Montag, 30. November 2020, 21:26:57

Wir verkosten: Nikka Pure Malt White, NAS, 43%

Beam 2020 Laphroaig

 

 

 

Nikka Pure Malt White
Blended Malt, Japan
0.5 Liter, 43%
Verkoster: Klaus Doblmann
Sample: Privatbesitz

nikkapuremaltwhite

Nase: Ein sehr harmonischer Antritt mit einer Kombination aus Rauch, Süße und herbalen Würzenoten. Eine Harmonie, wie man sie besonders in Blended Malts antrifft, wo die verschiedenen Einzelkomponenten aus unterschiedlichen Destillerien aufeinander abgestimmt werden. Ich vernehme torfgeräucherte Gummibären in Meersalz gebettet, mit grünen Küchenkräutern oben drauf. Etwas Honig, Vanille und Karamell, verbrannter Gummi, alter Kleiderschrank und Veilchen. Omnipräsente salzige Meeresnoten im Hintergrund, aber keine typischen Islay Jodnoten oder Phenole. Ein klein wenig jung und sprittig, die verarbeiteten Whiskys sind sicher nicht die ältesten, was aber nicht wirklich stört.

Gaumen: Zu Beginn etwas uninspiriert. Trockener Riesling mit Salz, auch der Kleiderschrank mit seinen staubigen Elementen ist wieder da. Rauch? Ja, schon, aber nicht wirklich viel. Eine Süße von Gummibären und Honig liegt im Hintergrund, dazu Nüsse, Pfeffer und schwer zu definierende Gewürze. Noch ein wenig jung und metallisch mit trotz nur 43% deutlich spürbarem Alkohol, was sich mit etwas Wasser und genügend Zeit verflüchtigt. Dieser Dram benötigt seine Zeit und Aufmerksamkeit.

Finish: Im Abgang ist der Nikka Pure Malt White schön abgerundet mit einer harmonischen Balance aus Süße und grünen Kräuternoten. Lange andauerndes Finish und ganz am Ende kommt auch der Torfrauch wieder zum Vorschein.

Alles in Allem: Die Hauptkomponente dieses Blended Malts soll laut Herstellerwebsite ein nicht näher benannter Whisky von der Insel Islay sein, der mit ebenfalls nicht benannten japanischen Whiskys vermählt wurde. Auf Islay hätte ich nun nicht unbedingt getippt – die Salzigkeit hat er, ja, aber Jod und Phenole fehlen völlig – was die Raterei, um welchen Islay-Malt es sich handeln könnte, sehr interessant macht. Am Ende kann man nur sagen: Ja, es ist ein sehr nettes Experiment, Whiskys aus verschiedenen Erdteilen zu vermählen. Ja, er ist durchaus interessant und das Geschmacksprofil ist einzigartig, weshalb man ihn probiert haben sollte, auch, weil er nicht allzu teuer ist. Definitiv eine Bereicherung des Erfahrungsschatzes. Er ist aber auch noch ein bisschen jung und könnte ein paar zusätzliche Jährchen im Fass vertragen.

 


Über unser Ratingsystem:

Wir vergeben 0-5 Sterne in drei Kategorien: Nase, Gaumen, Finish

Die Gesamtnote ergibt sich aus dem Mittelwert dieser drei Kategorien. Unsere Skala geht von 0-5 Sternen und ist nicht mit dem Wertungssystem xx/100 vergleichbar. Sie kann so interpretiert werden:

0-1 Stern: Furchtbar. Nur äußerlich anwenden.

1-2 Sterne: Enttäuschend. Aber vielleicht kann man damit die Gäste zum Gehen bringen.

2-3 Sterne: Geht so. Kann man trinken. Muss aber nicht.

3-4 Sterne: Gut. Macht man gerne immer wieder mal auf.

4-5 Sterne: Sehr gut. Daumen hoch. Ab 4.5 Sternen: Spitzenklasse. Vor diesem Whisky verbeugt man sich.

Wichtig: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind kein richterliches Urteil. Darum haben wir bei unseren  Reviews auch die Möglichkeit vorgesehen, dass unsere Leser selbst werten können. Machen Sie Gebrauch davon, falls Sie den Whisky schon probiert haben!

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