Keine guten Nachrichten kommen von Burn Stewart Distillers, den Besitzern von Bunnahabhain, Tobermory und Deanston: Im letzten Jahr ist bei ihnen der Gewinn um mehr als ein Viertel auf 4.9 Millionen Pfund eingebrochen. Laut Firma ist das vor allem „sehr harten Rahmenbedingungen in einigen Schlüsselmärkten“ geschuldet. Wie The Scotsman weiter berichtet, stagnierte dabei der Umsatz bei 59 Millionen Pfund.
Heuer sieht es im ersten Halbjahr schon etwas besser aus: Der Gewinn in den ersten sechs Monaten beträgt 3.2 Millionen Pfund, sodass 2014 insgesamt erfreulicher ausfallen könnte.
Auch anCnoc aus der Destillerie Knockdhu ist laut einem Bericht von The Moodie Report schon bald mit Neuigkeiten im Travel Retail vertreten. Zwei neue Abfüllungen sollen auf den Markt kommen: anCnoc Blackhill Reserve, nach der Destillerie Knockdhu (schwarzer Hügel) benannt, wird mit 46% abgefüllt und soll € 49.99 kosten. Die zweite Neuigkeit ist anCnoc Barrow, die die getorfte Linie im regulären Verkauf um eine Travel Retail Abfüllung ergänzt. Es handelt sich dabei um eine limitierte Abfüllung (7.500 Flaschen), mit 13.5ppm – sie wird Anfang 2015 erscheinen und € 62.99 kosten. Auch anCnoc Barrow wird mit 46% abgefüllt werden.
Auf stv news gibt es einen Artikel und ein ca. zweiminütiges Video über die Ankunft der Stills auf der Kingsbarns Distillery, dem bald schon fertiggestellten Projekt der Wemyss-Familie. Mit den Stills, die aus der Speyside nach Fife geliefert wurden, ist das Herzstück der Destillerie angekommen. Die Destillerie und das Besucherzentrum werden am 1. Dezember ihre Pforten öffnen.
Und hier noch zwei weitere Bilder von heute (Fotos: Kingsbarns Distillery):
Wie uns Peter Wills soeben mitteilt, gibt es ab sofort eine neue Abfüllung aus der Islay-Destillerie Kilchoman (die letzte offizielle Abfüllung für heuer, übrigens): Kilchoman Original Cask Strength ist ein Vatting aus ex-Bourbon Fässern und wird mit 59.2% in Fassstärke abgefüllt. Diese Special Edition ist 5 Jahre alt. Nase und Gaumen erfreuen sich an sanftem Rauch, reifen Früchten und Zitrusnoten. Das Finish soll lang und klar sein.
Den Kilchoman Original Cask Strength gibt es ab heute im Kilchoman Online Shop und wohl in kürzester Zeit auch bei den Kilchoman-Händlern. In England kostet die Abfüllung 69 Pfund.
Und wieder findet sich ein Duo zur Verkostung bei Serge Valentin – diesmal sind es zwei Whiskys aus Bunnahabhain – wobei: Beim 45jährigen Post Askaig ist das eine Mutmaßung – denn normalerweise sind Abfüllungen unter dem Namen Port Askaig aus Caol Ila, aber bei dem Alter wäre das eine Abfüllung aus der alten Destillerie – und daher extrem unwahrscheinlich. Also tippt Serge auf Bunnahabhain. Hier die Resultate:
Bunnahabhain 34 yo 1980/2014 (45.9%, The Whisky Fair, sherry wood, 230 bottles): 83 Punkte
Port Askaig 45 yo (ABV TBF, Specialty Drinks, 2014): 90 Punkte
Die Destillerie Bunnahabhain. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Laphroaig-Fans, die mit dem Flieger unterwegs sind, können sich auf einen neuen Laphroaig freuen, der exklusiv im europäischen Travel Retail erhältlich ist: Der Laphroaig Brodir ist im Portfass gefinisht und mit 48% abgefüllt. Er ist der zweite in der Brodir-Serie (Brodir ist altnorwegisch für Bruder), schon 2012 gab es eine erste Abfüllung, damals 13jährig. Der in ex-Bourbon-Fässern gereifte und danach in Fässern aus europäischer Eiche, die mit Ruby Port präpariert wurden, gefinishte Whisky wird 110 Euro kosten.
Wie The Moodie Report berichtet, soll der Laphroaig Brodir anfängliche Honigsüße zeigen, die schnell abtrocknet und danach cremig und blumig wird. Er soll stark salzig schmecken, später nach Lakritze. Das Finish sei kohlig mit darüberliegenden Zitrusnoten.
Das neue Malt Whisky Yearbook ist erschienen und kann ab sofort online bestellt werden. Das Inhaltsverzeichnis und einige Beispielseiten geben uns vorab einen Eindruck von der diesjährige Themenpalette. Natürlich wird ein intensiver Blick auf den irischen Whiskey und seinen rasanten Wachstum geworfen. Und fast selbstverständlich finden sich Artikel über die Altersangabe bei Scotch Whisky, die Geschichte dazu und ihr mittlerweile vermehrtes Fehlen.
Hatten wir zwar schon im letzten Jahr geschrieben, gilt aber auch in diesem und wird sich auch nicht im nächsten Jahr ändern: Pflichtlektüre!
Ein schönes Bild von Kilbeggan ist heute der Inhalt unserer Rubrik Whisky im Bild. Die irische Destillerie wird heute zweifach genutzt: Einerseits als Museum, andererseits ist der älteste Pot Still Irlands dort nach aufwendiger Renovierung seit 2007 wieder in Betrieb und produziert jährlich 250.000 Flaschen Whiskey. Die Rechte zum Bild unten liegen bei Beam Suntory und wurde uns zur Verwendung überlassen.
Wenn die Gartbreck Distillery, die nach der Wintersaison ge- und umgebaut werden wird, spätestens 2016 den Betrieb aufnehmen soll, wird dies nicht auf Effizienz und Gewinnmaximierung ausgerichtet sein, teilen Martine Rochard Donnay und Jean Donnay, die Besitzer der Destillerie, ihren Fans mit. Sie wollen zum Beispiel nur 1 Tonne Getreide auf einmal maischen, und damit ergeben sich daraus 2 Destillationsläufe in den 2.500 Liter fassenden Stills – was eine Produktionsmenge von höchstens 120.000 Liter im Jahr bedeutet.
Damit, so die Donnays, wollen sie nicht den Massenmarkt, sondern die Whiskyliebhaber bedienen und einen charaktervollen Whisky erschaffen, der sich durch Tiefe auszeichnet. Vom Bedarf an getorften Malz, so die beiden weiter, soll 20% durch eigene Floor Maltings gedeckt werden.
Die neue Anlage fügt sich harmonisch in das Landschaftsbild ein. Copyright Gartbreck Distillery
2x 93 Punkte, das spricht dafür, dass diese spezielle Verkostung von Serge Valentin eine reine Freude gewesen sein muss. Nun, es waren auch zwei seltene und nicht gerade günstige Japaner im Glas – die Meisten von uns werden diese Tropfen sich wohl nur erlesen können:
The Nikka 40 yo (43%, OB, blend, 700 decanters, 2014): 93 Punkte
Karuizawa 33 yo 1981/2014 (55.3%, OB, La Maison du Whisky, sherry, cask #136): 93 Punkte
Wir haben uns wieder mal einige Blogs angesehen, was dort an interessanten neuen Verkostungsnotizen zu finden ist. Hier eine Zusammenfassung der Artikel, die uns aufgefallen sind:
Den Glenlivet Nadurra hat sich Best Shot Whisky Reviews angesehen – in Fassstärke und mit Wohlgefallen
Auf Malt Fascination sieht man eine Review des sehr selten zu findenden Bowmore Devil’s Casks II – die Verbeugung ist nicht bis zum Boden, aber dennoch ausgeprägt
Der Glenfarclas 105, ein Klassiker unter den Sherrybomben, wird auf Words of Whisky im Rahmen des Sherry-Projects verkostet – und er wird gemocht, jedoch nicht ganz so sehr wie der Averlour A’Bunadh und der Glendronach Cask Strength (Links dazu im Artikel)
Master Quill hat den Glenlivet 12 im Glas – der Standard bekommt dort eine wohlwollende, aber nicht enthusiastische Wertung.
Und dann hat das Somerset Whisky Blogfünf Abfüllungen von Glen Garioch verkostet – interessant und schön zu lesen.
Kurz nachdem sie den Spatenstich für ihr 25 Millionen Euro schweres Destillerieprojekt durchgeführt haben (wir berichteten hier), veröffentlicht nun The Walsh Distillery die neueste Ausgabe ihres Whiskeys „The Irishman“. 2790 Flaschen des The Irishman Cask Strength 2014 (ein dreifach destillierter Single Pot Still Malt Whiskey) wurden mit 54% abgefüllt und präsentieren sich in einer stabilen Holzkiste.
Gereift ist dieser Whisky in amerikanischen Eichenfässern – für wie lange, darüber lassen uns die Hersteller im Unklaren. Auch was er kosten wird, wurde nicht mitgeteilt.
Templeton Rye sieht sich einem Gerichtsverfahren in den USA gegenüber, berichtet mysanantonio.com. Es geht darum, ob Verbraucher durch eine falsche Herkunftsangabe dazu verführt worden sind, einen höheren Preis zu zahlen. Templeton Rye wird nämlich beschuldigt, Iowa als Herstellungsort angegeben zu haben. Tatsächlich wird der Templeton Rye – so wie die meisten amerikanischen Rye – in Lawrenceburg, Indiana, hergestellt und mit Tankwagen nach Iowa zur Abfüllung gebracht.
Der Rechtsstreit könnte exemplarisch für weitere Verfahren in ähnlich gelagerten Fällen sein…
In unserer regelmäßigen Rubrik “Whiskys des Monats” stellen wir, sehr subjektiv gesehen natürlich, Whiskys vor, die wir besonders mögen – und denen wir eine breitere Öffentlichkeit wünschen. Hier unsere Empfehlung für Oktober:
Wer an Islay-Whisky denkt, der kommt an Laphroaig nicht vorbei. Sie ist eine der größten Destillerien auf der Insel, mit einem Jahresausstoß von fast 3 Millionen Litern. Sie liegt an der Südküste, und ihre Lagerhäuser sind direkt am Meer gelegen. Bei hohem Wasserstand sind jene manchmal vom Meerwasser umspült, wie auf unserem Bild von Lars Pechman unschwer vorstellbar. So erklärt sich auch zum Teil der maritime Geschmack der Whiskys. Sie sind dazu ölig, bringen eine gewisse malzige Süße und natürlich Rauch.
Laphroaig. Bildrechte bei Lars Pechmann.
Wer diesen Charakter preiswert und dennoch intensiv erleben will, dem empfehlen wir den Laphroaig Quarter Cask. Dieser mit 48% abgefüllte Whisky kommt ohne Altersangabe daher und kann seine Jugend nicht verhehlen – aber gerade bei den Islay-Whiskys ist Jugend oft eine Tugend. Durch die Lagerung in Quarter Casks, also relativ kleinen Fässern, konnte er in der Zeit seiner Reifung jede Menge Intensität gewinnen. Zwar geht solche Turbo-Reifung immer ein wenig auf Kosten der Komplexität, dafür ist er aber ein komprimierter, eindrucksvoller Whisky: In der Nase intensiv und dreckig, voller Dampflok-Rauch und Teer, mit der Frische einer Zitrone. Am Gaumen dann zieht er von der Süße des Gerstenmalzes über eine Fruchtigkeit hin zum rauchigen Körper alle Register. Das Finish ist mittellang und sehr torfig, und in ihm zeigt er nochmals das Typische von Laphroaig.
Der Quarter Cask ist aber nicht nur eine gehaltvolle, sondern auch preiswerte Art, stark torfigen Whisky für sich zu entdecken: Kaum über 35 Euro kostet er, und für diesen Preis bietet er unserer Meinung nach eine Bomben-Qualität. Man darf ihn nicht mit dem Laphroaig QA Cask verwechseln; hier steht das QA für Quercus Albae, also die Weißeiche – und verglichen zum Quarter Cask ist das eine relativ milde und brustschwache Abfüllung.
Den Laphroaig Quarter Cask empfehlen wir aber nicht nur Einsteigern. Auch für Fortgeschrittene ist er ein attraktiver Daily Dram, mit dem man seine Freude hat. So sollte er eigentlich in keinem Whiskyschrank fehlen.