Der dritte und finale Teil einer sehr ausführlichen und kritischen Auseinandersetzung mit irischem Whiskey, der auf FFT.ie gestern veröffentlicht wurde, ist für uns Anlass, auf die gesamte Serie hinzuweisen – geht sie doch sensibel und offen mit einem Faktum um, das zwar bei vielen Whiskeykennern bekannt, in der Allgemeinheit aber wenig verankert ist: Es gibt wesentlich mehr irische Whiskeymarken als es Destillerien gibt – und ein Großteil aller Abfüllungen stammt aus den selben Beständen. Viele kleine, im Aufbau befindlichen Brennereien nutzen diese unter eigenem Namen, um ihre Marke aufbauen zu können und sich einen Platz in den Regalen zu sichern. Manche gehen damit offen um, andere weniger. Und nachdem sich die Bestände in den Händen großer Konzerne befinden, haben kleine Blender eigenem Bekunden nach auch manchmal Probleme, genügend Stock für ihre Marken zu bekommen, vor allem dann, wenn sie in Konkurrenz zu den Produkten der Großen stehen.

Die drei Teile des Artikels (eins, zwei, drei) beschäftigen sich mit der Frage, warum es dazu kam, wie die Industrie damit umgeht und wie sich diese Situation auf das Standing des irischen Whiskeys auswirkt. Einerseits haben ja diese „Handelsmarken“ in Irland schon seit jeher Tradition, andererseits ist der Konsument von Schottland her gewohnt, dass die Whiskys auch unterschiedlichen Brennereien zugeordnet sind. Der Artikel ist sicherlich kontroversiell, aber hervorragendes Gedankenfutter und ein Beitrag dazu, die irische Whiskeyszene, die im Auf- und Umbruch ist, besser zu verstehen. Sehr lesenswert!

Die Connemara. © Beam Suntory