Whisky im Bild: Living In The Past

Zum gestrigen World Whisky Day gab es in Wien ein ganz besonderes Tasting: Dr. Mario Prinz vom Potstill in Wien lud ins Lane & Merriman’s, ein ausgezeichnetes Irish Pub im 9. Bezirk, um dort zehn ausgewählte Abfüllungen verkosten zu lassen (fettgedruckt die Lost Distilleries):

  • Rosebank 1991 – Gordon & MacPhail 
  • Glen Albyn 1975 – Gordon & MacPhail 
  • Glen Mhor 1965 – Gordon & MacPhail
  • Glenlochy 1979 – Gordon & MacPhail
  • Glenugie 30 years – Dun Bheagan – 50 %
  • Benriach 1978, 35 years, 51,1 %
  • Brora 1981 – sherry butt – Chieftains – 50 % 
  • Springbank 21 years
  • Port Ellen 1979 – MacKillops
  • Caol Ila 1983 – Wilson & Morgan, 57,5 %

Hier das gesamte Lineup – es ist wahrscheinlich nicht sehr häufig, dass man eine solche Menge an Lost Distilleries an einem Abend verkosten kann. Gut und interessant waren sie alle – und so breit gestreut die Abfüllungen an diesem Abend waren, so individuell waren auch die persönlichen Favoriten bei den Teilnehmern. Glücklich, wer diese Auswahl hat…

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Schottische Stadt will Chivas wegen „Whiskypilz“ klagen

Es sieht malerisch aus, das schottische Städchen Beith. Aber in seinen Gemäuern wohnt das Grauen.

Was wie der tolpatischige Beginn einer drittklassigen Horrorstory klingt, ist für die Bewohner durchaus keine Ausgeburt der Fantasie, sondern ein reales Problem. Der schwarze „Whiskypilz“ hat laut einem Bericht von The Independent die Mauern ihrer Kleinstadt in den Lowlands befallen. Schuld daran sollen die im Ort gelegenen Lagerhäuser von Chivas Brothers sein. „Die Whiskyindustrie hat ein dunkles Geheimnis“, sagt Maurice McDonald, der die „Stoppt Chivas“-Kampagne leitet. „Wenn sich das verdunstende Ethanol (das, was wir als Angel’s Share bezeichnen) mit den in der Luft fliegenden Sporen vermengt, dann entsteht ein Pilz daraus, der hartnäckig wie der Unglaubliche Hulk ist“. Reines Abwaschen oder Putzen nützt nichts, gegen ihn muss man mit härteren Bandagen ins Feld ziehen.

Das Auftreten dieses Pilzes ist kein Einzelfall – ähnliche Probleme kennt man aus den USA und bei der Cognac-Herstellung in Frankreich. Deshalb hat man auch einen amerikanische Rechtsanwalt beauftragt, gegen Chivas vorzugehen. Chivas sieht die Angelegenheit naturgegeben etwas anders. Ihr Argument: Der Pilz kommt natürlich vor und sein Auftreten hänge nicht ursächlich mit der Whiskyproduktion zusammen.

Wie die Sache ausgeht, ist noch offen. Und spannend. Wir bleiben jedenfalls dran.

Der Hauptblatz von Beith. Foro von wfmillar, CC-Lizenz.
Der Hauptplatz von Beith. Foto von wfmillar, CC-Lizenz.

 

World Whisky Day: Ein freundliches Sláinte unseren Lesern

Heute ist World Whisky Day, und rund um die Welt feiert man diesen Tag mit Verkostungen, Events, speziellen Dinners – oder einfach auch nur bei einem guten Glas Whisky. Wir möchten mit Ihnen gemeinsam im Geiste das Glas heben und uns für Ihre Treue als Leser bedanken. Guter Whisky macht jede Menge Freude – und wir hoffen, dass unsere Arbeit für Sie das Vergnügen am Wasser des Lebens noch weiter steigert. In diesem Sinne:

Sláinte!

 

 

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Verkostung: Drink Spirits rät vom Ardbeg Auriverdes ab

In den Verkostungsnotizen von Drinkspirits.com findet die heurige Abfüllung zum Ardbeg Day, der Ardbeg Auriverdes, keinen Gefallen.

„…this is one of the rare Ardbeg releases we suggest that you skip“

„Das ist eine der wenigen Ardbeg-Abfüllungen, die wir auszulassen empfehlen“. Wie kommt das? Man findet, dass das Experiment mit den getoasteten Fässern in diesem Fall gründlich mißlungen ist. Auch das Finish soll – ihrer Meinung nach – eines der schlechtesten jemals bei Ardbeg sein: trocken, runzlig und unangenehm. In zwei Wochen werden wir selbst feststellen können, ob die doch sehr deutliche Ablehnung des Ardbeg Auriverdes begründet ist oder nicht. Wir sind schon gespannt…

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Bunnahabhain: Zwei Limited Editions zum Fèis Ìle 2014

The Spirits Business berichtet von zwei Limited Editions, die Bunnahabhain zum Fèis Ìle 2014 herausbringen wird. Zunächst wäre da der siebzehnjährige Bunnahabhain Westering Home, von dem es 301 Flaschen geben wird. In Cognac-Fässern gereift und mit einem Sauternes-Finish abgerundet, soll er nach Marmelade, Honigwaben und weißer Schokolade schmecken. Er ist mit 53.4% abgefüllt und wird satte 250 Pfund kosten. Die zweite Edition besteht aus 632 Flaschen und nennt sich Dràm an Stiùreadair und reifte 9 Jahre in Ex-Bourbon Fässern, um danach ein Jahr lang ein Marsala-Finish zu erhalten. Er ist rauchig, hat viel Vanille und Eiche. Dràm an Stiùreadair kostet 95 Pfund und ist mit 56.7% abgefüllt.

 

Bunnahabhain-Dràm-an-Stiùreadair

 

 

Bunnahabhain-Westering-Home

Serge verkostet: Drei sehr lustige Glen Moray

Glen Moray gehört sicherlich nicht zu den großen Malt Brennereien. Und doch gab es in den letzten Jahren einige großartige Whiskys aus dieser Destillerie, meint Serge Valentin, und verkostet heute auf Whiskyfun drei Malts aus der gleichen Brennerei, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

  • Glen Moray 11 yo 1989/2001 (57.6%, Signatory Vintage, sherry butt, cask #4673, 638 bottles) 74 Punkte
  • Glen Moray-Glenlivet 21 yo 1992/2014 (55.4%, Cadenhead, Wine Cask, 216 bottles) 76 Punkte
  • Glen Moray 39 yo 1971/2011 (46%, Mo Or Collection, cask #5, 429 bottles) 90 Punkte
Glen Moray Destillerie, Foto von Zenit, CC-Lizenz
Glen Moray Destillerie, Foto von Zenit, CC-Lizenz

Die Jura Tastival Revolution

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Offizielle Verkostungsnotizen sind eine Welt für sich. Oft entspringen sie aus einer Marketingagentur und beschreiben in blumigen Worten Geschmacksnoten, die man bei einer eigenen Verkostung nicht auf Anhieb finden würde.

Die Destillerie Jura möchte da jetzt einen anderen Weg gehen. Auf ihrer Website können zu fünf Abfüllungen die eigenen Degustationsnotizen eingetragen werden. Alle, die ihre Verkostungsnotizen eingereicht haben, nehmen an einer Verlosung teil. Der Gewinner wird im September bekannt gegeben und darf zum Jura Whisky Festival 2015 reisen.

Wir verkosten: Black Corbie Ben Nevis 1996

„Black Corbie“ heisst das Label der Firma „Rolf Kaspar GmbH„, deren Geschäftsführer, Thilo Marquass und Olaf Schönberg, Ihren Kunden damit qualitativ ansprechende Whiskys in Fassstärke zu einem vernünftigen Preis anbieten wollen.

Vom Schwarzen Raben  gibt es derzeit 4 aktuelle Abfüllungen,  allesamt sind  sie aus Einzelfässern – unverdünnt, ungefärbt und  nicht kühlfiltriert.

Unser Redakteur Simon Rosenkranz hat sich in seiner Verkostungsnotiz mit der Abfüllung Black Corbie Ben Nevis 1996 Refill Bourbon Cask #952 beschäftigt.

Die Brennerei am Fuße des Ben Nevis, dessen Namen sie übernommen hat und deren Eigentümer Nikka ist, gehört nicht gerade zu den Massenproduzenten von Single Malts. Der Destille wird ein maritimer und nicht aufdringlicher Charakter nachgesagt, der, bildlich gesprochen, perfekt zur Umgebung passen sollte.

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Black Corbie Ben Nevis 1996 Refill Bourbon Cask #952 Bottled 2013 52,3 Vol. 

Nase: sehr interessant und erstaunlich mild, sodass ich mich nochmals vergewissern musste,  ob das wirklich eine Abfüllung mit 52,3 Vol. ist. In der Nase ist  sofort eine unerwartet sanfte, warme Süße.  Ich finde geröstete Mandeln, begleitet von etwas Honig, sowie  Äpfel und Birnen und im Hintergrund eine schöne Vanillenote.  Sehr frisch.

Geschmack:  die in der Nase wegen der Prozente erwartete Explosion kommt jetzt, aber es bleibt weiter bei einer angenehmen Süße – dazu kommen Noten von Minze, Apfel und feiner Vanille – man schmeckt einen Hauch von Vollmilchschokolade, dazu dezent holzige Einflüsse, etwas herber werdend.

Abgang: lang und  kräftig mit Nuss. Herb und holzig.

Alles in allem:  Ich finde, das ist kein einfacher Whisky, den muss man sich schon echt erarbeiten. Ich mag die Kombination aus dem Süßen und dem Herben. Für mein Empfinden übernehmen die Holzaromen am Ende allerdings zu sehr das Zepter. Insgesamt ein deutliches „Gut“ von mir.

BlackCorbie

Blogrundschau: Neue Tastingnotes

Blogs rund um die Welt posten immer wieder mal neue Verkostungsnotizen, und es ist sicher für viele interessant, die Meinungen zu verschiedensten Abfüllungen zu vergleichen. Wir haben mal vier verschiedene (englischsprachige) Reviews von internationalen Blogs herausgegriffen, um sie Ihnen als Links zu präsentieren. Das werden wir in Zukunft immer wieder mal machen, wenn wir sehen, dass das bei unseren Lesern ankommt. Los geht’s:

 

Bowmore Destillerie, Foto von Mick Garatt, CC-Lizenz
Bowmore Destillerie, Foto von Mick Garatt, CC-Lizenz

Serge verkostet: Glen Grant

Die Speyside ist heute die Heimat der Verkostung von Serge Valentin von Whiskyfun, genauer gesagt die Destillerie Glen Grant. Serge bemerkt treffend, dass man von dort Großes und weniger Großes erwarten kann (in den Augen des Autors hat der Whisky von Glen Grant die Tendenz, wirklich einige Zeit in einem Fass verbringen zu müssen, aber dann ist er meist mehr als nur gut – meist jedenfalls). In der Menge der Abfüllungen, die Serge heute verkostet hat, finden sich dementsprechend Juwelen und taube Nüsse:

  • Glen Grant 35 yo (70° proof, Gordon & MacPhail, licensed bottling, 26 2/3 fl.ozs., +/-1970): 92 Punkte
  • Glen Grant 17 yo 1993/2010 ‚Le Bonheur‘ (46%, Moon Import, 30th Anniversary): 85 Punkte
  • Glen Grant 24 yo 1972/1996 (54.3%, Signatory Vintage, cask #691, 290 bottles): 72 Punkte
  • Glen Grant 20 yo 1992/2013 (54.1%, Maltbarn, sherry butt): 86 Punkte
  • Glen Grant 31 yo 1972/2004 (51%, Hart Brothers, Finest Collection): 90 Punkte
  • Glen Grant 1992/2014 (52.6%, Signatory Vintage for Le Gus’t, France, hogshead, cask #55415, 274 bottles): 87 Punkte
  • Glen Grant 1963/1978 (75° proof, Berry Bros & Rudd, 75.7cl): 92 Punkte
  • Glen Grant 30 yo 1976/2006 (49.4%, Douglas Laing, Platinum, Taiwan, sherry, 308 bottles): 89 Punkte
  • Glen Grant 1970/2003 (55.3%, Celtic Legend, sherry butt, cask 1031): 75 Punkte
  • Glen Grant 20 yo 1992/2013 (48.3%, The Coopers Choice, Port wood finish, cask #9047, 450 bottles): 65 Punkte
  • Glen Grant 8 yo (70° proof, OB, square bottle, 75.7cl, +/-1970): 68 Punkte
Glen Grant Distillery, Foto von S8z11, GNU-Lizenz
Glen Grant Distillery, Foto von S8z11, GNU-Lizenz

Wanted.de über Whisky-Sondereditionen

Wanted.de hat einen Artikel über Whisky-Sondereditionen veröffentlicht, bei dem man auch eine Flasche Glenmorangie Lasanta und einen Ardbeg Weekender gewinnen kann. Während der Artikel im Großen und Ganzen recht lesenswert geschrieben ist, haben sich auch einige Ungenauigkeiten eingeschlichen. So wird der neue Lasanta zum Beispiel als Sonderedition behandelt – oder die Zusammenfassung der Aussagen von Horst Lüning, dass sich Sondereditionen für Sammler IMMER lohnen, ist doch eine etwas gewagte Interpretation seiner Worte, die wir bei Whiskyexperts und wahrscheinlich auch er so nicht unterstützen würden.

Als Sonderedition verkostet werden der Highland Park Freya, der Glenrothes Vintage 2001, der Glenmorangie Lasanta „Refill“, der Laphroaig Select und der Ardbeg Auriverdes.

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Whiskymonth fragt: Welcher Whisky sind Sie?

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Bei unseren Interviews hat sich diese Frage mittlerweile als die letzte abschließende Frage etabliert: „Müsstest Du Dich als einen Whisky beschreiben, welchen würdest Du nehmen?“. Und die Antworten geben uns einen Einblick in die Selbsteinschätzung und auch Whiskyvorlieben der Interviewten. Auf der Website www.whiskymonth.co.uk kann jede und jeder sich dies anhand von sechs Fragen beantworten lassen. Und auch wir in der Redaktion wollten dies wissen: Bernhard Rems ist ein Knockando 12, für Dirk Piesczek war The Singleton of Dufftown 12 und für Simon Rosenkranz der Bunnahabhain 12 das Ergebnis. Und bei Reinhard Pohorec erschien der Scapa 14 als Resultat.

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Ralfy’s Video Review #455: Titanic Blended Irish Whiskey

Heute hat Ralfy einmal einen etwas anderen Whisky in seiner Video-Review: Kein Schotte, sondern ein Ire, und kein Single Malt, sondern ein Blend. Der Whisky nennt sich Titanic (man sollte ihn trotzdem nicht mit Eis genießen). Und Ralfy ist angetan: Seiner Meinung nach hat er viel mehr Charakter als die Standards von Jameson oder Bushmills. Der Blend von Malts und Grains der Cooley Distillery bekommt auch eine gute Note: 87 von 100 Punkten. Wer sich diesen Whiskey besorgen will, der sollte sich rasch umsehen: Dem Vernehmen nach wird die 5jährige Abfüllung, die Ralfy verkostete, durch einen 4jährigen Whiskey ersetzt werden.

Gordon & MacPhail bringen 66jährigen Glen Grant

Laut einem Bericht von The Spirits Business hat der unabhängige Abfüller Gordon & MacPhail aus Elgin gestern für den polnischen Markt einen 66jährigen Whisky der Destillerie Glen Grant veröffentlicht. 1948 destilliert, wurde das Fass mit der Nummer 1369 mit 46.6% heuer in 160 Decantern abgefült.

Wer sich Chancen ausrechnet, einen davon vielleicht für seine Whiskyvitrine zu kaufen, den müssen wir leider enttäuschen: Alle Decanter bis auf einen waren bereits vor dem Launch-Event verkauft, der letzte Decanter wurde an eine Person von jenen vergeben, die die Veranstaltung online verfolgten oder an einem speziellen Wettbewerb teilnahmen.

Ein Preis für den Decanter wurde übrigens nicht genannt – im Fall des Autors dieses Artikels wäre er auch völlig ohne Belang gewesen :-).

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