervor. Serge Valentin von Whiskyfun hat diesmal drei ältere Jahrgänge verkostet, und ist mit den Ergebnissen durchaus zufrieden. Hier sind die drei Abfüllungen, um die es heute geht:
Glenlossie 25 yo 1984/2011 (56.9%, Artist by La Maison du Whisky, sherry butt, cask #2531, 516 bottles): 84 Punkte
Glenlossie 38 yo 1975/2013 (46,6%, The Whisky Agency ‚Private Stock‘ 2013, bourbon hogshead, 91 bottles): 89 Punkte
Glenlossie 1961/2007 (43%, Gordon & MacPhail, Rare Old, Refill Sherry): 84 Punkte
Zumindest beim Glenlossie von La Maison du Whisky wagen wir diesmal einen zarten Widerspruch. Es war unser Adventwhisky im Jahr 2012, und er bekäme von uns durchaus eine höhere Note, denn er schmeckte sehr weihnachtlich. Eine kurze Verkostungsnotiz (mit 90 Punkten als Ergebnis) über Ihn finden Sie auf unserer englischprachigen Site. Da sieht man wieder einmal, wie verschieden Geschmäcker sein können…
Die Kilchoman-Destillerie befindet sich im Nordwesten der Insel Islay und ist die einzige Destillerie der Insel, die nicht direkt am Meer liegt. Bis zur Gründung der Abhainn Dearg-Destillerie auf der Insel Lewis im Jahr 2008 war sie die westlichst gelegene Destillerie Schottlands. Zudem war sie zum Zeitpunkt ihrer Gründung im Jahr 2005 die erste neu gegründete Whiskybrennerei auf Islay seit 124 Jahren. Die Brennerei nahm ihre Produktion im Juni 2005 auf; das erste Fass wurde am 14. Dezember 2005 abgefüllt. Am 9. September 2009 – nach der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreifezeit im Fass von drei Jahren – brachte die Brennerei ihren ersten Whisky, den so genanntenInaugural Release, auf den Markt. Die erste davon verkaufte Flasche erzielte bei einer Auktion einen Verkaufserlös in Höhe von 5400 Pfund. Auch die weiteren Flaschen des Inaugural Release erzielen unter Sammlern sehr hohe Preise.
Kilchoman ist eine von zur Zeit nur sechs schottischen Whiskydestillerien, die die zur Herstellung von Single-Malt-Whisky benutzte Gerste (zu etwa 30 % und mit einem Phenolgehalt von etwa 25 ppm) selber mälzen. Zu diesem Zweck baut die Brennerei auf dem angeschlossenen Gelände der Rockside Farm eigens Gerste (und zwar Optic Barley) an, welche allerdings nur bei der Herstellung der sog. „100% Islay“-Whiskys der Destillerie Verwendung findet. Die für die „normalen“ Abfüllungen benutzte Gerste wird hingegen von der ebenfalls auf Islay gelegenen Port Ellen-Mälzerei des Getränke-Großkonzerns Diageo zugekauft, die sich auf dem Gelände der ehemaligen, 1983 bzw. 1992 geschlossenen Port Ellen-Destillerie befindet. Der Bedarf an gemälzter Gerste ist dabei jedoch vergleichsweise so gering, dass eine Herstellung anhand eigener Spezifikationen finanziell nicht lohnend wäre. Stattdessen bezieht die Destillerie Teile der für die (weltweit wohl torfigsten) Standardabfüllung der Ardbeg-Brennerei gemälzten Gerste, so dass die Stärke der Rauchigkeit der zugekauften Gerste etwa 50 ppm an Phenolgehalt – doppelt so viel wie bei dem eigenen Malz – beträgt.
Bislang sind nur drei- beziehungsweise dreieinhalbjährige Whiskys der Destillerie bzw. am Ort eine fünfjährige Cask-Strength-Variante erhältlich. Seit der Veröffentlichung des Inaugural Release kamen jedes Jahr vier weitere Abfüllungen im Abstand von jeweils drei Monaten auf den Markt (Spring, Summer, Autumn beziehungsweise Winter Release). Am 16. Juni 2011 brachte die Destillerie daneben erstmals Flaschen der „100% Islay“-Whisky-Reihe auf den Markt. Zukünftig ist noch die Einführung auch von fünf-, acht-, zehn- und zwölfjährigen (im Jahr 2018) Abfüllungen geplant. Verwendung finden für die Reifung hauptsächlich vormalige first fill und refill Bourbon-Fässer der Marke Buffalo Trace, wobei bei einigen der bisherigen Abfüllungen teilweise auch eine Nachreifung in Oloroso-Sherry-Fässern stattfand. 2013 erschien mit Loch Gorm die erste Standard-Abfüllung, die auf Sherryfass-Reifung beruht.
Mit einer Jahresproduktion von momentan (Stand Mai 2011) 90.000 bis 100.000 Litern an reinem Alkohol handelt es sich bei Kilchoman – neben etwa Edradour mit einer Jahresproduktion von ebenfalls 90.000 Litern – um eine der kleinsten aktiven schottischen Whisky-Destillerien.
Kilchoman Distillery, Foto von Apollon440, Public Domain
Wenn Lagavulin die Feis Ile Abfüllung herausbringt, dann führt das am ersten Tag des Festivals zu einem (nicht nur vor dieser Brennerei) interessanten Phänomen: Die exzessive Schlangenbildung. Lagavulin berichtet, dass sich buchstäblich Hunderte Menschen um die Spezialabfüllung anstellen. Als Beweis postet die Destillerie auch das folgende Foto:
Die Einteilung von Whisky-Brennerei in ein pseudo-chemisches Periodensystem werden die Meisten aus der erfolgreichen „Elements of Islay“ von Speciality Drinks kennen. Dramming greifen diese Idee auf und führen sie konsequent weiter: alle aktiven und geschlossenen schottischen Malt und Grain Whiskys Brennereien sind in ihrem „The Periodic Table Of Scotch Whisky“ aufgeführt. Dies hört sich einfacher an, als es wohl war. Bei über 30 Brennereien, deren Name mit Glen beginnt, musste ein nachvollbares Symbol aus zwei Buchstaben gefunden werden. Umrahmt von den Lowlands und Islay sind die sind aktiven Malt Destillerien nach ihrem Standorten in Gruppen gefasst, neben dem Kürzel für den Namen sind Gründungsjahr, Anzahl der Stills und Produktionsvolumen angegeben. Die Besitzer werden durch unterschiedliche Hintergrundfarben gekennzeichnet.
Darunter sind die geschlossenen Destillerien dargestellt, es folgen die aktiven und geschlossenen Grain Whisky-Brennereien, den Abschluss bildet eine Auswahl an Blended Whisky Marken.
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