Neues aus Tennessee – Brown-Forman Deutschland bringt mit der Jack Daniel’s Legacy Edition 2 eine Sonderabfüllung des beliebten Whiskeys auf den Markt, und zwar wieder mit einem interessanten, historisch verbürgten Labeldesign – nähere Infos dazu können Sie der nachfolgenden Pressenotiz entnehmen:
JACK DANIEL’S Legacy Edition 2 – Brown-Forman erweckt mit zweiter Sammlerserie historisches Flaschen-Design zum Leben
Hamburg, 11. Juli 2019 – Mit der erstmals im vergangenen Jahr gestarteten JACK DANIEL’S Legacy Edition erinnert Brown-Forman an frühere Flaschen-Labels des weltbekannten Tennessee Whiskey Klassikers und lässt Sammlerherzen höher schlagen. Die Serie ist ab sofort im ausgewählten Fach – und Lebensmittelhandel erhältlich.
„Die Legacy Edition, die letztes Jahr in kürzester Zeit ausverkauft war, zelebriert Ausschnitte aus der reichen Geschichte unseres JACK DANIEL’S Whiskey. Seit über 150 Jahren ist die Kunst der Herstellung, die unseren Tennessee Whiskey so besonders macht und für seinen angenehm milden Geschmack sorgt, gleich geblieben. Auch heute noch kommt jeder Tropfen JACK DANIEL’S aus Lynchburg, wird durch Holzkohle gefiltert und in neuen Weißeiche-Fässern gelagert. Geändert haben sich jedoch im Laufe der Geschichte die Designs der FlaschenLabels“,
erzählt Tanja Steffen, Head of JACK DANIEL’S Germany bei Brown-Forman Deutschland.
Die zweite Edition der limitierten JACK DANIEL’S Legacy Serie zeigt das historisch erste überwiegend schwarz gestaltete Label der Marke, das sich trotz ähnlicher Farbgebung dennoch sehr von dem heutigen Etikett der Old No. 7 Flasche unterscheidet.
„Wir vermuten, dass dieses Label kurz vor der Prohibition in den Vereinigten Staaten verkauft wurde, weil es den Hinweis „nur für den medizinischen Gebrauch“ trug“,
führt Tanja Steffen aus.
Die JACK DANIEL’S Legacy 2 Edition ist bundesweit in ausgewählten Geschäften im Fach- und Lebensmittelhandel sowie im JACK DANIEL’S Online Shop zum Preis von 25,99 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) in der 0,7l Flasche im attraktiven Geschenkkarton erhältlich.
Ende Juni hatten wir von Whiskyexperts gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Journalisten und Bloggern die Möglichkeit, auf Einladung des deutschen Importeurs Kirsch Whisky die dänische Brennerei Stauning zu besuchen und über unsere Eindrücke zu berichten. Wir tun das in einem mehrteiligen Beitrag, den wir heute mit dem zweiten Teil über die neue Brennerei fortsetzen. Teil eins können Sie hier lesen. Viel Vergnügen damit!
Ein Besuch bei der Stauning Distillery – Teil 2: Neu machen
Beim Neubau der Stauning Brennerei hat man sich ganz bewusst nicht auf den behübschenden traditionellen oder einen rein funktionalen Baustil eingelassen. Man versuchte einen Brückenschlag: Die Bauform der alten Gebäude findet sich in den Silhouetten der neuen wieder, ansonsten sollte sich das innovative, experimentelle Denken, das – fast möchte man sagen: notgedrungen – die Geschichte der Brennerei diktiert hatte, Im Neubau zeigen. Und so sind das Alte und das Neue einerseits völlig unterschiedlich, aber dann dennoch irgendwie zusammengehörend:
Wir sind neugierig darauf, was uns in der modernen Brennerei erwartet, die in den Glaselementen die schöne Landschaft der Umgebung widerspiegelt.
Aber schon bevor wir sie betreten, werden wir mit einer weiteren interessanten Idee konfrontiert: Alex Højrup Munch, einer der Gründer von Stauning, der uns über das Gelände führt, zeigt uns die schwarz verkohlte Türe ins Gebäude. Nein, hier hat es nicht gebrannt, meint Alex, man könne aber auf diese Weise bei den Führungen gleich mal auf das Thema der ausgekohlten Fässer kommen und über die Geschmacksbildung im Whisky reden. Und die Türe füge sich so auch perfekt in die schwarze Fassade ein.
Damit wird klar, wo wir hier sind: Diese riesige Halle ist der fast vollständig automatisierte Mälzboden der Brennerei – eine Anlage, wie es sie sonstwo (noch?) nirgends gibt. Hier bringt die Destillerie Stauning im großen Stil das Getreide zum Keimen und damit dazu, in den Körnern Zucker zu bilden, der dann später mit Hefe in den Gärbottichen zu Alkohol umgewandelt werden kann.
Die Bahnen mit dem Getreide sehen gigantisch aus. Momentan sind nur zwei davon benutzt – die Brennerei arbeitet noch weit von der maximalen Kapazitätsgrenze entfernt.
Wenn man die Maschine bei der Arbeit sieht, dann fällt auf, dass sie eine Weiterentwicklung derer ist, die wir in der alten Brennerei gesehen haben. Die „Finger“ sind nun etwas versetzt, weil sie so gleichmäßiger arbeiten können. Und was man nicht sieht: auf einer Seite ist sie leicht erhöht, damit sie nicht im Laufe ihrer Arbeit alles auf eine Seite schiebt, sondern das Getreide gut verteilt bleibt.
Nach einiger Zeit muss die Keimung gestoppt werden – und dazu schaufelt man das Getreide dann in die Kiln, den Ofen. Das geschieht mittels einer archimedischen Schraube, die vom Mälzboden in die Kiln führt:
Wir verlassen nun das erste Gebäude der neuen Stauning Destillerie, das den Mälzboden und die Kiln enthält und schauen uns kurz einmal an der Rückseite der Brennerei um…
…und Landwirte aus der Gegend können sich die nahrhaften Produktionsrückstände für ihr Vieh abholen. Hier soll nichts verschwendet werden – Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind bestimmende Faktoren bei Stauning.
Nun aber betreten wir das zweite Gebäude der neuen Brennerei, dort sind die Maisch- und Gärbottiche sowie die Mühle für das gemälzte Getreide untergebracht.
Im nächsten Raum, mit einem wunderbaren Ausblick, stehen die Gärbottiche, die ebenfalls in Edelstahl ausgeführt sind. Insgesamt acht davon hat die Brennerei.
Bei Stauning kann man auch den „Unterbauch“ der Destillerie besuchen – und das tun wir auch. Dort sieht man, wie groß eigentlich diese Gärbottiche sind:
Bevor es in das Haus mit den Brennblasen geht (davon berichten wir im dritten Teil unseres Reports), machen wir noch einen Abstecher in eines der Lagerhäuser, wo die Sammeltanks für den fertigen Spirit und eine Abfüllanlage für die Flaschen untergebracht sind.
Während wir uns den Raum ansehen, fällt uns eine bauchige Flasche mit der Beschriftung Devil’s Cut auf. Wir fragen Alex, was es damit auf sich hat. Er erklärt uns, dass dies Reste aus entleerten Fässern sind, die hier gesammelt werden (und nicht dazu, um dann weggeschüttet zu werden).
Das weckt unsere Neugierde. Natürlich wollen wir den Devil’s Cut probieren. Mit seinen 62.4% Alkoholstärke bringt er eine gewaltige Holzfracht – und wenn man die Farbe in der Ballonflasche und im Glas betrachtet, weiß man, woher er sie hat. Ein Erlebnis!
Im dritten und vorläufig letzten Teil unseres Reports geht es dann in die „Kathedrale“ der Stauning Destillerie mit ihren 24 Brennblasen. Dort erhalten wir Einblicke, wie sie noch wenige gesehen haben, bevor wir dann in ein Lagerhaus gehen und aus verschiedensten Fässern kosten dürfen. Bis dahin aber noch ein paar Bilder der Brennerei…
Disclaimer im Sinn unserer Redaktionsrichtlinien: Unser Aufenthalt bei Stauning wurde von Kirsch Whisky, dem deutschen Importeur, organisiert und finanziert. Das Unternehmen hatte keinerlei Einfluss auf die Gestaltung des Beitrags.
Wir freuen uns ganz besonders, Ihnen ab sofort wieder eine kleine Miniserie mit fantastischen Aufnahmen im Rahmen unserer Rubrik „Whisky im Bild präsentieren zu dürfen: „Die Schönheit Irlands“ stellt zehn wunderschöne Plätze der grünen Insel Irland vor – kunstfertig eingefangen durch das Talent und Können des Fotografen Siegfried Klingls. Der Franke, der schon unsere Sonderserie „Die Schönheit Schottlands“ gestaltete, ist Betriebswirt und ein leidenschaftlicher Landschaftsfotograf. Der Whiskyliebhaber konnte auf seiner letzten Irlandreise die schönsten Plätze der Insel mit seiner Kamera einfangen – und wir dürfen sie Ihnen hier vorstellen.
1. Glenn Da´ Loch – das Tal der zwei Seen
Im Herzen der Wicklow Mountains liegt Glendalough, eine der berühmtesten Klostersiedlungen Irlands. Gegründet vom heiligen Kevin im 6. Jhd, entwickelte sich die Siedlung schnell zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte des Abendlandes. Die Ruinen der frühchristlichen Klosterstätte liegen malerisch eingebettet zwischen den zwei Seen des langen, bewaldeten Gletschertals und scheinen in der wild romantischen Landschaft der Wicklow Mountains wie verzaubert. Am berühmtesten und wohl beeindruckendsten ist der etwa 30m hohe Rundturm, der die gesamte Anlage überragt. Daneben sind die Ruinen einer Kathedrale und die kleine Kapelle – St. Kevin’s Kitchen erhalten – genannt Kitchen, da der Kirchturm an einen Küchenschornstein erinnert.
So beeindruckend die Klostersiedlung ist, so faszinierend und reizvoll ist auch die Umgebung. In den Wicklow Mountains erstreckt sich der Wicklow Way über 127 km, der auch an Glendalough vorbei führt. Isolierte Bergpässe, Hochmoore, bewachsene Bergrücken und tiefe Eiszeitgletscher prägen diese beeindruckende Landschaft. Auch rund um Glendalough führen mehrere Wanderwege in die einzigartige Natur der Wicklow Mountains mit phantastischen Aussichten.
Ein weltweiter Zusammenschluss von Whiskyproduzenten, um deren Interessen zu vertreten – das ist der Gedanke hinter der Gründung der World Spirits Alliance (WSA).
Dieser neu gegründete Fachverband besteht als so ziemlich allem, was in dieser Sparte Rang und Namen hat. Gründungsmitglieder sind Spirits Europe, Asia Pacific International Wines and Spirits Alliance, Camara Nacional de la Industria Tequilera, Scotch Whisky Association, Association of Canadian Distillers, Pernod Ricard, Diageo, International Spirits and Wines Association of India, Japanese Spirits Liquor Makers Association, Brown-Forman, Distilled Spirits Council of the US, Spirits New Zealand, Rémy Cointreau, Beam Suntory, Spirits und Cocktail Australia, Campari and Edrington.
Man will als globale Stimme der Branche auftreten und sich Themen wie Zollfreiheit, dem Wegfallen von Schutzzöllen, „fairer Regulation der Märkte“, „angepasste“ Steuersätze, „verhältnismäßige“ Schutzregeln im Sinne der öffentlichen Gesundheit und der Bekämpfung der illegalen Erzeugung von Alkohol widmen. Aber auch die Kommunikation der Mitglieder untereinander soll durch die WSA gestärkt sein.
Als Generalsekretärin der WSA fungiert Marie Audren, stellvertretende Generaldirektorin von Spirits Europe.
Nicht nur das baldige Erscheinen des 100% Islay 9th Edition von Kilchoman haben wir Ihnen heute ankündigen können, nun erreicht uns von Alba Import auch noch die Nachricht, dass es einen exklusiven Kilchoman für Deutschland geben wird, der den Beginn einer neuen Serie namens „Small Batch Releases“ sein wird.
Hier alle Infos zum exklusiven Kilchoman Germany Small Batch No. 1 und der neuen Serie, in deren Rahmen wir uns sicher noch auf einige weitere besondere Abfüllungen freuen dürfen:
Kilchoman Germany Small Batch No. 1 – Port Cask Influenced
Islay’s Farm Distillery Kilchoman präsentiert eine neue Produktlinie
Die Single Malt Abfüllungen von Kilchoman Distillery werden zukünftig um eine neue Variante ergänzt, den Small Batch Releases, die für ausgesuchte Märkte abgefüllt werden.
Bisher setzt sich das Kilchoman Sortiment aus den Kernprodukten Machir Bay und Sanaig und jährlichen Limited Releases wie Loch Gorm und 100% Islay zusammen. Dabei zeigt die Bourbonfass betonte Machir Bay den Hausstil der Brennerei und Sanaig hat einen deutlichen Sherryfasseinfluss.
Besonders beliebt waren in der Vergangenheit auch die limitierten Kilchoman Editionen, die in verschiedenen Weinfassarten reiften. Diesem Umstand trägt die privat geführte Islaybrennerei jetzt mit einem neuen Konzept von „Small Batch Releases“ Rechnung.
Basis dieser limitierten Abfüllungen ist stets ein Vatting aus 95% ex Bourbon Fässern und 5% ex Sherry-Fässern, das mit einer weiteren besonderen Fasslagerung vermählt wird. Das Endprodukt hat dann eine zusätzliche Geschmacksdimension und eine leicht erhöhte Alkoholstärke.
Für Deutschland ist die erste Abfüllung in dieser Aufmachung erschienen: Kilchoman Germany Small Batch No. 1 hat 25% Portfass-Anteil, der die klassischen Kilchoman Noten wie Zitrus, Meeresfrische, Rauch und Torf um schöne fruchtige Noten nach roten Beeren und Aromen von dunkler Schokolade ergänzt. Abgefüllt mit 48,9 % Alkoholstärke und limitiert auf 2.520 Flaschen.
Dieses neue Konzept soll Liebhabern der Islay Brennerei eine Alternative zu den Kernprodukten bieten und siedelt sich auch preislich attraktiv zwischen den Grundqualitäten und den bekannten Limited Releases an. Der Ladenpreis wird sich bei 60 EUR bewegen. Gleichzeitig möchte man hiermit die nationalen Märkte stärken und jedem Land eine besondere Variante bieten.
Nicht überraschend, da in Serie veröffentlicht – aber schön zu wissen: Von Klichoman wird es bald die 9. Ausgabe des 100% Islay geben, jener Single Malt, der zu 100% aus Zutaten von der Insel Islay besteht. Dies enthüllt der jüngste Eintrag auf der us-amerikanischen TTB-Datenbank.
Die Kilchoman 100% Islay 9th Edition, also die Jahresausgabe 2019, wird wie immer mit 50% abgefüllt und diesmal in einer Menge von 12.000 Flaschen weltweit aufgelegt. Der in der Regel nur relativ leicht torfige Whisky wird dann auch in Deutschland über den Distributor Alba Import zu haben sein – wann genau, werden wir dann beizeiten berichten.
Hier aber einmal zur Vorfreude auf die neueste Abfüllung die Etiketten:
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Und auch heute geht es bei Serge Valentin auf Whiskyfun mit der Verkostung von Whiskys weiter, die sich aus den diversesten Gründen scheuen, einen Destillerienamen auf der Flasche anzugeben. Diesmal sind es sogar sieben davon, und viele der Probanden kann man auch bei uns im Fachhandel erstehen.
Also gleich ohne viel Umschweife zur Liste der Whiskys, die heute die Verkostung bilden, die meisten davon aus Islay:
The Ileach (40%, Vintage Malt Whisky Company, +/-2018): 87 Punkte
Dass die SWA, die Scotch Whisky Association, die keine staatliche Organisation, sondern eine private Interessensvertretung ist, wenig Spaß bei der Verwendung schottisch anmutender Wörter für nichtschottischen Whisky versteht, musste zum Beispiel auch der deutsche Brenner des „Glen Buchenbach“ Whiskys erfahren. Er hatte einen jahrelangen Rechtsstreit mit der SWA am Hals, der noch immer nicht ausgestanden ist und bei dem er jetzt in Berufung ging (wir berichteten hier).
Der streitbare Arm der SWA reicht aber noch weiter – bis hinüber in den Südosten der USA. Dort erzeugt die Virginia Distilling Company einen Virginia Highland Whisky im Programm, der ein Blend aus amerikanischen, vor Ort gemachten Whiskey und schottischem Whisky ist. Die SWA stößt sich am „Highland“ und an der Schreibweise „Whisky“ statt „Whiskey“ und führt in der Klagsschrift an, dass diese Worte dazu führen könnten, dass der Konsument das Produkt für einen schottischen Whisky hält. Die SWA formuliert das so:
„The SWA works to protect the intellectual property of Scotch Whisky, and consistently takes action across the globe. This is vital to protecting Scotland’s national drink and is a deterrent to those who seek to take advantage of the quality reputation of Scotch Whisky.
“In this instance, we believe that Virginia Distillery’s products are being passed off as Scotch Whisky, particular on account of their use of the term ‘Highland’ which is reserved exclusively for Scotch Whisky under US Federal Regulations.
“These proceedings were not taken lightly, but only after more than 12 months of attempts by the SWA to resolve this issue privately with the company in question. The Association would still welcome a resolution of the matter without the need for Federal Court involvement.”
Die Virginia Distilling Company sieht dem Rechtsstreit gelassen entgegen, wie die us-amerikanische Seite Whiskeywash.com schreibt und beruft sich auf die Tatsache, dass ihre Produktbezeichnung den amerikanischen Regeln und Gesetzen entspricht und man den Begriff schon seit vielen Jahren verwendet.
Wir werden für Sie diesen Fall natürlich weiter beobachten.
Ende Juni hatten wir von Whiskyexperts gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Journalisten und Bloggern die Möglichkeit, auf Einladung des deutschen Importeurs Kirsch Whisky die dänische Brennerei Stauning zu besuchen und über unsere Eindrücke zu berichten. Wir tun das in einem mehrteiligen Beitrag, den wir heute mit dem ersten Teil über die Anfänge der Brennerei und deren bewegte, interessante Geschichte beginnen. Viel Vergnügen damit!
Ein Besuch bei der Stauning Distillery – Teil 1: Die junge Tradition
Die Geschichte von Stauning beginnt wie so viele Whiskygeschichten der jüngeren Zeit: Einige Freunde, eine Schnapsidee – und dann einfach machen. Im Fall von Stauning war die Initialzündung im Jahr 2005 eine Radiosendung über schottische Destillerien, in der behauptet wurde, es sei ganz einfach, Whisky zu brennen. Einer der späteren Gründer von Stauning hörte das und wunderte sich, warum es dann noch keiner in Dänemark versucht hatte. Also trommelte er 13 Familienmitglieder und Freunde zusammen – und neun davon ließen sich auf das Abenteuer ein, den ersten dänischen Whisky zu machen.
„Es ist tatsächlich einfach, Whisky zu machen“, lacht Alex Højrup Munch, einer der Gründer und jetzt Chief Marketing Officer bei Stauning, als er uns durch die Brennerei führt. „Schwer ist es nur, GUTEN Whisky zu machen.“
Das zeigte sich bei den ersten Versuchen. Begonnen hat man auf einer selbstgebauten Brennblase. In Kleinstmenge. Und in der Fleischerei eines Gründungsmitglieds. Die lag in Strauning an der Westküste Dänemarks, der Wilde Westen des Landes, eher spärlich besiedelt und vom Tourismus abhängig. Die Fleischerei wurde gewählt, weil man dort die Auflagen der Lebensmittelbehörde am Besten erfüllen konnte – die mit den Regularien für den ersten dänischen Whisky ansonsten auch eher überfordert und daher zwischen kulant und pingelig schwankend angesiedelt war.
Alex erzählte, man hätte sich vorgenommen, einen getorften dänischen Whisky zu produzieren – einfach deshalb, weil unter den Gründern die alten Ardbegs zu den Lieblingswhiskys zählten und man in Dänemark ja auch genügend Torf hatte, um das zu versuchen.
Also machte man das. Im Herbst 2006 begann man zu destillerien – und wie es der Zufall so will, kamen die ersten Versuche irgendwie in die Hände von Jim Murray – und er zu Besuch. Sein mit banger Miene erwartetes Urteil über den New Make der Selfmade-Brenner: Das Destillat erinnerte ihn an die alten Ardbeg Newmakes. Und weiter:
People who love smoked whisky would kill their own mothers to get their hands on a bottle like this. This could go on to be one of the best smoked whiskies in the world if you carry on like this.
Da hatte man einerseits viel Lob und andererseits eine hohe Messlatte gelegt bekommen, besonders für eine Gruppe Leute, die weder viel Erfahrung mit dem Brennen noch viel Geld hatte. Um genauer zu sein: wenig bis gar kein Geld. Dennoch wollte man – auch ob des Lobes – expandieren, denn die 200 bis 400 Liter, die man jährlich auf der kleinen Brennblase brennen konnte, waren dann doch nicht genug für die Ambitionen, die man hegte.
Also suchte man ein Gebäude für die neue Destillerie, die man mit 6000 bis 8000 Liter plante – und fand es in einem alten Bauernhof etwas außerhalb von Stauning. Lange redetet man mit Banken, erzählt Alex, bis man endlich eine fand, die das Risiko einging, Whiskyproduktion in Dänemark zu unterstützen.
Sparen war dennoch angesagt, und man nutzte das, was man im Bauernhof vorfand – zum Bespiel eine Selchkammer, um dort die Keimung des Getreides mit Torfrauch zu stoppen und so den rauchigen Geschmack für den eigenen Whisky zu bekommen:
Schon damals richtete man so etwas wie ein Besucherzentrum ein, in dem man auch den Whisky verkosten konnte (heute, so viel vorweg, ist die gesamte alte Brennerei das Besucherzentrum).
Hier noch ein genauerer Blick auf das Ausstellungsstück, das die Reifephasen der ersten 12 Monate und die damit einhergehende Färbung des Whiskys zeigt:
Kommen wir aber nochmals aufs Geld zu sprechen, oder besser gesagt: Auf dessen Absenz. Not macht erfinderisch, und der Erfindungsreichtum ist vielleicht das größte Kapital von Stauning und etwas, das später zu einer eigentlich fast unglaublichen Entwicklung führte. Was bei Stauning nämlich aus Geldmangel, Erfindungsgeist und dem Zulassen unkonventioneller Ideen entstand, wollen wir uns an zwei Beispielen ansehen:
Werfen wir zunächst einmal einen Blick in den Hauptraum der alten Brennerei von Stauning:
Landkinder werden hier unschwer den Stall erkennen, aber bei Stauning nutzte man diesen Raum als Mälzboden, um das Getreide zum Keimen zu bringen. Wer ein wenig über den Arbeitsablauf dafür Bescheid weiß, der weiß auch, dass man das Getreide dazu immer wieder wenden und umschaufeln muss. Das sieht sehr pittoresk aus, ist aber rückenknackende Knochenarbeit. Es erfordert viel menschliche Arbeitskraft. Die kostet.
Bei Stauning dachte man darüber nach, ob man das auch automatisieren könnte. Und erfand eine Maschine, die genau das tut:
Dieses Ding fährt durch das aufgebreitete, zu keimen beginnende Getreide und schaufelt es mit den Fingern um. Schneller, besser und vor allem günstiger als das ein Mensch kann.
Alex erzählt uns, dass man Besuch aus einer schottischen Brennerei hatte, und dass dem Distillery Manager förmlich die Kinnlade zu Boden fiel, als er die Maschine bei der Arbeit sah. So etwas hatte er nicht für möglich gehalten.
Ein verbessertes Exemplar der Maschine ist in der neuen Brennerei in mehrfachem Einsatz – dazu aber im zweiten Teil unseres Berichts.
Beispiel Nummer zwei ist ebenfalls der Geldnot geschuldet: Ein Mashtun, der aus einer alten Nerzhäutemaschine (kein Scherz) gebaut wurde.
Einer der Gründer hatte nämlich früher auf einer Nerzfarm gearbeitet und sich dieser Maschine erinnert, die alle Eigenschaften besaß, als Mash Tun zu funktionieren.
Der „Mash Tun“ steht zusammen mit den alten Brennblasen von Hoga nun im Hauptraum des Besucherzentrums von Stauning, dort wo früher produziert wurde und den man durch den Haupteingang betritt:
Mit diesen Brennblasen produzierte man nach dem Umzug in den Bauernhof seit 2009 hier Whisky, vornehmlich Rye Whisky, denn der Roggen ist in der Gegend stark vertreten (und Stauning produziert von Anfang an bis jetzt ausschließlich mit regionalen Zutaten).
Am 30. Juni 2012 wurde dann endlich der erste eigene Whisky in die Flasche gefüllt – mit großem Erfolg bei Whiskyfreunden und der Fachpresse.
Im Frühjahr 2013 geschah dann das zuvor erwähnte völlig Überraschende: Bei Stauning, dieser kleinen und etwas anderen Brennerei an der dänischen Westküste, erhielt man einen Anruf von Diageo und wurde zu einem Meeting nach Kopenhagen eingeladen. Dort erfuhr man vom Wunsch des Getränkegiganten, sich an Stauning zu beteiligen. Man wollte sich seitens Diageo nicht nur an der Produktion, sondern vor allem an den Innovationen und der Unkonventionalität bei Stauning beteiligen.
Bei Stauning wollte man diese Chance nutzen, aber nicht das Heft aus der Hand geben. Zwei Jahre dauerte es, bis die Verhandlungen abgeschlossen waren, aber 2015 wurde dann die Minderheitenbeteiligung (25%) von Diageo an Stauning fixiert – wie Alex erzählt, unter Garantie der Eigenständigkeit der Brennerei und dessen Führungsteam.
2016 begann man dann, gemeinsam mit Diageo, eine neuerliche Erweiterung der Kapazität zu planen und eine neue Brennerei gleich nebenan zu bauen. Die Pläne waren ambitioniert: sie sollte eine Kapazität von 900.000 Litern haben.
So wurde aus dem kleinen Hobbyunternehmen nach und nach eine Brennerei, die in der Größe bald mit so manchem Schotten mithalten kann. Dem neuen Teil der Brennerei und ihren wunderschönen 24 Brennblasen widmen wir uns im zweiten Teil unseres Berichts. Teil 3 finden Sie dann hier.
Disclaimer im Sinn unserer Redaktionsrichtlinien: Unser Aufenthalt bei stauning wurde von Kirsch Whisky, dem deutschen Importeur organisiert und finanziert. Das Unternehmen hatte keinerlei Einfluss auf die Gestaltung des Beitrags.
Weiter geht es mit der Verkostung von Whiskys, die auf dem Label keine Destillerie benennen (wollen oder dürfen) – also solche, wo man nur raten kann, wo sie herkommen. Einfach ist das nicht, denn die Stile der einzelnen Destillerien verschwimmen durch deren Experimentierfreude immer mehr.
Fünf dieser Verschwiegenen sind es heute in der Verkostung, und hier sind die Daten dazu:
Elderly Elvis Tilting (WHAT?) 25 yo (51.2%, Dramfool, Spirit of Speyside 2019, bourbon, 109 bottles): 89 Punkte
Granville 22 yo 1996/2019 (51.9%, Maltbarn, sherry cask, 177 bottles): 86 Punkte
The Hive ‘Batch Strength’ (55.5%, Wemyss Malts, batch #2, 9000 bottles, +/-2019): 87 Punkte
Spice King ‘Batch Strength’ (58%, Wemyss Malts, batch #2, 9000 bottles, +/-2019): 81 Punkte
As we get it (66.1%, Ian McLeod, Highland, +/-2018): 89 Punkte
Und wiederum ein generisches Landschaftsbild aus Schottland als Titelbild – diesmal eine wunderschöne Lichtstimmung…
Schon bald dürfte das neueste Batch des The Macallan M erscheinen, in der Ausgabe für 2019. In der us-amerikanischen TTB-Datenbank ist jedenfalls ein Eintrag dazu aufgetaucht.
Vom Design her dürfte sich bei der Abfüllung nichts geändert haben, die Etiketten deuten auf die typische Flaschenform hin. In welcher Stärke das neue Batch abgefüllt sein wird, lässt sich von ihnen nicht ablesen, hingegen findet man auf dem Label der Rückseite so etwas wie Tasting Notes: Orangenöl mit Lakritze und dunkle Schokoladennoten sollen zu erschmecken sein, gemeinsam mit etwas Süße von Vanille.
Wer sich überlegt, die neue Abfüllung zu kaufen, der muss wohl wiederum mit einem mittleren vierstelligen Betrag pro Flasche rechnen.
Wie üblich der Hinweis zu den TTB-Einträgen: Dass ein Label in der TTB-Datenbank eingetragen wurde, bedeutet nicht automatisch, dass die Abfüllung dann auch erscheinen wird. Es ist allerdings ein sehr starker Hinweis darauf.
Ein besonderer Anlass benötigt einen besondern Whisky. Heute hat sich Ralfy entschlossen, einen Whisky zu öffnen, der schon bei Einkauf nicht gerade günstig war und bei dem er lange überlegt hat, ob er ihn öffnen soll, weil er heute um einiges mehr kostet und man bei solchen Whiskys immer ein wenig zögert – wer solche alte Schätze hat, der weiß, wovon Ralfy hier redet.
Es geht um den Ardbeg „Lord of The Isles“, der mit 46% vol. abgefüllt wurde, mit einem Alter von 25 Jahren – und weil es der zehnte Jahrestag des ersten Whiskyreviews von Ralfy ist, wird dieser heute vor laufender Kamera geöffnet (und der Korken bleibt ganz – puh).
Wertung gibt es heute keine, die verrät Ralfy dann im Extra-Video, das wie üblich erst einen oder zwei Tage später online geht. Der Grund dafür ist, dass der Whisky für eine faire Beurteilung im Video natürlich noch nicht lange genug „atmen“ durfte – Grundregel ist ja, dass man einem Whisky pro Jahr in der Flasche eine Minute im Glas gewährt. Deshalb trinkt ihn Ralfy im Video, das knapp 17 Minuten dauert, nicht einmal.
Interessant ist es natürlich dennoch, und sehenswert. Und weil wir alle gemeinsam wissen wollen, wie er Ralfy geschmeckt hat, ergänzen wir diesen Artikel dann selbstredend mit einem Link auf das Extravideo. Bis dahin viel Vergnügen mit diesem oben hier oder auf Youtube!
Nachtrag 11.7.: Das Video ist da und untenstehend zu sehen – und auch die Wertung für den Ardbe Lord of the Isles können wir jetzt nachtragen: Ralfy gibt ihm satte 95 Punkte.
Seit dem 3. Juli gibt es über Bacardi Global Travel Retail einen ersten Teeling Whisky, der exklusiv für den Duty Free erzeugt wurde. Dabei handelt es sich um einen 12 Jahre alten irischen Whiskey, der aus Malt Whisky und Grain Whisky komponiert wurde und danach in ex-Cognag Fässern nachreifte. Geschaffen hat ihn Teeling Master Distiller, Alex Chasko.
Der auf 6000 Flaschen begrenzte Teeling Explorers Edition wird mit 46% ohne Kältefiltration abgefüllt und kostet in GB 81.50 Pfund.
Jack Daniel’s mag zwar eine ehrwürdoge alte Marke sein, aber was deren Vermarktung betrifft, ist Brown-Forman immer auf der Höhe der Zeit. Das beweist man nun wieder mit einer neuen Augmentet Reality App, mit der man sich auf eine Reise durch die Jack Daniel’s Brennerei begeben kann.
Für welche Handys es die App geben wird (die deutsche Version erscheint ab Mitte Juli), verrät uns die Pressemitteilung nicht, wir schätzen aber, es gibt Sie für iPhones ebenso wie für Android Phones.
Hier jedenfalls die Presseinfo:
Brown-Forman Deutschland bringt innovative Augmented Reality App für JACK DANIEL’S auf den Markt
Hamburg, 8. Juli 2019 – Brown-Forman lädt Verbraucher ein, sich mit Hilfe der neu entwickelten Augmented Reality (AR) App auf eine einzigartige virtuelle Reise durch die JACK DANIEL Distillery zu begeben. Dioramen im Popup-Buch-Stil mit eindrucksvollen Geschichten und Bildern entführen den Besucher über 10 Minuten in die Welt des legendären Tennessee Whiskey.
Die App wird auf das Handy geladen und kann mittels integrierter Kamerafunktion auf jede JACK DANIEL’S Old No. 7 Flasche in allen Größen ab 0,35l bis hin zu 3,0l gerichtet werden, um die Animationen, Voice Overs und Geschichten zu entdecken, die die über 150 Jahre alte weltbekannte Marke so besonders machen.
Das AR-Erlebnis umfasst drei Module, die jeweils mittels aufwendig handgefertigter Modelle sowie mit authentischer Umwelt- und Echtzeitbeleuchtung gestaltet wurden. Drückt der Zuschauer das Feld „Distillery“, erlebt er die Verwandlung des vorderen JACK DANIEL’S Flaschenetiketts in eine Miniaturversion der JACK DANIEL Distillery. Geht er weiter auf das Modul „Prozess“, wird er in die Welt der traditionsreichen JACK DANIEL’S Tennessee Whiskey Herstellung mitgenommen. Und im Teil „Jack“ erfährt er spannende Geschichten über die inspirierende Person Jack Daniel selbst.
„Wir wollen unsere Fans und Konsumenten dort erreichen, wo sie sind. Das bedeutet, dass wir die einzigartigen Geschichten, die es rund um unseren Tennessee Whiskey zu erzählen gibt, über eine Vielzahl von digitalen Medien verbreiten. Die Augmented Reality Technologie eröffnet neue Möglichkeiten, unsere Markengeschichte zu erzählen“,
freut sich Tanja Steffen, Head of JACK DANIEL’S Germany bei Brown-Forman Deutschland.
Die App ist ab Mitte Juli 2019 gratis in deutscher Sprache verfügbar. In englischer Sprache ist sie bereits seit 11. Juni 2019 unter „JACK DANIEL’S AR Experience“ erhältlich. Entwickelt wurde die App in Zusammenarbeit mit Tactic, einem in San Francisco ansässigen Unternehmen, das auf die Produktion immersiver Erlebnisse spezialisiert ist.