Laut einem Bericht von Proactiveinvestors Australia ist die Nant Distillery nun endgültig von der Australian Whisky Holdings erworben worden (eine entsprechende Meldung gab es bereits im Oktober, allerdings scheinen die Verträge erst jetzt finalisiert worden zu sein). Der Kaufpreis wird mit 3.85 Millionen Australischen Dollars angegeben, der Investor hat auch zusätzlich die Außenstände in der Höhe von 2.5 Millionen übernommen. Damit geht das Zittern um die Destillerie zu Ende.
Im Kaufpreis inkludiert sind die Destillerie, das Grundstück und die Fässer, die im Zuge eines Investitionsplans von der Destillerie in der Gründungszeit an Investoren verkauft wurden. Diese werden in Kürze ein Angebot der neuen Besitzer erhalten.
Was als Fest gedacht war, wurde zu einer Gedenkfeier: Das Richtfest bei der Lindores Abbey Distillery bekam durch den plötzlichen und unerwarteten Tod von Dr. Jim Swan, einem der Mitbegründer, eine tragische Wendung. Wie The Courier berichtet, wurden die Feierlichkeiten zum Richtfest zwar abgesagt, das Abbrennen des Feuerbildes am benachbarten Berghang (Bilder davon im Ursprungsartikel) jedoch zu einem stillen Gedenken an den Großen der Whiskyszene umgewidmet.
Das Feuerbild, das in den Boden des Hangs gepflügt ist und einen Bären und einen Stab zeigt, wird nur zu besonderen Anlässen entzündet. Nach der Eröffnung der Destillerie soll das aber ein jährliches Ereignis werden.
Die Destillerie Lindores Abbey in einer Computerdarstellung
Wie verschiedene Quellen berichten, darunter auch Serge Valentin, müssen wir uns heute von einer weiteren Whiskylegende verabschieden: Silvano Samaroli, Begründer der legendären Linie unabhängiger Abfüllungen, ist tot. Er verstarb auf dem Flug von Shanghai in seine Heimat Italien.
Silvano Samaroli startete sein Unternehmen bereits 1968 als Importeur, später (1979) begann der Italiener in die Domäne der unabhängigen Abfüller einzudringen, die bis dahin fest in der Hand der Engländer und Schotten war. Sehr schnell zollte man seinem Fachverstand und seiner Leidenschaft den gebührlichen Respekt, und er stieg zu den Großen der Szene auf. Ihm verdanken wir einige der besten Abfüllungen der Whiskygeschichte – Flaschen, die heute wie Pretiosen gesucht und gehandelt werden und die wir seiner Expertise verdanken.
Signore Samaroli hat sich 2014 aus der geschäftlichen Leitung der Firma zurückgezogen, blieb aber dem Whisky stets verbunden und aktiv.
Einiges in Bewegung gerät gerade in der schottischen Whiskyszene: Wie scotchwhisky.com berichtet, wird Rachel Barrie ihre Position als Master Blender bei Bowmore aufgeben und zu BenRiach, Glenglassaugh und Glendronach wechseln, die seit kurzem in Besitz von Brown-Forman sind.
Barrie, die seit 2012 bei Bowmore tätig war, wird damit ab 1. März wahrscheinlich den Job von Billy Walker übernehmen, der allerdings noch nicht offiziell bekannt gegeben hat, dass er die Position aufgeben wird. Aus ihrem Originalstatement geht auch hervor, dass es bei Beam Suntory durch die Integration von Morrison Bowmore Distillers Mehrfachbelegungen in entscheidenden Funktionen gab („With the integration of Beam Suntory and MBD there are people with similar jobs etc“), und sie daher keine Perspektiven für sich mehr sah. Sie sähe eine große Chance, in Billy Walkers Fußstapfen viel bewegen und lernen zu können („so I thought this is my opportunity to have a huge influence and to really make a difference in making whisky. Billy is moving on, so for me to follow in his footsteps to take a view on so many aspects of whisky creation was a good opportunity.“)
Wie man bei Bowmore den nun vakanten Posten nachbesetzen wird, bleibt abzuwarten.
Dass japanische Whiskys sich bei uns in den letzten Jahren von Exoten zu einem festen Bestandteil der Whiskyszene entwickelt haben, ist eine Tatsache. Dass der Boom keine Einbahnstraße ist, ebenso – und das wird durch aktuelle Zahlen untermauert: Laut einem Bericht der schottischen Regierung haben sich die Exporte dorthin auf ein Rekordniveau entwickelt.
Die Exporte von Lebensmitteln aus Schottland haben sich von 90.3 Millionen Pfund im Jahr 2014 auf 98.7 Millionen Pfund im Jahr 2015 gesteigert. 77% davon gehen auf das Konto von Scotch, 16.7% auf Meeresfrüchte und Fische.
Japan ist der dreizehntgrößte Exportmarkt für Schottland insgesamt und der vierzehntgrößte für Scotch. Von 2014 auf 2015 sind die Exporte von Scotch dorthin um 18 Prozent gestiegen.
Ein amüsanter und gut lesbarer Ausflug in die Frühzeit des amerikanischen Whiskeys findet sich heute auf Independent.co.uk. Der Artikel basiert auf dem Buch Dead Distillers: A History of the Upstarts and Outlaws Who Made American Spirits von Colin Spoelman und David Haskell und beleuchtet die nicht immer legalen Anfänge einer heute riesigen Industrie. Im Artikel geht es um Mark Wazeniak, einen Schwarzbrenner am Anfang des letzten Jahrhunderts, um eine Gruppe von Whiskeybrennern, die bei einer Explosion eines Kessels im Jahr 1880 getötet wurden und um den Whiskeyhändler Thomas Lincoln.
Auch eine schöne Fotogalerie mit alten Aufnahmen von Schwarzbrennereien und Whiskeymotiven ist im Artikel dabei – schauen Sie sich das an.
Diesmal ist es wieder gemischt zwischen Originalabfüllungen und Unabhängigen – beim vierten Teil der Verkostungsserie von Abfüllungen aus der Islay-Destillerie Bunnahabhain. Die drei Independents haben in der Verkostung von heute die Nase allerdings deutlich vorne, und eine Originalabfüllung, der Eirigh Na Greine, müht sich mit Hängen und Würgen über die 70 Punkte Marke:
Bunnahabhain ‘Eirigh Na Greine’ (46.3%, OB, +/-2016): 73 Punkte
Bunnahabhain ‘Ceobanach’ (46.3%, OB, +/-2016): 81 Punkte
Bunnahabhain 26 yo 1989/2016 (45.9%, Cadenhead, Authentic Collection, bourbon hogshead, 246 bottles): 87 Punkte
Bunnahabhain 27 yo 1987/2014 (49.8%, Sansibar/Spirit Shop Selection, sherry cask): 90 Punkte
Bunnahabhain 28 yo 1988/2016 (51.3%, Single Cask Nation, refill oloroso hogshead, cask #7403): 91 Punkte
Ein variabler Feiertag der Freunde der Islay-Destillerie ist jedes Jahr der Ardbeg Day – und das exakte Datum dafür ist soeben in einem Mail an die Committee-Mitglieder bekannt gegeben worden. Eine Hummerschere hält eine Flasche Ardbeg hoch (die Frage ist, was uns das sagen will), und die Aufforderung „Save the date – 3rd June 2017“ weist uns auf das diesjährige Datum (einen Samstag) hin.
Nichts Erhellendes birgt der Text der Mail: Mickey Head verrät eigentlich neben dem Datum rein gar nichts. Es darf also spekuliert werden… – zum Beispiel, indem man bei uns in die Suchmaske oben den Begriff „Ardbeg Day 2017“ eingibt 😉
Thomas Zilm hat auf seinem Blog Spirit-ambassador.de wieder ein Stück irischer Whiskeygeschichte aufgerollt – diesmal in Form eines Artikels über die Old Bushmills Distillery. Ihre Geschichte ist, wie man dem folgenden Ausschnitt entnehmen kann, komplizierter als es eine einfache Angabe einer Jahreszahl zur Gründung vermuten ließe:
Kaum eine Brennerei dieser Welt kann auf eine solch lange Geschichte verweisen wie die Old Bushmills Destillerie, die ihren Ursprung im Jahre 1608 findet. Doch dies ist nur ein Teil der Wahrheit, schließlich gibt es die Marke erst seit 1784, doch in der Region ist aqua vitae schon spätestens seit 1276 bekannt. Es erscheint also ein bisschen komplizierter mit der Geschichte dieser Brennerei. Doch alles der Reihe nach.
Wemyss Malts veröffentlichen den ersten Batch mit neuen Abfüllungen für 2017 – und darunter finden sich diesmal Single Cask Whiskys im Alter von 14 bis 28 Jahren. Die Auswahl traf wie immer Charlie Maclean, sie sind, das hat Tradition bei Wemyss, ungefärbt und ohne Kühlfiltration abgefüllt. Hier das Lineup:
“The Ship’s Decanter” a (24YO) single cask from Bunnahabhain distillery, Fassstärke mit 45.6%
“Scallop Divers Dram” a (28YO) single cask aus der Bunnahabhain distillery, 46%
“Peppered Biltong” a (20YO) single cask aus der Clynelish distillery, 46%
“Mango Anise” a (21YO) single cask aus der Braeval distillery, 46.0%
“Spiced Apple Strudel” a (14YO) single cask aus der Craigellachie distillery, 46.0%
“Apple Syllabub” a (26YO) single cask aus der Bladnoch distillery, 46%
“Tiramisu Layers” a (19YO) single cask aus der Invergordon grain distillery, 46%
“Hedgerow Berries” a (20YO) single cask aus der Glenrothes distillery, 46.0%
Die Preise liegen diesmal zwischen 70 und 270 Pfund.
Die Whiskywelt muss heute einen herben Verlust beklagen. Wie The Spirits Business und andere Seiten heute berichten, ist der Mitbegründer der Lindores Abbey Distillery, Dr. Jim Swan, laut Auskunft der anderen Gründungsmitglieder der Destillerie, Drew und Helen McKenzie Smith, verstorben.
Der Tod des Chemikers, Whisky-Consultants (maßgeblich am Erfolg von Kavalan beteiligt), ex-Master Distillers der Penderyn Distillery und ehemaligen Operations Directors of blending, bottling and maturation studies der Pentlands Scotch Whisky Research in Edinburgh, kommt zu dem Zeitpunkt, da bei der Lindores Abbey Distillery das Richtfest gefeiert wurde. Die Festivitäten sind natürlich eingestellt.
Unsere Gedanken sind mit der Familie, den Freunden und den Kollegen von Dr. Jim Swan. Er möge in Frieden ruhen.
Eine Pressemitteilung aus dem Bereich Personalia erreicht uns aus der deutschen Zentrale von Beam Suntory. Dort haben Nicole Ehlen und André-Patrick Wüstefeld erweiterte Aufgaben für die Region Western Europe übernommen. Wir wünschen den beiden viel Erfolg in den neuen Tätigkeitsfeldern:
Erweitertes Aufgabengebiet:
Nicole Ehlen und André-Patrick Wüstefeld übernehmen mehr Verantwortung im Bereich Western Europe bei Beam Suntory
Frankfurt am Main, 15. Februar 2017. Seit Januar 2017 tragen Nicole Ehlen und André-Patrick Wüstefeld mehr Verantwortung im Bereich Western Europe bei Beam Suntory. Fortan unterstützen sie auch die Leitung der Geschäfte des Premium-Spirituosenunternehmens in Frankreich, Italien, den BeneluxLändern, den skandinavischen Ländern, der Schweiz, Portugal, Griechenland, Irland, Island sowie das Distributionsgeschäft in UK und Spanien. Sie berichten weiterhin an Manfred Jus, der im vergangenen Jahr die Position des Managing Director Western Europe übernommen hat.
Als Marketing Director Western Europe trägt Nicole Ehlen seit Januar noch mehr Verantwortung bei Beam Suntory. Bislang verantwortete sie das Marketing in Deutschland und Österreich. In ihrer neuen Funktion ist Nicole Ehlen nun zusätzlich für alle weiteren Länder West-Europas zuständig.
„Diese Aufgabe ist eine tolle Chance, Ideen und Visionen umzusetzen“, sagt Ehlen, die seit November 2013 für das Premium-Spirituosenunternehmen arbeitet. „Beam Suntory hat ein starkes Produktportfolio und setzt immer wieder Trends auf dem Spirituosenmarkt.“
Auch André-Patrick Wüstefeld stellt sich seit Januar einer neuen beruflichen Herausforderung. Als Finance Director Western Europe verantwortet er ab sofort nicht mehr nur den Bereich Finance & IT in Deutschland und Österreich, sondern auch die Finanzen in den weiteren westeuropäischen Ländern.
„West-Europa ist ein Markt, der großes Potenzial bietet. Um es zu erschließen, bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen den Finance- und Commercial-Teams. Auf diese Aufgabe freue ich mich sehr“, sagt Wüstefeld, der seit Januar 2013 bei Beam Suntory tätig ist.
Dass Whisky immer mehr auch zum Investitionsgut für betuchte Sammler wurde und wird, ist an wohl keinem Whiskyfreund unbemerkt vorbeigegangen. Man mag sich über diese Entwicklung freuen oder nicht – neutral betrachtet ist die Flucht von Geld in Sachwerte angesichts der niedrigen Zinsen durchaus verständlich, ebenso wie die Tatsache, dass Teile des Whiskysegments darauf mit stark anziehenden Preisen reagieren.
Welche Destillerien sind es aber nun, die zum Hauptziel der Sammler und Investoren geworden sind? The Spirits Business hat die 10 begehrtesten Destillerien bei Whiskyinvestoren nach deren Wertsteigerungen im RW101’s Investors’ Index zusammengestellt und in einem Artikel veröffentlicht. Man findet dabei die üblichen Verdächtigen wie The Macallan, aber auch für Otto Normalverbraucher Unbekanntes wie zum Beispiel Killyloch. Interessant sind dabei vor allem die Platzierung selbst als auch die Veränderung zum Vorjahr – denn in den Top Ten sind auch einige neue Namen aufgetaucht. Ach ja, und auch die Destillerie auf unserem Titelbild ist in den Top Ten vertreten.
Auch wenn man selbst kein Investor ist, eine höchst interessante Lektüre.