Sonntag, 26. Januar 2020, 00:44:15

Rezension: Malt Whisky Yearbook 2019

Gastautor Reinhard Pohorec über das Begleitbuch zum Whiskyjahr von Ingvar Ronde

Glenallachie for whic

Unser Gastautor und international renommierter Sensorik-Experte Reinhard Pohorec hat sich diesmal nicht in einen Whisky, sondern in ein Buch über Whisky vertieft – in das Malt Whisky Yearbook 2019 von Ingvar Ronde.

Pflichtlektüre oder einfach nur noch ein Buch über Whisky? Finden Sie es mit Reinhard Pohorec heraus:

Rezension: Malt Whisky Yearbook 2019

Oops, he did it again…

It’s that time of the year again…  Die Turmbau-zu-Babel Adventkalender Stapel, schweres Artilleriefeuer von Weihnachtsbäckerei Schweinereien oder achso-saisonale Lebkuchen Winterboten sind ebenso beinahe wieder aus den Regalen verschwunden, wie die Tiefkühl-Gen-Bomber von Truthahnmonstrositäten, die sich die-hard America-Great-Again Fans zum europäisierten Thanksgiving in die Back- sowie Speiseröhre schieben.

Kaum sind Halloween Grimassen und Kürbiskuchen verdaut, hat das Weihnachtsgeschäft seine schiere Gewalt über konsumfreudige Alltagsflüchtlinge ergossen. Und ehe man sich’s versieht, sind sie ja eigentlich alle auch schon wieder weg, weil lange vor Heilig Abend der Osterhase seine Schokolöffel feilbieten müsse. Oder so ähnlich.

Fakt ist: Herbst ist’s.

Manche murren es wäre jetzt wieder nur nass, grau, kalt, nebelig, (bitte setzen Sie hier ihr persönliches Lieblings-Grant-Bonmot ein), andere identifizieren die Jahreszeit untrüglich an Weltspartag, Allerheiligen und derlei beinahe vergessenen Feiertagen. Den meisten reicht die allmorgendliche Bettschwere und Snooze-Button-Depression zur vollendeten Herbstidylle.

Für die Whisky Community gilt: mehr kalt heißt mehr wärmendes im Glas, mehr trist heißt mehr vorm Kamin einmummeln und mehr Feiertage heißt mehr Gelegenheiten auszuschlafen. Allesamt triftige Argumente für den ein oder anderen Dram.

Passenderweise häufen sich während dieser Bar- und Whiskyjahreszeit die Veranstaltungen und Publikationen rund um das Lebenswasser.

Während sich manche dabei mit Plaketten, Medaillen, Weltmeister Titeln und ähnlichen – zumindest hoffentlich für die Produzenten – Lobhudeleien beschäftigt halten, steht ein Mann mit seinem zarten Büchlein Jahr ein, Jahr aus für höchst informatives Whisky Divertissement. Hard Facts: Zahlen, Daten, Fakten und globale Industry Insights.

Alle Jahre Wieder

Ingvar Ronde bestreitet mit seinem Malt Whisky Yearbook 2019 die 14. Auflage, eine bewegte und von Erfolg gezeichnete Geschichte. Die Publikation hat sich zur Pflichtlektüre für Whisky Interessierte entwickelt und läutet inoffiziell die spirituelle Herbstsaison ein.

Die Dynamik der Whisky Branche hat ein neues Level erreicht, die Zahl geplanter, in Bauphase befindlicher oder bereits operierender Destillerien ist so hoch wie selten zuvor. Umso aufwendiger scheint die Aufbereitung akkurater Up-to-date Informationen, umso eindrucksvoller die Tour d’Horizont, mit der Ronde durch die Whiskywelt führt.

Neben den erwähnten Neueröffnungen spezifiziert das Malt Whisky Yearbook überarbeitete Zahlen der etablierten Brennerei-Klassiker aus Schottland, Irland, Japan, den Vereinigten Staaten und Kanada sowie interessante Weltwhiskys. Ergänzt wird das Potpourri vom Reigen unabhängiger Abfüller, nennenswerter Whisky Shops sowie viel beachteter Online Plattformen. Egal ob man wissen möchte, wie viele Liter Reinalkohol Glenlivet neuerdings zu produzieren imstande ist, wo man am Besten seine Sammlerflaschen kaufen kann oder was honorige Experten zu einem speziellen Schluck zu berichten wissen, Ronde hat eine Antwort. Selbst hauseigene Verkostungsnotizen von über 200 Qualitäten findet man im Buch.

Mannschaftssport

Nicht jedes Wort, wie auch in den bisherigen Editionen, entstammt der Feder Ronde’s selbst, der „Autor“ hat mit seiner 2019er Ausgabe einmal mehr eine beeindruckende Mannschaftsaufstellung whisky-schreiberischer Spitzensportler aufs Feld geführt. Charles MacLean, Gavin D Smith, Jonny McCormick, Ian Wisniewski klingen die Namen aus der Kontributorenliste.

Den ersten Teil des Yearbooks abdeckend, gewähren sie Einblick in diverse Brennpunktthemen tagesaktueller Relevanz. Die kritische Frage was wirklich dran sei an der allgegenwärtigen Goldgräberstimmung, eine wohlaufbereitete Abhandlung zu Sherryfässern und deren Einfluss auf Reife und Entwicklung. Luftig präsentiert sich Joel Harrison’s Betrachtung des umgebenden Faktors Luft, während nostalgische Sentiments ebenso Berücksichtigung finden wie die wirtschaftlichen Aspekte Whisky Tourismus, Whisky Investment oder globale Start Up Projekte.

Nitty gritty

Ein besonders spannendes Bild zeichnen die Kapitel „The year that was“, in Kombination mit der Tabellen und Statistiken Sektion. Kompakt und verständlich lassen sich hier Schlüsselzahlen und marktrelevante Tendenzen herauslesen, interpretieren, sodass sich der geneigte Leser nicht nur ein exzellentes Bild machen sondern auch eigene Glaskugel Ausblicke wagen kann.

Selbst wenn Ronde’s Werk alljährlich die kalte Jahreszeit einläutet, einer drohenden Herbstdepression vermag die 14. Ausgabe des Malt Whisky Yearbooks mit geballter Kraft entgegenzuwirken.

In Begleitung eines guten Schluckes, als Solist für einsame Kaminstunden oder in illustrer Runde: mit den Zahlen, Daten und Fakten – ergänzt von charmant erzählten Rahmenanekdoten – lassen sich derlei dunkle Stunden erhellen und lange Abende erheitern.

2019 kündigt sich als nicht minder spannendes Whisky Jahr an, Ingvar Ronde wird auch dann mit Sicherheit die passende Lektüre dazu kredenzen. Wenn’s wieder Herbst wird, mit dem 15. Yearbook 2020.

Mit den besten Spirits
Reinhard Pohorec

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