Spirituoseninitiative Westfalen: Höhere Spirituosensteuer trifft Betriebe vor Ort

Die Initiative, der auch westfälische Whiskybrennereien angehören, spricht mit ihren Forderungen wohl für alle Brenner in Deutschland

In ohnehin nicht gerade einfachen Zeiten für Spirituosenproduzenten klingt eine geplante Erhöhung der Spirituosensteuer in Deutschland für viele Kleinbetriebe wie ein schlechter Scherz. Mit ihr wird es für sie noch schwieriger, ihre Prdukte an den Mann oder an die Frau zu bringen und damit den eigenen Beitrag zur regionalen Wirtschaft zu leisten.

17 westfälische Unternehmen, darunter auch Produzenten bekannter deutscher Whiskymarken, haben sich nun zur Spirituoseninitiative Westfalen zusammengeschlossen und auf eine gemeinsame Haltung zur Erhöhung der Sprituosensteuer geeinigt. Sie stellen Forderungen wie eine Umsetzung, die den Mittelstand nicht noch mehr belastet, mehr Vorlaufzeit und eine genaue Analyse, was die Erhöhung tatsächlich bringt – und kostet.

Gerne teilen wir für unsere Leser die aus dem Treffen entstandene Presseinformation – auch für andere Produzenten in ganz Deutschland:

Externer TextInhalt verantwortet das Unternehmen

Spirituoseninitiative Westfalen: Höhere Spirituosensteuer trifft Betriebe vor Ort

Beim Treffen in Oelde machen 17 westfälische Unternehmen sichtbar, was die geplante Erhöhung der Spirituosensteuer für Familienbetriebe, Beschäftigte, Investitionen und regionale Partner bedeuten kann. Sie fordern Dialog, ausreichende Vorlaufzeit und eine verbindliche Prüfung der Folgen.

Oelde, 6. August 2026. Vertreterinnen und Vertreter westfälischer Spirituosenunternehmen haben sich am Standort von Schwarze und Schlichte in Oelde auf gemeinsame Positionen zur geplanten Erhöhung der Alkoholsteuer auf Spirituosen verständigt. Die Unternehmen fordern eine mittelstandsverträgliche Umsetzung, eine ausreichende Vorlaufzeit und eine verbindliche Überprüfung der wirtschaftlichen und fiskalischen Folgen.

Die in der Spirituoseninitiative Westfalen zusammengeschlossenen 17 Unternehmen sind überwiegend mittelständische, familiengeführte Betriebe, die seit Generationen in der Region produzieren. Sie sichern Arbeits- und Ausbildungsplätze und sind eng mit Landwirtschaft, Handel, Gastronomie, Logistik und Tourismus verbunden.

„Eine Steueränderung lässt sich in unseren Unternehmen nicht per Knopfdruck umsetzen. Preise, Verträge, Warenbestände und Zollprozesse müssen rechtzeitig angepasst werden. Deshalb braucht es vor jeder Entscheidung eine ehrliche Prüfung der Folgen, und, sollte es zu einer Änderung kommen, eine Lösung, die in der Praxis des Mittelstands funktioniert“, sagt Katharina Schwarze, Geschäftsführerin der Schwarze und Schlichte GmbH C Co. KG.

Ausreichende Vorlaufzeit statt kurzfristiger Umsetzung

Unabhängig von der grundsätzlichen Bewertung einer Steuererhöhung sieht die Initiative ein mögliches Inkrafttreten unmittelbar zum Jahresbeginn besonders kritisch. Besonders im

wichtigen Jahresendgeschäft lassen sich die erforderlichen Anpassungen sowohl auf Hersteller- als auch Handelsseite nicht kurzfristig realisieren. Die Spirituoseninitiative Westfalen spricht

sich deshalb für ein Inkrafttreten frühestens zum 1. Juni 2027 aus. Sollte dieser Termin politisch nicht umsetzbar sein, müsse den Unternehmen zumindest eine ausreichend lange und verlässliche Vorbereitungszeit eingeräumt werden.

Planungssicherheit ist für mittelständische Unternehmen entscheidend. Wer Investitionen, Beschäftigung, regionale Produktion und Wertschöpfung sichern will, muss politische Entscheidungen verlässlich vorbereiten und ihre Folgen für die Betriebe berücksichtigen.

Steuerliche Belastung nachvollziehbar begründen

Nach Angaben der Initiative tragen Spirituosen bereits heute knapp 70 Prozent des

Steueraufkommens aus alkoholhaltigen Getränken, obwohl sie lediglich 4,6 Prozent des mengenmäßigen Konsums ausmachen. Eine zusätzliche und ausschließlich auf Spirituosen bezogene Belastung müsse daher fiskalisch, wirtschaftspolitisch und gesundheitspolitisch nachvollziehbar begründet werden.

Die Unternehmen weisen darauf hin, dass viele mittelständische Spirituosenhersteller zusätzliche Belastungen nicht ohne Weiteres durch andere Märkte, Produktbereiche oder Getränkekategorien ausgleichen können. Eine Steuererhöhung könne deshalb nicht nur die Betriebe selbst, sondern auch Zulieferer, Handel, Gastronomie und weitere regionale Partner treffen.

Steuererhöhung an ihren Folgen messen

Eine höhere Spirituosensteuer müsste sich an ihren eigenen Zielen messen lassen: mehr staatliche Einnahmen, weniger problematischer Alkoholkonsum und eine verhältnismäßige Belastung der betroffenen Betriebe. Dafür braucht es im weiteren Gesetzgebungsverfahren klare und transparente Kennzahlen. Dazu zählen insbesondere:

  • Absatzentwicklung und Steueraufkommen,
  • Auswirkungen auf Beschäftigung und Investitionen,
  • Folgen für regionale Wertschöpfung, Handel und Gastronomie,
  • Veränderungen des Konsumverhaltens sowie mögliche Ausweichbewegungen.

Nur auf dieser Grundlage lasse sich beurteilen, ob eine Steuererhöhung ihre fiskalischen und gesundheitspolitischen Ziele tatsächlich erreichen kann und in einem vertretbaren Verhältnis zu den wirtschaftlichen Folgen steht. Auch die Annahmen zur Preisentwicklung, zum Kaufverhalten und zu den erwarteten Mehreinnahmen müssten vor einer Entscheidung belastbar überprüft werden.

Dialog über die Folgen vor Ort

Die Spirituoseninitiative Westfalen will die politische Debatte konstruktiv begleiten und die Folgen möglicher Steueränderungen für Betriebe, Beschäftigte und regionale Partner sichtbar machen. Dazu sucht sie den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundestages, des Landtages und der Kommunalpolitik.

„Wer über die Besteuerung von Spirituosen spricht, muss auch über Arbeitsplätze, Ausbildung, regionale Wertschöpfung und unternehmerische Planungssicherheit sprechen. Unsere Unternehmen sind fest in Westfalen verwurzelt und wollen auch künftig hier investieren, ausbilden und produzieren“, sagt Hendrik Dirkwinkel, Geschäftsführer der Paehler-Rietberg Markenspirituosen GmbH.

Mit ihrer gemeinsamen Position setzt die Spirituoseninitiative Westfalen ein Zeichen für eine faire, transparente und mittelstandsverträgliche Ausgestaltung der Steuerpolitik.

Über die Spirituoseninitiative Westfalen

Die Spirituoseninitiative Westfalen ist ein Zusammenschluss von 17 regional verwurzelten Spirituosenunternehmen. Gemeinsam vertritt sie die Interessen mittelständischer und familiengeführter Hersteller und setzt sich für verlässliche politische Rahmenbedingungen, regionale Wertschöpfung und einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken ein.

BetriebOrt / Region
Privatbrennerei Boente GmbH C Co. KGRecklinghausen
Dörlemann GmbHRecklinghausen
Brennerei Ehringhausen GmbH C Co. KGWerne
August Eversbusch oHGHagen
Destillerie C Brennerei Heinrich Habbel GmbH C Co. KGSprockhövel
Kornbrennerei J. J. Kemper GmbH C Co. KGOlpe
Wilhelm Kisker GmbHHalle
Pott C Schöning – Die Kornwerkstatt e.K.Herzebrock-Clarholz
Krugmann Markenspirituosen GmbH C Co. KGMeinerzhagen
Northoff Feinbrennerei Inh. Stefan Northoff e.K.Lippetal-Hultrop
Paehler-Rietberg Markenspirituosen GmbHRietberg
Sandtel Spirituosen GmbHSalzbergen
Sauerländer Edelbrand GmbHRüthen-Kallenhardt
Kornbrennerei August SchierhölterGlandorf
Schoettker Qualitäts-Spirituosen-Destillerie GmbH C Co. KGLemgo
Heinrich Schroeder KGVerl
Schwarze C Schlichte GmbH C Co. KGOelde
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