Dass man in Fachgeschäften in Deutschland in Bezug auf japanischen Whisky von einer Mangelwirtschaft reden muss, ist augenscheinlich. Nun gibt es aber immer mehr Berichte, dass auch in Japan die Situation als „austrocknend“ bezeichnet werden muss.

Gerade mal 12 Flaschen Hibiki kann man täglich am größten Duty Free Shop auf dem Tokioter Flughafen Haneda ins Regal stellen, und die, so Manager Michihiko Takano laut Nikkei Asian Review, sind innerhalb von 10 Minuten restlos ausverkauft.

Anderen Marken wie Yamazaki haben ein ähnliches Schicksal. Kaum stehen sie (in kleinen Stückzahlen zu einem hohen Preis) zum Verkauf, sind sie schon wieder weg. Und die Händlerpreise für den Yamazaki 12 liegen doppelt so hoch wie der empfohlene Verkaufspreis – und der Anstieg hat sich in den letzten Wochen beschleunigt.

Grund dafür: Die großen Produzenten haben den Boom der letzen Jahre einfach maßlos unterschätzt und kommen mit der Produktion nicht mehr nach. Jetzt fürchtet man, dass die Situation, bei der die Nachfrage das Angebot weit übersteigt, entweder den Markt schnell abkühlen oder gar eine Blase erzeugen könnte.

Es sieht so aus, als hätte man sich die Situation auch mit Marketing zum Teil selbst eingebrockt, nachdem man einen nach einer langen Flaute anziehenden Markt mit zusätzlichen Kommunikationsmaßnahmen weiter angestachelt hat. Die Bestände sind mittlerweile so niedrig, dass manche ein Stocken des Wachstums bis 2020 erwarten. Man überlegt sich auch neue Strategien, um die Nachfrage zu befriedigen.

Yamazaki. Bild © Roman Hurth
Yamazaki. Bild © Roman Hurth

So hat man laut dem Bericht bei Suntory damit begonnen, New Make als ideale Zutat für den Highball zu promoten (jener Longdrink, der Japans liebste Darreichungsform für Whisky darstellt). Auch will man mehr amerikanischen Whiskey für den heimischen Markt importieren. Bleibt abzuwarten, ob die japanischen Konsumenten auf diesen Zug aufspringen.

Mehr über die interessante Situation in Japan im ausführlichen Artikel auf Nikkei Asian Review.