Eine hohe Verfügbarkeit, eine uns überzeugende Qualität zu einem attraktiven Preis: Auch der heiße Sommer in diesem Jahr ändert nichts an den Kriterien, die unser Whisky des Monats erfüllen muss. Allerdings wechseln wir in diesem Monat auf einen (Sub-)Kontinent, den wir in den letzten eineinhalb Jahren mehrmals besuchten, und der nun erstmals Heimat unseres Whisky des Monats ist. Wir nehmen Sie mit nach Indien, denn unsere Empfehlung für den August 2019 sind zwei Indian Single Malt: Amrut Raj Igala und Paul John Nirvana.

So langsam verlässt uns in Europa die hoch tropische Hitze und die Temperaturen fallen in für uns gewohnte und erträgliche Bereiche. Besonders gegen Ende des letzten Monats stieg das Thermometer in Höhen, die wir sonst nur aus fernen Ländern in der Nähe des Äquators kennen. Alltägliches und Gewohntes müssen den Temperaturen angepasst werden. Erfrischende Getränke wollen wir möglichst gut gekühlt, hochprozentiger Alkohol am Besten nur in Maßen als Longdrink. Und auch gerne mit einem kleinen schmückenden Schirmchen, Strohhalm und ein wenig Dekoration versehen. Wer denkt bei diesem Wetter schon an Whisky, an Whiskey, an Single Malt?

Ein Lastwagen mit lokalem Whisky und anderen Spirituosen auf dem Weg von Amrut zu den Händlern. Bild © Whiskyexperts

Was hier für die einen außergewöhnlich, ist dort für andere Alltag. In Indien, besonders im südlichen Teil des Subkontinents, begleiten hohe Temperaturen die Menschen durch das ganze Jahr – und ihren Whisky. Denn so langsam sollten wir uns daran gewöhnt haben, dass Indien der größte Whisky-Produzent der Welt ist. Und mit seinen knapp 1,4 Milliarden, sehr jungen Einwohnern (ein Drittel der Bevölkerung war 2011 jünger als 15 Jahre) und einer stetig wachsenden Mittelschicht ist Indien ein äußerst attraktiver Wachstums-Markt. Indien wird schon bald China als bevölkerungsreichstes Land der Erde ablösen. Und da ist auch möglich, für Whisky eigene Definitionen zu finden, die nicht unseren entsprechen. Mehr zu Indien als Whiskymarkt können Sie in unserem Interview mit Thrivikram G. Nikam, Executive Director Brands & PR bei Amrut, erfahren.

So langsam sollten wir uns auch daran gewöhnt haben, dass auch auf unserem Markt indischer Whisky erscheint. Lenkte anfangs noch das Label „exotisch“ unseren Blick auf diese Whisky-Spielart, überzeugten sich viele Whisky-Freunde von der hohen Qualität dieser Abfüllungen. Besonders zwei Whisky-Produzenten stehen auf unserem einheimischen Markt für „Single Malt aus Indien“: Amrut und Paul John. Wir hatten in den letzten Jahren die Möglichkeit beide Brennereien zu besuchen, uns ihre Whisky-Produktion vor Ort anzuschauen, und natürlich ihre Abfüllungen zu verkosten. Wir wählen aus ihren Portfolios jeweils ihre Einstiegs-Abfüllung aus und stellen Ihnen diese hier vor.

Amrut Raj Igala

Amrut gilt als Schöpfer des Indian Single Malts (mehr zu Amrut und wie die Welt ihren Whisky kennen lernen durfte, können Sie in unserem Artikel ‚Amrut: Die indischen Interpretationen eines Single Malts‚ lesen). Mit dem Amrut Raj Igala (der König der Adler) schuf man explizit einen Einstiegs-Whisky am unteren Ende des Preissegments. Abgefüllt mit 40 % vol., jedoch ungefärbt und ohne Kühlfilterung, präsentiert sich der Raj Igala kräftig von Beginn an. Viel Frucht mit einer gewissen Exotik, dazu den deutlichen Einfluss der ehemaligen Bourbonfässer, in denen der Amrut Raj Igala reifte, mit Vanille und Holzaromen. Insgesamt sehr rund, äußerst einladend und deutlich in den Aromen.

Paul John Nirvana

Nach einer ‚vorsichtigen‘ Kühlfilterung wurde diese Abfüllung auf ebenfalls 40 % Trinkstärke reduziert und kommt in ihrer natürliche Farbe. Paul John Nirvana zielt auf dem indischen Markt auf Konsumenten, die bisher Blends den Vorzug gaben, und möchte diese in die Welt des Single Malt führen. Deutlich und stark in der Nase, mit einer einladenden Süße, finden wir auch hier Früchte, die wir als exotisch bezeichnen. Ein wunderbarer, ausbalancierter Whisky für Ein- und Umsteiger, wie uns Master Distiller Michael D’souza in unserem Video erklärt.

Amrut Raj Igala und Paul John Nirvana sind beide im gut sortierten Fachhandel zu finden. Mit um die 30 € bilden sie preislich sowie auch qualitativ einen hervorragenden Einstieg in die Indian Single Malts. Wer hier auf den Geschmack kommt, findet sowohl bei Amrut als auch bei Paul John weitere spannende Bottlings, die jeweils die unterschiedliche Interpretation und den unterscheidbaren Ansatz deutlich aufzeigen.