Donnerstag, 22. Oktober 2020, 02:51:07

Exklusiv: Four Roses, rosige Zeiten

Der Name Four Roses mag dem ein oder anderen schon einmal untergekommen sein, die Distillery in Lawrenceburg, Kentucky (die Warehouses dazu befinden sich übrigens in Cox’s Creek) zählt zu den Platzhirschen amerikanischer Whiskeykunst. Dabei war für vierzig Jahre kein Tropfen des wertvollen Bourbons in den Vereinigten Staaten selbst erhältlich – und ich spreche nicht von der Prohibition.

Four Roses Hauptgebäude, Foto von Doug Coldwell, GNU Free Documentation Licence
Four Roses Hauptgebäude, Foto von Doug Coldwell, GNU Free Documentation Licence

Obwohl in den 30er, 40er und 50er Jahren Four Roses der meist getrunkene Whiskey der USA war, entschied Seagram, jene kanadische Firma, die 1943 die damalige Frankfort Distilling Co. erwarb, sich auf Blended Whiskey in Nordamerika zu konzentrieren und die vier Rosen nur noch in den Wachstumsmärkten Europa und Asien zu platzieren.

2002 wanderte die Brand Trademark zur japanischen Kirin Brewery Company Ltd., die Neuerwerbung erhielt den Namen Four Roses Distillery LLC. und man besinnte sich wieder der Wurzeln und Grundsätze, zurückgehend auf Paul Jones Jr. Außerdem gab der Whiskey somit sein Comeback in den Staaten, man war quasi wieder „zu Hause“ angekommen.

Buchstabenpuzzle und Hefehistorie

Produzenten in den Vereinigten Staaten legen grundsätzlich wesentlich mehr Wert und Fokus auf ihre speziellen Hefestämme, als die Kollegen diesseits des Atlantiks. Die in Ehren gehaltenen, geschützt, gehegt und gepflegten Saccharomyces Cerevisiae Abkömmlinge werden über Generationen und Jahrhunderte bewahrt und haben ganz entscheidenden Einfluss auf den jeweiligen Destilleriecharakter.

Four Roses, Foto von Craiglduncan, CC-Lizenz
Four Roses, Foto von Craiglduncan, CC-Lizenz

Four Roses treibt das Spiel auf die Spitze und kann gleich mit fünf verschiedenen Hefen aufwarten, dazu gesellen sich zwei separate Mashbills (dies beschreibt die „Rezeptur“, die Zusammensetzung der unterschiedlichen Getreide, für Bourbon mindestens 51% Corn, dazu das Small Grain Rye oder Wheat und oftmals ein kleiner Anteil Malted Barley.)

Unterm Strich ergibt das zehn verschiedene Bourbon Recipes, die mit jeweils vier Lettern zu einem phantasievollen Buchstabenrätsel gebastelt werden.

  • O – beschreibt die Herkunft aus der Four Roses Distillery in Lawrenceburg
  • E und B – die zwei Mashbills (75% Corn, 20% Rye, 5% Malted Barley) beziehungsweise (60% Corn, 35% Rye, 5% Malted Barley).
  • S – bestätigt, dass es sich um einen S traight whiskey handelt
  • V, K, O, Q, F – die verschiedenen Hefen

Zeit also ein wenig herumzuspielen, OBSV, OBSK, OESQ, OESF, …

Four Roses Destillerie, Foto von fourroses, GNU Free Documentation Licence
Four Roses Destillerie, Foto von fourroses, GNU Free Documentation Licence

1,2, oder 3

Im regulären Portfolio finden sich drei Expressionen, der allseits bekannte Yellow Label, dessen Charakter durch ein Vermählen aller zehn Rezepturen komponiert wird.

Vier verschiedene Bourbontypen bilden das Rückgrat des Small Batch und, wie der Name vermuten lässt, jeweils einer wird für Single Barrel selektioniert.

rutledgeDer Master Distiller, seit 1995 Mr Jim Rutledge, pickt sich zudem immer wieder besondere Rosinen aus den Warehouses, um sie als Limited Edition unter das Volk und die Fangemeinde zu bringen. (Sollte man jemals über Fine Old Bourbon oder Platinum stolpern – dies sind Abfüllungen für den japanischen Markt.)

Die Kunst und das Handwerk, die Rutledge an den Tag legt, haben ihn zu einer der angesehensten Persönlichkeiten der Bourbon Industry gemacht und ihm zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen beschert. Als „Four Roses biggest ambassador“ oder „Mr Four Roses“, wie er manchmal sogar beschrieben wird, hat er nicht nur der Destillerie und Firma seinen Stempel aufgedrückt, sondern der gesamten Whiskeynation Vereinigte Staaten.

„There’s a new friend to make, a new story to tell and a little Bourbon to share each step along the way.“

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