Ein Artikel über John Glaser von Compass Box, der eigentlich kein Artikel über John Glaser ist, sondern eine lesenswerte Beschreibung der Tatsache, dass unabhängige Abfüller eine Bereicherung der Whiskylandschaft sind (und hier kommt dann John Glaser doch wieder ins Spiel), ist heute im Manager Magazin Online erschienen. Wer sich bislang hauptsächlich mit den offiziellen Abfüllungen beschäftigt hat und einmal hineinschnuppern will in die Welt der Unabhängigen, der findet dort einen sehr interessanten Ausgangspunkt – um sich dann hier bei uns tiefer in die Materie einzuarbeiten ;-).
Erinnerung: Handsignierten Miltonduff 1981 AD gewinnen
Noch ist eine Woche Zeit in unserem Gewinnspiel um eine Kostbarkeit des unabhängigen Abfüllers Adelphi – einen einundreißigjährigen Miltonduff aus dem Jahr 1981, natürlich eine Einzelfassabfüllung in Fassstärke, ungefärbt und nicht kühlfiltriert. Diese Flasche ist von Alex Bruce (Sales & Marketing Director Adelphi) und Charles MacLean (der weltbekannte Whiskyautor und -experte hat das Fass ausgewählt) handsigniert.

Der Miltonduff 1981 ist 1 von nur 247 Flaschen, 31 Jahre gereift im Fass-Nr. 5077, ein Refill-Ex-Bourbon-Fass. Die Farbe ist blass gold wie bei einem Sauvignon Blanc, ein klares Indiz dafür, dass das Holz nicht dominiert und der Brennerei-Charakter während der Reifung erhalten blieb.

Miltonduff ist bei Blendern sehr begehrt und daher eher selten als Single Malt erhältlich, egal, in welchem Alter. Zumeist wandert er in Ballantine’s Blends. In der Nase findet man etwas Obst, Honig und Kerzenwachs – eher zurückhaltend und nobel. Süß und zart ist er im Mund, mit einer schönen Textur, auch bei seiner natürlichen Stärke deckt der Alkohol nichts zu. Wasser verändert die Aromen nicht, aber es erhöht die Süße und Komplexität im Mund.
Ein Whisky den man schon alleine auf Grund seines Alters und seiner Seltenheit genießen sollte – aber vor allem deshalb, weil er eine sehr schöne „alte“ Charakteristik aufweist.
Und wie kommen Sie nun zu dieser ganz besonderen Flasche? Nun ganz einfach: Indem Sie bei unserem Gewinnspiel mitmachen. Ab sofort bis 20. Februar 2014.
So können Sie diese Flasche gewinnen:
- Falls Sie es noch nicht sind, werden Sie bitte eingetragener Benutzer auf unsere Webseite.
- Beantworten Sie bitte folgende Gewinnfrage: Wie heisst die von Adelphi neu gebaute Destillerie: a) Glen Gould b) Adnamurchan c) Ben Gurion (für alle, die sich nicht sicher sind: Einfach diesen Artikel hier vom 22. Juni aufmerksam lesen)
- Die richtige Antwort schicken Sie gemeinsam mit Ihrem Usernamen auf Whiskyexperts ab sofort an folgende email:contest@whiskyexperts.net
Unter allen richtigen Antworten, die uns bis 20. Februar 2014, 23:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichen, ziehen wir den Gewinner der handsignierten Flasche.
Teilnahmebedingungen:
Am Wettbewerb kann jeder mitmachen, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnt und das 18. Lebensjahr vollendet hat. Der Wettbewerb läuft ab sofort bis 20. Februar 2014, 23:59 Uhr. Der Gewinner wird am 21. Februar auf unserer Webseite bekanntgegeben. Der Wettbewerb findet unter Ausschluß des Rechtsweges statt – es kann dazu kein Schriftverkehr geführt werden. Mitarbeiter von Whiskyexperts sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Mit der Teilnahme erklären Sie sich mit diesen Teilnahmebedingungen einverstanden.
Viel Vergnügen und viel Erfolg beim Mitmachen!
Ihr Whiskyexperts-Team
Johnnie Walker bringt Pokalglas zur WM
Diese Pressemitteilung von Diageo erreichte uns heute – wir geben sie auszugsweise (sprich: in den für Whiskyfreunde interessanten Teilen) wieder:
Unter dem Motto „Lass die Party beginnen“ präsentiert DIAGEO seine Frühjahrspromotion zu dem sportlichen Highlight des Jahres im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Ab April 2014 sind die Marken Smirnoff No.21, Captain Morgan Original Spiced Gold, Gordon’s London Dry Gin und Johnnie Walker Red Label mit einem Gratis-Celebration-Glas in Pokalform erhältlich.
Die Party kann kommen: Zu jeder 0,7l Aktionsflasche erhält der Konsument ein 0,3l Gratis- Celebration-Glas in bekannter Pokalform, welches beim Kauf an der Kasse erhältlich sein wird. Zudem beinhalten die Onpack- Pakete vier Rezepte mit den beliebtesten Drinks zum Anstoßen.
Das Rezept für Johnnie Walker:
Johnnie & Ginger
- 40 ml Johnnie Walker Red Label
- 160 ml Ginger Ale
- 1 Limettenspalte
Zuerst Johnnie Walker Red Label in das mit Eiswürfeln gefüllte Pokalglas geben, anschließend mit Ginger Ale auffüllen und mit einer Limettenspalte garnieren.
Serge verkostet: Kostbarkeiten (Teil 3)
Weiter geht es bei Serge Valentin mit den Verkostungsnotizen, die er zu flüssigen Kostbarkeiten aus der Vorkriegsära gemeinsam mit Freunden erstellt hat. Die Verkostungsliste liest sich wiederum wie ein Brief ans Christkind – Menschen, die diese Whiskys der letzten Sessions alle getrunken haben, wird man wohl an den Fingern einer Hand abzählen können. Hier die Whiskys mit den Wertungen (die in diesem Fall eigentlich haupsächlich von statistischem Interesse sind):
- Special Club (Wilson & Son Glasgow, Italy, blend, 1930s): 84 Punkte
- Linkwood 44 yo 1938 (40%, Gordon & MacPhail, 75cl, +/-1984):87 Punkte
- Linkwood 37 yo 1939 (43%, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice, +/-1976): 92 Punkte
- Glen Greame 10 yo (86 proof, Row & Company, USA, unblended pot still malt, 1940s): 87 Punkte
- Macallan 1937 (70°proof, OB, bottled by G&M, 75cl, late 1970s): 91 Punkte
- Macallan 1940 (43%, OB, twist cap, Rinaldi, +/-1980): 92 Punkte
- Macallan 37 yo 1940 (40%, Gordon & MacPhail, Pinerolo, late 1970s): 96 Punkte

Raritätentasting der Tiroler Whiskyausstellung (28.2., Volders)
Nur 15km von Innsbruck entfernt beginnt am 28. Februar 2014 beim Jagerwirt in Volders ein Raritätentasting der Tiroler Whiskyausstellung. Raritäten darf man getrost wörtlich nehmen: Die Abfüllungen, die auf dem Verkostungsplan stehen, sind fast alle nur mehr auf Auktionen erhältlich. Das Lineup klingt sehr gut:
- Glenfarclas „All Malt Unblended“, 15 Years, 75cl, 46% Importo da Pinerolo
- Rosebank 12 Years, 46%, distilled July 1980, bottled December 1992, Bottled by R.W. Duthies Aberdeen
- Macallan “Matured in Sherry Wood”, 8 Years, 75cl, 43%, Importatori Rinaldi Bologna
- Anonymas (Glenfarclas) 38 Years, 50%, distilled December 1964, bottled February 2003, Single Cask, 342 Bottles
- Talisker 1979/1994, 46%, Moon Import, 35/456 Bottles
- Caol Ila 1975, 40%, 75cl, G&M Connoisseurs Choice
- Port Ellen 25 Years, 50%, distilled September 1978, bottled February 2004, Single Cask, 604 Bottles
- Ardbeg 1977 Limited Edition, 46%, Importato di Valier
Das Tasting kostet inkl. Essen und 2cl von jedem Whisky der Liste 79 Euro – Anmeldungen über die Seite des Whiskycircle Pinzgau.

Wir verkosten: Braes of Glenlivet 1994 A. D. Rattray
Die Braeval-Destillerie in der Speyside hieß früher Braes of Glenlivet, änderte aber wegen der Verwechslungsgefahr mit der Destillerie Glenlivet den Namen. Sie ist eine der jüngsten Destillerien Schottlands (gebaut 1973/1974) – zwischen 2002 und 2008 stellte sie die Produktion ein.
Aus ihr stammen eine große Anzahl von unabhängigen Abfüllungen, aber keine offiziellen. Das meiste aus ihr geht in Blends wie Chivas Regal. Schade eigentlich, denn aus Braeval stammen einige wirklich bemerkenswert gute Abfüllungen, so zum Beispiel von Cadenheads oder Càrn Mòr.
Heute verkostet unser Redakteur Bernhard Rems eine 18jährige Abfüllung aus dem Hause A.D. Rattray, ein Braes of Glenlivet aus dem Jahr 1994. Er stammt aus dem Fass #159180 (ein Bourbon-Barrel) und wurde ungefiltert und ungefärbt in Fassstärke am 21. Januar 2013 abgefüllt. 218 Flaschen davon gibt es, beim Erscheinen vor eine Jahr wurden sie um ca. 70 Euro pro Flasche verkauft.
Nase: Blumig, fruchtig und leicht, mit einem leichten Cremeton und einer Weißwein-Charakteristik im Anschnuppern. Man findet die Süße von gekochten Äpfeln und Birnen darin, etwas Orange, Rharbarber und Granny Smith. Insgesamt ein freundlicher, leichter Eindruck.
Gaumen: Zunächst etwas dünn, mit einer leichten Kleber-Note. Das verfliegt sehr rasch, und man schmeckt etwas Marzipan, etwas Vanille, dann wiederum diese Weißwein-Noten und eine gewisse Pfeffrigkeit. Dann ist da eine Spur Bitterkeit von Chinarinde, ein leichter Lederton, aber davor immer Süße und das Marzipan. Je länger man sich mit ihm beschäftigt, desto dominanter wird das Süße in ihm, auch eine gewisse fruchtige Säuerlichkeit ist zu schmecken. Weingarten-Pfirsich?
Finish: Mittellang, etwas alkoholisch, süß mit einem leicht bitteren Ende.
Alles in allem: Ein zweifellos interessanter Whisky, mit einem über die Zeit changierenden Geschmacksprofil – aber nicht mit sehr viel Tiefgang. Er gewinnt, je länger er im Glas ist. Von uns ein: Gut.
Fässer für Whisky, Wein und Gurken
Die Aachener Zeitung als auch die Sächsische Zeitung (es handelt sich wohl um einen DPA-Artikel) porträtieren in ihren gestrigen Artikel den alten Handwerksberuf des Böttchers (oder auch Büttner, Fassküfer oder Schäffler). Besucht wurdee u.a. die Böttcherei Messerschmidt im brandenburgischen Neu-Zittau, die es seit 1843 gibt. Inhaber Denis Merten gibt einen Einblick in seine Tätigkeit, die mehr verlangt als bloße Muskelkraft zum Zusammenfügen der Dauben. Die Renaissance des Wein-Ausbaus in Barrique-Fässern in den 90er Jahren bescherte den Böttcher-Betrieben enorme Auftragszuwächse. Trotzdem sind beim Verband der deutschen Fass- und Weinküfer nur 22 holzverarbeitende Betriebe aufgelistet. Wer sich für eine Ausbildung zum Küfer interessiert, muss weite Wege in Kauf nehmen. Im Moment werden in Deutschland sechs Lehrlinge ausgebildet, ihre berufsschulische Ausbildung findet in der niederösterreichischen Landesberufsschule Pöchlarn statt.
Neu: Jameson Limited Edition For St. Patrick’s Day
Auch in diesem Jahr wird es wieder zum St. Patrick’s Day am 17. März von Jameson eine Limited Edition geben. Dieses Mal, insgesamt ist es die Vierte, wurde sie vom irischen Illustrator Dermot Flynn designed. Die Edition wird in der Old Jameson Distillery in Dublin, im Travel Retail und auch in 40 Ländern wie Russland, Japan und Australien in diesem Monat erhältlich sein. Die Veröffentlichung der neuen Jameson Limited Edition wird von verschiedenen Werbeaktionen begleitet. Ob auch die DACH-Länder dazu gehören, war ebenso wenig wie der Preis von uns in Erfahrung zu bringen.
Die Jameson St. Patricks Day Live-Feier aus der Old Jameson Distillery wird auch in diesem Jahr live übertragen werden. Gleichzeitig findet in Dublin ein exklusives Konzert mit verschiedenen führenden irischen Acts und der von der Kritik gefeierten Band „White Lies“ als Headliner, statt.
Störtebeker: Neuer Whisky aus Stralsund
Immer wieder schön, über einen neuen Whisky aus den deutschsprachigen Regionen berichten zu können. Diesmal stammt der neue Whisky aus Mecklenburg-Vorpommern, genauer aus der Brauerei Störtebeker, und nennt sich folgerichtig Störtebeker Whisky. Der Whisky wurde aus extra eingebrautem Stark-Bier gemacht und reifte seit 2009 in der Mönchguter Hofbrennerei „Zur Strandburg“ auf der Insel Rügen. Gelagert wurde er in französischer Limousine-Eiche und kommt mit 46% in die Flasche, berichtet Mecklenburg Vorpommern News. „Die Produktionsweisen von Bier und Whisky ähneln sich bis zur Destillation sehr“, meint der Leiter der Qualitätssicherung und Biersommelier Frank Lucas. „Daher beschlossen wir, ein besonderes Stark-Bier einzubrauen, das dann zu einem Single Malt Whisky reifen durfte.“
Den Whisky gibt es nur in den Regalen des Brauereimarkts in der Greifswalder Chaussee. Insgesamt wurden aus dem einen Fass 750 Flaschen abgefüllt – ist also ein Single Cask Whisky, allerdings nicht in Fassstärke.

Wir verkosten: Ben Riach 12y Arumaticus Fumosus
Zu Beginn des bereits jetzt aufregenden Whiskyjahres 2014 ist eines wohl klar, Hölzer, Fässer, Finishes, Age Statements und die Suche nach qualitativ hochwertigen und vollauf gereiften Whiskys wird ein immer herausfordernderer Teil der Entdeckungsreise.
Auch wenn man dem Thema etwas zwiespältig gegenüberstehen mag, so ist es doch immer wieder wichtig, sich bewusst auch einmal einen „Exoten“ aus dem Regal zu greifen und neue Eindrücke zu erschließen.
Ben Riach wusste in den letzten Jahren durchaus mit einigen Abfüllungen und einer soliden Linie zu überzeugen, unterschiedliche peating levels bieten zudem eine ordentliche Bandbreite abseits von kuriosen finishes.
Der Arumaticus Fumosus, der Name erinnert vielleicht ein wenig an den kleinen Zauberschüler mit der markanten Blitznarbe, ist Teil einer Trilogie von zwölfjährigen Bränden, die in ehemaligen Bourbonfässern gelagert wurden, um anschließend einen finalen Touch in Sherry, Port oder hier eben jamaikanischen „Dark Rum“ barrels zu erhalten.
Torf und Rum, klingt verwegen, aber wie immer: „the proof is in the pudding…“!
Nase: Fruchtig, getreidig, spicy Salami, Trockenfleisch, etwas dunkle Melasse, Vanille, Buttertoffee, Schieferstein, schwarzer Rauch, Demerarazucker spielt mit grünlich moosigen Erinnerungen, Vanille in Seetang gekleidet, nasse Steine, dann kommt wieder fruchtige Süße in Form von Marillenmarmelade, die ist etwas im Topf angebrannt, rote Beerenfrucht, Johannisbeere, umflossen von Ahornsirup, Pfeffer, entwickelt sich sehr fleischig, geselcht, meaty, beefy, etwas Mortlach kommt einem in den Sinn, auf jeden Fall vielfältig und spannend
Gaumen: salzig, Vanillinzucker, etwas Gemüse, Sellerie und Brokkoli, frische maritime Noten, wiederum dieser dunkle Schiefer, steinig, mineralisch, manchmal schon fast stählern, dunkel, vollmundig, sehr weich und geschmeidig, mit Butterkaramell. Banane, getrocknete Weintrauben, Rosinen-Honigbrot, etwas Sherry, dann wiederum ein verbrannter Kokoscharakter und dezent Gummi (nicht negativ…), schön balanciert, genug Salz und Pfeffer, um die Süße zu konterkarieren, harmonisch, Würze, in der Pfanne angebräuntes Currypulver, Zimt, Macis und verbrannte Kräuter
Finish: ein langer Abgang, zuerst von dunkler Süße und den Fruchtnoten, gegen Ende hin von trockener Pikanz getragen, mineralisch, buttrig, trocken, Liebstöckel, Thymian und frischer Estragon, Kirschwasser lässt noch einmal Frucht über das Finish tanzen, Mon Cherie, etwas Aprikosenkerne, Mandel, Marzipan
Alles in allem: traut man sich einmal an den Liber Latinus Spielereien und der vielleicht etwas abschreckenden Ansage „heavily peated + Rumfass“ vorbei, so wird man belohnt mit einem verspielten, komplexen und durchaus runden, harmonischen Whisky. Besonders zu schätzen ist auch der Umstand, dass man mit 46% vol., ohne Kühlfiltration und Farbbeigabe abgefüllt hat, das Mundgefühl dankt es einem. Und das alles, zu einem durchaus fairen Preis.
Mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec
Serge verkostet: Whiskyspezialitäten
Serge setzt heute seine Reihe von Verkostungen, die er gemeinsam mit Freunden hielt, fort – und bringt uns heute Berichte von den besten (und den schlechtesten) Whiskys der Welt (das natürlich mit einem Augenzwinkern angemerkt). Es zahlt sich wirklich aus, seine Notizen diesmal in der Gänze zu lesen, denn bei jedem der Whiskys handelt es sich heute um ein besonderes Stück – so stammt der „schlechteste Whisky der Welt“ (mit einer Wertung von -20 Punkten) von der SS Wallachia, die 1895 gesunken ist. Hier die Liste der verkosteten Flaschen:
- Port Ellen 14 yo 1974/1988 (43%, Gordon & MacPhail for Sestante): 90 Punkte
- Tally Ho Blend (70°proof, A.A. Muirhead, 1960s?) : 92 Punkte
- The Dragon 1973 (56.4%, Robertson, +/-1990): 91 Punkte
- Cape Wrath (70% proof, bottled for Cape Wrath Hotel in Inverness, 1930s): 88 Punkte
- Mortlach 1938 (40%, Gordon & MacPhail, 75cl, +/-1985): 88 Punkte
- Dufftown-Glenlivet ‘SS Wallachia’ (Peter Dawson, Scotch Whisky, sunken 1895 in the Clyde): minus 20 Punkte
- Probably Talisker (bottled or received 1913, Berry Bros & Co): 91 Punkte (aber emotional 99 Punkte, schreibt Serge)

Ralfy’s Video Review #429: Caol Ila 14yo unpeated
Warum, so fragt sich Ralfy in seinem neuen Video auf Youtube, schmeckt ein ungetorfter Caol Ila leicht nach Torf? Ohne seine Antwort zu kennen (und ob es überhaupt eine gibt) fiele uns hier nur die Tatsache ein, dass das Wasser auf Islay nach Torf schmeckt und daher ungetorfter Whisky noch einen Hauch Torf erkennen lässt. Die Wertung jedenfalls lässt keine Zweifel, dass Ralfy diesen Caol Ila mag: Mit 91 von 100 Punkten teilt er sehr viel Lob aus…
Wir verkosten: Auchentoshan 1995 17yo Single Cask Collection
Der österreichische unabhängige Abfüller Single Cask Collection hat in den letzten Jahren einige interessante Abfüllungen auf den Markt gebracht, die sicher nicht zur Massenware zu zählen sind, sondern durch kluge Fassauswahl und dem von den Inhabern bestimmten Abfüllzeitpunkt leben. Die Abfüllungen sind in ihrem eigenen Webshop und bei einigen Händlern erhältlich – und auch auf Whiskymessen ist die Single Cask Collection immer wieder gerne vertreten.
Heute verkosten Silvia Behrens und Bernhard Rems den 1995 Auchentoshan aus dem Einzelfass (ein Sherry Hogshead), in Fassstärke (53.5%), natürlich ungefärbt und nicht kühlfiltriert. Die Lowland-Destillerie ist bei Unabhängigen eher selten zu finden und zeigt einen leichten, floralen Hauscharakter.
Nase: Sehr interessant. Man möchte meinen, man hätte eine Mischung aus einem Iren und einem Speyside-Whisky vor der Nase. Die bernsteinfarbene Flüssigkeit verbreitet zunächst kurz den Geruch von Rosinen, Vanille und Butter, bevor die fruchtigen Noten (Sherry) und die trockenen Wiesentöne (Blumenduft, leichte Heunote) übernehmen. Irgendwo auch der Geruch von gezuckerten Ananaserdbeeren – insgesamt sehr schöne Töne. Eines zeigt der Whisky schon in der Nase: Für einen Lowlander ist er sehr „körperlich“.
Gaumen: Ölig trägt er an, süßlich wie Honig, aber wieder ist der trockene Unterton da. Man hat einen Hauch von Haselnuss, Vanille. etwas Schokolade vom Sherry, das Ganze ist sehr weich und rund. Gegen Ende breitet sich der Geschmack von Pomeranze und rosa Grapefruit aus, leichte Kirschanklänge. Wiederum: Für einen Lowlander sehr gehaltvoll, da ist nicht nur Kraft, sondern auch Dichte dahinter.
Finish: sehr lang, intensiv und voll. Die Grapefruit nistet sich mit einiger Bitterkeit am Wangengrund ein, und von dort will sie nicht mehr weichen. Was ein wenig schade ist, denn das deckt einiges vom vorher Erlebten zu.
Alles in allem: Ein dichter, schöner Lowlander. Der Sherry drängelt sich nicht vor, sondern bettet sich gut ins Gesamtbild ein. Er ist intensiv und komplex genug, um ihn nicht einfach nebenher zu trinken – man darf und soll sich ruig Zeit für ihn nehmen (und ihm auch etwas Zeit geben, nachdem man ihn ins Glas gefüllt hat). Ein schönes Sehr Gut von uns.
Das Sample für diese Verkostung wurde uns vom Abfüller zur Verfügung gestellt.









