Hohe Verfügbarkeit, attraktiver Preis und in unseren Augen überzeugende Qualität – das sind die Anforderungen, die wir seit unserem Start im Jahr 2013 an den Whisky des Monats stellen. Und hin und wieder vergeben wir diese Auszeichnung nicht nur an eine einzelne Abfüllung, sondern an eine gesamte Range. Und der Preisträger hat, so finden wir, lange genug darauf warten müssen. Zum Whisky des Monats Mai 2019 küren wir diesmal die Abfüllungen der Brennerei Glenfarclas.

Glenfarclas. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Glenfarclas. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

Die Gründe für diese Entscheidung sind relativ einfach erklärt: Glenfarclas, die 1836 von Robert Hay gegründete 1865 an John Grant verkaufte Speyside-Brennerei, die sich selbst den Highlands zurechnet, bietet eine Range an Originalabfüllungen, die in der gesamten schottischen Whiskywelt schwer zu übertrumpfen ist. Vom zehnjährigen Whisky bis zu uralten Fässern, die in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts befüllt wurden, spannt sich die Bandbreite der ausschließlich in Sherryfässern gelagerten Single Malts.

Glenfarclas. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen
Glenfarclas. Bild © Alexandra Kreutz, Genuss am Gaumen

Auch wenn die alten Abfüllungen, zumeist unter der Linie „Family Casks“ verkauft, mittlerweile sehr hochpreisig sind, findet sich doch unter den Standards Interessantes für jeden Geldbeutel. Im Juni 2013 haben wir zum Beispiel den Glenfarclas 15 zu unserem Whisky des Monats gewählt – eine Empfehlung, die wir der gleichbleibenden Qualität auch heute noch aufrecht erhalten können. Vom Zehnjährigen bis hin zum 25 Jahre alten Glenfarclas, der noch nicht weit über 100 Euro kostet, sind alle Qualitäten im leistbaren Preissegment angesiedelt und gut dazu geeignet, den Einfluss der Fasslagerung auf den Geschmack ein und desselben Destillats mitzuverfolgen. Ab dem Glenfarclas 30yo wird die Angelegenheit schon deutlich kostspieliger – man bekennt sich bei der sich seit Anbeginn an in Familienbesitz befindlichen Brennerei auch offen dazu, den „Abfluss“ aus den Lagern mit über den Preis regeln zu wollen.

Diese fragile Balance zwischen Produktion und Verkauf zu erhalten, ist wohl auch eines der Geheimnisse der Brennerei – man will schlichtweg darauf achten, die ganze Palette des Angebots auch in Boomzeiten wie momentan so ausgewogen zu halten, dass sie auch in Zukunft vorhanden sein wird. Dort, wo wir bei anderen Brennereien durch die Knappheit der passenden Fässer immer wieder gesehen haben, dass bestehende Abfüllungen mit Altersangabe durch alterslose Whiskys ersetzt werden mussten, dort konnte Glenfarclas bislang immer die Range nahezu unverändert lassen. Anders sieht es da bei den Family Casks aus: Manche alten Jahrgänge sind bis zum letzten Fass abgefüllt, man erweitert die Range vornehmlich nun über jüngere Bottlings.

Glenfarclas Family Casks

Unter den Standards gibt es übrigens auch einen schon seit jeher offiziell alterslosen Ausreißer (der aber sein Alter am Rücken preisgibt: 10 Jahre): Wer es gerne kräftig hat, der findet im Glenfarclas 105 eine kostengünstige, mit 60% Alkoholstärke druckvolle Variante, die den Einfluss der Sherryfässer auf den Whisky deutlich erkennen lässt, auch wenn man sich keine feine Klinge erwarten darf.

Glenfarclas 105. Bild mit freundlicher Genehmigung von Whiskybase.com.

Die Standards von Glenfarclas, ebenso wie die Jahrgangsabfüllungen, die immer wieder erscheinen, empfehlen wir gerne als Whiskys des Monats. Wer sie noch nicht kennt und günstig einsteigen will, der kann das mit dem Glenfarclas 12yo tun. Wer etwas Besonderes will, ohne dabei die Kosten endlos steigen zu lassen, der ist mit dem Glenfarclas 21yo oder dem Glenfarclas 25yo bestens bedient. Das Gute dabei: Man kann sich ziemlich sicher sein, dass, findet man unter den Abfüllungen seinen Liebling, dieser auch in Zukunft in gleichbleibender Qualität vorhanden sein wird.