In seinem neuesten Video verkostet Ralfy einen jener Standards, die Diageo manchen seiner Destillerien neben den regulären Standardabfüllungen jährlich (oder fast jährlich) zur Seite stellt: Die Distillers Edition, die den klassischen Malt der Brennerei in eine Variante mit Fassfinish komplementiert.
Im vorliegenden Fall geht es um den Lagavulin Distillers Edition aus dem Jahr 2016, genauer gesagt um den Batch 4/505. Bei Ralfy kann er 86 von 100 Punkten erreichen. Interessant dabei: Er verkostet auch eine ältere Version der Distillers Edition – und findet diese komplexer und reichhaltiger. Ralfy vermutet, dass es auch für Diageo nicht einfacher geworden ist, entsprechende PX-Fässer zu finden, die ja für die Distillers Edition verwendet werden.
Wie immer ein sehenswertes Video, diesmal über 22 Minuten lang.
Vorgestern hat die Destillerie Tomatin auf ihrer Website den neuen Tomatin Cù Bòcan 2006 vorgestellt. Die limitierte Ausgabe (12.000 Flaschen immerhin) des rauchigen Tomatin stammt aus einer Kombination von Sherry und Bourbon Casks und ist leicht getorft. Abgefüllt wurde der neue Tomatin mit 50%.
Als Clou hat die Destillerie in die Verpackung ein Glas gepackt, das zwar an einen Tumbler erinnert, aber trotzdem nach oben hin die Aromen durch die Verengung fokussiert.
In Österreich ist der limitierte Tomatin Cù Bòcan 2006 bereits erhältlich (zu einem Preis von € 55,-), die Verfügbarkeit in Deutschland können wir momentan nicht überprüfen.
Hier noch die offiziellen Tasting Notes:
AROMA
Malty chocolate meets burnt butterscotch with a hint of citrus zest, lingering over the remnants of a Highland campfire.
PALATE
Festive flavours of cloves, cinnamon and orange peel are accompanied by sweet vanilla custard with underlying notes of light and earthy smoke.
FINISH
Long lasting, sweet and full. Chocolate and winter spices continue to dwell on the palate.
Es sind schon einige Tage ins Land gegangen, seitdem im deutschen Finale der Auchentoshan New Malt Order die Bartender Christian Herberholz, Frank Thelen und Sascha Geiersberg zum Teil des internationalen „New Malt Order Kollektivs“ gewählt wurden (nachträglich unsere herzlichsten Glückwünsche!), und irgendwie ist die dazugehörige Presseaussendung in der Redaktion verschütt gegangen. Wir reichen sie hier nach, nicht zuletzt der drei Siegerrezepte wegen, die vielleicht den einen oder anderen Whiskyfreund zum Nachmixen anregen – auch wenn man dazu jeweils eine selbst fermentierte Zutat benötigt. Hier der Pressetext und die Rezepte:
Auchentoshan kürt die deutschen Gewinner des „New Malt Order“ Wettbewerb
Die Premium Single Malt-Marke Auchentoshan hat am Montag, den 4. September 2017 die Gewinner des „New Malt Order“ Wettbewerbs beim deutschen Finale in Berlin ernannt. Die Bartender Christian Herberholz, Frank Thelen und Sascha Geiersberg sind nun Teil des internationalen „New Malt Order Kollektivs“. Gemeinsam mit den weiteren Gewinnern des weltweiten Wettbewerbs dürfen sie nun bei der Herstellung eines neuen Auchentoshan Single Malts in Glasgow mitwirken.
Zwölf deutsche Bartender traten am Montag mit ihren Drinks gegeneinander an, um Teil einer besonderen Runde zu werden: dem „New Malt Order Kollektiv“. Thema des Wettbewerbs war Fermentation – denn es ging darum, einen Cocktail mit einer eigens fermentierten Zutat zu erstellen. Bereits zum zweiten Mal fand der Wettbewerb in sieben Ländern statt, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Australien. Die weltweit insgesamt zwölf Gewinner dürfen sich nun auf eine fünftägige Reise nach Glasgow freuen. Dort bietet sich ihnen die einmalige Gelegenheit, gemeinsam einen neuen Auchentoshan Single Malt, den Bartender’s Malt 2018, zu kreieren und somit in den gesamten Herstellungsprozess integriert zu werden. Der internationale Wettbewerb ist Teil der Kampagne „Welcome To The New Malt Order“, mit der Auchentoshan auf die Vielseitigkeit
seines Whiskys aufmerksam machen will.
Perfekte Drinks dank Fermentierung
Die Herausforderung des Wettbewerbs: Der persönliche Auchentoshan Cocktail sollte sowohl den Auchentoshan Single Malt American Oak enthalten als auch eine Zutat, die die Bartender selbst fermentiert haben. Auf diese Weise sollten die Cocktails getreu dem Motto „Distilled Different“ die Verbindung von Fermentierung im Herstellungsprozess von Auchentoshan widerspiegeln. Die teilnehmenden Bartender bereiteten beim Finale ihre Drinks live zu und präsentierten der Jury gleichzeitig die Geschichte, den Hintergrund und die Verbindung ihrer Drink-Kreation zur Marke Auchentoshan.
Darauf kam es der Jury an: Geschmack, Handwerk und die Story zum Drink
Um die vierköpfige Jury zu überzeugen, waren nicht nur Handwerk und Kreativität gefragt - auch auf die persönlichen Geschichten hinter den Cocktails und den Fit der Rezepte zum Competition-Thema Fermentation kam es an. „Auchentoshan American Oak hat an sich schon einen besonderen Geschmack. Nun wollten wir sehen, wie man ihn mit einer eigens
fermentierten Zutat personalisieren kann“, erklärt Jan-Peter Wulf, Herausgeber vom nomyblog und Teil der diesjährigen Experten-Jury. Die entstandenen Kreationen zeigen, dass Fermentieren völlig zurecht eines der Top-Themen des Jahres im Food- und Beverage-Bereich ist.
Die Rezepte der Gewinner
„The Malt ApPearance“ von Christian Herberholz (Das schwarze Schaf / Bamberg):
„Christian Herberholz ist ein echter Experte in Sachen Fermentation. Bei seinem Drink kann man diese Expertise förmlich schmecken.“ (Jan Jehli, Jurymitglied und Vorjahresgewinner)
10 cl Mix aus Auchentoshan American Oak und hausgemachtem Honigbier
2 Barlöffel Birnenpüree
2,5 cl Saurer Apfelsaft
„Devil in the Detail“ von Frank Thelen (Roomers Bar / Frankfurt):
„Frank Thelen beherrscht das Handwerk der Cocktailherstellung auf höchstem Niveau. Zusammen mit der Story zu seinem Drink und seiner Persönlichkeit lieferte er eine gelungene Gesamtperformance.“ (Nils Wrage, Jurymitglied und Chefredakteur Mixology)
50 ml Auchentoshen American Oak
50 ml Mispel/Ananas/Lorbeer-Ferment
15 ml Apricot de Roussilon von Giffard
2 Dash Black Walnut Bitter von Fee Brothers
„Kleinstadtfrühstück“ von Sascha Geiersberg (Lunalounge / Neuruppin):
„Eine gewagte Rezeptur: Sascha Geiersberg hat im Wettbewerb Mut bewiesen. Für seinen Cocktail fermentierte er ein Marmeladenbrot. Sein Drink war „different“ und hat daher perfekt zur Marke Auchentoshan und dem Konzept der Competition gepasst.“ (Lucia Schürmann, Jurymitglied und Vorjahresgewinnerin)
Dreifach destilliert, mild-zugänglicher Geschmack: Auchentoshan American Oak
Eine der Hauptzutaten aller drei Gewinner-Cocktails war Auchentoshan American Oak. Er zeichnet sich durch sein fruchtiges Aroma sowie eine Note von Bourbon-Vanille, Kokos und weißen Pfirsichen aus. Hinzu kommen Anklänge von süßer Grapefruit und einem Hauch von Gewürzen im Abgang, die den milden Geschmack abrunden. Auchentoshan, die Nummer eins der Lowland Whiskys weltweit, wird in einer Destillerie vor den Toren der schottischen Metropole Glasgow produziert. Er ist der einzige Single Malt in Schottland, der dreifach destilliert wird. Dadurch erhält er einen besonders milden, zugänglichen Geschmack, der sich perfekt als Basis für einen hochwertigen Drink eignet. Den besten Beweis hierfür liefern die kreativen Drink-Rezepte der Bartender, die sich für das deutsche Finale der „New Malt Order“ qualifiziert hatten.
42 Folgen lang haben wir Ihnen bereits Sonntag für Sonntag unsere Übersicht über die neuesten audiovisuellen Tasting Notes der deutschen Whiskyszene gebracht. Jedes Mal präsentieren wir Ihnen hier Videos und Audiobeiträge, die wir, wie jede Woche, von den Vloggern selbst zur Veröffentlichung erhalten haben. Diesmal, in der 42. Folge für Sie dabei:
Alle Videos aus dieser Liste können Sie ab sofort untenstehend auch als Playlist komplett ansehen – frühere Folgen, bis zurück zu Episode 25, gibt es zudem jeweils als Playlist auf unserer Youtube-Seite.
Wie jede Woche ergeht hier auch unser Aufruf an alle Vlogger und Podcaster: Wenn Sie selbst Videos zum Thema Whisky machen, dann schicken Sie uns doch eine kurze Mail mit einem Link auf das wochenaktuelle Video und einer Inhaltsangabe dazu an press @ whiskyexperts.net. Vorgaben unsererseits gibt es natürlich keine, hilfreich ist aber, wenn Ihr Videokanal in aller Regel etabliert, regelmäßig publizierend und mit einer gewissen Anzahl Abonnenten ausgestattet ist, sowie mit hohem Qualitätsanspruch gemacht wird.
Die Redaktion behält sich vor, eingereichte Videos ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen, hält aber gleichzeitig fest, dass ein Nichterscheinen nicht automatisch ein (sowieso immer subjektives) Statement über mangelnde Qualität ist, sondern viele verschiedene Gründe haben kann. Wir freuen uns auf Ihre Videos für unsere Leser!
Wenn man mit der schottischen und irischen Destillerienszene Vertraute fragt, auf welche neue Brennerei sie am meisten gespannt wären, fällt unweigerlich früher oder später der Name Waterford Distillery. Mark Reynier, ehemals Bruichladdich, verwirklicht dort im großen Stil seine Wunschvorstellung einer Destillerie, mit starkem Focus auf die Wertigkeit und Herkunft der Zutaten.
Seit gut einem halben Jahr liegen auf Youtube sechs Videos, die die Waterford Distillery, in einer ehemaligen Brauerei errichtet, und ihre Philosophie in packenden Bildern darstellen. Wir möchten sie ein wenig ins Rampenlicht rücken, indem wir sie zu unserem Sonntagsvideo machen und Ihnen ans Herz legen. Gönnen Sie sich die knapp 40 Minuten Einblick in eine der interessantesten kommenden Destillerien (Film 1 finden Sie obenstehend, die restlichen dann unten) – wir wünschen Ihnen dazu einen erholsamen und schönen Sonntag.
Aus der Schweiz kommen die ersten ausführlichen Informationen zum Wolfburn Morven zu uns in die Redaktion. Der Importeur Alexander Weine & Destillate versorgt uns mit einem Bild der neuen Abfüllung, den offiziellen Tasting Notes und Hintergrundinfos zu der dritten und vorläufig letzten Abfüllung in der Core Range der nördlichsten Festlanddestillerie Schottlands. Hier also Wissenwertes über den neuen Wolfburn Morven, der wohl in Kürze auch in Deutschland und Österreich in den Geschäften stehen wird:
NEU: Wolfburn Morven
Der „Lightly Peated“ Morven (10ppm) ist die dritte und vorläufig letzte Standardabfüllung (Core Portfolio) von Wolfburn und ab sofort in der Schweiz für CHF65 erhältlich.
Der 706 Meter hohe Morven (Nähe Berriedale an der A9) ist die höchste Erhebung in Caithness und bekannt durch grosse Torfvorkommnisse. Die Destillerie Old Wolfburn (1821-1870) bezog den grössten Teil des Torfes von dort.
Erstklassische Gerste, sehr lange 75-stündige Fermentation, schonende 4-stündige Destillation, höchste Fassqualität, mehrjährige Reife in einem Dunnage-Warehouse, weder Farbstoffzugabe noch Filtration und last but not least hochwertiges und emotional ansprechendes Outfit. Diese unverwechselbare Qualitätsansprüche gelten selbstverständlich auch für den Morven.
Distillery Tasting Notes:
„Initial rauchig mit Hinweisen auf Früchte und frische Seeluft. Am Gaumen florale Noten die von Hinweisen auf Getreide – gefolgt von Vanille und leichten Gewürzen – ergänzt werden. Der zurückbleibende Hauch von Torfrauch erzeugt ein langanhaltendendes Finish. Dies ist ein großartiger Whisky den man mit Freunden und Familie geniessen sollte.“
Eckdaten
70cl, 46% in exklusiver Kartonschachtel.
fast 4-jährige Reife (ohne Altersangabe) in ex-Bourbon Barrels à 200 Liter.
ohne Farbstoffzugabe (non colored), nicht kältefiltriert (non chillfiltered).
Im Standardsortiment mit fortlaufender Produktion. (Core Portfolio).
Ein neuer Mackmyra wurde gestern auf der offiziellen Website der schwedischen Destillerie vorgestellt: Mackmyra Skördetid.
Die neueste Abfüllung ist zum Teil in Masi Costasera Amaronefässern gefinisht, was ihm eine süße Note von Weintrauben, Rosinen und würzigen Aromen verleiht. Der Whisky reifte zunächst in normalen Fässern (ex-bourbon, 1st Fill Oloroso), die zwischen 2008 und 2012 in die Mackmyra-eigene Mine zur Lagerung gebracht wurden. Ein Großteil davon wurde danach in den Amaronefässern des italienischen Weinbetriebs Masi gefnisht. Skördetid ist das schwedische Wort für Ernte, und der Whisky soll durch seinen Geschmack gut zur Herbst- und Winterzeit passen.
Der mit 46.1% abgefüllte Skördetid wird laut Website nur in limitierter Menge produziert, ohne dass aber eine genaue Zahl angegeben ist. Ab 17. November soll er in den schwedischen staatlichen Alkoholshops zu finden sein. Ob er auch nach Deutschland kommt, bleibt abzuwarten.
Hier noch die offiziellen Tasting Notes in Englisch:
NOSE
Spicy, fruity and herbal with warm vinous notes of grapes and a hint of minerals. Round oaknotes of vanilla and aromas of anise, gingerm raisins, pear fudge and vanilla.
TASTE
Fruity and spicy with dried fruits, pear and raisin, ginger and vanilla. The texture is creamy and medium thick.
AFTERTASTE
Fruity, spicy and oaky with warm notes of raisin.
Vielen Dank an unseren Leser Andy für den Hinweis.
Gleich zwei Destillerien sind heute über ihre Twitter-Accounts an die Fans mit Jubiläumsmeldungen herangetreten – und diese möchten wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten, sind es doch tatsächlich wichtige Meilensteine.
Zunächst einmal hat die englische Cotswolds Distillery heute ihre erste Flasche Whisky abgefüllt und natürlich auch ein Bild davon geschossen. Vorbesteller und Besucher der offiziellen Feier zum dreijährigen Geburtstag (sie findet am 7. Oktober statt) werden den Whisky schon bald verkosten können. Wir gratulieren auf jeden Fall Daniel Szor und seinem Team ganz herzlich zum „Erwachsenwerden“. Great job well done!
Und auch die Ballindalloch Distillery in den Lowlands feiert den dritten Geburtstag. Dort wird man nicht unmittelbar einen Whisky auf den Markt bringen, aber man feiert natürlich diesen Meilenstein ebenso – und zwar gleich doppelt: Man hat dort nämlich das Fass Nummer 2000 befüllt. Wir freuen uns jedenfalls auf die ersten Abfüllungen, wenn sie dann kommen, und jetzt mit der Destillerie über den Fortschritt. Congratulations!
Recht umtriebig zeigt sich momentan die Destillerie Loch Lomond – mit neuen Serien und Abfüllungen will man am Markt stärker präsent sein.
Drei dieser neuen Abfüllungen hat Angus MacRaild, der wie üblich am Samstag Serge Valentin vertritt, heute verkostet – und wenn man seinen Bewertungen vertraut, so zeichnet sich dort in den Highlands tatsächlich so etwas wie eine Trendwende ab, denn zumindest die getorften Bottlings unter dem Label Inchmoan wissen zu gefallen. Hier die Wertungen, die natürlich die ausführlichen Beschreibungen nicht ersetzen. Diese können Sie hier nachlesen:
Loch Lomond 18 yo (46%, OB, +/-2017): 77 Punkte
Inchmoan 12 yo (46%, OB, +/- 2017): 83 Punkte
Inchmoan 25 yo 1992/2017 (48.6%, OB, refill bourbon barrels): 90 Punkte
Von der Teeling-Destillerie in Dublin sind wir darüber informiert worden, dass die Brennerei ihre Brabazon-Range, die sich dem Einfluss von Fässern widmet, in denen zuvor fortifizierte Weinsorten lagerten, um ein zweites Mitglied erweitert hat.
Der neue Brabazon Port Cask Single Malt ist, wie der Name schon sagt, in Port Fässern gereift. Er wurde im August dieses Jahres mit 49.5% abgefüllt und ist ohne Altersangabe. Auf Färbung und Kältefiltration wurde dabei verzichtet. Insgesamt gibt es von ihm 12.500 Flaschen.
Der Brabazon Series 2 wird zunächst einmal am Flughafen Dublin, in der Destillerie und bei ausgewählten Händlern in Irland für 78 Euro erhältlich sein. Danach kommt er in weitere Länder wie die Benelux-Staaten, Frankreich, Schweiz, Russland, Australien sowie ausgewählte Märkte in Asien – und nach Deutschland.
Uns hat eine Pressemitteilung zu einer interessanten Buchneuerscheinung erreicht: Patrick Grasser hat einen Führer für das Whiskyland Franken geschrieben, der sich mit Whisky im Allgemeinen und mit den Brennereien und Fachhandlungen in Franken beschäftigt. Hier der Pressetext:
Whiskyland Franken
Die Macher • Die Genießer • Die Botschafter
Mit allen Sinnen genießen …
Wer Whisky trinken will, der sollte sich Zeit nehmen. Whisky ist eine Spirituose, deren Herstellung und Reifung Achtsamkeit, Zeit und Ruhe beansprucht – ebenso verhält es sich bei seiner Verkostung: Der Genuss eines Glases »destillierten Goldes« kann zu einer Art Meditation werden, bei der man mit allen Sinnen wahrnimmt. Patrick Grasser führt in Whiskyland Franken umfassend wie kenntnisreich an das Thema heran: Er erzählt die Geschichte des Whiskys, gibt Einblick in seine Herstellung und beschreibt ausführlich, was bei seiner Verkostung zu beachten ist. Welche Temperatur sollte das Getränk haben, welches Glas ist das richtige, wie kommen die Aromen zur vollen Entfaltung? Im Kapitel »Die Macher« nimmt er den Leser mit auf eine Reise zu den Brennereien der Region, in »Die Botschafter« stellt er regionale Händler, Experten und Veranstaltungen wie Messen und Festivals vor. »Die Genießer« widmet sich schließlich Clubs und Stammtischen in Franken. In »Ein Blick über den Glasrand« finden sich außerdem noch zahlreiche Tipps außerhalb Frankens.
Ein Muss für alle Whiskyliebhaber und solche, die es werden wollen!
Mit Einführungen zu Geschichte, Herstellung, Verkostung
Mit zahlreichen Porträts, Verkostungsnotizen und persönlichen Tipps
Mit Glossar und Verzeichnissen zu Brennereien und Fachhandlungen in Franken
Mit hilfreichen Informationen zu Veranstaltungen und Ausflugszielen
Patrick Grasser Whiskyland Franken Die Macher • Die Genießer • Die Botschafter Freizeitführer
Klappenbroschur
ISBN 978-3-86913-842-8
247 Seiten 18,00 € [D] · 18,90 € [A]
Patrick Grasser, 1981 in Nürnberg geboren, ist Religionslehrer und Referent für Inklusion am Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn; nebenbei schreibt er Fach- und Kinderbücher. Seine Leidenschaft für Single Malt wurde während eines Irlandurlaubs durch einen »Connemara Peated Single Malt Irish Whiskey« geweckt. Aus der Begeisterung für das »Wasser des Lebens« entstand Anfang 2015 die Idee zum »WhiskyClub Fränkische Schweiz«, den er mitbegründete und dessen Blog er betreibt. Whiskyland Franken ist seine erste Veröffentlichung im ars vivendi verlag.
Unser nächster fotografischer Ausflug mit Alexandra Kreutz von Genuss am Gaumen aus Götzis in Vorarlberg führt uns in die östlichen Highlands nach Oldmeldrum, zur kleinen, feinen Destillerie Glen Garioch (die man übrigens Glen Girii ausspricht). Dort wird seit 1797 Whisky gebrannt. Sie war in der ganzen Zeit nur kurz nach der Übernahme durch Beam Suntory 1994 geschlossen (1995-1997), ansonsten aber liefert sie verlässlich einen charakteristischen Whisky, den man auch bei unabhängigen Abfüllern findet.
Glen Garioch ist eine Schönheit, innen wie außen – genießen Sie mit uns die vielen Bilder, die wir Ihnen auf insgesamt fünf Seiten präsentieren:
Serge Valentin nimmt sich heute einer Destillerie an, die nicht viel vom Rampenlicht abbekommt, wenn man über schottischen Whisky redet – und die mit ihren Abfüllungen auch polarisieren kann. Die Rede ist von Speyburn, eine relativ kleine Brennerei, die aber doch auch historische Bedeutung hat: in ihr wurde erstmals die Trommelmälzerei in den 60ern in Betrieb genommen, eine im Vergleich zum Mälzboden platz- und zeitsparende Methode, die man in großem Stil auch auf Islay, in den Port Ellen Maltings, sehen kann.
Vier junge Speyburn sind es, die Serge heute verkostet, und nur eine der Abfüllungen kann Serge überzeugen:
Speyburn 10 yo (40%, OB, +/- 2017): 78 Punkte
Speyburn 9 yo 2007/2016 (46%, Douglas Laing, Provenance, cask #11071): 76 Punkte
Speyburn 9 yo 2004/2014 (46%, Hepburn’s Choice, 753 bottles): 79 Punkte
Speyburn 2006/2016 (59.2%, Gordon & MacPhail, Cask Strength, refill sherry butt, cask #173): 86 Punkte
Destillerie Speyburn. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Erinnern Sie sich an unsere Berichte aus Irland? Ende Juni besuchten wir in Skibbereen die dort ansässigen West Cork Distillers. Und recht schnell wurde uns dort deutlich, dass, so schrieben wir in unserem Artikel, „diese Destillerie mit Sicherheit die schrägste und innovativste ist, die man in Irland finden kann.“
Die beiden neuen Abfüllungen dokumentieren dies auf eindrucksvolle Art und Weise. Hierfür wurden Fässer verwendet, die durch ihren selbstgebauten Fass-Ausbrenner (hier können Sie in einem Video sehen, wie dies genau aussieht und funktioniert) behandelt wurden. Beim „Bog Oak Charred Cask“ wurden die Fässer unter Zuhilfenahme von Mooreichenholz ausgebrannt. Diese mehrere hundert Jahre alten Eichen wurden im Moor unter Abwesenheit von Sauerstoff und in der dortigen sauren Umgebung konserviert. Dadurch wurde dieses Holz mit der Zeit härter und extrem dunkel. Beim „Peat Charred Cask“ wurde Torf verwendet. Der Whiskey durfte in diesen speziellen Fässern eine kurze Zeit nachreifen.
West Cork Glengarriff Series Bog Oak Charred Cask Peat Charred Cask
43 % Vol.
ungefärbt, ungefiltert
Single Malt Irish Whiskey
Verkoster: Dirk Piesczek
Sample: Kirsch Whisky
Bog Oak Charred Cask
Nase: Fein-würzig durch herbe Kräuternoten im Zusammenspiel mit fruchtigen Noten von Aprikosen, im Hintergrund ein Hauch Rauch von der eher kalten erdigen Art.
Gaumen: Zurückhaltend mit einem süßen Antritt, danach bestätigt er die Noten der Nase: Kräuternoten, leicht bitter werdend, dazu Fruchtnoten, hier eher Pfirsich denn Aprikose. Sehr rund.
Finish: Sehr würzig, überraschend stark und deutlich.
Peat Charred Cask
Nase: Rauchnoten, Zitrus sowie Toffee, recht fein und verwoben.
Gaumen: Zart geräucherte Zitrusfrüchte mit ein klein wenig Gartenkräutern und einem feinen süßen Hauch.
Finish: Die Zitrusnoten werden herber und erinnern eher an Grapefruit, es bleibt kräuterig, und dies alles auch hier überraschend stark und deutlich.
Alles in allem: Durch diesen nuancierten Fasseinsatz für das Finish gelingt es den West Cork Distillers, ihrem ohnehin schon sehr guten Whiskey weitere Facetten hinzuzufügen. Und sie bestätigen das Bild, welches wir von ihnen haben: Hohe Kompetenz, gepaart mit viel Mut zu Experimenten. Das Ergebnis sind hier zwei sehr gute Whiskeys, zwischen denen wir uns nicht für einen Favoriten entscheiden können.
Die Abfüllungen der West Cork Glengarriff Series sind im gut sortierten Fachhandel erhältlich, und das müssen wir an dieser Stelle auch einmal erwähnen, mit unter 30 € zu einem sehr attraktiven Preis.
Seit 2016 verzichten wir in unseren Tasting Notes auf numerische Bewertungen und geben unseren Eindruck nur mehr über die Beschreibung wieder. Wir tragen damit unserem Gefühl Rechnung, dass man mit einem starren Punkteschema Vergleiche forciert, die den Whiskys nicht gerecht werden. PS: Wir haben Geschmack. Unseren. Nicht Ihren. Unsere Verkostungsnotizen sind also kein richterliches Urteil, sondern unser persönlicher Eindruck.