Adventkalender 3.12.: Wir verkosten Evan Williams 43%

Miniaturen sind gute Gelegenheiten, Whiskys zu verkosten, ohne gleich eine große Flasche anbrechen zu müssen. Deshalb haben wir 24 Miniaturen in unseren Adventkalender gepackt und verkosten sie für unsere Leser. Es ist der dritte Dezember, und als wir die heutige Türe unseres Adventkalenders öffnen, finden wir einen Bourbon dahinter. Der Evan Williams stammt aus der ältesten kommerziellen Destillerie Kentuckys, die im Jahre 1783 gegründet wurde. Silvia Behrens und Bernhard Rems schildern uns ihre Verkostungseindrücke:

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Nase: Wenn sauer lustig macht, dann wird es jetzt sehr lustig. Wir finden den Geruch säuerlicher Maische, etwas Pattex und etwas, das der Wiener als „kleines Speiberl“ bezeichnet, ohne es tatsächlich abwertend zu meinen: den wirklich nur zarten Hauch von frischem Erbrochenen. Etwas Waldmeister ist da, der Duft eines angesetzten Brennessel-Suds, die Süße von Jelly Beans in einer verschwitzten Hand und Melonenbowle. Insgesamt interessant, mit einem Attribut von Jugend, das sich nicht wirklich an etwas festmachen lässt.

Gaumen: Das prickelnde, Scharfe, das schon in der Nase war, ist auch am Gaumen zu finden. Eine Mischung aus süß und sauer, so wie eine Zuckerstange vom Jahrmarkt und dazu Zitronensorbet, dünnflüssig umspült es die Zunge und bringt den Geschmack von weißem Rettich und Silogras mit sich. Auch hier ist Jugend, das geschmackliche Pendant zu Gelächter, als wäre Kohlensäure drin.

Finish: Das Finish ist kurz, säuerlich; erst sagt es Dir, dass Du eine Speiseröhre hast, dann meldet es sich nochmals im Magen, aber ohne Rotzigkeit eines Halbstarken, es ist eher verspielt.

Alles in allem: Irgendwie ist das ein Bourbon, der sich selbst mit einem Augenzwinkern betrachtet. Das macht ihn nicht klein, sondern gibt ihm durchaus zusätzlichen Charakter. Man hat das Gefühl, dass er unfertig ist, aber gleichzeitig spürt man, dass ihm seine Vollendung schaden würde. So aber ist er das, was er sein will: gut.

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Wir sind jetzt schon gespannt auf den Inhalt des morgigen Fensters. Kehren wir wieder nach Schottland zurück?

Mortlach stellt Linie um

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Whiskyadvocate.com hat Neuigkeiten über Mortlach, die nicht allen gefallen werden. Zunächst einmal wird Mortlach seine Expressions umstellen, und zwar auf vier Abfüllungen:

  • Rare Old (43.4%, no age statement)
  • Special Strength (49%, no age statement, nicht kühfiltriert, nur im Duty Free);
  • 18 Years Old
  • 25 Years Old (beide 43.4%)

Die Umstellung soll gegen Ende der ersten Jahreshälfte 2014 erfolgen. Soweit, so gut. Weniger gut ist, dass Mortlach laut Whiskyadvocate.com und Oliver Klimek (Malt Maniacs) in die hochpreisige Schiene aufrücken wird, die Einsteigerabfüllung (Rare Old, keine Altersangabe) wird ungefähr so viel kosten wie Johnnie Walker Platinum (andere Quellen stellen dies aber in Frage, so zum Beispiel Serge Valentin und Mark Gillespie von den Malt Maniacs – auch Single Malts Direct berichtet eher über Preise wie Johnnie Walker Gold, nicht Platinum). Ein dickes „Leider“: die gute, leistbare Flora & Fauna Abfüllung (16yo) von Mortlach wird ersatzlos aufgelöst. Ab Mitte 2015 soll dann die Produktionskapazität von Mortlach verdoppelt werden (Investitionskosten: 30 Millionen Pfund).

Und auch der Hausstil wird umgestellt: Weg vom fleischigen, etwas schwefellastigen Whisky, hin zu einer mehr fruchtigeren Note. Kurze Verkostungen der geplanten neuen Abfüllungen haben diesen Wandel bereits zum Vorschein gebracht.

Mehr zu diesen Änderungen, die laut Diageo „die größten, die wir in den letzten zehn Jahren mit unseren Marken vorgenommen haben“ sind, auf Whiskyadvocate.com Wir werden in der Zwischenzeit versuchen, die neue Preisgestaltung bei Diageo zu verifizieren.

Wir verkosten: Old Pulteney 21yo

Nachdem Reinhard Pohorec schon über die Destillerie Old Pulteney in Wick berichtete (seinen Artikel finden Sie hier) und die 17jährige Standardabfüllung für uns verkostete (Sie können das hier nachlesen), nimmt er sich heute der 21jährigen Standardabfüllung an. Ob diese die schon hervorragende Wertung des 17jährigen übertreffen kann?

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Ein weiterer edler Tropfen aus dem Hause Pulteney in Wick, dem hohen Norden des Schottischen Festlands, wo Wind und Wetter genauso harsch und hartgesotten sind, wie die alten Seebären, die dort noch aufs offene Meer fahren. Satte 21 Jahre hat man das Destillat aus dem sehr speziellen Brennblasenpärchen ruhen und reifen lassen, zu den für Old Pulteney so charakteristischen Boubonbarrels gesellen sich ehemalige Sherryfässer, hauptsächlich Fino, allerdings sind diese aus amerikanischer Eiche gefertigt.

2012 hat Jim Murray’s Whisky of the Year Award dem Old Pulteney 21y den Lorbeerkranz aufgesetzt. Ein Raunen ging durch die Whiskywelt, so manch einer sprach von einer Support-Aktion, ich will dies weder weiter kommentieren noch in den kritischen Pro oder Contra Reigen einstimmen. 2013 ist dies ohnehin Schnee von gestern und die Branche und ihre Anhänger haben neuen Gesprächsstoff – dann doch lieber einen schönen Dram einschenken und verkosten.

 

Nase: Pulteney typisch ist das Opening, Marille, Kokos, tropische Früchte, in Zucker gehüllt, Karamell, Butterkaramell, etwas floral, Sherryummantelung, nussige Briochenoten, Salzmandeln, etwas grünliche Oliven, immer deutlicher werden Reife und Holz, dezent rauchige Akzente, Mon Cherry, Kirschfrucht, weiße Schokolade, mit Umami-Akzenten, Soyasauce, holzig, Sägespäne, Salzgebäck, Soletti, dieser Malt braucht seine Zeit im Glas, und wie er hin und her spielt, eine Belohnung für den, der Geduld hat, wie ein leicht rauchiger, alter Keller mit Erdboden, in dem ein süßlich charmanter Geruch von kochender Fruchtmarmelade hängt, sehr volle Guaven und Papaya, überreife Bananen, Granola

Gaumen: Reifetöne wunderschön präsent, süßlich fruchtig, rotbeerig, wieder die typischen Pfirsich- Marillenoten, Vanilleeis, Buttercroissant, etwas Joghurt, cremig, vollmundig, Schlagobers auf Baiser drappiert, sehr weich aber mit Charakter, Sherry wieder, dezent salzig, dunkel geröstete Nüsse, Nussbutter, Erdnüsse, Salzgebäck, Roggenbrot, grünlich maritim, Seetang spielt mit holzigen Akzenten, wie in der Nase ist auch am Gaumen ein wahres Feuerwerk zu erleben, mit jeder Minute ergeben sich andere Nuancen, treten unterschiedliche Komponenten in den Vordergrund

Finish: sehr langer Abgang von Süße und Würze getragen, spicy Toffee, dann mehr Liebstöckel und Gewürze, Zimtschnecke, nussig wiederum, roter Apfel, Getreide, Macis, Hustenbonbons, ein Waldboden nach warmem Sommerregen, Lederpolitur und ein zitronig custard artiger Cremeeindruck bleiben liegen und tragen das imposante Finish

Alles in allem: ein großer, ein äußerst harmonischer Whisky, der von charmant süßlich, würzig, reif und komplex alle Register zieht. Durch den deutlicheren Eindruck, den die Sherryfässer hier hinterlassen und auch durch die längere Reifezeit, ist die Pulteney typische Signatur nicht mehr ganz so ausgeprägt wie beim 17yo. Whisky des Jahres hin oder her, es ist ein sehr belohnender Whisky, der wie sein jüngerer Bruder durch seine natürliche Präsentation ohne Kühlfiltration und Karamellzugabe, den leicht erhöhten Alkoholgehalt den Whiskytrinker erfreut. Noch dazu hat der Whisky für sein Alter eigentlich ein ganz attraktives Preis Leistungsverhältnis, und ganz ehrlich, man gönnt sich ja sonst nichts.

Cheers, slainte und mit den besten Spirits,
Reinhard Pohorec

 

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Serge verkostet: Benrinnes

Benrinnes Destillerie, Foto von Andrew Wood, CC-Lizenz
Benrinnes Destillerie, Foto von Andrew Wood, CC-Lizenz

Und wieder ein Name, der nicht an der vordersten Front der Parade-Whiskys auftaucht – vielleicht, weil er sehr unterschiedliche Abfüllungen hervorbringen kann und eher variantenreich denn konsistent ist: Benrinnes ist das heutige Thema in der Verkostung von Serge Valentin, und die Ergebnisse variieren ziemlich stark:

  • Benrinnes 2002/2009 (46%, Càrn Mor Scottish Collection, hogshead, cask #5): 78 Punkte (stammt aus der 20cl-Serie)
  • Benrinnes 12 yo ‚Stronachie‘ (43%, A.D. Rattray, batch #02/12, 2012): 78 Punkte (ja, Stronachie ist ein inoffizieller Benrinnes)
  • Benrinnes 15 yo 1998/2013 (47,9%, Sansibar, sherry, 233 bottles): 87 Punkte
  • Benrinnes 21 yo 1979 (61.5%, Chieftain’s Choice, +/-2000): 79 Punkte

Empfehlung des Hauses für Benrinnes (zumindest für jene, die keine Aversion gegen Sherryabfüllungen haben): die 23jährige Originalabfüllung aus der Speyside-Destillerie, leider bereits auf dem Weg, relativ teuer zu werden.

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Adventkalender 2.12.: Wir verkosten Longrow Peated

Am 2. Dezember öffnen wir die zweite Türe unseres Adventkalenders. Und diesmal verschlägt es unseren Redakteur Bernhard Rems ins verschneite Campbeltown. Der Longrow Peated (46%) will vor dem Kaminfeuer verkostet werden, bei knackenden Holzscheiten. Da es uns an solchem mangelt, stellen wir es uns einfach vor und tun den ersten Schluck:

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Nase: Torfrauch steigt auf, schwere Süße folgt. Die Vanille hat etwas im Medizinschrank gelegen, sie wird von einem leichten Jodhauch ummantelt. Schmecken wir da einen kürzlich abgewürgten Schiffsmotor, dessen Dämpfe durch einen Vorhang aus Zitronenduft wehen? Jedenfalls ist der Duft auch krautig, wie ein Hustenbonbon, und etwas Salz aus der Meeresluft hat sich dazugemengt. Die Nase wärmt.

Gaumen: Jetzt ein Schluck. Das Phenolische von Medizin, sehr dominant, dann etwas Salzlake, die über Leder und feuchte Pappe spült. Lakritze ist da, und auf die Zunge legt sich eine Salzschicht – so stark, dass sie speicheltreibend wirkt. Das ist sehr gehaltvoll, und typisch Longrow, vielleicht etwas klarer und reiner als der Longrow CV, so wie ein wohlerzogenerer jüngere Bruder.

Finish: Rauchig ist es, etwas pfeffrig, aber nicht sehr lang. Ganz hinten wird es etwas bitter, aber das fügt sich harmonisch ins Gesamtbild ein.

Alles in allem: Die im Ansatz etwas morbiden Longrows sind nicht jedermanns Sache. Meine sind sie, und ich liebe den Longrow CV und den Longrow 18. Dieser Longrow Peated hat nicht den erwachsenen Charakter der beiden genannten, aber er gehört zur Familie und ist ein guter Tropfen, den man gerade in den dunklen Monaten gerne trinkt. Er ist fordernd, hat die Schönheit der Hässlichkeit und belohnt den Genießer mit ruppigen Charme.

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Was wir wohl morgen im Adventkalender finden werden???

Whisky des Monats Dezember: Exquisit und selten

Es sind die Konstanten im Leben, die uns Sicherheit geben. Wir schlafen beruhigter, weil wir wissen, dass die Sonne auch am nächsten Morgen auch wieder aufgehen wird. Wir können sicher sein, dass die Spitze des Whisky-Booms noch nicht erreicht ist, so lange es jedes Jahr eine neue Ausgabe der Diageo Special Releases gibt. Und zum zwangsläufig danach folgenden Weihnachtsfest überlegen wir, ob wir uns nicht mit einer dieser Abfüllungen beschenken (lassen). Werfen wir nochmals einen genaueren Blick auf die diesjährige Ausgabe. Unser Redakteur Dirk Piesczek hat sechs mögliche Kandidaten ausgewählt und wir überprüfen dabei gleichzeitig, welche wir uns leisten dürfen, wollen und können:

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Diageo Special Releases für Einsteiger:

Gereift in wieder befüllten Fässern aus Amerikanischer Eiche, ist Singleton of Dufftown 1985 28yo der erste Auftritt dieser Speyside-Brennerei auf der Bühne der Diageo Special Releases. 3.840 nummerierten Flaschen sind weltweit verfügbar (285 Euro). Knapp 1.000 Flaschen weniger sind vom Oban 21yo. abgefüllt worden. Mitten in der gleichnamigen Hafenstadt an der schottischen Westküste gelegen, gibt es für diese kleine Destillerie keine Expansionsmöglichkeiten, und in den letzten Jahren waren ihre Abfüllungen, sowohl Original-Bottlings als auch die der unabhängigen Abfüller, äußerst übersichtlich (seit der Jahrtausendwende bei den Unabhängigen exakt Null). Für den Oban 21yo. wurden Rejuvenated American Oak uand Second Fill Ex-Bodega Casks verwendet (230 Euro). Ausschließlich in ehemaligen Bourbon-Fässern lagerte der Cardhu 1991 21yo, für diese Sonderedition konnten weniger als 6.000 Flaschen abgefüllt werden (195 Euro).

 

Diageo Special Releases für Fortgeschrittene:

Wer die bisherigen Port Ellen Releases bereits in seinem Whiskyschrank stehen hat, wird auch in diesem Jahr an der neuen Ausgabe, Port Ellen 13th Release, nicht vorbeikommen und möglicherweise auf ein Ende der abfüllungswürdigen Restfässer dieser unwiderruflich geschlossenen Islay-Destillerie hoffen. Und wird auch dieses mal beim Preis (1800 Euro) nicht ganz genau hinschauen dürfen.

Für kleineres Geld erhältlich, aber immer noch hochpreisig sind die beiden Abfüllungen der Lost und Silent Distilleries Brora und Convalmore. Mit dem Brora 1978 35yo sollen die Bestände aufgebraucht worden sein (915 Euro). Der Convalmore 1977 36yo  ist eines der sehr seltenen Destillery Bottlings dieser Speyside-Brennerei (730 Euro). Die letzte in Fassstärke erschien 2005 in der Special-Releases-Serie.

Wer die hier gewohnten Verkostungsnotizen vermisst – in diesem Monat geht es zur Abwechlung mal um Exklusivität, und nicht um Genuss.

 

 

 

 

 

 

Serge verkostet: Macduff

Macduff Destillerie, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz
Macduff Destillerie, Foto von Anne Burgess, CC-Lizenz

Oder Glen Deveron. Beide Whiskys kommen nämlich aus der gleichen Destillerie – und diese ist, unserer Meinung nach zu Unrecht eher unbekannt, denn aus ihr stammen excellente Tropfen (wer den Macduff 1984 aus dem Fass 3194 von A. D. Rattray kennt, wird die hier vorherrschende Begeisterung für die Destillerie verstehen). Serge Valentin von Whiskyfun verkostet heute vier Abfüllungen – und seine Bewertungen reichen von „brauchbar“ bis zu „sehr gut“:

  • Glen Deveron 15 yo (40%, OB, +/-2013): 76 Punkte (ein ehrlicher Scotch, der nach Scotch schmeckt)
  • Macduff 13 yo 2000/2013 (46.5%, Sansibar, sherry, 224 bottles): 78 Punkte
  • Macduff 16 yo 1963 (70° proof, Gordon & MacPhail, Connoisseur’s Choice, black label, +/-1979): 85 Punkte
  • Macduff 35 yo 1969/2005 (61.1%, Duncan Taylor, Rare Auld, sherry cask, cask #3686, 105 bottles): 86 Punkte

Adventkalender 1.12.: Wir verkosten Glenlivet 12yo

Wir öffnen das erste Türchen des Whiskyexperts Adventkalender und was finden wir dahinter? Einen Glenlivet 12yo, die Einstiegsabfüllung der traditionsreichen Speyside-Destillerie, die als erste Destillerie der Region eine Lizenz zum legalen Brennen erwarb. Der 12yo ist mit 40% abgefüllt.

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Nase: Er braucht ein wenig Zeit und Sauerstoff, um sich ganz zu öffnen. Dann findet man Bauernäpfel, die noch nicht ganz reif aufgeschnitten wurden, etwas Essig oder den Sud einer Senfgurke, darüber etwas Vanille und Pflaume, dann getreidige Noten. Je länger man ihn offen lässt, desto mehr kämpft sich Süße nach vorne. Das alles ist jetzt nicht besonders aufregend, sondern eher Standard und gefällig.

Gaumen: Es beginnt mit einer schwer zu definierenden Süße, die vielleicht etwas Melasse in sich trägt, vielleicht etwas Malz, aber insgesamt nicht wirklich greifbar ist. Ölig wirkt sie, sie rollt mild dahin, bevor leichtes Feuer von Chili und Pfeffer merkbar wird. Etwas Eiche mit sanfter Bitterkeit setzt sich an die Zungenränder. Es wirkt etwas simpel, nicht wirklich ausdefiniert.

Finish: kurz, zum Teil pfeffrig, zum Teil etwas Kardamom, zum Teil die vorher erlebte Süße. Auch das Holz ist wieder mit dabei, aber wie gesagt: nur kurz.

Alles in allem: Gut, es ist die Entry-Level-Abfüllung von The Glenlivet, und als solche muss sie möglichst vielen gefallen. Aber wie das halt so ist: damit wird der Whisky eben auch etwas beliebig und austauschbar. Ein bemerkenswert bemerkensunwerter Speysider ohne Ecken und Kanten.

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Und auch morgen öffnen wir wieder ein Türchen in unserem Adventkalender. Was sich dahinter wohl verbirgt???

BIO Whisky aus Nepal mit „heilenden Kräften“

Die Flagge Nepals, Bild von MShades / Chris Gladis, CC-Lizenz
Die Flagge Nepals, Bild von MShades / Chris Gladis, CC-Lizenz

Ein etwas seltsames Gefühl beschleicht einem beim Lesen dieser Meldung in der Himalayan Times: Biotech Spirits Nepal hat BIO Whisky und BIO Wodka auf den Markt gebracht. Beim Whisky handelt es sich laut den Angaben des Erzeugers um „eine Mischung aus hochwertigen Kornbränden, ausgesuchtem alten, importierten Malt Whisky sowie um eine Zusammenstellung von aus natürlichen Bio-Alkaloiden ohne künstliche Geschmackstoffe“. Diese ausgesuchten Blends sollen gewöhnliche Nebenwirkungen von Alkohol wie Kopfweh, Erbrechen und Hangovers vermeiden. Mehr noch – die in dem in der Bhawani Distillery Udhyog, Bara, erzeugten  Whisky verwendeten Kräuter (!) sollen sogar heilende Wirkung haben. Leider, oder besser gesagt gottseidank, gibt es diesen „Whisky“ nicht bei uns.

Googelt man die Destillerie, findet man unter den Ergebnissen noch den Hinweis, dass sie unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung steht.

Geht Whyte & Mackay an südafrikanischen Tycoon?

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Geht ein weiteres Stück schottischer Whiskygeschichte nach Südafrika (so wie z.B. Bunnahabhain, Tobermory, Deanston oder Wolfburn)? Der südafrikanische Tycoon Vivian Imerman möchte jedenfalls Whyte & Mackay kaufen. Und zwar wieder – denn er und  Robert Tchenguiz haben schon 2000 eine Gruppe von Investoren angeführt, die das Unternehmen damals um 200 Millionen Pfund kauften und 2007 um fast 600 Millionen an Vijay Mallya’s United Spirits verkauften. Einzelheiten des vorgeschlagenen Deals (so zum Beispiel will Diageo Dalmore und Tamnavulin behalten – die Wettbewerbsbehörde dürfte aber da noch ein Wörtchen mitzureden haben) gibt es auf Thescotsman.com.

Adventkalender: Täglich eine Verkostung

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Es weihnachtet sehr – auch bei Whiskyexperts. Und um die Vorfreude zu steigern, haben wir einen Adventkalender der besonderen Art zusammengestellt: 24 Miniaturen, von denen wir jeden Tag eine für Sie verkosten. Und wie es sich für einen schönen Adventkalender gehört, weiß man natürlich nicht, was man am nächsten Tag in ihm finden wird. Also freuen Sie sich mit uns über eine Serie von Verkostungen, die viele Standards, aber auch einige ausgefallene Abfüllungen enthalten wird. Ab morgen geht’s los – wir hoffen, Sie sind jedesmal dabei…

Serge verkostet: Fettercairn

Fettercairn Destillerie, Foto von Stanley Howe, CC-Lizenz
Fettercairn Destillerie, Foto von Stanley Howe, CC-Lizenz

Nachdem gerade die Gerüchte schwirren, dass Diageo Fettercairn und Jura verkaufen könnte, findet Serge Valentin von Whiskyfun, dass es an der Zeit sei, einige Abfüllungen aus dieser Destillerie zu verkosten. Das Ergebnis ist gemischt, was seine Wertungen anbelangt:

  • Fettercairn 14 yo 1996/2011 (46%, Signatory Unchillfiltered, cask # 4241, 304 bottles): 74 Punkte
  • Fettercairn 19 yo 1993/2013 (54.1%, Cadenhead, small batch, bourbon hogshead, 462 bottles): 82 Punkte
  • Fettercairn 1990/2013 (51.5%, Malts of Scotland, bourbon, cask #MoS 13004, 242 bottles); 84 Punkte
  • Fettercairn 30 yo 1955  (41.2%, OB, Whyte & Mackay, +/-1985): 82 Punkte

Leser-Fotowettbewerb: Die bisherigen Bilder

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Was tut sich bei unserem Fotowettbewerb um die von Kenny Mackay handsignierte Flasche Miltonduff (Einsendungen noch bis 8. Dezember möglich)? Nun, wir haben bereits jede Menge Bilder bekommen, und falls Sie sich einen Überblick über die bisherigen Einsendungen machen wollen: Einfach unten die Bilder im Wettbewerb anklicken. Abstimmen kann man dann ab 9. Dezember. Und wenn Sie auch noch mitmachen wollen: Hier erfahren Sie alles Wissenswerte.

 

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Wir verkosten: Old Pulteney 17yo, 46%

Nach dem gestrigen Artikel über die Geschichte der Destillerie Old Pulteney in Wick hat Reinhard Pohorec heute den Old Pulteney 17yo mit 46% für uns verkostet:

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Nase: frisch duftig, Zitronentarte, lemon curd, Custard cream, Vanillepudding, mit Veilchenaromen versehen, ein charmanter Windhauch, blumig floral, mit einem Touch von Seegras, Marille, Lilien, etwas Jasmintee, dann kommt Rauch, Salzlake, eine kleine Pfütze von Meereswasser, Karamell, kleine Zuckertörtchen, getrocknete Aprikosen, Pfirsich, Kokosraspel, exotisch, tropisch, die Nase wird immer voller, Ananas in dunklem Muscovadozucker gewälzt, cremig, schmeichelnd wälzen sich die Duftwellen aus dem Glas, voll, verspielt, vielschichtig, Sellerieknolle, Guavenmarmelade, insgesamt jugendlich und hell, die Reifenoten und der sanfte Holzeinsatz sind sehr harmonisch unterlegend und unterstützend

Gaumen: zu Beginn etwas gesalzenes Karamell, Heidehonig, wieder sehr floral und blumig, Begonien, ein Gewürzsträußchen, Küchenkräuter, Zimt, Crema Catalana, Seetang frittiert, etwas Salzhering, Sellerie, savoury, etwas geröstete karamellisierte Zwiebel, Holznoten aber so delikat und fantastisch eingebunden, dass es einfach nur Freude machen kann, Impressionen von Muskat und Pfeffer, schwarzer Pfeffer, fruchtig, Rosinen, Weintrauben, rote Früchte, dann Quitte und Mirabellen, in Butter geschwenkt, samtiges Mundgefühl, schmalzig, sehr cremig, Apfel und Birne

Finish: sehr lange, komplex und verspielt, vor allem das Hin und Her aus voll üppiger tropischer Vanillesüße und savoury salzigen Gemüsenoten ist fantastisch, es bleibt custard creme, Akazienhonig, Muskatnuss, Zimtrinde, Buttertoffee, gegen Ende nochmals Meersalz, Langpfeffer, Kokos, Zitronenzesten, gelbfruchtig bevor noch einmal Schlagobers und Joghurt durchkommen

Alles in allem: Eindrucksvoll und unverwechselbar – schlichtweg Spitzenklasse

 

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