Martine Rochard Donnay und Jean Donnay, die Initiatoren der geplanten Gartbreck Destillerie auf Islay. Copyright Ernst J. Scheiner 2013
Von Ernst J. Scheiner (The Gateway to Distilleries) stammt unser heutiges Whisky im Bild – das sich wieder mit der neuen und neunten Islay-Destillerie Gartbreck auseinandersetzt. Hier sehen Sie die beiden Initiatoren dieser Destillerie, die gleich neben Bowmore geplant ist: Martine Rochard Donnay und Jean Donnay. Jean Donnay ist momentan Direktor der französischen Glann Ar Mor Destillery.
Auch bei Sigurd, dem neuesten Mitglied der Highland Park Warriors Serie (die es offiziell nur im Duty Free gibt), versorgt uns die Destillerie von den Orkneys mit einem offiziellen Tastingvideo – wie üblich mit dem globalen Markenbotschafter Daryl Haldane. Knapp 2:30 dauert das schön produzierte Video, und Sie können es entweder hier bei uns ansehen oder natürlich auch direkt auf Youtube.
Vielleicht werden einige schon Armorik, den bretonischen Whisky kennen, dieses vordergründig relativ langweilige Produkt der Warenghem Distillerie. Und vielleicht haben aus diesem vordergründigen Gefühl einige nicht die Möglichkeit wahr genommen, diese Brennerei und ihren Directeur Générale David Roussier bei seiner Tour durch Deutschland näher kennen zu lernen. Wir müssen ehrlich sein, vielleicht hätten wir, Simon Rosenkranz und Dirk Piesczek, diese Gelegenheit ohne die Einladungen von ALBA Import und Kaspar Spirituosen (vielen Dank nochmals an dieser Stelle) auch nicht wahrgenommen. Dafür sprach nicht nur die Einladung, sondern auch der problemlos für beide zu erreichende Veranstaltungsort und die Möglichkeit, nach fast sechsmonatiger Zusammenarbeit beim Internetprojekt Whiskyexperts sich mal im Real Life zu treffen. Und: Bedauert haben wir die Zusage nicht. Ganz im Gegenteil.
Von links nach rechts: Simon Rosenkranz, David Roussier und Dirk Piesczek
Schon seit 1900 wird in Warenghem destilliert, zu Beginn ausschließlich l’Elixir d’Armorique, ein Kräuterlikör. 1984 kam Melmor Chouchen, ein bretonischer Honigwein, später noch Fine Bretagne, eine bretonischer Calvados, und Pommeau de Bretagne, eine Kombination von Apfelsaft und Apfelbrand hinzu. 2001 wurde die Produktpalette noch durch das Bier Diwall erweitert. Für uns viel interessanter, 1987 präsentierte die Warenghem Distillerie den ersten bretonischen Whisky und 1998 den ersten bretonischen Single Malt Whisky.
Die Warenghem Distillerie ist seit ihrer Gründung im Familienbesitz. In Kombination mit der Herstellung verschiedener Produkte ermöglicht dies gewisse Experimente und Ungewöhnliches in der Whisky-Produktion. Und dies zeichnete auch die Präsentation am gestrigen Abend aus. Als Begrüßung wurde das Diwall Bier gereicht, zum Einstieg in die Armorik Whiskys gab es eine Probe des New Spirit. Als erste Kostprobe des Ungewöhnliche der Warenghem Distillerie präsentierte uns David Roussier eine Fassprobe eines Single Pot Still Grain Whiskys aus Weizen, der sechs Jahre in einem Oloroso Fass lagern durfte! Es ist noch nachvollziehbar, seinen Grain Whisky im Pot Still Verfahren zu brennen. Jedoch diesen dann in ein zehnmal teureres Sherryfass abzufüllen, statt in ein Ex-Bourbon Fass, wie es alle anderen Brennereien machen, zeigt deutlich den Mut der Warenghem Destillerie, ganz ungewöhnliche Wege auszuprobieren.
Zum Abschluss des ersten Teils des Tastings wurde Breizh verkostet, ein bretonischer Blended Whisky aus 50 % Single Malt Whisky, was schon außergewöhnlich genug ist, da bei den meisten schottischer Blends der Maltanteil zwischen 10% und 15% liegt. Die anderen 50 % bestehen aus Single Pot Still Grain Whisky, womit Breizh zu einem Single Pot Still Blend wird. Bis auf die Destillerie Loch Lomond produziert keine Brennerei auf der Welt so einen Blend. So wundert es auch nicht, dass dieser süß-fruchtige, ganz leicht rauchige Blend in einer Blindverkostung oft für einen Single Malt gehalten wird und in diesem Jahr bei den World Whiskies Awards in der Kategorie „Best European Blended“ gewann.
Am Ende der folgenden Pause verdeutlichte David Roussier seine Aussage, nicht viel aus seiner Destillerie verheimlichen zu wollen. Zum Nosen wurden geboten: Proben aus dem Vorlauf, dem Beginn des Mittellaufs, der Mittellauf auf seinem Höhepunkt und der Nachlauf. Welche Brennerei macht das noch?
Als Nächstes wurde der Armorik Classic 46% Vol. als Einstieg in die Armorik Single Malts vorgestellt. Dieser würzige, süß-malzige Whisky ohne Altersangabe besteht aus 60% 4 Jahre in Ex-Bourbon Fässern gelagerten Whisky, 30% lagerten 8 Jahre in Ex-Olorosa Fässern und die restlichen 10% kommen aus retoasted Fässern.
Ihm folgte der Armorik Double Maturation ncf nc, ein Vatting aus 2-Fill Oloroso Fässern und bretonischen Eichen-Fässern. Dieser süße, sehr rund und weiche Whisky mit leichten Holznoten gewann bei den World Whiskies Awards in der Kategorie „Best European Single Malt“, für die Warenghem Distillerie auch hier wieder völlig überraschend.
Den Abschluss bildeten zwei Single Casks in Fassstärke. Das Sauternees Fass no. 8037 wählte Alba Import vor Ort in der Bretagne selbst aus – und es wird so exklusiv für den Importeur abgefüllt. Während schottische Brennereien Sauternees Fässer zum gelegentlichen Finishen nutzen, lagerte dieser Whisky sechs Jahre ausschließlich in diesem Fass. Ein sehr guter und ungewöhnlicher Whisky, durch die Zugabe von Wasser wurde er noch würziger – ein Malt, mit dem man sich richtig auseinander setzen muss.
Zuletzt wurde der Armorik Millesime 2002 verkostet, welcher in diesem Jahr als 11jähriger in Fassstärke abgefüllt wurde. Er lagerte für 4 Jahre in einem Ex-Bourbon und danach in einem Oloroso Fass. Zur erwarteten Sherry-Süße kommt ein ganz leichte Holznote, ein wunderbarer Whisky.
Insgesamt eine sehr faszinierende Veranstaltung, beeindruckend die Offenheit, mit der David Roussier seine Brennerei vorstellte. Denn auch mancher Misserfolg bei der Wahl von Sherry Fässern, welche sich nachher als zu stark geschwefelt herausstellten, wurden nicht verschwiegen – und manch anderes auch nicht.
Wir können die beiden letzten Termine – heute in Linden / Gießen und morgen in Mainz – seiner Armorik Tasting Tour in Deutschland jedem nur wärmstens ans Herz legen.
Der Pinzgauer Whisky-Circle und Edel-Schokoladier Pletzer aus Mittersill laden auf dem „Salzburger Whisky-Weekend“ vom 5. bis 6. Oktober zur Verkostung von edlen Tropfen und süßen Gipfeln.
Wenn waschechte Pinzgauer die Hirschlederne mit schottischen Kilts tauschen, steckt in diesem Fall ein besonders edles Tröpfchen dahinter: Der im Jahr 2007 gegründete Whisky Circle hat es sich zum Ziel gesetzt, den Pinzgau für qualitativ hochwertige Whiskys zu sensibilisieren. Rainer Edlinger ist Obmann dieses „Clans der Genießer“ und erklärt seine Leidenschaft für das schottische Destillat: „Whisky genießen ist wie Urlaub im Glas. Die Herstellungsweise, und mit welcher Hingabe in Schottland dieses Nationalgetränk hergestellt wird, ist genauso faszinieren wie das Land an sich. Kaum ein anderes Destillat bietet solch eine Vielfalt an Aromen!“
1.000 €-Rarität zu verkosten
Die außergewöhnlichen Tastings des Pinzgauer Vereins sind schon legendär und auch beim Salzburger Whisky-Weekend in den „Kavernen 1595“ am 5. und 6. Oktober bietet der Whisky-Circle Pinzgau eine kleine Sensation zur Verkostung an. Rainer Edlinger verrät: „Das absolute Highlight unseres Tastings ist ein 30 Jahre alter Laphroaig, mit einem Flaschenwert von über 1.000,- Euro. Dieser rauchige Whisky von der Insel Islay ist unter Sammlen und Fachleuten äußerst begehrt, da er nur mehr schwer zu bekommen ist. Für die Whisky-Messe öffnen wir diese exklusive Flasche aus unserer Sammlung.“
Komplexe Harmonie
Schokoladiger Messe-Begleiter der „kiltigen“ Pinzgauer ist an diesem Whiskywochenende der Schöpfer der„Tauerngipfel“, Erich Pletzer. Mit seiner aktuellen Tauerngipfel-Edition „Tresterer“ begeistert der Mittersiller Chocolatier nicht nur Pinzgauer Schleckermäuler. Für das Whiskywochenende kreiert Erich Pletzer eine exklusive Praline mit einer „Ben Nevis 1995“-Füllung. Bei dem „Ben Nevis 1995“ handelt es sich um die neue Vereinsabfüllung des Whisky-Circles. Rainer Edlinger erklärt, warum Whisky und Schokolade sich perfekt ergänzen: „Beides sind sehr edle Genussmittel und äußerst komplex im Geschmack. Dadurch harmonieren Schokolade und Whisky besonders gut.“
Neben diesem außergewöhnlichen Tasting bietet das Salzburger Whisky-Weekend in den „Kavernen 1595“auch die Gelegenheit, sich bei Fachvorträgen internationaler Experten in die Geheimnisse des Whiskys einweihen zu lassen und verspricht für alle Besucher eine schöne Zeit, denn wie schon eine schottische Lebensweisheit sagt: „Es ist ein langer Weg zum Whisky-Experten – und eine schöne Zeit dahin“
Caol Ila Destillerie, Foto von Rodpollet, CC-Lizenz
Caol Ila wird in vielen Whiskyguides als industrielle, relativ charakterlose Destillerie beschrieben. Das mag für die Architektur gelten, und vielleicht noch ein wenig für die Standardabfülungen – aber sicher nicht für die unabhängigen Abfüllungen, die immer wieder aus der Islay-Destillerie kommen. Serge Valentin hat heute eine Menge dieser Abfüllungen verkostet, und sein Urteil fällt insgesamt positiv aus:
Port Askaig 19 yo (50.4%, Specialty Drinks, 2013): 88 Punkte
Port Askaig 30 yo (51.1%, Specialty Drinks, 2013): 90 Punkte
Caol Ila 30 yo 1982/2013 (52%, Coopers Choice for The Limburg Whisky Fair, hogshead, cask #4721, 275 bottles): 91 Punkte
Caol Ila 21 yo 1974/1996 (57.2%, Wilson & Morgan, cask #12601, 273 bottles): 84 Punkte
Caol Ila 12 yo (64.8%, James MacArthur, +/-1986): 78 Punkte
Die Destillerie Tullibardine gibt bekannt, dass gestern, am 18. September 2013, ihr Master Distiller John Black verstorben ist. John Black, geboren 1942, prägte seit 1958 den Charakter vieler Whiskys, von Cardhu über Glenburgie, Miltonduff, Ardbeg, Glencadam, Balblair, Pultney, Auchentoshan, Tormore, Ardmore, Scapa und letztendlich Tullibardine.
Am Anfang mal eine kleine Umfrage: Jetzt heben mal alle die Hand, deren erster Single Malt Whisky NICHT Glenfiddich war? Doch so wenige?
Glenfiddich ist der Einsteiger Single Malt schlechthin. Fast in jeder Kneipe oder Gaststätte steht eine Flasche Glenfiddich, und im Supermarkt ist er problemlos erhältlich, mag die Spirituosenabteilung noch so schlecht sortiert sein. Glenfiddich ist mit jährlich ca. 12 Mio. weltweit verkauften Flaschen die Nr. 1 des schottischen Single Malt Whiskys – unangefochten, die nächst Platzierten haben einen scheinbar nicht aufzuholenden Abstand.
Was wäre aus dem schottischen Whisky geworden, wenn Glenfiddich nicht 1963 damit begonnen hätte, als erste schottische Brennerei ihren Single Malt außerhalb ihres eigenen Landes zu vermarkten. Abgefüllt in der charakteristischen dreieckigen Flasche, war er zuerst in Großbritannien erhältlich, über den Duty-Free-Verkauf wurde „Glenfiddich Pure Malt Scotch Whisky over 8 years“ dann in der ganzen Welt bekannt. Aus dem „over 8 years“ wurde die „Special Old Reserve“ ohne Altersangabe, seit dem Sommer 2000 heißt die jüngste Standardabfüllung „Glenfiddich 12 years old“. Zur sogenannten Core Range gehören noch der „15 years old“, „18 years old“ und „21 years old“ sowie der „Rich Oak“.
Mit dem Bau des ersten Besucherzentrums einer schottischen Destillerie 1969 war die Familie Grant den anderen Whiskyproduzenten wieder einen Schritt voraus (der Sanitärbereich für die Damen soll der Schönste mindestens aller schottischen Destillerie-Besucherzentren sein). Mit über 100.000 Besuchern pro Jahr hat Glenfiddich mit ihrem Besucherzentrum auch hier den größten Zuspruch aller schottischen Brennereien. Die einstündige Tour ist kostenlos und beinhaltet eine Verkostung der 12-, 15- und 18-jährigen Glenfiddichs. Welcher Whiskyneuling, Whiskyinteressierte oder auch Whisky uninteressierte Tourist kann so ein attraktives Angebot ausschlagen?
Glenfiddich nur auf ihre Core Range zu beschränken, würde ihnen nicht gerecht werden. Ihr Portfolio deckt mit dem 30-, 40- und 50-jährigen die Sparte der höher- und sehr hochpreisigen Whiskys ab, mit den „Vintage Reserves“ und anderen Special Editions stehen für die Jägern und Sammlern auch Abfüllungen zur Verfügung.
Mit Glenfiddich setzen wir auch unsere neue Reihe über Standardabfüllungen fort. Die Internet-Welt bietet den Whisky-Geeks und -Nerds genug Angebote, und wir glauben nicht, das es schon immer etwas teurer war, einen besonderen Geschmack zu haben. Wir gehen ein paar Schritte zurück und verkosten den Whisky, mit dem bei den Meisten der Einstieg in die Welt der Single Malt Whiskys begann.
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Nase: leicht, weich und fruchtig
Gaumen: Fruchtsüße in Komibination mit einer leichten Malzigkeit, die fruchtige Süße kristallisiert sich als Birnenfruchtsaft heraus. Gefällig am Gaumen, eine ausgewogene Kombination, weich und relativ leicht
Finish: Der mittellange Abgang fördert auch wieder die fruchtige Malzigkeit zutage.
Alles in allem: Warum der Glenfiddich weltweit so beliebt ist und der Einsteiger-Malt schlechthin, zeigt sich wieder deutlich. Er ist gefällig, weiß zu gefallen ohne zu fordern, sehr rund ohne Ecken und Kanten. Auch wenn es ein Whisky für die Massen ist, ist er kein Massen-Whisky. Solch einen Single Malt Whisky produziert Glenfiddich nur aufgrund eines gewissenhaften Destillieren des Young Spirits, einer exzellenter Fass-Auswahl und einem wohl einmaligen Vatting-Vorgang (Der Inhalt der unterschiedlichen Fässer wird nicht einfach zusammen gekippt, sondern lagert nochmals für mindestens 3 Monate gemeinsam in Holzfässern). Nicht umsonst wurde der Glenfiddich 12 mehrfach ausgezeichnet.
Am Donnerstag, den 12. September, war es soweit: Landwirtschaftsminister Simon Coveney T.D. setzte den Spatenstich zur neuen Tullamore Dew Destillerie in Tullamore. William Grant & Sons Ltd wollen die Destillerie im Herbst 2014 eröffnen, 60 Jahre nachdem die alte Destillerie in Tullamore geschlossen wurde. Jede Menge Info zu diesem Vorhaben mit einer Investitionssumme von 35 Millionen Euro findet man bei Bevnet – und in einem unserer Artikel aus dem Frühjahr.
Für Leute mit einem Facebook-Account bietet Bowmore nun die Möglichkeit, eine Flasche der kürzlich vorgestellten Edition The Devil’s Cask zu gewinnen. Einfach diesem Link hier folgen (und unseren Artikel hier lesen – dann fällt die Antwort auf die Gewinnfrage leicht *g*) – und schon ist man dabei. Wir wünschen viel Glück!
Glenmorangie hat gemeinsam mit den Fans der Destillerie nach einem Namen für einen neuen Whisky gesucht (wir berichteten im Februar und im August), und nun ist es soweit. Nachdem die Fans in der ersten Runde den Whisky aussuchte (die Mehrheit entschied sich für einen Glenmorangie Single Malt, der mehrere Jahre in spanischen Manzanilla-Fässern veredelt wurde), ging es bis 15 September um den Namen. Unter den drei Favoriten Taghta, Coileanta (gälisch für meisterliche Beherrschung) and Salainn (Salz), entschied sich die Community für Taghta, was soviel wie „der Auserwählte“ bedeutet. Ausgesprochen wird es übrigens „tuh-ta“. Nun geht es wohl in der letzten Runde um die Gestaltung der Flasche und Verpackung. (Quelle: Heraldscotland)
margaretemarie war mit ihrem Blog whiskyundfrauen wieder unterwegs. Diesmal nahm sie im Darmstädter Jagdhofkeller am Whisky-Dinner von Whisky-Koch Chris Pepper teil. Und dieser hatte John Campbell, den Distillery Manager von Laphroaig, zu Gast.
Diese Gelegenheit nutzte margaretemarie, wie mittlerweile gewohnt, zu einem Interview. Neben den alltäglichen Pflichten und Aufgaben eines Destillerie Managers erfahren wir auch ein Menge über die verschiedenen Arten von Rauch, das Fassmanagement bei Laphroaig und kommende neue Abfüllungen.
Heute Abend soll auch die die Original-Version als Audio-Datei online sein.
Die beiden Glentauchers-Fässer für die Strictly Limited Abfüllung. Ganz links Kenny MacKay von Càrn Mòr, ganz rechts Thomas Gillespie von Càrn Mòr Austria.
Übermorgen ist es dann soweit: Wir veranstalten in Zusammenarbeit mit Càrn Mòr Society und Potstill Vienna unser erstes offizielles Tasting in Wien. Ab 18:30 werden wir im Jahrhundertbeisl im 8. Bezirk die neuen Càrn Mòr Abfüllungen noch vor ihrem Marktstart verkosten. Dabei handelt es sich um folgende acht Abfüllungen:
Càrn Mòr Strictly Limited Edition (46%) (nicht kühlfiltriert, nicht gefärbt, zwei Fässer pro Abfüllung)
Glentauchers 1996: Er ruhte 17 Jahre in klassischen Bourbon Barrels. 501 Flaschen davon mit 46% Alkohol werden auf den Markt kommen. Die Beschreibung durch den Abfüller: “Vanille, Eichennoten und Rohrzucker”.
Glen Elgin 1995: Beide Fässer für diese Abfüllung waren Hogsheads, insgesamt wird es davon 734 Flaschen (46%) geben. Càrn Mòr beschreibt den Geschmack als “Zitrusfrüchte mit Caramel und etwas Ananas”.
Ledaig 2005(neu): abgefüllt Juni 2013, ebenfalls mit 46%. Der große Erfolg des Ledaig 2005, vorgestellt beim Pre-Market Release Tasting am 31. Mai 2103 (die gesamte Ausbeute von 785 Flaschen aus 2 Fässern war bereits nach wenigen Wochen vergriffen), bewog Càrn Mòr aus ihrem Lager nochmals zwei Fässer LEDAIG 2005 abzufüllen. Der gleiche intensive torfige Charakter wie beim ersten Ledaig 2005 mit vielleicht etwas mehr Körper und Süße.
Mortlach 1997: abgefüllt Juni 2013. Dies ist ein ganz typischer Mortlach nach dem Motto: “in Schokolade getauchte Birnen“ mit Karamell und Frucht- Noten. Kenny MacKay beschreibt ihn ganz profan, aber treffend: „An outstanding, excellent drink“. 46%, wie alle Strictly Limited Edition Abfüllungen.
Càrn Mòr Celebration of the Cask (Fassstärke, nicht kühlfiltriert, nicht gefärbt):
Aberlour 1994, 57,8%: Destilliert in der Aberlour Distillery am 2. Juni 1994; abgefüllt beiCàrn Mòr am 10. Juni 2013. Das letzte einer Serie von Fässern (bereits 2011 hat Càrn Mòr einen Aberlour 1994 in Fass-Stärke abgefüllt). Dieser Aberlour 1994 hat die Besonderheit eines behutsamen, lediglich 2 Monate dauernden Finish in einem österreichischen Eiswein-Fass (ausgewählt und nach Schottland transportiert durch Gillespie & Partners). SEHR fruchtig und exotisch mit dem bisschen „Extra“ des Eisweins. Die Ausbeute war nicht mehr als 131 Flaschen weltweit – 30 Flaschen davon sind für Österreich reserviert.
Benrinnes 1991, 56,3%: Er wurde am 6. September 1991 destilliert und in Fass Nummer 445 (Hogshead) abgefüllt. Davon wird es 178 Flaschen (56.3%) geben. Das Interessante an ihm: Mit einem Mokkalöffel Wasser verändert er seinen Geschmack total – man hat das Gefühl, einen völlig anderen Whisky zu trinken.
Macduff 1991, 53,3%: Am 7. März 1991 wurde er in das Bourbon Barrel mit der Nummer 1378 abgefüllt. Jetzt ergibt er 130 Flaschen mit 53.3%. Kenny MacKay merkt dazu an, dass dieser Whisky mit Wasser deutlich verliert – man sollte ihn also unbedingt pur trinken.
Bunnahabhain 1989, 43,5%: Ein leicht getorfter Bunnahabhain! Er kam am 20.10. 1989 in das Fass Nummer 5722 (ebenfalls ein Hogshead) und ergibt jetzt 240 Flaschen mit 43.5%. Er riecht ganz fein nach tropischen Früchten – der Rauch ist laut Kenny MacKay, Chef von Càrn Mòr, erst im Abgang bemerkbar.
Daten zur Veranstaltung:
Càrn Mòr Pre-Release Tasting
20. September 2013, 18:30
Jahrhundertbeisl, Florianigasse 35, 1080 Wien (8. Bezirk – Josefstadt)
Hier die Lage des Jahrhundertbeisls:
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Ein besonderes Bonbon wird es für alle geben, die sich im Rahmen der Verkostung dazu entscheiden, eine der Fassstärken-Abfüllungen „Celebration of the Cask“ vorzubestellen: Mit der Auslieferung ihrer Vorbestellung erhalten Sie Càrn Mòrs eigenen Blend „Old Perth“ kostenlos dazu.
Old Perth ist ein, auch als Vatted Malt bezeichneter, Blend von ausgesuchten Single Malt Whiskys mit einem Alkoholgehalt von 43 %. Die Master Blender von Morrison & MacKay haben aus ihrem Fasslager Single Malts folgender Destillerien als Komponenten ausgewählt und einen milden, fruchtigen Whisky komponiert:
Aultmore, gereift in einem frischen Bourbon Barrel
Mortlach, gereift in einem Bourbon Barrel
Tomatin, gereift in einem Bourbon Barrel
Ben Nevis, gereift in einem Sherry Fass
Die aus der Region Speyside stammenden Single Malts Aultmore, Mortlach und Tomatin geben diesem Blended (=Vatted) Malt Whisky seine Frucht-Note und der im Sherry Fass gereifte Ben Nevis die notwendige Süße und Farbe.
Old Perth wurde als ein spezieller Tribut an die schottische Stadt Perth, der Geburtsstätte der historischen Blended Malts, kreiert. OLD PERTH eignet sich als Einstieg in dei Welt der Malt Whiskys oder als exklusive Basis für Whisky-Mixgetränke. Der Old Perth enthält einen geschmacksneutralen Farbstoff (Zuckercouleur E150a) zur Gewährleistung einer einheitlichen Farbgebung.
Wir freuen uns auf alle, die sich angemeldet haben!
Longmorn Distillery, Foto von Christopher Gillan, CC-Lizenz
Longmorn taucht ja nicht ganz vorne am Radar des Whiskysuchers auf – es ist eine ziemlich große Destillerie von Pernod Ricard, die hauptsächlich in Blends liefert. Allerdings produziert sie auch einen eigenen Single Malt und bedient unabhängige Abfüller mit ihren Fässern.
Und das ist genau dort, wo sich von Longmorn einige wirklich trinkenswerte Abfüllungen finden lassen (A.D. Rattray, GM Cask Strength Series und andere). Serge Valentin von Whiskyfun hat nun gleich 11 Longmorn verkostet, und eigentlich keinen darunter gefunden, den er persönlich nicht mag. Hier die Liste seiner Kandidaten, von denen man einige noch mit etwas Suchen im Handel finden sollte (die Originalabfüllung sowieso):
Glenlivet Nadurra (16y Old), 54,2%vol., ncf. nc, first fill Bourbon casks
Der Name Nadurra entstammt dem gaelischen Wort für „natural“ und soll Glenlivet – der Name ist Programm – in seiner natürlichsten und unverfälschten Form präsentieren. Man zollt damit einer Entwicklung in der Whiskybranche Tribut und wendet sich den Liebhabern des schottischen Lebenswassers zu, die ihren Whisky mit höherem Alkoholgehalt, ohne Kühlfiltration und Farbzugabe genießen wollen. Mit 16 Jahren auf dem Buckel ist Nadurra somit auch ein sehr spannender Vergleichsdram zum 15y French Oak, den ich vor kurzem vorstellen durfte.
Nase: Frisch, getreidig holzig, Bourbon, Kirschstreusel, Butterkaramell, laut kräftig und sehr impulsiv präsentiert sich die Nase, frische Kräuter, Zimt, Vanille, frische Sägespäne, roter Apfel und Pink Grapefruit, langsam entwickelt sich weißer Rauch und umschmeichelt die restlichen Aromen. Mit Wasser dann zeit sich Nadurra offener, mehr Gewürze, deutlich Muskat, die Süße tritt zurück, Buchenholz, leicht angeräuchert, Orangenzesten, etwas bittere Orangenmarmelade und Marillenconfit.
Gaumen: Straff, vollmundig, Vanillecustard, süßlich karamell lastig, wunderbar cremig, füllig und mit viel Power wälzt sich der Whisky durch den gesamten Mundraum, Tea Biskuits, Getreide, Honig, Buttertoast, samtig, langsam kommt Liebstöckel, für die Stärke äußerst smooth und weich. Bekommt mehr Charakter mit Wasser, mit Getreide, spicy Noten, Vanille im Spiel mit Zitrus, Pfeffer, würziger Zimt, Honeycomb, Eichenholz
Finish: sehr langer Abgang, getragen von Würze, etwas Frühstücksbrei, Porridge, Rosinen und Trockenpflaume, dann wieder Karamell, Heidekräuter, Honig und Macis! Feiner Holztouch, Bourbon getragen, Früchtebrot, teigig, immer im Spiel mit kräutrig trockenen Würzkomponenten
Alles in allem: ein vollmundiger, cremiger Whisky, der ganz klar zeigt, was eine natürliche Präsentation und ein wenig Liebe zum Detail ausmachen kann. Glenlivet zeigt hier seine Muskeln, sein ganzes Potential und zaubert einen Whisky ins Glas, der leicht fordernd ist, unglaublich spannende Maltmomente über einen langen Zeitraum bieten kann, mit Wasser unterschiedlichste Facetten zeigt und trotz seiner Stärke einfach Spaß macht. Eine echte Empfehlung, und für den durchschnittlich verlangten Preis ein toller Whisky. Hier findet man das, was man als Glenlivet Benchmark sehen sollte.
Verkoster: Reinhard Pohorec arbeitet zur Zeit als Bartender in London und beschreibt sich selbst als leidenschaftlicher Whiskygenießer. Er hat sich in seinem Berufsfeld auf den Purbereich und Whiskys spezialisiert und ist für whiskyexperts als freier Kolumnist tätig.